1874. Donnerstag den 2. Juli. . Oberhessischer Anzeiger. Die Petitzeile wird mit 4 Kreuzern berechnet. Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag ter Mit dem 1. Juli begann ein neues Abonnement auf den Oberbessischen Anzeiger, welcher auch serner wöchentlich dreimal, Dienstag, unden Donnerstag und Samstag, erscheinen wird. 20 dersonlich bemerkenswerthesten Tagesbegebenheiten, besonders wichtige Neuigkeiten durch Extrablätter, allgemein belehrende und unterhaltende Aufsätze, N Lebewohl landwirthschaftliche und gewerbliche Mittheilungen, geschästliche Nachrichten, Markt- und Cours Berichte, Verloosungen von Staate papieren und locale lich Notizen, außerdem wöchentlich einmal in dem beigegebenen Unterhaltungs⸗Blatt interessante Novellen und Erzählungen, Gedichte, Anekdoten, Adam Räthsel ꝛc. und in einem„Rathgeber“ monatliche praktische Winke für Haus- und Landwirthschaft. 3 a Das Abonnement beträgt bei der Verlags- Expedition ohne Bringerlohn halbjährlich 1 fl., durch die Post bezogen jedoch viertel— Fecher jährlich 47 kr. mit Bringerlohn. 90 er Inseratgebühren werden die einspaltige Petitzeile oder deren Raum mit A kr. berechnet, bei Tabellen- und Ziffersatz mit 5 kr. 5 2— Der Anzeiger kann nach auswärts auch durch Privatboten direct von uns bezogen werden. a 1 de Bestellungen beliebe man baldigst zu machen, damit in der Zusendung des Blattes keine Unter — brechung eintritt. Maschi N Den verehrlichen Abonnenten in hiesiger Stadt werden wir das Blatt auch für das zweite Halbjahr zusenden, wenn nicht aus— machen, drücklich Abbestellung erfolgt. Derselbe bringt die kreisamtlichen Erlasse, sodann eine kurze Uebersicht der interessantesten und Die Expedition. Strelht Amtlicher Theil. K. Häuser. Betreffend: Die Wahlen der Gemeinderäthe in den Landgemeinden. ane Unter Couvert übersenden wir Ibnen eine Anleitung zu der auf 65, anterberk Grund der Landgemeindeordnung vorzunehmenden Wahl des Gemeinde— 2 raths, des Bürgermeisters und des Beigtordneten unter dem Auftrage, e muse, sofort sich mit derselben bekannt zu machen und darnach genau zu verfahren. 2 Sie werden alebald für Ihre Gemeinden die Listen aller darin F. Dlouhy. wohnenden Stimmberechtigten unter Beobachtung der Bestimmungen im 5. 7 bis 10 der Anleitung und nach Maßgabe des dem Wahlprotokoll als Anlage A. beigegebenen Formulars aufstellen und längstens bis Ende dieses Monats vollenden, so daß mit Anfang des Monats August dieses T Junge Friedberg am 1. Juli 1874. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien. der Gemeinde besaßen und demnach(gemäß F. 65 pos. 1 des Bundes- gesetzes über den Unterstützungswohnsitz vom 6. Juni 1870) am 1. Juli 1871 den Unterstützungswohnsitz in der Gemeinde hatten, diesen Unter- stützungswohnsitz bei der bevorstehenden ersten Wahl der Gemeindevertretung seit mehr als zwei Jahren erworben haben und daher als stimmfähig zu betrachten sind. Für diejenigen Einwohner dagegen, welche am 30. Juni 1871 kein Heimathsrecht in der Gemeinde besassen, begann der Lauf der zweijährigen Frist zum Erwerb des Unterstützungswohnsitzes am 1. Juli 1871(gemäß 5. 65 pos. 3 des angefübrten Bundes gesetzes) und Jahres nach dem Schlußsatz des§. 10 der Anleitung zu der Offen-[wurde dieser Erwerb vollendet am 31. Juli 1873. Solche Ein⸗ Teinmann. legung geschritten werden kann. N wohner haben daher bei der bevorstedenden ersten Wahl der Gemeinde— 7 Gleichzeitig haben die dermalen im Amt befindlichen Bürgermeister[vertretung den Unterstübzungswohnsitz in der Gemeinde noch nicht seit zunge der Landgemeinden, beziebungsweise deren Stellvertreter die Liste des zwei Jahren erworben und sind darum nicht als stimmfähig zu behandeln. deli hböchstbesteuerten Dritttheils der Wählbaren aufzustellen und nach Maß- Sobald die Listen der Stimmberechtigten vollendet und abgeschlossen sind, s zabe des§. 31 der Anleitung zu verfahren. b ist die Offenlegungsfrist nach§. 10 der Anleitung anzuberaumen und — Zugleich machen wir Sie zur Beachtung bei Aufstellung der Listen sodann nach§. 11 bis 35 der Anleitung weiter zu verfahren. de Larauf aufmerksam, daß nach Art. 13 pos. 2 der Landgemeindeordnung Die Anleitung ist so vollständig und genau, daß Sie weiterer Be— U en, zur solche(das Ortsbürgerrecht nicht befitzende) Einwohner die Stimm- lehrung nicht bedürfen werden; solllen aber Einzelne von nen noch 0 9 5 f f a s 5 3 Jh ch eite Lu kerechtigung bei der Wahl der Gemeindevertretung in Anspruch nebmen irgend einen Anstand haben, sehen wir einer Vorlage entgegen. e knnen, welche seit zwei Jahren ihren Unterstützungewohnsitz in der Am 1. August d. J. erwarten wir Ihre Berichte unfehlbar, daß K. lernen. Hemeinde erworben haben. Daraus folgt mit aller Bestimmtheit, daß die Listen aufgestellt sind und die Offenlegung angeordnet ist. — selche Einwohner, welche am 30. Juni 1871 das Heimathsrecht in Trapp. e betreffend: Das Landgestüt, insbesondere die Bedeckung der Stuten durch die Landgestütsbeschäler für 1874. Friedberg, 30. Juni 1874. ff ö gest N 4 0 f. a 8 1 Das Gr. Kreisamt Friedberg an die Gr. Bürgermeistereien und Gr. Polizei-Commissär zu Wickstadt. . 1 n Wir erinnern Sie an Einsendung der Verzeichnisse über die im Jahr 1874 bedeckten Stuten binnen 8 Tagen. Trapp. nn r 2 Helreffend: 77 3 hier die Einsendung der 9 und. für das Friedberg am 30. Juni 1874. 4 Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien. * 2 1„ 7 K„— 1 N An Erledigung unserer Verfügung vom 13. Mai dieses Jahres, Kreisblatt Nr. 58, erinnern wir Sie hiermit. Tor a p p. U ett. 3 ——, Bekanntmachung. — Die Bürgermeistereigeschäste zu Griedel sind in Folge des Todes des Großherzoglichen Bürgermeisters Fenchel dem Großherzoglichen zun Beigcordneten Wetz daselbst übertragen worden, was wir hiermit zur öffentlichen Kenntnitz bringen. 5*. Friedberg den 30. Juni 1874. Groß herzogliches Kreisamt Friedberg. 255 Aus st e 1 der Entwürfe und Modelle für das Landes⸗Krieger-Denkmal. Trapp. lun Die in Gemäßheit des ergangenen Concurrenz-Ausschreibens eingesendeten Entwürfe und Modelle(letztere in ½80 der natürlichen Größe) eee tit das dahier zu errichtende 1 Landes-⸗ Denkmal a ür die Angehörigen und Gefallenen der Großherzoglich Hessischen(25.) Division werden von Sonntag dem 5. Jul , bis zum Samstag den 18. Juli dieses Jahres(incl.) in den nördlichen Räumen des Saalbau's öffentlich ausgestellt. 7* b 5 * Für die Ausstellung selbst wird kein Eintrittsgeld erhoben. Der Eintritt zum Saalbau für Actionaͤre und Abonnenten desselben frei, für andere Personen gegen Entrichtung des üblichen Eintrittsgeldes von 6 Kreuzern, berechtigt auch zum Besuche der Ausstellung. Darmstadt den 24. Juni 1874. Der geschaͤstsführende Ausschuß des Ctuttal-Comiteés. Deutsches Reich. Darmstadt. Das Großherzogliche Regier- ungsblatt Nr. 35 enthält: I. Bekanntmachung Großberzoglichen Ministeriums des Innern, betreffend die Erhebung des Octrois von Wein und Oostwein in der Provinzial⸗Hauptstadt Gießen. II. Ordensverleihungen. III. Namens veränderungen. IV. Erthellung von Erfindungspatenten. a V. Dienstnachrichten. Seine Königliche Hobeit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 18. Mai dem evang. Pfarramts⸗Candidaten Gustav Christ aus Nierstein die evang. Pfarrstelle zu Stumpertenrod zu übertragen; am 26. Mai den von dem Kreisrath des Kreises Heppen⸗ heim, dem katbolischen Stadtpfarrer zu Heppenheim und dem dasigen Gemeinderath auf die 1. kath. Mädchenschul⸗ stelle zu Heppenheim präsentirten Schullehrer an der dasigen 2. katy. Mädchenschule, Peler Anton Müller, für diese Stelle zu bestäligen; an demselben Tage dem Schulamts— aspranten Jacob Wagner aus Kettenbeim die 2. evang. Schulselle zu Wald ⸗Uelversheim, am 27. Mai dem Schullehrer an der evang. Schule zu Stockbeim, Philipp Becker, dje 6. evang. Schulstelle zu Erbach, und am 1. Juni dem Schulamtsaspiranten Philipp Ferber aus Engelstadi die 3. evang. Schulstelle zu Wörrstadt zu üder⸗ tragen, den Dr. Carl Klein aus Hungen zum Lehrer an der Realschule zu Alsfeld, am 3. Juni den Schullehrer an der 2. evang. Schule zu Undenheim, Wilhelm Hager, unter Belassung in der Kategorie der Volksschullebrer, zum Lehrer an der Realschule zu Alsfeld zu ernennen, dem Schulamisaspiranten Wilhem Buchinger aus Kailbach die 2. kath. Schulstelle zu Horcheim zu übertragen und am 4. Juni dem evang. Pfarramts-Candidaten Martin Waas aus Friedberg die evang. Pfarrstelle zu Neckar⸗ Steinbach zu übertragen, den Gardisten Adam Zeiß aus Fürth zum Conducteur bei der Main⸗Neckar⸗Eisenbabn zu ernennen; am 11. Juni den von dem Fürsten zu Löwenstein-Wertheim⸗ Rosenderg und dem Grafen zu Erbach-Schönberg auf die 1. evang. Schulstelle zu Neustadt präsentirten Schullehrer an der 2. evang., Schule daselbst, Martin Pullmann, für diese Stelle zu bestätigen, und dem Schullehrer zu Basdorf, Wilhelm Waas, die 3. evang. Schulstelle zu Nidda zu übertragen. VI. Dienstentlassung. Seine Königliche Hoheit der Großberzog haben allergnädigst geruht: am 10. Juni den Kreisarzi des Kreismedicinalamts Ulrichstein, Dr. Wilhelm Dannenberg, von seiner Dienststelle auf sein Nachsuchen zu entlassen. VII. Charakterertheilungen. Seine Königliche Hoheit der Großberzog baben allergnädigst geruht: den Lehrern an dem Gymnasium zu Mainz, Dr. Jobannes Baptist Keller und Dr. Stephan Ludwig Noire den Charakter als „Professor“ zu verleihen. VIII. Versetzung in den Ruhestand. Seine Königliche Hoheit der Großherzog baben allergnädigst geruht: den Schullehrer an der ersten kath. Schule zu Unter-Heubach, im Kreise Heppenbeim, Johann Jacobi auf sein Nach- suchen in den Ruhestand zu versetzen. IX. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die für diesmal mit einem Volksschullehrer zu besetzende erste ecang. Knabenschulstelle zu Alsfeld, im Kreise Alsfeld, mit einem Minimalgehalt von 550 fl. jährlich; dem Stadt⸗ vorstand der Stadt Alsfeld steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu; die evang. Schulstelle zu Hiliersklingen, im Kreise Erbach, mit einem jäbrlichen Gehalt von 400 fl.; dem Grafen zu Erbach-Fürstenau stebt das Präsentations— recht zu dieser Stelle zu; die evangelische Schulstelle zu Dalsheim, im Kreise Worms, mit einem jährlichen Gehalt von 426 fl.; die vierte evang. Schulstelle zu Bessungen, im Kreise Darmstadt, mit einem jährlichen Anfangsgehalt von 650 fl., die sechste evang. Schulstelle zu Bessungen, im Kreise Darmstadt, mit einem jährlichen Anfangsgehalt von 650 fl. X. Sterbsälle. Gestorben sind: am 8. Mai der pen— sionirte Kreistath Ernst Lauteschläger zu Darmstadt; am 17. Mai der Schullehrer an der zweiten kath. Schule zu Heusenstamm, Franz Adam Jöst daselbst; am 29. Mai der Reallehrer Karl Hickler zu Darmstadt; am 31. Mai der Hofgarten⸗Ausseher der Hofgärtnerei Seeheim, Philipp Wasmuth daselbst; am 11. Juni der pensionirte Forstwart Johannes Wiemer zu Bernsfeld; am 12. Juni der pen⸗ sionirte Ober- Rechnungsrevisor Philipp Reuting zu Darmstadt; am 19. Juni der Hauptrechener der allge— meinen geisilichen Wittwenkasse, Rechnungsrath Ludwig Reuling zu Darmstadi.. Friedberg. Gutem Vernehmen nach heben die Pfarrer Ebel in Steinfarth und Urich in Beienheim ihre Entlassung aus dem Kirchendienst nachgesucht, weil sie sich der neuen Kirchenordnung nicht fügen wollen. Darmstadt. Die Instruction zur Vornahme der Wahl der Gemeinderäthe, Bürgermeister und Beigtordneten in den Landgemeinden ist nunmehr erschienen und die Bürgermeister bereiten die Listen der bei den Wahlen Stimmberechtigten vor, da mit Anfang August zur Auflegung der Listen ge— schritten werden soll. Nach Ablauf der Auflegungs- Frist ist über die eingelaufenen Reclamationen zu entscheiden, worauf nach Feststellung der Listen von dem Bürgermeister der Wahltermin anzuberaumen ist. Vor Mitte September werden voraussichtlich die Wahlen nicht beginnen können, und es läßt sich schon jetzt wahrnehmen, daß die Betheiligung der verschiedenen Parteien eine sehr lebhafte sein wird. — Einer hiesigen Zeitung schreibt man von hier, in den hiesigen Regierungakreisen beschäftige man sich mit der Frage, welche Haltung in Bezug auf zukünftige Versammlungen des Vereins deutscher Katholiken zu beobachten sei. Wegen einiger Reden auf der neulichen Katholikenversammlung soll, wie es heißt, eine Untersuchung stattfinden. — 29. Juni. Gestern ist der Großfürst Wladimir, heute der Großherzog von Mecklenburg in Jugenheim angekommen. Für morgen ist der Besuch des Kaisers Wilhelm angemeldet. Ueber- morgen trifft der König von Württemberg in Jugenheim ein. Am 2. Juli findet eine große Hosjagd im Park von Wolfsgarten statt. — Ernannt wurden: v. Tschammer Osten, Pr.-⸗Lt. vom 1. Gr. Hess. Inf.(Leibgarde) Regt. Nr. 115, zum Hauptm. und Comp. ⸗Chef; Strauß, Sec.Lt. von demselben Regt., v. Kopp, Külp, Sec. ⸗Lts. vom 4. Gr. Hess. Inf. Regt. Nr. 118, zu Pr.⸗Ets. — 30. Juni. Kaiser Wilhelm ist heute Nach- mittag 1 Uhr zu kürzerem Besuch in Jugenheim angekommen. Derselbe wurde vom Kaiser von Rußland, dem Großherzog von Hessen und sämmt— lichen Fürstlichkeiten auf dem Bahnhof der Station Bickenbach empfangen. Nach großer Hoftafel auf Schloß Heiligenberg wird Kaiser Wilhelm um 5 Uhr wi der nach Ems zurückkehren. — Der Zusammentritt der ersten Kammer soll, wie wir hören, Mitte d. M. stattfinden, haupt- sächlich um das Nachtragsbudget zu erledigen, sowie um die Geldmittel zur Inbetriebsetzung der neuen Verwaltungsmaschinerie zu bewilligen. Ist Letzteres geschehen, dann wird der Versuch gemacht, das Ganze in Bewegung zu setzen. Berlin. Nach vorläufiger Bestimmung trifft Fürst Bismarck Mittwoch hier ein und reist nach dreitägigem Aufenthalt nach Kissingen weiter. — Der„Kreuzztg.“ zufolge wird der Prinz August von Württemberg das Generalcommando des Gardecorps niederlegen und durch den Gene— ral v. Treskow, Führer des neunten Armeecorps, ersetzt werden. An des Letzteren Stelle würde der General Groß don Schwarzhoff, Führer des dritten Armeecorpe, treten. Ems, 29. Juni. Zum Besuche des Kaisers Wilhelm ist der Prinz Friedrich der Niederlande hier eingttroffen. Kassel. Dem Vernehmen der„Hcss. Bl.“ nach wird jetzt in Berlin der Plan in Erwägung gezogen, die unirte Hanauer Kirche mit der unirten Nassauer Kirche zu vereinigen und nur die beiden Kirchen in Ober- und Niederhessen unter dem anders organisirten Consistorium in Kassel unter stellt zu lassen. Hanauer Geistliche sollen gegen die Ausführung dieses Planes petitionirt haben. Fulda, 29. Juni. Gestern sind Vermitt- lungsvorschläge nach Berlin abgegangen. Von der Antwort auf dieselben wird es abhängen, ob der gemeinsame Hirtenbrief der Bischöfe erlassen wird. München. Das„Südd. Corresp.-Bureaux“ meldet: Die von der Patriotenpartei abgegebene Mißtrauens Erklärung hat keine Ministerkrisis hervorgerufen. Dagegen ist eine Krisis im Patrioten— Club ausgebrochen. Abg. Freytag will seine Stelle als Vorstand des Clubs niederlegen, mehrere Club- mitglieder treten aus. Würzburg, 28. Juni. Der Großherzog von Mecklenburg ist mit seiner Tochter und Ge— folge zu einem mehrtägigen Aufenthalte hier an— gekommen. Ausland. Holland. Haag, 30. Juni. In der ersten Kammer verlangte der Colonialminister wiederholt, daß die Kammer in die Discussion über die ihr mitgetheilten officiellen Documente betreffs des Atchinkrieges eintresen solle, darauf hinweisend, daß sonst gefolgert werden müsse, die Kammer sei mit den von der Regierung ihr gemachten Mit— theilungen einverstanden. Der Minister machte auch darauf aufmerksam, daß die Kammer durch Ablehnung der Discussion einen Minister, der zu demissioniren gedenke, hindere, sich gegen Anschul— digungen zu vertheidigen. gleichwohl mit 33 gegen 3 Stimmen die Dis⸗ cussion ab. Frankreich. Paris, 28. Juni. Die heu⸗ tige Truppenrevue auf der Ebene von Longchamp fand bei schönstem Wetter statt. Eine unabseh⸗ bare Zuschauermenge wohnte derselben bei. Der Marschallpräsident Mac Mahon war von einem glänzenden Generalstabe umgeben. Man bemerkte die Generale Ladmirault, Cissey, den Herzog von Nemours und die Militär- Attachs's der fremden Mächte. Der Präsident und det Vieepräsident der Nationalversammlung, sämmtliche Minister, viele militärische Notabilitäten und viele Deputirte waren anwesend. Die auswärtigen Gesandten befanden sich auf der reich geschmückten Regierungstribüne. Nach der Revue wurde Marschall Mae Mahon von den Zuschauern sehr lebhaft begrüßt. Die Subcommission für die Heeresver— fassung hat beschlossen, daß alle Unteroffiziere nach fünfzehnjähriger Dienstzeit und zurückgelegtem 35. Lebensjahre ein Recht auf eine Pension von 260 Fr. und auf ein Civil- Amt haben sollen; wenn ein solches im Augenblick nicht frei ist, soll der Unteroffizier, bis eine Bach eintritt, eine tägliche Entschädigung von 1 Fr. 60 Cts. erhalten. Die constitutionelle Dreißigercommission bat den Antrag Perier mit 19 gegen 6 Stimmen verworfen und eine Subeommisston, bestehend aus den Deputirten Daru, Lacombe und Ventavon, ernannt, die ihr am Mittwoch einen Gesetzentwurf unterbreiten soll, welcher bestimmt wäre, den Hauptartikel des zu schaffenden Veefassungsgesetzes zu bilden. Großbritannien. London, 29. Juni. Unterhaus. Jenkins signalisirt eine Mittheilung des„Standard“, wonach die canadische Regierung die Verbindung mit England zu lösen und die Vereinigung des Landes mit den Vereinigten Staaten herbeizuführen trachte, und interpellirt die Regier- ung, ob der canadischen Regierung solche Be— strebungen mit Grund zugeschrieben werden könnten. Disraeli erwiedert, er halte es nicht für seine Pflicht, die Begründung solcher anonymen Be— hauptungen zu untersuchen. Er könne versichern, daß die Beziehungen zwischen der englischen und canadischen Regierung die herzlichsten seien.— Die Grubenarbeiter von Clackmannan verlangen eine Lohnerhöbung von 1 Shilling und drohen mit Strike.— Die in Dudley(Grafschaft Wor- cester) versammelt gewesenen Delegirten haben be— schlossen, den Strike eher bis Weihnachten sortzu⸗ setzen, als die von den Grubenbesitz ern angebotene Lohnherabsetzung anzunehmen. Spanien. Madrid, 28. Juni. Nach den der Regierung vom Kriegsschauplatze zugegangenen Nachrichten ist es dem Marschall Concha gelungen, die Carlisten zu der irrigen Annahme zu verleiten, als solle der Angriff von Estella vom rechten Ufer des Egaflusses aus erfolgen. In Folge dessen legten die Carlisten behufs Vertbeidigung Estellas Befestigungswerke am rechten Egaufer an, insbe⸗ sondere Verschanzungen bei Allo, Dicastillo, Mo- rentin, Alvero, Arellano und Arroniz. Marschall Concha ging, sobald der günstige Augenblick ge— lommen war, plötzlich auf das linke Egaufer über, setzte seine Umgehung fort und nahm den Flecken Abarzuga, um den Carlisten den Rückzug in das Gebirge von Amezceuas abzuschneiden. Die Lage der Carlisten wird für sehr gefährdet gebalten, Marschall Serrano ist in Grenija eingetroffen. — 29 Juni. Bei Muro in der Nähe von Estella hat ein Gefecht stattgefunden, in welchem General Concha getödtet wurde. Die Armee selbst hat keine erheblichen Verluste erlitten. Zum Nach folger Concha's im Obercommando der Nordarmee ist Zabala ernannt, der heute Vormittag nach dem Hauptquartier abgeht. Cottoner ist zum Kriegs- minister, Sagasta zum Conseilspräsidenten ernannt, — 29. Juni. Nach ferneren Berichten von Bayonne über die Kämpfe bei Estella warfen die Regierungstruppen am Donnerstag und Freitag die Carlisten aus den ersten Linien heraus. Der rechte Flügel versuchte Sonnabend die Erstürmung der die Stadt Estella beherrschenden Höhen, wurde aber in Unordnung zurückgeworfen. Die Flucht Die Kammer lehnte dinigir. werden a sisen gie 8 Eile det, Ferie lung,. Einladun schen Sz Gemein Hert Adv die Veth Abgeordn nommene und Gem wesenlliche meinde⸗Ot Sladt a noch der l. Besprechun Ruths An der Stad nothwendig hiesige Ein, woraus es ammlung berg unded wollen. der neuen derdeteilel Besprechun würden. des Herrn Herten H. G. Jade Wochen ei it anz Minungen gemeinde. O sch die n Cner relativ ötiedb den wäre ee M us gu u Ela e f be . W und zwe Neeing ü lenrtien d , Settser⸗ 1 3 2 U Samen dend ant 4 7 n * Ottleden, den Ecicgt air een de net bctlangn ktrhn N Der rte babe be; nacht sortyr 17 8 7 1 5 en angtkelun Nach da 181 gangten izt Aren tern den Lehrkörper wurde eine allgemeine, als General Concha tödtlich verwundet fiel. Die Artillerie deckte den Rückzug der Division Echague gegen den hierauf folgenden allgemeinen Angriff der Carlisten. Während der Nacht wurden sämmtliche Geschütze zurückgezogen, die Trains bereits am Samstag nach Tafalla dirigirt. Die Verluste der Regierungstruppen werden auf 4000 Mann geschätzt. Die der Car- listen gleichfalls als bedeutend angegeben. — 29. Juni. 18 Geschütze sind in aller Tile der Nordarmee zugeschickt worden. — 30. Juni. Die Regierungsarmee ist bei Tafalla concentcirt. Der neue Oberbefehlshaber, Beneral Zabala, ist auf den Kriegsschauplatz ab— gereist und wird die Operationen gegen Estella sofort wieder aufnehmen. Ein neues Armeecorps st bei Alaca aufgestellt. Aus Stadt und Land. Friedberg. Die sehr zahlreich besuchte Versamm— Ang, welche verflossenen Montag Abend in Folge einer Tinladung verschiedener Bewohner Friedberg's im Simon'— chen Saale slaitfand, hat die Frage, ob Städte- oder Vemeinde⸗Ordnung, auch hier in Fluß gebracht. Derr Advocat Jöckel eröffnete die Versammlung und leitete »ie Verhandlungen, zu deren Beginn unser Landtags— Abgeordneter, Herr C. Scriba, in einem beifällig aufge— nommenen Vortrage die Grundzüge der neuen Verwaltungs— und Gemeinde⸗Gesetze schilderte und darin besonders die wesentlichen Verschiedenbeiten zwischen Städte- und Ge— meinde⸗Ordnung bervorhob, obne sich indeß, was unsere Stadt a langt, weder zu Gunsten der Annabme der ersten Loch der letzten auszusprechen. Die hieran sich knüpsende desprechung gab den Herren L. Seyd, Weber, Pfeffer, kuths Anlaß, die Gründe, welche ihnen die Annahme er Städte⸗Ordnung für Friedberg wünschenswerth oder rolhwendig erscheinen lassen, zu entwickeln. Gegen die zesige Einfübrung der StädtesOrdnung sprach Niemand, Voraus jedoch nicht gefolgert werden soll, daß die Ver— ammlung nur aus soschen bestanden hätte, welche Fried— erg unbedingt unter die Städte-Ordannug gestell: ehen ollen. Von verschiedenen Seiten wurde die Anschaffung zer ntuen Gesetze, von welchen eine handliche Ausgabe dorbereitlet wird, warm empfohlen, da zu einer eingehenden Sesprechung derselden mehrere Abende kaum genügen nütden. Schließlich trat die Versammlung dem Anktrage es Herrn Rutbs, wonach das Comite, bestehend aus den derten H. Bechstein, G. Falk, G. Hieronimus, Ed. Hirsch, d. Jockel, Ad. Sleinhäuser, Carl Trapp, in einigen Dochen eine wellere Versammlung einbetufen soll, bei. Es ist anzunehmen, daß sich in der Zwischenzeit die Neinungen in Beteff des Vorzugs der Städte- oder Semeinde Ordnung für Friedberg kläten werden, so daß ich die nächste Versammlung dieser Frage gegenüber in ener relativ bestimmten Weise aussprechen kann. Friedberg. Mit der Freunde über die Homburger Jahn wäre les vorerst Nichts, denn das„Journal“ schreibt Die aus guter Quelle verlautet, ist die Nachricht, daß er Staal die Bahn ankaufen und von Homburg aus ach Friedberg weitet bauen wolle, vor der Hand unbe— kründet, da nach keiner Seite hin desfallsige Verhand— ungen statigefunden haben oder für die nächste Zeit in Lussicht stehen. Friedberg. Bierbrauereien im Großherzogthum dessen. Im Jahr 1847 bestanden im Großherzogthum 2 Bierbrauecteten, in 1861 aber 641 und in 1868 deren 92 und zwar in Starkenburg 209, in Oberhessen 417, Rheinyessen 106. Seitn 1868 hat sich die Zahl der rauereien bis auf 439 oder um 40 pCt. vermindert; es enden im Jabr 1873 in Starkenburg 158, in Oberhessen 57 und in Rheinbessen 84 in Actsvität. Die letztere ö Lrovinz zeigt gegenüber dem Beuande von 1868 eine um 2 Starkenburg eine um 51 und Oberhessen eine um 220 etminderte Zahl. 5 Steinfurth. Die Gebr. Schultheis dabier haben an de Mitglieder der Frankfurter Gartenbau Gesellschast eine Finlabung zur Besichtigung ibrer ausgedehnten Rosen⸗ fdultur übersandt. Gegenwärlig stehen in diesem groß— igen Elablissement nicht weniger als 60,000 Rosen— icke in schönster Blüthe. Es wird demzufolge am nächsten Zountag ein Ausflug von Frankfurt dorthin unternommen rden. 1 0 Griebel. Einer uns gewordenen Mittheilung zufolge Arzte am 27. Juni der Bürgermeister Fenchel von Griedel m Strohbolen aus bedeutender Höbe auf die Tenne c verletzte sich so bedeutend, daß er Tags darauf starb. Darmstad t. 28. Juni. Ein berber Verlust hat des hiesigen Polyiechnikums und Dr. Dölp, Professor der Mathe Krankenlager von nur wenigen Agen in Folge einer e eee Ir Verblichene, ein im besten Manncsaller stehende Hann, war als Mensch und Mann der Wissenschaft von (06 gesammlen Hürgerschaft wegen seiner bescheldenen und oecren Wesens, von seinen Collegen und Schülern wegen Alter Wissenschaftlichkeit 5 1 seiner Vorzüge als Lehrer 15 geachtet und verehrt. rein 20. Juni. Gestern Abend geriethen 4 85 einer Waldparthie heimkehrende junge Leute, in Srcit, wobei der eine derselben das Messer zog und seinen ciner mit zwel Stichen ins Herz lödteie. 7 Darmstad 1. In unserer prosaischen Zett gehört eine Lreführung immerhin zu den Seltenheilen. Seit ca. 9 0 . N Ales selbst betroffen. mit, ist nach einem 1 8 Tagen ist die 16jäbrige Tochter eines hiesigen Bürgers mit ihrem Geliebten, einem Schlossergesellen, von hier ver⸗ schwuuden und sind bis jetzt alle Recherchen nach dem Paar erfolglos geblieben. Groß Umstadt. Hier und auch in den umliegenden Orten erregt der massenweise Aufkauf von Herbstzeillosen für irgend einen Fremden Aussehen. Wer ist der Haupt⸗ käufer und zu was dient die gisthaltige Pflanze? Das ist die Frage, die allgemein sich aufträgt. Es ware zur Be— ruhigung des biertrinkenden Publikums wünschengwerth, wenn diese Frage von competenter Seite Beantwortung fände. Mainz. Das nächste Verbandsschießen des mittel⸗ rheinischen, pfälzischen und badischen Schützenbundes wird, nach einem Beschlusse in Neustadt, hier in Mainz abge⸗ halten werden, sowie denn auch schon gelegentlich des Wormser Schützenfestes von den Delegirten unseter Stadt die Annahme einer etwa hierher fallenden Wahl zugesagt wurde. Bis dabin soll auch eine allgemeine, für den jeweiligen Festort maßgebende Schießordnung entworfen werden. Mainz. Wie das„Tagblatt“ meldet, verschwanden in einer hiesigen Familie in jüngster Zeit öfters werthvolle Gegenstände. Der Verdacht der Urbebderschaft dieser Dieb— stähle lenke sich zuerst auf den Hausknecht und man war bereits im Begriffe, der Staatsbehörde Anzeige zu machen und den Verdacht gegen den Hausknecht auszusprechen, als bei halbgeöffneter Thür durch den Reflex des Spiegels das im Seitenzimmer anwesende Fräulein bemerkte, wie ein der Familie angehörender Rabe, welcher wegen seinet Zahmheit der Liebling der Damen des Hauses war, aus verschiedenen auf dem Tische liegenden Münzen sich eine nagelneue suchte und dieselbe unter das Sopha trug, als- bald wieder erscheinend und sich so harmlos stellend, als ob gar nichts vorgefallen wäre. Es wurde nun unter dem Sopba Suche gehalten und man fand Ring, Broche 72 fl 30 kr. baar. lauter neue und noch blanke Münzen. Angesichis der Feststellung des Thatbestandes wurde der Rade mütelst eines Röhrchens gezüchtigt und man glaubt, daß er nunmehr Respect habe und seine Diebereien lassen werde. Allein am folgenden Morgen stahl er wieder eine Reichsmark und jetzt— wurde er eingesperrt, was ohne den Spiegel wobl dem Hausknecht vassirt wäre. Allerlei. Frankfurt, 29. Juni. Die Bewohner der Meisen— Gasse, Kasserhof-Steaße, Hochstraße wurden gestern Miitag durch eine starke Detonation erschreckk. Bei näherer Nach— sorschung stellte sich heraus, daß ein 14jäbriger Mechaniker Librling in einem Gärichen in Gegenwart seiner Ge— schwister mit einer von ihm construirten Messing-Kanone manöverirte. Zum Schlusse wolle er im Feuer exercixen, stopfte die Kanone mit Pulver voll und entlud dieselbe mitelst eines Drathes, wobei dieselbe unter gewalligem Knall zersprang. Der Blei Verschluß schlug eine Thüre d urch; wäte derselbe etwas mehr links gefahren, so würde ein Mann und ein Kind. die am Fenster saßen, getrossen worden sein. Die im Gärtchen befindlichen Kinder kamen mit dem Schrecken davon. Frankfurt. Die Bauten und Anlagen des neuen zoologischen Gartens in Frankfurt a. M. baben in den letzten Wochen wieder sehr erhebliche Fortschritie gemacht. und unter denselben hal sich namentlich das Affenhaus wesentlich verändert. Der Mittelbau dieses geräumigen Gebäudes ist seit Kurzem mit etner größeren Anzahl leb⸗ hafter Vierhänder bevölkert und eine ansehnliche Schaar treibt sich den Tag über in dem großen Sprungkäfig im Freien umher. Eine höchst interessante Erscheinung ist der Nachtaffe aus Brasilien, mit großen, runden Eulen— augen, mit denen er übrigens auch bei Tage recht munter um sich blickt. Verschiedene rothe und graue Meerkatzen mit schwarzen, weiß umrahmten Gesichtern, gelbe und braune Paviane, sämmtlich in kleiner Gesellschaft bei ein— ander wohnend, bilden die äußerst unterhaltende Besetzung der lustigen und freundlichen Behälter. Münster, 25. Juni. Gestern Abend wurde hier in einem Hause auf der Rothenburg Polterabend gefeiert. wobei es, wie gewöhnlich, eiwas bunt und munter her⸗ ging. Ein in der Nähe wohnender Ossicier— Premier— lieutenant M.— fühlte sich durch den Lärm incommodirt und gebot vom Fenster seiner Wohnung aus Nube. Als man die Forderung unbeachtet ließ und munter sorttrollie, erließ der betressende Officier eine zweite Aufforderung zur Ruhe mit der Drohung, dazwischen schießen zu wollen, wenn dieselbe nicht sofort eintrete. Kurze Zeit darauf fiel denn auch in der That ein Schuß, der einen Unterofficier in den Nacken traf. Die Verwundung soll eine lebens— gefährliche sein. Der Offieier wurde beute Morgen ver— haftet. Stade. Ein Unkerofficier der biesigen Garnison, der einen Soldaten so peinigte, daß dieser einen Selbst— mordversuch machte, ist degradirt und zur Verbüßung einer längeten Strafe nach Magdeburg abgeführt worden. Potsdam, 29. Juni. Die Gemahlin des russischen Botschafters v. ODubru ist gestern Abend im Jungfern— See beim Neuen Garten verunglückt; dieselde wurde zwar aus dem Wasser gezogen und ins Leben zurückge— rusen starb jedoch heute morgen. Mülhausen, 25. Juni. Wir lesen im„Industriel alsackn“: Gestern Abend gegen 5 Ubr verankaßte ein Moroversuch auf einen deutschen Militär einen großen Volkdauflauf an der Ecke der Wildengasse und der Huf⸗ schmiebgasse. Der Hergang war folgender: Ein Unter— officier der 2. Compagnie ging ruhig seines Weges einher, als ein ärmlich und kränklich aussehender Mann sich auf ihn stürzte und ihm eine Art Dolchmesser auf die Brus stieß. Der von oben nach unten geführte Stich verletzte den Soldaten etwas unterhalb des Herzens jedoch scheint die Wunde zu keinen Befürchtungen Anlaß 101 geben. Der Urheber dieses Morbversuches halte das Messer von sich geworfen und flüchtete sich in den Uhrhof, wo ihn ein Bäckergeselle absaßte. Er beißt Jean Louis, ist aus Corsica gebürtig, war am nämlichen Tage von Pario angelangt und erklärte, die Preußen hätten seinen Sohn vor Paris gelödtet. Diesen babe er rächen wollen. Seine Haltung und der Ausbruck seines Gesichtes lassen vermuthen, daß man es mit einem Wabnsinnigen zu thun bal. Handel und Verkehr. Friedberg, 30. Juni. Walzen 17 fl. 15 kr.; Korn 13 fl. 5 kr.; Gerste 13 fl.— kr.; Haser 10 fl. 45 kr. Alle Preise verstehen sich per 100 Kilz. Frankfurt, 29. Juni. Der heutige Viehmarkt war gut befahren. Angetrieben waren: 340 Ochsen, 200 Kühe, 230 Kälber und 360 Hämmel. Die Preise stellten fich: 1. Qual. 37 fl., 2. Qual. 35 fl., Kälber 38 fl., Hämmel 37 fl. per Cir. Frankfurt, 29. Juni. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 27 fl., Nr. 2 25½ fl., Nr. 3 22½ fl., Nr. 4 18½ bis 19 fl., Nr. 5 16¼—17 fl., Roggenmebl%(Berliner Marke) 18½ fl., do II.(Berliner Marke) 12% fl. Waizen effecu'v hies. 17—5/ fl., Korn 11½¼—133¼ fl., Gerste 13½ bis 14½ fl., Hafer 12½—12½ fl., Kohllamen 16½ bis 17 fl., Erbsen 1214 fl., Wicken 10 fl., Linsen 12—17 1 Rüböl 38 fl. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo. Mainz, 30. Juni. Productenmarkl. Waizen per Juni— fl.— kr., per Juli 15 fl. 36 kr., per Nov. 14 fl. 3 kr., Korn per Juni 11 fl. 5 kr., per Juli 10 fl. 55 kr., per Nov. 10 fl. 12 kr., per Dec.— fl.— kr. Hafer per Juli 11 fl. 42 kr., per Nov. 10 fl.— ke. Rüböl per Juni— fl.— kr., per Oci. 290 fl. 10 kr. Raps per Sept. 17 fl. 55 kr. D. Frankfurt a. M., 30. Juni. Die Tendenz der Börse darf heute, ttotz einer Schwankung nach Unten und der gegen gestern niedrigeren Coursen der Speculations⸗ papiere, im Allgemeinen als eine feste bezeichnet werden. Die gegen Schluß der Ultimoliquidation, welche eine ziem⸗ liche Belebung des Geschäfts bervorrief, eingetretene Er mattung resultirt aus den durch den Ultimo nöthig gewordenen Verkäufen und dem in Prolongation etwas knapperen Geldstand, welcher einigen Druck auf die Stimmung ausübte. Nach der Liquidation gestaltete sich die Stimmung auf böbere Berliner Course wieder fest. Noch minder coulant als für die Hauptspeculationseffecten war Geld in Prolongation(ca. 4%) für junge Bahnen, welche neuerdings stark aufgenommen wurden, zu beschaffen. Stücke zeigten sich für Creditactien und Staatsbahnactien nicht fehlend und verwandelte sich der gestrige Deport in einen geringen Report. Cxeditactien bewegten sich zwischen 228½—28¼— 27¼/ u. 228¼. Staatsbahnactien zwischen 336 ¼—35/ u. 336 ¼. Lombar den blieben 145½. Oesterr. — Babnen verkehrten malt in gedrückter Haltung. Böhmen sind 2½ fl., Elbibal 4½ fl. matter. Buschthierader Lit. B., Elisabeth und Franz Joseph blieben ebenfalls niedriger, andere zeigten sich sest. Nordwest verloren 6 fl., nachdem Zeitungs nachrichten bestimmt verfichern wollen, daß die bisber streitige Frage ob das Deficit bei der Verzinsung der Nerdwest-Prioritäten Lit. B. eventuell aus dem gatantirten Actienerträgniß der 4 Linie zu decken wäre oder nicht, in ersterem Sinne entschieden worden sei. Von deutschen Bahnen waren Baye. Ostbahn deliebt. Oberhessen matter. Von Prioritäten hoben sich Ungarische Ost in Folge bedeutender Kausordres 1½0% Ungarisch⸗ Galizische und 3% Staatsbahn sind nachgebend, erstere /%%.. Banken verbarrten größtentbeils in fester Haltung, bauptsächlich Deutsche Effectenbank, Deutsche Vereinsbank, Wechselerbank und Nürnberger Vereinsbank, Darmstädter matter. Silberrente niedriger. Spanier offerirt. Russische Fonds behauptet. Loose gingen zu sesten Coursen um. Raab⸗Gratzer beliebt. Von Wechseln Paris matter. Geld⸗Cours. Frankfurt am 30. Juni 1874. r„fl. 9 35—37 Holländische fl. 10 Stücke.„ 9 45—47 Haan, 1 8 32-34 Ducaten al mare 1„ 5 34—36 20 Frankenstücke..„ 9 25—28 Englische Sovereigns„ 11 51—53 Russische Imperiales.„ 9 42—44 7 8 2 24“ Atcht Flaches Waffe von Johann Maria Farina. Meine Niederlage davon im Comptoir des Ober— hessischen Anzeigers in Friedberg empfeble ich zu 8 fl. per Dutzend, J fl. per halbes Dutzend und 45 kr. per Glas gehorsamst. g Johann Maria Farina in Coln. Grosse wollene und seidene Halstücher 1 4 1 145 in den schoͤnsten Farben, für Herren und Damen, Dollars in Golde. außerst billig bei K. Friedrich neben der Post. Ochsen 1. Qual. 40—42 fl., 2. Qual. 38—40 fl., Kühe W — . Oberhess. Gesellschaft für Uatur- und Heilkunde zu Gießen. 1993 Die Sommer Generalversammlung findet nach vorjährigem, in Friedberg gefaßten Beschluß am 4. Juli d. J. in Büdingen um 11 Uhr im Rathhaussaal statt und werden dazu die Mit · glieder der Gesellschaft, sowie alle Freunde der Naturwissensch aft geziemend eingeladen. Tagesordnung: Rechenschaftsbericht, Vorstandswahl, Vorträge, gemeinsames Mittag- essen, gemeinsame Excursion. Schwalheimer Brunnen. 1987 Sonntag den 5. Juli findet dabier das Kirschenfest bei Harmonie, und Tanz⸗ musik statt(bei ungünstiger Witterung im Saale), wozu freundlichst einladet G. Bailly. Ueuer Jaoologischer Garten in Frankfurt a. l. 1986 für Erwachsene Eingang vor dem Hanauer Bahnhof. Sonntag den 5. Juli d. J., Vormittags von 6 bis 12 Uhr, ist der Eintrittspreis 12 Kreuzer und für Kinder unter 10 Jahren auf 6 Zwischen 12 und 1 Uhr bleibt der Garten für Jecermann geschlossen. Der Verwaltungsrath. 1 ermäßigt. » Dampf⸗Dresch⸗Maschinen werden in allen Größen sofort geliefert von der Blumenthal'schen Maschinenfabrik in Darmstadt. Die Modenwelt. Nlustrirte Zeitung für Toilette und Handarbeiten. Gesammt-Auflag e allein in Deutschland 180,000. Erscheint alle vierzehu Tage. Ausgabe ohne Modenkupfer. Pro Quartal 45 kr. Jährlich: 24 Nummern mit Moden und Handarbeiten gegen 2000 Abbildungen enthaltend 12 Beilagen mit etwa 200 Schnittmustern für alle Gegen- stände der Toilette und etwa 400 Musterzeichnungen für Weissstickerei und Soutache ete. Ausgabe mit Modenkupfern. Pro Quartal 2 fl. 6 kr. Jährlich, ausser Obige m: 48 Grosse colorirte Modenkupfer, darunter 12 Blätter mit etwa 150 historischen und Volks-Trachten. Abonnements werden jederzeit angenommen; wo der Bezug durch eine Buchhandlung oder Postaustalt Un- bequemlichkeit haben sollte, erbietet sich die Verlags- Expedition in Berlin. W, Potsdamerstr. 38, zur directen Veber endung. Eine Probe-Nummer nebst Uebersicht der Preisbedingungen für die verschiedenen Länder liefert die Expedition auf f ankirtes Verlangen gratis und franco. Zu Bestellungen empflehlit sich Carl Bindernagel in Friedberg. 1994 Versteigerung eines Magazins. 1938 Freitag den 3. Juli l. J., Vormittags 11 Uhr, soll in hiesigem Rathhause das den Erben der ver— storbenen C. D. Groß Wittwe gehörige, in der Färber gasse gelegene, steinerne Magazin mie Hofraum erb— vertheilungshalber öffentlich an den Meistbietenden ver— steigert werden. Friedberg den 23. Juni 1874. Großherzegliches Ortsgericht Friedberg. ele 1992 Herr Direktor Betz wird ersucht, das hier gern gesehene Stück„Deborah“ zur Aufführung zu bringen. Einer für Viele. Brodpreise vom 1. bis 15. Juli. Nach eigener Angabe der Bäcker. . Für Friedberg: 2,3 Waizen, ½ Korn. 2 Korn, ½ Waizen. Erste Sorte 2 Kilo 22 kr. Zweite Sorte 2 Kilo 20 kr. ** 1 1 11 51 77 7. 1 7 10 7 * 57 57e„ 57„ 77„ N* 5 7 Für Bad Nauheim: Kasseler Brod 2 Kilo 23 kr. ö ö 1 9* 1 7 1177„ *„ 1 7„ 5% 17 Erne Sorte 2 Kilo 22 kr. Zweite Sorte 2 Kilo 20 kr. 1.. 1* 11* 1 7 7 1 7 10 8* 5 i eee ee„„ Für Butz bach: Erste Sorte 2 Kilo 21 kr. „* 1 1 77 8„„ Zweite Sorte 2 Kilo 18 kr. „.. 1 41,7% 77* 12„ 2„ Fleisch⸗ Nach eigener Angabe der Metzger. Für Friedberg: Pr. ½ Kilo. Ochsenfleisch 25 Kuhfleisch, gen. 22 Rindfleisch, gem. 22 Hammelfleisch 20 Keil und Carre— Kalbfleisch 18 Keil und Carre— Nierenfett 20 Hammelsfett 16 Ausnahmspreise. 20 Bei Schweinefleisch 20 Kammstück 2 Leber- u. Blutwurst 24 Bratwurst 28 Schwartenmagen 28 Geräucherter Speck 32 Doͤrrfleisch 28 Schinken 30 Schmalz, ausgel. 32 Schmalz, unausgl. 28 Johs. Hanstein III. ze. Preise vom 1. bis 15. Juli und W. Kreuter 11. Hammelskeil und Carre 24 kr.— Bei W. Kreuter 11 Nierenfett 16 kr.— Bei K. Soͤllner Kalbfleisch 20 kr.— Bei C. Neuhef Hammelfleisch 16 kr. — Bei K. Friedrich und W. Heß Döͤrrfleisch 30 kr.— Bei A. Vogt Erben Schinken 28 kr.— Bei K. Friedrich Schinken 32 kr., Schmalz, ausgel., Hanstein III. Kalbfleisch 16 kr. Für Bad⸗ Nauheim: Pr. ½ͤ Kilo. Ochsenfleisch 20 Kuhfleisch, gem. 22 1 ungem.— Hammellleisch 24 Keil und Carre— Kalbfleisch 20 Keil und Carre 24 Nierenfett 20 Hammelsfett 20 Schaaffleisch Schmalz, ausgelassen, 32 Ausuahmspreis. pr. ½ Kilo. Ochsenfleisch Kuhfleisch, gem. 19 Rindfleisch, gem. 19 Hammelfleisch 22 Keil und Caxre— Kalbfleisch 16 Schaaffleisch— Nierenfett 24 Hammelsfett 18 Ausnahmsvyreise. 24 kr.— Bei H. Kobelt und G. C. Fischer Hammel⸗ fleisch 18 kr.— Bei Moriz Winter II., Konrad 27 . Schweinefleisch 20 Leber- u. Blutwurst 24 Bratwurst 30 Schwartenmagen 28 Cervelatwurst 48 Fleischwurst 28 Geräucherter Speck 36 Dörrfleisch 36 Schinken 34 Solperfleisch 23 26 kr.— Bei Johs. kr., unausgelassen 30 kr. Bei Hirsch Loeb Kuh- oder Rind⸗ fleisch 20 kr.— Bei H Klinkerfuß Fleischwurst 39 kr.— Bel H. Aletter und H. Langsdorf Cervelatwurst 1 fl.— Bei H. Aletter Bratwurst 28 kr. Für Butz bach: Schweinefleisch 20 Leber- u. Blutwurst 24 Bratwurst 28 Fleischwurst 28 Schwartenmagen 28 Geräucherter Speck 36 Dörrfleisch 30 Schinken 30 Schmalz, ausgel. 34 Schmalz, unausgel 32 Bei Jacob Kobelt Hammellleisch Gruner, Heinrich Winter Kuhfleisch 21 kr., Rindfleisch 21 kr., Nierensett 22 kr.— Bei G. C. Fischer, Wilh. Fischer, N. Rübsamen Ochsenfleisch 24 kr. ausstellung des Oberhessischen Obst⸗ FJommertheater in Pad- Nauheim 1983(Restauration König). in der vor jedem Wetter geschüßten Halle. Donnerstag den 2. Juli 1873. Gastspiel der Mitglieder des Mannheimer Vaudevill⸗ theaters. Der Landpfarrer einen Tag in der Residenz. Schwank in 4 Akten. Turnverein. 1970 Die Vorschule des hiesigen Turnvereins be⸗ ginnt Montag den 6. k. Mts., Abends 8 Uhr. An⸗ meldungen hierzu sind schriftlich bei dem Turnwarten Mahr einzureichen.. Der Vo r st a n d. Wetterauer Industrie⸗Ausstellang„ zu Friedberg. 1985 Außerordentliche Comitesitzung: 8. Juli. Obst⸗, Gemüse⸗ und Blumen⸗ Ausstellung. 1989 Die dlesjährige Obst:, Gemüse- und Blumen und Gartenbau- vereins wird am 26., 27. und 28. September zu Büdingen abgehalten werden, worauf die Interessenten — 874 — O — Donnerst bemerke andwirth Notizen, Mälhsel u. 1 bn einstweilen aufmerksam gemacht werden. Arnsburg am 29. Juni 1874. Der Präsident des Oberhess. Obst- und Gartenbhau⸗ Vereins: Friedrich, Graf zu Solms-Laubach. Klipper⸗Gras⸗Mühmaschinen, 1973 Heuwender und Heurechen sind fertig zu haben in der landwirthschaftlichen Maschinen- und Geräthe— werkstätte von Fauerbach b. Fr. rodmehl und Kleie 1893 billigst bei M. D. Loeb. 1991 Die Theaterdirektion wird ersucht„Am Altar“ N K. Häuser. „recht bald zu wiederholen. Mehrere Theaterfreunde. 1982 Dr. Krüger, Augenarzt, wohnt jetzt Hochstraße 31. Sprechstunden wie bisher, früh von 8 bis 9, Nachmittags von 3 bis 4 Uhr, für Unbemittelte in der Frankfurter Augenheilanstalt, Allerheiligenstraße 19a, von 11 bis 12 Uhr. Frankfurt a. M., Juli 1874.(4233) in Porzellan und Alterthümliche Krüge Steingutmasse, so⸗ wie Waffen aus dem 16. und 17. Jahrhundert werden gekauft und Adressen in der Exped. bei Herrn Binder— nagel erbeten. 1990 Der Unterzeichnete sucht en gebrauchtes Elavier, welches sich jedoch noch gut zum Unterrichten eignet,. Näheres bei Nieder-Weisel. J. Fuchs, israel. Lehrer. Ein Logis, welches sogleich bezogen werden kann, hat zu vers E. Lochmann, Bäckermeister. 1692 Ein reinliches braves Mädchen, welches noch nicht gedient zu haben braucht, wird für einen ruhigen Dienst zum 1. Juli gesucht. Naͤhetes bei der Expedition d. Anz. Ein braver kräftiger Junge 1968 kann das Schmiedehandwerk erlernen bei Holzhausen v. d. H. G. Weinmann. 1995 Eine kleine Presse, welche sich zu Johannis⸗ beeren, Klosterbeeren und Trauben eignet, steht im Auf— trag zu verkaufen bei 1991 miethen Hetressen, N gath Lind —— Darn Casschions. in Anerken nd Treue Heheimerg + Da bnd dieser 2 3 9 f gern Im bon der n gach S. Jugent Mm p. gate ü berlin, 1 anania“ 0 9 a hurkannt ate an 0 der! 10 auezugel fenen 5 Schwarz, Hoftaxatorr. Loose zur Wetterauer Industrie-Ausstellung à 36 kr. zu haben 0 bei Carl Bindernagel. Israclitischer Gottesdiens in Friedberg. 1 Freitag Abends 771 Uhr. Samstag Morgens 8 Uhr. Verantw. Red.: Carl Bindernagel. Druck und Verlag von Carl Bindernagel.