flillen. . 18 kr. itte 20 kr, 1874. SBamstag den 19. September. —— ˙m ˙ e 7—. 7 1* M 111. berhessischer Anzeiger. Die Petitzeile wird mit 4 Kreuzern berechnet. Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Betreffend: Die Obsterndte im Jahre 1874. Betreffend: Die Einführung der Reichsmarktechnung. pg 4 Schachart. 3— cen . Hürtler 11 gerung. onder 8 601 2. zädchen 27 —— 80 N Rädchen 1 6— + f e. e übergehen, auch in Markwährung festzustellen. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an Sie wollen jetzt schon sorgfältig ermitteln, In Folge Entschließung Großherzoglichen schon nach der Markrechnung aufzustellen und die R Die Rechnungen von 1874 sind noch in Amtlicher Theil. Ter g f p. 0 — Friedberg am 17. September 1874. die Großherzolichen Bürger meistereien. 8 8 N wie viel Obst in Ihren Gemarkungen im Jahre 1874 von der Gemeinde, den Privaten geerndtet und welche Erlöse dafür erzielt worden siud, damit Sie demnächst die Erndteübersicht in dieser Beziebung vollständig aufzustellen im Stande sind. Friedberg am 16. September 1874 Das Grobherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien, die Kirchen- Stiftungs- und isr. Vorstände des Kreises. Ministeriums des Innern vom 11. dieses Monats weisen wir Sie an, die Voranschläge für 1875 echner zu bedeuten, ibre Rechnungs- und Cassabücher nach der Markrechnung einzurichten und zu führen. der seitherigen Währung aufzustellen, die Abschlüsse jedoch, da dieselben in spätere Rechnungen r Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. Johann Heinrich Berner von Johs. Schneider III. den Feldschutz verpflichtet worden. Butzbach wurde zum Feldschützen für die Gemarkung Butzbach ernannt und verpflichtet. und Michael Stork zu Klein-Karben sind als Ehrenschützen für die Gemarkung Groß- und Klein-Karben auf D. e 5 Die Forst⸗ und Feldstrafen von der IV. Periode 1874 versteigerungskosten und Beiträge zu den Forstdienerbesoldungen pro 1874 können v nt m tags Morgens von 8—12 und Mittags von 2—5 Ubr ohne Mahnung bezahlt werden. Als besonderen Echebungstag jedoch nur für Forst⸗ und Feldstrafen bestimmen wir don 9—11 Uhr bei Herrn Gastwirth Fink in Vilbel— und für den Landgerichtsbezirk Butzvach Sasthaus zum Stern zu Butzbach. a ch ung. „sowie Heugras und Holz Ende September sällig, Formularpapier, Holzsamen, Beiträge zu den 1874er Lehrinden⸗ om 1. bis 15. Oetober dieses Jahres an den bestimmten Zahltagen Dienstags und Donners⸗ für den Landgerichtsbezirk Vilbel Montag den 28. September 1874 Morgens Mittwoch den 30. September 1874, Morgens von ½9 bis ½11 Uhr im Wir ersuchen die Großherzoglichen Bürgermeistereien, dieses im Interesse ihrer Ortsangehörigen bekannt machen zu lassen. Friedberg den 16. September 1874. Großherzogliches Rentamt Friedberg. Lin deck. — Feine A. K. Hoheit der Kronprinz des deutschen Reichs und von Preußen Haben den Unterzeichneten wiederholt beauftragt, den hiesigen Einwohnern und sämmtlichen Vereinen ꝛc. für den ihm bereiteten, so zlänzenden Empfang wärmsten Dank auszusprechen. Es gereicht dem Unterzeichneten zur besonderen Freude, dies der hiesigen Einwohnerschaft bekannt geben zu dürfen. Bad⸗Nauheim am 11. September 1874. Der Bürgermeister 2782 Such unt t. Deutsches Reich. Offenbach, 16. Sept. Herr Oberschul- unter Beugung alles Widerstandes zur Reife ge · Friedberg, 17. Sepl. Heute Morgen rath Greim mußte bekanntlich in Folge seiner langen zu lassen. Seitens der Landstände angenommen wurde. zeiste Se. K. Hoheit der Großherzog wieder ab, im seinen Aufenthalt in Mainz und dann in Darmstadt zu nehmen. Darmstadt. Hauptmann Brentano von der bbemal. Pionier-Compagnie ist zum Major ernannt und dem Großherzogl. Hess. Inf.⸗Regt. Nr. 117 aggregirt worden. ö 12 Im Laufe des vorigen Jahres wurde die rage der Erhöhung der Hunde⸗Steuer im steuer- üben und polizeilichen Interesse Seitens des Aus⸗ gusses der zweiten Kammer angeregt und im Pai d. J. ersolgte ein Gesetz-Entwurf, 5 as zuesle Regierungsblatt publicirt das neue, mit m 1. Januar 1875 in Kraft tretende Gesetz ler die Hunde ⸗Steuer, welche von zwei Gulden uf 5 Mark erhöht wird. Den Gemeinden ist kenfalls die Erhebung einer Abgabe für das balten von Hunden im gleichen Betrage gestattet, n müssen auch Schafhirten, welche früher eine i dere Steuer entrichteten, den gleichen Betrag n ahlen.. Mainz. Wie wir heute aus glaubwürdiger Quelle vernehmen, ist nun definitiv die Umführung der i wigsbahn um die Stadt seitens des preußischen Fniegsministetiums genehmigt und steht der Aus- fung des Profectes kein Hinderniß mehr entgegen. Berufung ins Ministerium sein Mandat als Ab- geordneter niederlegen, da nach dem Gesetze Mit- glieder des Ministerums nicht auch zugleich Mit— glieder der zweiten Ständekammer sein dürfen. — Der Reichskanzler hat dem Bundesrath den Entwurf eines mit der Griechischen Regierung zum Zwecke gemeinschastlicher Ausführungen archäo⸗ logischer Ausgrabungen auf dem Boden des alten An dessen Stelle wurde nun heute Vormittag Olympia abzuschließenden Vertrages überreicht und Herr Hofgerichts-Advoeat Dr. Weber mit 36 gegen 4 Stimmen, welche Herrn Bankdirector August Kugler zufielen, zum Abgeordneten gewählt. Berlin. Die„Provinzial Correspondenz“ sagt mit Bezugnahme auf einen Artikel der„Ger— mania“, welcher von einer Ermattung der Regier⸗ ung im Kampfe gegen den Ultramontanismus gesprochen hatte: daß die Regierung, wo immer es mit Pflicht und Verantwortlichkeit vereinbar sei, auf die katholischen Gemeinden gern eine schonende Rücksicht nehme und inmitten des Kampfes thatsächlich mehr gewissenhafte Sorge für die katholischen Unterthanen gewähre, als die Bischbfe und Geistlichen, deren herausforderndes Verhalten geradezu auf die Zerrüttung der kirchlichen Ein- richtungen hinwirken müsse. Die Regierung habe niemals eine rasche, durchgreifende, sondern stets eine langsame, allmälige Wirkung von den Mai— gesetzen erwartet und werde serner von Schritt zu Schritt, von Entscheidung zu Entscheidung Festigkeit, Ruhe und ausdauernde Zuversicht be— kunden, um die Wirkung der neuen Gesetzgebung diesem Entwurfe eine Denkschrift beigefügt, welche das bei den Ausgrabungen einzuschlagende Ver— fahren vorzeichnet, auch einen Situationsplan nebst Erläuterungsbericht enthält. Die Kosten für die Ausgrabungen auf dem Gebiete der Altis von Olympia sind während der zweijährigen Arbeits- zeit auf 50,000 Thlr., diejenigen der Vorbereit⸗ ungsarbeiten auf 7000 Thlr. veranschlagt und beantragt der Reichskanzler die Genehmigung zum Abschluß des elf Artikel umfassenden am 13/25 April d. J. in Athen unterzeichneten Vertrages, sowie der Summe von 56,000 Thlr., welche in dem Etat pro 1875 eingestellt werden sollen. — Bestem Vernehmen zufolge liegt es in der Absicht der deutschen Kriegs- Verwaltung, die Artillerie mit einer neuen Art von Geschossen zu versehen, deren Wirkung nach den bisber ange- stellten Proben eine furchtbare sein soll. Es han⸗ delt sich namlich um sogen. Doppelrand- Granaten, deren Lieferung in der nächsten Zeit verschiedenen Eisenwerken übertragen wird. Außerdem läßt Krupp in Essen im Auftrage des preußischen * 1 a 4..* 2* rec. r—— 2— 7 a — m 77 ˙ * Kriegsministeriums jetzt sog. Ballon Granaten von 4 Cm. Durchmesser anfertigen, für die er eigene Kanonen construirt hat und durch welche es möglich werden soll, die im Kriege zur Ver⸗ wendung kommenden Luftballone auf große Ent⸗ fernung in Stücke zu reißen. — Der„Post“ zufolge erließ der Oberkirchen⸗ rath zur Erleichterung der Schwierigkeiten bei dem Uebergang von dem seitherigen kirchlichen Aufgebot zu dem Aufgebots⸗Verfahren bei der bürgerlichen Eheschließung eine Verfügung, wonach die Befug- niß des Oberkirchenraths zur Dispensirung von zwei Aufgeboten bis zum Inkrafttreten des Civilehe gesetzes durch die Superintendenten delegationsweise ausgeübt werden soll.“— Die Meldung auswär⸗ tiger Blätter von angeblich diplomatischen Schritten der dänischen Regierung in Berlin wegen Aus- weisung dänischer Unterthanen aus Schleswig sind nach zuverlässiger Mittheilung durchaus unbegründet. Bonn. Aus den bisherigen Verhandlungen der Unions ⸗Conferenz ist wenig Bemerkenswerthes zu erwähnen. Abgesehen von der Erörterung einiger rein technischen Fragen, wie die Zulässig- keit des Wortes„Filioque“ in das abendländische Glaubens⸗Bekenntniß, und einem Vortrage v. Döl⸗ linger's über das Verhältniß der abendländischen und morgenländischen Kirche ist als bisheriges thatsächliches Resultat der Debatten nur zu ver— zeichnen, daß Döllinger und Bischof Reinkens sich für die Gültigkeit der Bischofs⸗ und Priester- Weihen der anglekanischen Kirche aussprechen. — 16. Sept. Die Unjons⸗Conferenzen wurden unter eifrigen Debatten fortgesetzt und erzielten, wie die„Bonner Ztg.“ meldet, eine Verständigung in wichtigen dogmatischen Punkten. Allgemeine Bewunderung erregte die lebhafte und rüstige Leitung des hochbetagten Döllinger in beiden Sprachen. Der Bischof von Pittsburg dankte und überreichte eine schriftliche Erklärung, welche der Freude über die in den wichtigen Punkten erreichte Einigung Ausdruck verleiht. Der Bischof fügt hinzu:„An der Conferenz Theil genommen zu haben, werde zu seinen schönsten Lebenserinner⸗ ungen gehören.“ Aehnliches äußerten der Ober— Priester Janyschef aus Petersburg und Dechant Howson aus Chester. Kassel. Der älteste Sohn des deutschen Kronprinzen, Prinz Friedrich Wilhelm, wird das Gymnasium zu Kassel für einige Jahre besuchen. Der junge Prinz ist bereits am Freitag Abend in der vormaligen hessischen Residenz angekommen und hat im sogenannten Fürstenhause, in unmittel- barer Nähe des Lyceums, dem er als Schüler angehören wird, Wohnung genommen. Er ist für die obere Secunda des Gymnasiums ange— meldet worden. Der Berliner Correspondent der „Times“ hat die Nachricht, daß der zukünftige Herrscher Preußens und des deutschen Reiches den ferneren Unterricht auf einer öffentlichen Lehr⸗ Anstalt genießen werde, für wichtig genug gehalten, um sie telegraphisch nach London zu melden. Dresden. Graf Herbert Bismarck hat seit einigen Tagen seine Stellung bei der hiesigen k. preußischen Gesandtschaft als Attaché wieder ein⸗ genommen. München. Die Untersuchung gegen den Attentäter Kullmann wurde, wie man hört, ge— schlossen und die Sache an das Apellgericht Bam⸗ berg verwiesen, welches die Verweisung vor das Schwurgericht von Unterfranken zu erkennen hat. Die Untersuchungs⸗Akten sollen zwar sehr umfang- reich geworden sein, allein andere, als die bereits im Wesentlichen bekannten Thatsachen wird die öffent⸗ liche Verhandlung kaum zu Tage bringen. Nürnberg. Wie der„N. K.“ vernimmt, wird in hiesiger Stadt in den nächsten Tagen die Reichs⸗Schulcommission zusammentreten. Unter den Berathungs⸗Gegenständen wird besonders die Festsetzung gemeinsamer Normen für die Berech- tigung zum einjährig⸗ freiwilligen Dienst sein. An der Commission nehmen u. A. Theil: der wirkl. Heheimrath Dr. Wiese aus Berlin, Schulrath Dr. Hartwig aus Schwerin, Studien Rector Dr. Heerwagen von Nürnberg. Heidelberg, 17. Sept. Die hiesige Heilige⸗ Geist⸗Kirche, welche durch Ministerial⸗Erlaß vom 20. August d. J. der altkatholischen Gemeinde zur Mitbenutzung überwiesen wurde, ist gestern Nachmittag polizeilich geöffnet worden, da das katholische Pfarramt, trotz wiederholter Aufforder⸗ ung des Bezirks⸗Amts, sich geweigert hatte, die Schlüssel herauszugeben. Ausland. Schweiz. Bern, 16. Sept. Der inter- nationale Post⸗Congreß ernannte den Bundesrath Borel zum Präsidenten, genehmigte das von der Schweiz vorgelegte Geschäfts-Reglement und wählte eine Commission aus den Vertretern Deutschlands, Oesterreichs, Aegyptens, Italiens, Portugals, Ruß lands, Schwedens und der Schweiz für die Vor⸗ berathung des von Deutschland beantragten Post⸗ vertrags Entwurfs. — 16. Sept. Der internationale Post⸗Congreß hat bei der vorläufgen artikelweisen Berathung des Vertrags- Entwurfs die Einheits Taxen für das Unions Gebiet beschlossen. Frankreich. Paris. Senart verwahrt sich in einem durch die Blätter veröffentlichten Brief gegen die Behauptung des„Constitutionnel“, er habe im Jahre 1870 Italien die Rückgabe Nizza's angeboten. Senart sagt, daß, als er damals die italienische Regierung sondirt habe, wie ein Schritt der Bevölkerung Nizza's selbst behufs Wieder-Vereinigung mit Italien aufge— nommen werden würde, der König und die Re— gierung erklärt hätten, sie fänden es unehrenhast, aus Frankreichs Unglück Vortheil zu ziehen. Ein Zugeständniß, das mit Einwilligung der Bewohner dem siegreichen und Italien unterstützenden Frank— reich gemacht sei, könne nicht zurückgenommen werden. Senart bemerkt, die französische Regier⸗ ung habe Italien für diese Erklärung gedankt. Amiens, 15. Sept. Marschall⸗Präsident Mac Mahon kam heute Abend hier an und wurde von einer zahlreichen Menschenmenge, darunter viele Fremde, sehr sympatisch begrüßt. Grasse, 15. Sept. Proceß wegen der Entweichung Bazaine's. Gefängniß- Director Marchi deponirt, daß er Befehl gehabt, die Ueber wachung Vazaine's auf's schonendste auszuführen. Er habe seine Maßregeln im Einvernehmen mit den Militärbehörden getroffen und Villette die Verpflichtung abgefordert, keine Entweichungsver⸗ suche zu unternehmen. Doineau läugnet, betreffs der von ihm an Bazaine beförderten Depesche im Einverständniß gewesen zu sein. Villette stellt die Uebernahme einer Verpflichtung betreffs der Fluchtversuche Bazaine's, die Kenntniß von der Art der Ausführung der Flucht, sowie die Theilnahme daran in Abrede. — 16. Sept. Proceß Villette: Nach der Verlesung der Anklageschrift folgten die Vertheidig— ungs⸗Plaidoyers. Die Vertheidiger der Wächter Gigoux, Lefrangois, Leterne, und Plantin bean- tragten Freisprechung derselben. Der Vertheidiger des Commandanten Marchi hebt die schwierige Lage desselben wegen der exceptionellen Sellung Bazaine's im Gefängniß hervor, wodurch die Ver⸗ schuldung Marchi's sich mildere. Nachdem noch der Vertheidiger Doineau's gesprochen, wurde die Sitzung geschlossen. Morgen wird Advocat La- chaud die Angeklagten Villette und Barreau ver- theidigen. Belgien. Brüssel. Der„Etoile belge“ erfährt aus guter Quelle, daß der hiesige spanische Gesandte bei der belgischen Regierung Schritte gethan, um die Absendung von Waffen für die Carlisten ab Antwerpen zu verhindern. Die Re⸗ gierung habe dem Verlangen des Gesandten sofort entsprochen, indem sie geeignete Anordnungen nach Antwerpen ergehen ließ. Ein mit Waffen für die Carlisten beladener Dampfer hätte den Hafen jedoch in dem Augenblick verlassen, als der Befehl, das Auslaufen zu verhindern, in Antwerpen ein⸗ getroffen sei. Großbritannien. London. Die Berg⸗ arbeiter von Durham haben beschlossen, in der Frage der Herabsetzung der Löhne einer schieds⸗ richterlichen Entscheidung zuzustimmen. ü — Aus Cambridge wird gemeldet, zahlreiche Pächter hätten ihre Arbeiter entlassen und ständen weitere Entlassungen in großem Umfange bevor, um der Arbeiter⸗Union entgegenzutreten. — Der Strike der Kohlengruben⸗ Arbeiter von Dean Forerst(Lancastershire) ist beendigt, nachdem die Besitzer den Arbeitern eine Lohn- erhöbung von 1 Schilling per Tag bewilligt haben, Die Besitzer der Baumwoll⸗Spinnereien zu Bolton haben der Einsetzung eines Schiedsgerichtes zu⸗ gestimmt. Spanien. Madrid.„Politica“ erklärt, die Regierung werde sich niemals dazu herbeilassen, einen Theil ihres Territoriums oder die Colonien abzutreten. — Nach einer hier eingegangenen Meldung aus Washington äußerte Präsident Grant bei Empfang des spanischen Gesandten Mantilla, er anerkenne die Anstrengungen Spaniens, die inneren und äußeren Schwierigkeiten zu überwinden. — 17. Sept. Heute wird bei Estella eine große Schlacht erwartet.— Das officielle carlistische Organ veröffentlicht das Resums eines Schreibens, welches Don Carlos von dem Kaiser von Rußland erhalten hat. Der Kaiser versichert Don Carlos seiner Sympathie, bedauert, daß Spanien durch chronische Revolutionen und Nichtachtung der Lehren, welche die Geschichte gebe, seinen altbe— rechtigten Platz unter den Nationen verloren habe, und schließt mit Wünschen für das Aufhören der Leiden, unter welchen Spanien seufze. Türkei. Konstantinopel. Ein kaiser⸗ licher Erlaß ist erschienen, welcher die officielle Anerkennung Serrano's verfügt. Donaufürstenthümer. Bukarest. Es verlautet in diplomatischen Kreisen, daß sich in Rumänien eine starke Bewegung nach Trennung der Moldau von der Walachei bemerkbar macht. Die Moldauer wollen ihren eigenen Hospodar haben., Amerika. Neworleans, 15. September. Die Liga der Weißen erließ eine Proclamation, worin sie den Gouverneur Kellog für einen Usur⸗ pator erklärt und die Wiedereinsetzung des Gou⸗ vernkurs Mac Henry verlangt. Die Partei der weißen Liga bewaffnete sich, bemächtigte sich des Stadthauses und errichtete Barrikaden. General Longstreet wit 500 Polizeisoldaten, meistens Far⸗ bigen, forderte die Weißen vergebens auf, sich zu zerstreuen. Ein heftiger Kampf entbrannte darauf in Canal⸗Street, wobei 6 Bürger und 30 Poli- zeileute todt blieben, Letztere zogen sich darauf nach Jacksonsquare zurück. Die Bundestruppen blieben neutral und besetzten das Zollhaus. Gou⸗ verneur Kellog verlangt die Intervention des Präsidenten Grant. Gouverneur Kellog befindet sich im Zollhause unter dem Schutze von Bundes truppen. Das Stadtbaus, die Polizei- Station, das Telegraphen-Amt und das Arsenal sind in den Händen der Liga der Weißen. eL 16. Sept. Zehntausend Bürger zogen heute gegen das Rathhaus, setzten Peuce zum Gouverneur ein und erbaten dessen Anerkennung bei dem Präsidenten Grant. Die Stadt ist im Uebrigen ruhig.— Die Bewegung der Weißen dehnt sich über ganz Louistana aus. In Green zersprengten dieselben eine Neger Truppe, wobei mehrere Schwarze getödtet wurden. Washington, 15. Sept. Präsident Grant hat eine Proclamation erlassen, worin er die Aufständischen auffordert, binnen einer Frist von fünf Tagen auseinander zu gehen, und die Bürger zur Mitwirkung bei Wiederherstellung der Ruhe ermahnt. Grant hat den Militär⸗Commandauten befohlen, die erforderlichen Maßregeln zu treffen. — 15. Sept. Der spanische Gesandte über⸗ reichte heute dem Präsidenten Grant seine Creditive und sprach hierbei das Verlangen der spanischen Regierung aus, die Beziehungen Spaniens und Amerika's möchten sich mehr und mehr befestigen. Präsident Grant erwiederte, er theile diesen Wunsch auf das Herzlichste. Aus Stadt und Land. N Friedberg. Die Gemeinderatyswahl in Friedberg wird in den ersten Tagen staltfinden. Eine nochmalige Bürgerversammlung erscheint zur Verständigung über die Candidaten durchaus zweckmäßig. 5 . Friedberg. Zur Beachtung bei der Gemeinde! raibswahl in Friedberg empfehlen wir Folgendes! — Zu Mitgliedern des Gemeinderalhs eignen sich nur Männe, btw chen un, u filherig. Gießen. lar ekübg, unh, Anem e iet. Dur Fim Bong, nat und wu alen der aegeß bat. lie, soll aber f gießen, Nun: Beser; Bihtnincr, 0 Unten und gilt ber Hose e ufgefunde n dhe Jihre Daune werte ullchlen. 3 N He tölt 9 l wird J aeg 10 balen zu der nl etgebenst e friedber Justerzoglich 9 ste krste I Im He „Lankerstag de hellungsl Janapé 8, 8 J Schränke, Sy Ane Fisser ö gahlung ver laden. Vad⸗Na Orc — 591(feinste Ut Ein laiser⸗ Acer dit officiel u nacht. n betzedar haben. Saunbe. ncteng bts Ger · Dit Pertti der ice sich des nlettu. Genttal u, Utistint Fat · den 60er Jahren stebender Mann. Bedauernswerthe unter den Zug gerieth, konnten wir nacht storben. welche Sinn und Verständniß für die Gemeindever— waltung besitzen, Männer, welche etwas wissen und können und endlich Männer, welche steis nur das Rechte wollen. Kleinkarben, 15. Sepiember. Heute Nachmittag ertönte die Sturmglocke. Der rasch herbeigeeilten Hülfe gelang es größeres Unglück zu verhüten. Es brannten 2 Scheuern ab. Rodheim v. d. H., 15. September. Heute Vor⸗ mittag brach dahier Feuer aus. Trotz angestrengter Thätig⸗ keit und allseiriger Hülfe brannten ein Wohnhaus und 4 Scheuern ab. Butzdach, 12. Sept. Bei der heute stattgehabten Bürgermeisterwahl wurden im Ganzen 280 Stimmen abgegeben und ging als fast einstimmig wieder gewählt der seitherige Bürgermeister Küchel aus der Wahl hervor. Gießen. Im Jahre 1870 annectirte ein Soldat von Lollar gebürtig, welcher in einem sächsischen Regimente stand, einem Schullehrer in Frankreich eine Anzahl Staats- papiere. Durch die Verwerthung von Coupons bei einem biesigen Banquier kam heraus, daß die Papiere gestohlen wacen und wurde in Folge dessen eine Untersuchung ein⸗ geleitet, der sich jedo h der Angeschuldigte durch die Flucht entzogen bat. Die Mutter des Soldaten wurde einge⸗ zogen, soll aber ibrer Haft wieder entlassen sein. Gießen, 15. Sept. Heute Nacht wurde auf der Main ⸗Weser Bahn in der Nähe von Groß-Linden ein Bahnwärter, gebürtig aus Lang⸗Göns, von einem Zug überfahten und total zerfetzt. Stücke Fleisch sowie ein Stück der Hose wurden in der Nähe des hiesigen Bahn⸗ bofs aufgefunden. Der Verunglückte war ein bereits in Auf welche Weise der erfahren. 2 tri i deter de Furttttyyn dank. Oer 2 1 1. N An 3 deten Artiken Dit Stati 1 1 16 ber bah 4 * 9 60 11. 7, Ulauen Ditriol . Darmstadt. Wir entnehmen dem„Tagbl.“: Bei selnem kürzlichen Aufenthalte in Seebad Blankenberghe bei Ostende hatten Se. Großberzogliche Hoheit Prinz Ludwig das Glück, ein Menschenleben zu retten. Eine schon bejahrte Dame(Engländerin) hatte sich trotz der starken Wellen zu weit in das Meer gewagt, und war, obgleich eine ziemlich gewandte Schwimmerin, bereits dem Ertrinken nahe, als der Prinz dies gewahrte, ihr nach— eilte und sie noch zu rechter Zeit erfaßte. Sr. Großh. Hoheit gelang es erst nach hartem Kampfe mit den Wogen und selbst auf's Außerste erschöpft, die Dame glücklich ans Land zu bringen. Mainz. Am verflossenen Samsiag Abend entspann sich in Dotzheim zwischen zwei Frauensteiner Burschen eine Zwistigkeit bezüglich eines Mädchens und endete damit, daß einer der Burschen, Namens Simon, zuerst das Local verließ, vor Dotzheim auf dem Wege nach Frauenstein dem Anderen auflauerte und, als dieser ankam, ihn mit einem Messerstich derart verletzte, daß der Tod sofort erfolgte. Der Erstochene heißt Schlimm und war Tüncher. Herbeigeeilte Leute hielten den Mörder fest und über— lieferten denselben dem Gericht. Allerlei. Frankfurt, 15. Sept. In einer Wirthschaft in der Judengasse naschte ein Bursche eine Kartoffel aus dem Salat eines gewissen Klein aus Rockenberg. Noch war der Bissen nicht ganz verschlungen, als der Besteller des Salats kam, in seinem Aerger ein Messer ergriff und dem Nascher mit den Worten:„Ich will dich lernen Karloffeln fressen!“ in die Brust stach. Der tödtlich Verletzte ist gestern ge— Klein weigerte sich, der Legal-Section beizu⸗ wohnen, und mußte dazu gezwungen werden. Handel und Verkehr. Frankfurt, 16. Sept. Der heutige Heu⸗ und Stroh⸗ markt wat gut besahren. Heu kostese per tr. 2 fl. — kr. bis 2 fl. 50 kr., Stroh per Centner 1 fl.— kr. bis 1 fl. 36 kr. Butter 1. Qual. 42 kr. 2. Qual. 38 kr. Eier das Hundert 3 fl. 20 kr. Kartoffeln per 200 Zoll⸗ pfund 2 fl. 20 kr. Mainz, 17. Sepl. Productenmarkt. Waizen per Nov. 12 fl. 3 kr., per März 12½ fl., per Mai 12½ fl. Korn per Nov. 9 fl. 27 kr., per März 9 fl. 30 kr., per Mai 9 fl. 30 kr. Hafer per Nod. 10 fl.— kr., per März 10 fl. 10 kr., per Mai— fl.— kr. Rüböl per Oct. 17 fl. 15 kr., per Mai 18 fl. 24 kr. Raps per Sept. 16 fl. 30 kr. Falsche hannover'sche Banknoten. Außer den vor einiger Zeit aufgetauchten Falsifikaten der 20⸗Thaler⸗ Banknoten der hannover'schen Bank find in jüngster Zeit wieder derartige Falsifikate in den Verkehr gekommen, welche wegen der wirklich ausgezeichneten Nachahmung be⸗ sonders gefährlich sind. Die Hauptmerkmale find folgende: Das Papier ist von einem gelblichen Tone, während die echten grau sind, auch fühlt es sich lappiger an, als das zu den echten verwendete Hanfpapier. Das Wasserzeichen ist bei den Falsifikaten nur auf der oberen und unteren Seite angebracht, während es bei den echten auf allen vier Seiten befindlich ist. Die Schrift in der Strafandrohung ist, weil durch Lithographie bergestellt, nicht so regelmäßig als bei den echten durch Buchdtuck bewirkten. Es fehlt (aber nur bei einigen) der mit blauer Tinte geschriebene Name des Controlbeamten in der rechten unteren Ecke der Vorderseite. Die bereits vorgekommenen Scheine tragen die Bezeichnung Fol. 3652 Nr. 562,472. Die beiden letzten Ziffern (72) sind augenscheinlich nachträglich mit d r Hand hinzuge⸗ fügt; dieses Zeichen möchte für den Laien das erkennbarste sein. Dit Herbstentlasfung aus dem ebang. Predigerseminar 2754 wird Mittwoch den 23. September l. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, in hiesiger Burgkirche stattfinden und werden zu derselben die Freunde unserer Anstalt hier⸗ mit ergebenst eingeladen. Friedberg den 17. September 1874. Oroßberzogliche Direktion des evang. Predigerseminars. Dr. Schwabe. Versteigerungs-Anzeige. 2783 Im Hotel de Europe, Kurstraße Nr. 350, werden Donnerstag den 24. 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Die Pfandbriefe versehen. sind mit halbjährlichen am 1. April und 1. Oktober zahlbaren Zins- Coupons Die Zahlung der Zinsen und der verloosten Pfandbriefe erfolgt bei allen Vertriebsstellen, Zur Vertriebsstelle haben wir iusbesondere aber in Mannheim, Heidelberg, Karlsruhe, Freiburg i. B., Constanz, Frankfurt a. M., Stuttgart und Basel(zum Tagescourse der Gulden). den Vorschust⸗ und Credit⸗Verein Friedberg ernannt. 2766 Rheinische Hypotheken- Bank. Neue Erbsen, Linsen, Johnen 2690 in gut kochender Waare bei 5 Wilh. Fertsch. Versteigerung. 2756 Dienstag den 22. September, Morgens 9 Uhr anfangend, läßt Frau Hofgerichts-Advokat Trapp IV. abzugshalber gegen Baarzahlung versteigern: Sopha's, Schreibtische, Stühle, eiserne Gartentische und Garten— stühle, 1 Kinderschlitten, 1 Bettslelle mit Strohmatratzen, Vorhänge, eiserne Steinkohlen- und Aschenkasten, Akten⸗ schränke und sonstige Haus- und Küchengeräthschaften. Friedberg, 18. September 1874. 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Auswärtige Besitzer von Gewinnen können auf Verlangen ihre Gewinne gegen Einsendung der betreffenden Loose, unter Nachnahme der Verpackungs- und Portokosten durch die Post zugesendet erhalten. Nicht abgeholte Gewinne werden nach Verlauf von 4 Wochen zu Gunsten der Auastellung verwendet. Ziebungslisten sind von Sonntag an zu haben bei den Herren W. Bern beck, Ph. Billau, Jos. Hoffmann, Carl Groß, sowie in den beiden Buchhandlungen. Forderungen für zur Verloosung angekaufte Gegenstände oder sonstige Arbeiten und Lieferungen hierfür sind innerhalb 8 Tagen bei Herrn Ed. Hirsch einzureichen. Friedberg den 19. September 1874. Das Verloosungs⸗ Comité. Ossenheimer Mäldchen. Sonntag den 20. und Montag den 21. d. Mts. Kirchweihfest. Tanzvergnügen von Jace. Sebold und 7 Söhnen aus Frankfurt. Wozu freundlichst einladet G. F. Korndörfer. Zoologischer Garten in Frankfurt a. M. Eingang vor dem Hanauer Bahnhof. Sonntag den 20. September d. 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