g 8 1 2 1873. Donnerstag den 16. Januar. M 6. e N b 2 oni an der 00 zum Mitgt ic fünf de am 10. * Republik 4 berhessischer Anzeiger. amen gewz N Die Petitzeile Nastdenten wird mit 3 kr., resp. 1 Sgr., berechnet. Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. don 5439 an 21. don 784, Im 2. Dez. 1 I., Kaiser 29. Jan. Die Mitglieder der landwirthschaftlichen ige Freunde der Landwirthschaft werden auf mittags 3 Uhr, zu einer Besprechung a bach ergebenst eingeladen. Gegenstände der Verhandlung werden sein 1 Leichenste ers durch S art worden ) Ein Vortrag des Herrn Rückert, Lehrer an der Ackerbau⸗ schule in Friedberg, über Fortbildungsschulen mit Anknüpfung Amtlicher Theil. eiern Sektion Butzbach und Samstag 18. Januar, uf das Rathhaus zu 3) wird Herr Beobachtungen — * Wirthschaften zu verwenden, Meyer zu Griedel, und Oeconom H. Schäfer und Erfahrungen über Futterbau überhaupt, namentlich aber über Kleebau und vorzugsweise über den Anbau der Luzerne mittheilen. 4) Ersatzwahl der Mitglieder der Commission zur Besichtigung des eingeleitet von Herrn Lehrer von Münzenberg seine 47 f einer Discussion hierüber. Faselviehes. 1 tanke,) Besprechung der Frage, in welcher Weise ist der im Spätherbste Butzbach den 13. Januar 1873. 10 M. 9. und Winter erzeugte Mist am entsprechendsten bei den hiesigen Hech ler. du A. Jag er anligen.“ ird an No Deutsches Reich. wurf betreffs Erhöhung der Abgeordneten-Diäten freigestellt worden, die Erlaubniß des Kriegs⸗ 1 u maden.“ Darmstadt. Durch die Beförderung des alags im Ulseordneten Becker zum Ober-⸗Appellationsgerichts⸗ urst.„Nepal ist derselbe genöthigt, sich einer Neuwahl zu r ein Teseunhrziehen, und damit hat auch der zweite Aus- delserin Eischis der zweiten Kammer seinen Vorsitzenden ver⸗ erklären. Um den der Kammer übergebenen neuen iin bringe Bchäfts Ordnungs Entwurf vorberathen zu Aepoltons ren, muß dieser Ausschuß ergänzt werden und vird zu diesem Behufe die zweite Kammer auf en 20. I. M. einberufen werden. — Der Betrieb der Offenbach- Frankfurter un ist mit dem 1. Januar 1873 an Preußen gegangen. ner ag— Gelegentlich der Berathung der drei be⸗ ligten Regierungen Hessen, Preußen und Baden — I anderweitige Organisation der Verwaltung . b. dbgchalger Main⸗Neckarbahn soll beschlossen worden sein, age Kurt ih bei den Orten Laudenbach(badischer Ort an 145 Dee hessischen Grenze) und Egelsbach(zwischen en, duchgen und Frankfurt gelegen) täglich einige Züge dnchlichlit Aahalten haben und daselbst die hierzu nöthigen bet be sc äude aufzuführen seien. Die schon so oft 1 e sangte Station bei Bessungen soll hingegen 2 Werl errichtet werden. Die neue Organisation al, züri Verwaltung der Main ⸗Neckarbahn soll mit ant wa n 1. April d. J. in Kraft treten. n de, Berlin. Die„Post“ setzt in einem be⸗ .— nkenswerthen Artikel auseinander, daß das Un⸗ % g sabartel b katholische Religion chen de tüchl arkeits⸗Dogma eine neue Relig druch dit— Rech der gegenüber der Staat nur diejenigen 7 üer den ert, die Jral epabten rü; en Maß Hipflichtungen habe, welche ihm gegenüber den 1 voll und ieren neuen Religionsgesellschaften oblägen. Da renn! n Blatte Beziehungen zu den maßgebenden . Ea susönlichkeiten beigelegt werden, macht der Ar- rl Aufsehen. u,— Der Reichskanzler hat dem Bundesrathe im Gesetz⸗ Entwurf betreffs der Bezirks ⸗ und emeinde⸗ Vertretung, sowie betreffs der Wahlen den Gemeinderäthen in Elsaß-Lothringen vor- 7 unklag ligt. Danach soll die Bezirksvertretung in Ge⸗ . faheit der Bildung der früheren Generalräthe, e e Kreisvertretung in Gemäßheit der Bildung der W Gete eren Arrondissements⸗Räthe zusarimengesetzt Genta— den. Die Bezirks ⸗ und Kreistage sollen im en bi se des Jahres zusammentreten. 8 bal,— Im Abgeordnetenhaus zeigte Präsident 1 1% Forckenbeck an, daß ein Schreiben des Minister⸗ Npuaesidenten an ihn eingegangen, demzufolge das ec e em lassungsgesuch v. Selchow's angenommen und a o Oberpräsident von Posen, Graf Königsmarck, Nachfolger desselben ernannt worden sei. U 1 4 * . 1 eingebracht werde und je nach Ausfall dieser Ver⸗ handlung die Angelegenheit in der Budget Com- mission wieder aufzunehmen. Köln. Der Erzbischof Melchers hat sich, wie die„Kölnische Zeitung“ meldet, veranlaßt gesehen, den Religionslehrrr am hiesigen St. Marcellen⸗ Gymnasium, Dr. Brühl, seiner antieinfallibilistischen Ueberzeugungen wegen unterm 9. d. M. aller priesterlichen Funktionen zu entheben. Der Versuch des Erzbischofs, auch die lehramtliche Thätigkeit des Dr. Brühl am Gymnasium zu inhibiren, ist bis jetzt noch erfolglos geblieben. Wiesbaden. In einer kürzlich in Rüdes⸗ heim stattgehabten Versammlung der libe⸗ ralen Partei des Rheingaukreises wurde fol⸗ gende Resolution einstimmig angenommen: Angesichts der bei der jüngsten Ministerkrise im Schooße des Staatsministeriums hervorgetretenen Erscheinungen erklärt die Versammlung: Im Interesse des ver⸗ fassungsmäßigen Rechtsstaates, welcher das per- sönliche Regiment des Staatsoberhauptes ausschließt und die oberste Staatsleitung durch ein in seinen Grundsätzen einheitliches, der Krone wie der Landes- ist es dringend geboten, daß das preußische Ab⸗ geordnetenhaus dahin wirke, daß dem Landtage alsbald ein Gesetz über die Organisation der obersten Staatsbehörde und ein Gesetz über die Ministerverantwortlichkeit in Ausführung des Art. 61 der Verfassung zur Berathung und Beschluß— fassung vorgelegt werde.— Man scheint am Rheine bereits mit etwas Mißtrauen auf die„Partei der ehrlichen Leute“ in Berlin zu blicken. Ausland. Oesterreich. Wie die„Neue fr. Presse“ meldet, erhielt der Finanzminister de Pretis die Genehmigung des Kaisers zur Einbringung eines Gesetzentwurfs, betreffend die Aufhebung der Inse⸗ ratensteuer. — Ein Telegramm der„Neuen fr. Presse“ aus Rustschuk meldet: Auf Befehl des Großveziers wurde die griechische Kirche wieder eröffnet. Bul⸗ garen überfielen die zur Abend⸗Andacht versammelten Griechen und zertrümmerten die Thüren und Fenster der Kirche. Ein Grieche kam dabei um, mehrere wurden verwundet. Große Aufregung. Die Garnison ist consignirt. Frankreich. Den Mittheilungen der bona⸗ partistischen Blätter zufolge ist den activen Offi⸗ zieren die Erlaubniß zur Theilnahme an dem Leichenbegängniß Napoleon's durchweg formell vertretung verantwortliches Ministerium erfordert, ministers nachzusuchen. — Wie das„Journal des Debats“ erfährt, bestätigt es sich nicht, daß Rochefort demnächst von der Insel Saint-Martin de Ré nach Neu- Caledonien transportirt werden soll. Vielmehr lautet ein auf dem Marine-Ministerium einge- troffenes Gutachten einer ärztlichen Commission, welche den Gefangenen untersuchte, dahin, daß Rochefort in Folge seiner schwer erschütterten Ge⸗ sundheit jetzt schlechterdings außer Stand ist, die Anstrengungen einer großen Seefahrt zu ertragen. Der Ministerrath sollte in dieser Angelegenheit eine Entscheidung treffen. — Das Unglück des Bonapartismus, der sein Haupt verloren hat, klärt die Lage in Frankreich bedeutend auf. Selbst auf die Gesinnungen des Präsidenten Thiers, der den Bonapartismus nicht nur als Gespenst für seine Zwecke benutzte, sondern auch dessen Wiederkehr ernstlich befürchtete, soll der Tod des Kaisers einen merklichen Eindruck üben. Auf den Marschall Bazaine hat die Nach richt von dem Tode Napoleon's einen so er⸗ schütternden Eindruck gemacht, daß man den Arzt zu ihm rufen mußte. Die Marschallin ist nach Chislehurst abgereist. Großbritannien. Die russische Regierung hat einen außerordentlichen Gesandten, Grafen Schuwalow, nach London gesendet, um, wie es heißt, Angelegenheiten in Mittelasien zu besprechen und zu regeln, welche leicht zu ernsten Verwick⸗ lungen Anlaß geben könnten, da sich dort die Juteressen Englands und Rußlands scharf berühren und gegenüberstehen. Dem„D. Wochenbl.“ deutet indessen ein Petersburger Correspondent an, daß die Reise des Grafen Schuwalow nach London vielleicht weniger wegen der centralasiatischen Frage, als vielmehr aus dem Grunde unternommen sein möchte, um die Vermählung eines Großfürsten anzubahnen. Mit wem der russische Prinz sich vermählen soll, will die betreffende Correspondenz vorläusig noch verschweigen. Spanien. Unter außerordentlich zahlreicher Betheiligung aller Klassen der Gesellschaft(man schätzt die Zahl der Anwesenden auf etwa 15 bis 17,000) hat in Madrid am 12. d. eine Ver- sammlung zu Gunsten der Aufhebung der Sklaverei in den Kolonien stattgefunden. Die Versammlung entsandte eine Deputation aus ihrer Mitte, um die Regierung wegen ihrer Haltung in dieser Frage zu beglückwünschen. Italien. In Florenz ist eine Subseription eröffnet worden, um für den Kaiser Napoleon in der Kirche Santa Croze eine Leichenfeierlichkeit zu veranstalten.— Der Papst empfing eine An⸗ * 55 n— In der Budget-Commission wurde ein⸗ bali** mig beschlossen, durch den Vorsitzenden, Abg. ee, Bennigsen, die Staatsregierung auffordern zu en, daß noch in dieser Session ein Gesetzent⸗ abgeschlagen worden. Den höheren zur Dispo⸗ sition gestellten oder nicht activen Offizieren ist es zahl deutscher Geistlichen und eine lateinische Adresse des Präsidenten des deutschen Vereins. Die Adresse betonte die Unfehlbarkeit des Papstes, protestirte gegen die Verfolgung und die ungerechten Gesetze, welche gegen die Kirche in Deutschland gerichtet würden, und drückte die Hoffnung auf den Sieg der Kirche aus. Der Papst antwortete mit dem Hinweis auf das Tages Evangelium und daß Gott den Mächtigen der Welt Waffen gegeben habe, damit sie die Religion schützten, nicht die Kirche verfolgten. Nebst der Kirche wollten sie aber auch die Moral zerstören und die Jugend in ihrer Weise unterrichten, während die Kirche ein gebeiligtes Recht auf den Unterricht habe. Rußland. Die Aufstellung des russischen Reichsbudgets für 1873 ergibt nicht allein kein Desicit, sondern sogar einen Ueberschuß der Ein⸗ nahmen über die Ausgaben. — Frankfurt. Zehn bhiesige Bierbrauer und eine An: zahl Hoteliers sind zusammengetreten, um ihren Eis bedarf aus Norwegen zu beziehen. Dieselben werden das Eis in ganzen Zügen kommen lassen, und berechnet sich der Ceniner bis an das Thor auf 59 Fres, Im Taunus sammeln die Bauern dermalen sorgfällig den Schnee und bringen ihn zur Stadt. Verflossene Woche wurde pro Wagen 16 fl. bezahlt. 7 8 Frankfurt. Die Dyphteritis fordert dermalen in den Kinderkreisen viele Opfer; so starben diese Woche in einer Familie an einem Tage zwei hoffnungsvolle Kinder im Alter von 7 und 6 Jahren an dieser schrecklichen Krankheit.— An der Verbindungsbahn und dem Hanauer⸗ bahnhof fuhren zwei Locomotiven zusammen und fand in Folge dessen eine Entgleisung stat, ohne daß jedoch Menschenleben zu beklagen wären.— Der Genuß des Pferdefleisches nimmt auch in unserer Stadt immer mehr zu. Es wurden seit dem kurzen Bestehen der zwei hiesigen Pferdeschlächtereien in denselben 1521 Pferde ge⸗ schlachtel. Da alle übrigen Fleischsorten fortwährend im Wehe steigen und das Pferdefleisch heute noch immer 6 kr. per Pfund kostet, so dürfte sich der Consum, zudem auch das Vorurtbeil gegen dasselbe immer mehr schwindet, bald noch steigern. 8 Darmstadt. Am Samstag Nachmittag wurde hier ein Kind entführt und wird hierüber folgende Mit⸗ theilung gemacht: Ein von seiner Frau getrennt lebender Mann fuhr zwischen 2 und 3 Uhr vor der in der Nähe des Bahnhofs gelegenen Wohnung vor, eilte in dieselbe und brachte alsbald sein kleines Kind, das die Mutter sich bis⸗ her auszuliefern geweigert hatte, in den Wagen, welcher alsbald im Galopp davonsuhr, so daß eine Verfolgung unmöglich war. Darmstadt. Eine hiesige Dame verkaufte einige Tage vor Weihnachten ein hessisches 50 Gulden⸗Loos. Wer beschreibt aber den Aerger der Betroffenen als dasselbe bei der am 3. Jan. stattgefundenen Ziehung mit 60,000 fl. gezogen wurde. Mainz, Zur Warnung für Hühneraugen ⸗Besitzer wird mitgetheilt, daß der hiesige Tanzlehrer Petersohn an den Folgen der Operation eines solchen plötzlich ge⸗ storben ift. Gotha. Die Ausdehnung des Eisenbahnnetzes der Erde wird im„Gothaischen Hoskalender“ für das Jahr 1873 zu 235,254 Kilometern oder 31,703 geogra⸗ phischen Meilen und zwar bis Ende 1871 berechnet. Die änge der Telegraphen⸗Linien läßt sich mit gleicher Schärfe nicht berechnen. Namentlich ist es schwierig, die Angaben auf den gleichen Zeitpunkt zurückzuführen. Das „Gothaer Taschenbuch“ schätzt dieseibe auf 576000 Kilo⸗ meter oder 77,620 geographische Meilen, während die Gesammtlänge der Dräthe etwa das dreifache, nämlich 1,681,000 oder 226,540 geographische Meilen betragen soll, Hamburg. Wie wir der„H. N.“ entnehmen, traf am 9. d. dem Todestage Rapoleon's, in Hamburg auch die Nachricht ein, daß das hamburgische Dampfschiff „Sedan“ in den chinestschen Gewässern untergegangen ist. Die hamburgtsche Assecuranzbörse erleidet durch das Schiff einen Verlust von 300,000 Mark Banco. Berlin. Vor einiger Zeit erhielt die Berliner Polizei den Auftrag, ein Dienstmädchen zu ermitteln. Es ge— lang, dasselbe als Köchin bei einem Premier⸗Lieutenant der Artillerie in Colberg in Diensten stehend, aufzufinden, und man theilte ihr mit, daß ihr Bruder in Newyork ge⸗ storben und ein Vermögen von 13 Millionen Dollars hinterlassen hat, wovon ihr 1 Million zugefallen sind. Bern. In den letzten Tagen des Decembers ist aus der ehemaligen Wohnung J. J. Rousseau's zu Char⸗ mette bei Chambery, muthmaßlich von Touristen, dessen dort noch aufbewahrte Taschenuhr entwendet worden. Dem Besitzer sollen schon einmal 2000 Fres. für das Stück geboten worden sein. Dasselbe, eine große silberne Uhr mit silbernem Zifferblatt, hat keinen materiellen, nur historischen Werth. Paris. Die Selbstmordmanie fordert hier täglich neue Opfer. In ber Rue de Levis stürzte sich die 62jähr. Haushälterfrau Lagardel in den Brunnen und wurde als schrecklich verstümmelte Leiche hervorgezogen; in der Rue Petit erhängie sich aus Noth ein gewisser Waisse, den Blättern zufolge ein„Prussien“; in der Rue des Fosses⸗ Saint⸗ Bernard jagte sich ein neunzehnjähriger junger Mensch aus Liebesleid mit einem Revolver drei Kugeln in den Leib und wurde sterbend nach dem Pitie-Hospital gebracht; das Hospital Lariboistere empfing einen jungen Mechaniker Namens Leon Philippe, der sich wegen ähn⸗ 1— 4 e 5* 1 lichen Mißgeschicks eine Pistole in den Mund abgedrückt] ausgeführt, so wird auch der Band, ö halte und gräßlich entstellt mit dem Tode rang; und end⸗ lich erschoß sich aus ähnlichen Motiven der 24jährige Paul Müller in seiner Wohnung am Boulevard Magenta. In wenigen Tagen sind hier über 20 Fälle von Selbst⸗ mord constatirt worden. Die Hanau Friedberger Bahn. Die königl. preußische Regierung hat wie be⸗ kannt vor Kurzem einen Gesetzentwurf, be. treffend die Aufnahme einer Anleihe von 120 Millionen Thaler zur Erweiterung des preußischen Staatsbahnnetzes, dem Abgeordnetenhause vorge— gelegt. Unter den projectirten Bahnen befindet sich auch die Strecke Han au⸗Friedberg, welche für Friedberg und die Wetterau von hoher Wich tigkeit und unmittelbarem Interesse ist. Wir lassen deshalb die bezügliche Stelle aus den Mo⸗ tiven zu den Gesetzentwurf hier folgen; Von jeher und auch heute noch, so heißt es in dem amtlichen Schriftstück, bewegt sich ein sehr bedeutender Ver⸗ kehr zwischen dem nordwestlichen Deutschland, Hol⸗ land, Belgien und Nordfrankreich einerseits, und den süddeulschen Staaten Württemberg und Bayern, sowie Oesterreich andererseits. Besonders der Güter⸗ verkehr ist ein sehr erheblicher und, da die große Mehrzahl der zu transportirenden Güter den höheren Tarifklassen angehört, ein außergewöhnlich einträglicher. Bisher nahm dieser Verkehr, soweit er für Bayern und Oesterreich bestimmt ist, seinen Weg fast ausschließlich über die linkerheinische Bahn und die Hessische Ludwigsbahn, also via Cöln, Coblenz, Bingen, Mainz und von hier ent- weder über Frankfurt oder über Darmstadt nach Aschaffenburg und wurde an diesem Orte an die Bayerische Staatsbahn abgegeben, die Route von Cöln über die Deutz Gießener und die Main⸗ Weser⸗Bahn, also via Gießen- Frankfurt pacti⸗ cipirte an dem Verkehre nur wenig, weil, abge⸗ sehen von ihrer um etwa 2 Meilen größeren Länge an derselben und zwar als Eigenthümerin der Frankfurt Hanauer Bahn und als Pächterin der Bayerischen Staats bahnstrecke Kahl⸗Aschaffen⸗ burg die Hessische Ludwigs-Eisenbahn⸗Gesellschaft betheiligt ist, und diese Gesellschaft ein entschiedenes Interesse an der Bevorzugung der Bingerbrücker Route hat, bei welcher ihr die Transporte auf 12.4 Meilen, statt auf nur 3.4 Meilen bei der Gießener Route zufallen. Durch den Bau der Bahn Hanau Friedberg wird der Weg zwischen Cöln und Aschaffenburg um rund 3 Meilen ab⸗ gekürzt und gleichzeitig bis auf die nur 1.3 Meilen lange Strecke Hanau-Kahl in den Besitz der Bahn⸗ verwaltungen gebracht, welche an der Hebung nicht blos des localen, sondern auch des Durchgangs- verkehrs auf demselben ein lebhaftes Interesse haben. Es ist kaum zu befürchten, daß die Hessische Ludwigs⸗Eisenbahn⸗Gesellschaft auch nach Herstellung von Friedberg Hauau einer angemes⸗ senen Vertheilung des Süddeutsch⸗Rheinischen Ver- kehrs Schwierigkeiten entgegenstellen wird. Wollte sie es in Verkennung der veränderten Lage der Verhältnisse dennoch thun, so würde allerdings nur erübrigen, der Frage näher zu treten, ob nicht die neue Bahn hinaus nach Kahl zum diree⸗ ten Anschluß an die Bayerische Staatsbahn fort— zusetzen und letztere zu vermögen sein möchte, den Betrieb auf der ihr gehörigen Strecke Aschaffen⸗ burg⸗Kahl selbst in die Hand zu nehmen und an diesem Orte den Verkehr derjenigen Verwaltung zu übergeben, weiche für die Weiterführung des⸗ selben die günstigsten Bedingungen stellt. Träte dieser Fall ein und machte ferner der Staat von, seinem, bei Erörterung des Projeets Berlin⸗Wetz⸗ lar bereits erwähnten Rechte der Uebernahme der Deutz-Gießener Bahn Gebrauch, so würde er in den Besitz einer vollständigen unabhängigen Linie zwischen Cöln und dem westlichen Endpunkte des Bayerischen Eisenbahnnetzes gelangen. Eine weitere Bedeutung gewinnt die Friedberg-Hanauer Bahn dadurch, daß die Hessische Ludwigs-Eisenbahn-Ge⸗ sellschaft von Hanau nach Babenhausen zu bauen und außerdem die kürzlich fertig gestellte Linie Baben⸗ haufen⸗Erbach an die Württembergischen Bahnen in der Richtung zum Anschluß an die Württem⸗ bergischen Bahnen in der Richtung auf Heilbronn fortzusetzen beabsichtigt. Sind diese Projecte K einer ⸗ und Württemberg andererseits seinen 4 7 Kohlenrevier der Ruhr, von Holland, zum großen Theil zweckmäßig via Gießen, Fri berg, Hanau und Babenhausen finden. Die ges Wichtigkeit des Projects für die allgemeinen B kehrsinteressen dürfte hiernach außer Zweifel se Außerdem verspricht dasselbe besondere locale 2 theile, vornehmlich für die Stadt Hanau, well im besten Aufschwunge begriffen ist und vorau sichtlich zu einem Hauptmarkt und Stapelpll für den Güteraustausch der oberen Maingege“ mit den westlichen Provinzen werden wird. 7 Linie durchzieht ferner eine sehr reiche, fruchtba Gegend, die sogenannte Wetterau, endlich w durch dieselbe der Bahnhof Frankfurt von ein nicht uner eblichen Theile seiner bisherigen Dur gangstransporte entlastet und in Folge dessen 10 Zukunft weniger als bisher zu Verkehrsstockungg Bete Veranlassung geben. Die neue Bahn berüh neben Preußischem Gebiet in einer Länge vn 0 etwas über zwei Meilen das Großherzogthuf Hessen. Den Interessen dieses Landes entsprich sie jedoch in sofern weniger, als sie der Eisenbaß Weise von Gießen nach Gelnhausen, für deren Anlage Capital die Hessische Regierung eine Zinsgarans[ 5e, 9 übernommen hat, nicht nur einen Thei 0 Bee jetzigen Verkehrs entziehen, sondern auch die zu Zweck der Gewinnung des Westfälisch resp. Nied rheinisch-Bayerischen Verkehrs in Aussicht gg nommene Fortsetzung dieser Bahn über Gelnhauff nach Partenstein zum Anschluß an die Bayerishß une Staatsbahn weniger nutzbringend erscheinen lassef Bewe wird. Es hat deshalb seinerseits Preußen dis und n Zulassung der Bahn Gießen-Gelnhausen an dis wie Bedingung geknüpft, daß das Großherzogthu Hern Hessen seinerseits eine Bahn von Friedberg naf Hanau zulasse. Diese Verpflichtung hat die Groß über herzoglich Hessische Regierung in dem Staats vi trage vom 12. Juni 1868(Gesetz⸗ Sammluu pro 1868 Seite 765) übernommen. Nach de bereits im Jahre 1866—67 angefertigten generel 1 9 Vorarbeiten soll die Bahn, vom Bahnhof Hane 0 5 der Bebra Hanauer Bahn ausgehend, auf dae Südseite der Stadt neben der Frankfurt- Aschasfuß 9 burger Bahn hergeführt werden, sich von letzten N erst nach Ueberschreitung des Kinzigflusses avlöse N und in nördlicher Richtung den Fuß des Gif 0 birges zwischen Mittelbuchen und Bruchköhk erreichen. Ob die inzwischen eingetretene Bi emp bauung des Terrains neben der Frankfurt Aschaffen dam burger Bahn die Beibehaltung der projectirte und Linie gestattet, oder ob der Ausgang aus den bewe Bebra⸗Hanauer Bahnhofe östlich von Hanau geg sucht werden muß, wird von dem Ergebniß di eingeleiteten speciellen Ermittelungen ab hänge Vom Fuß des Gebirges zwischen Mittelbuche und Bruchköbel führt die Linie in nördlicher Rich tung, östlich von Roßdorf nach dem soge nannte Städter⸗Berge, nimmt von dort ab eine westlihc Richtung an und zieht sich, südlich von Windech an den Bergabhängen des Geileberges entlang 1 nach Eintritt in das Großherzoglich Hessische Ge biet in das Nidderthal. Nach Ueberschreitung di 25 Thals ersteigt sie in nördlicher Richtung die Oi for schasten Heldenbergen und Kaichen rechts lassen Hof die Wasserscheide zwischen Nidder und Nidda un Dire führt an den Bergabhängen oberhalb Ilbensteh late binab in das Nidda-Thal vor Assen hem. Oben f halb dieses Orts überschreitet die Linie die Niddss dier und bei der Görbelheimer Mühle die Wetter un mündet sodann an die Main Weser Bahn ut anlegend, in den Bahnbof Friedberg ein. 2 10 Länge der ganzen Linie beträgt 44 Meilen, wo Obe von wie bereits erwähnt, 2.4 Meilen im Groß g herzoglich Hessischen Gebiet liegen. Die Kostt 1 belaufen sich auf 660,000 Thlr. pro Meile, int 15 gesammt auf 2,900,000 Thlr. In dieser Summ g sind 400,000 Thlr. für Betriebsmittel enthalten] du der Unterbau ist zweigeleisig, der Oberbau einge ae leisig angenommen. da Ghil Jule D. Frankfurt a. M., 14. Januar. Die Börs 9 zeigte sich heute noch immer schwankend, besonders fü Ltoß Speculationspapiere, obgleich im Ganzen gegen gesters een bei Eröffnung eine günstigere Stimmung nicht zu vel qzule kennen war. Die Medio⸗Lquldation, mit welcher sich d a e 4 e