Samstag den 25. October. M125. nzeiger. dormen 880 * det— deren N ö 1 5 N Die Petitzeile 5 3 E 8 Erscheint jeden — Wird ait 1 Nrenzern Peiech ter Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Dienstog, e und Sntag stab.— r Arne, d Für die Monate November und Dezember kann auf den„Obechessischen Anzeiger“ bei ig der Mos und Trupf i der Verlags-Expedition mit 20 kr., bei den Poststellen mit 32 kr. abonnirt werden. * 1 isenbahnan 7 dem Kenn Amtlicher Theil. cutlüeneffend Die geschehenen Lieferungen und Leistungen für das Militär, wofür Zahlung nicht int und ü gel eistet worden ist. m der aan dos Aargeograz 0 efaßt, bei 6 l 6 dem attboten erinnern. Friedberg am 23. Oktober 1873. Gr. Kreisamt Friedberg an die Gr. Bürgermeistereien und den Gr. Polizei⸗Commissär zu Wickstadt. Es stehen noch viele mit Erledigung unserer Verfügung vom 29. v. M. zurück, weshalb wir hieran binnen 3 Tagen bei Meidung von Ter a pip. n Arnette er Arie Deutsches Reich. Generalß Darmstadt. Der„Darmstädter Zeitung“ Aemnantzuiolge stände die demnächstige Pensionirung des „ Hazundtagsmitgliedes und Territorial-Commissärs 8 52 in Mainz in Aussicht. Das Blatt ver⸗ n im Nühwehrt sich aber gegen die Meinung, als ob dies seltre und den Wünschen der liberalen Blätter entspreche inen Mund wegen der Abstimmung desselben in der ersten pector, bRümmer geschähe, und fügt hinzu, die Regierung Juspettor achte das verfassungsmäßige Recht jedes Mitgliedes „Geogreßder Ständeversammlung. „2 Ka Mainz. Das hiesige Gymnasium wird, wie Beschäflig das„Mainz. J.“ erfahren haben will, einen pro; in sͤgategal tischen Director erhalten, nämlich Dr. Genthe Beatbeinaus Berlin, gegenwärtig Professor am Gymnasium 10 ba ihzu Frankfurt a. M. Einige Zeit soll die Wahl fizieren 1 dem Genannten und dem Frankfurter zend datiin Mfofissor Creizenach geschwankt haben. lumen?— Das unter den Auspicien des Bischofs b Notwtz Kittler redigirte„Mainzer Journal“ hat sich d Aften erbrästet, einen offenen Brief an den Kaiser zu nd Sch rüten, worin besonderer Bezug auf die bekannte; zan, Bil Sielle des Antwortschreibens an den Papst ge⸗ 1d Ant nennen wird, die von den staatsfeindlichen Um- lung, trieben einer katholisch-politischen Partei und von Eisenbeh den Anschluß höherer katbolischer Geistlicher an 1 bal; U düst Bewegung sprach. Die Unehrerbietigkeit der 1edtsposin ullkamontanen Sippschaft versteigt sich bis zu 1, son folgender Herausforderung:„Staatsfeind liche Um- 3 fen trübe haben Ew. Majestät im Angesichte Euro- u paß uns vorgeworfen. Entweder bewegt sich unsere Jenbahrr Atlügtion innerhalb der Schranken der Gesetze, chli um ann waren Sie nicht berechtigt, uns diesen %%, z Vorwurf zu machen, oder sie geht über diesen ac 0 Bauen hinaus, und dann begründen staatsfeind⸗ . liche Umtriebe das Verbrechen des Hochverrathes. 50 1 5 Nun denn, Majestät, befehlen Sie Ihrer Regierung * ür auf Gund der Thatsachen, die Ihnen ja Angesichts — eatines solchen Vorwurfs zu Gebote stehen müssen, N suclere Führer als Hochverräther vor Gericht zu 5 ste lin. Nachdem Sie einen so furchtbaren Vor- wurf gegen die Ehre, gegen die Integrität des g bal e gegen die Lopalität ihrer Gesinnungen * ge sshludert, gestatten Sie wenigstens diesen Männern, b 6% Ihlac zu beweisen, wie übel Sie berichtet waren 1 „ e Gegen den Redakteur Ph. Wasserburg ist auf Guß dieses offenen Brieses wegen Beleidigung des deushen Kaisers Untersuchung eingeleitet worden. % Berlin. Aus ofsiciöser Quelle verlautet über 430 dis Autorschast der Antwort des Kaisers an den 11 1050 Papft, daß das Concept dazu von dem Ersteren 4% selhsssändig verfaßt worden sei; natürlich aber 2% habe ses dem Fürsten Bismarck zur Kenntniß vor gelegen. Derselbe soll einige Veränderungen oder „ 4% Zasete vorgeschlagen haben, welche auch die Bil⸗ 10 nigung des Königs erhielten. 1%— Das deutsche Kronprinzenpaar wird dem ahnen 70 Bemehmen nach Anfangs Januar nach Peters- Vermählungsfeier des Herzogs von Edinburg mit der Großfürstin Marie beizuwohnen. — Ein Sohn des Fürsten Cusa wird nach den„D. N.“ in die preußische Armee und zu— nächst in ein Kadettencorps eintreten. — In dem Reichs Eisenbahn-Amt werden im December wiederum Conferenzen stattfinden, zu welchen Bevollmächtigte aus allen deutschen Bun— desstaaten berufen werden sollen und namentlich solche höhere Beamte, welche mit dem Baufache, insbesondere mit dem Eisenbahnbaufach vertraut sind. Die Aufgabe dieser Conferenzen wird sein, das Bahnpolizei-Reglement einer ganz gründlichen Revision zu unterwerfen. — Einem Gerüchte zufolge soll General von Boyen, seither Gouverneur der Festung Mainz, als Commandant nach Berlin versetzt werden, und General von Kummer zu seinem Nachfolger ausersehen sein. General v. Woyna soll Gouver— neur der Festung Metz an Stelle v. Glümer's, der seinen Abschied verlangt hat, werden. — Wie der„Schles. Ztg.“ geschrieben wird, ist von Rom die Nachricht eingelangt, daß die klerikalen Kreise daselbst sich, abgesehen von dem Inhalte des kaiserlichen Antwortschreibens an den Papf, durch mancherlei Aeußerlichkeiten verletzt fühlten. Pio Nono hat seinen Brief eigenhändig und zwar in italienischer Sprache geschrieben. Die Antwort des Kaisers ist nicht, wie man im Vatican vermuthet zu haben scheint, in französischer, sondern in deutscher Sprache ertheilt worden. Auch ist der Kaiser von den sonstigen üblichen Gebräuchen nicht abgewichen, sondern hat nur die Ergebenheits-Versicherungen und seine Unter- schrift selbst geschrieben, der Tenor des Briefes ist in der geheimen Kanzlei nach dem Original copirt worden. Weimar. Am 60. Jahrestag der Leipziger Völkerschlacht sind in Weimar die Delegirten der veutschen Kriegervereine zu einer Generalversamm— lung zusammengetreten. Es waren 160 Vereine repräsentirt. Nur Bayern hatte keinen Vertreter geschickt. Dresden. Das am 23. October Nach- mittags ausgegebene Bulletin bezeichnet den Zu⸗ stand des Königs als völlig hoffnungslos. — Der Stadtrath und die Stadtverordneten haben einstimmig beschlossen, eine Dank Adresse an den deutschen Kaiser wegen seines Antwort— schreibens an den Papst, für die wahrhaft kaiser— liche That, welche den Sieg des Rechtsstaates über die Priesterschaft sichere, zu richten. München. Laut Angabe der„Asch. Ztg.“ sollen die Beamten der Ostbahn⸗Gesellschaft an- läßlich der Reise des deutschen Kaisers durch Bayern durch Circulär verpflichtet worden sein, bei Vermeidung von Dienst⸗Entlassung über die Reise nicht das Geringste verlauten zu lassen. Ausland. Oesterreich⸗lÜngarn. Wien. Die bei dem Gala- Diner am 21. d. Mts. ausge- brachten Toaste lauten: Der des Kaisers Franz Joseph:„Nachdem mein innigster Wunsch, meinen lieben Freund und Bruder noch während der Weltausstellung in Wien willkommen heißen zu können, in Erfüllung gegangen ist, so erhebe ich mit freudigem Herzen und bestem Dank das Glas auf das Wohl unseres lieben Gastes. Se. Maj. der deutsche Kaiser und König von Preußen lebe hoch!“ Kaiser Wilhelm erwiderte:„Erlauben mir Ew. Maj., daß ich auf die eben gehörten erhebenden Worte meinen herzlichsten und freundschaftlichsten Dank ausspreche. An diesen Dank reihe ich den für die gastliche und freundschaftliche Aufnahme, welche die Kaiserin, meine Gemahlin, und meine Kinder hier gefunden haben. Es ist mir eine besondere Genugthuung, daß ich den freundlichen Besuch, den Ew. Maj. in Verbindung mit Sr. Maj. dem Kaiser von Rußland im vorigen Jahre in Berlin machten, noch während der Weltausstellung habe erwidern können. Die damals unter uns ausge- tauschten freundschaftlichen Gesinnungen, die ich hier jetzt in vollem Maße wiedergefunden habe, sind eine Bürgschaft des europäischen Friedens und der Wohlfahrt unserer Völker. Ich trinke auf das Wohl Sr. Maj. des Kaisers von Oesterreich und Königs von Ungarn, meines erhabenen Freundes und Bruders.“ l — Die auf den 21. d. M. programmmäßig festgesetzte Hetzjagd im Lainzer Thiergarten war in der letzten Stunde dahin abgeändert worden, daß dieselbe in den Gehegen zwischen Laxenburg und Guntersdorf stattfinden sollte. Beide Kaiser fuhren daher Vormittags im Jagdtostüm mit zahlreicher Begleitung dorthin. Der inzwischen eingetretene heftige Regen veranlaßte jedoch die Majestäten, auf die Jagd, zu welcher große Schaaren von Wild aufgetrieben waren, zu ver⸗ zichen und nach Schönbrunn zurückzukehren. Nachmittags besichtigte Kaiser Wilhelm, vom Gene⸗ ral Graf Neipperg begleitet, das Arsenal. — Die„Abendpost“ schreibt: Hier und da tauchen Angaben auf, daß anläßlich des Welt- Ausstellungs- Besuches des deutschen Kaisers in der französischen Abtheilung einige Aussteller ihre Kästen verdeckt hätten. Auf Ersuchen des fran⸗ zösischen General⸗Commissärs konstatiren wir, daß obige Behauptung vollständig falsch ist, indem der deutsche Kaiser von den französischen Aus- stellern mit aller Courtoiste empfangen wurde. Dies wurde auch seitens des General⸗Commissärs des deutschen Reiches anerkannt. s — Dem„Vaterland“ wird von verläßlicher Seite aus Paris gemeldet, daß der Monarchie die Mehrzahl der Stimmen der National- Ver- sammlung gesichert, und über alle Fragen zwischen den verschiedenen Fractionen der Rechten dir r — 1 2 — 9 — — p— —— ——— — Einigung hergestellt sei. Die Bonapartisten wür⸗ den nicht gegen die Monarchie stimmen. Frankreich. Paris. Der„Soleil“ schreibt: Folgendes ist die Wahrheit über die Entrevue von Salzburg: Die Delegirten baben volles Genüge auf den bereits bekannten Grundlagen erhalten. Sein volles Einverständniß mit dem Lande be kunden wollend, hat Graf Chambord der National- versammlung überlassen, diese Grundlagen in dem Act, durch welchen sie ihn auf den Thron zurück⸗ beruft, zu formuliren. Hinsichtlich der Fahnen Frage erklärte Graf Chambord:„Ja, ich werde die Fahne grüßen, welche die französischen Sol- daten bei meiner Rückkehr nach Frankreich mir präsentiren werden, denn dies mit ihrem Blute gefärbte Banner ist meiner Achtung würdig.“ — Der„Moniteur universel“ resumirt die hauptsächlichsten Bestimmungen der von der„Com- misston der Neun“ vorbereiteten Resolution, welche als Grundlage der Wiederherstellung der Monarchie dienen soll: Absolute Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetze; Zulässigkeit zu allen bürgerlichen und militärischen Stellungen; religiöse Freiheit ohne Unterschied der bestehenden Culten; Freiheit der Presse unter der alleinigen und nothwendigen Garantie der öffentlichen Ordnung; jährliche Fest⸗ stellung der Steuern durch die Repräsentanten des Landes und Aufrechterhaltung und Organisation des allgemeinen Stimmrechts. Uebrigens wird der definitive Text erst in letzter Stunde festgesetzt werden. — Der Herzog von Nemours ist, wie man officibs meldet,„auf der Rückkehr von Deutsch⸗ land“ wieder in Paris eingetroffen. Er hatte sich also in Deutschland aufgehalten, ohne daß es ihm, wie seinem Bruder Aumale, nöthig geschienen hätte, in Berlin eine Erlaubniß dazu einzuholen. — Das rechte Centrum hat beschlossen, die⸗ jenigen seiner Mitglieder, welche zugleich Mitglieder der Permanenz ⸗Commission sind, zu beauftragen, die vorzeitige Einberufung der Nationalversamm⸗ lung za beantragen, ohne das Datum der Ein- berufung festzusetzen, bevor sie das Gutachten der Regierung eingeholt haben. — Seit dem 20. d. M. ist in Paris, in Versailles, in den Forts und in den nahen Lagern die Hälfte der Truppen stets consignirt; die Patrouillen, welche Nachts die Straßen von Paris durchzieben, sind verdoppelt worden. Der Polizei⸗ präfect hat umsassende Versichtsmaßregeln getroffen, und hat täglich Conferenzen mit dem Militär⸗ Gouverneur, General Ladmirault, und mit dem Commandanten von Paris, General Graf De Geslin. Letzterer gehört zu den Notabilitäten der royalistischen Partei. Versailles. Die„Agence Havas“ meldet: strengungen bedürfen wird. Die Eröffnung der Restauration Die Regierung spricht sich weder für noch gegen die vorzeitige Einberufung der Nationalversammlung aus, sondern überläßt die Entscheidung dieser Frage der Weisheit der Permanenz Commisston. N Trianon, 21. Oct. Prozeß Bazaine. Fort. setzung des Zeugenverhörs. Schneider und Rouher sagen aus, daß Bazaine keinerlei Schritte zur Er⸗ langung des Obercommandos gethan habe. Mar- schall Canrobert legt seine Theilnahme an den militärischen Operationen, namentlich an dem Tage des 15. August, dar und betont den geringen Werth der französischen Artillerie, von der er nur über 54 Kanonen verfügt habe. Nichts destoweniger habe er das Schlachtfeld behauptet. Die Er⸗ zählung Canrobert's ruft eine lebhafte Bewegung dervor. Canrobert betont den persönlichen Muth Bazaine's und erzählt die Schlacht bei St. Privat; er habe zweimal das Hauptquartier benachrichtigt, daß es an Munition fehle. Mittags habe er Mittheilung erhalten, daß die Garde zu seiner Unterstützung erscheinen werde, es sei aber nichts gekommen. Canrobert führt aus, daß Bazaine sich von der Wichtigkeit der Schlacht keine Vor— stellung gemacht habe. Leboeuf, Ladmirault, Bourbaki, Frossard und Jarras geben ihre Aus⸗ sagen über die militärischen Operationen bis zum 19. August ab. Bourbaki sagt, er habe am 18. keine Ordres zur Unterstützung Canrobert's er— halten, von dessen Gefahr er nichts gewußt babe. Er habe nicht geglaubt, ohne Ordre marschiren zu dürfen. 5 der Gegenstände bewies; der Himmel bedeckt. Gleich binnen 14 Tagen vollständig beendigt sein. Die Trauben — 22. Okt. Prozeß Bazaine. Zu dem heute fortgesetzten Zeugenverhör war Soleille, General der Artillerie, wegen einer Krankheit nicht er⸗ schienen. Der Generalstabschefs desselben sagt aus, daß nach Schätzung des Generals Soleille bis zum 16. August Abends die Hälfte der vor⸗ handenen Munition verbraucht gewesen sei, Bazaine sei hiervon benachrichtigt worden-und habe dieser gefürchtet, daß in Folge dessen Munitionsmangel eintreten könnte. Lebrun sagt, mehrere Befehle seien gegeben worden, ohne daß dieselben vorher den Generalstab passirt hätten. Dieser Umstand habe viele Confusion und selbst Widerspruch in den Instructionen herbeigeführt. Holland. Haag. Der Sultan von Atchin hat, nach einer dem„Dagblad“ zugegangenen Privat mittheilung aus Paris, an die französische Re- gierung ein Memorandum betreffs seiner Be— schwerden gegen Holland gerichtet. Dasselbe ist vom Marschall-Prästdenten der holländischen Re- gierung übermittelt worden. Spanien. Madrid. Eine 480 Mann starke Abtheilung Regierungstruppen unter Maturana hat am 18. d. M. die Bande des Pfarrers Flix bei Prades in Catalonien geschlagen. Am 19. traf die Colonne des Maturana eine Bande unter Cerros, schlug dieselbe, wurde aber von den in der Stärke von 3000 Mann vereinigten Banden Tristanp's und Miret's überrascht und gezwungen sich zurückzuziehen. Maturana wird vermißt. Die Insurgenten machten einen Ausfall aus Cartagena, wurden aber zurückgedrängt. Das Regierungs- Geschwader wird am 22. d. M. vor Cartagena erwartet. Aus Stadt und Land. t- Langenhain. Am 21. d. M. wurde ein hiesiger, 29 Jahre alter Bursche, der ein geschickter Schneider und der Sohn einer armen, alten, braven Wiltwe war, in einem Tannenwäldchen bei Ziegenberg erhenkt gefunden. Ein unglückliches Liebesverhältniß mit einer hiesigen schon ältlichen Weibsperson deren Ehemann vor ungefähr 16 Jahren nach Australien auswanderte und seit 12 bis 14 Jahren nichts mehr von sich hören läßt, hat diesen tragischen Fall herbeigeführt. Am 9. dieses hatte der von Eifersucht Gefolterte seine Geliebte auf dem Felde, in der Nähe des Ortes, dermaßen mißhandelt, daß sie einige Tage das Bett hüten mußte. Noch an genanntem Tage scheint der Unglückliche den Selbstmord ausgeführt zu haben, da er sich in seinen Alltagskleidern eilig aus dem Dorf entfernte. Darmstadt. Die Eröffnung des Saalbau's ist auf den 15. November fest bestimmt worden, obwohl die Fertigstellung der Räume bis dahin noch sehr großer An⸗ des Herrn Riedmalter wird noch im Laufe dieser Woche erfolgen. Darmstadt. Die Weber'sche Eisfabrik ist nunmehr in Betrieb getreten. Dieselbe beendet in je 24 Stunden 5 Mal den Verwandlungsproceß von Wasser in Eis und liefert hierbei jedesmal 59 Tafeln 3 20 Pfd. cristallklarer festester Waare. Michelstadt. Am 22. d. Nachts zwischen 2 und 3 Uhr nahm man ein zwei Secunden dauerndes Erd— beben wahr. Die Erschütterung hatte die Richtung von Südwest nach Nordosten, war heflig, was die Bewegung darauf folgte ein sturmartiger Regen und der Wind kam aus Süd⸗Süd⸗Westen. Besonders start nahm man die Erschütterung in den Orten an der badisch⸗hessischen Grenze im Odenwalde wahr. ö Mainz. An vielen Orten unserer Provinz hat die Weinlese begannen und im Laufe dieser und der nächsten Woche wird dieselbe überall im Gange sein; sie dürfte haben bis 90 Grad Süße und bis 11 Grad Säure und wird die Eich je nach Länge und Güte zu 14— 22½ fl. verkauft. Die Weinernte fällt an manchen Orten besser aus, als man gebacht hatte. Mainz. Vor einigen Tagen lenkte ein hiesiger Fuhr⸗ mann sein Chaischen, in welchem er nebst seiner Frau placirt war, gegen Hechtsheim. Auf der Hechtsheimer Chaussee am sogenannten Albanusberg, stießen die Vorder⸗ räder bei einer kurzen Wendung mit solcher Vehemenz gegen einen Abweisstein, daß das Fuhrwerk umstürzte und die Insassen darunter zu liegen kamen. Die Frau erlitt einen Armbruch, der Mann einige Verletzungen am Knie und auch das Pferd wur ke beschädigt. Letzieres ging mit dem Chaischen durch und konnte erst nach einer Weile wieder aufgefangen werden. Allerlei. Frankfurt. Das Resultat des diesjährigen Herbst⸗ Pferdemarkles ist hinter den gehegten Erwartungen geblieben. Das Geschäft in Wagenpferden war mittel⸗ mäßig, in Reitpferden faul, in Arbeilspferden ziemlich Umsatz beziffert sich auf 170,000 fl. Die rkt⸗ erfreute sich einer regen Theilnahme und benni Händler wenigstens insofern vor Verlust, als man solche Rücksicht nahm, die sonst einen höchst geringen satz hatten. Nur ein Händler verläßt Frankfurt befriedigt; derselbe hat seine sämmtlichen zu Me brachten schweren Arbeitapferde verkauft. Hoffentlich w der nächstjährige Frühjahrs ⸗ Markt zu einem andert Resuliat führen. 1 3 7 Speyer. Hier hat die Cholera jetzt doch mae genommen; an einzelnen Tagen kommt wohl er ein mal eine größere Anzahl von Erkrankungen vor, abe lange nicht mehr so viel, als in voriger Woche, und di Zahl der Todesfälle vat sich constant ren Ganzen betrug bis jetzt die Zahl der Erkrankungen 389, die der Todesfälle 172. Die Sammlungen für die von der Cholera Heimgesuchten haben an Geld bis i 5322 fl. ertragen. 5.— München. Als ein Chargcteristicum von München mag erwähnt sein, daß am letzten Samstage bei Wieder eröffnung des Hofbräuhauses binnen 12 Stunden 146 Eimm Bier ausgetrunken wurden und die durstigen Mün 14 trotz empfindlicher Kälte ihre Plätze im Freien behauptelen, als sei die Saison mitten im Hochsommer eröffnet worden, Mühlhausen. Der jetzt steckbrieflich verfolgte Banken Blachstein von hier halte in Leipzig einen Vetter, den Inhaber der noch vor Blachstein fallit gewordenen dor tigen Firma G. Buchholz Wwe. Der verwandtschaftliche Verkehr des edlen Vetter⸗Paares beschränkte sich wesentlih auf eine systematisch ausgebeutete Wechselreiterei. Als daß Buchholtz'sche Fallissement noch nicht erfolgt war, und mehrere größere Tratten Blachstein's auf Buchboltz fam wurden, rief der Erstere dem Letzteren das Herannahen des„bewußten“ Termins ins Gedäch:niß zurück. Buchholz konnten antwortete darauf lapidarisch:„Ich bin pleite. Einliegend eine Groschen⸗Marke mit der Bitte um Benachrichtigung, wann Du pleite bist.“ D. Frankfurt a. M., 23. Oct. Die matte Hal⸗ tung der Börse dauert fert. Die Contremine wird nicht müde, Sensationsnachrichten aller Art zu verbreiten, welche die getrübte Stimmung verstärken und wenigstens eine temporäre Wirkung ausüben. Indeß fehlt es auch nicht alt 63 an begründeten Hiobsposten, welche am gestrigen Tage in Elisabe der Nachtbörse, sowie im Abendgeschäft einen deroutear⸗ lisabe tigen Rückgang auf allen Verkehrsgebieten veranlaßen. des Se Mitlags war es die Nachricht von dem Rücktritt Hanse⸗ ffriedri mann's von der Discontogesellschaft, Abends die Melbung 62 Jal sehr malter Wiener Course in Folge von Executionsver⸗* käufen. Die Stimmung gestallete sich heute etwas be- Anna, ruhigter, indem starke Berliner Kaufordres zu Deckung?— zwecken vorlagen., Creditactien setzten über ihren Abendcours mit 214 ein und bewegten sich zwischen 213— 41½— 14/— 14½, um nach Notiz mit 216 zu schließen. Staats⸗ bahn blieben 325, Lombarden 159½.— Oesterreichische Da Bahnen waren angeboten und durchweg matter, nament- fungsbl lich Alföld, welche fl. 6 einbüßten. Am Bankenmarkte 1. herrschte große Stille und genügsen kleine Verkaufsordres, das Oe um die Course weiter herabzusetzen. Oesterreichische Renten betreffe matter. Amerikaner fest. Looseffecten durchgängig flau. II. Von Wechseln Wien und Paris höher. Napoleons ½ kr. bebung billiger. 8 l betreff III. 5 Geld- Cours. tätgung Frankfurt am 23. October 1873. 0 18 — 5 dirrchen⸗ Preußische Friedrichsd'or..„fl. 9 58½—59½ hessen in Pistolen en, V. Holländische fl. 10-Stücke„ 9 52—54 d Ducgten, ier bt n„ 5 34—36 0 Ducaten al mare„ 5 36—38 nastalleh 20⸗Frankenstücke„ 9 21 ½—22½ boisch! 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