1 137, be Samstag den 22. November. cher Anzeiger. Erscheint jeden eee! a 51 Artisblatt für den Areis Friedberg. a wird mit 4 Kreuzern berechnet. Dienstag, Donnerstag und Samstag. Nat wird n 1 1 nende Rec 7— a mn welchen 1. 856 a J aut Für den Monat Dezember kann auf den„Oberhessischen Anzeiger“ bei der 1 1 5 mukausen u, lgetreibe 10 ngen Beth 4 Verwaltunn 7 ½ und 7 1 Verlags ⸗Expedition mit 10 kr., bei den Poststellen mit 16 kr. abonnirt werden. Amtlicher Theil. Betreffend: Das Landgestüt, nunmehr die Untersuchung der als Beschäler zu benutzenden Hengste von Privalpersonen für 1874. Friedberg am 20. November 1873. Das Gr. Kreisamt Friedberg an die Gr. Bürgermeistereien und den Gr. Polizei⸗Commissär in Wickstadt. 14 Sie werden bis zum 5. k. M. anher berichten, ob und welche Pribatpersonen Hengste zum Bedecken von Stuten für 1874 verwenden und dir angeordnet werdenden Untersuchung unterwerfen wollen. die Eisenbatz Mutbeilunge, nud, da di It Züge dien bund ein, Schnellzüge du bra eine bitt ankfurt besch t Richtung J danau wü Aung beiten, Detreffend: Die Obstbaumschule. mitlags velun Biaductes de. tes erstaenaunl inen Rochchus los zu muh en erhielt. zuuu, bit i ug noch ein, und miha * Schaben Bei Denjenigen, die bis dahin nicht berichten, nehmen wir an, daß solche nicht vorhanden sind.. Betreffend: Die Ausführung des Gesetzes vom 26. November 1872 über die Gehalte der Volksschullehrer. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Die Säumigen werden an umgehende Erledigung unserer Verfügung vom 9. v. M.(Kreisblatt Nr. 120) erinnert. eee dee ck. Haas. r Friedberg am 19. November 1873. Ter a p p. Friedberg am 19. November 1873. Das Curatorium der Ackerbauschule zu Friedberg an die Großh. Bürgermeistereien. Unser Ersuchen vom 30. Juli d. J. erlauben wir uns in Erinnerung zu bringen. Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. Philipp Streb von Rockenberg wurde als Fleischbeschauer für diese Gemeinde ernannt und verpflichtet. * in bel III 5 1 buen Deutsches Reich. dat dc Darmstadt. Es wurden ernannt: die kath. em de Narr ver walter Stumpf zu Castel zum Pfarrver⸗ ü n! walter in Offenbach, Pfarrverwalter Wilh. Bauer * 21 jum Pfarrrerwalter in Wöllstein, Franz Heyder . beftrt un Kaplan in St. Peter, Georg Schmitt zu ae n i Nickar⸗Steinach zum Kaplan in Gernsheim, Kap⸗ lan Zimmermann daselöst zum Kaplan in Castel, en nate Reopresbyter Bitz aus Budenheim zum Kaplan be g in Gonsenheim, Kaplan Meinhardt daselbst zum 2 be e in Hohen-Sülzen, Kaplan Koch zu a0 hen e, Groß Steinheim zum Pfarrverwalter daselbst. 40 Ja!!— Die Bestimmung des Reichs ⸗Strafgesetz⸗ 4 2 chs, wonach Derjenige, welcher bei Begehung begaben ltr Handlung das zwölfte Lebensjahr noch nicht 1 wegen derselben strafrechtlich nicht oß en Mißständen geführt, als diese Bestimmung — auf Forst⸗ a Piep lege Uebertretungen Anwendung findet. Die Protokolle der Feld⸗ 1121 2 bl guten, welche Uebertretungen von Kindern unter 7 0% i em Alter zum Gegenstand haben, werden jetzt — een fach zurückgelegt, und gewissenlose Eltern miß⸗ — lahier el 99255 dieses Verhältniß dergestalt, daß bei der 25 10 4 ien Zeit des Bestehens jener Bestimmung eine nmel 4 sömliche Schutzlosigkeit der Feld- Erzeugnisse ein- *„ eheten ist. Man kann es deshalb nur anerkennen, i. fee loan Abg. Möllinger bei der zweiten Kammer ben f en Antrag eingebracht hat, die Regierung zu „ 467% lluchen, mit allen ihn zu Gebot stehenden Mitteln b le zu Beseitigung des fraglichen Mißstandes hinzu. n d hen. Auch in anderen deutschen Staaten hat n let die Unzuträglichkeiten einer Straflosigkeit im , dcn, staglichen Umsang empfunden, und namentlich sind 157 in Preußen die Staatsanwälte angewiesen, in in 7 ien Fällen, wo eine Theilnahme oder Urheber- 1 45 der Eltern ꝛc. 1c. vermuthet werden könne, a die Klage direct gegen diese zu richten. Allein „ jblaste Ausweg erscheint schon wegen der Schwierig 15„ i der Ermittelung und bezw. des Beweises als e e wenig empfehlenswerther. Besser wäre es et 50 6 13 50 1. 1 40 1 10 2 Feld=, resp. Forst⸗ Polizei- Gesetzgebung, die sich bewährt hatte, hinzuwirken. Friedberg. Allenthalben werden auch hier Klagen darüber laut, daß die Gesinde-Verhältnisse nachgerade unerträglich geworden feien, die Dienst— boten, namentlich was Eintritt in den Dienst und Austritt aus demselben anbelangt, geradezu will kürlich mit den Dienstherrschaften verführen, ohne daß man eine sichere Basis und ein entsprechendes Verfahren zur rechtlichen Verfolgung derselben habe. Der Hauptgrund dieser Calamität liegt offenbar darin, daß wir bisher einer Gesinde⸗ Ordnung, wie solche in anderen Staaten längst eingeführt ist, entbehrten. Man kann es deßhalb nur begrüßen, daß die hessische Regierung aus Veranlassung eines von dem Landtagsabgeordneten Heinzerling gestellten Antrags erklärt hat, sie er— kenne das Bedürfniß einer Gesinde Ordnung an und sei bereits mit Ausarbeitung einer Vorlage beschäftigt. Besonders sind es die Besitzer ver— einzelt liegender Güter, welche durch das unmoti— virte Austreten von Knechten und Mägden aus dem Dienst zur Erntezeit oft schwer geschädigt werden, weil ihnen das jetzige schleppende Ge— richtsverfahren nicht sofort zur Festhaltung des entlaufenen Gesindes hilft und von Entschädigung wegen Mittellosigkeit des letzteren schließlich nicht die Rede sein kann. Berlin. Die Abgeordneten Windthorst und Gen. haben in dem Abgeordnetenhause eine Inter- pellation über die sachliche Bedeutung der Ver änderung im Ministerium eingebracht, durch welche Bismarck zum Präsidenten und Camphausen zum Vicepräsidenten ernannt sind, insbesondere betreffs ver Abgrenzung des Wirkungskreises des Präsi— denten und des Vicepräsidenten zu einander und gegenüber dem Staatsministerium. Nähere Aus- kunft sei im Hinblick auf die Frage der verfassungs⸗ mäßigen Ministerverantwortlichkeit geboten. — Die Entscheidung des Kaisers über den Antrag, eine kriegsgerichtliche Untersuchung gegen 0 155 oftnbar, auf eine Wie derherstellung unserer früheren! Capitän Werner einzuleiten, steht noch aus. Die Entscheidung ist dadurch erschwert, daß die poli⸗ tischen Kreise einerseits, die militärischen Kreise andererseits das Verhalten Werner's vor Carta⸗ gena in diamentral entgegengesetzter Weise beur⸗ theilen. Anscheinend sind es die politischen Kreise, welche die„N. A. Z.“ zu ihrem feindlichen Auf⸗ treten gegen Werner inspiriren. — Das Reichskanzleramt hat neuerdings die Einzelregierungen wiederholt anfgefordert, ihre be⸗ treffenden Staatsangehörigen nachdrücklich vor der Auswanderung nach Brasilien zu warnen, da fortgesetzt die traurigsten Nachrichten über das Schicksal der bereits dorthin ausgewanderten Deutschen hier eintreffen. — Der gegenwärtig hier anwesende frühere italienische Finanzminister Sella soll in Privat ⸗ gesprächen nicht genug davon zu erzählen wissen, wie sehr die Sympathien für Deutschland in Italien gewachsen sind. — Im Reichskanzleramte liegt umfangreiches Material für eine einheitliche Regelung des Impf⸗ wesens vor. Die prtußische wissenschaftliche Depu⸗ tation für das Medicinalwesen hat sich für den Imfzwang ausgesprochen. Köln. Auf den 22. d. ist der Erzbischof wieder vor das, Zuchtpolizeigericht geladen, und zwar wegen sechs getetzwidrigen Anstellungen von ebenso vielen Geistlichen.— Am 17. drehte sich die Unterhaltung um eine am Morgen an einer Nonne vollzogenen Verhaftung. Dieselbe traf per Eisenbahn aus der Richtung von Reuß hier ein und übergab einem Dienstmann ein Paquet mit dem Auftrage, dasselbe im Waisenhause abzu⸗ geben. Als man das Paquet öffnete, fand man ein todtes Kind vor, welches der Polizei über- liefert wurde. Die sosort eingeleiteten Nach- sorschungen führten dazu, daß die betreffende Nonne zu Deutz am Bahnhofe, von wo sie ab- fahren wollte, entdeckt und in Verwahrsam genommen wurde. Auf die Enthüllungen, welche die Unter- suchung zu Tage fördern wird, ist man natürlicher Weise sehr gespannt. ö „ — In Besreff der Reußer Kloster⸗ Affaire ist Folgendes mitzutheilen. Die Oberin des Klosters, die Nonne, welche geboren hat, und Die, welche das Kind nach dem Waisenhaus transportiren sollte, gehören sämmtlich Familien der heiligen Stadt Köln an, von denen eine zur Zeit im Abgeordnetenhause vertreten ist. Die Mutter war, weil„beurlaubt“, etwa ein Jahr lang außerhalb des Klosters und kehrte im August d. J. wieder in das Kloster zurück in interessanten Umständen. Nach der Geburt sollte das Kind sofort nach Köln ins Waisenhaus befördert werden, ist aber in der Verpackung, wie man glaubt, erstickt. Die Nonne, welche hier die Kindes⸗Leiche dem Dienst ⸗ mann zur Ablieferung übergab, trug ein bürger ⸗ liches Habit und sitzt im biesigen Gefängniß. Diese Thatsache läßt sich nicht leugnen, und wahr⸗ scheinlich werden die Oberin, die Mutter gewordene und die das Kind befördernde Nonne in die Gerichts⸗Verhandlung verwickelt werden. Posen. Die„Ostdeutsche Zeitung“ publicirt den authentischen Brief eines Geistlichen, welcher die hilflose Verwirrung schildert, die schon jetzt durch den Widerstand des Erzbischofs Ledochowski entstanden ist. Zum Schluß heißt es, die niedrige Geistlichkeit sehe es ein, daß der Erzbischof unter⸗ liegen müsse. Die Kirchengesetze enthielten Nichts, was dem Glauben schade und wegen der leeren Form der Mittheilung der Anstellung werde die Geistlichkeit ruinirt, das Volk geschädigt und seiner Hirten beraubt. Diese Ansicht sei bei dem Clerus in der Provinz sehr verbreitet. München. Im Abgeordnetenhause legte der Kriegsminister einen Gesetz- Entwurf vor, betreffend die Bewilligung eines außerordentlichen Credits von über 24 Millionen für Heeresbedürfnisse. Der Minister motivirt den Entwurf mit der Nothwen⸗ digkeit, den eigenen Interessen zu genügen, und der Vertragstreue hinsichtlich der gegen das Reich eingegangenen Verpflichtungen. Der Finanzminister legte einen Gesetz-Entwurf, wonach der Restbetrag des bayerischen Antheils an der französischen Kriegs · Entschädigung von ca. 90 Millionen Thalern u. a. für den verlangten Kriegs⸗Credit verwandt werden soll, vor. — Die Cholera ist hier wieder stärker auf⸗ getreten. Am 9. wurden 11 Cholerafälle amtlich konstatirt, davon 1 Sterbefall, am 18. 4 Er⸗ krankungen, davon 2 Sterbefälle. Speyer. Die Eröffnung der Frauenarbeits⸗ schule in Speyer hat am 17. November durch den Regierungspräsidenten v. Braun stattgefunden. Die zahlreiche Betheiligung daran(dieselbe zählt 70 Schülerinnen) ist der beste Beweis dafür, daß dadurch ein dringendes Bedürfniß befriedigt wird. Karlsruhe. Der Landtag wurde am 20. d. durch den Großherzog eröffnet. Die Thronrede betont bezüglich des deutschen Reiches, daß die badische Regierung auf die naturgemaße Entwickel⸗ ung der gemeinsamen deutschen Angelegenheiten unter Wahrung der berechtigten Sondcrinteressen der Einzelstaaten hinwirke und kündigt folgende Gesetzentwürse an: Ueber Modification der Ge meinde Ordnung, Einführung des obligatorischen Fortbildungs⸗Unterrichts, Gehalts Erhöhung der Volksschullehrer, Gewährung von Wohnungszu⸗ schüssen an alle Angestellten des Staates und Aufbesserung der Ruhe⸗ und Wittwen Gehalte. Die Finanzlage wird als eine erfreuliche bezeichnet. Straßburg. Es bestätigt sich, daß der vor kaum einem halben Jahre in Folge gutgemeinter Familien ⸗Rücksichten von hier nach Nancy über⸗ gestedelte frühere Chef Redacteur des(alten) „Niederrh. Cur.“, dann Deputirter, zeitweilig auch Maire von Straßburg, Herr Karl Börsch, in aller Stille hierher zurückgekehrt ist, um für immer hier zu bleiben. Es dürften allmählich noch zahlreiche ähnliche Rückwanderungen erfolgen. Ausland. Frankreich. Paris. Die Stimmung der Pariser am 18. d. war noch eine sehr aufgeregte. Man spricht von einem neuen Gewaltstreich, falls die Gewalten Mac Mahon's nicht verlängert würden. Die Truppen in Paris und Umgegend waren consignirt und hatten für zwei Tage Brod und gekochtes Fleisch erhalten. Die Sitzung war um 6 Uhr noch nicht beendigt; eine ungeheuere Meyschenmenge wartete an dem Bahnhöfe St. La⸗ zare auf Nachrichten aus Versailles. Versailles. National a de am 18. Nov. In der Discussion über den Mroro⸗ gationsentwurf ergreift zunächst Laboulaye das Wort und empfiehlt den in oem ersten Commissionsbericht festgestellten Antrag. Berthault, von der Linken verlangt, daß der Herzog v. Broglie seine Demission gebe. Prax⸗Paäris fordert die Parteien auf, für eine Berufung an das Volk zu stimmen, und greift ebenfalls Broglie an. Chesnelong verliest eine Erklärung der Monarchisten, des Inhalts, daß dieselben zwar nicht ihre Mitwirkung an der Errichtung eines Gouvernements Mac Mahon's verweigern, indeß bei der Ansicht verharren, daß die Monarchie die natürliche Regierung Frankreichs sei. Nachdem Justizminister Ernoul eine Rede im Sinne der Botschaft gebalten, wobei er sich auch gegen die Ider eines Plebiseits aussprach, wird die Generaldiscussion geschlossen und die Sitzung vertagt. — Nationalversammlung am 19, Nov. Rouher besürwortet den Appell ans Volk und würde nur einer zwei- oder dreijährigen Verlängerung zu⸗ stimmen. Naquet von der Linken verlangt auch den Appell ans Volk. Ein auf diesen abzielendes Amendement wird mit 499 gegen 88 Stimmen verworfen. Der Rest enthielt sich der Abstimmung. Depeyre entwickelt den Entwurf der Commissions⸗ Minorität, Laboulape replicirt. Da Broglie Er- klärungen geben will, wird eine Nachlsitzung stattfinden.— Die Nachtsitzung wird 11¼ Uhr eröffnet und nimmt zuerst der Herzog v. Broglie das Wort. Derselbe weist den ihm gemachten Vorwurf, daß er sich hinter Mae Mahon zu decken suche, zurück, und führt aus, daß eine Aenderung der gegenwärtigen Zustände nichts bedeute, wenn sie nicht auf eine Zeitdauer sestgesetzt würde. Die Nationalversammlung und Mac Mahon bezeugen sich gegenseitiges Vertrauen. An dem Worte Mac Mahon's zweifeln, welcher erklärt habe, daß er die constitutionellen Gesetze wünsche, hieße, ihm unverhohlen mißtrauen oder mit anderen Worten Verwerfung der drei Artikel. Die Discussion über das Amendement Depeyre wird sodann ge⸗ schlossen und die Sitzung für kurze Zeit sus pendirt, Nach der Wieder Aufnahme der Sitzung wird über Artikel 1 des Gegenentwurfs Depeyre, wo⸗ nach die Gewalten Mac Mahon's auf 7 Jahre verlängert werden sollen, abgestimmt und derselbe mit 383 gegen 317 Stimmen angenommen. Paris. Nach der Sitzung am 19. d. versammel⸗ ten sich die Minister bei Mac Mahon und stellten demselben ihre Portefeuilles zurück. Mat Mahon bat die Minister, die Portefeuilles bis zur Neu⸗ bildung des Cabinets zu behalten. Man glaubt, daß diise noch vor Montag erfolgen wird. Alle Gerüchte über die Zusammensetzung des neuen Cabinets sind bis jetzt verfrüht. Die Ruhe ißt in Paris und ganz Frankreich eine vollständige. Lyon. Die Journale von hier besprechen die neuerdings in Lyon vorgenommenen Verhaftungen und sagen, dieselben seien auf ein gegen die Sicherheit des Staates gerichtetes Complott zurück⸗ zuführen. Großbritannien. London. Die„Times“ meldet, daß die in Arabien ausgebrochenen Streitig⸗ keiten mit der Pforte beendigt seien, indem letztere die Erklärung habe abgeben lassen, das streitige Territorium zu räumen. Die türkischen Truppen würden demgemäß aus Houchalie und dem ganzen Gebiete von Lahey zurückgezogen werden. Amerika. Newyork. Das Marinemi⸗ nisterium hat im ganzen Lande Aushebungen für die Flotte bis zur äußersten, gesetzlich vorge⸗ schriebenen Grenze angeordnet. Dem Vernehmen nach sind von den noch nicht hingerichteten„Vir⸗ ginius“ Gefangenen vier zu lebenslänglichem schweren Kerker, drei zu achtjährigem Gesängniß verurtheilt worden, drei wären freigelassen. — Das Cabinet discutirte in einer am 19. stattgehabten Sitzung über einen von der spanischen Regierung gestellten Antrag, der dahin geht, der- selben zur Herbeiführung der Genugthuung in der „Virginius“- Affaire einen weiteren Aufschub zu gewähren. Die Minister waren elnmüthig der Ansicht, daß die Dringlichkeit der Sitnakion keinen weiteren Aufschub erlaube. Aus Stadt und Land. Muschenheim. Vor circa 14 Tagen wurde hier eine Hochzeit abgehalten und 8 Tage darauf waren die sämmt⸗ lichen Hochzeilsgäste, 40 an der Zahl, erkrankt. Ein Mädchen ist bereits gestorben und noch 3 Personen sind dem Tode nahe. Bis fetzt ist die Ursache noch nicht con, statirt; man glaubt, daß ein Schwein, welches zum Hoch⸗ zeitsschmause geschlachtet wurde, trichinös gewesen ist. Gießen. In den letzten vier Wochen find hier und in benachbarten Orten viele Diebfähle begangen worden, Die Ecmilielung der Diebe war schwieriger als sonß, weil fremdes gemeinschädliches Gefsindel, das man noc nicht näher kennt, sich beliebig in jeder Stadt niederxkassen kann und weil die vagebundirenden Gauner seit Abschaffung der Legitimationspapiere ihre Geschäfte mit mehr Erfolg belreiben können. Bei den ausgedehnten Nachforschungen der Polizei wurden auch dei Angestellten der Bahnen und es hal sich ergeben, daß sie an dem Vorgefallenen unde theiligt sind. Am 18. d. M. ist nun ein seit langer Zeh verfolgt und gesucht werdender Bursche— Joh. Har tmeß aus Daubringen— von der Polizei gejaßt und bewogen worden, zwölf Diebstähle einzugestehen. Man hofft den Dieb, der im Bahnhofe einen Koffer mit werthvollem Inhalt gestohlen hat, auch noch zu ermitteln.— Hark metz stahl aus Häusern und unbewohnten Hütten: Gänse, Wäsche, Handwerkszeuge und Kleidungsstücke. Er ist der Bruder des im Zuchthause sitzenden Christian Harimeß von Daubringen, der im Juni 1871 mittelst eines Stein wurfs ein 12jähriges Mädchen getödtet hat. Gießen. Am 19. Novbr. erhängte sich auf der Schütz'schen Bleiche ein Hülfs⸗Hautboist der hiesiger Negimenismusik an einem Weidenbaume. Ein Knecht des Bleichers Schürz sah den Unglücklichen sich aufhängen, lief aber aus Furcht oder Angst davon, ohne denselben abzuschneiden. Die Ursache des Selbstmords ist noch nicht constatirt.„ Darmstadt. Der Ausweis über Verkehr und Ein nahme der Hessischen Ludwigsbahn pro October 1873 con? statirt der gleichen Epoche v. J. gegenüber auf den alten Strecken bei dem Personen-⸗Verkehr eine Mehreinnahme von 5800, vei dem Güterverkehr von 20,000 fl. zusammen seit 1. Januar ein Mehr von 326,350 fl. Für die neuen Strecken ftellt sich in der gleichen Periode das Verhältniß der Mehreinnahme wie folgt: 6450 fl. beim Personen⸗ bei Dienstmännern Nachsuchungen vorgenommen; allein Verkehr, 1200 fl. beim Güterverkehr, und 88,320 fl. sein 1. Januar d. J. Richen i. O. Dieser Tage wurde zu Hanau ein vor der Mast geschnittener, von Herrn Müller Brennen dahier gemästeter Eber geschlachtet, welcher das enorm Gewicht von 661 Piund halte, und für welchen dag artige Sümmchen von 262 fl. 48 kr. bezahlt wurde. Mainz. Der hiesige Gartenbau ⸗ Verein wird als Vorort des Verbands rheinischer Gartenbau⸗Vereine am stellung von Blumen, Bouqueis, Gemüsen, Früchten, Gerten⸗Plänen und Garten⸗Ütensilien u. s. w. abhalten. Die Ausstellung wird Sonntag den 5. April, Morgen 9 Uhr, eröffnet und endet Montag den 14. April, Abende 6 Uhr. Zur Vertheilung unter die Preisbewerber bewillign der Gar senbau-Verein 3000 Mark. Bei Zusprechung des Preise soll den Preisrichtern als Richtschnut dienen Culturvollkommenheit, Blüthenfülle, Neuheit und blumißi⸗ scher Wer ih, sowie auch geschmackvolle Aufstellung und richtig Eliqueitirung. Mit der Aussiellung ist eine Pflanzen⸗Ver⸗ loosung verbunden. Oppenheim. Am 18. November fand hier die Vel sammlung der evangelischen Conserenz, der sogenannteg Friedverger, stan. Die Versammlung, zu welcher in politischen wie in kirchlichen Blättern alle Freunde den neuen Kirchenverfassung eingeladen waren, wurde von dem Synodal Mitglied Wernher von Nierstein eröffnet und mi! einigen Worten treffend eingeleitet. Prosessor Dr. Schwabe aus Friedberg, Synodalabgeorbneter sür Worms, erstatteln hierauf Bericht über die Thätigkeit der Synode und ent“ ledigte sich der ihm gestellten Aufgabe in einem längeren höchst interessanten und für die zahlreiche aus alles Ständen zusammengesetzte Versammlung klaren Vortrag Schwabe delonte zwei Punkte als die wichtigsten in b ganzen Verfassung, die obwohl nur eine äußere Form d Leben bringen solle; die beiden Punkle sind die Bekennt⸗ nißfragen und das Verhältniß zwischen Staat und Kirch In Beziehung auf den ersten Punkt widerlegt er die von den Gegnern der Versaffung in Rede und Schrist 0 aufgestellte Behauptung, Als sei die Confession durch dig Einführung der neuen Verfassung in ihrem rechtliche Bestand bedroht. In Beziehung auf das Verhäliniß des Staates zur Kirche betonle derselbe, wie leider in diet Punkte auf beiden Seiten viel gesündigt, indem man bia Grenzen nicht eingehalten habe. Da über beide Fragen keine Meinungsverschiedenheit sich zeigte, so wurden, c dem der Vorsitzende im Sinne der ganzen Versam mien dem Referenten für seinen Vortrag den Dank ausgesprocheln noch von Professor Dr. Köhler die beiden so verschieden bie ürtheilten Fragen über die Pfarrwahl und die„Qualität“ Bestimmungen der Kirchenvorsteher“ angeregt. 0 will der Gemeinde voterst zwar ein ensschiedenes Mie wirkungsrecht bei Besetzung der Pfarrstellen zuerki wissen, hält aber eine Eutscheidung dieser wichtigen Frage noch nicht für spruchreif. Ueber diese beiden Fragen sprachln 5. April 1874 in der Fruchthalle dahier eine große Aus- von win 0 78 fur sic