n Cb dige be; kints, estiunti; f Wa 19 ersasung 5 Dienstag den 18. Februar. M 20. Oberhessischer nzeiger. Die Petitzeile wird mit 3 kr., resp. 1 Sgr., berechnet. KAttisblatt für den Artis Friedberg. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Amtlicher Theil. Friedberg den 15. Februar 1873. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien. v. M. in Nr. 12 des Oberhessichen Anzeigers Trapp. 1856 geboren sind. Bel a n nt m a ch unn g. Donnerstag den 13. März d. J. und folgende Tage für sämmtliche Militärpflichtige, welche in den Jahren 1855 und Jeder, welcher sich der Prüfung unterziehen will, hat ein mög⸗ lichst ausführliches vitae curriculum zu den Acten zu geben. Die Prüfungen beginnen an jedem Tage Morgens 8 Uhr im großen Saale des Rathhauses dahier. Darmstadt den 8. Februar 1873. Großherzogliche Prüfungs⸗Commission für einjährig Freiwillige. Pa b st. . Hoh. auf Vorschlag des Ministeriums des Innern auf die Dauer von drei Jahren berufenen Mit- gliedern: Sr. Durchlaucht dem Herrn Fürsten zu Asenburg und Büdingen zu Büdingen, dem Großh. Professor an der Landesuniversität, Hrn. Dr. Thaer, zu Gießen, dem Hrn. Gottfried Jordan zu Darm⸗ stadt, dem Gymnasiallehrer Hrn. Dr. Glaser zu Worms; 4) aus folgenden von den Aus schüssen der Provinzialvereine auf die Dauer von drei Jahren gewählten Mitgliedern: dem Domänen⸗ pächter Hrn. A. Bergsträßer auf Hof⸗Hayna bei dem Kreisrath Hrn. Küchler zu Dieburg; dem Gutsbesitzer Hrn. Carl v. Willich zu Darmstadt; dem Kreisassessor Hrn. Haas zu Friedberg; dem Rentamtmann Hrn. Lindeck zu Friedberg; dem Kammerrath Hrn. Weber zu Lau⸗ bach; dem Gutspächter Hrn. A. Dettweiler zu Wintersheim; dem Gutsbesitzer Hrn. Jean Möl⸗ linger zu Pfeddersheim; dem Gutsbesitzer Hrn. Lauterbach. Graf Görtz von Schlitz und Stadtpfarrer Dieffenbach zu Schlitz sind zu Ab- geordneten für die Landes Synode und Pfarrer Stock von Stockhausen und Oberst Baron Riedesel zu Lauterbach zu Stellvertretern gewählt. Erbach. Dekan Netz und Frhr. v. Wedekind aus Hiltersklingen wurden zu Abgeordneten für die Landes Synode gewählt, zu deren Stellver- tretern Pfarrer Guntrum von Wald Michelbach In Alzey wurden zur Landes Synode ge⸗ wählt als Abgeordnete: Dekan Schlich zu Eichloch und Bürgermeister Pfannbecker zu Flomborn, Stellvertreter derselben sind Pfarrer Scriba in Bornheim und Kaufmann Gerlach in Armsheim. Wahl zur Landes Synode. Abgeordnete: Pfarrer Wirthwein zu Fürfeld und Fabrikant Gräff zu Bingen; Stellvertreter: Pfarrer Schmidt zu Wolfsheim und Bürgermeister Jungk Mainz. Wie es scheint, ist die Verwendung der erbeuteten Chassepots in der deutschen Armee Eine technische Militär- Commission war in diesen Tagen hier zur Ueber- nahme der hier in bedeutender Zahl, gegen 300,000 Stück, lagernden Chassepots, welche nach ihrer Umänderung größten Theils zur Bewaffnung seine dez Seite se. en. Spar setreffend: Die Beaussichtigung der Verpflegung und Erziehung der auf Kosten der Gemeinden tselben 8 f unterhalten werdenden Waisenkinder. * die Nei ts fen Die Säumigen werden an unverzügliche Erledigung unserer Verfügung vom 28. a. Ern innert. ein und r Anstrengr tuchtbr. d derm Mit Bezugnahme auf unsere Bekanntmachung vom 31. Dezem⸗ Beile; er v. J. bringen wir hiermit weiter zur Kenntniß der Betheiligten, e Ce aß die nächsten Prüfungen in folgender Weise vorgenommen werden: 1 Stun! Freitag den 7. März und Samstag den 8. März d. J. anten Ar diejenigen Angehörigen des Großherzogthums, welche im Jahre n. 1 853 geboren find; 18 der Montag den 10. März d. J. und folgende Tage ent eint 1 ar diejenigen, welche im Jahre 1854 geboren sind, sowie fur die dena, Angehörigen eines andern Staates, welche nach§. 20 der Militär⸗ benim Ersatz⸗Instruktion im Großherzogthum gestellungspflichtig und in den 40 re Fahren 1853 und 1854 geboren sind; n sefn . Deutsches Neich. 1 1 Darmstad t. Nach dem„Mil.⸗Wochenbl.“ 7 Baurden Schäfer, Sec.⸗Ltl. vom 3. Großh. Inf. engen tegt. Nr. 117 unter Beförderung zum Prem.⸗Lt. eg! in das 1. Wesipr. Gren. Regt. Nr. 6; Scheele, ag ai Sec. Lt. vom Brandenb. Füs. Regt. Nr. 36 in zeucle! as 3. Greßb. Hess. Inf.⸗Regt. Nr. 117 versetzt. ng“— Der Finanzausschuß der zweiten Kammer agu at zwei Berichte erstattet. Der erste, vom Abg. elan, Meg, betrifft den Antrag des Abg. Welker wegen it un er Collateralsteuer und geht, in Uebereinstimmung Ac ah nit den Ansichten der Regierung, dahin, dieselbe Wolfskehlen; ait in 15 ersuchen, eine Reviston der Collateralsteuer- kame, Hesetzgebung zur Hersteuung gesetzlicher Einheit all an ind Beseitigung der hervorgetretenen Mängel bald ange orzunehmen und eine bezügliche Gesetzes vorlage 12 b.% fändischer Beschlußfassung zu unterbreiten. Der liert n weite, von dem Abg. Welker erstattete Bericht, en Je, erbreitet sich über den Antrag der Abgg. Ellen⸗ e n; dem 124 San zerger und Wadsack auf Errichtung einer Landes- George I. zu Büdesheim bei Bingen. n; Ba Steditanstalt. Der Ausschuß gelangte zu dem um Schlußantrag, die Regierung zu ersuchen, nachdem 4 die A vie durch die französische Kriegsentschädigung ent⸗ 5e l sehenden Ueberschüsse festgestellt und über deren un Zerwendung Beschlüsse zu fassen sind, auch die e e, Frage über Errichtung einer Landes- Creditanstalt 195 n nähere Erwägung zu ziehen und deshalb den en Ständen Vorlage zu machen. Motive: Gänzliche % Uungewißheit über die Höhe der auf den hessischen 2 ban untheil entfallenden französsschen Kriegsentschädi⸗ und Bürgermeister Trautmann. 0. ung, welche die Antragsteller zur Bildung des 5 L. Ledachten Fonds benutzt sehen wollen. 5 n— Durch Entschließung vom 21. Sept. 1872 * Naben die neuredigirten Statuten der landwirth⸗ en chaftlichen Vereine des Großherzogthums die aller⸗ i ö . öchste Bestätigung erhalten. Nach§. 17 derselben Wöllstein. ma gun esteht die erweiterte Centralstelle für die Land · 1 Birthschaft und vie landwirthschastlichen Vereine i, unmehr: 1) aus dcp Präsidenten und dem General- dt zu 1 5 kcretär der landwitshschaftlichen Vereine des Groß⸗ zu Wöllstein. a erzogthums; 2) aus den Präsidenten der land⸗ 0 Hvirthschaftlichen Provinzialvereine und resp. deren b %%, Stellvertretern, wobei für den Fall der Verhinde⸗ nun doch entschieden. en 4 ung des Vicepräsidenten des Provinzialvereins aßen„den Starkenburg von dem Provinzlalausschuß dieses e, Gereins der Großh. Obersorstrath, Herr Bose zu 0. 1 Darmstadt, als dessen Stellvertreter designirt worden 0% t; 3) aus folgenden, von des Großherzogs K. der Cavalerie verwendet werden sollen. Berlin. In der Sitzung des Abgeordneten hauses am 14. d. verlas der Ministerpräsident folgende königliche Botschaft: Aus Anlaß der bei den jüngsten parlamentarischen Verhandlungen gegen die Verwaltungsgrundsätze bei Eisenbahnconcessionen gerichteten Angriffe und der gerügten Mißstände bei Ausnutzung der ertheilten Contessionen beschloß der König die Niedersetzung einer aus zwei Justiz⸗ und zwei Verwaltungsbeamten unter Vorsitz des Seehandlungsdirectors Günther bestehenden Spe⸗ zialuntersuchungscommission, um nach Maßgabe der Resultate der Untersuchung übersehen zu können, ob und in wie weit die einschlägigen Gesetze und die geltenden Verwaltungs normen die Erfüllung der bei der Concessionsertheilung beabsichtigten Zwecke zu sichern und das Publikum gegen Täuschung zu schützen geeignet sind, ferner, welche Gesetzes⸗ änderungen und Aenderungen in der Verwaltungs⸗ praxis nothwendig sind, um den Uebelständen und Mißständen abzuhelfen. Die Ermittelung der Thatsachen soll mit größter Sorgfalt geschehen, die Beurtheilung der Verhältnisse und Personen ernst und unparteiisch sein. Der König ladet den Landtag ein, ihm zwei Mitglieder aus jedem Hause zur Theilnahme an den Arbeiten der Com- mission zu erwählen und behält sich vor, von dem Commissionsbericht s. Z. der Landesvertretung Mittheilung zu machen. Präsident v. Forckenbeck erklärte, den Lasker'schen Antrag, verbunden mit der Botschaft, auf die nächste Tagesordnung zu setzen. — 15. Febr. Abgeordnetenhaus. Am Minister⸗ tische Graf Roon, Graf Itzenplitz, Leonhardt. Tagesordnung: Antrag Lasker auf Einsetzung einer Untersuchungs⸗Commission. Lasker motivirte seinen Antrag; er sprach seine Genugthuung dar⸗ über aus, daß die Botschaft des Königs die Ten- denzen und Ziele des Hauses über die Hauptpunkte theile, und erkennt in der königlichen Botschaft einen Act weiser Politik an. Jedoch seien der Commission bestimmte Garantien zu geben. Zu voller Wirksamkeit ihrer Thätigkeit gehöre, daß die Commission nicht ein Collegium sei, das durch Stimmenmehrheit über Art und Umfang der Unter⸗ suchungsgegenstände entscheide. Es sei zu ver⸗ sprechen, daß jedem einzelnen Mitgliede volles Fragerecht unmittelbar, nicht durch den Mund des Präsidenten, zustehe, und jedem Mitgliede die Förderung der Untersuchungs ⸗Objecte überlassen sei. Nicht um Beschaffung von Material, um Klarstellung der dunklen Angelegenheit durch An⸗ schuldigung oder Reinigung handle es sich. Würden die gewünschten Garantien gegeben, so wäre er⸗ reicht, was er, Redner, erstrebe, dem die Sache über die Form gehe. Sein Material sei erheblich gewachsen. Redner erwähnte mehrere Zuschriften, deren Verfasser bereit seien, über das System Strousberg vor der Commission Aussagen zu machen. Redner produecirte ferner einen Brief, worin der Geheimerath Wagener die Nachsuchung der Con⸗ cession zugibt; ferner Reverse von Actienzeichnungen zur pommerischen Centralbahn, welche urkundlich einer Vorspiegelung falscher Thatsachen gleich käme. Ministerpräsident Graf Roon erklärte: Die Frage, ob die Regierung dem Antrage Laskers zustimme, sei erledigt. Jetzt sei die Frage, ob das Haus der Botschaft zustimme, oder ob die Botschaft in Geltung bleiben solle neben einer parlamentarischen Untersuchungs⸗Commission. In diesem Falle könnte die Regierung an derselben nicht participiren. Ueber die Instruction für die Commissäre könne eine Controverse nicht entstehen. Die Mitwirkung jedes Commissions Mitgliedes müsse unbeschränkt sein. Die Regierung könne Niemanden die Priorität in dem Interesse an der obschwebenden Angelegenheit zugesteben. Die Regierung habe ein vorzugs weises Interesse daran, vorhandene Uebelstände aufzu⸗ decken. Die Besorgniß vor einer Majoristrung der Landtagsmitglieder sei unbegründet, da die Regierung durch die Wahl ihrer Mitglieder Garantie dagegen geben werde. Der Beschluß der Regie⸗ rung bezüglich der Ernennung der Mitglieder liege noch nicht vor. Die Instruction für die Com- mission werde den Mitgliedern innerhalb der Com- missionszwecke vollste Freiheit gewähren. Auf weiteres, von dem Vorredner vorgebrachtes Material gehe er nicht ein. Bezüglich der neulichen Rede Laskers sei für seinen Amtskreis das Nöthige ge⸗ schehen. Das Weitere sei Sache der Commission. Im vorliegenden Falle sei die Captivirung der Versammlung durch die Rede eines Mannes, der von seiner Sache durchdrungen war, ganz natür- lich; er appellire aber an die Gerechtigkeit des Hauses. Man solle Niemand ungehört verdammen, nicht aburtheilen allein nach einem, selbst nahezu überzeugenden Vortrag. Er bitte, nur kein Urtheil abzugeben, bever die Acten spruchreif seien; deß⸗ halb wünsche er eine möglichst zahlreiche Zustimmung zur Einsetzung einer Commission nach Maßgabe der königlichen Botschaft. Nach dem Minister- präsidenten sprachen v. Wedell⸗Vehlingsdorf gegen, Reichensperger(Coblenz) für den Lasker'schen An⸗ trag. Der Handelsminister Graf Itzenplitz er⸗ klärte: er danke dem Könige, der ihm gestattete, die Botschaft gegenzuzeichnen und noch im Amte zu bleiben; er wolle nicht feldflüchtig erscheinen mit dem Bewußtsein, seine Pflicht wissentlich verletzt zu haben, wolle treue Unterbeamte nicht im Stiche lassen. Im jetzigen Augenblicke sich zurückzuziehen, wäre unrühmlich. Nachdem der Ministerpräsident dem Abg. Löwe gegenüber noch bervorgehoben, daß nach Ueberzeugung der Regierung die Com- mission so functioniren solle, wie es nach der Natur und den Zwecken der Untersuchung noth- wendig sei, und daß die Wahl und Instruirung der Commissions⸗ Mitglieder die Erfüllung dieser Zwecke unterstützen selle, daß insbesondere neben dem Vorsitzenden die Commissions Mitglieder bei der Fragestellung und Inquirirung mitwirken sollen, erklärte Lasker: daß er in der Zusicherung des Ministerpräsidenten die gewünschte Garantie er⸗ blicke und somit seinen Antrag zurückziehe. In Gemäßheit der Botschaft wurde darauf fast ein⸗ stimmig beschlossen, zwei Mitglieder des Hauses in die königliche Untersuchungscommission zu wählen. Kassel. Am 15. d. erfolgte ein Zusammen⸗ stoß eines Güterzugs der Nordbahn mit einer Nangirmaschine im hiesigen Bahnhofe. Führer und Heizer sind schwer verletzt, neun Wagen zer⸗ trümmert. München. Die Münchener Künstlergenossen⸗ schaft hat in einer dieser Tage abgehaltenen Haupt- versammlung beschlossen, bei der Wiener Weltaus⸗ Von diesem Zugeständniß ist die Betheiligung deutscher Kunst abhängig zu machen, und bei Nichterfüllung mit der Wiener Weltausstellung gleichzeitig eine deutsche Kunstausstellung in München zu veranstalten. Ausland. Oesterreich. Uebereinstimmend melden in⸗ spirirte Correspondenten die Anerkennung der spanischen Republik durch das Wiener Cabinet als zweifellos. Schweiz. Die„Basler Nachr.“ melden: Da das Domrapitel die Wahl eines Bisthums⸗ verwesers ablehnt, beschloß die Diöcesanconferenz in Solothurn, die Wahl von sich aus vorzu⸗ nehmen und hat den Vorort Solothurn ersucht, eine geeignete Persönlichkeit in Vorschlag zu bringen und die Conferenz sodann baldmöglichst wieder einzuberufen. Die Conferenz erkennt den Stand- punkt des Domcapitels nicht an und erklärt, daß eine weitere Renitenz den Fortbestand des Dom; capitels in Frage stellen könne. Die definitive Entscheidung hierüber wird bis zum Eingehen des Wahlvorschlages verschoben. Bezüglich des vom Bischofe an den Bundesrath ergriffenen Recurses soll ein Gegen Memorial erfolgen. Die Grund lagen des neuen Bisthums vertrages wurden vor- gelegt und principiell durchberathen. Großbritannien. Die Königin hat, einer Mittheilung der„Times“ zufolge, dem Dr. Hessel ihre Sympathie und ihr Bedauern über die ihm zu Theil gewordene Behandlung ausdrücken lassen. — Dem deutschen Pastor Dr. Hessel wurde auf dem deutschen General-Consulate im Beisein des deutschen General-Consuls, Legationsrath von Wilke, des Herrn von Franzius, Attachs's des deutschen Consulats, des Pastors Dr. Cappel, des Herrn von Ernsthausen und mehrerer anderen Herren, das Ehrengeschenk, welches beschafft wurde, um ihn so viel als möglich für den unglücklichen Irrthum, dessen Opfer er wurde, zu entschädigen, feierlich überreicht. Die von dem deutschen Comite und dem„Daily-Telegraph“ gesammelten Fonds belaufen sich zusammen auf nahezu 1200 Lstr. Dr. Hessel bat unter den glühendsten Ausdrücken des Dankes, man möge ihm gestatten, 1000 Thlr. von dem Gelde nebst dem silbernen Pokal, der einen Theil des Ehrengeschenkes bildet, und die Inschrift:„Dem Dr. Gottfried Hessel; ein Zeichen englischer Sympathie und Achtung. London den 30. Januar 1873“ trägt, seinem tiefbekümmerten Vater, der in der Nähe von Kreuznach Pastor ist, zu senden, und den Rest zu Gunsten seiner Gattin anzulegen. Dr. Hessel nimmt nach Brasilien eine Menge, die Theilnahme aller Klassen der eng⸗ lischen Bevölkerung ausdrückenden Briefe mit. Unter denselben befinden sich meyr als 20 von dem Clerus Großbritanniens. Der deutsche Bot⸗ schafter, Graf Bernstorff, war durch Unpäßlichkeit verhindert, der Ueberreichung des Ehrengeschenkes beizuwohnen. Spanien. Der Senat ernannze einen aus 20 Mitgliedern bestehenden Ausschuß. Malcampo und Topete boten Zorilla im Namen Serrano's die Unterstützung des Letztern zur Aufrechterhaltung der Ordnung an. Zorilla erwiderte, er werde das Präsidentschaftspalais verlassen und nach dem Auslande abreisen. — Der erste Aet der neuen Regierung war die Begnadigung der Verurtheilten, welche in Barcelona hingerichtet werden sollten. Castelar wird eine Denkschrift an die fremden Regierungen richten, worin die von der spanischen Regierung zu befolgende äußere Politik besprochen wird. Wie verlautet, wird die Regierung für die Einführung einer allgemeinen Volksbewaffnung bemüht sein. — Die nordamerikanische Union erkannte be⸗ reits durch ihren Gesandten, General Sickles, die Regierung der spanischen Republik an. Portugal. Der König Amadeo ist mit Gemahlin in Lissabon eingetroffen. C. Friedberg. Dem Jahresbericht! 1871/72 der „deutschen Gesellschaft zur Reltung Schiff⸗ brüchiger“ eninehmen wir folgende Schilderung: Gleich stellung Raum und Licht wie Frankreich zu fordern. im Beginne des Jahres 1871 trat die Station Langeoge in Thätigkeit. Am 10. Januar Morgens verließen 2 lich den Tod vor Augen. wurden ihre Hülferufe am Festlande gehört, aber es war auch die höchste Zeit, denn sie wurden unaufhaltsam hinaus in die See geirieben. Im Nu wurde eine Jolle, sowie das Rettungsboot„Frauenlob“ von Neuharrlingers⸗ siel zu Wasser gelassen und nach dem man sich mit dem Nothwendigsten für die Verunglückten versehen, ging es sest durch das schwere Treibeis. Der Kapitän, dessen Frau und der Koch wurden bald aufgefunden und in das rettende Boot gehoben. Von denselben ward mitgetheilt, daß noch 2 Personen auf einer Scholle in die See hinaus getrieben seien, und sofort ging das Rettungsboot weiter, um auch diese zu retten, was auch glücklich gelang. Den halb Erstarrten wurde auf der Station Neuharrlingssiel die freundlichste Aufnahme und beste Pflege zu Theil.“— Die„deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger“ besteht seit 6 Jahren; ibrer überaus segensreichen Thätig⸗ keit ist die Gründung von 66 Rettungsstationen(30 an der Nordsee, 36 an der Osisee) die sich auf 16 Küsten⸗ vereine vertheilt, zu danken. 521 Personen, 252 in der Nordsee und 269 in der Ost⸗ see gerettet. Die Gesammtzahl der Mitglieder betrug 1871/72 20998, die der Beiträge Thlr. 21933. 2. 1. Soll die Gesellschaft ihre edle Aufgabe, Schiffbrüchige vor dem sicheren Untergange zu bewahren, den Verkust von Menschenleben an unseren Küsten stetig zu mindern in wachsendem Maße erfüllen, so kana sie dieses nur mit Unterstützung der Bewohner aller Theile des deutschen Reiches. Größere Betheiligung durch regelmäßige Jahres⸗ beiträge ist ebenso erwünscht wie nothwendig, besonders nach den Verwüstungen, welche die Sturmfluth im No⸗ vember v. J. an einem großen Theile der deutschen Ostsee⸗ Küsten hervorgerufen hal.— Aus unserer Stadt gehören 15 Mitglieder der Gesellschaft an; diese Zahl ist sehr gering und es bedarf hoffentlich nur dieser Aufforderung, um sie bald zu verdoppeln. Mitglieder⸗Karten werden durch Herrn Advocaten Trapp IV. hier ausgegeben; derselbe erhebt auch den jährlichen Beitrag von 15 Sgr. Gießen. Am 14. d. Nachmittags brach ein 7jähriger Realschüler beim Ueberschreiten der momentan 5 Fuß liefen Wieseck an der Gasfabrik ein und gerieth unter das Eis. Der Bäckergeselle Curlin(bei Bäcker Lenz) holte den und brachte ihn glücklich ans Land. Frankfurt. Bei der hiesigen Königlichen Bankfiliale ist abermals eine vortreffliche Imitation Preußischer 5⸗Thaler⸗Cassenanweisungen angehalten worden. Michelstadt. Am 13. d. fand hier in der Kirche eine seltene Feierlichkeit statt. Es war die gleichzeitige Bürgermeisters Hieronimus. Aus der Pfalz. Während des Jahres 1872 sind in der Pfalz 401 Wildschweine erlegt worden; für jedes Stück zahlt die Regierung 5 fl. Schußgeld. Trotzdem ist der Stand des Schwarzwildes noch immer übermäßig stark und es klagen die Landwirthe sehr über den Schaden, den es anrichtet. Boston. Am 10. November v. J., als das Feuer in Boston wüthete, langte dort der von Worcester, Massa⸗ chuselts, abgesandte Specialzug mit Löschmannschaften und Dampfspritzen in 45 Minuten an. Da die Entfernung dieses Punkles von Boston 44 Meilen beträgt, so macht dies eine Geschwindigkeit von 58½ Meilen per Stunde oder fast eine Meile per Minute aus, eine der größlen Geschwindigkeiten, die je auf Eisenbahnen erreicht werden. Es ist wahrscheinlich, daß auf dieser Fahrt manche Strecken sogar mit bedeutend größerer Geschwindigkeit zurückgelegt wurden. Nur auf ganz geraden Strecken erreicht man öfters auf den Eisenbahnen ersten Ranges eine Geschwindig⸗ keit von 60 Meilen per Stunde. Anknilpfend bieran geben wir nachstebend eine Tabelle der interessanlesten Geschwindig⸗ keit nach den neuesten Ermittelungen: In einer Sekunde legen zurück in Meiern(das Meter 3.2700 engl. Fuß odet etwas über eine Yard): Mittlerer Fußgängerrrr 1.0 Mäßiger Wiss 8 33 Schnelles Segelschifll!äů 3,6 Trabendes Pferrr dd 1 3,8 Gutes Dampfschiff e 5.0 Eisenbahnschnellzug im Mittel 6 Kräftig geworfener Stein 17,0 Sicht im Wenla g Seit 1866— 71 wurden Hochzeit von drei Schwestern, Töchter des verstorbenen 1 Schnellster Reiter 26.0 Adler im Flu 30,0 Oran ii 38.0 Schall in der Luft 1 330,0 Büchsen kugel 400,0 12pfündige Kanonenkugel 750.0 Aetoliihen und Sternschnuppen... 30600005 Elektricilät(nach Fizeau) bis 177 722,000 . 318,300,000 » Dies ist nahezu die Bahngeschwindigkeit der Erde. 10 N 0 1 das Ut Einubr — Jungen mit eigener Lebensgefahr unter dem Eise hervor 4 . .