9 1: *. Oenter 1876 nebst Zamilit. dchen, dein bet ub i Men . Niten * Jicel a og, aun * zun wan — 8 Nu, e 3 M1 4 aug 2. usbunz — 5— 5 1 1 — rr d r —*— 1876. Donnerstag den 2. November. Oberhessis. Die Petitzeil wird mit 11 Pfennig berechnet. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Deutsches Reich. Darmstadt. Der Präsident des Oberappel- lations⸗ und Cassationsgerichts, Dr. Zentgraf, sowie der erste Direktor des Hofgerichts in Darm- fladt, Dr. Stüber, wurden zu lebenslänglichen Mitgliedern der ersten Kammer ernannt. Worms. Die hiesige Handlskammer sprach sich mit allen gegen eine Stimme für Regelung des Eisenbahn⸗Wesens durch Ankauf der dominiren⸗ den Linien durch das Reich aus. Berlin, 30. Oct. Der Reichstag ist vom Präsidenten des Reichskanzler-Amts, Hofmann, eröffnet worden und geben wir im Nachstehenden den Hauptinhalt der Rede: Geehrte Herren! Se. Maj. der Kaiser haben mich zu beauftragen geruht, Sie bei beginnender vierter und letzter Session der laufenden Legislalurperiode Namens der ver bündeten Regierungen zu begrüßen und zugleich das leb— hafte Bedauern Se. Majestät darüber auszudrücken, daß es Allet böchsidemselben nicht möglich gewesen ist, die an⸗ sänglich gehegte Absicht, den Reichstag persönlich zu eröffnen, in Ausführung zu bringen. Hauphächlich wird Ihre Thälgkeit durch die Berathung der Gesetz-Entwürse über die Getichts⸗Verfassung, das Verfahren in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten und in Strafsachen, sowie des Entwurfs einer Concurs-Ordnung in Ansprach genommen sein. In zahlreichen und zum Theil sehr wichtigen Punkten weichen die Anträge der von Ihnen eingesetzten Commission, ins— besondere zu dem Gerichts-Verfassungs-Gesetze und zu der Strasproceß⸗Ordnung, von den Beschlüssen der verbündeten Regierungen wesentlich ab. Wenn die verbündeten Re— gierungen gleichwohl an der Ueberzeugung festhalten, daß eine glückliche Lösung der großen Aufgabe, welche der be— ginnenden Session hinsichtlich der Justizgefetze gestellt ist, möglich sei, so geschieht es in dem Vertrauen, daß Sie, geehrteste Herren, bei Berathung jener Entwürfe das In— teresse einer sichern und unbehinderten, das allgemeine Wohl wirksam schützenden Ausübung der Rechtspflege im Auge behalten werden. Die in der vorigen Session be— schlossene Vorlegung des Etatejahres für den Reichs haus halt macht die Fesistellung eines vesonderen Etats für die Zeit vom 1. Januar bis 31. März 1877 nöthig. Dieser Elat, bei welchem der bes laufenden Jahres im Wesent⸗ lichen zum Anhalte gedient hat, wird Ihnen vorgelegt werden. Beklagenswerthe Unfälle, von welcher deutsche Schisfe in neuerer Zeit häufiger als soust betroffen worden sind, haben das Bedürfniß einer gesetzlichen Regelung des bei Untersuchung von See Unfällen zu beobachtenden Ver— fahrens wachgerufen. Ein hierauf bezüglicher Gesetzent— wurf wird Ihnen zugeben. Die auswärtigen Beziehungen Deulschlands entsprechen, ungeachtet der augenblicklichen Schwierigkeiten der Lage, dem friedfertigen Character der Politik Se. Maj. des Kaisers. Was die Zukunft auch bringen möge, Deutschland darf sicher sein, daß das Blut seiner Söhne nur zum Schutze seiner eigenen Ehre und seiner eigenen Interessen eingesetzt werden wird. Der Druck, welcher überall auf Handel und Verkehr lastet, ist Gegenstand der unaussetzten Aufmerksamkeit der verbündeten Regierungen. Eine unmittelbare und durchgreifende Ab⸗ hülfe liegt nicht in der Macht eines einzelnen Landes, wie lebhaft immer der gute Wille und die Bethäligung des— selben bei Denen sein mag, die an feiner Spitze stehen. Wohl aber wird es als die Aufgabe der deutschen Handels- poliuk zu betrachten sein, von der heimischen Industrie Benachtheiligungen abzuwenden, welche ihr durch die Zoll⸗ und Steuer⸗Einrichtungen anderer Staaten bereitet werden. Auf dieses Ziel wird die kaiserliche Regierung namentlich bei den bevorstehenden Unterhandlungen über die Erueuerung von Handels⸗ Verträgen hinzuwirken bemüht sein. Daß das Reich seiner verfassungswäßigen Aufgabe, daz Recht zu schützen und die Wohlsabrt des beutschen Volkes zu pflegen, sich immer mehr gewachsen zeige, daß es sich immer mehr als festes Bollwerk des Friedens nach außen und im Innern erweise, dazu werden, so Gott will, auch die Verhandlungen der bevorstehenden Session des Reichs- tags das ihrige beitragen. — 30. Oct. Reichstag. Präsident v. Forcken⸗ beck eröffnete die Sitzung um 2½ Uhr, beruft provisorische Schriftführer und theilt das Ergebniß der inzwischen stattgehabten neun Exsatz. Wahlen, sowie die eingegangenen Vorlagen mit. Der hierauf vorgenommene Namens Aufruf ergibt die Beschluß Unfähigkeit des Hauses, da nur 184 Depurtirte anwesend, aber 199 erforderlich sind. — 30. Oct. Der Kaiser leidet seit vorgestern an einer leichten Erkältung und konnte deßhalb den Reichstag nicht persönlich eröffnen. — Der„Brüsseler Nord“ schreibt, die Thron⸗ rede zur Eröffnung des deuschen Reichstags sei die feierliche Bestätigung des Drei-Kaiser-Bündnisses, welchem Europa den Frieden verdanke; die Be— strebungen, welche auf Auflösung dieses Bündnisses ausgingen, seien fruchtlos geblieben; die Vermittler— Rolle zwischen Oesterreich und Rußland, welcher sich der deutsche Kaiser auch ferner unterziehen wolle, sei ein Pfand für die Beilegung der Schwierigkeiten, welche etwa entstehen könnten. Frauenburg, 26. October. Nachdem der Bischof von Ermland die wegen Nichtbesetzung der Pfarrei Klaukendorf verhängten 500 M. nicht bezahlt hat, fand heute im bischöflichen Palast Execution statt. Es wurden ein Wagen, ein Schlitten, drei geschnitzte Lehnsessel, sechs Mahagoni— Rohrstühle, eine Tisch⸗ Decke, ein kleiner gestickter Teppich und zwei Bilder abgepfändet. Die Ver— steigerung der Sachen wird am 9. Nov, stattfinden. Karlsruhe, 30. Oct. Die General-Synode hat sich für die Ersetzung des bisherigen Pfründe Gesetzes durch das Besoldungs-System erklärt und beschlossen, für die nächste Session der Synode eine Vorlage über gemeinsame Verwaltung der Pfründen zu erbitten. Ausland. Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 30. Oct. Der Kaiser ist gestern hier eingetroffen.— Der „Presse“ zusolge ist Seitens der Obmänner der verfassungstreuen Clubs der Abgeordnete Herbst betraut worden, mit der Regierung eine Verein— barung dahin zu erzielen, daß letztere eine Erklärung betreffs des Schlußsatzes der Interpellations-Be— Herbst hat sich bereits dieser Mission entledigt, und ist nach der„Presse“ nicht daran zu zweifeln, daß Aufklärungen in entsprechender Form erfolgen. — 30. Oct. Im Abgeordnetenhause bean- tragte Herbst, die Debatte über die Antwort der Regierung auf die bekannte Interpellation über die brientalische Frage auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung zu setzen. Der Ministerpräsident Fürst Auersperg erklärt, die Regierung habe wahr— genommen, datz ihre auf die Interpellation über die Orient Frage abgegebene Erklärung, worin von kriegerischen Manifestationen unb Demonstra— tionen die Rede sei, in Abgeordnetenkreisen eine den Intentionen der Regierung fern liegende Deut— hung erfahren habe. Die Regierung habe durch die Beantwortung der Interpellation hinlänglich bekundet, welches Gewicht sie auf die Kundgebungen der Reichs vertretung lege, sie vermöge daher diese Deutung nur einem Mißverständnisse zuzuschreiben, halte es aber Angesichts der ernsten Lage für patriotische Pflicht, dieses Mißverständniß durch die Erklärung zu beseitigen, daß unter„Mani festationen“ und„Kundgebungen“ nicht jene der legalen Vertretungs Körper gemeint waren und nicht gemein sein konnten.— Diese Erklärung wurde mit Beifall aufgenommen. Schweiz. Schaffhausen. Das„Schafßfh. Tagblatt“ schreibt: Die katholische Genossenschaft von Schaffhausen hat mit großer Mehrheit die Bildung einer Gemeinde beschlossen. Eine Com- mission soll wegen Anschlusses an das National- bisthum berichten. Frankreich. Paris. Eine zwischen den Regierungen von Frankreich und Rumänien ver- einbarte Handels Convention, die dem Vernehmen nach jetzt in Paris von dem Herzog Decazes und dem rumänischen Kammer Präsidenten Rosetti ratisieirt werden soll, bestimmt, wie die„Tablettes d'un Spectateur“ melden, daß die beiderseitigen Handels Erzeugnisse, nur unter dem Vorbehalt gewisser außerordentlicher Vortheile, welche zwischen Rumänien und Oesterreich-Ungarn stipulirt worden sind, sich je in dem anderen Lande der Rechte der meistbegünstigten Nation erfreuen sollen. PVersailles, 30. Oct. Beide Kammern haben heute wieder ihre Sitzungen aufgenommen. Die Deputirtenkammer setzte die Discussion des Antrages Gatineau, betreffend die Einstellung der Verfolgung der mit dem Commune Aufstand zu⸗ sammenhängenden Verbrechen, auf Freitag an. Der Senat vertagte sich bis nächsten Montag. Türkei. Konstantinopel, 29. Octbr. Die„Ag. Havas“ meldet: Die Bolschafter Deutsch⸗ lands und Frankreichs haben Instructionen dahin empfangen, den sechs wöchentlichen Waffenstillstands⸗ Vorschlag zu unterstützen. Man hoffe, daß Ruß- land und die Türkei sich über die Formel des Waffenstillstandes verständigen werden. — 30. Oct. Die„Int. Tel. Ag.“ meldet aus Semlin: Die serbische Stellung bei Djunis ist gestern Nachmittag nach erbittertem Kampfe von den Türken genommen worden, wobei die Hälfte der russtschen Bataillone auf dem Platze blieb. Tschernajeff's Linien sind durchbrochen; er sucht jetzt Kruschewatz zu decken. — 31. Oct. General Ignatieff ist angewiesen worden, von der Pforte binnen 48 Stunden die Annahme eines sechswöchentlichen Waffen- Still⸗ standes mit Einstellung der Feindseligkeiten zu ver- antwortung in der orientalischen Frage abgebe. langen, andernfalls aber alle diplomatischen Be- ziehungen abzubrechen und Constantinopel mit dem gesammten Botschafts Personol zu verlassen. Gutem Vernehmen nach wird dieser Vorschlag auch Seitens des englischen und österreichischen Botschasters unterstützt. Ignatieff conferirte mit dem Großvezir; sodann hielten die Vertreter der sechs Großmächte Berathung; auch der Minister- rath trat zusammen. Die Pforte hat alsdann einen zweimonatlichen Waffen⸗Stillstand mit zwei Verlängerungs Fristen von je sechs Wochen, falls die Friedens⸗Unterhandlungen solche nothwendig machen, angenommen. Die Feindseligkeiten werden allerorts, in Serbien, Montenegro und Bosnien und der Herzegowina eingestellt. Die militärischen Attachés der fremden Mächte werden die Demar— cations-Linien seststellen. Serbien. Belgrad, 29. Oct. Ueber die serbische Stellung bei Alexinatz und Deligrad meldet ein Berichterstatter: Das serbische Centrum unter Despotovich hält die Höhen von Djunis besetzt, der rechte Flügel unter Horvatovich steht hinter Siljegovatz, der linke unter Popovich ist in Alexinatz: die ganze Armee ist in hohem Grade entmuthigt. Tschernajeff sorderte die Bewohner von Deligrad auf, die Stadt zu verlassen. In Betreff der Belagerung von Niksik geht das Ge- rücht, Mukhtar Pascha habe 8000 Mann mit dem Auftrage detachirt, Niksik zu entsetzin und zu verprovianliren. — 31. Oct. Von der vereinigten Timok⸗ und Morawa ⸗Armee wird unterm 29. d. gemeldet: Gestern unternahm der Feind auf die Höhen von Diunis und Siljegowatz einen Sturm, der in- dessen von der serbischen Artillerie zurückgeschlagen wurde. Heute warf sich der Feind mit ganzer Kraft auf Horvatowitsch, der sich dadurch gezwungen sah, die Vertheidigungs⸗ Linie aufzugeben. Der selbe bat bei Gaglowa(bei Kruschewatz) eine neue Stellung eingenommen. Der Fürst ist dar⸗ aufhin am 30. Oct. zur Armee abgereist und der russische General-Consul Kartzoff hat vergangene Nacht 1 Uhr eine Depesche nach Livadia abge- sendet, worin er im Namen des Fürsten Milan bittet, daß entweder Ignatieff sofort den sechs ⸗ wöchentlichen Waffen- Stillstand erwirke, oder russiche Intervention eintrete. Griechenland. Athen, 30. Oct. Der König von Griechenland ist auf der Nacht„Am- phitrite“ gestern früh 5 Uhr von Brindisi nach Korfu abgereist, während die Königin Olga gestern Abend von Kopenhagen aus die Rückreise nach Athen ange treten hat. Die Mitglieder der königlichen Familie gaben derselben bis Korsör das Geleite. Rußland. Livadia. Ueber die militärischen Vorkehrungen Rußlands in der Krim wird der „Pol. Corr.“ berichtet: Die Stille, welche seit dem Krim⸗Kriege auf der traurischen Halbinsel herrschte, hat einer lange nicht dagewesenen Regsamkeit Platz gemacht. Die militärischen Vorkehrungen, die am Schwarzen und Azow'schen Meere getroffen werden, bringen Leben in die Gegend, Arbeit für die Massen und Geld unter alle Schichten der Be; völkerung. Vor Allem ziehen die militärischen Vorgänge in Sebastopol und Kertsch Jenikale die Aufmerksamkeit auf sich. Auf eine Wiedererstehung des alten Sebastopol scheint es keineswegs abge— sehen zu sein. Dagegen handelt es sich allem Anscheine nach, aus dieser See-Festung bald einen Stützpunkt für eventuelle Operationen im Süden zu machen. General Totleben weilt seit einigen Tagen in dieser Stadt, um die Befestigungs⸗ Arbeiten persönlich zu leiten. Gegenwärtig sind 3000 Arbeiter beschäftigt, und neue Zuzüge aus Orel werden erwartet. Man glaubt, daß bis zum 1. Januar 1877 die Redouten, Forts und Batterien vollkommen fertig sein dürften. Die Armirung der bereits vollendeten Werke hat be. gonnen. Am 15. Oct. trafen über Simferopol nicht weniger als 80 Geschütze schwersten Kalibers in Sebastopol ein. Munition wird aus Nikolajeff dahin geführt. Gleichzeitig wird die Position Kertsch⸗Jenikale besestigt. Schon im Jahre 1860 hat das Kriegs-Ministerium die Festung in Kertsch zu erweitern und jene in der Schwesterstadt Jenikale umzubauen begonnen. Jetzt bilden diese zwei sich eng aneinander schließenden Städte am Azow'schen Meere eine Reihe von Fortificationen, die man gleich hinter jene von Kronstandt classificirt. Aus Stadt und Land. 2 Friedberg. Unsere Ackerbauschule soll in wenigen Tagen eröffnet werden und das Curatorium setzt seine ganze Energie ein, um möglichst rasch einen Ersatz für den verdienstvollen leider zu früh hingeschiedenen seitherigen Director Dr. Heuser zu finden. In landwirthschaftlichen Kreisen taucht die Ansicht auf, ob man nicht den Dirigenten der Ackerbauschule zu Alsfeld veranlassen könnte, mitsammt seinen Schülern, deren es in diesem Semester blos 7 sein sollen, hierher überzustedeln, um so zugleich eine Verschmelz ung der beiden Anstalten herbeizuführen. Gutem Ver⸗ nehmen nach soll es auch gelungen sein, Profsessor Thaer von Gießen für wöchentlich 2 Stunden zu gewinnen. Friedberg. Es gereicht uns zu besonderer Freude, mitiheilen zu können, daß außer den bereits genannten Hessischen Firmen auch die Firma Trapp& Münch dahier auf der Weltausstellung in Philadelphia prämiirt wurde. Darmstadt. Premier-Lieutenant Leidheker, welcher in diesem Sommer bei einem Officiers-Wettrennen den Arm brach, seit einigen Wochen aber wieder seinen Dienst versah, batte dieser Tage neuerdings das Unglück, bei einem Ritt in der Tanne zu stürzen. Das Pferd schleifte den Reiter noch eine Strecke und eilte dann in die Kaserne. Leidbeker wurde schwer verletzt in seine Wohnung verbracht. Darmstadt. Der Wiederaufbau des abgebrannten Darmstäbler Hoftheaters ist nunmehr so weit gediehen, daß noch vor Eintritt des Winters das Gebäude unter Dach kommen wird. Bekanntlich wird der Neubau unter Benützung des vom Brande verschont gebliebenen griechischen Portikus ausgeführt, so daß die äußeren Dimensionen im großen Ganzen dieselben bleiben. Nieder-Ramstadt, 30. Qet. In der verflossenen Woche hörte ein biesiger Wirth Morgens früh lauie Hülfe⸗ rufe. Als er nach der Ursache derselben forschte, bemerke er einen alten geisteskranken Mann, welcher auf ein Dach geklettert war und nun um Hülfe rief. Ehe dieselbe ihm gebracht werden konnte, stürzie er indessen herunter, wo⸗ durch er sich tödtliche Verletzungen zuzog. Mainz, 30. Oct. Als der Kölner Schnellzug gestern Nachmittag um 1 Uhr im hiesigen Bahnhof einlaufen wollte und derselbe bereits in die Nähe die„Stadt Cob⸗ lenz“ gekommen war, ertönte das Nolhsignal. Der Zug— führer gab sosort Contredampf und das Personal bremste, so daß der Zug schon am Uebergauge des Fischthores zum Steben gebracht werden konnte. Ein Rangirzug batte das Geleise, in welches der Schnellzug gelangen mußte, erst zur Hälfte passirt, und nur der Geistesgegenwart und dem enschlossenen Eingreifen des Personales des Schnell— zugs war es zu verdanken, daß einem namenlosen Unglück vorgebeugt wurde. Mainz. Ueber den gräßlichen Mord im„Stein“ berichtet das hiesige„Tagblat!“ noch Folgendes: Als man den Mörder(Schreiner Koche) nach dem Tode des Mäd— chens frug, was er beginnen wolle, erklärte er mil fester Stimme:„Sie ist todt, laßt mich nun auch sterben.“ Gestern Vormittag fand die Obduction der Leiche der so gräßlich Hingemordeten(Lisette Freisinger aus Rotiweil) statt. Die Aerzte constautren nicht weniger als 35 Stich⸗ und Schnitt⸗-Wunden an dem Körper des Mädchens; das Herz, der Herzbeutel und die Leber waren durchschnitten. Allerlei. Frankfurl. In der Nacht vom letzten Samstag auf Sonntag brachte ein Nachtwächter einen badischen Tuchscheerer wegen Straßen-Unsugs zur Wache, damit dessen Personalien fesigestellt würden. Als Schutzmann Weber sich eben mit Fesistellung der Identität beschäftigte, zog plötz ich der Bursche ein Messer und stieß es ihm mit solcher Gewalt in den Kopf, daß die Klinge avbrach und ein Theil derselben stecken blieb. Darauf griff er nach einem im Wachtzimmer hängenden Säbel, doch noch ehe er Gebrauch davon machen konnte, war er überwältigt. Schutzmann Weber befindet sich in ärztlicher Behandlung. Frankfurt. Die hohen Lebensmittel-Preise haben viele Familien bestimmt, ihr weibliches Dienstpersonal theils zu reduciren, theils gänzlich abzuschaffen, in Folge dessen das Angebot u die Nachfrage ziemlich übersteigt. Zu einer gestern ausgeschriebenen Stelle meldeten sich im Laufe des Vormittags 20 Mägde; die Löhne sind erheblich zurückgegangen. Die Dienst-Herrschaften sehen sich auch nicht mehr veranlaßt, den mittelalterlichen Mieth-Pfennig, den die dienstbaren Geister auf Anrathen der Verdinger auf 3 Mark hinaufgeschraubt, zu verabreichen, und man ist zum großen Theile da, wo man überhaupt diesen Pfennig reicht, zu einer Mark zurückgekehrt. Frankfurt. Der Franksurter„General-Anzeiger“ bringt folgenden Aufruf: Hausfrauen! Dem Markl-Wucher zu steuern, hilft weder raisoniren noch lamentiren, aber einträchtiges Handeln hilft, der Erfolg ist alsdann absolul! Nach billigem und rechtlichem Ermessen ist gegenwärtig der Butterpreis auf 1 Mark bis 1 Mark 20 Pf. sestzusetzen. Haltet fest daran, auf die Gefahr hin, einige Tage sich zu behelfen— es dauert keine acht Tage und der Wucher legt sich. Die Loosung rechtlicher Frauen sei:„Eine für Alle!“ Frankfurter Frauen. Paris. Unsere Polizei fahndet eifrig auf gefälschten Wein. Dreihunderlfünfzig Fässer solchen mit Fuchsin ge⸗ färbien Weines sind bereits bei ihrer Ankunst aus der Provinz mit Beschlag belegt worden, und an zweitausend andere, die in den nächsten Tagen eintreffen sollen, sind der Behörde als verdächtig signalisirt. Der Wein wird von einer Commission der Ministerial-Abiheilung für Kunst⸗ Gewerbe untersucht und, wenn er sich als gesundheitsschäd— lich herausstellt, obne Weiteres in die Seine gegossen. Moskau. Die luütherische St. Michaelskirche in Moskau hat am 22. d. M. ihr dreihundertjähriges Grün⸗ dungsfeft gefeiert. Von allen Enden Rußlands, wo nur evangelische Gemeinden bestehen, waren Abgeordnete ge— sandt worden, um an der Feier dieser ältesten aller luther⸗ ischen Kirchen in Rußland Theil zu nehmen. Moskau, 31. Oct.(Proceß Strousberg.) Der Procurator begann sein Plaidoyer zur Begründung der Anklage und suchte nachzuweisen, daß Strdusberg wohl gewußt habe, daß er sich die von der Bank erhaltenen Gelder unrechtmäßig beschaffte. Das Anwachsen Londons. Der Jahresbericht der Londoner Polizei sür das Jahr 1875 enthält interessante Angaben über das Anwachsen Londons. Die Riesenstadt dehnt und streckt sich nach allen Richtungen hin. 10,023 neue Häuser wurden im Laufe des Jahres ge— baut, 169 neue Straßen und 4 öffentliche Plätze angelegt und der Bau von 3775 Häusern ange⸗ fangen. Ueber die Thätigkeit der Polizei berichtet der Commandant: 10,609 Personen wurden als abgängig angezeigt; davon wurden 5225 Kinder und 688 Erwachsene von der Polizei aufgefunden und den Ihrigen zurückgegeben, der Rest kam größten⸗ theils selbst wieder nach Hause, doch sind außer 700 Selbstmördern immer noch 102 Erwachsene und 7 Kinder verschollen geblieben. 72,606 Ver⸗ haftungen wurden vorgenommen, von denen 49,712 zu Verurtheilungen vor den Polizeigerichten und 2343 zu gerichtlichen Untersuchungen führten. Eine große Rolle spielen dabei die Fälle von Trunkenheit, die in ihren verschiedenen Kategorien nahezu 31,000 ausmachen und eine bedeutende Zunahme zeigen. Nächst den Menschen wachen die Hunde der Polizei am meisten zu schaffen. 13,989 herrenlose Hunde wurden polizeilich auf gegriffen. Für 1736 stellten sich alsbald Herren ein, die übrigen 17,198 wurden in das große Londoner„Hunde-Heim“ verbracht in welchem herrenlosen Kötern, für die sich kein Käufer meldet, nach Ablauf einer gewissen Zeit ein trauriges Ende bevorsteht. Bier und Hopfen können nicht leicht getrennt von einander gedacht werden, obwohl diese Unzertrennlichkeit gerade von vielen Bierbrauern der Jetztzeit am wenigsten respectirt wird. Das Bier ist bekanntlich eine echt deutsche Erfindung. Die säuerliche Flüssigkeit, von welcher Tacitus erzählt, daß sie ein berauschen⸗ der Gerstentrank gewesen sei, ist wohl aus ge— gohrener Gerste erzeugt worden und läßt den Gedanken an unser Bier noch nicht aufkommen. Der⸗ artige Getränke scheinen erst zur Zeit der Völker ⸗ wanderderung aufgekommen zu sein. Der Gebrauch des Hopfens als vornehmlichster Würze des Bieres gehört jedenfalls einer noch späteren Zeit an. In Karls des Großen Kapitularien wird seiner noch mit keiner Silbe gedacht, obwohl Karl auf seinen Gütern überall Bier brauen ließ. Woher der Hopfen gekommen, ist nicht nachweisbar, eine Sage läßt ihn mit der Völkerwanderung in Europa auftreten. Die erste urkundliche Nachricht datirt vom Jahre 822, in welcher der Abt Adelard die Müller des Stiftes Corvey vom Hopfenbau befreit. Erst vom elften Jahrhundert ab scheint der Hopfen alle früheren Bierwürzen, wie Eichenrinde, Tamarisken, Kerzenbeeren u. dgl. allgemein verdrängt zu haben. Spät erst kam der Gebrauch des Hopfens nach England, das Ale war Jahrhunderte hindurch ungehopftes Bier. Noch im Jabre 1530 erließ König Heinrich der Achte ein strenges Verbot, Hopfen als Bierwürze zu benutzen, er nannte das eine Bierverfälschung und warf einen tiefen Groll auf die Niederländer, welche den Gebrauch einge⸗ führt hatten. Ueberhaupt soll dieser von den Nieperlanden ausgegangen sein, worauf auch die Sage vom Gambrinus hindeutet. Am längsten sträubten sich die Schweden gegen den Hopfenbau, selbst ein 1440 erlassenes Gebot, wonach jeder Landmann bei Strafe vierzig Stangen Hopfen ziehen sollte, fruchtete wenig; denn noch im Jahre 1525 bezahlten die Schweden den eingeführten Hopfen mit 1250 Schiffspfund Eisen, dem neunten Theile ihrer gesammten Ausfuhr. Aber Alles hat seine Zeit, sagt schon König Salomo. Auch der Hopfen hat seine Zeit, gehabt. Wo existiren heut noch Gesetze, welche den„Biersiedern“ vorschreiben, wie lange sie„das neu bier liegen lassen müßten, darmit den leuthen nit allerlei krankheiten zugezogen würden?“ Wenn heut zu Tage ein Chemiker zum Brauer käme, um ihm ein Geheimniß zu verkaufen, wie er Bier ohne Hopfen brauen könnte, so würde er wahrscheinlich ausgelacht werden, denn die Kunst versteht Mancher schon lange. Handel und Verkehr. Friedberg, 1. Nov. Waizen M. 24.25. Koen M. 19.—. Gerste M. 18.—. Hafer M. 15— 20. Kar⸗ toffeln M. 3.—. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo 200 Zollpfund. 5 Frankfurt, 30. Oct.(Viehmarkt.) Der beutige Markt war gut befahren. Angelrieben waren: 420 Ochsen, 305 Kübe und Rinder, 280 Kälber und 900 Hämmel. Die Preise stellten sich per Ceutner: Ochsen 1. Qual. M. 63—65., 2. Qual M. 58—60. Kühe und Ninder 1. Qual. M. 56—58., 2. Qual. M. 51—54. Kälber 1. Qual. M. 51—54., 2. Qual. M. 48—50. Hämmel 1. Qual. M. 54., 2. Qual. M. 51. Frankfurt, 30. Oct. Fruchibericht. Mehl Nr. 1 M. 41., Nr. 2 M. 37., Nr. 3 M. 33., Nr. 4 M. 29., Nr. 5 M. 23. Roggenmehl%(Berliner Marke) M. 26., do. II.(Berliner Marke) M. 21., Weizen eff. bies. M. 24/3. fremder je nach Qualität M. 19—22., Korn M. 17.75 bis 18.25., Gerste M. 17.50 19., Hafer M. 17.5019. Kohlsamen M. 36., Erbsen M. 21—24., Wicken M. 20 bis 21., Linsen M. 21—30., Rüböl M. 78. Die Preise versteben sich sämmilich per 200 Pfd. Zollgewicht 100 Kilo. 14 Zu soll bis ter pepsen al! , Tamerielen, uu haben. de Heysen nach dert hindurch * 1 l . un tim lies Groll * 1530 erließ et Dudol, Diktauch inge diser ven del N des tustel nen Alg hal Auch del 1 bitten bell „ bulige 1 Ae, 1 immt!. . Duo. 0 undet f N D. Frankfurt a. M., 31. Oct. 1876. türkischen Waffenerfolge scheinen die Katastrophe in der orientalischen Angelegenheit beschleunigen zu sollen. Fürst Milan hat sich an Rußland um soforlige Erwirkung eines sechs⸗ wöchentlichen Waffenstillstands gewandt und andernfalls um russische Intervention gebeten. Nach dem„Russ. Reichs⸗ anzeiger“ hat General Ignatieff auch bereits den Auftrag erhalten, von der Pforte bedingungslos einen Waffenstill⸗ stand von erwähnter Dauer zu fordern oder im Weiger⸗ ungsfalle mit dem gesammten Botlschaftspersonal Con⸗ stantinopel zu verlassen. Diese Meldungen waren, in Ber— bindung mit auswärtigen flauen Coursen, geeignet, der pessimistischen Auffassung der politischen Situation wieder Tbür und Thor zu öffnen. Die Spoculalionspapiere eröffneten daher erheblich unter ihrem gestrigen Mittags— niveau und erfuhren im Laufe des wenig belebten Verkehrs eine weitere Exmattung. Credilactien bewegten sich zwischen 117½— 116 ¼— 116 und 116, Staalsbahngetien zwischen 212½— 211¼ und 210½½. Lombarden nahe 58¾1. Oesterr. Bahnen waren meist nachgebend, Galizier büßten 2½ fl. ein. Banken sind wenig verändert, Oesterr. Nationalbank verloren 12 fl. Deutsche Fonds sest. Von ausländischen Fonds österr. Renten je 1¼%,, ungar. Schatzbons je 1, Russen verschiedener Emissionen je circa 4% matter. Loose schwächer. Oesterr. Prioritäten still. Von Pfandbriefen russische Bodencredit eher etwas besser. Von Wechseln Amsterdam theurer, Wien 80 Pf., London 40 Pf. billiger. 4 Landwirthschaftliches und Gewerbliches. Berfälschung des Leinzis mit Leberthran. Nach einer Mittheilung der Pharmaceutischen Zeitung soll diese Verfässchung in neuerer Zeit häufig dorkommen. Zur Erkennung derselben werden 10 G. Th. des Ocles mit 3 G. Th. käuflicher Salpetersäure in einem Glas⸗ cylinder durch Umrühren mit einem Glasstäbchen gemischt und hingestellt, bis die Oel⸗ und Säureschicht sich von einander getrennt haben. Enthielt das Leinöl Leberthran, so nimmt die Oelschicht eine dunkelbraune bis schwärzliche Far be an und die Säure wird orangegelb bis gelbbraun, während. reines Oel durch diese Behandlung anfangs wassergrün, späler schutzig gelbgrün wird und die Säure eine mehr hellgelbe Farbe annimmt. Rieinus Preßkuchen. In der letzten Sitzung der landwirihschaftlichen Academie zu Turin wurde(nach der Pharmaceutischen Zeitung) vom Apotheker Mossa eine Abhandlung vorgelesen über die befruchtenden und zugleich toxischen Eigenschaflen des Preßrückstandes des Ricinus⸗ samen und er empfiehlt ihn deßhalb zur Zerstörung der Phyloxera vastatrix. Er erinnert daran, daß man ihn in Italien auf das Feld vertheilt, um die Feldmäuse zu lödten und daß man ihn in Mittel-It lien schon seit langen Zeiten als Dünger verwendet um gewisse Insecten zu zerstören, welche dem Hause schädlich sind. Er empfiehlt deshalb einen ausgedehnteren Anbau der Ricinucspflanze, um unter der Gewinnung des Oels den Preßrückstand erstens als Dünger zu verwerthen, zweilens die Insecten zu tödten, besonders auch die Doriphora decemlineata bet Kartoffeln.— Ueberziehen der Messing⸗ und Bronce⸗ arbeiten mit Goldfirniß. Einen Golbfirniß zum Ueberziehen von Messing⸗ und Broncewaaren, um diesem das Ansehen einer schönen Vergoldung zu geben, erhält man aus 16 Gramm Gummilack, 4 Gramm Drachen⸗ blut, 1 Gramm Curcuma-Wurzeln und 332 Gramm reklificirtem Weingeist. Dünn und nach allen Richtungen hin ftreicht man den Firniß mit einem Schwamm auf das Metall, welches man gleich darauf über einem schwachen Kohlenfeuer erwärmt. Anfangs zeigt sich der Ueberzug mast und blind, aber bald nachher gleicht er der schönsten Vergoldung. Die fertig zubereiteten spiritussen Firnisse müssen in gut verschlossenen Gefäßen aufbewahrt werden. Geld ⸗Cours. Frankfurt am 31. October 1876. 20⸗Frankenstücke Mk. 16 26—28 Englische Sovereign„ 20 33-38 Russische Imperiales i Holländische fl. 10-Stücke„ 16 65 G. Zr 9 71-76 Ducaten al mare 7 49 6570 Dollars in Gold 7 4 16-19 Immobiliar-Versteigerung. 3509 Freitag den 3. November d. J., Vormittags 11 Uhr, sollen in hiesigem Rathhause die Grundstücke der Ambros Oberländers Erben einer nochmaligen aber letzten Versteigerung ausgesetzt werden. Hierbei wird noch ein weiteres, in der Burggemarkung gelegenes Grundstück, 18 Klafter haltend, mitversteigert. Bei entsprechenden Geboten soll die Genehmig— ung alsbald ertheilt werden. Friedberg den 28. Oetober 1876. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. n 3493 Wegen Veränderung in der Brennerei ist zu ver kaufen: 3 Maischbütten, Inhalt 500 Liter, 3 Hefengefäße, 7 43 1 Kühlschiff,„ 1 Branntweinstütze,„ 1 1 Vormaischbütte,„ 995„ 1 bölzerne Suͤßmaischpumpe, 1 Wasserpumpe, 1 Malzquetschmühle. Sämmtliche Gegenstände Zustande. Staden den 28. October 1876. Freiherrlich v. Stein'sche Gutsverwaltung. Hahn. Vergebung von Bauarbeiten. 3517 Die zur Herstellung des ehemaligen Militär⸗ Lazareths zu Friedberg, zu Schulzwecken für das Schul⸗ lehrer⸗Seminar daselbst, erforderlichen Bauarbeiten und Materialien Lieferungen, veranschlagt: M 1540 5(von Bohlen mit Zink beschlagen), sind noch in sehr gutem Maurerarbeit zu 2451 18 Steinhauerarbeit 568 73 Zimmerarbeit 3486 90 Dachdeckerarbeit 3484 80 Schlosserarbeit 2578 40 Glaserarbeit 1000— Weißbinderarbeit 3629 80 Spenglerarbeit 8 g 489— Lieferung von 30 Kubikm. Bruchsteinen 180— Desgl. von 60,000 Stück Russensteinen 1440— Desgl. von 20 Kubikm. Kalk 260— Desgl. von 8 Tonnen Portland Cement 132— sollen im Submissionswege an die Wenigstfordernden bis Mittwoch den 8. November l. J vergeben werden. Die Abgebote haben in Prozenten zu geschehen und sind versiegelt mit der Aufschrift versehen:„Submisston für die.... Arbeit bei der Herstellung des Militär⸗ lazareths zu Schulzwecken des Schullehrer⸗Seminars zu Friedberg“ längstens bis zum 8. November l. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, auf unterzeichnetem Büreau einzureichen, woselbst Pläne, Voranschlag und Bedingungen zur Ein⸗ sicht der Uebernahmslustigen offen liegen. Friedberg den 30, Oetober 1876. f Großherzogliches e Friedberg. Schnitzel, Bau- Aceessist. 3366 Einem hiesigen und auswärtigen Publikum die ergebenste Anzeige, daß ich am Heutigen in meinem elter⸗ lichen Hause ein Colonial-⸗ und Materialwaaren⸗ Geschäft eröffnet habe. Es wird stets mein eifrigstes Bestreben sein, das Publikum mit guter und billiger Waare zu bedienen. Melbach den 16. Oktober 1876. Philipp Billards, 3368 überspielte, billlg zu verkaufen. Reflektanten wollen sich schriftlich unter Chiffre A. Nr. 420 an die Exped. des Anzeigers wenden.(6283.) Ifland. ein. Nachdem meine jetzt aus 6000 Bänden bestehende Leihbibliothen sich nunmehr wieder hier in Friedberg befindet, lade ich zum Abongement für das Wintersemester 4 Die Bibliothek ist bis auf die neuesten Werke in deutscher, französischer und englischer Sprache ergänzt und werde ich bei weiteren Anschaffungen den Wünschen der geehrten Leser gerne Rechnung tragen. Carl Bindernagel. 3514 Forderungen und Ansprüche sonstiger Art an den Nachlaß des Peter Roth 1. in Kaichen sind binnen 14 Tagen, vom 1. November d. J. an gerechnet, bei dem Vormund Jacob Roth in Kaichen anzumelden, widrigenfalls solche bei demnächstiger Auseinandersetzung des Nachlasses unberücksichtigt bleiben. Auch haben alle Schuldner des Peter Roth I. binnen gleicher Frist ihre Schuldbeträge an genannten Vormund abzuführen, widrigenfalls der Klagweg gegen sie be— schritten wird. Vilbel am 28. October 1876. Großherzogliches Landgericht Vilbel. J Holzversteigerung in der Fürstlichen Oberfösterei Lich. 3515 Im Distrikt Höhler soll nachverzeichnetes Holz versteigert werden: Montag den 6. November. Scheith. Prügel. Stockh. Raum meter. Reish. Buchen 29 53 10⁴ 191 Eichen— 25— 5 Nadelholz 2 76 295 994 Dienstag den 7. November. 332 Kiefern⸗ und Fichtenstämme von 15— 43 Centi⸗ meter Durchmesser und 3— 20 Meter Länge mit 204 Kubikmeter Inhalt und 5 desgl. Stangen mit ½ Kubikmeter Inhalt. Die Zusammenkunft jedesmal Morgens 9 Uhr auf dem Garbenteicher Vieinalweg, eirea/ Stunden von hiesiger Eisenbahnstation. Lich den 28. October 1876. Wimmenauer, Forstrath. Bei Carl Bindernagel in Friedberg ist vorräthig: Neuster Coschen-Sahrplan Winter- 1 1 1 8 05 Mittel⸗Rheingegend, Hessen, Nassau, Frankfurt, Rhein-Preußen. Preis 20 Pf. Winterhandschuhe 3429 und Stauchen in schöner Auswahl billigst bei K. Friedrich. Oeffentliche Aufforderung. Vorschuß-& Credit-Verein zu Friedberg. (Eingetragene Genossenschaft.) Ausweis pr. October 1876. 3520 Einnahme. Kasse⸗Bestand pr. 1. October 1876 M. 31721. 43 Wechsel„ 38385. 60 Depositen„ 5706.— Inkasso⸗Wechsel„ 4860. 91 Conto Corrente A.„ 62027. Conto⸗Corrente B.„ 32361. 49 Giro 5 916. 33 Auswärtige Correspondenten 1 5. 20 Spar⸗Einlagen„ 59486. 33 Stamm ⸗Antheile, Monatsbeiträge„ 286. 20 Reservefond, Beitritte 1 Haus⸗Reparaturen 5 15. 74 Effeeten„ 28856. 90 Effecten⸗Zinsen 8 29035 Wechsel-Zinsen 15 588. 95 Depositen⸗Zinsen 5 297. 2 Utensilien, verkaufte Spareinlagebücher„ 6. 40 Wechsel-⸗Spesen 9 54. 31 Agio, Gewinn auf Sorten 2 16. 48 f M. 265199. 92 Ausgabe. Wechsel M. 16107. 2 Depositen„ 9219. Conto⸗Corrente A. 5 103557 22 Conto⸗Corrente B. 9 29447. 24 Auswärtige Correspondenten„ 4446. 63 Giro„ 5000.— Spar⸗Einlagen e Stamm ⸗Antheil 5 103. 85 Effeeten„ 25463. 20 Effecten⸗Zinsen 1 8. 5 Haus⸗Reparaturen 87. 12 Mobilien und Utensilien 1 24. 50 Wechsel⸗Spesen 5 20. 65 Unkosten„ i Kasse⸗Bestand pr. 1. November 1876„ 19805. 92 M. 265199. 92 Eingang. Ausgang. M. 56702. 29 Wechsel⸗Conto⸗Corrent A. M. 69048. 97 „ 12662. 91 Wechsel⸗Conto⸗Corrent B.„ 756. 95 „ 11005. 45 Wechsel⸗Giro„ 60 „ 48620. 94 Wechsel-Inkasso N 400.— M. 81991. 29 M. 76827. 44 Ein Mädchen, 3473 das gute Zeugnisse aufzuweisen hat und im Kochen erfahren ist, wird auf Petritag in Dienst gesucht. Naͤheres zu erfragen bei Frau Hofgerichtsadvokat Jockel in Friedberg. Einen Garten am Schützenrain 3519 hat zu verpachten Adam Hoffmanns Wittwe. 2700 Zur bevorstehenden Saison empfeble ich mein, Manufacturwaaren⸗Lager und Ausstattung in der Lage, so außerordentlich billig zu verkaufen, daß i Altiderstoffe. Tausende von Stücken aller Art und Farben, nur ganz neue Sachen, den Meter von 24 kr. an. Schwarzen Orleans, Alpaccas und Cachemires. Das Beste was deutsche, englische und el sässer Fabriken bieten, zu außerordent⸗ lich billigen Preisen. 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Abbe. 3511 Ich nehme hiermit die gegen Martin Gröninger ausgesagte Beleidigung zurück Georg Platz. Ockstadt. 3 0 1017 Buchhandlungs⸗Reisende für ein soeben erschienenes Werk mit groß⸗ artiger, noch nie dagewesener Prämie werden sofort gesucht. 3512 August Seherl in Köln. Ein Dienstmädchen, das willig und freundlich ist, auch der Hausfrau Etwas in der Küche zur Hand gehen kann, wird auf Petritag nächsten Jahres gesucht. Näheres bei der Expedition des Anzeigers. 3516 Mollene und seidene Halstücher 127 in verschiedenen Größen, für Herren und Damen äußerst billig bei K. Friedrich neben der Post. A echt Chinesische Thee's eines Theehauses in London⸗Honkong in unverfälschter Waare, mit Schutzmarke C. M. L. versehen, zu festgesetzten Preisen in J und ½j0 Pfund⸗ 3443 Originalpaketen bei Dr. Uloth, Hof⸗Apotheke, hier. „ Apotheker Kranz in VBad-Nauheim. Dr. O. Vogt in Butzbach. * 1 3472 werden gekauft von ffeln A. Stahl Wittwe, Friedberg. 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