e bet— 1873. Donnerstag den 23. Januar. 9. Seil—* krichin,. bauen 0 0 * 1 cette 0 Würturg f* auch brei dad Dien: — ge · als die Die Petitzeile; 3 f f rscheint jeden 8 von wird mit 3 kr., 15 1 Sgr., berechnet. Kreisblalt für den Artis Friedberg. Dienstag, e Samstag. 9 scht an 9 De 3 1 0 0“ 8 Amtlicher Theil. cdtuar von reffend: Die Ausführung des Gesetzes 5 i a 10— Betreff Bagl 10 B 8 8 22. November 1872 wegen der Gemeindeausgaben, hier die Friedberg am 20. Januar 1873. Nige 2*„*„„ 72 1„ 1 benen Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien. b i Wir benachrichtigen Sie, daß Großherzogliche Ober-Forst- und Domänen Direktion den Großherzoglichen Oberförstern bis auf 2 Weiteres allgemein Vollmacht ertheilt hat, bei der rubrieirten N als Vertreter des Großherzoglichen Domanialfiscus sich zu betheiligen. ra pp. dir sehr in 8 ek a, un n, b m mch uen g. tie Besiter Betreffend: Todesscheine von in Frankteich verstorbenen Großherzoglichen Staatsangehörigen. — Von Seiten der Französischen Regierung sind unter Andern die Todesscheine der nachstehend verzeichneten, angeblich Großherzoglich dabnkerung Hessischen Staatsangehörigen Großherzoglichem Ministerium des Innern mitgetheilt worden, deren Geburts beziehungsweise Heimathsort beneßende bis jetzt nicht constatirt werden konnte, indem derselbe in den betreffenden Todesscheinen offenbar irrig bezeichnet ist. en Grtlens. Wir bringen im Auftrag Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 13. l. Mis. zur Nr. M. d. J. 442 das fragliche Ver⸗ — 2 ze ichniß unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß, daß, falls die Todesscheine nicht innerhalb sechs Monaten bei Großherzoglichem — 5 Ministerium des Großherzoglichen Hauses und des Aeußern reclamirt werden sollten, deren Rückgabe an die Franzöoͤsische Regierung an— 1% den feordnet werden würde. dne Ane Friedberg den 21. Januar 1873. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. lmfang ven Trapp. 1 1) Schiller, Christine, verwittw. Abel, Tochter des Friedrich Schiller 6) Ludwig, Carl, angeblicher Geburtsort Fritzberg(2), 38 Jahre und der Philippine Vetroch, beide verstorben, angeblicher Ge⸗ alt, T zu Jory den 20. Januar 1871. l 1 Jahre alt, 1 zu Milianab in Algerien den] 7) Bruck, Katharine, Ehefrau des Heinrich Wehrum, Taglöhnerin, 5 i 5 ochter des Christian Bruck, angeblicher Geburtsort Darmstadt — 2) Wolf, Johann, Sohn des verstorbenen Wilhelm Wolf und der 5, 1 1 Paris 5 555 8 3 N e Katharine Muck, angeblicher Geburtsort Mainz, 25 Jahre alt,—. f i T zu Bona in Algerien den 22. October 1869. 8) Finck, Elisabeth, Tochter des Adam Finck 3 Katharine 3) Finck, Michael, Taglöhner, Sohn des Peter Finck und der Harsler, r e 9 Darmstadt, 35 Jahre alt, T zu agen über Katharine Fischer, beide verstorben, angeblicher Geburtsort Darm⸗ Guelma in Algerien den 29. November 1871. dit in⸗ stadt, 37 Jahre alt, f zu Guelma in Algerien den 17. März 1870. 9) Schmidt, Balthasar, Grubenreiniger, Wittwer von Marg. Turner, 00 einn 4) Fischer, Katharine, Haushälterin, Tochter des Ferdinand Fischer angeblicher Geburtsort Suß(2), 54 Jahre alt, T zu Paris den i alle in · und der Katharine Wairoldt, beide verstorben, angeblicher Ge— 6. Februar 1872. dich halte burtsort Darmstadt, 64 Jahre alt, 1 zu Guelma in Algerien 10) Muosson, Ludwig, Taglöhner, Sohn des Claude Mousson und ihrbar.— den 7. Januar 1871. der Elisabethe Guerthner, Ehemann von Elisabethe Clame, au— lun Zwic, 5) Mougin, Anna Marie, Tochter des Jacob Mougin und der geblicher Geburtsort Ham(2), 69 Jahre alt, t zu Paris den Centurrtenn Anna Marie Garon, beide verstorben, angeblicher Geburtsort 14. Februar 1872. f „ vas ig Nackenheim, 66 Jahre alt, T zu Paris den 9. Januar 1871. ait nid 11 rützlig Deutsches Reich. Ministerium Hand in Hand gehen und dasselbe aus, daß die Kammer nur dann einberufen werde, tgullle zu Darmstadt. Nach dem Entwurf des neuen sin seinen Bestrebungen mit unterstützen werde.— wenn hinreichend genügender Stoff vorliege, was zaben in Budgets wurden als Staatszuschuß für die Ge- Es wurden sodann drei Vorlagen der Regierung: Seitens des Bureaus auch als intendirt bereit⸗ Jula halte der Volksschullehrer jährlich 201,518 fl. 1) die Erhebung der directen Steuern betreffend; willigst zugesagt wurde. Auf der Tagesordnung saralitt a oder 67,000 fl. mehr, wie seither, gefordert. Der 2) die landständische Geschäftsordnung betreffend; steht nur die Ergänzungswahl des Gesetzgebungs⸗ u end jeh Etat der Landes- Universität weist eine Mehran- 3) die Erböhung der Dotation des Landes ⸗Ge⸗ Ausschusses. In denselben wurde der in Folge chic forderung von über 13,000 fl., diejenige des Ge- werbe Vereins betreffend an die Ausschüsse ver- seiner Beförderung ausgeschiedene, aber wiederge⸗ %, Zul, werbewesens eine solche von 7000 fl. auf. Für wiesen. Hierauf folgte eine Reihe neuer Anträge. wählte Abgeordnete Becker mit 43 von 46 abge- eintage Errichtung einer Präparanden-⸗Anstalt zu Friedberg Abg. Edinger beantragte Aufhebung des Brücken ⸗ gebenen Stimmen berufen. 5 ahmen e werden jährlich 5000 fl. beansprucht. Nach dem geldes, Abg. Welker Abänderung des Collateral. Von den alten Grundrentenscheinen wurden ab, Vorschlag der Regierung soll ferner den Kreis- steuergesetzes, Abg. Schröder Aufhebung der den 97,977 fl. nicht zur Einlösung präsentirt und sind n n, Aerzten und Kreis ⸗Veterinär⸗Aerzten für das Standesherren zustehenden Patronats rechte über daher verfallen. mil Halten von Dienslpferden statt 200, nunmehr 350 fl. Kirchen und Schulen, Abg. Wolz Einführung einer“— Minister a. 1 Dalwigk hat eine Er- 1 pro⸗ vergütet, die Bezüge der Schreibgehülfen der allgemeinen progressiven Einkommensteuer unter klärung an die„Köln. Ztg.“ gerichtet, worin er alhoben Kreisämter, Gerichte u. s. w. entsprechend erhöht, Wegfall der Grund- und Gewerbesteuer, Abg. einer Wiener Meldung des genannten Blattes wider⸗ Dumont, Georg und Genossen Aufhebung der spricht, als habe der Herzog von Gramont im auch der Gehalt der Forstwarte um 40 fl. aufge- bessert werden.— Was die finanziellen Verhält- nisse des Bades Nauheim betrifft, so sind dieselben, Weinsteuer, Abg. Oechsner Erhöhurg der für Quartierleistungen zu gewährenden Entschädigungen, Abg. Allmann Aenderung des Eisenbahngesetzes, Juli 1870 ruhigendsten bestimmt in Abrede stellen— sagt v. Dalwigk— uch von ihm(Dalwigk)„die be⸗ Zusagen“ erhalten.„Ich muß sehr ttutt a1 obwohl der Kurfonds nur 110,000 fl. beträgt, 5. 5 ö i 185 a f tant f recht günstig. Die jährliche Einnahme ist auf Abg. Stüber stellte in zwei Interpellationen an jemals der französischen Regierung eine der in „ n 42,600 fl., darunter 31,000 fl. Bade-Geld ver- das Ministerium die Anfrage, welchen Standpunkt fraglichem Artikel angedeuteten Zusagen, zumal ee anschlagt.— Für die oberbessischen Bahnen, deren die Regierung gegenüter der von Lasker im Reichs- eine solche„beruhigendster“ Art gemacht zu haben. ige Betriebs- Ueberschuß für 1873 zu 40,000 fl. ver- tage vertretenen Ansicht Betreffs der Reichsgesetz: Es scheint mir auch in der That, daß der Mi⸗ 76000 U anschlagt wird, ist vor der Hand ein jährlicher gebung einnehme, in welchem Stadium die in nister eines Landes von dem Umfange des Groß- A Sdaatezuschuß von 1,400,000 fl. erforderlich, da] Aussicht siehende Gerichteorganisation sich besude herzogthens Hestin schon materiell außer Stande 100 sich der Verkehr nur sehr langsam hebt. und ob dieselbe beabsichtige, die Competenz dersist, einem Staate wie Frankreich Zusagen zu liese, e 20. Jan. II. Kammer. Präsident Hoff- Bezirkestrafgerichte zu beschränken. Die Abgeord⸗ machen l für solchen die„beruhigendsten“ sein 7 9 wann theilte mit, daß Se. Königl. Hoheit der neten Heß und Dernburg nahmen ihre Sitze ein, könnten. N a a bahn Großherzog bei Ueberreichung der Adresse die ebenso die Abgeordneten Becker, Matty, Königer,, Wie dem„Fr. J.“ berichtet wird, sind ien, Deputation beaustragt habe, der Kammer für die Habicht, Theobald, Schaum und Schenk, deren die in der Thronrede zugesicherten neuen Gesetzt, 11 i 15 Adresse seinen Dank auszusprechen und daß derselbe Wahlen für gültig erklärt wurden. v. Rabenau, die Städte-Ordnung, eine Landgemeinde: Ordnung, **„ jiugleich die Hoffnung hege, daß die Kammer mit dem Heß und Edinger sprachen den dringenden Wunsch! das Gesetz über die Volksschulen und ein Gesetz, 1 6˙0 1 N 1 8 zum Staate geregelt wird, bereits vollständig aus⸗ gearbeitet und dürsten in Kürze an den Landtag gelangen. * Friedberg. Bei dem am 18. d. M. zu Berlin stattgehabten Krönungs- und Ordensfeste wurde dem Postdirector Brentano dahier der rothe Adlerorden 4. Classe verliehen. — Bad⸗Nauheim. Die Angelegenheit in Bezug auf die Verpachtung des neuen Kurhauses wurde nunmehr Großherzoglicher Oberbaudirection, resp. Großh. Ministerium vorgelegt und wird die Entscheidung gewiß in aller Kürze zur vollstän⸗ digen Zuftiedenstellung der Einwohner Nauheims ausfallen. Ueber die Intentionen der Badedirection eirculiren vielfach falsche Berichte— so viel steht fest, es bleibt die unwandelbar redliche Absicht der Badedirection, Alles was in ihren Kräften steht zum Wohl unserer Kurstadt aufzubieten und dabei in erster Linie den Wünschen der Einwohner Nauheims nach jeder Richtung hin gerecht zu werden; nur wäre es zweckmäßig, wenn diese Wünsche vertrauensvoll an geeigneter Stelle recht- zeitig vorgelegt würden. Wenn Badedirection, Stadtrath und Kurverein Hand in Hand gehen und gemeinsam an dem Emporblühen unserer Stadt arbeiten, dann können die Resultate nicht aus⸗ bleiben, welche wir Alle in gleicher Weise anstreben. Berlin, 20. Jan. Heute fand im Abge— ordnetenhause bei dicht gefüllten Zuhörerräumen die erste Berathung des Gesetzentwurfes über die kirchliche Disciplinargewalt und über die Errich— tung eines Gerichtshofes für kirchliche Angelegen— beiten statt. Elf Redner waren für, acht gegen die Vorlage eingeschrieben, unter letzteren Freiherr v. Gerlach, welcher, nachdem Abg. Holtz, dem Abg. Jung(Köln) entgegnend, für die Vorlage gesprochen hatte, das Wort ergriff. Diesem folgte Abg. Windthorst(Dortmund) zur Entgegnung und für die Vorlage; sodann wurde die General- discussion geschlossen und die Vorlage der am Freitage beschlossenen Einundzwanziger⸗Commission überwiesen. Sodann folgte die erste Lesung des Gesetzentwurfes über die Grenzen des Rechtes zum Gebrauche kirchlicher Strafzuchtmittel. Sieben Nedner waren für, und ebenso viele gegen diese Vorlage eingeschrieben. Nach einer anderthalb— stündigen Rede Reichensperger's vertagte sich das Haus auf morgen. Unter den Eingängen des heutigen Tages an das Haus befindet sich eine Gesetzesvorlage über die Betheiligung von Be— amten an Erwerbsgenossenschaften. — 21. Jan. In der Sitzung des Abge— ordnetenhauses hatle die Commission zu Berathung der Falk'schen Vorlagen Bennigsen und Bethusy⸗ Huc zu Vorsitzenden gewählt. Bei der Fortsetzung der ersten Lesung der Gesetz⸗Vorlage über die Grenzen des Rechtes zum Gebrauche kirchlicher Strafzuchtmittel nahmen Wedell(die conser vatide Partei ist bezüglich dieser Vorlage gespalten) und Lasker für, Strosser und Mallinckrodt gegen die Vorlage das Wort, worauf der Schluß der Debatte erfolgte. Die Vorlage wurde der Eingangs er⸗ wähnten Commission überwiesen; das Nämliche geschieht mit der letzten Vorlage des Cultusmini⸗ sters über den Kirchenaustritt, wofür Reichensperger (Coblenz) und Gottberg sprachen. — Fürst Bismarck ist hierher zurückgelehrt. — Nach dem„Deutschen Wochenblatt“ ist die Vertheilung der Geschäfte zwischen dem Kriegs- minister und dem zweiten Chef der Armeever⸗ waltung durch eine Instruction erfolgt und die Abgrenzung soll in der Richtung geschehen sein, daß sich Graf Roon die in das politische Gebiet einschlagenden Gegenstände vorbehielt, die reinen Verwaltungs angelegenheiten dagegen Hrn. v. Kameke übertragen sind. — Der„Wiener Presse“ wird von hier tele⸗ graphirt: Der Oberkirchenrath hat genehmigt, daß Prediger Sydow den Confirmanden⸗Unterricht sortsetze. In Folge dessen wird erwartet, der Ober⸗ kirchenrath werde das Urtheil auf Amtsentsetzung kassiren. Potsdam. Am 19. d. fand die feierliche Aufstellung von 86 französischen Fahnen und Standarten in der hiesigen Garnisonskirche statt, durch welches die rechtliche Stellung der Kirche] welcher Feierlichkeit der Kaiser und die Kaiserin, die Prinzen, die sämmtlichen Feldmarschälle, viele Generäle, sowie Deputationen aller Regimenter anwohnten. Der Kaiser sprach den Vertretern der Armee seinen tiefgefühlten Dank aus für den im letzten Kriege bewiesenen Heldenmuth, wodurch die Armee in Gemeinschaft mit ihren Verbündeten jene Siege erkämpft habe, deren Erfolge ewig auf den Tafeln der Geschichte verzeichnet bleiben werden. München. Dem„Nbg. Korr.“ wird von bier gemeldet: Die Abberufung des Grafen Tauff— kirchen von Rom wurde im Ministerrathe in An⸗ regung gebracht, begegnete aber dort nicht über⸗ einstimmenden Anschauungen. Unter Umständen wird das Verbleiben des einen oder andern Ministers von der Lösung dieser Frage abhängen. Straßburg. In der„Rang- und Quartier- liste pro 1872“ findet sich zum ersten Male die Organis tion der Landwehr⸗Bataillone in Elsaß⸗ Lothringen aufgeführt. Als letztere find genannt Diedenhofen, Metz, Saarburg, Saargemünd, Hagenau, Straßburg i. E., Molsheim, Schlett; stadt, Colmar, Mülhausen i. E. und Altkirch. Ausland. Frankreich. Wie der„Courrier de France“ erfährt, hat Napoleon III. in einer Clausel seines Testaments die ihm gehörigen Pretiosen unter 35 bis 40 seiner treuesten Freunde vertheilt; insbe⸗ sondere erhält Rouher den goldenen Chronometer, welchen der Kaiser zu tragen pflegte. Es soll entschieden sein, daß die Kaiserin und ihr Sohn in Chislehurst verbleiben und daß der Letztere in England seine Großjährigkeit abwartet. — Die weibliche Nachkommenschaft von Louis Philippe reelamirt vom Staate, welcher bereits den Orleans ungefähr 50 Millionen zurückgegeben hat, noch 600,000 Fr. Rente.„Avenir National“ berichtet darüber, wie folgt:„Kürzlich übergab die Domänen⸗Verwaltung der Familie Orleans die von Napoleon confiscirten Güter, deren Zurück gabe die Nationalversammlung verlangt hat. Im Augenblicke, wo diese Zurückgabe stattfand, inter⸗ vellirten die drei Prinzessinnen von Orleans und erklärten, daß sie vom Staatsschatzamte die Aus- steuer verlangen, welche ihnen das kaiserliche Gesetz von 1855 zugesprochen hat. Vor dem Krimm⸗ kriege ließen mehrere europäische Souveräne Na⸗ poleon III. sagen, daß, wenn sie die Confiscation der Güter der Familie von Orleans für unge— setzlich hielten, sie besonders die Confiscation der Aussteuer der Prinzessinnen unstatthaft fänden. Napoleon III. erließ hierauf ein Deeret, welches jeder der Prinzessinnen 200,000 Fr. Rente be⸗ willigt. Die Peinzessinnen weigerten sich, unter dem Kaiserreiche diese 200,000 Fr. einzuziehen. Heute haben sie ihre Ansicht geändert, und sie wollen sich die kaiserliche Aussteuer jetzt bezahlen lassen.“ Die Summe, welche die Prinzessinnen verlangen, beträgt 11 Millionen. Großbritannien. Die Morgenblätter empfehlen eine feste Haltung gegenüber der rus⸗ sischen Politik in Asien und halten es für geboten, auf alle Eventualitäten gefaßt zu sein. Die„Times“ schreibt, daß nach ihren Nachrichten Rußland die englischen Gegenerklärungen auf die von Schu— waloff überbrachten Vorschläge ohne Unzufriedenheit aufnehmen werde. Die„Times“ glaubt, daß die ganze Frage eine sofortige Lösung erheische. Italien. In der Kammersitzung legte der Finanzminister Sella die Schlußergebnisse der Finanzverwaltung des Jahres 1872 vor. Die Staatseinnahmen betrugen 1296 Millionen, also um eine Million mehr als die Staatsvoranschläge des definitiven Budgets, und um 108 Millionen mehr als die Einnahmen des Jahres 1871. Die Staatsausgaben beliefen sich auf 1367 Millionen, überstiegen demnach jene des Jahres 1871 um 89 Millionen, blieben aber um 181 Millionen hinter den Voranschlägen des definitiven Budgets zurück. Der Finanzminister vertraut der Kammer, daß sie die Schlußrechnung genehmigen werde. Rußland. Dem Reichsbudget für das Jahr 1873 zufolge sind die Staatseinnahmen auf 517,349,834 Rubel, die Staatsausgaben auf 517,322,162 Rubel festgesetzt, so daß sich ein Einnahme⸗Ueberschuß von 27,672 Rubel ergibt. 1 Friedberg. Die officielle Liste der in den Ziebunge 87³ vom 2.— 7. Jan. gezogenen Hessischen 50 Gulden⸗ Loose kann bei der Expedition d. Bl. eingesehen werden. 5 Gießen. Am Montag wurde in dem Schoorgraben nächst dem botanischen Garten die unbekleidete Leiche eines er zweijährigen Knäbleins aufgefunden, welches der Beschreie bung nach ein herrliches, kräftiges Kind gewesen sein soll. Die Kleidungsstücke fand man in der Nähe der Eisenbahn unter Reisern versteckt. Der Umsicht und den alsbaldigen 0 Nachforschungen der hiesigen Polizeibehörde ist es gelungen, noch am gleichen Tage die grausame, der That verdächtige Mutter des Kindes zu ermitteln. Polizeirath Nover konnte schon Nachmittags nach 3 Uhr an das Polizei⸗Präsidium Frankfurt telegraphiren:„es möge die in einer Seifen⸗ fabrik zu Sachsenhausen arbeitende und bei Frau Schäfer N logirende Margaretha Meusel von Burkhardsfelden wegen N 8 Kindesmordes verhaften und hierher transportiren lassen.“ Zwei Stunden später war sie verhaftet und des Kindes mordes geständig! Diese Person hat im März 1871 im Enibindungshause zu Gießen ihr zweites Kind ge⸗ boren, das die Namen Anton Meusel führte und dem treffe Adam Becker zu Burkhardsfelden in Pflege gegeben wurde. Nachdem dieser auf Zahlung des Pfleggeldes gedrängt, kam sie am Sonntag nach Burkhardsfelden ihr Kind ab⸗ zuholen. Sie hat dasselbe von dort noch 2 Stunden bis hierher getragen und dann die schenßliche That vollbracht, indem sie das Kind mit eigenen Händen erstickte und ins N Wasser warf. Die Verbrecherin wurde am Dienstag Nach⸗ mittag in das hiesige Gefängniß abgeliefert. 1 Gießen. Bekanntlich hat sich am 1. Februar v. J. 0 ungen ein sehr reich gekleideter junger Mann in einem N ate, d bahnwagen 1. Klasse zwischen Frankfurt und Gießen er⸗ b altet schossen. Alle Bekanntmachungen in Zeitungen und Polizei⸗ blättern blieben vergebens, keine Angehörigen des Todten wollten sich finden. Nachdem die hiesige Polizei-Verwal⸗ n 1 tung mit einer abermaligen Bekanntmachung in der n in „Gartenlaube“ einen letzten Versuch gemacht hat, haben edicin, sich die Angehörigen, die vermuthet hatten, der Vermißte order möge sich nach Amerika begeben haben, gemeldet: Der 0 junge Mann war aus Berlin, hieß Otto Herbert und ge⸗ f bere hörte sehr geachteten Eltern an.— Am Montag⸗Nach⸗ De mittag verunglückte der Personenzug der Deutz⸗Gießener ee im 2 Bahn zwischen Haiger und Dillenburg durch das Zer- springen einer Bandage an der Maschine. Der Maschinen⸗ führer, Heizer und ein Bremser sind schwer verletzt in die hiesige Klinik gebracht worden.— Auf dem Main⸗Weser⸗ 05 Bahnhof entgleisten in der Nacht vom Sonntag auf Montag mehrere Wagen, ohne daß Jemand beschädigt worden wäre. Gießen. Der hiesige Anzeiger meldet: Bei einer Fleischlieferung von Auswärts für das hiesige Militär sollen, dem Vernehmen nach, Trichinen gefunden worden 1 sein und ist das betreffende Fleisch vom Wasenmeister verscharrt worden. Frankfurt. Am Sonntag Abend gegen 5 Uhr wurde ein Hülfsweichensteller auf der Main- Weserbah von einer Maschine erfaßt und lebensgefährlich verletzt.— Ein hiesiger Verehrer und Sammler von Waffen, wie sie im jüngsten ruhmreichen Feldzuge zur Verwendung kamen, war trotz vieler Mühe nicht in der Lage, ein zum Rücklader umgeändertes Podewils-Gewehr zu erwerben. In seiner Verlegenheit wagte er es, sich bittweise direct an den König von Bayern zu wenden, worauf derselbe sofort durch Cabinetsordre vom 6. d. an die Direction der kgl. Gewehrfabrik in Amberg verfügte, daß dem Bitt⸗ steller ein solches Gewehr zur Verfügung zu stellen sei. Dasselbe ist auch hier eingetroffen. Frankfurt. In der Nacht vom 15. zum 16. d. M. wurden in Worms aus dem Laden eines Uhrmachers etwa 50 Uhren und 50 Uhrketten gestohlen, ohne daß über die Thäterschaft irgend eine Vermuthung vorhanden gewesen wäre. Den Recherchen der hiesigen Polizei gelang es demohngeachtet am letzten Freitag Abend, den Thäter einde in der Person eines längst verfolgten gefährlichen Diebes find f Namens Rau hier zu ermitteln und zugleich auch einen 17 0 betheiligten Genossen desselben, der sich in Mainz auf? 10 i hielt, dort festnehmen zu lassen. Der größte Theil der 0 F B gestohlenen Uhren fand sich in einem hiesigen Gasthause N vor, woselbst sie Rau zum Aufheben gegeben hatte. Frankfurt. Die kaiserliche Postverwaltung dahier hat den Schulen eine gedruckte Anleitung für Anfertigung von ne Brief⸗Adressen zugeschickt, welche sehr sachlich und aus⸗ 0 führlich Alles Das behandelt, was bei Briefen, Begleitschrei⸗ ben, Recommandationen, Vorschußsendungen, Paquetsigna⸗ tur ꝛc. zu beobachten ist. Auf Verfügung vom Cultusministe⸗ rium soll dies in allen preußischen Schulen gelehrt werden. Offenbach. Wie man von hier berichtet, wied der erste alikatholische Gottesdienst am Sonntag den 26. d. durch Herrn Prof. Dr. Knoodt aus Bonn in der Schloß⸗ kirche dahier abgehalten werden. 1 Darmstadt. Die„Darmst. Ztg.“ schreibt unterm 20. Jan: Am heutigen Tage früh 6 Uhr zeigte bei Süb⸗ westwind und einer Temperatur von 5,20 R. das Baro⸗ meter 26“ 6,26“ Pariser Maß(318,26 P. L.) und da⸗ mit einen so tiefen Stand, wie er hier wobl nur äußerst selten beobachtet worden ist. Wenigstens finden wir in dem uns vorliegenden bis zum Jahre 1830 zurückgehenden Material, einen gleich tiesen Stand nicht verzeichnet. Am nächsten kommt dem Stand von heute, ebenfalls wie oben auf 00 R. reducirt, derjenige vom 23. December 1846, an welchem Tage das Barometer 26“ 6,50“ zeigte, dann die Stände vom 23. December 1845 mit 26“ 7,08“ und vom 28. Februar 1843 mit 26“ 7,20%. Worms. Am Morgen des 19. d., etwa um 5 Uhr, 0 wurde hier ein einige Secunden andauerndes Erdbeben Ii beobachtet. Dabei waren mehrere in horizontaler Richtung gehende Stöße deutlich bemerkbar.