den sand an 0 00 ehr bese ale Familien u meisen lil * kamen daselbs davon. Seht die Prinathäuse Cochrane vit etnade gänzlig stein. — 1 Hamburg rk iffe. Classe/ tner. Thlr. 58. in Hamburg, ind auswärtigen — 3l7 berg und Bad⸗ ful. Na E. e ge ud u- Preußen. eee, L Auswahl 1 kleiden hal lungen. 1 1 0 gekomme unde roth. dölüchlt zanlatds bel Foula iu Fridbe . 96. zeiger. Die Petitzeile wird mit 3 kr., resp. 1 Sgr., berechnet. Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. —* 2 Amtlicher Theil. Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Definitorialprüfung der Schulamtsaspiranten dieses Jahr am 7. Oclober, Vormittags 8 Uhr, in dem Realschulgebäude dahier beginnen wird. Diejenigen Schulamts-Aspiranten, welche sich dieser Prüfung zu unterziehen beabsichtigen, haben ihre an die unterzeichnete Behörde zu richtenden Gesuche, unter Beischluß des ihnen beim Abgang vom Schullehrer Seminar ertheilten Zeugnisses, im Original oder in beglaubigter Abschrift, spätestens bis Ende des laufenden Monats bei den einschlägigen Kreis-Schulcommissionen einzureichen, welche hierüber die Berichte der Ortsschulvorstände einholen und mit den Gesuchen weiter befördern werden. Die Großberzoglichen Kreis-Schulcommissionen und die Ortsschulvorstände werden den Schulamts- Aspiranten in geeignetet Weise von dieser Bekannimachung Kenntniß geben. Darmstadt am 11. August 1873. Großherzogliche Oberstudien- Direction. v. W'̃i e lel ilch. Ackermann. Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. 2 Heinrich Wagner II. von Friedberg wurde als städtischer Waagmeister ernannt und verpflichtet. Deutsches Neich. tung in dem von der Staatsanwaltschast wegen] jährigen Militärdienst befähigt werden. Das Darmstadt. Der„Darmst. Ztg.“ zufolge soll auf hiesigem Exercirplatz am 18. d. M. dem Jahrestage der Schlacht von Gravelotte, an der die großh. hess. 25. Division so ruhmreichen An⸗ theil gehabt hat, ein kurzer Feldgsttesdienst abge— halten werden. Berlin. Bei der ziemlich über ganz Mittel- europa sich verbreitenden Cholera Cpidemie hat man von sachverständiger Seite neuerdings für angemessen erachtet, an entscheidender Stelle darauf hinzuweisen, wie bedenkliche Folgen die Ueber- füllung der Eisenbahncoupés mit Reisenden nach sich ziehen könnte. Es wäre sehr zu wünschen, daß die Hinweise nicht unberücksichtigt blieben, da der angeregte Uebelstand ohnehin unerträglich ist. — Es wird eine allgemeine Erhöhung der Wagenmiethe im Verein deutscher Eisenbahn⸗Ver⸗ waltungen, eventuell auch der Wagen⸗Strafmiethe wegen der gestiegenen Preise des Materials be⸗ absichtigt. Die Durchführung ist wahrscheinlich. Stettin. Am 11. d. M. ist der Anfang mit dem Abbruch unserer Festungswerke gemacht. Eine Anzahl Militärsträflinge ist auf der Süd⸗ seite des Berliner Thors mit dem Abbrechen der Festungsmauer beschäftigt, um die dort sehr enge Passage zu verbreitern. Diese Arbeiten werden jedoch noch längere Zeit erfordern, da vor der Zuschüttung des Festungsgrabens der darin befind- liche Wasserlauf überwölbt werden muß. Breslau. Der hiesige Stadt-Schul-In⸗ spector, Pfarrer von St, Corpus Christi, Kliche, stellte den Hauptlehrer Keihl, welcher als der einzige der hiesigen katholischen Elementarlehrer die Er- gebenheitsadresse der schlesischen Katholiken an den Kaiser unterschrieben hatte, deßhalb zur Rede und ertheilte ihm einen Verweis. Als Keihl dagegen protestirend erklärte, er sei Staats beamter und verpflichtet, in erster Reihe den Staatsgesetzen zu gehorchen, erwiderte der Inspector:„In erster Reihe ist der Kirche Gehorsam zu leisten und den Staatsgesetzen nur dann, wenn sie nicht im Wider- spruch mit den Kirchengesetzen stehen.“ Kassel. Eine Anzahl der bedeutendsten deut— schen Prosessoren des Kirchenrechts ist, der biesigen „Tap.“ zufolge, bier zusammengekommen, um unter dem Vorsitz des Geh. Justizraths Prof. der Rechte Dr. v. Schulte klrchen rechtliche Fragen zu berathen. Fulda. Am 13. d. hielt der Bischof eine außerordentliche Versammlung mit seinen Näthen ob. Den Berathungsgegenstand bildete seine Hal— Uebertretung der Kirchengesetze gegen ihn einge— leiteten Prozeß. Es wurde beschlossen, daß die— selbe conform der des Erzbischofs Ledochowski sein solle. — In der Anklage⸗Sache gegen den hiesigen Bischof ist Verhandlungs-Termin auf den 26. d. M. anberaumt. Leipzig. Die Verhandlungen des Protestanten⸗ tages am 14. d. wurden wiederum durch einen Gottesdienst in der Nicolaikirche eingeleitet. Die Predigt wurde vom Pfarrer Heinrich Lang(Zürich) über Psalm 119 V. 52 gehalten. Gegen 11½ Uhr wurden in der Universitäts⸗Aula die Verhandlungen über die evangelisch⸗protestantische Kirchen- Ver⸗ fassung fortgesetzt. Das Referat hatte Professor Holtzmann(Heidelberg) an Stelle des erkrankten Professors Bluntschli übernommen. Die aufge— stellten 14 Thesen wurden nach längerer Debatte, an der sich mehrere Redner betheiligten, mit großer Majorität angenommen. Schließlich sprach der Vorsitzende Prof. Räbiger dem Rathe der Stadt Leipzig und dem Leipziger Protestantenverein den Dank des Protestanten⸗Tages für ihr freundliches Entgegenkommen aus und schloß die Versammlung um 3¼ Uhr. — Der Vorstand der hiesigen Börse hat be— schlossen, die Fondsbörse am 2. September der Nationalfeier wegen zu schließen und die auf diesen Tag fallende Productenbörse auf den vorhergehenden Tag zu verlegen. München. In Folge des Mangels an In- genieur⸗ Offizieren in der bayerischen Armee hat das königl. Kriegsministerium bei den Offizieren der Linie und Reserve Umfrage über den Uebertritt in das Ingenieurcorps bzw. in die active Armee halten lassen und es sollen hierauf sehr viele An⸗ meldungen erfolgt sein. — Laut einer in Ansbach aus München ein- getroffenen Nachricht wird der Kronprinz des deutschen Reiches am 10. September in Ansbach eintreffen, um über die Ulanenbrigade, welche zu jener Zeit in dortiger Gegend manövriren wird, Inspection abzuhalten. Von Ansbach würde die kronprinzliche Reise nach Nürnberg gehen. Nürnberg. Unter der Firma„Färber⸗ technikum Nürnberg“ soll hier eine Actiengesellschaft gegründet werden, welche die praktische Ausbildung junger Leute zu Färbergehüsen zum Zwecke hat, ihren Zöglingen aber eine allgemeine Bildung ertheilen will soweit, daß diese auch zum ein⸗ Actiencapital der Gesellschaft ist auf 100,000 Thlr., eingetheilt in 2000 Actien à 50 Thlr., mit vor- läufig 20 pCt. Einzahlung festgesetzt. Fest placirt sind hiervon vorläufig 200 Actien. Ausland. Oesterreich-üngarn. Wien. Der hier tagende volkswirthschaftliche Congreß beschloß, dem Staate und der Gesellschaft die Unterstützung der Haus⸗Industrie durch Fachschulen und Ausbildung des Genossenschaftswesens zu empfehlen. Die auf die kleinen Gewerbe bezüglichen Fragen wurden auf die Tagesordnung des nächsten Congresses ge⸗ setzt. Betreffs der Armen- und Arbeishäuser be⸗ schloß der Congreß, deren Einführung für allein⸗ stehende Erwachsene überall dort zu empfehlen, wo mittelst einer anderartigen Armenpflege keine Ge⸗ währ für die wirkliche Erwerbsunfähigkeit Bedürf⸗ tiger gewonnen werden könnte. N Schweiz. Bern. Der Fürsprech Amiet in Solothurm hat dem Bundes rathe ein Memorial als Nachtrag zum Rekurse gegen die Amtsentsetzung des Bischofs Lachat in dessen Namen zugestellt. Dasselbe ist den Diöcesanständen zur Aeußerung übermittelt worden. Frankreich. Paris. Der 15. August, der Napoleonstag, verlief überall ruhig; nirgends hat eine bonapartistische Kundgebung stattgesunden. — Aus Bilbao wird vom 15. August gemeldet, daß die Carlisten an diese Stadt die Aufforderung ergehen ließen, binnen zwei Tagen zu capituliren. — Einer Meldung der„Agence Havas“ zu⸗ folge hätte der kaiserliche Kronprinz bei einem Empfang der jetzt in Chislehurst versammelten bonapartistischen Notabilitäten erklärt, daß er dem Principe der Volks ⸗Souveränetät treu bleibe. Die Devise seiner Dynastie sei:„Alles für das Volk, durch das Volk.“— Thiers wurde in Mülhausen auf seiner Durchreise nach Basel mit lebhaften Zurufen empfangen. Belfort. Thiers verweilte am 16. d. M. auf der Reise nach Luzern hierselbst einen Tag. Derselbe wurde festlich empfangen. Ahends war die mit Fahnen geschmückte Stadt zu seinen Ehren illuminirt. Schweden. Kopenhagen. Ein Erlaß des Justizministers verbietet gemäß des Staats- grundgesetzes und mit Bezugnahme auf eine gegen Mitglieder der Internationale gerichtete Entscheidung 7 des höchsten Gerichtshofes vom 6. d. die inter nationalen Arbtitervereine für Dänemark.. Großbritannien. London. Zahlreiche Bonapartisten trafen am 14. d. M. in Cbiselburst ein, darunter Rouher und Haußmann. Es kommen noch mehr, um der Messe am 15. um 9½ Uhr früh beizuwohnen. Nachmittags hält Eugenie einen bonapantistischen Parteirath. a N — Wie der„Köln. Ztg“ von hier gemeldet wird, ist Sir Cornet Wolsey zum Gouverneur und Commandirenden der Truppen an der Afri⸗ kanischen Goldküste ernannt worden, die Expedition gegen die Hauptstadt der Ashanti's soll von Capitän Golver geleitet werden, der sich nach Afrika begibt. Spanien. Madrid. Die Cortes haben eine Vorlage der Regierung angenommen, welcher zufolge 80,000 Mann Reserven einberufen werden. — Der bei Fuenterabia genommene englische Dampfer führte 1700 Flinten. An Bord war ferner der schottische Oberst Stewart, welcher den Auftrag hatte, das Exträgniß der bei den eng- lischen Katholiken für die Carlisten abgehaltenen Collecte zu überbringen. — Ein Telegramm der„Agence Havas“ aus Perpignan vom 14. d. meldet: Der Angriff der Carlisten auf Berga begann am 10. d. um 1 Uhr. Um 4 Uhr brach in der Stadt eine große Feuersbrunst aus. — Die Carlistenführer Cucalla, Segarra und Valles sind im unbestrittenen Besitz der Provinz Castellon und haben ihre Streitkräfte, 4000 Mann mit Kanonen bei Benicosin concentritt. Türkei. Konstantinopel. Der Groß vezier und der Minister der Auswärtigen haben sich am 15. August zum Empfang des Schahs von Persien mit großem Gefolge nach den Dar: dauellen begeben. Rußland. Petersburg. Der„Russische Invalide“ bringt günstige Nachrichten über den Gesundheitszustand der russischen Truppen in Kh wa und die friedliche und vertrauungsvolle Haltung der dortigen Bevölkerung. Die früheren Günst— linge des Khans, Muhamed Murad und Rahmadulla, waren nach Kasaliask gebracht und werden dort in Haft gehalten. Eine erste, 5900 Köpfe starke Abiheilung befreiter persischer Sklaven sollte Mitte Juli über Krasnowodsk nach der Heimath gehen. Amerika. Rio de Janeiro. Dem Bischof von Pernambuco, welcher sich geweigert hat, den Befehlen der Regierung nachzukommen, wird von dem Präsi⸗denten dieser Provinz der Prozeß ge— macht. Die Regierung hat den Kammern erklärt, daß sie energische Maßregeln ergreifen wolle, um die Bischöfe zum Gehorsam zu zwingen. Aus Stadt und Land. Friedbarg. Am 14. d. M. wurde in hiesiger Stadt das 25jährige Amtsjubiläum unseres allverehrten Kreisraths, des Herrn Regierungsrath Trapp, gefeiert. 10 Jahre 1848 war derselbe zum Kreisrath des Kreises iedenkopf ernannt und im Jahre 1860 durch die Gnade seines Fürsten in den hiesigen Kreis bersetzt wor⸗ den. Obgleich ihm durch seinen biederen Charakter, sein anspruchloses offenes Wesen, seine Humanität, welche sich in seinem privaten Leben, wie in seinen Amtshand⸗ lungen manifestirte, gelungen war, sich die Zuneigung und Hochachtung aller Bewohner des Kreises in seltenem Grade zu erwerben, so wollte er doch, jeglichem Ge⸗ pränge abhold, den Tag nur in Gemeinschaft derjenigen eiern, mit welchen er am meisten verkehrte, mit den Bürgermeistern des Kreises. Es war deshalb im Sinne des Jubilars jede öffentliche Einladung zur Theilnahme absichilich unterlassen worden; trotzdem ströͤmten im Laufe des Vormittags von allen Seiten Beamte, Geistliche Lehrer und Landwirthe in die Stadt, um dem Jubllar ihre persönlichen Glückwünsche darzubringen und durch Theilnahme an dem Festmahle den Gefühlen der Ver ehrung Ausdruck zu geben „Um 11 Uhr überreichten die Bürgermeister des Kreises auf dem hiegen Rathhause einen silbernen Tafel⸗ aufsatz mit folgender Widmung: Zur Feier Ihres 25 jährigen Amtsjubiläums als Kreisrath— am 1. August 1873— haben die Bürger⸗ meister des Kreises beschlossen, Ihnen, hochzuver— ehrender Herr Regierungsrath, ein sichtbares Zeichen ihrer Verehrung zu überre chen. Gestatten Sie, daß wir Ihnen diese Gabe verehren in dankbarer An— erkennung Ihrer Verdienste um das Wohl des Kreises, dem Sie Ihre besten Kräste gewidmet in jener stillen und geräuschlosen Weise, wie sie dem edlen Charakter und einem hochsinnigen Herzen stets eigen zu sein pflegt. Ein solches Herz gewinnt in der Stille eine Macht über die Herzen Anderer, und was wir in unserm Innern bisher verschlossen gehalten, as ge⸗ winne heute lauten Aus dectuuk de en unsern Mitbürgern was wir hiermit in deren Namen bezeugt haben wollen: „Dem Verdienste seine Krone!“ Die Bürgermeister des Kreises. a f (Folgen die Unterschriften.) Die katholischen Geistlichen überreichten eine Adresse und die Lehrer des Kreises gaben dem Jubilare ihre Verehrung und Hochachtung durch Ueberreichung von drei schönen Oeldruck-Bildern zu erkennen. Um 2 Uhr wurde der Jubilar durch eine De⸗ putation der Bürgermeister mittelst Wagen zum Festessen, welches in den Räumen des„Hotel Trapp“ arrangirt war, abgeholt. Schon lunge vor der festgesetzten Stunde waren alle Plätze des Festsaales besetzt und nur mit Mühe konnten die später Erscheinenden ein Unterkommen in den Nebenräumen finden. Die Festversammlung war bald durch trefflich ausgeführte Musikstücke einer Musik⸗ bande in die heiterste Stimmung versetzt und wechselten nun fröhliche Weisen mit den verschiedensten Toasten. Der erste galt S. K. Hoheit, unserm allerverehrten Großherzoge Ludwig III. und wurde ausgebracht von Herrn Kreisassessor Haas; der zweite, von Herrn Bürger⸗ meister Küchel aus Butzbach gesprochen, galt dem Jubilar. Mit warmen Worten wies dex Redner auf die Verdienste hin, welche sich der Gefeierte in den verschiedensten Zweigen der Verwaltung durch Beförderung des Wohl⸗ standes der Gemeinden, durch Hebung der Landwirth⸗ schaft, durch Begünstigung von Handel und Gewerbe ze. erworben habe, und wie er stets bemüht gewesen sei, Allen gerecht zu sein. Hierauf dankte der Herr Jubilar mit sichtlicher Rührung für die ihm dargebrachten An⸗ erkennungen, glaubte jedoch das ihm gespendete Lob nur zum kleinsten Theile annehmen zu können, indem der Erfolg seiner Wirksamkeit mehr in dem freundlichen Entgegenkommen aller Beamten des Kreises gesucht wer⸗ der müsse und fühle er sich verpflichtet, Allen hierfür aufs Herzlichste zu danken. Besonders danke er dem Manne, den die Staatsregierung an seine Seite gestellt, Herrn Kreisassessor Haas, der allezeit bereit gewesen sei, ihn aufs Kräftigste zu unterstützen. Auch müsse er der treuen Hülfe seines Büreaugehülfen Fink, der trotz der härtesten Schläge in seiner Familie mit seltener Auf⸗ opferung und Berufstreue zu dem schönen Erfolge bei⸗ getragen habe, sowie der Hingebung und Unterstützung der übrigen Büreaubediensteten gedenken; sein Hoch gelte den Bewohnern des Kreises Friedverg. Herr Pfarrer Engelbach aus Butzbach hob das sittlich-religidse Leben des Jubilars hervor, das zu beobachten er in Biedenkopf reichliche Gelegenheit gehabt habe und welches allezeit geeignet gewesen sei, den Bewohnern des Kreises als Beispiel zu dienen Herr Lehrer Bitsch erinnerte an die hohe Bedeutung der Schule und dankte für das freund⸗ liche Wohlwollen, das der Herr Jubilar der Schule und ihren Lehrern stets bewiesen habe. Herr Kreisassessor Haas toastete auf den Jubilar, der ihm stets ein humaner Vorgesetzter gewesen sei und ihm die Ausübung seiner Berufspflichten sehr erleichtert habe. Beigeordneten Vogt von Butzbach galt der Frau Ge⸗ mahlin des Jubilars, welche an dem Erfolge, welchen wir heute feierten, großen Antheil habe. Hr. Bezirksbau⸗ aufseher Schneider von Gambach lenkte die Aufmerksam⸗ keit der Versammlung auf die Fuürsorge, welche der Jubilar dem Wegebau gewidmet habe und knüpfte daran den Wunsch, daß es ihm vergönnt sein möge, noch recht lange auf„guten Wegen“ zu wandeln. Herr Landwirth⸗ schaftslehrer Rückert gedachte der Verdienste, welche sich der gefeierte Jubilar während eines Viertelfahrhunderts als Verwaltungsbeamter, wie als 1. Director der land- wirthschaftlichen Bezirksvereine zu Biedenkopf und Fried⸗ berg und besonders durch seine Thätigkeit im Curatorium der Ackerbauschule um die Hebung der Landwirthschaft erworben habe. Zum Schlusse trug Herr Lehrer Epple von Ockstadt ein schwungvolles Gedicht über den Rhein mit seinem vortrefflichen Wein recht gelungen vor und versetzte dadurch die Versammlung in die patriotischste Stimmung. Spät am Abend trennte man sich endlich mit dem Wunsche, daß der verehrte Jubilar noch recht lange an der Spitze der Verwaltung des Kreises Friedberg zum Nutzen und Frommen seiner Bewohner in Thätigkeit bleiben möge. Gießen. Einen seit dem 11. d. vermißten Soldaten des hiesigen Regiments, von Groß⸗Eichen, fand man am 15. d. M. am Kirchhose erschossen liegen. Der Körper war schon in sehr starker Verwesung begriffen. Die Ur⸗ sache des Selbstmordes ist bis jetzt noch nicht klargelegt. Groß ⸗Linden. Der hiesige Bürgermeister Herr 11 055 hal am verflossenen Sonntag seine goldene Hochzeit ge fe iert. Darmstadt. Das Brigadeexerciren der 49. Inf. Brigade wird vom 26. bis 30. l. M. bei Gießen, zwischen Klein⸗Linden und Allendorf a. d. Lunda, die Detachements⸗ und Divisionsübungen werden vom 30, d. M. bis 12. k. M. bei Friedberg und Gießen abgehalten. In Allendorf sind die Blattern ausgebrochen, weßhalb dieser Ort mit Truppen nicht belegt wird.. Mainz. Aus dem am 14. b. ausgegebenen Pro⸗ gramme des Großh. Gymnasiums ist ersichtlich, daß das— selbe 363 Schüler zählt, 22 Schüler bestanden ihre Maturitätsprüfung in Gegenwart des Großh. Hofraths Becker von Darmstadt. Die Prüfungen begannen am 16. d. und dauern bis 19. d. M. Die Schlußseier findet am 20. d. Vormittags 10 Uhr im Akademiesaale statt. Am 3. Oct. beginnt das neue Schuljahr. Stellvertreter des Directors ist Herr Professor Hennes. Das Hoch des ans. rie ber, 8 wa fun der Main 365,518 Thlr. erhielt. getroffen als diesmal. * Allerlei. ahres berichte der Betriebs⸗Ver⸗ eser bahn i s Jahr 1872 ent⸗ nehmen wir Folgendes: die Gesammtlänge der Bahn beträgt 2 Meile(17¾ auf preußischem, er 5 stö oppel⸗ 16 8 ädsischem Gebiete), die gesammte Bahunstrecke geleisig. Die Bahn besitzl 81 Locomotiven, 73 Tender, 6 Personen- und 898 andere Wagen. Sie beschäftigt 786 etatsmäßige Beamte und 558 e und 1929 Arbeiter. Besördert wurden 1,268,637 Personen und 6,211,253 Ceniner Güter. Die Gesammteinnahme betrug 3,059,535 Thlr. Davon wurde verwendet: zu laufenden Betriebsausgaben 1,622,149 Tolr. Zur Melioration der. Bahnanlage ꝛc. 290,717 Thlr. Die Gesammitausgaben be⸗ tragen 1.924, 419 Thlr., der Ueberschuß stellte sich auf 1.135116 Thlr., wovon Preußen 769,598 und Hessen Frankfurt. Am 14. d. M. kam ein total betrunkener Arbeiter in den Sitzungsraum der Stadtverordneten ge- taumelt. Der Pedell packte ihn am Schopf und trans⸗ portirte ihn die Stiege hinab; unten im Hof stand noch ein anderer angeduselter Gefährte, welcher meinte, als er den Transport sah:„Ich hob's ja gleich gesogt, du bleibst nett lang drowe.“ Die Nömerwächter bemächtigten sich dann der Betrunkenen und escortirten sie auf die Straße. Frankfurt. Zu keinem der seirher auf der hiesigen Rennbahn stattgehabten Rennen sind so viel Pferde ein⸗ Sämmtliche Ställe, welche in Niederrad für die Rennen eingerichtet worden, sind besetzt. Was die Renner selbst anlangt, so waren noch nie so viele ausgezeichnete, durch ihre mehrfachen Siege bekannten Thiere für diesen Herbstsport angemeldet. e e e Düsseldorf. Der Berliner Schnell- oder richtiger durchgehende Zug, welcher gegen 8 Uhr hier eintrifft, ist am 13. d. M. wirklich durchgegangen, so daß ein Theil des eisernen Gitters der Drehscheibe in der Friedrichs⸗ straße, sowie die Locomotive nebst dem halben Tender durch, üver die Friedrichsstraße selbst und dann obne vorher an⸗ zuklopfen in das Haus des Berliner Möbelfabrikanten Hrn. Arnold gegangen, wo dieselbe jetzt herausgebrochen werden muß. Die Familie des Hrn. Arnold saß in der ersten Etage gemüthlich beim Kaffeetrinken, als plötzlich die Bresche geschossen wurde, die Maschine arbeitete noch in sich, so daß man durch einen angebrachten Schlauch das Feuer löschen mußte. Der Schaden läßt sich nicht leicht übersehen. Glücklicherweise, denn das ist die Haupt⸗ sache haben wir kein Menschenleben zu beklagen. Genf. Der Genfer⸗See hat sich in diesem Jahrhundert zur Benachtheiligung seiner Ufer nicht unbeträchtlich er⸗ boben, und ist daher eine Tieferlegung desselben projectirt.⸗ Die Experten, welche diese Frage studiren sollen, Oberst Pestalozzi von Zürich und Jugenieur Taylor, haben am 11. d. ihre bezüglichen Arbeiten begonnen. Newyork. Der Dampfer„Wawasset“ ist auf dem Petomac in Flammen aufgegangen, wobei 40 Personen ums Leben gekommen sind. Das Telegraphennetz des Erdballs. Der Geschwindigleit, mit welcher der Dampf fährt, mit welcher der elektrische Funke sich fort⸗ pflanzt, kann in gewisser Beziehung die Schnellig⸗ keit an die Seite gestellt werden, mit welcher diese beiden wichtigsten Erfindungen unseres Jahrhunderts über die Oberfläche der ganzen civilisirten Welt sich verbreitet haben; beide, und namentlich die electrische Telegraphie im Gebrauche des großen Publikums datiren so zu sagen von gestern. In Frankreich wurde, wie Herr William Huber in einem vor der Geographischen Gesellschaft zu Paris gehaltenen Vortrage erwähnt, erst am 1. März 1851 der Telegraph dem öffentlichen Gebrauche übergeben, nachdem er einige Zeit vorher bereits im Dienste der Regierung und des diplomatischen Verkehrs, den schwerfälligen und unsicheren optischen Tele- graphen verdrängt hatte; heutzutage beträgt das Telegraphennetz Ftankreichs allein 44,000 Kilom. (5930 d. M.) Linie mit 123,000 Kilom.(16,577 d. M.) Draht; das Europas 270,000 Kilom. (36,388 d. M.) Linie mit 700,000 Kilom. (94,240 d. M.) Draht, welch letzlere Länge also nahezu der doppelten Entfernung des Mondes von der Erde gleichkommt. Für den ganzen Erd⸗ ball kann die Länge sämmilicher Telegraphendräbte auf zwei Millionen Kilom.(270,000 d. M.) angeschlagen werden und vermöchten dieselben hienach den Acquator fünfzigmal zu umspannen. Die Zahl der einzelnen Telegraphenlinien zu Lande ist natürlich Legion— eine Aufzählung derselben ebenso unmöglich als überflüssig; hat ja in einigermaßen dichtbevölkerten Gegenden nahezu jedes Landstädtchen seinen Telegraphen, oft nach mehr als einer Richtung hin. Geringer an Zahl, wie andererseite an kosmopolitischem Interesse schwerer ins Gewicht fallend, sind die Linien, welche den Ocean durchschneidend weit von ein— ander entlegene Länder und ganze Welttheile, die das Meer trennt, in gegenseitige Verbindung setzenz 5 0 U U 1 1 N