1 ua bar, 4,. f 8 „ Da data: ehr Atr der 0 Meer, Nö Duden,— Friedrich. geen, Atangen 3 8 5 9 8 3 — Mode. 1 11 f 1 * 2 N * 5 8 1 1 8 * 1 1 2 8 5 elt lung ee Probe ess . „ ntuesten Syfen it a. M. . Lulse corg Groß. 1876. Dienstag den 7. November. M. 132. Oberhessischer Anzeiger. Die Petitzeil wird mit 11 Pfennig berechnet. Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Amtlicher Theil. Bir doi etiam g. In Gemäßheit der Instruction vom 2. September 1875 zur Ausführung des Reichsgesetzes über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Durchschnittspreise der nachbemerkten Artikel für den Monat October 1876 sich folgender- maßen und zwar für je 100 Kilogramm berechnen: Hafer M. 19.—. Friedberg den 4. November 1876. Heu M. 10.—. Stroh M. 12.—. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Trapp. Deutsches Reich. Darmstadt. Das Großherzogliche Regier- ungsblatt Nr. 46 enthält: I. Verordnung, die Vorbereitung zum Staatsdienste im Jufliz und Verwaltungsfache betreffend. II. Bekanntmachung, die Beslätigung von Stiftungen und Vermächtnissen betreffend. III. Oeffentliche Anerkennung einer edlen That. IV. Bekanntmachung, die Erhebung der Umlagen in Erbach für 1876 betreffend. V. Abwesenheitserklärung. VI. Ordeneverleihungen. VII. Namens veränderungen. VIII. Diensinachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: am 2. Oct. dem evang. Müprediger Rockel zu Ober⸗Ofleiden die Pfarrstelle zu Walletnhausen, dem evang. Pfarrer Kraus zu Ilbes⸗ dausen die Pfarrstelle zu Bisses zu übertragen; am 7. Oci. der Schulverwalterin Cellarius aus Butzbach eine Lehrerrinnen— delle zu Offenbach zu übertragen; am 9. Oct. dem Schul⸗ verwalter Siegler aus Bürstadt die 2. Schulstelle zu Heusenfamm, dem Schullehrer Lislmann zu Feldkrücken die Schulftelle zu Malchen, am 10. Oct. dem evang. Kandidasen Heyer aus Trebur die Pfarrstelle zu Nieder⸗ Beerbach, am 11. Oct. dem Schulvetrwalter Kellermann aus Oder ⸗Hilbersheim die 2. Schulstelle daselbst, am 12. Oct. dem Lehrer Werner an der Realschule zu Gießen eine Lehrerftelle an der Stadiknabenschule zu Darmstadt, am 14. Oct. dem Schulverwalter Fleck aus Fürstengrund die 3. Schulstelle zu Bischofsheim zu überiragen; den Schullehrer Winter zu Momart von der Schulfielle zu Sandlofs zu entheben und ihm die Schulstelle zu Schlechten⸗ wegen, am 16. Oct. dem Schullehrer Koch zu Ilbeshausen die 2. Schulstelle zu Groß Linden, dem Schulamts⸗Aspi⸗ ranten Mann von Flonheim die 2. Schulstelle zu Lang⸗ Göons zu übertragen; an dems. Tage den Kreisarzt zu Hirschhorn, Dr. Langheinz, zum Kreisarzt zu Erbach zu ernennen. n IX. Concurrenzeröffnungen. Erlebigt ist: die 4. evang. Schulflelle zu Bürgel, Gehalt 942 M. 88 Pf.; die Schul⸗ flelle zu Sickenhosen, Gehalt 857 M. 14 Pf.; die Schul⸗ stelle zu Höllerbach, Gehalt 685 M. 71 Pf. Dem Fürsten zu Löwenstein⸗Werthheim⸗Rosenberg und dem Grafen zu Erbach⸗Schöuberg sieht das Präsentalionsrecht zu; die 6. Schulstelle zu Weisenau, Gehalt 943 M.; die evang. Pfarrsielle zu Ober⸗Mossau, Gehalt 1284 M. Das Präsentationsrecht steht dem Grasen zu Erbach⸗Fürstenau zu; die 1. evang. Schulstelle zu Lindenfels, Gehalt 857 M. 14 Pf.; die Schulstelle zu Waschenbach, Gehalt 685 M. 71 P.; die 4. 5 Schulstelle zu Bieber, Gebalt 700 M.; eine Lehrerstelle an der kalh. Schule zu Bingen, Gehalt 1114 M. 28 Pf., welcher sich bis zu 2057 M. 15 Pf. erhöhen kann; die 2. Schulstelle zu Horrweiler, Gehalt 685 M. 71 Pf. X. Sterbesälle. Gestorben sind: am 8. Mai der Regierungsrath Müller zu Mainz; am 6. Sept. der Hof⸗ bauausseher Scheerer zu Darmstabt; am 8. Sept. der Lehrer Huth zu Darmstadt; am 21. Sept. der Oberförster Stillgebauer zu Lißberg; am 6. Oct. der Kreisbauausseher Jockel zu Alsfeld; am 7. Oct. der kath. Pfarrer Wieder⸗ ssein zu Mainz; am 9. Oct. der evang. Pfarrer Wüst zu Bobenhausen; am 12. Oct. der Calculator Kohlermann zu Darmsladrz am 15. Oct. der Obersteuercontroleur Amend zu Mainz. b Darmstadt. Nach einer officiellen Ueber— sicht in Betreff der Versuche bezüglich des Aus. schlages der evangelischen Kirchen Steuer bei Zugrundelegung verschiedener Normen beträgt der gegenwärtige Ausschlag auf die Gewerber, Grund ⸗ und halben Einkommen Steuer ⸗Capitalien in Starkenburg 579,200 fl. an Gewerbe Steuer, 2,274,827 fl. an Grundsteuer und 1,295,153 fl. an halber Einkommensteuer; in Oberhessen an Gewerbe Steuer 350,157 fl., an Grund Steuer 2,618,455 fl. und an halber Einkommen Steuer 899,053 fl., in Rheinhessen an Gewerbe Steuer 375,679 fl., an Grund Steuer 2,005,343 fl. und an halber Einkommen Steuer 755,905 fl. Die Summe der Steuer Capitalien ergibt für Starkenburg 4,149,181 fl., für Oberhessen 3,867,666 fl., für Rheinhessen 3,136,925 fl., für das ganze Großherzogthum 11,153,773 fl. Bei einem Jahres-Coesficienten von M. 0,03 auf 1 fl. Steuer Capital entfallen an jährlicher Kirchen⸗ Steuer auf Starkenburg Mk. 124,475.44, auf Oberbessen Mk. 116,029.98, auf Rheinhessen Mk. 94,107.77, auf das ganze Großherzogthum Mk. 334,613.19. Bei einem eventuellen Ausschlag auf die Gewerbe-, Grund- und ganzen Einkommen- Steuer Capitalien würde entfallen auf Starkenburg ein Gesammt⸗Steuer-⸗Capital von Mk. 5,444,334, auf Oberhessen Mk. 4,766,719, auf Rheinhessen Mk. 3,892,830, auf das ganze Großherzogthum Mk. 14,103,885 mit einem Jahres ⸗Coefficienten von Mk. 0,0237248 auf 1 fl. Steuer ⸗ Capital. Die jährliche Kirchen Steuer würde betragen für Starkenburg Mk. 129,166, für Oberbessen Mk. 113,089.91, für Rheinhessen Mk. 92,356.98, für das ganze Großherzogthum Mk. 334,613.19. Der eventuelle Ausschlag einzig und allein auf das Einkommen Steuer Capital würde ergeben als Gesammt- Steuer Capital in Starkenburg Mk. 2,590,307, in Oberhessen Mk. 1,798,107, in Rheinhessen Mk. 1,511,810, im ganzen Groß⸗ herzogthum Mk. 5,900,225, einen Jahres⸗Coeffi. cient auf 1 fl. Steuer⸗Capital von M. 0,0567119 und eine jährliche Kirchensteuer für Starkenburg von Mk. 146,901.55, für Oberhessen von Mk. 101,974,4, für Rheinhessen von Mk. 85,737.60, für das Großherzogthum von Mk. 334,613.19, Darmstadt. Der Kaiser hat den Präsidenten des Oberappellations Gerichts Dr. Zentgraf zum Präsidenten der kaiserlichen Diseiplinar-Kammer dahier und die Oberoppellationsräthe Dr. Hallwachs und Dr. Kleinschmidt, sowie den Militär-Inten⸗ danturassessor Welter zu Mitgliedern der Disci⸗ plinarkammer, sämmtlich für die Dauer des zur Zeit von ihnen bekleideten Staats- resp. Reichs: amts ernannt. — Das Ministerium hat verfügt, daß die Lehrer Taggebühren als Ersatz für Reisekosten er- halken sollen, wenn sie in Folge Aufforderung der Kreis⸗Schulcommission Lehrer Conferenzen außer- halb ihres Wohnorts beiwohnen. Diese Tagge bühren müssen in gleicher Weise wie die Reise— kosten der Ortsschulvorstände als Bedürfniß der öffentlichen Volksschulen von der betreffenden Ge- meindekasse getragen werden; sofern nicht Lehrer an solchen Confessionsschulen in Frage stehen, welche unter Art. 6 des Gesetzes vom 16. Juni 1874 fallen. Die Taggebühren sind in derselben Höhe festzusetzen, wie die der Mitglieder der Schulvorstände, bezw. der Mitglieder der Stadt— verordneten-Versammlung und des Gemeinderathes. — In der Kürze wird die zweite Kammer wieder zusammentreten, um noch eine Reihe rück⸗ ständiger Angelegenheiten zu erledigen. Es dreht sich hierbei namentlich um das Gesetz wegen der Lehrergehalte, das Leichengesetz, den Entwurf wegen Besteuerung der Wanderlager, das Gesetz wegen der Verlöbnisse in Starkenburg und Oberhessen und den Antrag der Abgg. Möllinger und Ge⸗ nossen wegen Zuziehung des ganzen Einkommen- Steuerlapitals bei Feststellung der Communal⸗ steuer, durchgängig Gegenstände von hervorragen⸗ der Wichtigkeit. — 4. Nov. Heute wurde das Urtheil des Bezirksstrafgerichts in der Untersuchungssache gegen den katholischen Pfarrer Götz von Jügesheim wegen Uebertretung des Kanzel-⸗Paragraphen ver⸗ kündigt. Dasselbe lautet bei den sich total wider⸗ sprechenden Zeugenaussagen und der geringen Glaub⸗ würdigkeit der Belastungszeugen auf Freisprechung. Berlin, 2. Nov. In der heutigen Sitzung des Reichstages ergab der Namens-Aufruf 220 An- wesende. Zum ersten Prästdenten wurde v. Forcken⸗ beck mit 216 von 218, zum ersten Vice⸗Präsidenten von Stauffenberg mit 189 von 217 Stimmen wiedergewählt. Bei der Wahl des zweiten Vice⸗ Präsidenten erhielt von 212 Stimmen: Löwe 118, Hänel 89. Nachdem Löwe abgelehnt hatte und ein Antrag auf Vertagung verworfen war, wurde die Wahl wiederholt, wobei 207 Stimmzettel abgegeben wurden; hiervon erhielt Hänel 111, Schwartze 38, unbeschrieben waren 31, die übrigen zersplitterten sich. Nachdem Hänel ebenfalls abge⸗ lehnt hatte, ward die Vertagung auf Morgen be— schlossen.— 3. Nov. Zum zweiten Viceprästdenten wurde der Deputirte von Benda mit 156 von 227 Stimmen gewählt, 68 Stimmzettel blieben unbeschrieben. Die bisherigen Schriftführer wur⸗ den durch Acclamation wiedergewählt. Nach Er- ledigung mehrerer formaler Angelegenheiten brachte Miquel die Einsetzung einer neuen Commission für die Justiz Gesetze zur Sprache. Der Justiz⸗ minister Leonhardt versprach dem Hause die baldige Zustellung einer gedruckten Uebersicht der Bedenken, welche der Bundesrath gegen die Commissions- Beschlüsse habe. Den Beschlüssen einer Commission zur Concurs-Ordnung würden sich die Regierungen in allen Stücken anschließen. Hierauf genehmigte das Haus die Aussetzung des gegen die Abgg. Liebknecht und Franz anhängigen Strafserfahrens. Der Auslieferungs⸗Vertrag mit Luxemburg wurde in erster und zweiter Lesung genehmigt. Dem- nächst folgte die erste Lesung des Reichs-Etats, welche damit endigte, daß die Capitel 1, 16, 18 und 19 des Etats und der Etats-⸗Gesetzentwurf an die Budget-Commission über wiesen werden. Bei der Debatte gab der Präsident des Reichs- kanzler-Amts, Hofmann, eine Uebersicht über das muthmaßliche Finanz⸗Ergebniß dieses Jahres und bezifferte den muthmaßlichen Ueberschuß auf 8 Mill.; die Mehrausgaben bei der Militär- Verwaltung und dem Reichskanzler-Amt, sowie die Minder Einnahmen bei Post und Telegraphie(2½½ Mill.) und beim Wechselstempel(½¼1,ʒꝙ?:⁰aMMill.) würden durch Ersparnisse bei der Marine und bei den Zinsen für die Reichsschuld gedeckt. — 3. Nov. Das Befinden des Kaisers ist, wenn auch der Schlaf in der bergangenen Nacht öfters unterbrochen war, im Uebrigen doch zu; friedenstellend. Die beabsichtigte Reise am Sonn tag nach Hannover zur Theilnahme an den Tauf⸗ feierlichkeiten hat, dem Vernehmen nach, der Kaiser aus Anlaß seines Unwohlseins aufgegeben. Breslau. Die wegen vermeintlichen Angriffs arf seine amtliche und bürgerliche Ehre vom Pfarrer Kiesel in Leuthen(Schlesien) gegen den Bischof Reinkens eingereichte Denunciation ist vom Staatsanwalt zu Breslau zurückgewiesen worden, da aus den angeführten, angeblich von jenem Bischof(auf dem Breslauer Altkatholiken⸗Congreß) gesprochenen, allgemeinen Worten auch nicht im Entferntesten zu entaehmen sei, daß damit eine directe Beziehung auf die Person des Denuncian⸗ ten oder auch nur auf den Clerus seiner eigenen kirchlichen Gemeinschaft beabsichtigt worden. München. Bezüglich der Speyerer Bischofs ⸗ Angelegenheit hört der„Nürnberger Corr.“, daß, sobald die Staatsregierung auf officiellem Wege davon Kenntniß erhalten hatte, daß der zum Bischof ernannte Stiftsdechant Enzler von der Curie beanstandet wurde, sie sofort nähere Auf⸗ schlüsse über die Gründe dieser Beanstandung ver⸗ langt und ihrem Gesandten bei der Curie, Grafen Baumgarten, entsprechenden Auftrag erkheilt hat. Od diese Aufschlüsse bereits ertheilt wurden, ist zur Zeit noch nicht bekannt. Stuttgart, 4. November. Heute Vormittag 10 Uhr wurde die Ständeversammlung von dem König in Person geschlossen. Ausland. Oesterreich⸗Ungarn. Wien. Im Aus ⸗ schusse für die Steuer ⸗Reformgesetze eröffnete der Finanzminister, daß der Kaiser ihn zu der Er⸗ klärung ermächtigt habe, daß rücksichtlich ihres Privatvermögens weder der Kaiser noch die Mit⸗ glieder seines Hauses eine Steuerbefreiung bean⸗ spruchen werden. — 4. Nov. Abgeordnetenhaus. Die heute beginnende Debatte über die Interpellations⸗ Be. antwortung bezüglich der orientalischen Politik wurde vom Abgeordneten Baron eingeleitet, welcher sich gegen jede Gebietser weiterung seitens Oester⸗ reichs und gegen jede Veränderung des Besitzstan⸗ des der Türkei aussprach. Demel wendete sich gegen die Polilik Rußlands. Granitsch wollte der diesseitigen Regierung das formelle Recht ge⸗ wahrt wissen, ihren Einfluß auf die Leitung der auswärtigen Politik geltend zu machen. Graf Hohenwart erklärte, er sei zwar weder für Occu⸗ pation noch Annexion, jedoch dürfe man weder die eine noch die andere Eventualität unter allen Umständen perhorresciren. Plener führte aus, daß Oesterreich bei einem eventuellen Zusammenbruche der Türkei nicht isolitt dastehen dürfe; es könne nicht zugeben, daß an seinen Grenzen gegen seinen Willen staatliche Neubildungen entstehen. Oester⸗ reich müsse mit verwandten und benachbarten Staaten in Contact bleiben. Dies war der ge⸗ sunde Gedanke des Drei⸗Kaiser⸗Bundes, welcher Oesterreich eine ehrenvolle Stellung sicherte. — Der auf die Handelspolitik bezügliche Passus der deutschen Thronrede bildet den Gegen- stand lebhafter Erörterung in Wien. Nach offi⸗ ciösen Andeutungen soll dieser Passus auch in Regierungskreisen einen nichts weniger als ange⸗ nehmen Eindruck gemacht haben. — In bhiesigen diplomatischen Kreisen wird eingeräumt, daß die Art, wie die Pforte die Waffenstillstands⸗Verhandlungen in die Länge zog, um mittlerweile auf dem Kriegsschauplatze eine veränderte Situation zu schaffen, ganz dazu an⸗ gethan war, höchste Mißstimmung in den russischen Regierungskreisen hervorzurufen, und daß so das Ultimatum gerechtfertigt wird. Zudem fällt auf, daß türkischerseits verbreitet wird, Abdul Kerim Alexinatz Winker Quartiere beziehen. Hledurch droht Gefahr, daß die Vorbedingung des status quo ante in nicht zulässiger Art alterirt würde. — Das bier coursirende Gerücht, Oesterreich bereite sich zum Einmarsch in Serbien vor, wird von unterrichteter Seite für unbegründet erklärt. In Betreff des Ultimatums wird aus Serajewo und anderen Vilajets ⸗Hauptstädten nachträglich gemeldet, daß die russischen Consuln für den Fall eines Bruches mit der Pforte bereits angewiesen waren, abzureisen, und sollten für diesen Fall die rufsischen Unterthanen dem Schutz der österreichischen Consuln überlassen werden. Pest, 3. Nov. Der Finanzminister verwies im Finanz Ausschusse auf das seit den letzten Jahren gebesserte Budget und sprach die Hoffnung aus, im Jahre 1880 zum Gleichgewicht im Staatshaushalte zu gelangen. Frankreich. Versailles, 2. November. Herzog Decazes theilte heute in der Budget- Commission mit, er werde morgen in der Kammer eine Erklärung verlesen, welche die absolute Neu- tralität Frankteichs bei eventuellen Verwickelungen und die Hoffnung aussprechen werde, daß es der Weisheit der Regierungen gelingen werde, den Frieden zu erhalten, wofür der Waffenstillstand ein Unterpfand sei.— Ueber den Antrag Gatineau's auf Einstellung der gerichtlichen Verfolgung der Commune⸗Mitglieder ist ein Einvernehmen zwischen der Regierung und der Linken nicht erzielt. Die Deputirtenkreise nehmen auch ohne ein solches an, die Majorität werde für die Regierung stimmen, weil selbst die Linke eine Ministerkrise nicht will. — 3. Novbr. In der Kammec sprach sich Dufaure formell gegen den Antrag Gatineau's auf Einstellung der gerichtlichen Verfolgung der an dem Commune-Aufstand Betheiligten aus. Die Linke brachte einen Vermittlungs⸗Antrag ein, wo⸗ nach einen Monat nach Erlaß des Gesetzes die Verjährung eintreten soll. Ueber diesen Antrag wird noch zwischen der Linken und dem Mini- sterium verhandelt. — 4. Nov. Die Deputirtenkammer nahm heute den Gesetzentwurf über die Einstellung der gerichtlichen Verfolgung der am Commune-Ausstand Betheiligten an. Spanien. Madrid, 3. Nov. General ⸗ Gouverneur von Havanna, Campos, ist daselbst eingetroffen. Türkei. Constantinopel. Rach einer Meldung aus dem türkischen Hauptquartier haben die türkischen Truppen am 1. November die von den Serben besetzten Höhen in der Richtung auf Kruschewatz erstürmt, die feindlichen Linien durch- brochen und 10 Kanonen erobert. Die Verbind- ung der Serben mit Kruschewatz sei abgeschnitten. Die Türken rücken weiter vor. — 3. Nov. Officiell. Die hohe Pforte hat einen zweimonatlichen Waffenstillstand vom 1. No⸗ vember ab acceptirt. Alle türkischen Truppen⸗ Commandanten erhielten Befehl, sofort die mili⸗ tärischen Operationen einzustellen. Seit gestern sind die Verhandlungen behufs Verständigung über die Grundlage einer Demarkationslinie, die von frem⸗ den Officieren festgestellt werden soll, im Gange. Ueber den baldigen Zusammentritt zur Conserenz courstren noch unbestätigte Gerüchte. — 3. November. Die Gesandten der Mächte versammelten sich heute bei Sir Henry Elliot, um die Frage bezüglich der Demarkations Linie zu erörtern. Man hofft ein Einverständniß zu erzielen. — 4. Nov. Die„Pol. Corr.“ meldet von hier, die Conferenzfrage trete stark in den Vorder ⸗ grund. Ignatieff befürworte das Zusammentreten der Conferenz in einer oceidentalischen Stadt, etwa Venedig oder Bern, und wolle in den nächsten Tagen den Mächten ein fertiges Programm für die Conferenz unterbreiten. Die Pforte sei keines- wegs gegen die Conferenz, vorausgesetzt, daß sie zur Theilnahme eingeladen werde. — 4. November. Der französische Botschafter Bourgoing hat sich heute auf dem hiesigen fran⸗ zösischen Stationsschiffe„Petrel“ nach Marseille eingeschifft, am sich nach Paris zu begeben. Die Der neue Martinez wollte sich in seinem Siegeslaufe nicht Halt ge- meisten Botschafter haben ihre Winlerresidenz in bieten lassen und jedenfalls in Deligrad und Pera bezogen. In der nächsten Woche gehen Offiziere der Mächte zur Feststellung der Demar⸗ cationslinie für den Waffenstillstand nach dem Kriegsschauplatz ab. Montenegro. Cettinje. Fürst Nikita hat am 1. d. alle türkischen Gefangenen, ausge⸗ nommen die Offiziere, entlassen und ste über Rieka nach Schabljak heimgesandt. Serbien. Belgrad. Am 1. November bat der Ministerprästdent dem russischen General- Consul amtlich im Namen des Fürsten erklärt, daß die serbische Regterung den vorgeschlagenen Waffenstillstand annehme. Gleichzeitig ist aber der serbische Ober-Commandant angewiesen, an den türkischen Ober⸗Commandanten einen Parlamentär behufs Verständigung über die Einstellung der Feindseligkeiten abzusenden. — 3. Nov. Der Fürst ist heute vom Kriegs- schauplatz zurückgekehrt. — 4. Noobr.(Amtliche Meldung.) Die Nachricht, daß Deligrad gefallen sei, ist unrichtig; es haben lediglich auf Vorposten von Deligrad, ehe der Waffenstillstand publicirt wurde, Plänke⸗ leien stattgefunden. Alexinatz ist nicht mit Sturm genommen, sondern nach dem Fall von Djunis geräumt worden, damit die Besatzung nicht von Deligrad abgeschnitten werde. Numänien. Bukarest, 2. Nov. Die Thronrede, welche in ihrem Schlußsatze an die Eintracht aller Rumänen appellirt, ist sehr bei⸗ fällig aufgenommen worden. Als der Fürst die Versammlung verließ, begleitete ihn der einmüthige Zuruf der Senatoren, Deputirten und des Pub⸗ likums auf den Tribünen. Griechenland. Athen. Der König billigte in einem Handschreiben an Comunduros dessen Politik und militärische Vorbereitungen. f Rußland. Petersburg, 3. Nov. Wie die„Morning Post“ erfährt, thut die russische Regierung Schritte zur Beschleunigung der Unter⸗ handlungen zum Zwecke der Regelung aller sch weben · den Fragen auf der Basis der englischen Vorschläge. Aegypten. Kairo. Das dem Khedive übergebene Projeet Göschen- Joubert setzt die Staats ⸗ schuld durch Trennung der Daira's und Verpacht⸗ ung der Eisenbahnen auf 59 Millionen herab, auch sollen die Zinsen der Meliorations Bonds auf 15 pt. herabgesetzt werden. Das Project hält vie ursprünglichen Bedingungen der drei kleinen Anlehen unversehrt aufrecht, aber amortisirt sie schon zu 80, und reduclrt die Zinsen der 59 Mil⸗ lionen bis 1885 auf 6 pCt. In diesem Jahre soll dann die Schuld auf 34 Millionen reducirt und die Zinsen wieder auf 7 pCt. gestellt werden. Das Project empfiehlt, als Haupt⸗Garantie zwei englisch ⸗französische Beamte dem Finanzministerium beizugeben, die vom Minister unabhängig sind, und General-Einnehmer im ganzen Lande ernennen werden. Aus Stadt und Land. Friedberg. Am 24. October ist nach kurzem, schwerem Leiden der 1. landw. Fachlehrer und Dirigent der Ackerbauschule zu Friedberg, Dr. phil. August Heuser, verschieden. An seinem Grabe beweinten ihn eine liebevolle, theure Gattin, drei Brüder, eine Schwester und Schwäger, sowie seine zahlreichen Freunde, Bekannten und Schäler. Der Verstorbene, ein Sohn des verlebten Buchhändlers Heuser zu Neuwied, war daselbst am 30. Juli 1843 ge⸗ boren, besuchte und absolvirte das Neuwieder Gymnasium mit glänzenden Zeugnissen und brachte sodann 3 Jahre auf einem größeren Gute in der preuß. Rheinprovinz als Lehrling zu, worauf er auf einem solchen während einiger Zeit einer Verwalterstelle vorstand. Praktisch in der Land⸗ wirihschaft durchgebildet, besuchte er die landw. Schule zu Hof⸗Geisberg bei Wiesbaden, studirte alsdann weitere 3 Jihre an der Universilät Bonn und verließ dieselbe nach ehrenvoller Erlangung der phylosophischen Doctor⸗ würde. Beseelt von dem Wunsche, als Lehrer der Land⸗ wirthschaft in das Leben zu treten und zu wirken, nahm er eine Lehrerstelle an der landw. Schule zu Hof⸗Geisberg, später eine solche zu Hildesheim in Hannover an, bis er endlich im Herbst 1869 einem Rufe des Badischen Handels⸗ ministeriums als Wanderlehrer und Vorstand der landw. Schule zu Eppingen Folge leistete und daselbst 4 Jahre lang mit dem günstigßsten Erfolge thätig gewesen war. Im Herbste 1873 wurde ihm endlich die 1. Fachlehrer⸗ stelle an der Acker bauschule des landw. Provinzialpereins von Oberhessen zu Friedberg und die Stelle eines Dirigenten derselben, denen er bis zu seinem Ableben vorstand, über⸗ tragen. In ihm verliert der landw. Verein für die Pro⸗ vinz Oberhessen einen pflichtgetreuen, sirebsamen Beamten, bei welchem sich mit umfassender, wissenschafllicher Bildung sstendel sammli mit gre Desselb' ist dem mehrt zi Pfartw. welche Actien⸗ hiesigen ist ver er sich Bruder gelegle J Voll Geben er sit Statt ein di nur a sich de 8. von a0 genant Pelrol 2. Ned. Dit Kegtaßt en d M sehr Je * 105 Der Keuigz big ntttztet deu 0 Ner. Wit dat kit kussisch der Unter ct du Stage 1 un Uerachl⸗ Reet berab, etaterk- Bens Das pie dn din Hie 2 rtf in t „ en Nl u dite Jühtt Adiertn udn ende, pentt ein durchaus braver Character verband. Warmfühlenb, ia begeissert füt den erwäblsen Beruf und für die Förder⸗ ung der Landwiriöschast war er unausgesetzt und mit großem Ebselge thätig für die gedeihliche Entfaltung der ihm anvertrauten Lehranstakt. Auch an den Besirebungen der landw. Vereine nabm et insbesondere den regsten Antheil und war den Landwirthen stets mit Rath und That zur Hand, wie er denn auch solche in klarer und gewandter Rede bei seinen häufigen Vorträgen für die landw. Bezirrksvereine und das landw. Wandercasino des Kreises Friedberg zum Forischreiten in dem landw. Betriede anzuregen vermochte. In Aller Herzen wird ihm ein ehrendes Andenken bewahrt bleiben. M. Ostheim. Am 8. November feiert das Ehepaar Matthes Jung dahier das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Beiden noch rüstigen Jubilaren rufen wir ein herzliches Glückauf zu und wollen hoffen, daß es ihnen auch noch beschieden sein möge, die diamantene Hochzeit in bester Gesundbeit zu feiern. Gießen. Unsere Hochschule zählt nach dem soeben erschienenen Universilätskalender(für das Wintersemester 1876/77) 343 Zubörer und 59 Docenten. Marburg 445 Zubörer und 69 Docenten. Darmstadt. Am 23. October hielt der seit 1874 gegründete Pfarrwaisen⸗Verein für unser Großherzogthum seine erste ordentliche Jahresversammlung zu Frankfurt a. M. ab, welche sowohl von Delegirten, als auch von Freunden des Vereins zahlreich besucht war. Die durch den Vor⸗ sitzenden, Dekan Weitzel von Gimbsheim, der Ver— sammlung mitgetheilten Ergebnisse des Vorjahres wurden mit großer Befriedigung entgegengenommen, da für Unter— stützungen an 10 Pfarkwitlwen ein Betrag von 1000 M. verwendet werden konnte, ungerechnet die Summe von 300 M., welche zum Kapilalstock geschlagen worden ist. Derselbe ist damit bereits auf 3862 M. angewachsen, und ist dem Verein ein ferneres fröhliches Gedeihen um so mehr zu wünschen, als er besonders die Ausbildung der Pfarrwaisen für den künftigen Lebensberuf zum Zweck hat, welche in unserer Zeit immer schwieriger und koslspieliger wird. Möchte darum der Verein immer mehr Eingang finden in den Kreisen christlicher Freunde und möchten seinem edlen Streben sich immer bereitwilliger Herzen und Hände öffnen. Mainz. Der ebemalige Director der Rheinischen Actien⸗Brauerei, Dr. J. B. Moritz, der zur Zeit in dem hiesigen Gefängniß eine achtzehn monatliche Haft verbüßt, ist vergangene Woche nach Coblenz abgeliefert worden, wo er sich als Theilnehmer und Urheber verschiedenet seinem Bruder(Direcior der Coblenzer Actien⸗Brauerei) zur Last gelegten Vergehen zu verantworten hat. Allerlei. Frankfurt. Dieser Tage betitelte ein Schnapsbruder Vorübergehende mit den Worten an: Meine Herren! Geben Sie einem armen Unglücklichen nur so viel, daß er sich einen rechten Strick zum Hängen kaufen kann. Statt Geld reichte ihm einer der Herren aus seiner Tasche ein dickes Stück Kordel mit dem Beimerken, er solle sich nur an den nächsten Baum hängen. Schimpfend trollie sich der Schnapfer davon. Frankfurt. Sämmtliche hiesigen Wirthe, Besitzer von Fuß ⸗ Herbergen ꝛc. sind mit dem Signalement eines Italieners bekannt gemacht worden, welcher dringend ver⸗ dächtig ist, bei Darmstadt einen Doppelmord verübt zu haben. Limburg. Die Grundarbeiten der Bahn von Frank⸗ furt nach Limburg sollen in 4—6 Wochen vollendet sein. Einzelne Loose sind bis zum Schienenlegen gänzlich fertig⸗ gestellt. Die beiden Tunnel sind ausgewölbt und die Por⸗ tale bereits in Angriff genommen. Stalion- und Bahn⸗ hofbauten haben Sockelhöhe erreicht, der Oberbau derselben soll vorerst aus Holz aufgeführt werben. g Dortmund. Hier schoß ein Knabe mit einem so⸗ genannten Kirmes ⸗Pistölchen in ein 600 Liter fassendes Petroleumfaß, in welchem glücklicher Weise nur noch eine ganz geringe Quantität Oel enthalten war. Das Faß explodirte mit einem fürchterlichen Krach und ist es als ein großes Glück zu betrachten, daß der Junge noch mit heiler Haut davon kam. Wir überlassen es den Eltern, die betreffende Lehre daraus zu ziehen. Köln, 2. Nov. Nach langem Schweigen hat die Kaiser⸗Glocke beute Vormittag wieder einmal ihre eherne Stimme erschallen lassen. Dieses Mal galt es, den neuen Klöppel zu probiren. Der Klang entwickelte sich, wie Sachverständige behaupten, schöner und runder als früher, allein der Anschlag geschah nur auf einer Seite. Trier, 31. Oct. Wie Pfarrer Neureuter in Mar⸗ pingen, so ist nun auch, der„D. Reichs Zig.“ zusolge, der Pfarrer von Alsweiler verhaftet. Auch noch andere Geistliche sollen wegen der Marpinger Exeignisse arretirt werden. Am 28. October wurde die von Marpingen nach Tholey versetzte Lehrerin auf das Amts⸗Haus nach Tholey gebracht, um verhört zu werden. 5 s Berlin. Ralph Stott, der bekanntlich von Weißensee aus mit seiner Maschine in die höheren Regionen zu schweben versprochen hat, fängt jetzt an, die Erfüllung dieses Versprechens resp. den Versuch hierzu von so unan⸗ nehmbaren pekunjären Bedingungen abhängig zu machen, daß es uns scheint, als suche er nach Vorwänden, um den Termin, den er sich gestellt, weiter hinauszuschieben und dann spurlos zu verbuften, aber nicht durch die Luft, son⸗ dern wie andere gewöhnliche Sterbliche auf fester Erde. Es brüngt sich, nach Allem, was wir darüber hören, uns die Bermulhung auf, daß der„fliegende Engländer“ nur hier⸗ her gekommen sei, um einige leichtgläubige Kapitalisten hoch zu nehmen— wie der Berliner zu sagen pflegt— und daß er, bauer hier keine Gimpel gesunden, nunmehr mit dem gekränkten Stolz bes genialen Erfinders der undank— baren deutschen Reichshaupistabt den Rücken zu kehren wünscht, um sich ein anderes Feld für seine Speculation zu suchen. Neuenburg. Dieser Tage wurden die Bewohner von Neuschatel nicht wenig erschreckt, als sie vor dem Hafen ein Krokodil schwimmen sahen. Bei nähetem Nach⸗ sehen stellte es sich heraus, daß der unliebsame Seebewohner ein ausgestopftes, von seinem Eigenthümer schnöde ver⸗ stoßenes Thier war. Moskau, 2. Novbr.(Proceß Strousberg). Der Vertheidiger Strousberg's machte geltend, daß sein Client bei der Voruntersuchung in seiner Rechtfertigung beschränkt gewesen sei; er habe mit der Bank als solcher Geschäfte gemacht, Lanbau sei nicht die entscheidende Person gewesen. Der Vertheidiger des Buchhalters führte aus, daß dieser an der Fälschung kein Intetesse hatte. Plewako, der Vertheidiger Borissovskt's, Lenivoff's und Wischniakofs's, äußerte Letztere seien Sünder, nicht Verbrecher, nur dem himmlischen, nicht dem weltlichen Richter verantwortlich. — 3. Nov. Alle Vertheibiger der Aussichtsräthe griffen den Staals⸗Procurator heftig an, indem sie ibm Leiden⸗ schaftlichkeit, Voreingenommenheit, Mangel an Objectivität vorwarfen. Auch beschuldigten sie die Anklagekammer, sie hätle der Anklageschrift Folge gegeben, ohne deren Inhalt zu kennen. Landwirthschaftliches und Gewerbliches. Zur Beherzigung. Den hohen Werth einer guten Obstdaumpflege würdigend, haben viele Staaten die An- ordnung getroffen, daß die einzelnen Gemeinden Gelände zur Anlegung von sogenannten Gemeindebaumschulen zu stellen haben, die von den betreffenden Gemeindelehrern unterhalten und als Lehrmittel benutzt werden solleu. Auch wird fast in allen Seminarien für Lehrerbildung dem Unterrichte über Obstbaumzucht theils mehr, theils weniger Sorgfalt gewidmet. So lobenswerth auch diese Anordnungen genannt werden müssen, so bedauerlich ist es auf der anderen Seite, daß denselben fast allgemein in ungenügender Weise entsprochen wird. Hervorragende Fälle verdienen daher allgemein bekannt gegeben zu werden. Die Gemeinde Moßbach a. H. besaß von jeher an ihren südwestlichen Bergabhängen seyr ausgedehnte Oedungen, meistens aus losem Steingerölle bestehend und eine kurze Zeit des Jahres als Schweinetrift dienend. Dem der- maligen Lehrer Müller war es vorbehalten, in die un— wirihlichen Verbälmisse Ordnung zu bringen und für die Gemeinde eine Quelle wahrer Wohlhabenheit zu begründen. Er legte eine neue Baumschule an, die bald eine große Auswahl veredelter Kern- und Steinobstsorten in sich faßte und so die Möglichkeit bot, mit der Bepflanzung der Oedungen zu beginnen, ohne daß die Gemeinde Kosten gehabt hälte, denn wie die Veredlung der Stämmchen durch Lehrer Müller mit seinen Schülern stattgesunden hatte, so auch die Verpflanzung und zwar in sorgfältigster Weise. Die Oedungen wurden nach und nach alle beflanzt und es prangt da, wo früher das Auge des Wanderers sich unbefriedigt wegwandte, ein herrlicher Obstbaumwald, der schon einen durchschnittlichen Reinertrag von über 6000 Thlr. gewäyrt und nicht verfehlen wird, die kleine Gemeinde schon innerhalb weniger Jahre zur reichsten der Gegend zu machen. Erkennung gefärbter Rothweine nach Mellias. In ein gläsernes Proberohr von etwa 20 K. C. Inhalt gießt man 5 bis 6 K. C. des zu prüsenden Weines und setzt demselben/ dieses Volumens Aether zu. Nach einigen Minuten steigt der Aether an die Oberfläche des gefärbten oder nicht gefärbten Weines. Erscheint der Aether gelb gefärbt und nimmt er durch Zusatz von einigen Tropfen Ammoniak eine hochrothe Färbung an, so ist dem Weine Campecheholz zugesetzt. Färbt sich der Aether röthlich bis ins Violette und behält er selbst bei Zugabe von sehr viel Ammoniak die Färbung bei, so enthält der Wein Färbermoos. Verliert der roth⸗ gefärbte Aether, wenn er mit Ammonlak vermischt wird, seine rothe Farbe, ohne ins Violette überzugehen, so ist nur der natürliche Farbstoff des Weines, Oenolin, vor⸗ handen. Verliert der rothgefärbtle Aether mit Ammoniak seine rothe Farbe, ohne daß letzterer sich färbt, so ist dem Weine Fuchsin beigefügt. In dem Falle endlich, wo der Aether ungefärbt aufsteigt, nimmt man eine neue Probe des zu prüfenden Weines und gießt das zweifache seines Volumen Wassers und das ½ Volumen Ammoniak hinzu. Nimmt nun der Wein eine braunrothe Färbung an, so enthält er Cochenille, färbt ner sich dagegen grün, so kann man annehmen, daß keine der angeführten Substanzen darin enthalten ist. Zur Essiguntersuchung. Der im Handel vor⸗ kommende Essig ist zuweilen auch blei- und zinnhaltig. Professor Vogel empftehlt für die Prüfung des letzteren eine verdünnte Lösung von salpetersaurem Silber; selbst die geringsten Spuren von Zinn werden durch eine hell⸗ braune Färbung erkannt. Vergolden von Glas von Schwarzenbach. Von allen Beimengungen freies Golbdchlorid wird in kochen⸗ dem Wasser gelöst, die Lösung filterirt, das Filterat so weit verdünnt, daß 200 K. C. Flüssigkeit 1 Gran (0,0648 Gramm) metallisches Gold enthält und sodann mit Natronlauge alkalisch gemacht. Das Reduklionsmittel ist mit Grubengas gesättigter Weingeist, den man nach der Sättigung mit dem eigenen Volumen Wasser ver⸗ dünnt. Von dieser Flüssigkeit werden 25 K. C. der alkalischen Golbchloridlösung zugesetzt und diese Mischung wirb zwischen die(vorher wohl gereinigte) zu vergoldende Platte und eine unter diese in einer Entfernung von 3 Millim. gelegte Glasscheibe gegossen. Nach 2 bis 3 Stunden Ruhe ist die Vergoldung bewerkstelligt; man entfernt die Platte und wäscht sie. Handel und Verkehr. Gießen, 2. Nov. Auf unserem Markte am 31. Och, und 1. Noy, war trotz der vorgerückten Jahreszeit ein sehr lebhafter Verkehr. Aufgetrieben waren 881 Stück Rindvieh und 1615 Schweine. Ein merklicher Unterschied in ben Preisen gegenüber denjenigen auf vorigem Markte war nicht wahrnehmbar; gut genährtes Vieh aber war sehr begehrt und fand raschen Absatz. Nächster Markt den 14. und 15. d. M. Grünberg, 4. Nov. Die Pteise auf unserem heuligen Fruchtmarkte betragen: Waizen M 12.5, Korn M. 10.10, Gerste M. 8.85, Hafer M. 7.90, Erbsen M. 9.58, Samen M. 16.50, Kartoffeln M. 2.50. Die Preise verstehen sich sämmtilich pr. 50 Kilo= 100 Pfund. Frankfurt, 2. Nov, Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 41., Nr. 2 M. 37., Nr. 3 M. 33., Nr. 4 M. 29., Nr. 5 M. 23. Roggenmehl%(Berliner Marke) M. 26., do. II.(Berliner Marke) M. 21., Weizen eff. hies. M. 24.—., fremder je nach Qualität M. 19—22., Korn M. 18.— bis 19.25., Gerste M. 18—19., Hafer M. 17.50— 19. Kohlsamen M. 36., Erbsen M. 21—24., Wicken M. 19 bis 20., Linsen M. 21—30., Rüböl M. 78. Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfd. Zollgewicht 100 Kilo. Frankfurt, 4. Nov. Der heutige Heu⸗ und Stroh⸗ markt war gut befahren. Heu kostete per Centner je nach Qualität M. 5.—6.50., Stroh per Cen iner M. 5.— 5.60. Butter 1. Oual. im Großhandel das Pfund M. 1.10, 2. Qual. M. 1.—., im Kleinhandel 1. Qual,. M. 1.30 2. Qual. M. 1.10. Eier das Hundert M. 6.—. Kartoffeln per 200 Zoll⸗Pfund M. 5—6. Mainz, 4. Nov. Producten-Markt. Waizen per Nov. 21.10, per März 22.10. Korn per Nov. 16.15, per März 17.10. Hafer per Nov. 17.60, per März 17.85. Rüböl per Mai 37.70. Marburg, 4. Nov. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund M. 1.10— 1.30. Eier pr. Stück 7 bis 8 Pf. Käse pr. Stück 8—10 Pf. Hähnchen pr. Stück 40— 70 Pf. Hühner pr. Stück 70—90 Pf. Gänse pr. Stück M. 2.50 bis M. 4.50. Weiskraut pr. Kopf 5—6 Pf., das Hundert M. 5.—. Kartoffeln, 2 Liter, 15 Pf., 170 Pfund M. 3.80—4.20. Die Zwei- und Eindriltel-Thalerstücke werden vom 15. November 1876 bis 15. Februar 1877 bei der hiesigen Postkasse eingelöst und bören diese Münzsorien also mit dem 15. d. M. auf, gesetzliches Zahlungsmutel zu sein. Verloosung. Finnländische 10 Thlr.⸗Loose. Helsingfors, 1. Nov. Haupipreise: Serie 6906 Nr. 20 20,000 Thlr., S. 4811 Nr. 14 2000 Thlr., S. 1001 Nr. 13, S. 1455 Nr. 7, S. 1636 Nr. 13, S. 5730 Nr. 14, S. 6584 Nr. 5, S. 7517 Nr. 15, S. 9967 Nr. 13 à 400 Thlr. Geld Cours. Frankfurt am 4. November 1876. 20⸗Frankenstücke Mk. 16 24—28 Englische Sovereigns 3„ 20 33—38 Russische Imperiales 3„ 16 78— 78 Holländische fl. 10⸗Stücke„ 16 65 G. Dean 8 7 9 71—76 Ducaten al mare„ 9 65— 70 Dollars in Gold. 7 4 16-19 (Eingesandt.) Unter den körperlichen Gebrechen, die unter Umständen sehr gefährlich werden können und bei Groß und Klein sogar häufig vorkommen, stehen in vorderer Reihe die Unterleibsbrüche. Als ein vielfach mit außerordentlich günstigem Erfolg begleitetes, ganz und gar unschädliches Mittel dagegen wird die Bruchsalbe von Gottlieb Sturzenegger in Herisau, Kan⸗ tons Appenzell, Schweiz, bestens empfohlen. 3552 Briefkasten. J. Mr. in Framersheim. Gelegenheitsgedichte, Gratulationen u. s. w. können im redactionellen Theile keine Aufnahme finden, sondern immer nur im Inseraten⸗ theile gegen Zahlung der Annoncengebühren. Sie wollen uns also eventuell Auftrag ertheilen, das fragliche Gedicht im Inseratentheile gegen Bezahlung aufzunehmen. Auszug aus dem Civilstands⸗Register der Stadt Friedberg. Getraut: 3. Nov. Samuel Neuhof, Metzger von Friedberg und Clementine Kahn aus Flörsheim. Geboren: 29. Oet. Dem Schuhmacher Georg Kniß ein Sohn. 1. Nov. Dem Taglöhner Heinrich Karl Hermann eine Tochter. Gestorben: 2. Nov. Ein todtgeborenes Töchterchen des Schuh— machers Johannes Hemmer. 2. Nov. Paul Dienstbach, Tagloͤhner, 34 Jahre alt. 4. Nov. Henriette Bollonier, geb. Schmidt, Ehefrau des Christoph Martin Bollonier, 75 Jahre alt. Winterhandschuhe 3429 und Stauchen in schoͤner Auswahl billigst bei K. Friedrich. Soeben erschien in meinem Verlage: Nathschläge und Terte zu evangel. Leichenreden von J. G. Diegel, Dr. theol., Professor und Pfarrer zu Friedberg. Preis: Mark 2. Das Werk kann durch alle Buchhandlungen bezogen werden. Gegen vollständig frankirte Ein sendung des Betrages versende ich von hier aus direct ebenfalls franco. Friedberg. Carl Bindernagel. Unterleibs-Yiuchleidenden wird die Bruchsalbe von G. Sturzenegger in Herisau, Canton Appenzell, Schweiz, bestens empfohlen. ODieselbe enthält keinerlei schädliche Stoffe und heilt selbst ganz alte Brüche, sowie Muttervorfälle in den allermeisten Fällen vollständig. Zu beziehen in Töpfen zu Mark 5. nebst Gebrauchsanweisung und überraschenden Zeugnissen sowohl durch G. Sturzenegger selbst, als durch folgende Niederlage: Frank⸗ furt a. M., Lindt, Apotheker, Schnurgasse 58. Auch Fr. 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M. persön⸗ lich haftender Gesellschafter ist und Hermann Selig⸗ mann und Simon Seligmann, beide in Frank⸗ fut a. M., zu Procuristen bestellt worden sind. Vilbel am 2. November 1876. Großherzogliches Landgericht Vilbel. Jäger, Pückel, Landrichter. Landgerichts-Assessor. 5 2* Kapitalausleihung. Gegen Ende Januar 1877 liegen in der hiesigen katho⸗ lischen Kirchenkasse 450 Mark, die unter Umständen auch auf 1000, 1600 und 2000 Mark erhöht werden können, gegen hinreichend gerichtliche Sicherheit zum Ausleihen bereit und können deßfallsige Gesuche bei dem Kirchen— vorstande oder dem Unterzeichneten eingereicht werden. Vilbel am 4. November 1876. Der Rechner des katholischen Kirchenfonds zu Vilbel mit Kloppenheim. 3556 Nerger Güter⸗Versteigerung. 3562 Mittwoch den 8. November l. J., des Vormittags um 10 Uhr, werden wegen verschiedener Nachgebote die Güterstücke der Ambros Oberländer Erben noch⸗ mals in hiesigem Rathhaus versteigert und wird mit dem Zuschlag die Genehmigung ertheilt. Friedberg am 6. November 1876. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. e Zu haben bei Carl Binder⸗ Fnagel in Friedberg. Steinkohlen bester Onalität. Ia. mel. stückreiche Flammkohle per Ctr. à M. 1. Gesieb. Stückkohle per Ctr. A M. 1. 35 Nuß⸗ und Knabbelkohle per Ctr. à M. 1. 25 Gesieb. Schmiedekohle per Ctr. à M. 1. 5 Bei vorheriger Bestellung ab Bahnhof hier Ia. mel. stückreiche Flammkohle pr. Ctr. à M.— 95 offerirt Fried. Avenarius, 72 Bad⸗Nauheim, Fürstenstraße Nr. 327. Poliklinik für Hautkranke. 3555 Für unbemittelte Hautkranke bin ich täg⸗ lich(Sonntags ausgenommen) von 12½—1½ unenk⸗ geltlich zu sprechen: Friedberger Landstraße 57, 1 St.— Meine übrigen Sprechstunden wie bisher von 8—9 und 2—3, Jahnstraße 42. Frankfurt a. Main, November. 1876. (8143) Dr. Herxheimer. 8. 32 8 f Ss 55. 5 5 0 88 0 2 8 .— 85 2 28 28 82 88 3 8 Die soeben erschienene Nr. 6 enthält: Die Stufenjahre eines Glücklichen. Roman von Louise von Frangois.(Fortsetzung.)— Nach Westen. III.(Schluß.) Mit Originalzeichnung von B. Woltze: Im Zwischendeck des Auswandererschiffes.— Das Thermo⸗ meter am Krankenbett. Von Dr. Dyrenfurth.— Zur Erinnerung an Anastasius Grün. Mit Porträt.— Am Familientische: Die Sprengung der Hellgate-Felsen im New⸗Vorker Hafen.— Der Wusterhausen'sche Bär. Von Georg Hiltl. Mit Abbildung desselben. Zu Bestellungen empfiehlt sich Earl Bindernagel in Friedberg. 5 3 1 Universal Reinigungs-Salz. 1545 Von allen Aerzten als das einfachste und billigste Hausmittel empfohlen gegen Säurebildung, Aufstossen, Krampf, Verdauungsschwäche und andere Magenbeschwer- den in /, ½,, ½ Original- Packeten mit Gebrauchs- Anweisung 3 ½, ½ und ½ Mark zu haben bei J. A. Windeeker, Hoflieferant, in Friedberg. Ph. J. Weiss in Bad-Nauheim. Wollene und seidene Halstücher 127 in verschiedenen Größen, für Herren und Damen äußerst billig bei K. Friedrich neben der Post. Ein braver Junge 3432 kann in die Lehre treten bei Bad⸗ Nauheim. Spenglermeister H. Knieriem. Hiedberger Casino. 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