1874. Dienstag den 18. August. * Oberhessischer! . Die Petitzeile Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Erscheint jeden Aub dy wird mit 4 Kreuzern berechnet. t c e e 1 Oniz Dir* eees Amtlicher Theil. r Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien. * Der in unserem Ausschreiben vom 10. d. M., Kreisblatt 94, ausgeschriebene Johannes Seum ist eingeliefert worden, darum das —— Aueschreiben erledigt. r Friedberg, 14. August 1874. Trapp. Betreffend: Den Ankauf von Zuchtvieh. . Der landwirthschaftliche Bezirks ⸗Verein des Kreises Friedberg hat og in seiner am 10. December vorigen Jahres statigehabten Generalver— sammlung unter Zugrundelegung des von ihr berathenen und angenommenen, im Abdruck nachfolgenden Status beschlossen, in diesem Jahre durch seine 8 Vermittelung Rindvieh Berner Rate in der Schweiz mittelst der von der 1 October Generalversammlung hierfür gewählten Commission, bestehend . October 1) aus dem Herrn Bürgermeister Reitz in Södel; 6, 2) aus dem Herrn Friedrich Keil in Melbach und 3) aus dem Herrn Wagner von der Waschmühle ankausen zu lassen, es werden daher die Ortsvorstände und Landwirthe des Kreists,(auch diejenigen, welche den, dem Kreise Friedberg aus dem Bekanntmachung. früheren Kreise Vilbel zugetheilten Gemeinden angehören) die auf den Ankauf von Berner Vieh reflectiren, aufgefordert, längstens bis zum 30. laufenden Monats ihre Wünsche schriftlich bei mir einzureichen. Nach bereits stattgehabter Ermittelung werden für schöne aus gezeichnete Waare die Kosten einschließlich des Transports und der sonstigen Unkosten 1) für ein trächtiges Rind auf 330 fl.; 2) für einen Zucht- bullen auf 400 fl. mit 1% Zusatz für Verrechnungsgebühren kommen und müssen die Beträge vorber an die Ankaufs-Commission ausbezahlt werden. Friedberg den 16. August 1874. Der Director des landwirthschaftlichen Bezirks-Vereins Friedberg. Trapp. Statut 8 für die Beschaffung von Zuchtvieb durch den landwirthschaftlichen Bezirks-Vetein Friedberg. §. 1. Der landwirthschaftliche Bezirks- Verein vermittelt für seine Mitglieder und die Gemeinden und Corporationen seines Bezirks die Beschaffung von Zuchtvieh unter den in den solgenden§. F. enthaltenen Bedingungen: §. 2. Er wählt zu diesem Behufe in seiner ordentlichen General— dersammlung eine Commission von drei Mitgliedern und 3 Ersatzmänner, welche den Ankauf nach Maßgabe der ihr ertheilten Instruction an Ort und Stelle und den Verkauf an dem von der Generalversammlung be— üimmten Ort zu bewirken hat. Die Commission hat Anspruch auf Ersatz ihrer Reiseauslagen an »ie Bezirks ⸗Vereinskasse. §. 3. Gemeinden, Corporationen und Mitglieder des landwirth— chaftlichen Vereins, welche Zuchtvieh durch den Bezirks⸗Verein zu beziehen wünschen, haben Ihren Bedarf an den Gattungen, welche nach Beschluß er Sectionsversammlung innerhalb der von dem Bezirks Vereins⸗Director n einer Bekanntmachung festgesetzten Frist schriftlich anzumelden und zu— eich zu erklären, daß sie sich den Bestimmungen dieses Statuts unterwerfen. §. 4. Die Anmelder haben gleichzeitig die von der Ankaufscommission estgesetzte Anzahlung zu leisten, welche ihnen jedoch seiner Zeit in Auf— 4 sechnung kommt oder zur Schadloshaltung des Vereins verwendet wird. mn§. 5. Der Bezirkeverein kauft nur die bestellte Zahl Thiere an, e e bHfern dieselbe eine Ziffer erreicht, welche dem entsiehenden Unkostenaufwand untspricht. Ist dies nicht der Fall, so erfolgt darüber öffentliche Bekannt— nachung des Bezirks⸗Vereins⸗ Directors und Rückgabe der Anzahlung. §. 6. Die Besteller müssen die bestellte Anzahl Thiere abnehmen. Zu diesem Behufe werden Versteigerungen und zwar für jede der bestellten Gattungen, Racen, besonders anberaumt, an welcher sich dieselben nach tren Bestellungen zu betheiligen haben. Die Thiese sind in der Reihen— folge ihres Werths zu versteigern, so daß das Werthvollste zuerst, sodann das Zweitwerthigste u. s. w. kommt. Die beiden letzten Stücke werden den beiden Bestellern, welche bei der Versteigerung ihren angemeldeten Bedarf nicht gedeckt haben, zu dem Ankaufspreis, zusätzlich der auf sie entfallenden Unkosten, zugewiesen, wobei das Loos entscheidet. Jeder Besteller kann nur die bestellte Anzahl ersteigern. §. 7 Der bei der Versteigerung erzielte Mehrerlös wird zur Deckung der Unkosten verwendet, der dann verbleibende Ueberschuß wird den Steigerern von über die Selbstkosten kommenden Thieren verhältniß⸗ mäßig zurückvergütet. Der Mindererlös ist von den Steigerern ebenfalls verhältnißmäßig zu tragen. §. 8. Die Unkosten können nur in den Reiseauslagen der Com- mission, den Transport- und Fütterungskosten für die Thiere einen Zu- schlag von bis zu 2% des Ankaufspreises zu Gunsten der Bezirks- Vereins kasse, für Verrechnung ꝛc. bestehen; etwaige Schädigungen durch Unfälle sind den Unkosten zuzuschlagen. Diejenigen Besteller, welche bei der Versteigerung sich nicht betheiligt und sich auch geweigert haben, eines der übrig bleibenden Thiere nach dem Resultate der Verloosung anzunehmen, können unter Umständen durch Verlust ihrer Anzahlung gestraft werden; jedenfalls wird dieselbe zur Deckung eines etwaigen Ausfalls bei einer sofort vorzunehmenden, weiteren, unbeschränkten Versteigerung, soweit nöthig, verwendet. §. 10. Jedes gerichtliche Verfahren ist bei etwaigen Streitigkeiten ausgeschlossen. Dieselben werden durch ein Schiedsgericht geschlichtet, zu dem ein Mitglied die Commission, eines der betheiligte Besteller, eines der Bezirks⸗Vereins- Director ernennt. 8 §. 11. Die rechtliche Stellung des Bezirks-Vereins, bezw. der Ankaufs-Commission ist die eines Mandatars. Vorstehendes Statut wurde von der Generalversammlung des landwirthschaftlichen Bezirks ⸗Vereins am 10. Dezember 1873 angenommen. Zur Beglaubigung: Tor a p p. doll Bekanntmachung. 1 1 6 Unter Bezugnahme auf die Bekanntgebung vom 18. Juni er., Oberhessischer Anzeiger Nr. 71 und Vilbeler Anzeiger vom 17. Juni er. n Fr. 47, betreffend das Gesetz vom 4/4. 74, wird hierdurch nochmals darauf hingewiesen, daß das Wahlrecht für die vor dem Erscheinen dieses e Gesetzes anerkannten Invaliden, welche ein Recht auf die Anstellungsentschädigung von monatlich 2 Thalern gegen Rückgabe des Civilversorgungs⸗ , scheines haben und bis jetzt noch nicht zur Anmeldung gekommen find, am 22. October cr. erlischt und nach diesem Termine statt- dann habenden Anträgen Folge nicht mehr gegeben werden kann. l Friedberg den 13. August 1874. Großherzogliches Bezirks-Commando Friedberg. 16116 aeg er 0 Oberstlieutenant und Bezirke. Commandeur. a „. l N* Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. 51 Georg Wissig J. von Bodenrod wurde als Feldschütze für die Gemarkung Bodenrod bestellt und in Pflichten genommen.— Philipp * bealzmann und Johannes Gatzert von Ostheim sind als Feldschützen für die Gemarkung Ostheim ernannt und verpflichtet worden N 8 5 f f 5„ N . Wetterauer Industrie-Ausstellung.. Friedberg, 17. Aug. Vom herrlichsten 8 Endlick r Wetter begünstigt fand gestern die Eröffnung riechen endüchandeneg g en, unser Wetterauer Industrie-Austellung statt. welcher so viele Vorbereitungen und ganz gewiß Nachdem Morgens früh fast die ganze Stadt auch viele Sorgen gekostet hatte; denn die 9 5 8; n ie ohne Ausnahme geflaggt hatte, begaben sich erste Wetterauer Industrie-Ausstellung ist ein die eingeladenen Behörden und das Comité Unternehmen der schwersten Art gewesen.*. 5 Uhr nach dem Ausstellungs gebäude. Die Eröffnung der Ausstellung geschah Die Aussteller und sonstiges Publikum hatten heute, am 16. August, um 11 Uhr, in ein⸗ sich nicht so zahlreich wie erwartet eingefunden. facher Weise. Kreisrath und Stadtvorstand Herr Advokat Jockel begrüßte die Versamm— waren eingeladen und erschienen, um der Er⸗ lung und erklärte die Ausstellung für eroͤffnet. oͤffnungsfeler beizuwohnen. Auch der General Was nun die Beschickung der Ausstellung secretär der hess. Gewerbevereine, Herr Geh. anlangt, so ist diese eine sehr gute, und der Regierungsrath Fink, welcher schon vor einigen Besucher ist wahrhaft überrascht von der Tagen über das Unternehmen sich informirt Schönheit und Gediegenheit der Sachen. Im hatte, war anwesend. Der erste Präsident Hofe des Ausstellungsgebäudes zunächst sind des Ausstellungscomite's, Herr Hofgerichts- landwirthschaftliche Geräthe und Maschinen, Advokat Jockel, hielt die Eröffnungsrede. sowie Wagen und Chaisen, Brennereiapparate, Derselbe hob besonders hervor, daß gerade Pumpen und eine Dampfmaschine aufgestellt. deshalb, weil in der Wetterau die Landwirth- Der Keller des Gebäudes stellt ein vollständiges schaft das Hauptgewerbe bilde, die formirende Braunkohlenbergwerk dar. Interessant sind die Industrie bis daher nicht die rechte Würdigung mancherlei Arten Stämme und Holzklötze, die beim und Entwickelung gefunden habe, daß aber Fördern in den verschiedenen Werken gefunden diese Einseinigkeit in unserer Industrie, bei wurden. In dem unteren Hausgange befinden den jetzigen landwirthschaftlichen Verhältnissen sich Erze, feuerfeste Kassenschränke, feuerfeste unhaltbar, für den allgemeinen Wohlstand Steine, sowie eine Bierfaß-Pyramide von nachtheilig sei; hierin könnten Industrie-Aus⸗E. Windecker. Im Saale parterre rechts be— stellungen(namentlich lokale Ausstellungen) gegnen wir Haushaltungsgegenständen, Küchen⸗ eine sehr wirksame Abhuͤlfe verschaffen, indem geräthen, Reiseutensilien, Arbeiten in Blech sie die Zusammengehörigkeit, die Solidarität und Eisen. Der mittlere Saal parterre ent⸗ der Industrie darstellten und eine Vergleichung hält die Produkte der Landwirthschaft, Mehl, der Leistungsfähigkeit mit den wirklichen Leist- Obst, Wein, Liqueure, Bienenhonig c. Par⸗ ungen herbeiführten, indem sie ferner Aner- terre links finden wir Sammlungen zum in⸗ kennung und Aufmunterung für Fortschritte structiven Unterricht für die verschiedenen hie— aller Art gewährten. Schließlich hob der sigen Lehranstalten, Zeichnungen und Schrift— Redner noch hervor, daß der seitherigen proben der Schüler, Buchbinderarbeiten und wetterauer wirthschaftlichen Eigenthümlichkeiten Erzeugnisse der Presse. Auf dem oberen Haus⸗ wegen die erste Industrie-Ausstellung nur be⸗ gange sehen wir Seiler- und Flechtwaaren, scheidenen Anforderungen entsprechen könne; Mineralwässer, Lacke, Salinenversteinerungen ꝛc. eine jede folgende Ausstellung werde aber den In einem Seitengelasse ist eine reiche Samm— zunehmenden Segen der vorausgegangenen be- lung von Pelzwaaren und Bekleidungsgegen— weisen. Daß dieses geschehen möge, mit diesem ständen aufgestellt. Einen reichen Anblick Wunsche erklärte der Präsident die Ausstellung bietet der besuchenden Damenwelt der obere für eröffnet. Saal rechts mit seinen Stickereien, Spitzen, Alle Anwesenden, die Eingeladenen, Aus- Ballkleidern, Puppen, weiblichen Handarbeiten; steller und Besucher der Ausstellung, durchwan- Bekleidungsstücke, Stiefel und Schuhwerk, Hüte, derten nun die sehr geeigneten Ausstellungs- gegerbtes Leder sind außerdem darin zu finden. räume mit einer Ueberraschung, welche, von Aus dem mittlern Saal oben tönen dem Be— Saal zu Saal zunehmend, sogar in den duͤsteren sucher die Klänge der ausgestellten schönen Kellerräumen, wo uns die Kobolde(Berggeister) Pianinos entgegen; der Saal enthält ferner zu empfangen scheinen,— die freudigste Stim— mung erzeugt über den reichen Segen der Wetterau an Naturgaben und au Arbeit. Ja, auch das letztere können wir gerade nach einem Besuche der Ausstellung sagen; denn dort fin— den wir selbst das schlichteste Handwerk ebenso einen riesigen Vogelkäfig, vorzügliche Wand-, Holz- und Firmenmalereien, Regulatore, Horn⸗ und Schildpattwaaren, Steinschneidereien und eine ganze Wand mit Erzeugnissen der Fabrik von Trapp& Münch. Den obern Saal links haben die Herren Billau, Goͤbel und Blensdorf vortrefflich vertreten, wie dieses bei verschie- allein in Anspruch genommen und sich gegen⸗ denen Zweigen der Kunst und der Produkten- seitig wahrhaft überboten; die ausgestellten gewinnung der Fall; und der Saal für Schule, Möbel, Stickereien ꝛc. sind überraschend schön. Volksbildung ꝛc. überzeugt uns wie erstere be- Der letzte Saal links endlich enthalt Photo⸗ strebt ist, den neuen an sie gestellten hohen An- graphien, prachtvolle Elfenbeinarbeiten, solide forderungen zu entsprechen. Aber auch die Art und doch elegante Holzschnitzereien, Möbel und und Weise wie Alles aufgestellt, geordnet, ar- einen mit äußerster Präcision gearbeiteten Re— rangirt und decorirt ist, findet die lebhafteste gulator. Allen Arbeiten sieht man an, daß sie und allgemeinste Anerkennung, ein Lob, das mit Lust und Liebe, sowie mit Verständniß her— unser braver Mitbürger, Herr Supp, in der gestellt wurden. Jeder wollte das Beste zeigen That verdient, das wir biermit gerne auch und es gelang wider Erwarten. öffentlich aussprechen. Des Nachmittags be— Am Nachmittage begann zeitig eine wahre suchten Tausende die Ausstellung, um alle in Völkerwanderung; unaufhörlich strömten die das hier kurz angedeutete Lob einzustimmen. Besucher nach der Ausstellung und die Räume Ein vortreffliches Concert unserer wackeren konnten die Menschen kaum alle fassen. Mehr Dilettantenkapelle erhöhte die freudige Stim- als Einen hörten wir sagen: Es ist nicht bei⸗ mung, welche zunächst auch dem Wirthe zu zukommen, wir kommen ein anderes Mal. gut kam, der die vielen Besucher der Ausstell- Wesentlich zur Erhöhung der Feierlichkeit und ung mit gutem Bier und Wein ꝛc. bediente. zur Stimmung trugen die vorzüglichen Pro— Die Stadt war reich beflaggt, also im Ge- duktionen unserer Dilettantenkapelle, sowie wande eines Festes und einer fast allgemeinen Herrn Burck's guter„Stoff“ bei. Feststimmung. Und der Himmel sah freundlich Eines Mannes müͤssen wir aber noch Er— darein. Möge er auch fernerhin das Wetterauer wähnung thun, der sich um das Arrangement industrielle Gesammtunternehmen segnen, daß der Ausstellungsgegenstände, sowie um die De⸗ es die guten, gewünschten Früchte trage. Zu- coration der Räume ein wesentliches Verdienst nächst jedoch möge die ganze Bevölkerung der erwarb. Es ist dies Herr Supp, der stets Wetterau, alt wie jung, auch insofern sich bereite Helfer, wo es gilt, einer Sache auch aufraffen, daß sie ihr Interesse, ihre Theilnahme äußerlich den nöthigen Schliff zu geben. Ihm die Ausstellung zu Wege brachten. In sich müssen sie eine hohe Befriedigung finden, wenn sie das gelungene Werk betrachten. Und so sei denn der Besuch unserer Ausstellung Ein⸗ heimischen und Fremden bestens empfohlen. Aufruf. Pflicht auf, jetzt die Hülfe weiterer Kreise anzurufen. Ein Nothstand der grauenhaftesten Art legt uns die Vergangenen März ist in der Oberförsterei Albersch⸗ weiler, Deutsch-Lothringen, mitten in den Vogesen, einer der bravsten und tüchtigsten Waldarbeiter, der 26jährige Raimond Dirion, mitten heraus aus seiner frischen vollen Thätigkeit gerissen und auf ein einsames, surchtbares Siech⸗ an der guten Sache durch fleißigen Besuch der gebührt öffentlicher Dank. Dank auch den Ausstellung bethätige. Männern, die mit nie ermüdender Thätigkeit l g unter und Todtenbett geworfen. Als der Unglückliche einen werdiuden schwerbelabenen Holzschlitten über eine stark abschüssige bletend verf Stelle der Schlittendahn führen wollte, glitt er aus: der Alten Schlitten fuhr über ihn weg, zerquetschte ihm beide Beine zerbrach das Rückgrat und blieb auf ihm steben, bis nach Verlauf einer halden Stunde Hülfe kam, der Schlitten entfernt und der arme Mensch in seine Hütte getragen“— werden konnte. Bei vollem Bewußtsein liegt er seit 5 Vergebl Monaten dort, in der obern Körperhälfte ganz gesund, in 0 Mont der untern vollstängig eine Leiche, deren zunehmende Ver⸗ 1 wesung die umgehenden Räume verpestet. Langsam fault auf 5 ende ihm das Fleisch ab und fällt in Stücken auf das Lager. des saleg Nach Aussage der Aerzte ist eine Amputation erfolglos, 19 412 der Mann ist dem sichern Tode verfallen. a usch Noch einige Monate kann dieser fürchterliche, Zustand* 65 andauern. Die Eingeborenen bringen keine Hülfe, wein 6 der Verunglückte meist im Dienste der Deutschen Forst⸗* verwaltung beschäftigt war und deshalb als Prussien verabscheut wird; von der Forstverwaltung kann nichts 3 geschehen, weil das Unglück im Privatdiensie stattgesunden 7 hal. Es ist eine Ehrenpfiicht für die Deutschen, hier einzugreifen. Helfen Sie doch Alle, Alle, denen dieser Aufruf in die Hände kommt, dem Unglücklichen in seinen bangen Stunden und bringen Sie durch Ihre Gaben ind zu habe Trost und Beruhigung in diese enssetzliche Einsamkeit. Friedb Saarburg i. L.—— Eichhoff, Oberförster.— Francke, Direktor. 0 Müller, Oberförster.— Ott, Kreis⸗Assessor. Li Die Redaction des Oberh. Anzeigers ist gerne bereit, Gaben in Empfang zu nehmen und an den Ort ihrer 1115 emp Bestimmung gelangen zu lassen. 3 Zimmer nebst Küche ꝛc. ꝛc. Weiß 2203 zu vermiethen. Jos. Hoffmann. 28 g 2 e Nanschetter Ein Heizer haßt Her 2428 für eine Dreschmaschine wird gesucht. Von wem? Vothemden sagt die Exped. d. 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Bekanntmachung. 435 Freitag den 18. September l. J., Vormittags Uhr, werden ca. 5 Centner ältere ausgeschiedene Aeten mter den im Verstelgerunmsterm te bekannt gemacht v erdenden Bedingungen im hiesigen Gerichtslocal meist— detend versteigert. Altenstadt am 14. August 1874. Großherzogliches.. 9 Altenstadt. B. May, e Assessor. Zergebung von Schieferdeckerarbeit. 429 Montag den 24. I. M., Nachmittags 3 Uhr, soll uf dem Gemeindehause zu Hungen die zur Herstellung es Kirchendaches daselbst erforderliche Schieferdeckerarbeit eranschlagt zu 625 fl. öffentlich an den Wenigstver— . ngenden in Accord vergeben werden. i Voranschlag und Bedingnißbeft liegen auf dem Büreau ner unterfertigten Stelle zur Einsicht offen. Nidda am 15. August 1874. Großherzogliches Kreisbauamt Nidda. Wetter. 2— Einguartierungs⸗-Villete 1321 ind zu haben bei 2 Friedberz. Carl Bindernagel. Limburger Käse du es 45 empfiehlt à 14 kr. per Pfund Ph. Dan. Kümmich. Weiße leinene Caschentücher, 38 gestickt und glatt, farbige Taschentücher, Kragen, Nanschetten, Tüllkrausen, Aermel, weiße Untcrröͤcke, er weiße Herrenhemden, feine Einsätze für Herrenhemden, * Korhemden, Herrenkragen, Filetdecken, Kragen- und 3 Wanschettenknöpfe, Myrtenkränze, Kopftücher, Moiré⸗ R A schürzen ꝛc., Hosenträger, Strumpfbänder, Portemonnaies wie Fächer zu billigen Preisen bei cht 5 K. Friedrich neben der Post. dai 383 Nachdem mir die königl. Intendantur zu Cassel ie Lieferung für Fourage und Bivouaks-Bedürfnisse der en! 2. Division während der Herbstmanbver übertragen hat, * in ich Käufer für Hafer, Heu, Stroh, sowie Tannen— nnr Scheitholz und ersuche Diejenigen, welche erwähnte Jallagk HBegenstände abzugeben haben, mir ihre Offerten alsbald * „ Koömmich. 3 lüche ꝛc. 1. „ Herne gehen zu lassen. Gießen den 9. August 1874. Ka tz. Gesucht 5 400 ein kräftiges Dienstmädchen, das etwas kochen Elle„ann, gegen guten Lohn. Näheres bei der Exp. d. Anz — Ein reinliches Dienstmädchen 2329 wird in eine kleine Haushaltung bu sofortigem Antritt gesucht. Näheres bei der Exped. d. Anz. irchhosfet 1 1 dition. 25 edit 25 8 13 E 4 5 5 Daheim. 11. 1 2 1 8 — Die soeben erschienene Nr. 46 enthält: 2E Schuldbewußt. Erzählung von Alice Kurs.— In en Dolomiten Süd⸗Tyrols. Von Th. Vogel. II. Mit briginalzeschnung von E. Heyn: Croda rossa.— Er- nanerungen aus großer Zelt. Straßburg und Elsaß 1870. Lon L. Herwarth v. Bittenfeld,(Schluß.)— Deutsche Hischöfe: IX. J. N. von der Marwitz, Bischof von 2(ulm. Mit Portrait. X. Phil. Crementz, Bischof von Ermland. Mit Portrait.— Am Familientische: Erleb— 1 sse eines Auswanderers im Lande, wo Milch und Honig fießt. Von A. Böhme.— In einem caxlistischen Kerker. — Wie es Einem auf einer afrikanischen Entdeckungs— nuse gehen kann. Humorist. Bericht von der deutschen Agangoerpebltlon. Von H. Schlitt. Mit 6 Illustr. 0 Zu Bestellungen empfiehlt sich Carl Bindernagel in Friedberg. benen, Carl Bindernagel's Annoncen-Erpedition. Bekanntmachungen aller Art: Gesuche, Offerten, Benachrichtigungen, Waaren⸗Emplehlungeu, Versteigerungen werden an alle Zeitungen vermittelt. Berechnet wird nur der Originalpreis der betreffenden Zeitung. Die Annoncen-Aufgebet sparen also Briesschreiben, Zeit und Porto. Grummetgras⸗Versteigerungen. 2425 Das 1874er Grummetgras von den Großherzoglichen Domanial-Wlesen kommt in folgenden Terminen zur öffentlichen Versteigerung: 0 — Größe der 9 ö 85 Wiesen in e g 8 Versammlungs- 8 Gemarkung. Versteigerungstermin 1874. 0 8 1 1 2 Mor⸗ Hee⸗ Ort. 0 gen. taren. 1 Hof Finkenloch 30 77 eng den 24. August, Vorm. 10 Uhr, Im Grund. 2 Berstadt 24 6 Mittwoch„ 26.„ Nachm. 4„ Ober ⸗Weidwiese. 3 Echzell 3 3%[Mittwoch„ 26.„ 4„ Ober- Weidwiese. 4 Echzell 83 20[Donnerst., 27.„ Vorm. 10„ Echzeller Teich. 5 Bisses und Echzeller Mark 1 1 eng ee,— 9„beim Forsthaus. 6 Echzell 19 4[Freitag„ 28.„„ 10„ Wehrwiese. 7 Leidhecken 6 1½[Samstag„ 29.„ Nachm. 4„ bei Wirth Diehlmann. 8 Salzhausen l 15 3[Montag„ 31.„ Vorm. 10„ Gesundbrunnen. 9 Unter ⸗ Schmitten. 674 1½[Montag„ 31. 0 Nachm. 1„ Bruchmühle. 10 Blofeld 92 8 Dienstag, 1. Sept. Vorm. 9„ Brühlwiese. 11 Bingenheim 25 6 ¼ͤ Dienstag„ E 7 10„ Brüßhlwiese. 12 Gettenau 5 1¼ Dienstag„ I.„ Nachm. 3„ Karbische Wiese. 134 Heuchelheim 9 2¾[Dienstag„ 1.„. 4„ Riedbrücke. 14 Bingenheim 11 2% Dienstag„ 1.„— 4„ Riedbrücke. 15 Lißberg 93 23½[Mittwoch, 2.„ Vorm. 2„ Gastwirth Mann. 16 Nidda 87 21¾[ Donnerst., 3.„ 2„ Seewiese. 17 Ranstadt Hof 19 4%[Montag„ 7.„* 5„ Ranstädter Grenze. 18] Bobenhausen, Finkenloch 2 NN* 11„ Forsthaus Finkenloch. Diejenigen, welche noch mit Zahlungen aus dem Jahr 1873 an die Rentamtskasse zurückstehen, werden zum Mitbieten nicht zugelassen Bekanntmachungs Gebühren können nicht mehr in Anspruch genommen werden resp. nicht mehr in Ansatz kommen, wenn die Bekanntmachungs⸗Bescheinigung nach dem 1. Oetober bei uns eintrifft. Bingenheim, am 8. August 1874. 1 Rentamt Nidda. u be. Zweiguldenstücke 2430 können bis zum 20. umgewechselt werden. Friedberg, Dezember l. J. an unserer Kasse in Zahlung gegeben und auch Vorschuß⸗ und Eredit⸗Verein. (Eingetragene Genossenschaft.) „ Dampf⸗Dresch⸗Maschinen werden in allen Größen sofort geliefert von der Blumenthal'schen Maschinenfabrik in Darmstadt. Auis an die Herren Lehrer. Der seither im Selbstverlage des Verfassers erschienene es Hilfsbogen über die neuen Maße und Gewichte und das neue Geld— die neuen Münzen— im Vergleich zu dem Maß-, Gewichts- und Münz-System im Großherzogthum Hessen von Fr. Schenk, Lehrer in Laubach, ist in meinen Verlag übergegangen und soeben in 2. vermehrter und verbesserter Auflage erschienen. Das Honorar fließt, wie bei der ersten Auflage, in die Kasse des Lehrerwaisenstifts für Hessen. Dadurch, daß das Heftchen stärker geworden ist, mußte auch der Preis entsprechend erhöht werden. Der Verkaufspreis beträgt jetzt 6 kr. Wegen der Bezugsbedingungen beliebe man sich hierher zu wenden. Friedberg im Juni 1874. Carl Bindernagel. 2436 Ein braves Das Neueste in Dienstmädchen Halsbinden gesucht von Lehrer W. Fritsch, Friedberg. 217 und Shlips c. in schoͤner Auswahl, sowie Foulards, Mainzer Industrie-Loose sind zu haben bei Carl Bindernagel in Friedberg. seidene Umknoͤpftücher und schwarze seidene Halstücher bei Anfang der Ausstellung Mitte August. K. Friedrich, neben der Vost. e Ein Hund, 1 0 Ein zuwperlüssiger raun und weiß getigert(männlich), ist mir zu N 5 Kut s che gelaufen und kann derselbe gegen Erstattung der Inserat⸗ wird gegen guten Lohn gesucht. gebühren, sowie des Futtergeldes in Empfang genommen werden bei Ossenheimer Jagdhaus. N 2440 G. F. Korndörfer. Ge bb. N b . 9 E ——.——— Der Veteranen und Mllllitär- Verei zu Friedberg i. d. W. feiert Sonntag den 23. Aug ust 1874 zur Erinnerung an die Schlacht von Gravelotte sein Jahresfest in folgender Weise: 5 Aufstellung des Vereins am Henn'schen Lorale. dem Friedhofe. Vorm./ 8 Uhr. Zug durch die Stadt nach 8 Uhr. Bekränzung der Denkmäler und Grabsteine der verstorbenen Vereinsmitglieder auf dem Friedhof. Choralmusik und Böllerschüsse. Nachher Bekränzung der Gedenktafel in der Stadtkirche. 9½ Uhr. Gemeinsamer Gottesdienst in der Stadtkirche. Aufstellung des Festzuges an der Blindenanstalt. Burg, über die neue Chaussee nach dem Windecker'schen Felsenkeller. Concert, Ansprache und gesellige Zusammenkunft. Abends. Illumination und Feuerwerk. Der unterzeichnete Vorstand bittet alle Einwohner unserer Vaterstadt, durch Schmückung der Häuser, sowie durch zahlreiche Betheiligung zur Verherrlichung des Festes beitragen zu woll n.“ Die geehrten Herren Ehrenmitglieder, sowie die Angehörigen der benachbarten Krieger⸗Vereine erlauben wir uns ganz ergebenst zu unserem Feste einzuladen. Eintrittskarten für Nichtmitglieder à 9 kr. sind bei den Herren M. D. Loeb und L. Groß, sowie an der Kasse zu haben. 2417 Veteranen- und Militär-Verein Friedberg. 2427 Sämmtliche Mitglieder werden unter Hinweisung auf§. 53 und 54 der Statuten auf Samstag den 22. August 1874, Abends 8 Uhr, in's Vereinslocal zu einer außerordentlichen Generalversammlung eingeladen. Zug durch die Stadt, die Nachm. ½3 Uhr. Daselbst Der Vorstand des Veteranen⸗ und Militär⸗ Vereins. e Ossenheimer Wäldchen. 2442 Nächsten Sonntag als am 23. d. Mts. findet dahier bei Harmonie- und Tanzmusik das Erndtefest statt, wozu freundlich einladet G. F. Korndörfer. Lundwirthschastlicher Consum-Verein Friedberg. (Eingetragene Genossenschaft.) Einladung zur Generalversammlung auf Sonntag den 23. August d. J., Nachmittags 2½ Uhr, in die Grauerei von J. Zurck zu Kriedberg. Tagesordnung. 1) Berathung und Beschlußfassung über Annahme des vom Verband empfohlenen„Statuts“. 2) Neuwahlen für Vorstand und Verwaltungsrath. 3) Verschiedene Mittheilungen. 4) Waarenbestellungen. Bei der Wichtigkeit der Gegenstände wird zu zahlreichem Erscheinen mit dem Anfügen dringend eingeladen, daß zur Beschlußfassung über pos. 1 die Anwesenheit von 2/ sämmtlicher Mitglieder er-“ forderlich ist. Friedberg den 12. August 1874. Der Ausschuß: F r. Weit h, Vorsttzender. Bad⸗Nauheim. C. Grüb en. Aliecenpatz. Hof- Friseur. Modewaarenhandlung. 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Zu haben bei Carl Bindernagel in Friedberg und Bad⸗Nauheim. f ö — Casino-Parthie. 2405 Dienstag den 18. August, Nachmittags 3 Uhr, findet eine Parthie auf den Schwalheimer Brunnen statt. Schott). Friedberg den 11. August 1874. . Curt ma n. 2437 Sontag den 23. August findet zu Ehren des Tages von Gravelotte bei dem Unterzeichneten Harmo nie⸗ und Tanzmusik statt. 1 5 Wohl dreimal hoch dem Vaterlande, Dem treues Heer den Sieg gebracht; 0 Von der tapfern, treuen Wacht; Auch die Hessen waren nicht träge, Kämpften wacker in der Schlacht. Hier bewährte sich die Treue Und deutsche Tapferkeit, O, wie zeigte sich auf's neue, Was vermag die Einigkeit. Laßt uns heut' den Tag der Freude Feiern untern diesen Linden; Denn beim Tanz ihr guten Leute Könnt guten Wein ihr finden bei J. Möckel, Ziegenberg. Einladung. 2433 Zur Erinnerung an den 18. August 1870 wird Sonntag den 23. d. M. ein Fest, verbunden mit Tanz, abgehalten werden und ladet der Veteranen- und Milltär⸗ Verein alle Freunde und Gönner zu demselben ein. Das Comité des Stammheimer Veteranen- und Militär⸗Vereins. Bretzellieferung. 2431 Diejenigen Bäcker, welche sich an der Lieferung von circa 800 Bretzeln für das Jugendfest am 2. Sep⸗ tember zu betheiligen beabsichtigen, wollen dies bis zum 22. d. M., Mittags 12 Uhr, Herrn Schäfer, Direktor der Blinden-Anstalt, mittheilen. Flaschen⸗Weine 2443 à 24 30 36 42 48 kr. per Flasche. Leere Flaschen werden à 6 kr. per Stück zurückgenommen. Ph. Dan. Kümmich. Loose zur Wetterauer Industrie-Ausstellung a 36 kr. zu haben bei Carl Bindernagel. 14 Todes ⸗ Anzeige. 2446 Freunden und Bekannten machen wir hier⸗ mit die schmerzliche Miitheilung von dem unver⸗ hofften Ableben unserer theueren Tochter und Schwester 1 Lina Schneider in ihrem 18. Lebensjahre und bitten um stille Theilnahme Die trauernden 4 2 g Eltern und Geschwister. Die Beerdigung findet Dienstag Nachmittag a ak 9 stag Nachmittag Kircheubuchsauszug. Evangelische Gemeinde. Getraute: N 13. Aug. Friedrich Reinhold Reibstein, Kaufmann zu Frankfurt a. M., Sohn des Betriebssecretörs a. D. 155 Christian Reibstein zu Rommershausen, Reg. Bez. Kassel, und Louise Henriette Hilbrecht, Tochter des 5 bhiesigen Getaufte:. 9. Aug. Dem Eisenbahnarbeiler Karl Ludwig Schmibt ein Sohn Wilbelm, geboren am 19. Juli. Verantw. Red.: Carl Bindernagel. Druck und Verlag von Carl Bindernagel 1 Gemeinsamer Abgang vom Casino-Garten(bei Herrn 1 Es bracht' dem Feinde Schimpf und Schande, Die er uns Deutschen zugedacht. 1.¹⁰¹, d 6 Bei Gravelotte bekam er Schläge 1 bitten Bürgers und Kaufmanns Friedrich Christoph Hilbrech t. til — Darn ageblatt a 1. Aller udien Dirk eln für U. Ves Gloßbetzog das Slucle III. O. 1v. Gt ines stem 9 V. Grih VI. Die Großherzog Lehrer an e Dr. August nu errichtet mit Wirkusg am 30. Ju Merheim ⸗R Schönberg a; Kainsbach fü VII. Di, VIII. C. II. Ber Hohen der 55, Juni Blödesheim, P. Juni d Constaniin Schulen zu suchen, am gelischen Sch Nachsuchen, istaelilischen auf sein Na lehrer an d. mann Suuin Elementar unter dem dienstie, ar Eichelsachse den Ruhesie X. Con- tvangelische Alpey, mit dietle edan mu dinem du Solms Sdelle zu. XI. S sionürte Kr am h. Ju 10. Juli d zu Heppend Nevssor i. ber evangel 2. 00 ber um 28. Jul Plack zu D Ludwig Far — meu Beilage. Hberhessischer Anzeiger. 97. Deutsches Reich. Darmstadt. Das Großberzogliche Regier- ungsblatt Nr. 40 enthält: I. Allerhöchste Verordnung, die Aufhebung der Ober⸗ udien ⸗ Direction und die Bildung einer Ministerialab⸗ heilung für Schulangelegenheiten betreffend. II. Verzeichniß der Vorlesungen und Uebungen an der Großberzoglichen polytechnischen Schule zu Darmstadt für das Studienjahr 1874— 75. III. Ordensverleihungen. IV. Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen eines fremden Ordens. JV. Ercheilung von Erfindungspatenten. VI. Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großberzog baben allergnädigst geruht: am 28. Juli dem Lehrer an dem Fürsilich Lippe'schen Gymnasium zu Lemgo, Pr. August Freiherrn von Gall, die Rectorstelle an der ne errichteten Mittelschule(für Knaben) zu Darmstadt mit Wirkung vom 29. September d. J. zu übertragen; aum 30. Juli den ron dem Fürsten zu Löwenstein⸗ Wertheim ⸗Rosenberg und von dem Grafen zu Erbach Schönberg auf die evangelische Schulstelle zu Affbolterbach präsentirten Schulamte⸗Aspiranten Peter Götz aus Nieder⸗ Kainsbach für diese Stelle zu beslätigen. VII. Dienstenthebung. VIII. Charakter⸗Ertheilungen. IX. Versetzungen in den Ruhestand. Seine Königliche Hobeu der Großherzog vaben allergnädigst gerutzt: am 25. Juni den Schullehrer an der Gemeindeschule zu Dlödesgeim, Georg Rieger, auf sein Nachsuchen, am 27. Junt den Pedellen an der polylechnischen Schule, Constantin Witzel, den Schullehrer an den städtischen Schulen zu Worms, Friedrich Schlapp, auf ihr Nach⸗ suchen, am 18. Juli den Schullebrer an der ersten evan⸗ gelischen Schulstelle zu Flomborn, Johann Mertz, auf sein Nachsuchen, am 20. Juli den Schullehrer an der seitberigen istaelitischen Schule zu Oppenheim, Samuel Stettenheimer, guf sein Nachsuchen, am 21. Juli den seitherigen Schul— lehrer an der istaelitischen Schule zu Guntersblum, Selig⸗ mann Steinberger, von der ihm übertragenen israelitischen Elementarschulstelle zu Angerod zu entheben und deuselben, unter dem Vorbehalt der Wiederverwendung im Schul⸗ dienste, am 27. Juli den Ovberförster der Obersörsterei Eichelsachsen, Freiherrn Heinrich von Weitershausen, in den Ruhestand zu versetzen. X. Concurtenzeröffnungen. Erledigt sind: die zweite evangelische Schulstelle zu Frei⸗Laubersheim, im Kreise Alzey, mit einem jährlichen Gehalle von 450 fl.; die dierte evangelische Schulstelle zu Lich, im Kreise Gießen, mu einem jährlichen Gehalte von 550 fl.; dem Fürsten zu Solms⸗Lich steht das Präsentationsrecht für diese Stelle zu. XI. Sterbfälle. Gestorben sind: am 4. Juli der pen⸗ ionirte Kreisdiener Georg Scharmann aus Rüdingshain; am 6. Juli der Notar Dr. Franz Klein zu Mainz; am 10. Juli der Oberstlieutenant i. P. Karl Wilhelm Keim u Heppenbeim a. d. B.; am 12. Juli der Oberrechnungs— Nevisor i. P. Peter Schäfer zu Darmstadt; am 19. Juli det evangelische Pfarrer Rautenbusch zu Partenheim; am 24. Juli der Landgerichts⸗Actuar Karl Siebert zu Langen; zm 25. Juli der Zeughauptmann i. P. Johann Philipp Zlack zu Darmstadt; am 28. Juli der Jagdzeugmeister Zudwig Hamm zu Kranichstein. Darmstadt. S. K. H. der Großherzog zaben sich bewogen gefunden, durch Verordnung zom 3. August d. J. die Oberstudien Direction nit Wirkung vom 1. September d. J. an aufzu- veben und zu bestimmen, daß an deren Stelle rine besondere Abtheilung des Ministeriums des Innern mit der amtlichen Benennung: Ministerium zes Innern, Abtheilung für Schulangelegenheiten ritt, welche aus dem Referenten für Schulange- egenbeiten bei dem Ministerium des Innern als Borsitzenden und aus zwei oder mehreren tech- zischen Räthen, die den Amtstitel„Oberschulrath“ ühren, zu bestehen hat. — Am 3. d. M. wurden der vierte evange— sche Stadtpfarrer zu Darmstadt, Dr. Julius Höring, in seiner Eigenscheft als Mitglied und Kath bei dem Oberconsistorium und als evange⸗ sch geistliches Mitglied und Rath bei der Ober- udien- Direction in den Ruhestand versetzt, der latholische Pfarrer zu Darmstadt, Johann Baptist Beyer, von seiner Dienststelle als katholisch geist— lches Mitglied und Rath bei der Oberstudien⸗ Direction enthoben und am 5. d. M. wurde der Geh. Obersorstrath Eduard v. Steckhausen auf bein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner lungjährigen treuen Dienste in den Ruhestand versetzt. Darmftabt, 14. August Seine Königliche Hoheit „t Groherzog habe allergnädigst geruht: am 3. August dm Pireclor der Oberstudien Direction, Geheimerath Buhelm Willich genannt von Pöllnitz, das Commandeur⸗ kreuz 2. Klasse des Ludewigs⸗ Ordens zu verleihen; am selben Tage: den Geheimen Oberstudienrath Ludwig Freiherrn v. Stein zu Lausnitz, unter Anerkennung seiner mit Eiser und Treue geleisteten Dienste, von der ihm übertragenen Nebenstelle als Mitglied und Rath bei ber Oberstudien⸗Direction zu entheben; den Director an der Realschule zu Offenbach, Friedrich Greim, und den Lehrer an dem Gymnasium zu Darmstadt, Hofrath Theodor Becker, zu vortragenden Räthen bei dem Ministerium des Innern, Abtheilung für Schulangelegenheiten, unter Ver⸗ leihung des Amtstitels„Overschulrath“; den Oberstudien— Secretär bei der Oberstudien-Direction, Wilhelm Ackermann, zum Oberconsistorial⸗Secretär bei dem Oberconsistorium; den Kanzlei-Inspector bei der Oberstudien-⸗Direclion, Gustav Neuling, zum Ministerial-Protokollisten bei dem Mini sterium des Innern, und den Kanzleidiener bei der Ober— studien-Direction, Valentin Bormet, zum Kanzleidiener bei der Provinzial-Ditection Starkenburg und Kreisdiener bei dem Kreisamte Darmstadt auf Widerruf, zu ernennen; den Dirtetor der Oberstudien- Direction, Geheimrath Wilbelm Willich genannt v. Pöllnitz, unter Bezeugung der Allerhöchsten vollen Zufriedenheit mit seinen lang⸗ jährigen treuen und ersprießlichen Diensten; den Geheimen Oberstudienrath, Dr. Karl Wagner, unter Bezeugung det Allerhöchsten vollen Zuftiedenheit mit seinen langjährigen treuen und ersprießlichen Diensten und unter dem Vor⸗ behalte seiner ferneren Verwendung für einzelne Dienst— geschäfte bei dem Ministerium des Innern, Abtheilung für Schulangelegenbeiten; den Registrator und Protokol listen bei der Oberstudien- Direction, Oberstudien-Secretär Paul Klöß, unter Anerkennung seiner langjährigen mii Eifer und Treue geleisteten Dienste; den Oberconsistotal— Secretär bei dem Ober⸗Consistorium, August Barth, auf sein Nachsuchen bis zur Wiederherstellung seiner Gesundyeit; und den Kreisdiener bei dem Kreisamte Darmstadt, Nicolaus Schaffnit, unter Anerkennung seiner langjährigen iteuen Dienste, in den Rugestand zu versetzen. Mainz, 14. Aug. Der Frankf. Presse schreibt man von hier: Die Eröffnung der In- dustrie-Ausstellung fand um 11 Uhr vor einem geladenen Publikum in ftierlicher Weise durch den Großherzog statt, der mit glänzendem Gefolge erschienen war. Die Spitzen der Civil und Militärbehörden, Bisckof von Ketteler und die Geistlichkeit waren anwesend. Der Großherzog machte einen einstündigen Rundgang, wobei er die größte Zufriedenheit über die wahrhaft ge— diegenen Arbeiten aussprach und sich lebhaft mit den einzelnen Ausstellern unterhielt. Minister- präsident Hofmann hielt die Eröffnungsrede, worin er den Ruf des Gewerbfleißes der Mainzer In- dustriellen und ihre Verdienste um die deutsche In— dustrie betonte, den Dank und die Anerkennung des Großherzogs und der Regierung für das ge— lungene Werk anssprach, den Bemühungen des Vorstandes des Gewerbevereins in ehrenvollster Weise gedachte. Commerzjenrath Denninger schloß die Eröffnungsfeierlichkeit mit einem Hoch auf den Großherzog, welches mit Begeisterung aufgenommen wurde. Die Ausstellung ist außerordentlich schön. — 14. Aug. Soeben 5 Uhr traf Marschall Bazaine über Ludwigshafen aus der Schweiz kommend hier ein. Derselbe fährt über Cöln uach Brüssel. Der Marschall sieht vortrefflich aus und ist von seiner Tochter und einen Neffen begleitet. Berlin, 14. August. Fürst Bismarck begab sich heute Mittags 12 Uhr nach Schloß Babels— berg. — Die„Nordd. Allg. Ztg.“ bereitet auf starke Forderungen der Marine- Verwaltung im nächstjährigen Etat des deutschen Reiches vor, indem sie schreibt:„Voraussichtlich wird die Auf— merksamkeit des nächsten Reichstages eingehender für die Entwicklung unseres vaterländischen Kriegs— Setwesens in Anspruch genommen werden.“ — Die„Nordd. Allgem. Ztg.“ hält die Nach- richt von der bereits erfolgten ossiciellen Anerken— nung der Madrider Regierung Seitens Deutsch— lands für verfrüht. Sie meint, diese Frage werde aber demnächst ihre Lösung finden. — 15. August. Fürst Bismarck ist heute nach Varzin abgereist. — Die„Nordd. Allg. Zig.“ constatirt auf Grund nunmehr vorliegender amtlicher Erhebungen, daß der von den Carlisten erschossene Hauptmann Schmidt die von der deutschen Gesandtschaft in — 15. August. Die Abend-Zeitungen ver⸗ öffentlichen ein vom 14. datirtes Dankschreiben des Fürsten Bismarck für die Beweise der Theil⸗ nahme, die ihm anläßlich seiner Errettung aus Lebensgefahr zugegangen und für die er, da ihre Zahl nabe an 2000 betrage, unmittelbar nicht habe danken können. Köln, 15. August. Der„Köln. Ztg.“ zu⸗ folge ist Marschall Bazaine gestern Abend 10 Uhr mit Frau und Schwager hier eingetroffen hat im „Hotel du Nord“ übernachtet und reist heute Mittag 11¼ Uhr nach Brüssel weiter — Die„Kölnische Zeitung“ bringt einen Be richt eines Mitarbeiters, der Bazaine und dessen Gemahlin gesprochen bat. Hiernach leisteten Bazaine bei der Flucht nur dessen Gemahlin und deren Bruder Beihülfe. Nach den verabredeten Signalen ließ sich Bazaine Abends 10 Uhr an einem 80 Fuß langen Seile herab, wobei er sich an Händen und Füßen verletzte. Bazaine gelangte in ein von seiner Ge— mahlin und deren Bruder bereit gehaltenes Boot, nachdem er wiederholt von den Wogen an den Felsen geworfen war. Die weitere Flucht verlief ohne Hindernisse. Ausland. Oesterreich⸗Ungarn. Pest, 14. August In beiden Hausern des Reichetages wurde ein königliches Reseript verlesen, durch welches die Reichstags ⸗Session für geschlossen erklärt und der Beginn der nächsten Session auf den 24. October festgesetzt wird. Frankreich. Paris. Dem„Soir“ zu⸗ solge hat sich der Gefängnißdirector auf St. Mar- guerite beim Verhör widersprochen und stark compromittirt. Ferner wurden Schriftstücke auf- gefunden, wodurch die Mitschuld dritter Personen wahrscheinlich gemacht ist. — 12. Aug. Im heutigen Ministerrath wurde beschlossen, daß Frankreich dem Beispiel Englands, das seine diesbezügliche Absicht zur Kenntniß des Versailler Cabinets hat bringen lassen, folgen und die gegenwärtige span. Regierung anerkennen werde. — Der„Gazette des Tribunaux“ zufolge ist einer der Gefängnißwärter Bazaine's verhastet worden. Zwei Einwohner von Cannes sind der Theilnahme an der Fluchtbegünstigung verdächtig. Marseille. Dabier sind in der Nacht vom 10. zum 11. d. M. und bis am Abend dieses Tages zahlreiche— man spricht von 70—80— Verhaftungen vorgenommen worden. Unter den Verhasteten befinden sich ein Commandant der Bürger⸗Garde vom September 1870, ein großer Rheder, welcher damals Gemeinderath war, ein Advokat, dann aber auch zweideutige Weiber, liederliche Arbeiter je. Die Verhaftungen sollen theils auf die Unruhen Bezug haben, die im September 1870 in Marseille ausgebrochen waren, und nur deshalb nicht eher vorgenommen worden seien, weil bis vor Kurzem die Gültigkeit des Decrets, welches im August 1870 das Departe— ment in BelagerungsZustand versetzte, zweifelhaft war, theils sollen sie mit der Entdeckung einer Diebs- und Gauner-, man sagt sogar Mörder— Bande, zusammenbängen. Belgien. Brüssel. Belgien bat die Madrider Regierung in derselben Weise anerkannt, wie Frankreich, England und Deutschland. Dänemark. Kopenbagen. Nach bier eingelangten Berichten aus Island war der König am 30. Juli dort eingetroffen und mit großem Enthustasmus empfangen worden. Vom 3. bis zum 7. August wurde der Geyser und Thingvalla besucht; am 9. August sollte Ball in Reikjavik stattfinden, am 10. die Rückreise angetreten werden. Großbritannien. Cardiff. Die Asso— ciation der Kohlengrubenbesitzer in Monmouthshire (Süd-Wales) hielt ein Meeting ab, in dem be— schlossen wurde, den Arbeitern eine Lohn-Reduction Madrid für ihn ausgefertigten Legitimattonspapiere von 10 pCt., vom 1. September ab eintretend, bereits in Logrono richtig zugestellt erhalten hatte. anzukündigen. Nottingham. Die hiesigen Arbeitgeber schlugen den Wirkern eine Lohnberabsetzung von 25 pCt. vor; die Arbeiter erklärten, darauf nicht einzugehen, so daß ein Strike wahrscheinlich ist. Spanien. Madrid, 13. Aug. Die Car- listen haben einen vergeblichen Versuch gemacht, den Ebro zu überschreiten. Die carlistische Ab- theilung unter Saballs soll in Folge zahlreicher Desertionen gelichtet sein. — Don Carlos hat ein Manifest erlassen, in dem er in Bezug auf den erschossenen Hauptmann Schmidt erklärt: Jeder Fremde, der am Bürger- krieg theilnähme, verliere diejenigen Rechte, welche das Völkerrecht gewähre, und setze sich Repressalien aus. Das Manifest spricht die Hoffnung aus, daß die europäischen Mächte in Spanien nicht interveniren werden. — Die Vertreter Amerika's, Belgien's, Hol— land's, Italien's, England's und Deutschland's haben den Minister des Aeußern, Ulloa, wegen der Anerkennung der spanischen Regierung und der Einnahme Oteiza's beglückwünscht.— Ulloa hat dem deutschen Kaiser ein Dankschreiden wegen der von ihm ergriffenen Initiative zu der Aner- kennung der spanischen Regierung gesandt. — Der„Indép. Belge“ wird von hier ge— schrieben:„Man redet viel von der Verhaftung zweier Jesuiten, Directoren des Collegiums von Ocanna in der Provinz Toledo. Die Regierung soll die Beweise dafür in den Händen baben, daß dieselben aus Woblthätigkeits-Anstalten dieser Pro— vinz 100,000 Piaster entfremdet und dem Schatze mehrerer Kirchen zugehörige Kunst- und Werth— Gegenstände für bedeutende Summen verkauft haben, um diese Beträge der carlistischen Armee zuzuwenden. Einige ihrer Freunde haben bei Sagasta Schritte zu Gunsten derselben versucht, aber dieser hielt die Verhaftung der Schuldigen entschieden aufrecht.“ — Der Vertreter Spaniens in London hat hierher telegraphirt, England erkenne die Regier— ung des Marschalls Serrano an. Später traf auch eine lelegraphische Meldung aus Paris ein, welche die Anerkennung der Regierung Seitens Frankreichs anzeigte. — Die Verluste der Carlisten in dem Gefechte von Oteiza sind amtlicher Ermittelung zufolge sehr beträchtlich. General Zabala hat Vittoria von Neuem mit Lebensmitteln versehen und ist darauf nach Miranda zurückgekehrt. Italien. Rom. Die„Opinione“ meldet: Der Minister des Aeußern erklärte in Folge des Rundschreibens der deutschen Regierung, Italien sei bereit, die Regierung in Madrid offitiell an— zuerkennen. — Der Deputirte Massari wurde auf der Straße angefallen und leicht verwundet. Der Thäter wurde verhaftet. Sein Motiv ist Privatrache. Florenz, 9. August. Heute Nacht wurden hier 13 Internationale verhaftet. Einige andere, die sich fluchtig gemacht, werden eifrigst verfolgt. Aus Stadt und Land. Friedbero. Vor einigen Tagen kehrten die hiesigen Sänger, des„Liederkranz“ und„Frohsinn“, zwölf an der Zahl, von dem Münchener zweiten deutschen Sängerfeste in großer Begeisterung über das dort Erlebte retour. Gewiß werden Alle, die an dem Feste Theil genommen, die schönen Tage in der herrlichen Isarstadt mit ihren reichen Kunst⸗ schätzen und Sammlungen, sowie ihrer prachtvollen Um⸗ gebung nie vergessen. Die Naturschönheiten des Starn— berger See's mit dem Blick von der Ilkahöhe auf die ganz nabe gelegenen Jochalpen werden ihnen ewig im Ge— dächtniß bleiben. Möchten aber auch alle Sänger sich nach ihrer Heimkehr befleißigen, den schönen deutschen Männer— gesang als Mittel zur Hebung und Kräftigung des natio— nalen Gefühls zu fördern und zu pflegen; denn ganz richtig sagte eine Inschrist an der Sängerbühne im festlich⸗ geschmückten Glaspalaste: Im Lied streuten wir die heil'ge Saat; Zur Reife brachte sie die deutsche That! Schwalheim. Am letzten Donnerstage stach sich ein hiesiger Einwohner, der als Arbeiter auf dem Nauheimer Bahnhofe heschäfligt war, mit einem Messer in die Brust. Anderen Tages starb er in Folge dieser Wunde. Die Ursache sei ein Disput mit seinem Bruder gewesen, im Verlaufe dessen er das Messer ergriffen habe. Eine sonstige besondere Ursache habe nicht vorgele en. Darmstad!. Wie wir böten, ist es dem Büchsen— macher des 2. Bataillons des Großh. Leibgarde-Regiments gelungen, an dem Chassepotgewehr eine Aenderung anzu— bringen, wodurch ein derartig verändertes Gewehr das ap— tirte Zündnadelgewebr noch übertreffen soll und es möglich wird. mit demselben 28—30 Schuß per Minute abzugeben. Darmstadt. Am Mittwoch entlud sich über der Gemarkung Viernheim ein furchtbares Hagelwetter, welches einen großen Theil der Tavaks⸗ und Obsternte zerstörte. Viele mit Tabak bepflanzte Grunbstücke müssen umgepflügt werden. Der Schaden ist um so empfindlicher, als vielfach das Versichern gegen Hagelschaden unterlassen war. Mainz. Der Knabe, dessen Entweichen aus der Wohnung seiner Pflege-Eltern wir vor einigen Tagen mel⸗ deten, ist in Hamburg angehalten worden und wird nächstens wieder zurückkommen. Mainz, 13. August. Heute Vormittag stürzte der Dachdeckermeister Rach in Castel von einem Dache und war sofort todt. Derselbe binterläßt eine Frau und mehrere Kinder, darunter ein saubstummes Mädchen, die er bis dahin mit seiner Hände Arbeit treulich ernährte. Allerlei. Frankfurt. Vor 8 Jahren kam die Stadt in den Besitz eines Findelkindes, zu dessen Vormund ein Herr Dr. Lotey bestellt wurde. Da die Multer aus Köln gewesen sein soll, so wurden von der hiesigen Gemeinde— Behörde mit der Kölner Verhandlung wegen Uebernahme des Kindes, jedoch erfolglos, gepflogen. Das Mädchen kam auf Kosten des hiesigen Aexrars in Kost, und als seine Pflege-Eltern starben, blieb es in demselben Haus bei andern achtbaren Leuten. Das Kostgeld wurde durch die städtische Polizeiꝙ-Seclion bezahll. Dieser Tage nun erschien während der Abwesenheit des Pflegevaters in dem Hause desselben ein katholischer Geistlicher mit einer Assistenz und taufte dae Kind. Des andern Tags langte ein Brief des Secretärs der Polizeisection ein, worin migetbeilt wird, die Kleine werde den bisherigen Pflegern vom Waisenhause abgenommen und in Bensheim untergebracht werden. Das Anerbieten, das Kind, welches der katholi— schen Kirche zugeführt werden sollte, unentgeltlich zu be— halten, blieb unberücksichtigt. Ohne Wissen des Vormun⸗ des, vielmehr in dessen Abwesenheit, wurde die Kleine abgeholt und sorigeführt. Wie wir hören, werden von [Seiten des Vormundes der Sachlage enisprechende Schritte bei der Obervormundschafts-Behörde ꝛc. erfolgen. Bayreuth. Ein schreckliches Verbrechen, über welches noch tiejes Dunkel ruht, ist hier verübt worden. Die „Oberfsränkische Zig.“ schreibt über den Vorfall: Ein Ver⸗ brechen, wie es scheußlicher nicht gedacht werden kann, wurde heule(11. Aug.) mit dem Morgengrauen entdeckt. Man fand auf dem Platze vor dem Friedrichsthor, welcher zur Lagerung der Pflastersteine benutzt wird, den verstüm⸗ melien Leichnam eines 16— 20jährigen Mädchens. Dem Leichnam fehlte der Kopf, die beiden Arme und Füße. Ganz hart kam Rumpfe ist der Kopf abgehackt, die beiden Arme ungefähr je in der Mitte des Oberarmes und die Beine ebenfalls ungesähr in Mitte des Oberschenkels. Die Arme und Beine, ebenso auch der Kopf, scheinen vorher erst mit dem Messer in den Fleischtheilen durchschnitten und dann erst mit dem Beile abgehauen worden zu sein. Der Rumpf war mit einem Hemde bekleidet. Wo das Verbrechen verübt wurde und aus welcher Ursache, kann noch nicht gesagt werden, da zur Stunde jeder Anhaltspunkt fehlt. Der Platz, an welchem der Leichnam gefunden wurde, zeigte keine Spur von Blut, ebensowenig das Hemd. Der untere Theil des letzteren ist aus gröberer Leinwand ge— fertigt, wie es bei Leuten der unteren Volksklasse gebräuch— lich ist. Wahrscheinlich ist der Leichnam von auswärts bieher verbracht worden. Au einzelnen Theilen des Rumpfes befanden sich Kiefernadeln. Die Beschaffenheit des Leich⸗ nams läßt darauf schließen, daß der Tod vor einem oder zwei Tagen eingetreten ist. Nürnberg, 10. Aug. Der beute Morgen fällige Wiener Curierzug traf erst Mittags bier ein. Die Ursache der Verspätung war eine bei Deining(erste Station der Ostbahn, jeuseits Neumarkt gegen Regensburg zu) vorge— kommener Zusammenstoß des Curierzuges mit einem Ma- terialzuge. Die Passagiere des Curierzuges kamen mit unbedeutenden Contusionen davon, dagegen wurden von den auf dem Malerialzuge befindlichen Arbeitern sechs ge— tödtet und drei verwundet. Nürnberg. Als am 7. d. der Courier ⸗Zug von Passau hier ankam, fanden sich, wie der„Fränk Kur.“ berichtet, in einem Postwagen desselben 39 Dynamit— Patronen der größten Sorte in unverpacktem Zustande vor. Wie und von wem dieselben dorthin gebracht wurden, konnte bis jetzt nicht ermittelt werden. Diese Patronen wurden am 8. d. unter Aussicht einer Commission im Walde unter Anwendung aller Vorsichtsmaßregeln vergraben. Dresden. Von Staatswegen ist man eben in Sachsen damit beschäftigt, eine chemische Analyse der sämmtlichen Biere vorzunehmen, die dort im Verkehr sind. Außerdem hat man sich eine Zusammenstellung der an die einzelnen Brauereien versendeten Massen von Ingredienzien dei der Bier bereitung geben lassen. Nuhla, 6. Aug. Unser Ort war beute Mittag gegen 11 und 12 Uhr der Schauplatz eines gräßlichen Unglücks. Der Kanonier L. bei der Erfurter Festungs Artillerie, der einzige Sohn des Bierbrauereibesitzers L. hier, war gestern auf Urlaub hier angekommen, nachdem er von den Schieß⸗ übungen von Jüterbogk zurückgekehrt. Derselbe hatte einige Granaten mitgebracht, welche bei den Uebungen nicht erepirt waren. Heute Mittag nun hatte er eine solche in der Hand und erklärte den Warnungen seiner Eltern gegenüber, die— elbe set entladen, wollte die Beschaffenbeit des Geschosses einigen im Gastzimmer anwesenden Gästen demonstriren und stößt dabei gegen die Zündschraube, wobei die Granate mit furchtbarer Detonation explodirte, dem Unglücklichen ihn selbst aber mit zerrissenem Unterleib und Brust ing anstoßende Zimmer zurückwarf. Der Tod des hoffnungs⸗ vollen jungen Mannes, der Seitens seiner Vorgesetzten Einem dem Gäste zerschlug ein Granalsplitter die Knochen, röbre über dem Fuß, der andere trug eine weniger erheb⸗ liche Verletzung am Arm davon. Constanz. Der„Hamb. Reform“ schreibt man von unlängst gemachten Hochzeitoreise Gelegenheit gehabt, dit persönliche Liebenswürdigkeir des deuischen Kaisers kennen sees weilend, ließen sich eines schönen Tages nach der wegen ihrer reizenden Lage wellberühmten Insel Mainau übersetzen, woselbst im Schloß des Großberzogs von Baden Paar den Rückweg antrat, hatte sich das Wetter geändert, Ein scharser Wind bedeckte die Oberfläche des Sees mit hohen Wellen, die gefahrdrohender wurden, und bald er⸗ klärte der Fährmann, wieder umkehren zu müssen, was denn auch geschah. Die Hamburger Vergnügungsreisenden ehr bald abgeholfen wurde. Kaiser Wilhelm und sein großherzoglicher Schwiegersohn hatten die schlimme Lage, in die der kleine Kahn gerathen war, vom Ufer aus be— obachtet. Als die jungen Eheleute nun gelandet waren und auf der Insel umherirrten, begegnete ihnen der Kaiser, fragte, ob sie die Insassen des Bootes gewesen wären, er⸗ kundigie sich nach ihren Namen, Verhältnissen, ihrer Hei⸗ malh ꝛc. und ließ dann seinen eigenen kleinen Dampfer serlig machen, um die Hamburger überzusetzen, dem jungen Paare glückliche Weiterreise wünschend. In ihrer Aengst⸗ lichkeit, noch unter dem Eindruck des überstandenen Schreckens, fragte die junge Frau, od man auch auf dem Dampfer ganz sicher wäte.„Seien Sie nur ganz ruhig“, antwor⸗ tete der Kaiser:„Dem Dampfboot können Sie sich ohne Bedenken anvertrauen. Es führt meinen eigenen Namen: „Kaiser Wilhelm“; da sind Sie ganz sicher.“ Berlin. Elend und verkommen langten am Mitt woch wiederum ca. 50 Rückwanderer aus Brasilien hier an. Zwei Möbelwagen, gefüllt mit den Trümmern ihrer Habe, und begleitet von einem Schutzmann, führten die Bethörten in das hiesige Arbeitshaus, von wo aus sie nach ihren heimathlichen Ortschaften weiter befördert werden, Sie stammen aus den Danziger Niederungen. Handel und Verkehr. H.- v. Friedberg. Durch Schreiben Königlicher Direction der Main-Weser-Bahn an den Vorstand des hie⸗ sigen Handels⸗Verein, sind auf dessen Wunsch weiter die. Stationen: Hannover, Braunschweig, Bruchsal, Durlach, Pforzheim, Karloruhe, Baden, Offenburg, Freiburg, Heil⸗ bronn, Ludwigsburg, Stuttgart, Reuilingen und Ulm in den directen Güterverkehr mit der Station Friedberg aufgenommen worden. Man kann der Königlichen Direction für diese Einrichtung nur Anerkennung zollen. Strohmarkt war gut befahren. Heu kosteie per Cir. 1 fl. 45 kr. bis 2 fl. 35 kr., Stroh per Centner 1 fl. 12 kr. 44 kr., Eier das Hundert 3 fl. 20 kr. Grünberg, 15. August. Die Preise auf unserem heutigen Fruchtmarkte betragen: Waizen(100 Kilo) 14 fl. 8 fl. 20 kr.; Hafer(60 Kilo) 7 fl. 4 kr.; Molter (90 Kilo)— fl.— kr.; Erbsen(110 Kilo)— fl.— kr.; Linsen(100 Kilo)— fl.— kr.; Samen(90 Kilo) 13 fl. 20 kr.; Kartoffeln(100 Kilo)— fl.— kr. Die Weimarsche Bank hat ihre 10⸗Thaler-⸗Banknoten zur Einlösung ausgeschrieben. Als letzte Frist ist der 5. August 1875 angegeben. Geld ⸗Cours. Frankfurt am 15. August 1874. Pistele n fl. 9 40—42 Holländische fl. 10⸗Stücke„ 9 48—50 Dukaten„ 5 34—36 Ducaten al maro„ 5 37-39 20⸗Frankenstücke„ 9 288—29½½ Englische Sovereigns.„ 11 55-57 Russische Imperiales.„ 9 47-49 Dollars in Geld[% 2 20 Aechl Kolnisches Waffe von Johann Maria Farina. Meine Niederlage davon im Comptoir des Ober hessischen Anzeigers in Friedberg empfehle ich zu 8 fl. per Dutzend, 4 fl. per halbes Dutzend und 45 kr. per Glas gehorsamst. Kalender pro 1875. die Hände völlig von den Armen abriß und eine derselben durch die zertrümmerten Fenster auf die Straße schleuderte, Friedberg und Bad⸗Nauheim. Carl Bindernagel, das beste Lob genoß, trat nach einigen Augenblicken ein. hier: Ein junges Hamburger Ehepaar har während seiner zu lernen. Die Neuvermählten, an den Ufern des Boden ⸗ gerade Kaiser Wilhelm zum Besuch weilte. Als das junge waren natürlich in nicht geringer Verlegenheit, der aber 6 Frankfurt, 15. August. Der heutige Heu⸗ und vis 1 fl. 20 kr., Butter 1. Qual. 46 kr., 2. Qual. 10 kr.; Korn(90 Kilo) 9 fl. 48 kr.; Gerste(80 Kilo) Johann Maria Farina in Cöl Daheimkalender 54 kr. Familienkalender 18„ Nieritz Volkskalender 36„ 1574 — geltefsen Un eilige Auft dulchpassirer zwar an die 4 . Gärtner ö birke Ftie 1 Bönstadt u Fiiedberg g 1 Vetteffen U von Ihnen Arnehmen, Hetteffen an die( Hoch⸗Me U Anzeiger! N die nächste 9. 21 1 D