5 Die Petitzeile 8 wird mit 3 kr., resp. 1 Sgr., berechnet. Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. ke treffend: Die Vertilgung der Feldmäuse. n die Großherzoglichen Bürgermeistereien, Wir haben aus den eingelaufenen Berichten mit großem Be⸗ uern constatirt, daß mehrere von Ihnen, insbesondere die namentlich zufgeführten, theils den Erust der Sache nicht begriffen, theils sich it den von Großherzoglichem Ministerium des Innern und uns ge— offenen Anordnungen nicht wie es erforderlich gewesen vertraut ge⸗— acht und dieselben vermuthlich die Ausschreiben nicht einmal gelesen ben. Sie hätten jedenfalls ersehen müssen, daß es nicht in Ihren illen gestellt ist, Maßregeln zur Vertilgung der Feldmäuse anzu⸗ enden oder zu unterlassen, sondern daß Großherzogliches Ministerium * Innern ein Vorgehen im ganzen Lande und alljähr⸗ lch angeordnet hat und zwar im Frühjahr vor der seldbestellung vermittelst des Räucherofens, auch dann denn sich die Mäuse nicht in bedeutender Anzahl zei⸗ ten. Denn mit vollständigem Erfolg kann, wie die Erfahrung in J heinhessen gelehrt hat, nur dann gegen die Mäusecalamitͤt gekämpft berden, wenn ihrer Vermehrung rechtzeitig vorgebeugt wird; wird de dazu geeignete Zeit versäumt, dann ist es zu spät, um den Kampf gegen Millionen von Mäusen erfolgreich aufzunehmen, dazu fehlen slang die Mittel. Einige von Ihnen behaupten, Maßregeln seien in Ihren Ge— t arkungen unnöthig, es seien keine oder wenige Mäuse da; diese Qahrnehmung wurde auch im vorigen Frühjahr gemacht und daß botzdem die Calamität im Sommer eintrat und auch in diesem Jahre (iiach allen Vorausetzungen eintreten wird, werden Sie nicht be⸗ sfweiten wollen. Andere meinen, es genüge wenn mit dem Räucherofen eine Probe stattfinde und nur einzelne von den Mäusen besonders heim⸗ suchte Stellen der Gemarkung ausgeräuchert würden. Dem ist zu cwidern, daß die Anwendung des Dampfofens sich bewährt hat und ner Prüfung nicht bedarf, sonst wäre er Ihnen auch nicht empfohlen „orden; ferner aber auch, daß wenn nicht die ganze Gemarkung und war planmäßig und gewannweise ausgeräuchert und dazu eine us reichende Zahl Oefen angeschafft wird, das ganze Ausräuche⸗ lungsverfahren nicht allein ohne Zweck, sondern auch geradezu nach⸗ eilig ist, denn einmal verläßt man sich darauf, daß alle Mäuse im falle der Aus räucherung vertilgt seien, was bei nicht durchgängiger Unwendung nicht der Fall und andern Theils ziehen sich dieselben in Meidung der Zusendung von Friedberg den 13. März 1873. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg insbesondere diejenigen zu Beienheim, Hausen, Langenhain, Schwalheim, Wisselsheim und Wölfersheim. Nieder⸗Mörlen, Ober⸗Wöllstadt, die nicht berührten Gemarkungstheile zurück und finden dort im Sommer ihren Ausgangspunkt für ihre Vermehrung. Leider haben Sie durch Ihre Einwendungen, die wir durch unser Ausschreiben von vornherein abschneiden zu können glaubten, die Sache verzögert und müssen wir Sie für alle dadurch erwachsenden Nachtheile verantwortlich machen. Wir geben Ihnen nunmehr auf, Angesichts dieses die in dem Ausschreiben Großherzoglichen Ministeriums des Innern und dem unsrigen gegebenen Vorschriften in ihrem ganzen Umfange zum Voll⸗ zug zu bringen, wie dies zu unserer Befriedigung von den meisten Großherzoglichen Bürgermeistereien geschehen ist, und bemerken, daß wir im Laufe dieses Monats sämmtliche Gemarkungen des Kreises durch sachverständige Commissionen controliren lassen und alle die⸗ jenigen von Ihnen, welche nur im Geringsten ihre Schuldigkeit nicht gethan haben, auf das Strengste bestrafen werden. Der Gegenstand läßt keine Nachsicht zu. Insbesondere machen wir die oben namentlich aufge⸗ führten Bürgermeistereien darauf aufmerksam, daß es unmöglich ist, nach der von Ihnen vorgenommenen oberflächlichen Besichtigung ein Urtheil abzugeben, ob Mäuse da sind oder nicht. Die Anwendung von Vertilgungsmaßregeln liegt Ihnen gerade wie den andern Ge⸗ meinden schon aus Rücksicht gegen die benachbarten Gemarkungen, in denen sich Mäuse zeigen, ob. Binnen 3 Tagen erwarten wir bei Wartboten Anzeige, daß Sie den ge⸗ troffenen Anordnungen, die nur ganz ausnahmsweise unterlassen wer⸗ den können, Folge geleistet. Sollten Sie trotzdem berichten, daß Maßnahmen nicht erforderlich, so begibt sich sofort eine Commission in Ihre betr. Gemarkung zur Prüfung, nach deren Gutachten wir dann zu erwägen haben, ob auf Ihre Kosten Maßregeln zu treffen und Sie zu bestrafen sind oder nicht. Ihnen Allen wollen wir aber ans Herz legen, in der vorliegen den, fur die Landwirthschaft äußerst wichtigen Sache mit aller Energie vorzugehen und die Ortsvorstände namentlich vor unzeitiger Spar⸗ samkeit zu warnen. Letztere würde da besonders vorhanden sein, wo die Vertilgungsmaßregeln auf einzelne Gemarkungstheile beschränkt und nicht eine ausreichende Anzahl von Dampföfen angeschafft würde. e Der diesjährige Fasel⸗ Markt des landwirthfchaftl. Bezirks- nereins Friedberg soll: Donnerstag den 8. April d. J. zu Bad⸗ Nauheim stattfinden. Sämmtliche aufgetriebenen Fasel werden von einer durch uns ju bestellenden Commission gemustert und den Besitzern der als preis— vürdig erkannten Thiere Geldprämien zugebilligt, zu welchem Behufe von dem landwirthschaftlichen Bezirksverein und der Stadt Bad⸗Nau⸗ neim entsprechende Beträge zur Disposition gestellt sind. Die Prä⸗ niirung erfolgt ohne Ansehung, ob die Thiere im Kreise Friedberg und von dem Besitzer gezuchtet sind oder nicht. Fasel, welche für Gemeinde Dienste thun und solche, die um Bekanntmachung. Den Faselmarkt zu Bad⸗Nauheim betreffend. 9 Uhr Vormittags noch nicht am Platze, sind von der Preisbewer⸗ bung ausgeschlossen. Den Besitzern tauglich befundener aber nicht prämiirter und nicht verkaufter Fasel wird auf Verlangen eine Weg⸗ vergütung ausgezahlt. Nicht genügend gefesselte und geführte Thiere werden vom Platze weggewiesen. Es wird gebeten, alle Verkäufe dem am Platze anwesenden Großherzoglichen Bürgermeister von Bad⸗Nauheim anzuzeigen. Wir laden alle Landwirthe und sonstige Interessenten zum Be⸗ suche des Marktes ein. Friedberg den 13. März 1873. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Tera pe p. Durch die mannigfaltigere Verwendung des Obstes und durch ven leichten Transport der Fabrikate mittelst vermehrter Verkehrs- 0 mittel hat sich in den letzten Jahren ein nicht unwesentllcher Handel nit denselben entwickelt. Dadurch sind die Obstpreise erheblich ge⸗ tiegen und ist der Obstbau zu einem sehr lohnenden Zweige der andwirthschaft geworden. Es ist deshalb gewiß gerechtfertigt, dem⸗ 7 elben eine besondere Aufmerksamkeit und Fürsorge angedeihen zu assen; allein nicht überall ist dies möglich, denn nur zu häufig fehlt i an Leuten, die mit dem Obstbau genügend vertraut sind und mit Heschick die nöthigen Arbeiten verrichten können. Dies veranlaßte Der Obstbaumwärter⸗Cursus des landwirthschaftlichen Provinzial-Vereins für Oberhessen zu Friedberg. landwirthschaftlichen Vereins für Oberhessen in 25. Januar d. J. die Errichtung eines Obst⸗ baumwärter⸗Cursus zu Friedberg zu beschließen. Damit soll den dafür sich interessirenden jungen Leuten Gelegenheit gegeben werden, sich theoretisch und praktisch zu tüchtigen Obstbaumwärtern auszu⸗ büden. Der Unterricht soll im laufenden Jahre vom 17. April bis den 14. Juni und im Nachsommer vom 1. bis den 13. September statt finden und sich auf folgende Fächer erstrecken. 1) Schreiben: Uebungen zur Aneignung einer festen und deut⸗ lichen Handschrift. 2 Stunden wöchentlich— Reallehrer Lang. den Ausschuß des seiner Sitzung vom n 0 1 Ter —.— ——————— e 5 e e . —— 2) Rechnen: Decimalbrüche; das neue 2 Stunden wöchentlich.— Weinel. 5) Botanik: Bau und Ernährung der Pflanzen. 3 Stunden wöchentlich.— Landwirthschaftslehrer Rückert. 6) Obstbau: a. Obstbaumzucht, Obstbaumpflege und Obstbenutzung. 6 Stunden woͤchentlich.— Rückert. b. Obstkunde: Klassisikation des Obstes nach Lukas, Kenntniß der Sorten mit Zugrundlegung des Arnoldischen Obstkabinets. 3 Stunden wöchentlich.— Rückert. c. Praktische Uebungen. heit dagegen Nachmittags vorgenommen. Der wird das selbe im Laufe dieses Jahres mit den nöthigen Sortenbäumen in den verschiedensten Formen angeflanzt werden, um theils den Zög⸗ lingen Gelegenheit zu geben, mit der Erziehung der Formenbäume praktisch vertraut zu werden und den Baumschnitt aus unmittelbarer Maß und Gewicht. 3 Stunden woͤchentlich— Lehrer Weinel. 3) Deutsch: Geschäftsaufsätze. 2 Stunden wöchentlich.— Lang. 4) Feldmessen: Ausmessen und Berechnen gradliniger Figuren. 12 Stunden wöchentlich.— Rückert. Der theoretische Unterricht wird Vormittags ertbeilt; die prak⸗ tischen Uebungen zur Aneignung der nöthigen Fertigkeit und Sicher⸗ Vorstand der Stadt Friedberg hat zur Anlage einer In— stitutsbaumschule ein geeignetes Gelände zur Verfügung gestellt und 555 N Vorläufig werden die Der Unterricht Gartenkneipes, materialien sein. Friedberg im Trapp, Regierungsrath. Anschauung kennen zu lernen; theils um die für die G. geeigneten Sorten unter richtiger Benennung verbreiten zu könn Wohnung haben die Zöglinge selbst zu sorgen. Jeder Schüler muß im Besitze Obstbau von Lukas und Medicus, sowie einer Baumsäge, eine eines Oculirmessers und der nöthigen hiesige städtische Baumschule, sowie die Prwatbaum, schulen der Herren Lang& Weinel bei dem praktischen Unterricht benu wird unentgeldlich ertheilt. Für Kost un des Buches: die Lehre v Marz 1873. Lindeck, Haas, Rentamtmann. Kreis ⸗Assessor. Polizeiliche Nachrichten aus dem Kreise Friedberg. Am 8. März d. J. wurde in Frankfurt a. M. in einer Synagoge gestohlen: 1 dunkelblauer glatter Ueberzieher, einreihig, mit schwarzem Sammtkragen, zwei Seiten- und einer inneren Brusttasche, schwarzseidenem Futter, schwarzem geripptem Band eingefaßt und glatten Hornknöpfen. ö Deutsches Reich. Darmstadt. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Ent⸗ schließung vom 11. l. M. die Zusammenberufung einer außerordentlichen Synode zur begutachtenden Berathung des Entwurfs einer Verfassung für die evangelische Kirche des Großherzogthums anzu- ordnen sowie zu bestimmen geruht, daß die feier⸗ liche Eröffnung der Synode Dienstag den 25. März stattzufinden babe. — Dem Antrag der Abgg. Matty, v. Wedekind (Hiltersklingen) und Genossen auf Erhöhung der aus der geistlichen Wittwenkasse zu zahlenden Pen- sionen wird wohl Rechnung getragen werden, da die Erträgnisse des genannten Fonds alljährlich im Wachsen begriffen sind. Der Rechnungs⸗Abschluß für 1872 weist einen Ueberschuß von 36,237 fl. nach. Berlin, 12. März. Der Reichstag des deutschen Reichs ist heute Mittag durch den Kaiser eröffnet worden. Die Thronrede theilen wir hier im Auszuge mit: Geehrte Herren! Im Namen der verbündeten Regierungen heiße ich Sie zur letzten Session der Legislatur-Periode willkommen. Während dreier Sessionen haben Sie in Gemein schaft mit dem Bundes rathe eine doppelte Aufgabe zu erfüllen gehabt, die Befestigung und Ausbildung der durch die Reichsverfassung geschaffenen Insti⸗ tutionen und die Ordnung und Regelung der durch einen großen Krieg herbeigeführten außer⸗ ordentlichen Verhältnisse. In beiden Beziehungen wird ihre Thätigkeit wiederum in Anspruch ge⸗ nommen werden. Das Eigenthumsverhältniß an den aus den Verwaltungen der einzelnen Bundes- staaten an die Reichsverwaltung übergegangenen Grundstücke bedarf der gesetzlichen Regelung. Das deutsche Festungssystem erheischt eine Umgestaltung, welche, indem sie die Vertheidigungsfähigkeit der großen Waffenplätze erhöht, den Verzicht auf die Erhaltung anderer Befestigungen gestattet. Die Ansprüche, welche den Invaliden aus dem letzten Kriege und deren Hinterbliebenen gesetzlich zustehen, erfordern Einrichtungen, welche eine Gewähr da⸗ für leisten, daß die Deckung dieser Ansprüche aus der Kriegsentschädigung bestritten werde. Der für die Entwickelung der Kriegsmarine festgestellte Plan wird in Betracht der seitdem eingetretenen Verhältnisse und gewonnenen Erfahrungen einer Umgestaltung zu unterwerfen sein. Ein allge⸗ meines Militärgesetz ist in der Verfassung ver⸗ heißen und durch die Erweiterung des deutschen Heeres zu einer Nothwendigkeit geworden. Die Leistungen, welche vom Lande im Falle eines Krieges zu fordern, und die Grundsätze, nach welchen diese Leistungen zu vergüten sind, werden ebenfalls unter Beachtung der im letzten Kriege gemachten Erfahrungen neu und gleichmäßig zu ordnen sein. Die Erfahrang hat gezeigt, daß die damals von Ihnen verlangten und bereitwillig ge⸗ währten Bewilligungen nicht ausreichten, um das Einkommen der Beamten so zu regeln, wie das öffentliche Interesse es fordert. Dieselben Er— fahrungen erheischen mit gleicher Dringlichkeit eine Verbesserung des Einkommens der Offiziere und Unteroffiziere. Die günstige Lage der Einnahmen des Reiches wird es gestatten, diese Zwecke ohne Erhöhung der Matrikularbeiträge zu erreichen. Die Neugestaltung des deutschen Münzwesens soll durch einen Ihnen zugehenden Gesetzentwurf ihren endgültigen Abschluß erbalten. Für die Beförde⸗ zung von Packeten und Werthsendungen durch die Post wird Ihnen ein neuer Tarif vorgelegt werden. In Folge der während Ihrer letzten Session über die Salzsteuer stattgefundenen Verhandlungen hat der Bundesrath eine eingehende Erörterung der Frage eingeleitet, auf welchem Wege die bei Auf- hebung dieser Sieuer ausfallende Einnahme ander- weitig zu beschaffen sei. Diese Erörterung ist ihrem Abschlusse nahe und es wird ihr Ergebniß einen Gegenstand Ihrer Berathung bilden. Wenige Tage nach dem Schlusse Ihrer letzten Session wurde mit Frankreich eine Uebereinkunft getroffen, welche die Fristen für die Zahlung des letzten Theiles der Kriegskosten⸗Entschädigung und im Zusammenhange damit für die Räumung der von unseren Truppen besetzten Gebietstheile regelt. Die Ihnen über diese Uebereinkunft zu machenden Mittheilungen werden zeigen, daß Frankreich mit seinen Zahlungen den verabredeten Terminen weit vorausgeeilt und daß daher der Zeitpunkt gekommen ist, um für die in dem vorjährigen Gesetze über die Kriegskosten-Entschädigung noch vorbehaltenen Fragen zu entscheiden. Das von mir im ver⸗ gangenen Jahre an dieser Stelle ausgesprochene Vertrauen auf eine Entwickelung der inneren Zu⸗ stände Frankreichs im Sinne der Beruhigung und der wirthschaftlichen Fortschritte ist nicht getäuscht worden. Ich begründe hierauf die Hoffnung, daß der Augenblick nicht mehr fern sein werde, wo die vollständige Abwicklung unserer finanziellen Auseinandersetzung mit der französischen Regierung die gänzliche Räumung des französtschen Gebietes früher, als in Aussicht genommen war, herbei⸗ führen wird. Die Beziehungen des Reiches zu allen auswärtigen Staaten rechtfertigen das volle Vertrauen, mit welchem ich auf die Erhaltung und die fortschreitende Befestigung des Friedens rechne. Die den Frieden verbürgenden Beziehungen zu unseren Nachbarn zu pflegen, werde ich fort⸗ gesetzt als meine erwünschte und mit Gottes Hülfe erfüllbare Aufgabe ansehen. N — 13. März. Plenarsitzung des Reichstages. Die Auszählung ergibt die Beschlußfähigkeit des Hauses. 209 Deputirte waren anwesend. Auf Antrag des Grafen Münster wurden der seitherige Präsident Dr. Simson und die Vicepräsidenten Fürst Hohenlohe und v. Bennigsen durch Acla⸗ mation wiedergewählt; ebenso die seitherigen Schriftführer. — Wagener ist bis nach Beendigung der gegen ihn auf seinen eigenen Antrag eingeleiteten Disciplinar⸗Untersuchung formell beurlaubt. — Fürst Puttbus, der sich gegenwärtig in Cairo befindet, hat ein Schreiben an den Präst⸗ denten des Abgeordnetenhauses gerichtet, worin er die gegen ihn erhobenen Anklagen abweist und insbesondere bestreitet, daß er irgend einen Ge⸗ winn aus dem Eisenbahn⸗ Project, das er im Interesse der betreffenden Landestheile unternommen, gezogen habe. Die ausführliche Widerlegung wolle er sich nach seiner Rückkehr für die Tribüne des Herrenhauses vorbehalten. — Die„Spen. Ztg.“ wird eine Denkschrift des Ministers Itzenplitz bringen, worin nachge⸗ wiesen wird, daß ein großer Theil der von Lasker gegen das Handelsministerium erhobenen Vorwürfe unbegründet ist. Leipzig. Einer Nachricht des„Tagblattes“ zufolge ist der Literat Hepner, Mitarbeiter des social- demokratischen Blattes„Volksstaat“, durch Verfügung des Polizei- Amts aus Leipzig ausge⸗ wiesen worden. Stuttgart. Gegenüber der von verschiedenen Blättern gebrachten Nachricht, daß am Grün- donnerstage das Unfehlbarkeitsdogma in Württem⸗ berg verkündigt werden solle, ist zu constatiren, daß das Dogma vom Bischof Hefele schon längst verkündigt ist. Karlsruhe. Nach einer Meldung der„Karlsr. Zeitung“(die wir übrigens, weil sie über Wien kommt, mit allem Vorbehalt aufnehmen) wären die Truppen bereits bezeichnet, welche sich für einen gegebenen Fall zum sofortigen Abmarsch nach dem südlichen Frankreich bereit zu halten haben, um sich unter dem Namen eines Beobachtungs- Schre ib⸗ 9 Die Zöglinge müssen gesund und kräftig sein und die nöthigen Arbeiten ohne besondere Anstrengungen verrichten können, auch Lust und Liebe zum Obst- und Gartenbau besitzen. 1 Die Anmeldungen sind bei dem unterzeichneten Curatorium bis zum 1. April d. J. einzureichen und dem Gesuch ein Zeugniß über seitheriges Betragen anzuschließen. 9 7 Das Curatorium der Ackerbauschule des landwirthschaftlichen Verein 4 für die Provinz Oberhessen zu Friedberg. Corps und in der vorläusigen Stärke von 80,000 Mann an der spanischen Grenze zu concentriren, und habe gleichzeitig ein Theil der Mittelmeer Flotte Befehl, sich seebereit zu machen. Straßburg. Das Ersatzgeschäft der Stadt Straßburg wurde am 11. d. beendet. Gestellt hatten sich 389 Militärdienstpflichtige, wwwon 178 als tauglich befunden wurden. Ausland. Schweiz. Genf. Pater Hyacinthe ist hierselbst eingetroffen; derselbe wird Montag mit 1 seinen Vorträgen beginnen. 155 Frankreich. Paris. Auf die vierte Mi liarde sind bis zum 11. d. M. 500 Milliot gezahlt. Thiers spricht sich gegen die Einführu einer Vice⸗Präsidentschaft aus. —