2 . ** r 4 don den n aun gen, den nog din Johns- g hen um 1 eit.— d. lehnte tin Spanien qu Aschen. zung mad n Spanien gegen du auf. Di 1 Republil verlazli a mitgetbel Tu f. 3 lten pet du das gen bunung. Di baß huis m eint Hanf zunehmen ener. nau tine Samstag den 22. Februar. M22. (landgericht Darmstadt. Oberhessischer Anzeiger. Die Petitzeile wird mit 3 kr., resp. 1 Sgr., berechnet. Kreisblatt sür den Kreis Friedberg. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Deutsches Reich. Darmstadt, 19. Febr. II. Kammer. Bei eginn der Sitzung verlas der Präsident ein chreiben des Ministeriums als Beantwortung ir Interpellation des Abgeordneten v. Rabenau züglich der Umgehung Gießens durch die directe jahn Eydkuhnen⸗ Metz, worin mitgetheilt wird, aß alle von der Regierung geschehenen Schritte i der preußischen erfolglos geblieben seien. Der räsident des Finanzausschusses verlas hierauf ne Mittheilung der Ministerien, wonach die von ir Regierung angekündigten Nachforderungen in folgendem bestehen: Erhöhung der Dotation der gofbibliothek 4000 fl., für Einrichtung der Ent; Undungsanstalt in Gießen 2500 fl., für Erhöhung virschiedener Professorengehalte an der Landesuni⸗ vrsität 4000 fl., für Erbauung eines Seitenbaues im Gymnasium in Gießen 52,000 fl., für Er⸗ treuung einer Turnhalle für das Darmstädter ymnasium 8000 fl., für einen Turnlehrer da⸗ sübst 1600 fl.— Für folgende Gegenstände sind de erforderlichen Summen noch nicht bestimmt: er Errichtung eines weiteren Schullehrerseminars, tir Errichtung von Gebäuden für die hiesigen zunstsammlungen, das Polßtztechnikum, Zellenge⸗ singniß, eines Gerichtsgebäudes zu Gießen, das Für weitere Einrichtung s Justizgebäudes zu Mainz werden 24,000 fl., us hiesigen Justizpalastes 24,000 fl. gefordert. für Erhöhung der Wittwengehalte verlangt die Legierung 25,000 fl., für die der Actuariats- gehülfen 20,000 fl. und für die Erbauung eines uuen Theaters 450,000 fl.— Die Wahl des Abg. Schaub wurde für gültig erklärt und be ⸗ glich der verhandelten Gegenstände:„Antrag ir Abgg. Ellenberger und Wadsack, die Errich— ung einer Landes⸗Creditanstalt“ und„Antrag des Abg. Welcker die Collateralsteuer betreffend“, die 1 Lusschußanträge:„Gr. Regierung zu ersuchen, auf Errichtung einer Landes⸗Creditanstalt Bedacht 5 nehmen“ und bezüglich der Collaterolsteuer eine hevision der bezüglichen Gesetzgebung vorzunehmen, augenommen. Gießen. Man gibt hier die Hoffnung noch nicht auf, daß der Plan, die Bahn Berlin⸗Wetzlar zu Gießen vorüber zu führen, noch zu Gunsten Cießens abgeändert werde, und es ist deßhalb eme Deputation des hiesigen Magistrats nach Berlin abgegangen. Nach dem Urtheile Sachver- sündiger ist die Richtung über Gießen, man möge un die Bahn von Kirchhain direct auf Gießen ihren oder von Eschwege über Bebra Hersfeld lüsfeld, immer die von der Natur vorgezeichnete, und man sieht sich vergebens nach Gründen um, narum trotz der Gemeinsamkeit der Reichsinteressen dese Bahn„nur auf preußischem Gebiete“ so dicht neben Gießen vorüber geführt werden soll, noch dazu um den Preis ganz enormer Mehrkosten. Berlin. Folgende Adresse des preußtschen (piskopats an den deutschen Kaiser wird ver- bssentlicht:„Euerer kaiserlichen und königlichen Najestät Staatsregierung hat in diesen Tagen dim Hause der Abgeordneten zwei Gesetzentwürfe % iter die Vorbildung und Anstellung der Geist⸗ 1 „„Antwürsen mit dem tlefsten Schmerze Kenntniß nommen, da dieselben im Falle ihrer Anuahme f 14 Acht nur die Freiheit der katholischen Kirche im 10 lchsten Grade beeinträchtigen, welche ihr gött⸗ ** * 4 g n Berathung und Annahme vorgelegt. ein 80 6% 0 1 lichen, wie auch über kirchliche eee ie 1 terzeichneten Bischöse Preußens haben von diesen ö licher Stifter in Sachen des Glaubens, des Ge— wissens und der Zucht von jeglicher weltlichen Obrigkeit unabhängig Jingestellt hat, sondern auch, weil dieselben Satzungen, welche zum eigentlichen Wesen der katholischen Kirche selbst gehören, schwer verletzen und darum einem Versuche zur Ver- nichtung dieser Kirche in Preußen gleichgeachtet werden müßten. Da die Grundsätze unseres h. Glaubens uns katholischen Bischöfen, sowie den Priestern und den Gläubigen, je nachdem die⸗ selben hiervon betroffen werden, nicht gestatten würden, aus freien Stücken derartigen Gesetzen sich zu unterwerfen, dieselben anzuerkennen und zu befolgen, so bitten Euere Kaiserliche und König- liche Majestät wir Unterzeichneten ehrfurchtsvoll und unterthänigst, Allerhöchstdieselben wollen aller ⸗ gnädigst geruhen, die Zurückziehung dieser Gesetz⸗ entwürfe zu befehlen, oder, falls dies nicht angänglich sein sollte, den von beiden Häusern angenommenen Vorlagen die allerhöchste Sanction zu verweigern. — 19. Febr. Herrenhaussitzung. Die kirchen⸗ rechtlichen Vorlagen wurden einer Commission von 20 Mitgliedern überwiesen. Betreffs des Gesetzes über die Abänderung der Verfassung beantragte v. Patow die Erledigung durch Vorberathung im Plenum. Dagegen waren Kleist⸗Retzow und Senfft Pilsach, welcher meinte, die Regierung greife mit dem Kirchenrechtsgesetze in die Lehre der Kirche von der Verwaltung der Sacramente ein. Nachdem der Cultusminister dagegen, als eine unwahre Behauptung, protestirt hatte, wurde v. Patow's Antrag angenommen. — 20. Febr. Abgeordnetenhaus. Zu Be⸗ ginn der Sitzung, ehe das Haus in die Tages- ordnung eintrat, ergriff der Finanzminister das Wort zu folgender Erklärung: Die Ueberschüsse des Vorjahres betragen 20 Millionen. Sämmt⸗ liche Verwaltungszweige weisen Ueberschüsse auf, darunter ergab die Stempelsteuer statt der veran⸗ schlagten 7 Millionen über 13 Millionen. Für 1873 veranschlagt die Regierung 10 Millionen Stempel⸗ steuer. Die Bergwerks- Verwaltung ergab ein Mehr von 6, die directen Steuern von 1½, die Einkommensteuer von 6 Millionen. Für 1873 schlägt die Regierung vor, die Einkommensteuer auf 7 Millionen zu normiren, welche Schätzung auf einer völlig soliden Grundlage beruht. Die Regierung wünscht dringend, daß die Ueberschüsse möglichst schnell dem Lande Nutzen bringen und schlägt deßhalb vor, 12 Millionen zu einer außer- ordentlichen Schulden Tilgung zu verwenden; dann könnte vom Jahre 1874 ab eine Million vom Budget abgesetzt werden. Die Regierung beab— sichtige, die Anleihe vom Jahre 1868 zu tilgen, wodurch jährlich eine halbe Million erspart würde; ferner sollen die Restbeträge der nicht consolidirten Anleihe der Jahre 1848, 1857 und 1859 ge- tilgt werden. Die Regierung wünscht die schleunigste Berathung dieser Vorlagen und des Etats. Ueber die seit Schluß des Reichstags eingegangene Kriegs- contribution sei noch nicht disponirt; es sei hier- über die Verständigung des Bundesraths mit den Bundesregierungen abzuwarten. — Der Kaiser hat den Präsidenten der See⸗ handlung, Günther, zum Vorsitzenden der Unter- suchungs⸗ Commission bestimmt. — Auf die schriftliche Anfrage, welche der Abg. v. Bennigsen als Vorsitzender der Budget- Commission an den Ministerpräsidenten in der Diätenfrage gerichtet hatte, hat der Letztere in einem Schreiben erwidert, daß goch in dieser Session eine Gesetzesvorlage wegen Regelung der Diäten und Reisekosten der Abgeordneten einge⸗ bracht werden würde. — die Conmmission, welche die Aufgabe hat, den ersten Entwurf zu dem Militärstrafprozeß auf⸗ zustellen, ist jetzt zusammengetreten. Sie besteht aus drei preußischen und einem bayerischen Mit⸗ glied. Der aufzustellende Entwurf soll als Grund⸗ lage für die künftige Reichscommission dienen. — Die„Provinzial⸗Correspondenz“ constatirt in einem Artikel über die Untersuchungs⸗Commission, daß betreffs der unabweisbaren Pflicht energischen Vorgehens gemeinsam mit der Landesvertretung Graf Roon und Fürst Bismarck völlig überein⸗ stimmten. Das große Vertrauen, welches Letzterer auf Grund langjähriger persönlicher und amtlicher Kenntniß dem zunächst betroffenen Beamten wid⸗ met, war ihm ein noch dringenderer Anlaß, um sowohl der Person als des Staatsinteresses willen die gründlichste und eingehendste Untersuchung zu wünschen. Auch der Handelsminister hält es für eine unbedingte Ehrensache, sich und seine Amts⸗ führung vor jedem sittlichen Vorwurf gerechtfertigt zu sehen. In vollster Einmüthigkeit wurden die Beschlüsse der Regierung gefaßt und im Abge⸗ ordnetenhause angenommen. Die peinliche und widerwärtige Angelegenheit ist daher ein neuer Beweis für das übereinstimmende Streben und Vertrauen zwischen Regierung und Landesvertre⸗ tung. Darauf und auf den allseitigen Kund⸗ gebungen des neue belebten sittlichen Geistes beruht die Zuversicht, daß die durch Lasker's Enthül⸗ lungen hervorgerufenen ernsten Erwägungen von nachhaltiger, segensreicher Wirkung für das Vater⸗ land sein werden. Die Vorschläge des Staats- ministeriums bezüglich der Ernennungen für die Untersuchungscommission sind bereits dem Könige unterbreitet, die Berufungen erfolgen unverweilt, so daß die Commission demnach möglicher Weise noch diese Woche zusammentreten kann. Wiesbaden. Wie dem„Schw. M.“ mit⸗ getheilt wird, wird der Kronprinz noch bis über die Mitte nächsten Monats hier verweilen, da seine Gesundheit immer noch der Schonung be— darf, und erst zur Geburtstagsfeier des Kaisers nach Berlin zurückkehren. München. In hiesigen Kreisen wird ange⸗ deutet, daß die Uniformirungs⸗Frage den Anlaß zu der königlichen Ungnade gegen den Flügel- Adjutanten v. Sauer gegeben. Man sagt sogar, der König habe beabsichtigt, alle Offiziere, welche in der Bekleidungs⸗Commission für gleiche Unifor⸗ mirung der bayerischen Truppen mit der übrigen deutschen Armee gesprochen, zu entlassen, aber Frhr. v. Pranckh habe ein besänftigendes Wort zur rechten Zeit gesprochen. Hagenau. Folgende Vergütungen für bei Gelegenheit der Schlacht von Wörth erlittene Beschießungs⸗, Plünderungs⸗ und Feld⸗Schäden sind neuerdings zur Auszahlung gelangt: Ge⸗ meinde Gundershoffen 83,393 Fr., Reichshoffen 151,783 Fr., Niederbronn 50,262 Fr. Aus Deutsch⸗Lothringen. Die mit mancher peinlichen und schmerzlichen Einzelheit ver⸗ bundene Desinfection der Schlachtfelder und Her⸗ stellung der Kriegergräber ist in der Umgegend von Metz überall zu Ende geführt. Die Massen⸗ gräber wurden zum großen Theile mit aufge- schüttetem Erdreich erhöht und gegen das umliegende Terrain scharf und bestimmt abgegrenzt. Die außerhalb der Friedhöfe befindlichen, 20 Quadrat⸗ ——— 7 meter und mehr haltenden Kriegergräber im Kreise Metz stellen eine Gesammifläche von 50,023 Quadrat- meter dar; 109 Gräber haben 100 Quadratmeter Flächeninhalt und darüber. Wie wir hören, be⸗ rechnet man die voraussichtliche Ankaufssumme aller dieser Grabstätten auf 200,000— 240,000 Franken. Der Ankauf ist überall im Werke. Ausland. a Schweiz. Im Großen Rath zu Genf wurde das Gesetz, betreffend die Wahl der Geistlichen durch das Volk, mit 76 gegen 8 Stimmen desi⸗ nitiv angenommen. Die Berathungen verliefen sehr stürmisch. Anläßlich eines von den katho⸗ lischen Geistlichen des Cantons in sehr beleidigenden Ausdrücken gegen die Cantonal- und Bundes- regierung abgefaßten Protestes ging die Ver sammlung zur einfachen Tagesordnung über. — Die katholischen Geistlichen der Dibcese Basel protestirten theilweise gegen das Verbot amtlichen Verkehrs mit Lachat. Der Thurgauer Große Rath billigte mit 75 gegen 14 Stimmen das Vorgehen der Regierung gegen Lachat. Frankreich. In der Prozeßsache des Prinzen Napoleon gegen Victor Lefranc wegen der Aus- weisung des Ersteren erklärte das Civiltribunal seine Incompetenz und verurtheilte den Prinzen in die Kosten. Großbritannien. Ein in London einge⸗ troffener Brief aus Zanzihar constatirt, daß Livingstone in guter Gesundheit Cyje, um nach den Nilquellen zu gehen, verlassen hat. Spanien. Aus Cadix wird gemeldet: Der Dampfer„Murillo“ ist freigegeben. Die Unter⸗ suchungs⸗Commission erklärte, daß der„Murillo“ die„Northfleet“ nicht niedergebohrt habe. — Das Rundschreiben Castelar's an die Vertreter Spaniens im Auslande erklärt ausdrück⸗ lich, daß die Republik nicht in augenblicklicher Ueberraschung, sondern in wohl überlegter Absicht von den Cortes beschlossen wurde. Das Rund⸗ schreiben läßt der Loyalität sowie den constitutio⸗ nellen Grundsätzen des Königs Amadeus volle Gerechtigkeit widerfahren; es sei demselben aber nicht gelungen, die stolze Abneigung der auf ihre Unabhängigkeit eifersüchtigen Nation zu besiegen. Die Gründung der Republik sei ohne jede Pression erfolgt und die gewählte Regierung entschlossen, mit aller Energie die Ruhe aufrecht zu erhalten. Das Schreiben beauftragt die Vertreter Spaniens, den ausländischen Regierungen darzulegen, daß die Republik Garantien für die Erhaltung der Ruhe biete, sowie daß sie sowohl nach Innen als nach Außen den friedlichsten Charakter trage. Ferner enthält das Rundschreiben die Aufforderung an die Vertreter Spaniens, die irrthümlichen Ansichten bezüglich der Haltung der Armee zu zerstreuen; die Armee sei entschlossen, die öffentliche Autorität, welche, weil aus dem Volkswillen hervorgegangen, eine legitime sei, aufrecht zu erhalten. 2 Friedberg. Am verflossenen Dienstag hielt Herr Reallehrer Klein einen Vortrag über Nicolaus Copernicus als Gedächtnißrede bei dessen 400jährigem Geburtstage(19. Februar.) Copernicus ist einer der großen weltbewegenden Geister. Wie Columbus ein halbes Jahrhundert früher, so hat auch er eine große Entdeckung gemacht, die die ganze bis⸗ herige Weltanschauung über den Haufen warf und eine Masse von bis dahin räthselhaften Erscheinungen in wun⸗ derbare Harmonie brachte, damit aber zugleich der Un⸗ wissenheit, dem Aberglauben und Vorurtheil seiner Zeit⸗ genossen den Ktieg erklärte. Zu Thorn in Westpreußen als Sohn einer wahrscheinlich deutschen Familie am 19. Februar 1473 geboren, in Krakau für die Mathematik und Astronomie gewonnen, in Bo⸗ logna zum Meister derselben ausgebildet, als welcher er schon in seinem 28. Jahre in Rom hohen Ruhm erwarb, trat er darauf in den geistlichen Stand über und brachte sein ganzes übriges Leben als Domherr in der ostpreu⸗ ßischen Siadt Frauenburg zu. Aber sein Grübeln und Denken, sein Studieren und Rechnen bleibt den leuchten⸗ den Gestirnen des Himmels zugewandt. In 33jährigem Forschen ist er zu den großartigen Resultalen gekommen, die seinen Namen unsterblich machen. Sie sind der Welt kundbar gemacht worden in dem zu Nürnberg anuo 1543 er⸗ schienenen Copernicanischen Werke:„Von den Umwälzungen der Himmelskörper.“— Die neue Wahrheit, welche der große Forscher in diesem Werke verkündet, ist folgende: Nicht die Erde ist der Mittelpunkt der Welt, sondern die Sonne. Um sie bewegen sich in Kreisbahnen die Planeten Mercur, Venus, erde, Mars„Jupiter, Saturn. Die Erde be⸗ wegt sich in ein zm Tage um ihre Axe, in einem Jahre um die Sonne. Um die Erde dreht sich allein der Mond. Der Beweis für die Richtigkeit dieser Lehre, der allerdings von Copernicus nur indirect durch Beobachtungen am Himmel und Schlußfolge⸗ rungen aus denselben erbracht wird, stützt sich auf eine Menge von Erscheinungen, die vorher jeder vernünftigen Erklärung entbehrten und darum zu den abenteuerlichsten Hypothesen Veranlassung gaben, für welche aber nun mit einemmale der Schlüssel gefunden war. Die für die Beobach⸗ tung wie für das Verständniß zugänglichsten unter diesen Ex⸗ scheinungen sind der Wechsel von Tag und Nacht infolge der täglichen Umdrehung der Erde um ihre Axe und der Wechsel der Jahreszeiten infolge der jährlichen Be⸗ wegung der Erde um die Sonne. Die Astronsmie aber hat seit nunmehr 330 Jahren Tausende von Erscheinungen erklärt und tbut es forfwährend auf Grund und zugleich zu immer erneuter Bestäligung der Copernicanischen Lehre, und die Matbematik mit ihrem strengen Gewissen drückt freudig das Siegel der Bestätligung unter jede neue Errungenschaft. Copernicus hat die Herausgabe seines Werkes nicht erlebt. Daß er dasselbe erst in seinem Todesjahre dem Drucke übergab, wird mehr aus der Scheu vor den Menschen als absurd zu erscheinen, als aus der Furcht vor Folter und Scheiterhaufen erklärt werden müssen; hat er sein Buch doch dem Papste selbst zugeeignet und spricht er sich doch sehr derb gegen die Schwätzer aus, die seine Lehre um ihres vermeinten Widerspruchs gegen eine Stelle der Schrift als gottlos anfeinden möchten. Er würde übrigens wohl schwerlich dem Schicksale eines Giordons Bruno oder Galilei entgangen sein, wenn ihn nicht der Tod zeitig— im Mai des Jahres 1543— in das Land der ewigen Freiheit hinüber gerettet hätte. Seine Gebeine ruhen in dem Dome zu Frauenburg. Dort und in Krakau ver⸗ herrlichen Denkmäler„den Beweger der Erde, den Be— seiger des Himmels.“ Nächster Vortrag: Herr Seminarlehrer Stamm über Shakespeares Richard III. ez Aus Oberhessen. Die Landesversammlung der israel. Gemeinden des Großherzogtbums fand am 16. d., Vormittags 10 Uhr, in den Räumen des Hotel Ullmann in Frankfurt statt. Die sämmtlichen Provinzen des Landes waren in großer Anzahl theils durch ihre Cullusrepräsentanten, theils durch eigens hierzu entsen⸗ dete Delegirte vertreten und hatten sich außer vielen Privaten auch der Landtagsabgeordnete Edinger aus Worms, mehrere Rabbiner und ein großer Theil der dem Lehrer⸗ stande angehörenden Mitglieder daselbst versammelt. Als Präsident wurde H. Simon aus Gedern und zu Schrift führern die Hrn. Heß, Lehrer in Friedberg und Or ten⸗ berger in Klein-Karben gewählt. Gegenstand der Be⸗ rathungen bildeten namentlich die Punkte, die sich auf Hebung der Schule, Aufbesserung des Lehrerstandes und Anstellung eines jüdischen Lehres an die Landesseminarien bezogen. Die Verhandlungen wurden durchgehends im Sinne der liberalen Anschauungen geführt und boten auch für Nichtinteressenten vielfache gewichtige Momente. Erst um 4 Uhr Nachmittags erfolgte Schluß der Sitzung, nachdem das Präsidium für die rege Theilnahme der Versammlung gedankt und diese an Stelle des seitherigen Comites eine Commission von neun Mitgliedern zur Forisetzung des angebahnten Werkes ernannt. Gießen. Vor einigen Nächten wurde um 11 Uhr auf dem Seltersweg am Thor des Küchler'schen Hauses die Leiche des Taglöhners Karl Heiland von hier gefun⸗ den mit zwei Stichwuͤnden in der Brust. Die Polizei bat festgestellt, daß sein Kamerad, der oft bestrafte Heinrich Euler von hier, denselben erstochen, nachdem sie sich über Holzmacherlohn disputirt hatten. Der Thäter sitzt. Er soll geständig sein. Mainz. Der Carneval verspricht in diesem Jahr großartiger zu werden, als in allen vergangenen. Das ächt carnevalistische Leben nahm so recht eigentlich seinen Anfang mu dem 1. Fackelzug, dem im Laufe der Woche noch mehrere folgen werden. Man spricht fast nichts mehr als von den sich bildenden Gruppen, von der glanzvollen Herrichtung der Wagen, von den brillanten Anzügen, so daß wir nächsten Montag wohl einen Zug bekommen werden, so großartig wie nie zuvor. Auch dat das Comite dieses Jahr eine andere, viel zweckmäßigere Einrichtung getroffen, indem der Zug erst um 12 Uhr sich in Be⸗ wegung setzt. Mainz. Vor einigen Tagen wurden auf der Mainz⸗ Alzeyer Strecke der hessischen Ludwigsbahn Versuche mit der von Heberlein(Betriebs⸗Maschinenmeister der bayerischen Staatsbahnen) erfundenen selbstwirkenden Brems- vorrichtung für Eisenbahnzüge gemacht, welcher außer dem Erfinder, den Mitgliedern des Verwaltungsratbes und Beam ten der hessischen Ludwigsbahn mehrere Techniker der benachbarten Bahnen beiwohnten. Die Wirkung des Apparates war eine überraschende. Mitten in vollster Fahrt wurde der Zug sowohl auf horizontaler Strecke wie auch in Gesällen von ¼0 bis 1½ñ00 stets innerhalb 15 bis höchstens 22 Secunden auf eine Entfernung von 80—150 Meter zum völligen Stillstand gebracht. Es wurbe beobachtet, daß schon 6—8 Sekunden nach erfolgtem Signal die Schwungkraft des Zuges stets vollständig ge⸗ brochen war, während die übrige Zeit bis zum vollständigen Stillland des Zuges aufgewendet wurde. Trotzdem war die Wirkung für die in den Wagen befindlichen Personen durchaus keine unangenehme oder stoßartige, sondern die Geschwindigkeit verminderte sich successive, wenn auch mit raschem Uebergange. Mainz. Der Zudrang zu dem biesigen Pfandhaus ist gegenwärtig ein sehr starker; gewiß kein gutes Zeichen. Wie in früberen Jabren wird auch dieses ja vor Fastnacht das Pfandhaus geschlossen, weil Zudrang nicht zu bewältigen wäre. a 0 Vom Main. In turnerischen Kreisen war auf das vecunglückte Bonner Tur nfest nie gut z sprechen, jetzt aber schon gar nicht, da die einzelnen Mittelrhein⸗Kreis angehörigen Vereine das Bonner De sollen decken helfen. Die Quote, welche auf den Mi rhein⸗screis ausgeschlagen ist, beziffert sich auf 1750 fl. Lichtenstein, Dem„Chemnitzer Tageblatt“ berich man aus Lichtenstein vom 15. Februar:„Heute ereigne sich hier ein höchst seltener Fall. Das Ehepaar Christian Friedrich Lange, Haus⸗ und Grundstücksbesitzer, und Emili Wilhelmine Lange, geb. Seifert, feierten heute das fünf undsiebenzigjährige Ehejubiläum. Der Ehe⸗ gatte hat das Alter von 103 und die Ehegattin das Alter von 98 Jahren. Das Ehepaar lebt heute noch in det besten Gesundheit.“ f Berlin. Eig. wunderliches Inserat befand sich in einem Berliner Blatte. Dasselbe lautete nämlich:„Ein Miether, der verpflichtet ist, die von ihm innegehabte Wohnung seinem Wirth in demselben Zustande abzugebe 1 wie sie ihm übergeben worden ist, sucht 2000 lebende Wanzen. Adressen unter poste restante.“ n Verloosung des Gustav-Adolf- tanenvertins. Der unterzeichnete Vorstand beabsichtigt wie schon in früheren Jahren auch in diesem wieder — — eine Verloosung für die Zwecke des von ihm ver⸗ tretenen Vereins, Unterstützung von Confirmanden⸗ häusern und Schulen, von Wittwen und Waisen, Ausschmückung von Kirchen, Anschaffung von Altargefäßen, Glocken u. dergl., zu veranstalten und wendet sich deßhalb an alle Freundinnen des Vereins mit der vertrauensvollen Bitte, denselben zu diesem Behufe mit weiblichen Arbeiten freund⸗ lichst unterstützen zu wollen. Zur Empfangnahme verselben sowie anderweitiger Gaben, welche bis Ende August d. J. erbeten werden, erbieten sich folgende Mitglieder des Vorstandes: Frau Bin⸗ 0 9 dernagel, Frau Fertsch, Frau Köhler, Frau Meyer, Frau Schwabe, bei welchen auch Loose à 6 kr. für die in nächstem Herbste beabsichtigte Verloosung zu haben sind. Friedberg, den 20. Februar 1873. Der Vorstand des Gustav-Adolf⸗Frauenvereins. Bitte an edle Menschenfreunde. Ich Unterzeichneter, wurde im Jahr 1850 beim Bau der Main- Weserbahn, an welcher ich damals als Taglöhner arbeitete, durch das Zu⸗ sammenstoßen zweier Erdwagen so an einem Beine beschädigt, daß mir daseselbe in der Mitte der Wade abgenommen werden mußte. Durch diesen Unglücksfall kann ich ohne ein künstliches Bein nicht bestehen; meine Mittel reichen aber bei meinem geringen Vermögen nicht hin, die Kosten von etwa 70 fl. zu bestreiten und auf Krücken zu gehen ist ein elendig Leben. Durch die Anschassung eines solchen Beines werde ich! aber auch in den Stand gesetzt manche Arbeit zu verrichten. Ich trete deßhalb mit der Bitte und in den Hoffnung leine Fehlbitte zu thun, an edle, wohl- wollende Menschenfreunde heran, mir, wie vor 20 Jahren, eine kleine Gabe spenden zu wollen zur Anschaffung eines neuen künstlichen Beines. Allen Menschen, welche von Gott mit völliger Gesund heit aller Glieder begabt sind und welche sich auf Jagden, Tanzvergnügen, Spaziergängen in Gottes schöner Natur in Wäldern und Fluren 0 erfreuen können, möchte ich meine Bitte beson⸗ ders an's Herz legen, mir eine kleine milde Gabe mit frohem Herzen zukommen zu lassen, denn nur den fröhlichen Geber hat Gott lieb. 12 Hoch⸗Weisel den 13. Februar 1873. 1 Jakob Sommer. Wir erklären uns zur Annahme von Gaben bereit. Die Exped. d. Oberhess. Anzeigers. Productenbörse zu Friedberg. am 20. Februar. Heutiger Preis loco Waizen, gute Qualität, fl. 15— 15. Korn, fl. 10. Gerste, fl. 10. 45. afer, fl. 7. 15. artoffeln, fl. 2. 30—35. n Alle Preise verstehen sich 200 Pfund 100 Kilo Frau Huber, 1 10 6 1 0 N