1874. r EN 5 12 2 8* 2 * n Samstag den 12. September. ** Nee . r 108. * 8 8 Oberhessischer! uzeiger. . 2 9 Die Petitzeile wird mit 4 Kreuzern berechnet. Areisblatt für den Kreis Friedberg. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag, Nr. 41. Nichts.— Nr. 42. sub 1. Grundbuchsauszügen zu entrichtenden Gebühren betr.— sub 2. rechnung betr.— sub 4. Verordnung, die Jagdwaffenpässe betr. Friedberg, 9. September 1874. n Teinksprüche * Daknud l 2 nen den 8 1 rling Nindrtnagel. 8— 6 Bernbeck f 7 I) auswärtige, an den Grenzen des Großherzogthums angestellte Forst- Junge bold, die dahin führenden Wege nicht verlassen und Scheibenbüchsen oder r eee e eee 11 10 . . 4 5 Amtlicher Theil. Aus dem Großherzoglichen Regierungsblatt ist zu publieiren: Verordnung, die Organisation der obersten Staatsbehörde betr.— Nr. 43. geseß, d l Gesetz, die Erhebung der directen Steuern beir.— sub 3. Verordnung, die Einführung der Reichsmark⸗ sub 1. Gesetz, die für Ertheilung von Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Trapp. Commissär in Bayreuth. Preis 42. kr. Königlicher Regierungs- Rechnungs- Commissär in Bayreuth. Betreffend: Die Herausgabe eines„Universalzinsrechners“ und Umrechners in neuer Reichs währung. f g Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien und die Gemeinde- und Kirchen-Rechner des Kreises. Wir machen Sie auf die in der Buchnerischen Verlagsbuchhandlung zu Bamberg so eben erschienenen tabellarischen Rechnungsübersichten: 1) Universalumrechner der süddeutschen Währung in die Reichsmünzwährung. Berechnet von G. Fasching, Königlicher Regierungs- Rechnungs- Friedberg am 9. September 1874. 2) Universal- Zins- Capitalien- und Besoldungsraten-Rechner. Zum Gebrauch für Süd- und Norddeutschland; herausgegeben von G. Fasching, . 85 0 Preis 1 fl. 10 fr. nit dem Anfügen aufmerksam, daß ein Exemplar der beiden Uebersichten in unserer Registratur eingesehen werden kann. Sollte eine Anschaffung auf Gemeindekosten gewünscht werden, dann sehen wir Ihren Berichten entgegen. Tit a p p. 8 Lu dach III. von Gottes Gnaden Großherzog von Hessen und zei Rhein ꝛc. ꝛc. Nachdem verschiedene Aenderungen Unserer Verordnung vom 28. Juni 827, die Jagdwaffenpässe betreffend, nothwendig geworden sind, haben Wir Uns bewogen gefunden zu verordnen und verordnen hiermit, wie folgt: §. 1. In dem Großherzogthum darf Niemand außerhalb der Wohn— rte mit einem zur Jagd tauglichen Feuergewehr erscheinen ohne mit einem zach den Vorschriften der gegenwärtigen Verordnung ausgestellten Jagd- paffenpasse versehen zu sein und solchen bei sich zu führen. §. 2. Von der Bestimmung des F. 1 sind ausgenommen: 4) die Prinzen Unseres Großherzoglichen Hauses und die Standesherrn des Großherzogthums für ihre Person; b) die Militärpersonen und die Gendarmen, jedoch nur rücksichtlich ihrer eigentlichen ordonnanzwäßigen Dienstwaffen; c) die mit einem die öffentliche Sicherheit betreffenden Civilpolizeidienste, welcher das Tragen von Feuergewehren vorschreibt, beauftragten Per— sonen, wenn sie in ihren Dienstverrichtungen begriffen sind, wozu jedoch die ausschließlich mit Handhabung der Feld-, Forst- und Jagbpolizei beauftragten Petsonen nicht gerechnet werden sollen; diener, wenn sie in Geschäften ihres Amtes die Grenze überschreiten; E) die Besucher polizeilich erlaubter Schießstände während des Schießens und bei der Hin- und Rückreise, insofern sie den Schießstand und zum Scheibenschießen geeignete Gewehre führen und Büchsen und Gewehre auf der Reise ungeladen sind; ) die Districtseinnehmer für die Zeit der Echebung und Ablieferung der Steuern während der Ausübung ihres Dienstes; jedoch nur gegen Vorzeigung derjenigen Certificate, welche ihnen auf Antrag der Obereinnehmer durch die Kreisämter unentgeltlich ertheilt werden ollen; 60— Büchsenmacher, welche ihres Gewerbes wegen in dem Falle sind, zum Probiren der Gewehre mit denselben außerhalb der Wohnorte aan die geeigneten Plätze gehen zu müssen, gegen Vorzeigung beson⸗ derer Zeugnisse, welche ihnen zu diesem Ende durch die Kreisämter unentgeltlich ertheilt werden.. §. 3. Den im Staats-, Gemeinde- oder Privatdienste stehenden Dr stbeamten, deren Dienst das Tragen von Feuergewehren erfordert, birden, sofern sie nicht Eigenthümer oder Pachter von Jagden sind, auf Uscheinigungen der Ober⸗Forst⸗ und Domänen⸗ Direction von den Kreis- 3 unentgeltliche Jagdwaffenpässe auf die Dauer ihrer Dienstzeit 5 N 2 * 1 4. Die Abgabe für einen zahlbaren Jagdwaffenpaß beträgt seaen Gulden(12 Mark). Diese Jagdwaffen pässe besteben in gestempelten harten und sind für ein Jahr, vom Tage der Ausfertigung an gerechnet, gtig. Vor der Ausfertigung derselben ist die Abgabe an die Aus. saigungsstelle zu entrichten. Im Uebrigen geschieht die Ausfertigung lestenfrei. 5 Verordnung, Jag d eee d e eee feed. §. 5. Zur Ertbeilung von Jagdwaffenpässen an Personen, die im Großherzogthum wohnen, sind nur die Kreisämter des Domicils der— selben, zur Ertheilung von Jagdwaffenpässen an Personen, die außerhalb des Großherzogthums wohnen, dagegen sämmtliche Kreisämter befugt. §. 6. Die zahlbaren Jagdwaffenpässe werden entweder für be— stimmte Personen oder auf Inhaber ausgestellt. §. 7. Jagdwaffenpässe auf Inhaber werden nur an Jagdeigen— thümer und Jagdpächter ertheilt, insofern dieselben für ihre Person bereits mit einem Jagdwaffenpaß auf Namen versehen sind oder dessen nach der Bestimmung in§. 2 a dieser Verordnung nicht bedürfen. Diese Pässe gelten nur in den von denselben eigenthümlich oder pachtweise besessenen Jagdbezirken. Die Eigenthümer solcher Jagdwaffenpässe dürfen dieselben nur an solche Personen, welche in ihrer Gesellschaft jagen, oder welchen sie das Beschießen ihrer Jagden in gesetzlich statthafter Weise auftragen, abgeben. Die Verabfolgung von Jagdwaffenpässen auf Inhaber an Personen, denen nach§. 8 der Verordnung ein persönlicher Jagdwaffenpaß nicht ertbeilt werden darf, ist unstatthaft. Diejenigen Jagdbesitzer, welche dieser Bestimmung wissentlich zuwiderhandeln, können von der Ertheilung von Jagdwaffenpässen auf Inhaber ausgeschlossen werden. §. 8. Die Ertheilung eines zahlbaren Jagdwaffenpasses für be— stimmte Personen ist zu versagen:“ 1) denjenigen, von welchen eine unvorsichtige Führung des Schießgewehrs oder eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit zu besorgen ist; 2) denjenigen, welche im Laufe der letztvergangenen fünf Jahre wegen Jagdvergehens Strafe erlitten haben. §. 9. Sämmtliche Forst- und Polizeibeamte, die Gendarmie, die mit der Aussicht wegen der indireeten Auflagen beauftragten Personen, die Gemeindevorsteher, sowie die Feldschützen und Jagdhüter, sind ver— pflichtet, auf die genaue Besolgung dieser Verordnung zu wachen, und jede Uebertretung sofort anzuzeigen. §. 10. Wer mit einem zur Jagd tauglichen Feuergewehr außerhalb der Wohnorte erscheint, verfällt ohne Rücksicht auf die wegen etwa ver— übter Jagdvergehen besonders verwirkter Strafen: a) wenn er sich zur Zeit der Betretung nicht im Besitz des nöthigen Jagdwaffenpasses oder Zeugnisses befindet, für jeden Fall in eine Strafe von 14 fl. 35 kr.(25 Mark); b) wenn er zur Zeit der Betretung die erforderliche Legitimation zwar besitzt, aber auf Anfordern nicht sofort vorzeigt, für jeden Fall in eine Strafe von 2 fl. 55 kr.(5 Mark). §. 11. Die Strasverfolgung der Uebertretungen(§. 10) verjährt in drei Jahren. §. 12. Die Strafen werden von den zur Aburtheilung der Con- trarentionen gegen die Gesetze und Verordnungen über die indirecten Auf⸗ lagen competenten Gerichten unter Beobachtung des desfalls vorgeschriebenen Verfahrens angesetzt. Den Contravensenten sleht es jedoch frei, die Contraventionen nach 0 . N der Verordnung vom 22. Januar 1829 auf administrativem Wege er⸗ ledigen zu lassen. §. 13. Im Falle der Uneinbringlichkeit der gerichtlich erkannten Geldstrafen sollen dieselben in Haft verwandelt Schuldnern verbüßt werden. Hierbei ist für je Strafe ein Tag Haft anzusetzen. Diejenigen Gerichte, von welchen die Geldstrafen erkannt worden sind, haben auch in den geeigneten Fällen die Verwandlung derselben in Haft zu verfügen und für den Vollzug der Verbüßung zu sorgen. und soll diese von den 1 fl. 10 kr.(2 Mark) herzoglichen Siegels. . 85 §. 14. Gegenwärtige Verordnung tritt mit dem 1. Januar 1875 in Kraft und es sind von diesem Zeitpunkte an die Verordnungen vom 28. Juni 1827 und vom 30. September 1848, die Jagdwaffenpässe retreffend, aufgehoben, jedoch bleiben die ausgestellten Jagdwaffenpässe bis zu dem Zeitpunkt ihres Ablaufe in Gültigkeit. Urkundlich Unserer eigenhändigen Unterschrift und beigedrückten Groß. Mainz den 27. August 1874. LU D W JG. Schleiermacher. Betreffend: Die Bau- und Culturveränderungsverzeichnisse. Das Großherzogliche Land erieht Friedberg an die Großherzoglichen Ortsgerichte des Landgerichtsbezirks. Nach Verfügung Großberzoglichen Hofgerichts der Provinz Oberhessen vom 30. September v. J. sind die Bau- und Cultur Veränderungs⸗ verzeichnisse bereits am 1. Juli jeden nicht eingelangt sein sollten, baldthunlichst nachzusend keine Bau- und Cultur-Veränderungen vorgekommen bie noch rückständigen Verzeichnisse und Meßbriefe resp. Benachrichtigungen, commissariat gelangen zu lassen. en. Friedberg den 9. September 1874. Jahres an die Großherzoglichen Steuereommissariate zu übersenden und zugebörige Meßbriefe, die bis dahin Indem wir erwarten, daß Sie diese Verfügung für die Folge genau beobachten und wenn sind, auch biervon dem Steuercommissariate Nachricht geben, weisen wir Sie zugleich an, die jetzt daß Veränderungen nicht vorgekommen sind, schleunigst an das Steuer Ber a m m, Landrichter ⸗Vicar. Deutsches Reich. Friedberg, 11. Septbr. Ein Ereigniß vollzieht sich heute, dessen eminente Bedeutung unsere Stadt wobl zu würdigen weiß, denn nach einem Zeitraum von 432 Jahren zieht wieder ein deutscher Kaiser in unsere Mauern ein. Aber kein Kaiser des„heiligen römischen Reiches deutscher Nation“, sondern ein Kaiser, der uns das neue deutsche Reich gab, der sich seine Krone in heißer Feldschlacht mit des Reiches Erbfeind erstritt, der sein Leben für dieses Reiches Unabhängig— keit und Einheit einsetzte. Ihn, soweit es unsere bescheidenen Kräfte erlauben, würdig zu empfangen, schmückte sich die Stadt mit ihrem besten Festgewande, tönen ihm unsere begeisterten Hochs, schlagen ihm unsere Herzen in Jubel entgegen. Möge er es empfinden, mit welcher Liebe unsere patriotisch gesinnte Stadt an ihm und seinem Hause hängt, wie wir nicht allein in angestammter Hessentreue zu unserem Großherzoge, sondern auch treu zu Kaiser und Reich stehen! Heil und Segen unserem deutschen Kaiser Wilhelm! Darmstadt, Am 25. v. M. wurde an die Stelle des zum Provinzialdirector der Provinzial- direction Rheinhessen ernannten Großherzoglichen Geheimeraths Dr. Goldmann, der nunmehrige Provinzialdirector der Provinzialdirection Starken- burg, Friedrich Küchler, zum Präsidenten der Centralstelle für die Land wirthschaft und die land⸗ wirthschaftlichen Vereine und in Verbindung damit zum Präsidenten des landwirthschaftlichen Vereins der Provinz Starkenburg ernannt. — 8. Sept. Morgen wird der Finanz Ausschuß der zweiten Kammer zusammentreten, um zunächst über die seiner Zeit zurückgelegte Regier- ungs⸗Vorlage, betreffend den Wieder- Aufbau des hiesigen Hoftheaters, und sodann über die weitere Vorlage, betreffend die Anerkennung der Domänen in den neu erworbenen Landestheilen mit Ausnahme der als Landeseigenthum behandelten Objecte ꝛc. als Bestandtheil des Familieneigenthums des großh. Hauses zu beschließen.— Der Gesetzgebungs— Aus sschuß zweiter Kammer tritt erst am 14. d. zusammen, um über eine Reihe von Gegenständen zu beschließen, bezüglich deren die Referate erstattet, bezw. vorbereitet sind. Namentlich wird das schon mehrfach erwähnte Berg-Gesetz zur Verhandlung kommen, über welches der Abg. Buff zu berichten hat.— Der Zusammentritt der zweiten Kammer ist vorerst gegen Ende d. M. in Aussicht genommen. Es besteht die Hoffnung, daß bis dahin die Aus- schußberichte über die jüngst vorgelegten Kirchen⸗ Gesetze erstattet sind, so daß die Berathung sich schon auf diese wichtigsten aller Vorlagen erstrecken könnte. Mainz, 9. Sept. Heute Morgen 11 Uhr kam die deutsche Kaiserin mit kleinem Gefolge von Wilhelmsthal(Thüringen) hier an. Unter Führung des Geheimrath Deninger verweilte sie eine Stunde lang in der Ausstellung, begleitet vom Gouverneur von Boyen. Die Kaiserin sprach ihre höchste Zufriedenheit über Alles aus. Hierauf nahm sie das Frübstück im Gouvernementsgebäude ein und reiste nach Baden-Baden weiter. Berlin. Die Zeitungs-Nachricht, es sei eine Verstärckung des in den spanischen Gewässern kreuzenden deutschen Geschwaders beschlossen, wird von unterrichteter Seite als unbegründet erklärt. Bisber ist darüber nichts beschlossen. Ueber die Uebersiedelung des Prinzen Friedrich Wilhelm nach Kassel theilt das„Berl. Tagbl.“ mit:„Der älteste Sohn des Kronprinzen wird dem Vernehmen nach vom Beginne des Herbstsemesters ab das seit dem Herbst 1870 unter Leitung des Direktor Vogt stehende Lyceum Frideri— cianum in Kassel besuchen. Der junge Prinz, welcher augenblicklich 15½ Jahre alt ist, unterzog sich schon vor längerer Zeit an einem hiesigen (Gymnasium mit bestem Erfolge einer Prüfung für die Aufnahme in eine der oberen Klassen. Homburg v. d. H. Am letzten Dienstag wurde dem Bischof von Jork, welcher bisher hier weilte, um die Kur zu gebrauchen, vom Landraths- amte mitgetheilt, daß er sich aus Preußen ent- fernen möge, widrigenfalls man genöthigt sein würde, ihn auszuwrisen. Der Prälat zog es vor, jeden Eclat zu vermeiden und reiste sofort ab. Bonn. Im hiesigen Centrallokale des Bor— romäus-⸗Vereins fand eine polizeiliche Haussuchung statt. Viele compromittirende Schriftstücke wurden mit Beschlag belegt. Kaiserslautern, 9. Sept. Nach Inspi⸗ cirung des Divisionsmanövers kehrte der Kron- prinz des deutschen Reiches nach Homburg zurück, von wo er um halb 12 Ubr nach Nauheim ab- reiste. Seiner Abreise wohnten Tausende von Menschen bei, welche die„Wacht am Rhein“ sangen. Leipzig, 8. Sept. Bald nach dem Attentat auf den Reichskanzler Fürst Bismarck ließ sich in der Stadt Zwickau ein katholischer, ultramontan gesinnter Kaufmann Namens Trümper zu Bedroh— ungen und beleidigenden Worten gegen Bismarck in einem öffentlichen Local hinreißen. Derselbe wurde dem Staatsanwalt denucirt und es hat in Folge dessen gestern in Zwickau gegen Trümper die öffentliche Gerichtsverhandlung stattgefunden. Der Angeklagte wurde zu acht Monate Gefängniß verurtheilt. Freiburg, 8. September. In der heutigen öffentlichen Schluß Sitzung, welche von 45000 Menschen besucht war, traten Ober⸗Staatsanwalt Streng und Professor Meßmer aus München, sowie Bischof Reinkens als Redner auf. Letzterer protestirte gegen ein Sendschreiben des Capitel- Vicars Kübel und erklärte eine Behauptung des- selben über eine von Reinkens in Konstanz ge— haltene Predigt für eine grobe Lüge, die Kübel, trotz der an ihn gecichteten Aufforderung, nicht wiederrufen habe. Professor Schulte schließt den Congreß mit einer Ansprache und einem Hoch auf den Kaiser und den Großherzog von Baden. D. Frankfurt a. M., 10. Sept. Die Speculation, welche bezüglich der Vorgänge in Spanien, besonders in Berlin in eine größere Verstimmung gerathen war, als anfäng— lich angenommen werden konnte, zeigt sich wieder beruhigter, nachdem heute durch die„Prov. Corresp.“ der Vorfall mit dem„Albairos“ für erledigt erklärt wird, und außerdem eine Depesche einen nicht unbedeutenden Sieg der repu— blikanischen Truppen über die Carlisten bei Mora meldet, Die Tendenz der Börse gestaltete sich dabier recht sest, und wurde der Grundton derselben selbst durch später ein— ireffende mattere Berliner Course nicht alterirt, wenn auch die Speculationswerthe eine kleine Abschwächung erlitten, Das Geschäft war nicht sonderlich belebt da die bevor— stehenden israelitischen Feiertage eine ziemlich beschränkende Wirkung ausüben. Am Speculationsmarkt waren Credit actien sehr beliebt und bewegten sich zwischen 258½—587¼ und 258 ½. Staalsbahnactien gingen von 340½ bis 341 und schlossen 340½½, Lombarden von 152½ bis 153, um schließlich 152½ zu notiren. Oesterr. Bahnen waren in stillem Verkehc. Galizier, Nordwest, Elbthal und Ungarisch⸗ Galizische höher. Braunau-Straßwalchener wurden zu 16¼ gehandelt. Prioritäten beliebt. Von Deutschen Bahnen alle bayerische Ostbahn und Oberhessen besser. Banken blieben behauptet. Deutsche und Nürnberger Ver⸗ einsbank und Südd. Bodencreditbank höher. Amsterdamer und Engl. Wechslerbank fest. Darmstädter 1¼ fl. nied⸗ riger. Prov.⸗Disconto offerirt. Oesterr. Renten etwas billiger, 18721 Russen und französische Rente etwas höher. Spanier fest. Von Loosen 18601 Braunschweiger bellebt und höher. Kurhessen anziehend. Von Wechseln Belgische Plätze gesucht. Das Frankfurter Journal bringt folgenden Dringenden Hülferuf für das schwer heimgesuchte Meiningen! Die bis jetzt bekannt gewordenen Nachrichten über das am 5. d. M. über die Stadt Meiningen hereingebrochene Brand- Unglück lauten derart trau⸗ rig, daß, ohne erst Detail-Berichte abzuwarten, die Unterzeichneten dem Grundsatze huldigend: Schnelle Hülfe, doppelte Hülfe, sofort zu einem Hülfscomité zusammengetreten sind, Dieselben richten an die Einwohner hiesiger Stadt und Umgegend die dringende Bitte, durch Beiträge an baaren Mitteln sowohl, als auch Naturalien und Kleidungsstücken ꝛc., es zu ermög⸗ lichen, die gräßliche Noth einigermaßen lindern zu können. Die Unterzeichneten sind zur Annahme von Gaben bereit. Frankfurt a. M. den 8. September 1874, Folgen die Uuterschriften. Dem gleichen Grundsatze huldigend, daß wer schnell gibt, doppelt gibt, warten auch wit nicht auf die Anregung von außen oder die Con- stituirung eines Hülfscomité's, sondern bitten unsert Mitbürger in Stadt und Land, uns rasch und reichliche Gaben für die Verunglückten zur Weiterbeförderung zukommen zu lassen. Die Erpedition des Oberh. Anzeigers. Ohrenarzt Dr. med. Oscar Wolf 2406 in Frankfurt a. M. wohnt jetzt Eschersheimer Landstraße 10, nahe dem Eschenheimer Thor. Sprechstunden: 9—11 Uhr Vormittags, 3—4 Uhr Nachmittags.(52⁵2) Vorräthig bei Carl Bindernagel in Friedberg: Coastbüchlein, oder 300 der ansprechendsten Trinksprüche zum Ausbringen bei Familienfesten und gesellschaft⸗ lichen Mahlen. Gesammelt von Alvensleben. 90 Zweite Aufl. Preis 36 kr. 266 Apfiehlt 584 empfich! Clnbac b in Orig 1 Cine 100 bestehen u vermiethe — Neu as Der vo fabrik„Alton Univer hitzt die Eige ähnlichem! fabst schon fü lbeich und g Ihauchbar zu Alleinige bbs Ein Poerlässiger Arbelt erbalte 0 stets vorr Asg⸗ und 9 Au 0 anerkannt in S —— 8 78 8 d dabren gegen e Haut ist. eg 3 W aelers P 58s Probe on d fg * —— ä———— 11 4* f rd N — a 2 ie-A Kalender pro 1875. Wetterauer Industrie-Ausstellung. . 5 e 18 kr. 2694 Eintrittspreis von nun an= 6 kr. Für Concerte S 6 kr. 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Hessischen Infanterie-Regiments Nr. 117(Leib-Regt.), unter Leitung ihres Kapellmeisters Herrn E. Fischer. Anfang 5 Uhr.— Entre für Herren 9 kr., Domen 6 kr.— Programme an der Kasse. Uauheimer Teichhaus. 2692 Bei Gelegenbeit des am 13. September hinter dem Teiche stattfindenden Pferderennen findet am Teichhaus Coneert, ausgeführt von der Kapelle des hessischen Jägerbataillons Nr. 11, Kapell⸗ meister Aug. Noack, von Nachmittage 4 Übr an statt. Carl Kramm. 2703 Wetterauer Industrie⸗Ausstellung 2693 Beabsichtigte Ankäufe von Ausstellungsgegih ständen beliebe man bis nächsten Dienstag den 15. September (Schluß der Ausstelung) bewerkstelligen und eintrage zu lassen. Kirchweihfest zu Nieder⸗Mörlel 2687 Sonntag den 13. und Montag den 14. Septemhe findet bei mir gut besetzte Tanzmusik statt, wozu ih freundlichst einlade. Bei dieser Gelegenheit wird auch ein Hammel a meiner Kegelbahn ausgespielt. Franz Dietz,„Zum weißen Roß“. Lehrer⸗Conferenz. Sektion Friedberg. 2697 Mittwoch den 16. d. M., Nachmittags um 2 Ut Möhbel-Lager. 2402 Alle Arten selbstverfertige Möbel, für deren Guß garantirt wird, sind in großer Auswahl zu haben bei J. Pfeffer, Hof-⸗Möbelschreiner, in Friedberg nächst dem Bahnhof. 2(feinste Qualität) billigst bei Wilh. Fertch. Opperngucker 2564 zur Fernsicht, Brillen, Pincenez, Lorgnettes, Thermometer, Waagen de. ze. L. Hanau, Hof⸗Uhrmacher und Goldarbeiter. A. F. Frehse's bewährte Fang- und Jagdmethoden gegen Füchse, Marder, Wiesel, Dachse, Wild katzen und verschiedene Raubvögel. Nabst Anwelsumz Hasen und Wildpret aus der Ferne herbeizulocken. Vom Baron v. Ehrenkreutz verbessert. Vierte Aufl. Preis 54 kr. Vorräthig bei Carl Bindernagel in Friedberg und Bad-Nauheim. 2700 Das Neueste in Halsbinden 217 und Shlips ꝛc. in schöner Auswahl, sowie Foulards seidene Umknöpftücher und schwarze seidene Halstücher bel K. Friedrich, neben der Post. Dielen, Lutten& Stollen 2642 empfiehlt zu den billigsten Preisen 15 b Ph. Dan. Kümmich. Kirchweihfest Nieder⸗Mörlen. 2683 Sonntag den 13. und Montag den 14. d. Mts, findet bei mir gut besetzte Tanzmusik statt, wozu freundlichst einladet Heinrich Möbs, af wise iaeft ir Rö. 77 p ̃⁵.. ̃. ̃]² T]§—!Dnne 2 Adler-Linie. Deutsche Transatlantische Dampfschifffahrts-Gesellschaft in Hamburg. Directe Post⸗Dampfschifffahrt n H AMB URC NEWVYORK ohne Zwischenhäfen anzulaufen, deutschen Post⸗Dampfschiffe I. Classe, jedes von 3600 Tons und Schiller am 1 Wenger d am 12. N October. jeland am 12. Nov 0 Herder am 1. October. Goethe„ 29. October. Lessing„ 26. Apen Passagepreise:. Cajüte Pr. Thlr. 165, II. Cajüte Pr. Thlr. 100, 5 Zwischendeck Pr. Thlr. 30. Nähere Auskunft ertheilen die Agenten der Gesellschaft, sowie Dle Direetion in Hamburg, st Annen 4, und der von der Gesellschaft angestellte General⸗-Agent W. Westenburger, Theilhaber der Firma Carl Nacké& Co. in Mainz, Carmeliterstraße 8. Briefe und Telegramme adressire man: Adler⸗Linie— Hamburg. vermittelst der Lessing am 17. September. O- ον οο ο οο οοοοοο ο οοe -O- οο--- οο-- ο οο- οο οο οοαοαν No- o- * SCC d (Hierzu Unterhaltungs Blatt Nr. 37 und eine Beilage.) Todesanzeige und Danksagung. 2689 Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß es dem Allmächtigen gefallen hat, am 8. l. M. unsern innigstgeliebten Hartmann Mogk in seinem 58. Lebensjahre nach schwerem Kampfe in ein besseres Jenseits abzurufen und bitten wir um stille Theilnahme. Gleichzeitig sagen wir allen, die dem Verstor⸗ benen die lezte Ehre erwiesen, oder während seiner Krankheit mit Rath und That hülfreich zur Seite gestanden, insbesondere dem Herrn Dr. Weckerling und der Familie Valentin unsern tiefgefühltesten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Hͥͥ y b T— *** 9„* Kirchliche Anzeigen für Friedberg, Evangelische Gemeinde. Pfarramtswoche: Herr Diakonus Meyer. 15. Sonntag nach Trinitatis. Gottesdienst in der Stadtkirche! Vormittags 10 Uhr: Herr Candidat Knodt. Nachmittags: Herr Pfarrer Schwabe. Gottesdieust in der Burgkirche! Vormittags 10 Uhr: Herr Pfarrer Köhler. Nachmittags fällt aus. Sonntag den 20. Sept. Abendmahl Verantw. Red.: Carl Bindernagel. Druck und Verlag von Carl Bindernagel. in der Burgklche. Geil — Oester 1 Kaiset Geisllichleit den Adel,! Ausschuß u perg. Hie Blauer Vitrio meister Hul den Stall 12 Uhr de Falser reift deis ab. Morgen vol mik dem do den Manöde Brand Eachsen ist pohnte den Bevölkerung, ehr versöhnk Abreise des uch hatten Düschasten d Frankr uu den Ge. mnäen-D. in Diparten n Bidassoa⸗ Belgie asson mit 12 u der Kir spollend begr aulworleten. Eigen zu e sch nicht be uͤcht erhalter Schwe don Schwedt tichischen N durch den kegraphisch Trome 1 ferreichisch, angekommen. , Großb Auf Neusund Isurch welcher schädigt fi hit New⸗Nor — Die! 8 * epted Wel ez 1 8 1 l des KNetelschren⸗ Hanau, dewahtte methoden Deachse, Wo 705 8 U * denmt 1 aher Il Ulti br versöhnliche. aden cen! Stoll * Kümmich N Dinheilung der Cable- Compagnie ist die tele— beatrums derselben. Beilage. Oberhessischer Anzeiger. M 108. Ausland. „ Oesterreich⸗ Ungarn. Prag, 8 Sept. Der Kaiser empfing heute Vormittag 10 Uhr die Zeistlichkeit unter Führung des Cardinal-Erzbischofs, en Adel, die Militär⸗Behörden und den Landes- zus schuß unter Führung des Fürsten Karl Auers: erg. Hierauf empfing der Kaiser die vom Bürger— neister Hulesch geführte Stadt⸗ Vertretung, sodann en Statthalter und alle übrigen Behörden. Um 2 Uhr begannen die Privat-Audienzen. Der „ schon morgen früh 3 Uhr nach Bran- eis ab. — 9. Sept. Kaiser Franz Joseph ist heute Norgen von bier nach Brandeis abgereist, um dit dem dort etngetroffenen König von Sachsen sen Manödern beizuwohnen. Brandeis, 9. Sept. Der König von Sachsen ist hier eingetroffen. Graf Andrassy nohnte den Manövern bei. Die Stimmung der bevölkerung, namentlich der von Prag, ist eine Tretz der frühen Stunde der Abreise des Königs waren Tausende versammelt, dich hatten zahlreiche Häuser illuminirt. Die Orischaften der Umgegend sind zahlzeich geschmückt. Frankreich. Paris. at den General Pourcet, Commandanten der prenäen- Division, angewiesen, die Wachsamkeit i Departement der Nieder- Pyrenäen und an ler Bidassoa-Linie zu verdoppeln. Belgien. Verviers, 8. Sept. Eine Pro- esston mif 12,000 Pilgern ist von hier abgegangen. 4 der Kirche wurden sie mit der Marseillaise sottend begrüßt, worauf die Pilger mit Geschrei antworteten. Der Nuntius verzichtete darauf, den Segen zu ertheilen. Die Internationale machte sch nicht bemerkbar. Die Ordnung wurde auf— acht erhalten. Schweden. Stockholm. Der König den Schweden ließ den Theilnehmer an der öster— sächischen Nordpol-Expedition, Lieutenant Pager, darch den österreichischen Consul in Christiania segraphisch einladen, Stockholm zu besuchen. Tromsoe, 8. Sept. Die Mitglieder der Merreichischen Nordpolexpedition sind heute hier gekommen. Großbritannien. London, 8. Sept. f Neufundland hat gestern ein Sturm gewühtet, urch welchem die vier alten transatlantischen Kabel schädigt sind. Die telegraphische Verbindung t New⸗Nork ist vollständig unterbrochen. — Laut einer heute Nachmittag veröffentlichten haphische Verbindung mit Newyork wieder hergestellt. — Die Baumwoll-Arbeiter in Bolton haben A Herabsetzung der Löhne um 5 pCt. abgelehnt. Die Fabriken werden in Folge dessen am Schluß ier Woche die Arbeit einstellen, wodurch 14,000 Ubeiter arbeitslos werden. Die Bergarbeiter in darham in der Grasschaft Lancashire nehmen benfalls die Herabsetzung der Löhne nicht an. Spanien. Madrid. Die amtliche„Ga- ga“ veröffentlicht die Ernennung des Generals gaserna zum Oberbefehlshaber der Nord- Armee. Jneral Loma erhält das Commando des linken kligels, General Ceballos das Commando des Die„Iberia“ versichert, daß wider Einberufung neuer Cortes nicht die Rede sei. — 9. Sept. Der General Lopez Pinto hat ene Carlisten Abtheilung bei Mora in der Pro- uz Teruel nach einem zehnstündigen blutigen Aumpfe vollständig geschlagen. Die Stadt und u in der Nähe gelegene Schloß wurden nach hfiger Vertheidigung Seitens der Carlisten durch de Truppen erstürmt. Die Verluste der Carlisten „ Todten und Verwundeten sind sehr beträchtlich. — Die„Gaceta“ meldet aus der Havanna n 7. d. M.: Die Insurgentenchefs Garcia und Cissada wurden von den Regierungstruppen ge⸗ tigen, Ulloa, vertraulich empfangen.— Das einzige in den spanischen Gewässern noch kreuzende öster— reichische Kriegsschiff hat Abberufungs-Ordre be— kommen. Valencia, 8. Sept. Die Legung des fünften transatlantischen Kabels ist heute 1 Uhr Früh vollendet. Die angestellten Versuche ergeben voll— kommene Leitungs Fähigkeit Santander. Carlistische Banden beschossen am Samstag den Eisenbahnzug, auf welchem sich die Gesandten von Deutschland und Oesterreich befinden sollten; der Maschinist und der Heizer wurden getödtet. Rußland. Warschau. In dem rus— sischen Gouvernement Suwalki ist die Rinderpest ausgebrochen. In zwei Kreisen wurden 1000 Stück Vieh getödtet. Die Regierung hat nach dem Be— kanntwerden die Einfuhr von Vieh verboten. Amerika. New⸗Nork. Das gelbe Fieber breitet sich in den Süd-Staaten aus und haben die Behörden Quarantaine- Maßregeln angeordnet. — General Miles hat 400 Cheylune-Indianer in Texas geschlagen.— Meldungen von Cuba zufolge, wurden die Aufständischen bei Narayabe Der Kriegsminister geschlagen. Sie verloren 36 Todte, worunter der 10 ff Insurgentenchef Calite-Garcia. Aus Stadt und Land. Bönfa col, 8. Sept. Am vorgestrigen Sonntage fand in der hiesigen Gemeinde eine sehr erhebende Feier statt, indem an demselben Tage die von Hru. Orgelbauer Förster zu Lich für die hiesige Kirche erbaute Orgel eingeweiht wurde. Auch diesmal hat Herr Förster nach dem ein— stim migen Urtheile aller Sachverständigen, namentlich auch des zur Prüfung des Werks berufenen Hrn. Professors Thurn zu Friedberg, seine Meisterschaft in diesem Fache wiederum bewährt, ebensowohl in Betteff der Solidität der Arbeit, wie auch der Reinheit und Harmonie des Tons und der äußeren Architektommk des Weiks. Nachdem in dem feierlichen Vormittagsgotiesdienste das Werk von dem Ortsgeistlichen war geweiht und dem kirchlichen Gebrauche übergeben worden, wurde am Nachmittag ein Orgelconcert von dem Lehrer an der städtischen Mittelschule zu Offen— bach, Hrn. J. C. Weber, gegeben, welcher sich schon früher durch Orgelproductionen zu Darmstadt, Wiesbaden und anderen Orten rühmlich ausgezeichnet hat. Auch hier erndiete er mit den vorgetragenen schwierigen Orgelstücken von Mendelssohn-Bartheldy, Rink u. A., sowie seinen eigenen Compositionen den ungetheilten Beifall der zahl— reich Anwesenden, unter welchen sich auch die Familie des Hrn. Grafen zu Solms- Rödelheim befand. Jedem wußte er Elwas zu bieten, und so ging dann auch Jedermann befriedigt hinweg mit dem Wunsche, bald wieder einen ähnlichen Genuß zu haben. Für Freunde der klassischen Musik mußte namentlich die Bach'sche Fuge in a-moll ganz besonders ansprechend wirken. Der Erlös des bei diesem Concert erhobenen Eintriltsgeldes, welches für die Lehrerwaisenstiftung im Großberzogthum Hessen be— stimmt ist, lieferte einen sehr erfreulichen Ertrag. Die hiesige Gemeinde hat aber in diesem Orgelwerke einen neuen Beweis für ihr Bestreben geliefert, ihr Gotteshaus in einer würdigen Weise zum Zwecke der wahren christ lichen Erbauung herzustellen. Möge dann auch dies Werk zur Erreichung dieses Zweckes wesentlich beitragen. Miete. Meiningen. Nach officieller Mitheilung sind 200 Häuser abgebrannt, in welchen sich nach der Volkszählung von 1871 537 Haushaltungen mit 2394 Köpfen befanden. Am nöthigsten sind Wäsche und Geld. Breslau. Einem Geistlichen unserer Provinz ging, wie die„Schles. Volke zeisung“ miltheilt, vor einigen Tagen ein Schreiben aus Torgau zu, in welchem der Absender mit der Bitte um ein Tauf-Zeugniß die Absicht kund giebt, den Fürsten Bismarck erschießen zu woller was jenem, da er Soldat gewesen, besser gelingen werde als Kullmann. Der betreffende Geistliche hat den Brief sosort dem Oberpräsidenten von Nordenflycht übergeben. Metz. Eine Abtheilung des 4. bayerischen Regiments ist in Blieskastel von einem bedauerlichen Unglücksfall be troffen worden. In einer Scheune waren 15 Mann des 4. bayerischen Infanterie-Regiments untergebracht. Von der eben beendigten Marschtour hierher ermüdet, suchten sie des Abends zeitig ihr Nachtlager auf. Keiner ahnte wohl Gefahr und sie schliesen ruvig, als gegen 2 Uhr das mit Getraide überladene Gebälke der Scheune plötzlich herunterstürzte. Mit der größten Behendigkeit schafften die herbeigeeilten Kameraden das Stroh weg und konnten nunmehr Folgendes constatiren: ein Unterofftzier war be— reits tobt und die übrigen der Leute elwa zur Hälfte der— maßen körperlich verletzt, daß drei davon sosort ins Laza— reih verbracht werden mußten. Bern. Ein eigenthümlicher Selbstmordversuch ert ig“ nete sich letzten Samstag Abend dahier. Ein Steinhauer, wegen verfehltet Liebe des Lebens überdrüssig, wollte sich in den Bärenzwinger stürzen, während sich die größeren Bären darin herumtummelten. Glücklicherweise gelang es einem eben hinzukommenden Landjägerkorporal, ihn zurück⸗ zuhalten und dadurch eine schauderhafte Scene zu verhindern. Brüssel, 3. Sept. Gestern früh um 6 Uhr bat sich eine schreckliche Katastrophe in einer Kohlengrube bei Elouges in der Gegend von Mons ereignet. Die Arbeiter waren eben hinabgelassen, als cine Explosion schlagender Wetter mit einem furchtbaren Krachen erfolgte. Man hat schon 12 Opfer, unter denen mehrere Frauen sind, heraus⸗ geschafft; da aber 170 Arbeiter in der Grube waren, so befürchtet man, daß die Zahl der Todten und Verwun⸗ deten bedeutender sein wird. Die Trostlosigkeit ist in der Gegend groß und um die Grube ereignen sich herz— zerreißende Scenen. Handel und Verkehr. Frankfurt, 9. Sept. Der heutige Heu- und Strob⸗ marki war ziemlich gut befahren. Heu kostete per Cir. 2 fl. — kr. bis 2 fl. 50 kr., Stroh per Centner 1 fl. 24 kr. bis 1 fl. 36 kr. Butter 1. Qual. 42—46 kr., 2. Qual. 38 kr. Eier das Hundert 3 fl.— kr. Kartoffeln per 200 Zoll⸗ pfund 2 fl. 24 kr. ö Mainz, 10. Sept. Productenmarkt. Waizen per Nov. 11 fl. 50 kr., per März 11 fl. 50 kr., per Mai 117% fl. Korn per Nov. 9 fl. 20 fr., per März 95/ fl., per Mai 9 fl. 24 kr. Hafer per Nov. 9 fl. 55 kr., per März 15 kr., per Mai— fl.— kr. Rüböl per Oct. 17 fl. 12 kr., per Mai 18 fl. 20 kr. Raps per Sept. 16 fl. 30 kr. Dias der Deutschen Transatlantischen Dampfschifffabrts⸗ Gesellschaft(Adler⸗Linie) in Hamburg gehötende Post⸗ dampfschiff„Schiller“, Capuàn Thomas, welches am 20. August von hier abgegangen ist nach einer sehr schnellen Reise von nur 11 Tagen(von der Elbe abgerechnet) am 31. August 6 Uhr Adends wohlbehalten in New-⸗York an⸗ gekommen. Das der Deutschen Transatlantischen Dampfschiffsahrts⸗ Gesellschaft(Adler ⸗Linie) in Hamburg gehörende Post⸗ dampfsschiff„Goethe“, Capitän Wilson, trat am 3. Sept. seine siebente Reise mit voll besetzten Cajüten und 197 Zwischendecks-Passagieren, sowie Post und roller Ladung von Hamburg ditect ohne Zwischenhäfen anzulaufen nach New-⸗Mork an. Geld- Cours. Franksurt am 10. September 1874. eee fl. 9 40-42 Holländische fl. 10-Stücke. 1 9850 Ducaten. 3„ 5 37—39 [Ducaten al marco„ 5 39—41 Ee 8„ 9 30-31 Englische Sovereigns„ 11 56—358 Russische Imperiales..„ 9 48—50 Dollars in Gold. 5 226 27 ½ Verloosung. Oesterreichische fl. 100⸗Loose vom Jahte 186 4. Serien- und Gewinn⸗Ziehung vom 1. Sepiember 1874. Heimzahlung am 1. December 1874. Serien: Nr. 256 604 711 738 1192 1375 1479 1531 1912 2689 3017 3208 3325 3585 3761. Gewinne: Serie 256 Nr. 52 fl. 200,000. S. 1531 Nr. 57 fl. 20,000. S. 1192 Nr. 6 fl. 15,000. S. 3761 Nr. 51 fl. 10,000. S. 3585 Nr. 12, S. 3761 Nr. 52 à fl. 5000. S. 604 Ni. 89, S. 1479 Nr. 21 85 à fl. 2000. S. 604 Nr. 65, S. 1192 Nr. 42, S. 1375 Nr. 48, S. 1912 Nr. 4, S. 3208 Nr. 36, S. 3585 Nr. 48 à fl. 1000. S. 711 Nr. 61, S. 1375 Nr. 56 63, S. 1531 Nr. 91, S. 1912 Nr. 8 15, S. 2689 Nr. 27, S. 3017 Nr. 72, S. 3208 Nr. 19 71, S. 3325 Nr. 15 22, S. 3385 Nr. 97, S. 3761 Nr. 20 89 à fl. 500. S. 256 Nr. 6 18. S. 604 Nr. 47, S. 711 Nr. 65, S. 1192 Nr. 8, S. 1375 Nr. 64, S. 1479 Nr. 6, S. 15 31 Nr. 34 45, S. 1912 Nr. 59, S. 2689 Nr. 54, S. 3017 Nr. 30 48 70, S. 3325 Nr. 21 87 95, S. 3585 M. 20 23 68 à fl. 400. Auf alle übrigen in obigen Serien enthaltenen und hier nicht aufgeführten Nummern entfällt der geringste Gewinn von fl. 185 österr. W. Acht kölnisches Wasser von Johann Maria Farina. Meine Niederlage davon im Comptoir des Ober— hessischen Anzeigers in Friedberg empfehle ich zu 8 fl. per Dutzend, 4 fl. per halbes Dutzend und 45 kr. per Glas gehorsamst. 8 Johann Maria Farina in Coln. 80 1 e eee Schwarze Kaiser-Cinte ist in Flaschen à 9 und la kr. stets zu haben bei Carl Bindernagel. — 1 5 1 1 1 2 5 3 e 2 Großherzogliche Realschule zu Friedberg. 9 Die dießjährige öffentliche Prüfung an der Realschule wird Mittwoch und Donners ⸗ tag den 16. und 17. September, Vormittags um 8 Uhr, Nachmittags um halb 3 Uhr, im Real- schulgebäude stattfinden. Der Ac tus fällt störender Verhältnisse halber dießmal aus. Anmeldungen neu aufzunehmender Schüler, für die Vorschule mit dem 8., für die Realschule mit dem 10. Lebensjahre wolle man Samstag den 10. October, Vormittags von 9 bis 12 Uhr, in dem Realschulgebäude(Conferenzzimmer) unter Beibringung von Zeugnissen der bisherigen Lehrer bei der unterzeichneten Behörde vorbringen, worauf Montag den 12. October, Vormittags 8 Uhr, die Aufnahmsprüfung statthaben wird. Das neue Schuljahr beginnt mit Dienstag, dem 13. October. Wiederholt mahnen wir hiermit, die Schüler recht frühzeitig unsrer Anstalt zu übergeben, am wenigsten kurz vor oder gar erst nach der Confirmation. Großherzogliche Direction der Realschule. Dr. Möller. Braunkohlen⸗Verkauf. 2606 Die auf dem Dorheimer Bergwerk lagernden geringen Kohlenvorräthe der diesjährigen Aufbereitung werden, um damit rasch zu räumen, von jetzt ab pro Centner— 14 Stück zu dem ermäßigten Preis von 12 kr. verkauft. Kohlen können vorerst nur Nachmittags abgefahren und Abfuhrscheine auf dem Verwaltungsbüreau daselbst in Empfang genommen werden. Bad⸗Nauheim den 3. September 1874. Großherzogliches Bergamt Dorheim. A. Stahl Wittwe in Friedberg, In:— 2 Lack⸗, Firniß⸗ und Farben⸗Fabrik, 2434 offerirt alle zu diesen Branchen gehörigen Artikel in besten Qualitäten und zu den billigsten Preisen. Waarenverzeichnisse gratis. Anfragen finden prompte Erledigung. Friedberg in Hessen. Der Inhaber Moritz Stahl. Die Wormser Akademie 8 für* 72 Landwirthe, Bierbrauer und Müller, 2555 bestebend aus drei getrennten Fachlehranstalten, beginnt das Wintersemester am 1. November. — Programme und Auskunft ertheilt gerne und Credit-Verein zu Friedberg. Volschuß⸗ (Eingetragene Genossenschaft.) An⸗ und Verkauf von Wechseln des In- und Auslandes. Der Director: Dr. Schneider. 757 An⸗ und gegen billige Provision. Einlösung von Coupons jeder Art. Wir machen noch kündigten Nummern von Anlehens-Loosen, Obligationen und Actien übernehmen. Die von J. C. Böhler in Frankfurt a. M. 2536 Teppiche, Peiuche, Sammet, Damast, Federn u. s. w. und Fagon etwas zu verlieren. Herrenkleider werden unzertrennt in allen Farben gefärbt unter Garantie der Farbe. Aufträge werden prompt besorgt durch Ph. J. Weiß in Bad-Nauheim. Versteigerung einer Gerberei. 2704 Dienstag den 15. September d. J., Vormittags 11 Uhr, soll in hiesigem Rathhause auf freiwilligen Antrag des Gerbermeisters Adam Ritzel die demselben nochmals werden. Hierbei wird bemerkt, daß eine weitere Versteigerung nicht stattfindet und bei annehmbarem Gebot dem Leßt⸗ bietenden die Genehmigung ertheilt werden soll. Friedberg den 11. September 1874. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. Fouc ar. Bekanntmachung. 2681 Freitag den 18. September 1874, des Nachmit⸗ tags 2 Uhr, läßt Heinrich Bernhard in seiner Be⸗ hausung dahier eine zweischraubige Kelter nebst Mühle und eine Parthie leere Fässer öffentlich freiwillig an den Meistbietenden gegen baare Zahlung versteigern. Friedrichs dorf den 9. September 1874. In Auftrag: Der Bürgermeister Garner. Aepfel⸗Versteigerung. 2679 Mittwoch den 16. September d. J., von Vor⸗ mittags 9 Uhr an, sollen eirea 35 bis 40 Malter Aepfel an Ort und Stelle versteigert werden. Kloppenheim den 9. September 1874. Großherzogliche Bürgermeisterei Kloppenheim. Baß mann. Verkauf von Staatspapieren, Eisenbahn-Actien und Prioritäten, Loosen ꝛc. besonders darauf aufmerksam, daß wir das Nachsehen aller verloosten und ge- Dampffärberei, Druckerei, chemische Kunstwascherei empfiehlt sich im Färben und Waschen der Herren- und Damen-Garderobe, sowie auch bei Besonders mache auf meine chemische, nach Pariser Methode eingerichtete Kunstwascherei aufmerksam, wonach werthvolle Gegenstände, wie seidene und wollene Kleider mit allen möglichen Verzierungen unzertrennt gereinigt werden, ohne an Farbe werden in allen Größen sofort geliefert von der * Dampf⸗Dresch⸗Maschinen Blumenthal'schen Maschinenfabrik in Darmstadt. Ph. Schmitt sehe Musikschule und Pensions-Anstalt Dar m st adt. 2414 In Penston werden junge Mädchen aufgenommen, die hiesige Schulen besuchen wollen und Damen, die auf gründliche Ausbildung auf einem Instrumente oder Gesang besonderen Werth legen. Eintritt jederzeit. Näheres besagt der Prospekt. Auf Wunsch ertheilt Herr Hofgerichts- Advokat Lindt in Darmstadt nähere Auskunft.(156/ III.) Ein Zimmer Hosenträger 2655 mit oder ohne Möbel ist sofort zu vermiethen. Wo? sagt die Exped. d. Anz. 21 und Strumpfbänder billigst bei K. Friedrich. Aepfel⸗Versteigerung. 2698 Donnerstag den 17. d. M., Mittags 1 Uhr, sollen die der hiesigen Gemeinde zustehenden Aepfel, circa 70 bis 80 Malter und dann die dem Gräflich Rantzauischen Gutspächter zustehenden Aepfel, eireg 30 bis 40 Malter, an Ort und Stelle malterweis, in mehreren Abtheilungen öffentlich versteigert werden. Ziegenberg am 10. September 1874. Großherzogliche Bürgermeisterei Langenhan. Rumpf. Für Schmiede! 2365 Ich habe eine große Parthie noch sehr gute Huf⸗ eisen erhalten, welche, um damit schnell zu räumen, per Centuer à fl. 5. abgebe. 4 Friedberg. Gduard Grödel. Diana! 2 04 Lefaucheuxpatronhülsen cal. 16 per 100 Stück fl. 1. 17½ Sgr. Jacob Sackreuter, Frankfurt a. M., Jagd-⸗Fischerei⸗Utenstlien und Gewehrfabrik. Preiscourant gratis und franco. 7 Avis. 2585 Eine große Parthie complete Ackergeschirre, Stallhalfter, Zügel, Rollseile, Wagentücher ꝛc. habe empfangen und erlasse dieselben billigst. 5 Friedberg. Eduard Grödel. gehörende Gerberei mit vollständigem Handwerksgeschirr öffentlich an den Meistbietenden versteigert Tafelglas 2502 en gros, in allen Dimensionen, zu Fabrikpreisen Jacob Christ in Mainz. Preis⸗Courante gratis.(b. F. 4223) Glaser⸗ Diamanten, 2556 große Auswahl in guter Fassung zu billigen Preisen empfehlen Frankfurt a. M. Gebr. Weichand. Dube. 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