N ud. 6. 0 1 24 1873. Dienstag den 22. Juli. M 84. Nebolen sch en ein 0 „ 0 7 C Nen l 5 2 alt e r unte W 4 schreien, 0 imm? Vroftssort h 4 hessischer Anzeiger. de Uribaldoe daun werbe Slule und W. — 4 1 Die Petitzeile wird mit 3 kr., resp. 1 Sgr., berechnet. 0 Areisblatt für den Kreis Friedberg. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. funken. entod brach ines braven, auf Besu 1 Amtlicher Theil. beiden i Bitreffend: Aufstellung einer Statistik über sämmtliche organisirte Feuerwehren in dem , das on Großherzogthum Hessen. J fand, so. den Wohne achbarn geln zu kellen. J. N; donstaticl Bogen sodann wieder einsenden. de in Bürge“ er Grenze, die Eisendiz Mulerialitgt it dieselbe gi I derselben, en können, 1. in der chemist in Folge bch ich undebeul⸗ etheblich verl der Königlichen Direktion vergütet. Friedberg am 20. Juli 1873. ee eee Tinte aufgeschriebenen weiteren Friedberg am 20. Juli 1873. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bügermeistereien. Sie wollen die in den Ihnen mit Post zugehenden Fragebogen mit rother Fragen beantworten und die n Haas, Kreis⸗Assessor. die Erbauung einer Bahn von Friedberg nach Hanau betreffend. Indem wir zur öffentlichen Kenntniß bringen, daß die mit Ausführung des Baues der Bahnlinie Fricdberg-Hanau beauftragte Königliche Direction der Main Weser- Bahn die desfallsigen Einleitungen getroffen hat, und ehestens mit den geometrischen Arbeiten beginnen lassen wird, warten wir von den Einwohnern der in Frage kommenden Gemarkungen, daß jede Verletzung der eingesetzten Stangen, Marken und Pfähle it. sermeiden, deren Schutz auf Wunsch der genannten Königlichen Direction dem Publikum noch besonders empfohlen wird.. Die mit fraglichen Arbeiten betrauten Techniker sind mit Legitimationskarten versehen und wird jede Beschädigung an der Felderescenz von Die Großh. Bürgermeistereien der betreffenden Gemeinden sind hiermit angewiesen, den Technikern jede thunliche Unterstützung zu gewähren. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Ne Wapel vermt B. e Haas, Kreis- Assessor. 18. in Nn. i dgestigen,. 5 3 1 1 7 00 Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. 1 2 Heinrich Anton Engel von Ober-Resbach ist zum Fleischbeschauer für diese Gemeinde ernannt und verpflichtet worden.— Adam 4„ bdofmann IV. von Bönstadt wurde als Feldgeschworner für die Gemarkung Bönstadt ernannt und verpflichtet. b sie bet ihn— 3 5 sciedensdrul 11 Bekannt m a ch un g Aud meist zu Die Forst⸗ und Feldstrafen von der 3. Periode 1873 können an den bestimmten Zahltagen Dienstags und Donnerstags an das unterzeichnete Rentamt bezahlt ch sich al sperden.— Als besonderen Erhebungstag für den Landgerichtsbezirk Butzbach bestimmen wir Montag den 4. August d. J., Morgens von geringen ü bis 10 Uhr, im Gasthaus zum Stern zu Buß bach. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien werden ersucht, dieses im Interesse ihrer Ortsangehörigen mi dern beinen sem Bemerken bekannt machen zu lassen, daß nach dem 15. August die Mahnung erfolgt. ba abet mch Friedberg den 20. Juli 1873. Großherzegliches Rentamt Friedberg. 2 Zahl auf fn 5 In Verhinderung des Rentamtmannes: in die Allg Plan z, Ober-Domänen⸗Caleulator. übtern, J K . 1. beiw. Nell ber 1 7 Zeugen daft Ain, 178 w. Wirths imdout bie nes Kaife ae Deutsches Reich. Darmstadt, 17. Juli. In der heutigen Stzung der zweiten Kammer ergriff zunächst vor eintritt in die Berathung über das Einnahme udget der Präsident des Finanzministeriums, , Biegeleben, das Wort, um zur Vorsicht zu er- Len a mahnen, da, wenn auch augenblicklich, namentlich in 22 folge der französischen Contributionsgelder, die ( ban ühinanzen des Landes wesentlich verbessert seien, ber, 2 l och auch für die später kommende Zeit zu sorgen en han habe. Abg. Welcker, als Referent, erwiderte, 2 550 laß der Ausschuß mit Vorsicht zu Werke ge⸗ 7 al gangen sei, insbesondere werde auch nach Lösung n en e ger Verbindlichkeiten bezüglich des 50 fl.⸗Loos⸗ 1 ace Aulchens in wenigen Jahren die Finanzlage e E westlich gebessert. Bei den einzelnen Posten % beßll, wurden die„Einnahmen aus Domänen“ nach den ihieschußanträgen im Wesentlichen nach der Re⸗ ollsönbige N mau Die„Einnahmen aus de gierungsvorlage gebilligt. . 7 gane Abtheilung III.,„Einnahme aus directen Steuern“, 11 at nurde bis zum Schlusse der Berathung verschoben, den u Aae Haupt-Abiheilung IV,„Indirecte Auflagen“, der ug 1)„Tranksteuer von Wein und Obstwein“, ent- And, gu hann sich eine lange Debatte wegen des Antrags det chorge, Dumont und Genossen wegen Aufhebung e un Steuer von Wein und Obsiwein. Der Aus- en schuß hatte beantragt, den Antrag abzulehnen, 2 ahn die Ermäßigung der Weinsteuer auf 7/10 für % tor und 75 und Aufhebung aller Control⸗ 11 44 Nußregeln und Wegfall der Obstwein⸗Steuer von 16% 7 1874 zu beantragen. Der Ausschußantrag wurde e mi 43 gegen 3 Stimmen angenommen, nachdem 55 90 e Antrag George und die Regierungsforderung . 1 4 Aegalien“ warden ohne Debatte genehmigt. Haupt⸗“ mit 33 gegen 13 Stimmen abgelehnt war. Vor⸗ her hatte Minister v. Biegeleben bemerkt, daß der Ansatz von 440,000 fl. für die Jahre 1873/75 als Durchschnitt gerechtfertigt gewesen, jetzt aber für 1873, bei den notorisch schlechten Verhält— nissen, eine Absetzung von 40,000 fl. von der dreijährigen Gesammtsumme geboten sei, was die Kammer billigte. Bei„Jagd⸗Waffenpässe“ bean- tragte Welcker im Einverständniß mit dem Finanz- aus schuß, die Regierung zu ersuchen, eine neue Verordnung zu erlassen und die betreffende Ab- gabe durch Stempel zu erheben, was gebilligt wurde. Der Posten„Brückengeld“ wurde ange— nommen. Bei„Sporteln, Stempel ic.“ halte Abg. George ein Gesetz beantragt, welches gleich. mäßziges Stempelwesen für die drei Provinzen er⸗ strebt, Franck und Genossen eine Steuerreform in einem einzelnen Punkt. Beide Anträge wurden nach dem Ausschußantrag abgelehnt. — 18. Juli. In der heutigen Sitzung der zeiten Kammer wurde, in Weiterberathung des Einnahme⸗Budgets, bei„Stempel“ der vom Aus- schuß befürwortete Betrag von 630,000 fl., statt der von der Regierung vorgeschlagenen 590,000 fl., wegen des Ergebnisses von 1872 vorgesehen. Die beantragten 140,000 fl. wurden in Einnahme ge⸗ stellt. Bei„Abgabe von Hunden“ wurde der Antrag des Ausschusses auf Erhöhung der Steuer auf 3 fl. 30 kr. für den Hund gebilligt. Nach Genehmigung der„Einnahme aus Reichssteuern“ wurde auf die„Einnahme aus verschiedenen Quellen“ übergegangen. Bei„Ueberschüsse der Hauptstaats- kasse“ wurde vom Berichterstatter Welcker bemerkt, daß nach einer Benachrichtigung des Finanz— ministeriums inzwischen an französischen Kriegs- Contributionsgeldern weitere 1,399,108 fl. einge⸗ gangen seien, sonach einschließlich der im Budget vorgesehenen Ueberschüsse von 1,940,000 fl. im Ganzen 3,339, 108 fl. einzustellen seien, was ge⸗— billigt wurde. Außerdem sind noch ungefähr 700,000 fl. ganz vor Kurzem eingegangen, die aber, da der Betrag noch nicht genau feststeht, noch nicht in Einnahme gesetzt werden können. Nunmehr wurde auf die directen Steuern zurück- gegriffen. Der Ausschuß hatte beantragt: 1) vom 1. Januar 1874 eine Ermäßigung der Grund— steuer von 10 Kreuzer 3½ Heller auf 8 Kreuzer eintreten zu lassen; 2) vorerst wegen Mangels an Materialien auf eine weitere Reform der Gesetz— gebung zu verzichten, die Regierung aber zu er— suchen, das nöthige Material diesem Landtag noch so zeitig mitzutheilen und geeignete Vorlage zu machen, um jedenfalls für die nächste Finanzperiode die jetzige Steuergesetzgebung im Sinne gerechter und gleichmäßiger Vertheilung der Staatslasten, insbesondere durch Modification und Erweiterung der Einkommensteuer, namentlich auch Heranziehen von Actien-Gesellschaften, zu reformiren; 3) mit diesen Anträgen unter 1 und 2 die speziellen An⸗ träge verschiedener Abgeordneten vorerst beruhen zu lassen. Nach langerer Debatte wurde der Ausschuß⸗Antrag in allen Theilen angenommen. — Am 9. l. M. wurde der Notar Jakob Lippold in Oppenheim zum Notar mit dem Amts- size in Mainz, mit Wirkung vom 1. August l. J. an, ernannt. — Am 18. l. M. wurde der Lehrer an der höheren Gewerbschule zu Kassel, Felix Linke, zum ordentlichen Professor der Maschinenbaukunde an der polptechnischen Schule, mit Wirkung vom 1. October 1873 an, ernannt. 9 995 Berlin. Der Cultusminister Dr. Falk be— absichtigt, wie der„Breslauer Zeitung“ von be⸗ theiligter Seite geschrieben wird, trotz aller ent- gegengesetzten Nachrichten bereits in der nächsten Session des preußischen Landtages ein das gesammte Schulwesen umfassende Unterrichtsgesetz einzubringen. Zu diesem Behufe hat er am 9. d. an eine An- zahl von Männern, bei denen er genaue Kenntniß des höheren Unterrichtswesens und Interesse für eine möglichst vollendete Organisation desselben voraussetzt, Einladungen zu einer Mitte October abzuhaltenden Conferenz zur Berathung von Gegen: ständen des höheren Unterrichtswesens, namentlich zur Besprechung der Organisation der Realschulen, ergehen lassen. — Anläßlich der neuerdings so häufig vorge⸗ kommenen Eisenbahn- Unfälle in Folge desecter Wagen ist den Werkstätten⸗Verwaltungen die ge⸗ naue Befolgung der Vorschrift, wonach die ein- zelnen Wagen nach Zurücklegung einer bestimmten Anzahl Axmeilen zur Revision gestellt werden müssen, zur strengsten Pflicht gemacht worden. Bezüglich der Auswechselung der defecten Schwellen und Schienen in den Bahnhöfen wie auf der freien Strecke wird demnächst jedenfalls eine be⸗ sondere Instruetion für die Bahnmeister der Staats⸗ bahnen ausgearbeitet werden. — Der Handelsminister hat eine Commisston niedergesetzt, welche mit der Untersuchung der sich in der letzten Zeit so auffallend mehrenden Un⸗ fälle auf Eisenbahnen beauftragt ist.— Fexner soll auf Veranlassung des großen Generalstabs im Laufe dieses Sommers eine eingehende Revision des gesammten Betriebsmaterials und der Vor⸗ kehrungen für den Transport der Truppen auf den deutschen Eisenbahnen durch höhere Militärs stattfinden, deren Resultat von Einfluß auf die Maßnahmen bei einer künftig etwa eintretenden Mobilmachung fein wird. — Die Einleitung der Klage des Bischoss von Ermeland gegen den Fiscus, wegen Vorent— haltung der seit dem 1. October v. J. gesperrten Temporalien, ist, wie der„Notional- Zeitung“ mitgetheilt wird, jetzt auch von dem Obertribunal, also endgültig abgewiesen worden. Ems. Kaiser Wilhelm begab sich am 20. d. zur Begrüßung der russischen Kaiserfamilie nach Jugenheim. München. Das Beweisverfahren in dem Prozeß Spitzeder wurde am 19. d. beendet. Der Staatsanwalt hielt die Anklage in 2½stündiger Rede vollständig aufrecht. Der Urtheilsspruch er⸗ folgte am 20. d. Straßburg. Der Dampfer„Stadt Mann- heim“ ist am 18. d. um 2 Uhr hier eingetroffen und als erstes Dampfschiff, welches den Verkehr mit Straßburg eröffnet, von dem General Hart— mann und dem Handels ⸗Président Sengenwald feierlich empfangen worden. An Bord des Schiffes befanden sich Vertreter der Uferstaaken. Eine große Menschenmenge war herbeigeströmt. f Auslaud. Frankreich. Paris. In der National- versammlung wurde am 15, d. ein Gesetzentwurf von Cczanne vertheilt, welcher die Bildung einer Anzahl von Bergjäger⸗Bataillonen beantragt, die speziell für die Vertheidigung der Alpen-, Jura-, Vogesen⸗ und Pyrenäen⸗Grenze herangezogen und hauptsächlich aus den Einwohnern jener Gebirgs⸗ Gegenden rekrutirt werden sollen. — In Toul ist mit der Wegschaffung des deutschen Kriegsgeräths begonnen worden. Das rechte Centrum hat über die Interpellation von Montag berathen; da die Verhandlungen sehr stürmisch waren, so wurde beschlossen, kein Proto— koll zu veröffentlichen. Die klerikalen Tendenzen der Regierung wurden scharf getadelt und darauf hingewiesen, wie lächerlich Frankreich sich dadurch mache, daß es ofstziell erkläre, daß Wallfahrten nach Paray⸗-le⸗Monial und der Bau einer Kirche auf dem Montmarte es retten würden. Spanien. Bayonne. Ein Befehl Don Carles dom 15. S. wird von General Lizarraga im„Courier von Bayonne“ veröffentlicht. Der⸗ selbe verpflichtet den in Guipuzeoa commandiren⸗ den General, den geflohenen Santa Cruz als Rebellen zu behandeln, wenn derselbe an der Spitze neuer Banden auftritt. Der Befehl besagt weiter, daß alle von der Klugheit eingegebenen Ueberredungsmittel erschöpft seien. Alle Diejenigen, welche unter Santa Cruz dienen, sollen als Majestäts⸗ Verbrecher verurtheilt werden. Der Brief Don Carlos“ an Lizarraga befiehlt schließlich Wieder⸗ herstellung der Diseiplin und Bestrafung der ge⸗ ringsten Uebertretung. Aus Stadt und Land. Bad⸗ Nauheim. Am 17. Juli Abends wurde unfern der hiesigen Bahnstation nach Friedberg zu, nächst dem zweiten Gradirwerk, ein Schienenbruch bemerkt, nach⸗ dem soeben noch ein langer Güterzug in der Richtung auf Frankfurt die Stelle passirt hatte. Wäre der Schaden nicht sofort wahrgenommen worden, wes bei der einbrechen⸗ den Nacht sehr leicht geschehen konnte, so hätte den kaum eine Viertelstunde darauf(842 Uhr) in gleicher Richtung von Nauheim abgehenden stark besetzten Personenzug wohl unzweifelhaft schweren Schaden getroffen, und die schon übergroße Zahl von Eisenbahnunfällen der letzten Wochen wäre um einen weiteren aus nächster Nähe vermehrt worden. Offenbach. Am 18. Juli erschoß sich hinter der Chaisenfabrik von Dick und Kirschten dahier, unweit des Wolfswegs auf städt. Gelände, ein in Frankfurt in Con⸗ dition steyender Barbiergehülfe mittelst eines Terzerols, das er noch als Leiche in seiner Hand hielt. Er trug sein ganzes Barbierwerkzeug bei sich, war aber ohne Geld. Er heißt G. Betz und ist aus Hangenweißheim bei Worms. Alsfeld. Am 13. und 14. Juli wurde in Alsfeld das vierte Turnfest des Bezirks Hessen abgehalten. Aus Nah und Fern hatten sich Turner und Turufreunde zu diesem vom schönsten Wetter begünstigten Feste begeben, das sich in seinem ganzen Verlaufe zu einem eigentlichen Volksfeste gestaltete. Die sämmtlichen Straßen der altehr⸗ würdigen Stadt prangten im Festschmuck, fast alle Häuser, deren Bewohner sich überdies durch ihre unbegrenzte Gast⸗ freundschaft auszeichneten, waren mit Blumen, Kränzen und Fahnen geschmückt. Darmstadt. Einem Bauersmann, welcher am 17. Juli Nachmittags ein Billet zu dem um 3 Uhr 10 Min. nach Frankfurt gehenden Zug gelöst hatte, fiel auf dem Perron 1 kr. zwischen die Wagenreihe des zur Abfahrt bereiten Zuges und wollte das Bäuerlein zwischen die Räder kriechen, um den verlorenen Kreuzer zu suchen. Da er mit Gewalt hiervon abgehalten wurde, schrie ee, der Zugführer möge ein wenig vorfahren, damit er seinen Kreuzer suchen könne, er sttege nicht eher ein, bis er seinen Kreuzer wieder habe, und dabei blieb er auch, so daß der Zug ohne ihn abfuhr. Ob der Mann seinen Kreuzer wieder gefunden hat, konnten wir nicht in Erfahrung bringen, glauben aber, daß er bis zu dem um 7 Uhr 10 Minuten staltfindenden Abgang des nächsten Zuge mehr wie einen Kreuzer bier verzehrt bat. 5 Darmstadt. Der hiesigen Polizei ist es gelungen, einige jugendliche Gauner zu erwischen, welche in letzter Zeit eine ziemlich bedeutende Anzahl kleinerer Diebstähle ausführten. Der Hauptmann dieser Bande ist dem Ver⸗ nehmen nach ein hoffnungsvolles Früchtchen aus Langen, welcher von Polizeisoldat Fr. arretirt wurde, und soll der⸗ selbe über ein Dutzend Diebstähle bereits eingestanden haben. Mainz. Eine großartige Todischlägerei— man kann es nicht anders nennen— fand am 15. Juli gegen Abend aus der geringfügigsten Ursache in Mombach statt. Ein beim Neubau der Gastell'schen Wagenfabrik beschäftigter Maurer, ein sehr braver Mann, kam mit zwei anderen Arbeitern, Vater und Sohn, in Streit, weil er dem letzteren dankte, als derselbe ihm sein Glas zum Trinken anbot; hierauf folgte eine Rauferei, die sich durchs Dorf bis zum Kirchhof forispaun, wo dann schließlich dem besaglen Maurer der Bauch aufgeschlitzt wurde, so daß dieser todt blieb, und drei andere mehr oder minder schwer verwundet wurden. Verschiedene der Theilnehmer sind bereits hierher in Haft gebracht. Mainz. Bereits kommen von allen Seiten wieder die Backsteinbrenner herbei, welche im Frühjehr nach allen Richlungen ausgewandert sind, um auf den Backstein⸗ brennereien, wie im verflossenen Jahre, einen reichen Ver⸗ dienst, sich zu verschaffen. In Folge der geringen Bau⸗ thätigkeit, welche in diesem Jahre allenibalben herrscht, ist der Preis so gefallen, daß man sie nicht mehr ohne eigenen Verlust liefern kann. Auch sind noch mehr Backsteine vor— räthig, als man braucht, weshalb auf allen Vackstein⸗ brennereien jetzt eine greße Anzahl Arbeiter eutlassen wird. Allerlei. Frankfurt. Herr Pfarrer Wucherer dahier hat sich durch die Gründung eines Bienenzuchtvereins in hiesiger Stadt, der schon über 100 Miiglieder zählt, um die Bienenzucht viele Verdienste erworben. Der sirebsame Frankfurter Verein wird nun, unterstützt durch die ver⸗ waud ien Vereine am Taunus, am 17. August eine Bienen⸗ ausstellung, verbunden mit einer Verloosung, veranstalten, und ist zu der Verloosung die Genehmigung bereits ertheilt. Frankfurt. Am 17. Juli haben sirikende Stein⸗ drucker einen andern, welcher noch arbeitete, mit Todt⸗ thätige Hülfe, desselben bald Herr zu werden, so daß ber auf der Station Elm vom Sturmwinde in Bewegung zu wersen. stiechen bebroht, wenn er nicht die Arbeit einstelle. Ein K demselden Geschäft befindlicher Buchdrucker erklärte den Steindrucker, daß, wenn die Mehrheit feiere, die Minder heit mitthun müsse und forderte ihn auf, die Arbeit ein, Der betreffende Steindrucker gerieht dadurg“ in zwei Feuer und lief von Frankfurt sort. Die Unter“ zustellen. suchung des Vorfalles ist eingeleitet. 5 9 Frankfurt. Zwei Jubelfeste der Turnerei stehet devor; das eine in unserm nahen Bornbeim, woselbst die Turngemeinde am 27. Juli das 25jäbrige Fahnen⸗Jubiläun begeht, und ebenso der Cronberger Turnverein das gleich Fest am 3. August Höchst. Am 18. Juli zwischen 10 und 11 Uhr Vormittags brach in der großen Anilinfabrik von Meisic y Lucius und Brüning dahier Feuer aus, welches an— fänglich sehr bedeutende Dimensionen anzunehmen drohe, Glücklicherweise gelang es jedoch, durch rasch ru Betrieb seinen ungestörten Fortgang nehmen kann. Fulda. Der„F. Anz.“ schreibt: Dem am 18.% von Frankfurt kommenden Nachtschnellzug konne zwischen Schlüchtern und Elm ein schwerer Unfall. geguen. Ein freistehender beladener Güterwagen wutke gesetzt und nach Schlüchtern zu getrieben. Nur der Auf⸗ merksamkeit eines Bahnwärtets, welcher schnelles Sigml abgab und dem vorsichtigen Fahren des Locomolivführets it es zu verdanken, daß ein Zusammenstoß und groß Unglück verbület wurde.— In demselben Blatt wird die Angabe, daß sich an der Wallfahrt nach dem Gehülferk⸗ berge 10,000 Pilger betheiligt, dahin richtig gestellt, de Gesammtzahl der Männer, welche an der Prozession Thill genommen, habe sich(also ausschließlich der Frauen) auß „über 2000“ belaufen. 4 Bacharach. In Erinnerung an die am 13. Juli vor drei Jahren in Euts stattgefundene historische Unte⸗ redung unseres Kaisers mit dem frcanzösischen Botschaster Benedetti richteten die Pensionäre des„Hotel Wasum“ in Bacharach das folgende poelische Telegramm an dem Kaiser: f „Heiß, wie der Rebe Blut uns rinnt, Treu, wie das deutsche Mädchen minnt, Voll, wie in seinem Bett nder Rhein, Soll unser Hoch auf Kaiser Wilhelm sein.“ Gegen Abend lief von Ems die nachstehende telegraphische Antwort ein:„Den Pensionären im„Hotel Wasum“ zu Bacharach sage Ich Meinen freundlichsten Dank für den poenschen Zuruf vom heutigen Tage. Wilhelm.“ Metz. Durch den am 12. Juli Morgens gegem 5 Übr ersolgten Zusammenstoß zweier Güterzüge zwischen Ueckingen und Hagendingen an der Eisenbahn nach Dieden⸗ bofen hat sämmtliches Fahrpersonal mehr oder wenigen Verletzungen davongetragen. Sämmtliche Waggons ung Maschinen sind zertrümmert. Gotha. Der Staatsanwalt Morchutt gibt in den „Hess. Morgen ⸗Ztg.“ eine Erklärung bezüglich des Fröls⸗ siedter Eisenbahn⸗ Unglücks ab, worin er sagt, daß die Ergebnisse der im vollen Gange befindlichen Untersuchung „unter gllen Umständen zur rückhaltlosen Veröffentlichung gelangen werden“. D. Frankfurt a. M., 19. Juli(Börsenwoche von 12. bis 18 Juli). Die Speculationelust ist erschlafft und die lodte Jahreszeit macht ihre Rechte auf allen Verkehrs gebieten geltend. Weder die Baisseparthei, noch die Lieb: haberei hat mehr die Kraft, die ihnen gebotenen günstigen Momente für sich auszunutzen. Es ergibt sich dies auß den Wiener Exeignissen dieser Woche, wo Furcht vor den Cholera, die sichere Aussicht auf eine Mittelerndte, und“ die abermals erschrecklich zu Tage getretene Fäulniß der Börse, die Contremine zu dem Versuche veranlaßten, dit internalionalen Werthe, besonders Creditactien, wieder ftall Der Versuch hatte wenig Erfolg. Aber auch der Liebhaberei gelingt es nicht, eine Coursentwickelung in steigender Richtung hervorzurufen, da sie der Unter“ stützung der, in den Bädern weilenden Haute Financk: enibehrt. Ein Theil der Speeulation hat sich übrigen bereits mit Werthen zu den tief gesunkenen Coursen unte der Hand versorgt und wartet eine bessere Zeit ab, un das billig erworbene Material dann mit Vortheil an den Markt zu bringen. Der Medio gestaltete sich ohne Schwierig keiten zu einem befriedigenden Abschluß. Die vorliegenden Engagements waren nicht zahlreich, doch zog Geld etwas an. und Prolongalionen waren nicht unter 5% zu machen. Für Speculationswertbe war die Stimmung im Ganzen eine schwankende, indeß die Tendenz für Ansagepapiel und Bahnen, trotz des unbedeutenden Geschäftes, ziemlich fest blieb. Ueber Creditactien waren wieder die verschieden⸗ artigsten Vetsionen im Umlauf, Nach der neuesten Mel⸗ dung sollen die Verluste der Creditanstalt höchstens eine Million betragen und das Benkgeschäft inzwischen die größten Fortschritte gemacht haben. Staatsbabn hiellen sich relativ fest, da sie durch die wachsenden Mehreinnahmen günstig beeinflußt sind, und Lombarden, wenig beachlet, stagnirlen. Creditactien verkehrten zwischen 240½—34. Staatsbahn gingen von 357½—56, Lombarden schwankten zwischen 200— 196 ½. In österr. Bahnen war das Ge schäft weniger umfangreich, als in der Vorwoche. Linz Budweis blieben 3 fl. besser, hingegen Elisabeth 4½ fl. matter. Deutsche Bahnen zeigten sich ziemlich preishaltenb. Auch in Anlagefonds und Prioritäten entwickelte sich uur ein mäßiges Geschäft. Russische und Amerik. Fonds fe. Spanier weichend. Neue Bayrische Ostbahn- Prioritäten zu 101 ½ in gutem Begehr; auch neue russische Pfandbriese und Nassauische Landesdank⸗Obligationen gefragt. Banken wurde fast durchgehends, bei ssillem Verkehr, eine leichte * 2 2. S W