ke inladet itz. 0 1873. 5 n 93. Dienstag den 12. August. 9 scher Anzeiger. Die Petitzeile wird mit 3 kr., resp. 1 Sgr., berechnet. Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Erscheint jeden Dienstatz, Donnerstag und Samstag. tabeim nadt. N., Abends Henn schen ld. woetein. ung Samstag em Heun; ei ö 1 nd werden die uten besondertz Borstand. eliebtea Sohn, * heetdigung dis tahme erwitsen terbliebenen. bett Nr. 0 95 treffende Die Auszahlung der Werth⸗ und Schadenersatzgeld Das Großherzogliche Kreisamt Fried Die in obigem Betreffe erfol 20, lassen wir nachstehend Exemplar zusenden und erwarten, Nachdem wir im Ein undbesttzern zugestellt werden, sind zu! Ausfü nachstehenden Bestimmungen getroffen worden. 1) Die Großherzoglichen Rentämter werde es der Empfangs berechtigten, welches so eing ewon Nuchricht gegeben. 2) Vie Großherzoglichen Bürgermeistereien um von dem Rentamt gemachten Mittheilung, erständniß mit dem Großherzoglichen Ministe- n der Finanzen angeordnet haben, daß die Werth- und Schadenser— gelder von Feldstrafen in Zukunft von den Großherzoglichen Rentämtern lot mehr direct an die Empfangsberechtigten au 8 T abgeliefert, und von diesen den bezugsberechtigten hadensersatzbeträge aus einer Feldstrasperiode auf einmal dem betreffen⸗ „ Gemein deeinnehmer unter Millheilung eines alphabetischen Verzeich⸗ Quittungen darauf gesetzt werden können, zustellen und gleichzeitig der heffenden Bürgermeisterei eine Mittheilung des Gesammtbetrags dieses egeichnisses zugehen lagen, der Bürgermeisterei auch dann, wenn in einer bostrafperiode Werth⸗ und Schadensersatzbeträge nicht abzuführen sind, Amtlicher Theil. er von Feldstrafen. Ter a p p. Das Großherzogliche Ministersum des Innern an die Großherzoglichen Kreisämter. einnehmer zu erhebenden Betrag demselben nach vorgängiger Controlirung in Einnahme und resp. Ausgabe anweisen, die Mittheilungen aber darüber, daß Werth- und Schadensersatzbeträge in einer Feldstrasperiode nicht ab⸗ zuliefern waren, dem Gemeindeeinnehmer kurzer Hand zustellen. 3) Die Vereinnahmung der in die Gemeindekassen fließenden Beträge hat unter Ord. Nr. 35, die Verausgabung der den Bezugsberechtigten zu leistenden Zahlungen unter Ordn.⸗Nr. 100 des Voranschlags stattzufnden. 4) Die Gemeindeeinnehmer werden sich bemühen den bezugs berech⸗ tigten Grundbesitzern die ihnen zukommenden Beträge vollständig zuzu⸗ stellen; werden einzelne Posten nicht erhoben, so verbleiben dieselben der sbezahlt, sondern an die hrung dieser Anordnung n sämmtltche Werth⸗ und krichtet ist, daß zugleich[Gemeindekasse, drücken an. werden auf Grund der den von dem Gemeinde⸗ Friedberg den 9. August 1873. berg an die Großherzo lichen Bürgermeistercien. gte Entschlleßung Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 29. v. M. zu Nr. M. d, J. 7100, Amts- in Abdruck folgen unter dem Bemerken, daß wir Ihnen unter Couvert für Sie und den Gemeinde⸗Einnehmer je daß die gegebenen Vorschriften von Ihnen und dem Gemeinde-Einnehmer pünktlich zur Ausführung gebracht werden. Darmstadt am 29. Juli 1873. 215 Wir beauftragen Sie, den Inhalt dieses Ausschreibens durch Abdruck in den Kreisblättern zur allgemeinen Kenntniß zu bringen, die Bürger⸗ meistereien und Gemeinde ⸗Einnehmer Ihrer Kreise speziell darauf hinzu⸗ weisen und schließen zu diesem Zwecke eine entsprechende Anzahl von Ab⸗ v. Star ck. Rauten busch. 1 terbliebenen. 5 längerem tter Vater, 1 teunden und dagen un, während det! digung be gelen haben, cbliebenen. — 1 Ermächtigung der zweiten Kammer, den den. .. Fee, 204% ˖ 2 a nuit 127 4 70% 60 aht 1 1 41 18 cala . N Deutsches Neich. Darmstadt. Das Großherzogliche Regie ⸗ mnsblatt Nr. 36 enthält: „Oeffentliche Anerkennung einer edlen That. Am „Juni d. J. badete der 19jährige Adam Schmidt aus el im Niodaflusse, unterhalb der Vilbeler Eisenbayn⸗ e und gerielh dabei, vom Wasser fortgerissen an eine b. 5 Meier tiese Stelle in der Mitte des Flusses, wo — des Schwimmens unkundig— unter Hülferufen leiging. Der in der Nähe dadende 18 Jahre alte ihmachergeselle Sebastian Weiß aus Markelsheim im reich Württemberg eilte hierauf rasch herbei, schwamm Adam Schmidt nach und suchte ihn festzuhalten. r in seiner Todesangst faßte jedoch den Weiß mit en Händen krampfhaft um den Hals, so daß letzterer Cefaht war, selbst in die Tiefe gezogen zu werden und mii Anspannung aller Kräfte den Schmtot glücklich Ufer zu bringen vermochte. Se. K. H. der Groß⸗ ez haben dem Sebastian Weiß für otese muthbvolle, sigener Lebensgefahr verbundene That, neben der an even erfolgten Bewilligung einer Geldprämie, das meine Ehrenzeichen mit der Inschrift:„Für Rettung Menschenleben“ Allergnädigst zu verleihen geruht. Gemäßheit Allerhöchster Entschließung wird dies hier⸗ ur öffentlhen Kenntniß gebracht. 5 IL. Uebersicht der von Großherzoglichem Ministerium Jmern für das Jahr 1873 genehmigten Umlagen zur rütung von Communalbedürfnissen in den Gemeinden reises Worms, (Schluß folgt.) Darmstadt. Der Staatsanwalt verlangt terkenburger Boten“ wegen Beleidigung der mer zu verfolgen. f — Seitens des Finanz⸗Ausschusses der etsten 1990 ist das von der Regierung bei Veginn gegenwärtigen Lanptages für die erste Kammer Münte Mitglied Gutsbesitzer Wernher als Referent das Finanzgesetz und Einnahmebudgets bestellt. verlautet, wird die erste Kammer Anfang ü mber zusammentteten. Der erst vor uten Tagen, gelegentlich der letzten Anstellungen (Justizfach, zum„Geheimrath“ ernannte Rath II. Uebersicht der für das Jahr 1873 genehmigten magen zur Bestreitung der Communalbedürfnisse in den entenden des Kreises Vilbel. er sich zu seiner Erholung in dem Bade Neuen- ahr befand, am 6. d. Mts. plötzlich verstorben. Da die bereits gerüchtsweise verlautete Pensionirung des bisherigen Hofgerichts⸗ Directors Dr. Tiygo⸗ phorus dahier in nächster Nähe steht, so sind demnächst wieder zwei Stellen des höheren Justiz⸗ dienstes zu besetzen.. D— Die Stadt Mainz hat zur Erfüllung ihrer Verpflichtungen in Betreff der Stadt⸗Erweiterung 1,500,000 fl. nöthig und gebeten, ihr dieselben darlehensweise aus der Staatskasse vorzuschießen, was nach dem Stand der Finanzen keinem An⸗ stand unterliegen dürfte. Da indessen die Stände beschlossen haben, daß alle Ueberschüsse, soweit nicht anders vereinbart wird, zur Tilgung der Eisenbahnschulden verwendet werden sollen, ver⸗ lagt die Regierung die Zustimmung der Stände dazu, daß der Stadt Mainz ein weiteres Dar- lehen von 1½ Millionen Gulden zu 4 pCt. gegen halbjährige Kündigung aus der Staatskasse gewährt werde. Worms. Wie dem„Rhein. Herold“ ge- schrieben wird, ist an Stelle des Regierungsraths Pfannebecker, welcher aus Gesundheitsrücksichten eine Wiederwahl für den Reichstag abgelehnt hat, Ministeralrath Finger in Aussicht genommen. Berlin. Der„D. R. A.“ veröffentlicht das Verzeichniß der Mitglieder der Choleracommission: Preußen: Dr. Boeger, General⸗Arzt des zweiten Armee-⸗Corps und Leibarzt Sr. Maj. des Kaisers und Könitzs, Dr. Hirsch, Universitäts⸗Professor. Bayern: Dr. v. Pettenkofer, Obermedicinalrath Geh. Medicinalrath. Medieinalrath. Berlin. Der Kaiser bewilligte während seines Aufenthaltes in Regensburg für die vom Brandunglück so schwer heimgesuchten Bewohner der Stadt Cham(Oberpfalz) die Summe bon 1000 Mark in Gold, und ist dieser Betrag durch Baden: Dr. Volz, Ober⸗ und Universitätsprofessor. Sachsen: Dr. Günther, bereits an das Hülfscomite der Stadt Cham ab⸗ gesandt worden. Ein Hülfscomite für die Ver⸗ unglückten hat sich außerdem in der Stadt gebildet. Posen. In einem dem Gerichtshof zuge⸗ gangenen Schreiben, welches in der Ver sandlung am 8. d. M. zur Verlesung kam, zeigt Erzbischof Ledochowski an, daß er, in Gemäßheit des Pro- testes gegen die Kirchengesetze, in der Angelegenheit des Geistlichen Arndt niemals Auskunft geben werde. — Die„Ostdeutsche Ztg.“ meldet: Die Criminal-⸗Deputatation des hiesigen Kreisgerichts beschloß auf die persönliche Vernehmung des Erz⸗ bischofs Ledochowski zu verzichten und in contu- maciam zu verhandeln. N Wilbelmshafen. Der zum Commandeur des„Friedrich Karl“ ernannte Oberwerftdirector Przewisinsky gilt als eine Capacität ersten Ranges in der deutschen Marine. Derselbe ist seit Anfang der fünfziger Jahre Seeoffizier und avaneirte durch Ueberspringen mehrerer Vordermänner in kürzester Frist zum Corvetten⸗Capitän und Capitän zur See. Fulda. Die Designation des Dipperzer Pfarrers und Domcaplans Seitens des Bischofs ist von der Regierung nicht bestätigt worden; die Amtshandlungen desselben wurden für ungültig erklärt. f — Durch bischöflichen Erlaß sind Gebets⸗ Uebungen zu Mariä Himmelfahrt für die bedrängte Kirche angeordnet. Am 10. August fand die Verlesung des bezüglichen Hirtenbriefes statt. Ausland. Oesterreich Ungarn. Wien. Die„Vor⸗ stadt-Ztg“ erfährt, Graf Chambord hätte von einer Deputation der Legitimisten die Königswürde angenommen. Nachdem der Graf von Paris in Frohsdorf empfangen war, kehrte er nach Wien zurück, wohin ihm Chambord folgte und vor der Deputation die Erklärung abgab, er wolle die Krone Frankreich annehmen.— Das Gartenfest zöchsten Gerichte dahser, Frey, ist, während Sue, Vermittelung der deutschen Gesandtschaft in München und Feuerwerk in Schönbrunn am 7. August zu ———— 3 Ehren des Schahs von Persien fiel sehr glänzend aud und war vom schönsten Wetter begünstigt. Der Schah wurde bei der Ankunft im Saale von dem Kaiser und der Haiserin empfangen. — Der Schah von Persien ist am 8. Aag. Vormiliags von Laxenburg über den Brenner und Brindisi nach Konstantinopel abgereist. Der Kaiser vetabschiedele sich in Laxenburg von dem ⸗ selben und begleitete ihn bis zu dem Bahnhofe. — Der„Wanderer“ meldet aus Cattaro vom 7. August: Der Fürst von Montenegro ist durch einen Schuß ins Gesicht schwer verwundet worden. Die Stadt ist in großer Aufregung. Näheres, namentlich der Thäter, ist noch nicht bekannt. Schweiz. Bern. Angesichts neuer ultra- montaner Demonstrationen, an deren Spitze sus pendirte Geistliche des Jura sich befinden, hat die Berner Regierung das Statthalteramt Delsberg angewiesen, gegen die betreffenden die Administrativ⸗ Untersuchung einzuleiten und fernere Processionen zu verhindern. Frankreich. Paris. Laut einer aus Ile de Rs eingetroffenen Meldung ist Rochefort am 8. Aug. auf der„Virginie, nach Neu · Cale · donien eingeschifft worden, nachdem er einer Unter: suchung der Aerzte unterworfen war, welche er⸗ klärten, daß er die Ueberkabrt antreten könne. — Der Prästdent der Rupublik ist am 7. d. von Calais wieder in Versailles eingetroffen. Er ist von den artilleristischen Schießversuchen sehr befriebigt; doch ist eine Entscheidung wegen der Geschützmodelle noch nicht getroffen. Die Kanonen, mit welchen die Experimente in Calais gemacht wurden, sind eine Erfindung der Herrn Leheytolle. — Nach der„Agence Havas“ redete der Graf v. Paris den Grafen v. Chambord, als er denselben besuchte, mit folgenden Worten an: „Ich komme, um Ihnen einen Besuch zu machen, welcher seit lange ein Gegenstand meiner Wünsche ist. Ich begrüße in Ihnen im Namen aller Mitglieder meiner Familie und in meinem eigenen Namen nicht nur den Chef unseres Hauses, son⸗ dern auch den einzigen Vertreter des monarchischen Princips in Frankreich.“ Graf Chambord stattete noch denselben Abend dem Grafen v. Paris einen Gegenbesuch ab. Diese zweite Zusammenkunft trug einen noch herzlicheren Charakter als die erste. Holland. Amsterdam. Es heißt hier, daß der König vor einigen Tagen in Vevey einer großen Gefahr entronnen sei. Er fuhr spazieren mit zweien sciner Begltiter, als die Pferde scheu wurden und im wilden Galopp vahin stürmten, wodurch der Kutschet den Kopf verlor. Die beiden königlichen Begleiter, der General⸗Adjudant Toksma und der Referendarius von Hogendorp, sprangen aus dem Wagen; der König hatte die Geistesgegenwart und war kaltblütig genug, ruhig sitzen zu bleiben, denn bei seiner Corpulenz wäre jedenfalls ein Sprung lebensgefährlich gewesen. Schließlich gelang es dem Kutscher, die Pferde zum Stehen zu bringen. Norwegen. Christiania. Der Kron⸗ prinz des deutschen Reichs und von Preußen hat am 6. August an einem von der Residenzstadt veranstälteten Balle Theil genommen und sich am 7. Aug. mit dem König nach dem dier Meilen von hier entfernten Ringerike, am Tyrisjord, begeben. Das Diner fand in dem Lustschlosse Oscarshall auf der Insel Ladegard statt, wo später durch die Bürgerschaft von Christiania ein Fackelzug auf Boolen(von Piperwik aus durch Ftognerkilen bis nach Oscacshall) gebracht und ein großes Feuerwerk abgebrannt wurde. Großbritannien. London. Der Unter⸗ staatssecretär der Schatzkammer, Baxter, hat in Folge von Differenzen mit dem Kanzler der Schatz⸗ kammer, Lowe, seine Demisston gegeben. Weitere Demissionen im Ministerium sind angeboten und der Königin zur Entscheivung vorgelegt worden. —. Die Reismagazine in der Vorstadt Skepkey sind am 7. August durch eine Feuersbrunst voll- ständig zerstört worden. — Der hiesige Carlistenausschuß veröffentlicht folgendes Telegramm aus Biaritz vom 6 Aug. Ein großes Treffen ist soeben bei El zueta aus gefochten worden, in welchem die Carlisten Sieger 600 Mann wurden zu Kriegsgefangenen gemacht. General Lizarraga trug eine Wunde davon.“ Spanien. Madrid. Von hier wird unterm 5. d. der„Times“ telegraphirt: Die neuesten Stadt genähert haben. Gestern warfen sie zwei⸗— hundert Granaten in dieselbe. Die Insurgenten vertheidigen sich energisch, aber die Truppen sind im Vorrücken. General Turon commandirt jetzt das Belagerungscorps.— Das Bataillon„Aragonien“ hat seinen Befehlshaber ermordet. — Valencia hat sich am 8. Aug. auf Gnade und Ungnade ergeben. Martinez und Campos haben die Stadt besetzt. Die Unterwerfung Car⸗ tagenas wird erwartet. Regierungsnachrichten zufolge stebt das Einrücken der Truppen in Granada bevor. Castellon wird von 1000 Carlisten unter Cocala bedroht. — Die Insurgenten in Cartagena hatten, wie von da gemeldet wird, die Absicht, sich ver— mittels der in ihren Häuden befindlichen Fregatte „Mendez ⸗Nunez“ der Fregatten„Victoria“ und „Almansa“ wiedei zu bemächtigen. In Folge der Unerfahrenheit der Mannschaft ist der„Men- dez: Nunez“ beim Auslaufen auf den Strand ge— rathen. Man hofft, das Schiff wieder abbringen zu lönnen. Die Insurgenten haben 30 Mit- glieder des republikanischen Casinos verhaftet und halten sie als-Geißeln gefangen. Donaufürstenthümer. Zara. Die Nachricht, daß der Fürst von Montenegro durch einen Schuß verwundet worben sei, ist als voll⸗ ständig aus der Luft gegriffen zu bezeichnen, Türkei. Konstantinopel. Von gut- unterrichteter Seite wird der„Presse“ gemeldet, daß die Nachricht von einer in Aussicht stehenden Reise des Kaisers von Oesterreich nach Petersburg die Pforte in eine sehr nachdenkliche Stimmung versetzt habe. Man besorgt bei der Pforte eine allzu große Annäherung der beiden Höfe von Oesterreich und Rußland und ist durch diese ganze Angelegenheit geradezu beunruhigt. Aus Stadt und Land. Friedberg, 9. Aug. Heute Nachmittag um 2 Uhr wurde die, Stadt schon wieder durch Feuerlärm alarmiri. Es brannte die aus zwei Theilen bestehende Windecker'sche Scheuer. Der allseitig berbeigeeilten Hülfe gelang es, das Feuer, das größere Dimensionen anzunehmen drohte, in verhältnißmäßig kurzer Zeil zu bewältigen. Gießen. Man hal oft beklagen hören, daß so viele Briefe, die in Amerika nach Oeuischland geschrieben worden, nicht an ihre Adresse gelangt— daß namentlich solche er⸗ brochen und unterschlagen worden seien, deren Schwere vern. uthen ließ, daß sie Papiergeld oder Wechsel enthalten möchten. Derartige Klagen hat man besonders häusig aus einzelnen Bezirken der Provinz Oberhessen vernommen. — Vor etlichen Monaten wurde auch ein an die Maria Margaretha Jockel zu Geißnidda gerichteter Baief, der einen Wechsel von 100 fl. enthielt, gestohlen und der letzter von einer seither nicht bekannt gewesenen Frau hier einkassirt. Am 7. August Nachmittags kam ein junger Maun hierher, welcher abermals zwei amerikanische Wechsel über 100 und 30 fl., die in Amerika für die M. Marg. Jockel ansgestellt waren, verkaufen wollte. Da die vorige Entwendung inzwischen bekannt geworden, wurde die Aus⸗ zahlung beanstandet und der Besitzer der Wechsel von einem Polizeidtener in Empfang genommen. Der Erstere enisprang aber eiligst, wurde jedoch wieder ergriffen und der Polizei⸗Veiwaltung vorgeführt. Hier gestand er, daß er die beiden au die Marg. Jockel gerichteten Briefe unter⸗ schlagen habe, und daß er der Briefträger Schmidt von Nidda sei.— Da derselbe auch amerikanisches Papiergeld vesaß, so ist anzunehmen, daß er das Erbrechen und Be⸗ rauben der Briese schon lange betreibt. Die jetzt einge⸗ leilete Untersuchung dürfte Weiteres an das Licht bringen. Gießen. Obiger Mittheilung können wir beifügen, daß in der Wohnung des hier verhafteten Briefttägers Schmidt von Nidda ein halber Koffer voll un terschlagener und erbrochener Briefe gefunden worden ist, darunter eimer, der beweist, daß eine weitere Geldsendung nach Eichehachsen von 110 fl. unterschlagen worden ist. Es sind außerdem noch andete Geldsendungen verschwunden, die gleichfalls auf der Post zu Nidda abhanden gekommen sind. Gießen. Am 7. August Morgens ½4 Uhr brach in der neben der Main⸗⸗Weser-Bayn gelegenen Schneide⸗ mühle des Herrn A. Euler Feuer aus, das bei der Masse des vorhandenen Brennstosses große Dimensienen ange⸗ nommen baben würde, wenn die Bewohner des Gebäudes dasselbe nicht sosort mit Energie und Lebeusgefahr ge⸗ (öscht bätten. Wie das Feuer enistanden, ist noch nich! recht klar. ei Arbeiter verhaftet worden. blieben. Der republikanische General Loma und Berichte aus Valencia melden, daß die Truppen sich bis auf eine Entfernung von 600 Nards der 1 Michelstadt. Nachdem der altlutherische Pforte auf 3 Monate dom Dienst und Gehalt suspendirt word war, ist er nunmehr wegen fortgesetzter Reniteg Verwilligung eines Sussentationsgehaltes von 400 fl. de Dienstes entlassen worden. Gleichzeitig hat unsere gierung den Lokalpolizeibehörden bekannt gegeben, daß das Terminiren der Kapuziner perboten sei und sie im Be tretungsfall polizeilich zu bestrafen seien. Allerlei. Köln. Kaiserin Eugenie von Arenenberg hier ein; nach nur dreiviertelstündigem Aufenthalte setzte dieselbe ihre Reise alsbald nach England fort, 8— Posen. Am verigen Freitag ist, wie der„Kut. Pozu“ meldet, ein junger Officier der hiesigen Besatzung gerade zur Zeit der Musterung vom Sonnenstich getroffen worden. Mit gezogenem Degen rannte er wie rasend die Straßen entlang und verwundete dabei ein Kind am Auge. Glücklicherweise ist die Verletzung nur eine leichte. Nachdem man des Unglücklichen habhaft geworden, wurde er im hiesigen Lazareth untergebracht. Wien. Der erste europaische Blinden⸗Congreß wurde ö am 6. August hier eröffnet. Ein zabkreiches Publikum von Mitgliedern, männlichen und weiblichen Gästen, darunter viele Blinde, welche in österreichischen Instituten ihre Erziehung genossen, hatte sich zu dieser ersten Sitzung eingefunden. Die Ersffnungsrede hielt Dr. Frankl und entwickelte die Geschichte dec Blinden ⸗Institute. Det Nedner berichtigte, bei dieser Gelegenheit die historische Annahme, daß Ludwig der Fromme von Frankreich da erste Blinden-Asyl gegründet habe; es sei das Verdient eines deulschen Fürsten, Herzog Welf's IV., der selbst er“ blindet war, das erste Blinden ⸗Instimt im Jahre 1178 Kötz in ene ger lee oe firioe inchcen Beh ichen. Ungehorsams geßzen seine vorgesetzten kirchlichen Behörden“ Am 7. August Abends 10 Uhr traf dle 0. d Herme und! also 82 Jahre vor Ludwig, dem Heiligen, errichtet zu enn haben. Hierauf folgte eine Reihe wissenschaftlicher Vorträge. Perpignan. Briefmarkensammler können ihre Collection jetzt mit einer neuen Marke bereichern. Don Carlos, der spanische Prätendent, präsentitt sich nämlich es J er 3 nun auch auf den Briefen, die aus den von Carlisten g fam occupirten Districten kommen. Die Marke ist blau wie die französische 25 Centimes⸗Marke; das Brustbild des Prinzen zeigt sich zu zwei Drittel en faces, sein Haar is zurückgeworfen. Aehnlichkeit vollkommen sein. 10516 Veteranen: und Militär(Krieger) Verein. dine 80 Wie bekannt, beßeht auch hier, wie an andern Orten, ein solcher Verein. Er würde gegründet von jungen Männern, die 1870/71 mitgemacht haben, und hat hauptsächlich den Zweck, die Erinnerung an die gefallenen und verstorbenen Kameraden und an die große Zeit, Die Ausführung soll sehr gut und dle 0 den Feldzug von . etre In d Heilt die sie gemeinschaftlich erlebt und durchgtkämpff er haben, wach zu erhalten, kameradschaftlichen und N vaterländischen Sinn zu pflegen und den Mitglie⸗ dern in Fällen der Noth mit Unterstützung zur ez Hand zu sein. Dem Vernehmen nach beabsichlige der Verein, demnächst seine statutengemäße einfache Jahresfeier der denkwürdigen Tage von Gravelotte zu veranstalten, als der Tage, an welchen unsere Division in hervorragender Weise betheiligt war und die größten Verluste erlitten hat. Dort stan⸗ den die jungen Männer in heißer Feldschlacht, f hochklopfenden Herzens, doch festen Blickes dem fie taufendfach umbrausenden Tod in's Auge schauend. Gräßlich wütheten die feindlichen Geschosse in ihren Reihen, und so oft wir heute noch einen der Wackeren sehen, müssen wir unwillkürlich an Diesen und Jenen denken, der dort sein junges Leben lassen mußte. N 716 Gemeinsam erlebte gewaltige Ereignisse, ge⸗ meinsam bestandene große Gefahren, gemeinsam errungene ruhmreiche Erfolge kitten aber die Herzen unauflöslich an einander, und es müßte nicht mil rechten Dingen zugehen, wenn deulsche Mägner zumal, heimgekehrt von einem solchen Feldzug, es über sich gewinnen könnten, nunmehr gleichgültig an einander vorüberzugehen. Freuen wir uns darum dieser Vereine! Sit sind eine Manifestation deutschen Gemüths und N deutscher Vaterlandsliebe. Aber lassen wir es bei der Freude daran nicht bewenden. 1 Wohl haben diese Jünglinge zunächst für sich. selbst gekämpft; der deutsche Mann thut einfach, 1 10 was Ehre und Pflicht gebietet, wenn er ausziehl, eine dem Vaterlande zugedachte Schmach abzu⸗ wenden. Aber sie haben nicht minder für uns gekämpft. Als verdächtig ist von der Polizei⸗Verwallung unsere Dörfer und Städte nicht verwüstet, unser Leben und Eigenthum nicht bedroht, das gemein: same Vaterland nicht dem Hohne des Uebermulhe Damit unsere Fluren nicht zertreten,