Dionnerstag den 6. November. N 130. er sefsischer Anzeiger. — Die Petitzeile wird mit 4 Kreuzern berechnet. in bedeuten Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Erscheint jeden Dienstatz, Donnerstag und Samstag. Rindvich 6 rden, . a. eng Für die Monate November und Dezember kann auf den„Obechessischen Anzeiger“ bei —4 1 8 der Verlags⸗Expedition mit 20 kr., bei den Poststellen mit 32 kr. abonnirt werden. a dach im ge Amtlicher Theil. belreffend: Die Voranschläge der Gemeinden des Kreises Friedberg für 1874. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg Friedberg am 4. November 1873. c die Großherzoglichen Bürgermeistereien Assenheim, Butzbach, Dorn⸗Assenheim, Friedberg, Griedel, Ilbenstadt, Maibach, Münzenberg, nen J Bad⸗ Nauheim, Nieder-Weisel, Ober-Mörlen, Ockstadt, Rockenberg, Staden, Steinfurth und Wölfersheim. n Wenn nicht binnen 8 Tagen die Voranschlage einlangen, müssen wir Ihnen Wartboten zur Abholung zusenden. de ba BWC Ter a p p. f Am, die l Deutsches Reich. niederhessischen Renitenten, wegen sortgesetzter] kömmliche Gehalts⸗Aufbesserung vergebens geharrt, Ota Darmstadt, 3. Nov. Heute nahm die Widersetzlichkeit gegen seine vorgesetzte Behörde alle Wünsche in dieser Beziehung verhallten; der 1 4 Kammer nach längerer Unterbrechung ihre N lrbeiten wieder auf.— Das Verlesen der neuen 1 Wan aben, die indeß fast sämmtlich bekannt sind, — kahm längere Zeit in Anspruch. Auf die Inter⸗ i Ahlen zllction des Abg. v. Rabenau wegen angeblicher ubene Unterschleife beim Bau der Oberhessischen Bahnen 5 etwderte die Regierung, daß das zuerst von der Gb Min ⸗ Zeitung“ dieserhalb gebrachte Gerücht Salt ktimn Anlaß zu einer Untersuchung bieten könne. tescgen, Bepglich der Ortenberg-Stockheimer Zweigbahn 85 Glute wih auf eine deßfallsige Interpellation Schuchard's e ter erüfnet, daß der Bau mit Rücksicht auf den noch abe beo mch aufgegebenen Plan einer directen Verbindung n Eben zpischen Berlin- Frankfurt einstweilen noch ruhe. det, Die— Die mit Preußen getroffene Vereinbarung wegen 12 Abänderung des Art. 14 der Militär-⸗Convention e b ethilt ohne Debatte die geforderte Zustimmung. be e Für innere Ausstattung des hiesigen Justizgebäudes t& wenden 9000 fl. verwilligt. Das Ersachen des 92 Stantsanwaltes, am hiesigen Bezirksstrafgericht Tele den„Starkenburger Boten“ wegen Beleidigung 40 fe e det Kammer strafrechtlich verfolgen zu dürfen, wird anbeinge, dane Verhandlung dem Ausschußantrag entsprechend mil 0 eiimmig abgelehnt. Ueber den Antrag des Abg. en e icht ke Eplehe, entspinnt sich eine längere Debatte. Bei enen n der Abstimmung sprach sich die Kammer mit 41 gegen ble 1 Stimme für die obligatorische Civilehe und die ice, Woigage eines Kirchengesetzes aus. „e,— Der Reichs- Militärsiscus hat in der uns 40 benachbarten Griesheimer Gemarkung einen Ge— „ ban lädt Complex von etwa 15,000 Morgen zur J l. 01 lung eines Artillerie-Schießplatzes für das 1 Armercorps erworben. Von Grund- Eigen- e wis thümern ist namentlich die Gemeinde Griesheim 1 bene beihelligt, welche sicherem Vernehmen nach allein etwa 350,000 fl. als Kaufpreis erhält. Nach dem„Neichsanzeiger“ wurden sol⸗ (bn gen Personalveränderungen in der Großh. Division e vechtnemmen: Peppler, Amann, Vice Feldw. vom — 1 Landw. Regts. Nr. 116, zu Ste. Lts. ane der Reserve des Großb. Art.- Corps befördert; 1 ec, dit tußeretatsmäßigen Secondelitutenants Locher, 100% Slinemann, Grodhaus, Wagner I., Bernhard, ee, Wogier II., Zentgraf, vem Großh. Art.- Corps, e zu Artillerte. Offizieren ernannt; Frhr. v. Esebeck, Ritt. und Escadr. Chef im Großh. Drag.⸗Regt, 1 97 5 Ny, 24 erhält den Character als Major. e g e ein Antheil an der französischen Kriegsentschädigung e im Betrage von 1,000,000 Thaler, größtentheils ( mirmen Reichs⸗Goldmünzen, hier angelangt und in ken Gewölben der Bank hinterlegt worden chtenau. Seit einigen Tagen ist auch Pfener Grau dahier, eines der Häupter unserer 4 11 NM! eee 5 1 Aal 1 * 80“ * mann, wegen Einführung der obligatorischen — In der letzten October-Woche ist wieder von seinem Amte suspendirt. Das Heitere bei der Sache ist, daß derselbe, wie bisher alle an ibn ergangenen Erlasse und Verfügungen des Con- sistoriums, so auch jetzt seine von demselben aus gesprochene Suspension nicht anerkennen will, vor wie nach Amtshandlungen in seiner Wohnung vornimmt und sich weigert, die Kirchenbücher ꝛc. an den mit Versehung der ersten Pfarrstelle beauf⸗ tragten Pfarrer Grundlach abzugeben. Berlin. Im Gegensatz zu anderen Offiziösen wird in der„K. Ztg.“ behauptet, daß das Ab⸗ schiedsgesuch des bisherigen Minister-Präsidenten Grafen v. Roon(bis zum 31. October) noch nicht genehmigt und also die formelle Erledigung des Wechsels im Minister⸗Präsidium noch nicht vollzogen worden ist.„In der Sache“ sei indeß das Arrangement getroffen gewesen, als Fürst Bismarck Berlin verließ.„In der Sache“ läuft das Arrangement, nach dem„D. W.⸗Bl.“, darauf hinaus, daß nach dem Rücktritt des Grafen Roon von seinem Posten als Minister-Präsident und Kriegsminister, Bismarck wieder zum Präsidenten des preußischen Staateministeriums, Camphausen dagegen zum stellvertretenden Präsidenten ernannt wird. Was die Geschäftstheilung zwischen dem künftigen Minister-Präsidenten und dem Stellver— treter desselben betrifft, so wird der Erstere sich lediglich an denjenigen Angelegenheiten betheiligen, wo preußische und Reichs ⸗Interessen in unmittel- bare Berührung treten und wo es nöthig sein mag, prineipielle Divergenzen zu verhüten, während im Uebrigen die Leitung des preußischen Ministe⸗ riums vollständig in die Hände Camphausen's ge⸗ legt werden wird. — Eine königliche Verordnung beruft den Landtag der Monarchie auf den 12. d. M. ein. — Das Befinden des Kaisers ist in fortschreiten- der Besserung.— Die Ernennung v. Blanken- burg's zum landwirthschaftlichen Minister soll gutem Vernehmen nach noch vor der Eröffnung des Landtages erfolgen. 1 Posen. Der Erzbischof Ledochowskf ist von dem Oberpräsidenten auf Grund der Maigesetze wegen Weigerung, die Pfarrstelle zu Filehne ander weitig zu besetzen, zu 200 Thaler Strafe verur— theilt und ihm eine zweite Equipage durch die Polizeibehörde abgepfändet worden. Köln. Der Lehrermangel steigert sich zur Calamität; denn allwöchentlich werden in dem Amtsblatte ein Dutzend Stellen in unserem Re⸗ gierungsbezirke zur Bewerbung ausgeschrieben. Ein auffälliges Beispiel dafür bietet der Kreis Waldbröl, wo von etwa 35 Stellen 13 vakant sind. Ein viertel Jahrhundert hat man auf den Erlaß des Unterrichtsgesetzes und auf eine aus- Lehrermangel aber wird sich bald als Mauer- brecher erweisen, um geiechte Forderungen zur Geltung zu bringen. Trier. Die„Mosel⸗Ztg.“ verkündigt, daß der Bischof von Trier„innerhalb der letzten Wochen 60 bis 70 Anstellungen von Geistlichen vollzogen hat, ohne dem Oberpräsidenten der Rheinprovinz nach Maßgabe der neuen Kirchengesetze davon An- zeige zu machen“. Nach der bisher von den Ge⸗ richten festgehaltenen Strafbemessung— jede unge⸗ setzliche Anstellung zu 200 Thaler— würde dies den Bischof 12 bis 14,000 Thaler kosten. München. Der Landtag ist vom Prinzen Luilpold im Auftrage des Königs am 4. Nov. feierlich eröffnet worden. Am 5. d. findet die Wahl der Präsidenten und Seerctäre der zweiten Kammer statt. Alterspräsident ist Appellrath Dingler von Zweibrücken. f Wusland. Oesterreich⸗Ungarn. Wien. Die Welt- ausstellung ist am 2. d. M. um 4 Uhr geschlossen worden. Das prachtvolle Wetter hatte eine un⸗ geheure Menschenmenge herbeigezogen; besondere Feierlichkeiten sanden nicht statt. Um 4 Uhr läuteten alle Glocken des Judustriegebäudes, die Orgeln spielten, das Nebelhorn blies Retraite und vier Musikeorpe spielten die Nationalhymne, zum Schlusse erschollen Hochruse des Publikums. — Die„Montags revue“ meldet, daß der Kaiser den Reichstag persönlich mit einer Thron⸗ rede am 5. d. eröffnen werde. Der Reichsrath werde erst nach der Votirung der auf die Besse⸗ rung der wirthschaftlichen Situation bezüglichen Vorlagen vertagt werden, selbst wenn dadurch ein Aufschub im Zusammentritt der Landtage sich er⸗ geben sollte. Schweiz. Bern. Der Nationalrath be⸗ schloß bei Artikel IV des Revisions-Entwurfs, be⸗ treffend die Gleichheit vor dem Gesetz, Ausschluß der Adelstitel aus öffentlichen Acten; bei Artikel 18, betreffend die allgemeine Wehrpflicht und Be- waffnung, daß die Waffe in den Händen der Männer bleiben soll. Im Uebrigen wurden Ar- tikel 1 bis 18 unverändert angenommen. Frankreich. Paris. Die Verlängerung der Amtsdauer Mac Mahon's ist gesichert, nach- dem Joinville und der Graf v. Parie ohne Zu- stimmung Chambord's abgelehnt. Aumale verharrt in seiner angenommenen Zurückhaltung. — Mae Mahon soll in die Verlängerung seiner Gewalten nur einwilligen wollen, wenn sie für einen hinlänglich langen Zeitraum beschlossen wird, um das Land in seinen Interessen genügend sicher zu stellen und wenn seine Amtsführung mit solchen verfassungsmäßigen Bürgschaften umgeben werde, welche sie stark und unbestreitbar machen. Man glaubt, daß eine Botschaft in diesem Sinne der Nationalversammlung mitgetheilt werden wird. Gerüchtweise heißt es, daß die Verlängerung auf sechs Jahre ausgesprochen werden soll; Andere agen, auf zehn Jahre. 1 5 Um eine Zersplitterung des rechten Cen- trums, wovon einige Mitglieder sich dem linken Centrum nähern, zu verhüten, unterstützen die Or- leanisten die Verlängerung der Vollmacht Mac Mahon's, dessen Botschaft seine Bereitwilligkeit dazu aussprechen dürste. Broglie schlägt 10 Jahre Ausdauer vor. — Grevy schlägt die Kammerpräsidentschaft aus. Die Opposttion ist unentschlossen, ob sie Enthaltung üben oder die Candidatur Martel's oder Demassp's aufstellen soll. Die Minorität gegen Buffet vergrößert sich. — Die Delegirten der conservativen Frac- tionen haben am 3. d. mit der Regierung über die Bedingungen der Vollmachtverlängerung con- ferirt. Dieselben scheinen gewillt, dem Marschall Präsidenten diejenige Dauer und die Bürgschaften zu bewilligen, welche er verlangen wird. Die Verlesung der Botschaft in der Nationalversamm; lung wird wahrscheinlich Donnerstag erfolgen. — Man versichert, daß demnächst ein Brief des Grafen v. Paris veröffentlicht werden soll, welcher auf der Unterwerfung unter das Familien- haupt beharre, aber die Verschiedenheit der An- schauungen betone. — Die Linke hat in einer am 3. d. Mts. stattgehabten Versammlung beschlossen, das Mini⸗ sterium sogleich bei Beginn der Session der Na- tionalversammlung über seine Haltung gegenüber den monarchischen Anschlägen zu interpelliren. — Die Journale melden, der Ministerrath sei am 3. Nov. früh versammelt gewesen und sei dahin schlüssig geworden, in Pleno in der National- versammlung ohne vorherige Modisicationen zu erscheinen, sogleich die Frage der Verlängerung der Gewalten Mae Mahon's auf 10 Jahre zur Entscheidung zu stellen und dann die Demission zu geben, es deim Marschall⸗Präͤsidenten überlassend, ein neues Cabinet zu bilden. Mehrere Delegirte der conservativen Fractionen, welche von Mac Mahon empfangen wurden, hätten sich mit dem ⸗ selben in voller Uebereinstimmung bezüglich der Dauer der Verlängerung und der constitutionellen Garantien befunden. N Trianon, 3. Nov. Proceß Bazaine. In dem heute fortgesetzten Zeugenverhör kam die Frage zur Verhondlung, ob Marschall Mac Mahon die wichtige Depesche Bazaine's vom 20. August er⸗ halten habe, worin Letzterer sagt, er habe unter den Mauern von Metz Stellung genommen, werde aber wahrscheinlich nach dem Norden aufbrechen ꝛt. In einer schriftlichen Aussage erklärt Mae Mahon, er habe dieselbe nicht erhalten. Der Oberst seines früheren Generalstabes, d' Abzac, sagt ähnlich aus. Andere Zeugen sagen dagegen, sie hätten diese Depeschen dem Obersten Stoffel und d'Abzac über- geben und beharren bei dieser Aussage selbst nach ihrer Confrontation mit d'Abzat. Die Frage ist noch nicht aufgeklärt und erregt große Sensation. Dänemark. Kopenhagen. Am 2. d. wurde der Sotialistenführer Pihl wegen eines Aufrufs im„Socialist“ und mit Bezug auf den Strafgesetz- Paragraphen, betreffend Drohungen gegen den König, verhaftet. Großbritannien. London. Es sind große Volksversammlungen in London, Edinburg und Dublin in Aussicht genemmen, um die Sym⸗ pathie des britischen Volkes mit den deutschen Protestanten im Kampfe mit dem Ultramontanis- mus auszudrücken; den Anstoß geben Mitglieder der Low Church. Spanien. Madrid. Das deutsche Ge⸗ schwader ist von Malaga nach Cartagena abge— gangen. In Cartagena sind Demoralisation und Disciplin Mangel auf das Höchste gestiegen. Die Galetren⸗Sclaven überwachen auf's Ausmerksamste die Führer der Bewegung, fürchtend, von ihnen, verlassen zu werden. — Die Junta von Cartagena hat sich in Folge einer Kundgebung, bei der das militärische Element dominirte, aufgelöst. Die Verhaftung des griechischen Vice Consuls, welcher den deutschen Consul vertrat, wird bestätigt. Ein Deutscher und ein Beamter des Consulats wurden mit ihm verhaftet Man glaubt, daß der Abgang des deutschen Geschwaders nach Cartagena durch diese 2 Verhaftungen veranlaßt ist.— Mehrere carlistische Banden sind in Catonien geschlagen worden. Donaufürstenthümer. Belgrad. Die amtliche Zeitung veröffentlicht ein Handschreiben des Fürsten in welchem derselbe die Demission des Gesammteabinets annimmt und folgendes Cabinet neu bildet: Marinovics Ministerpräsident und Aeußeres, Senator Zenies Justiz, Advokat Zumie Inneres, Oberstlieutenant Pratics Krieg, Seuator Magasinovies Communication, Migatovics behält die Finanzen der Vertreter Serbiens in Kon- stantinopel, Christies Cultus und Unterricht. Rußland. Petersburg. Die Zeitungen stellen eine neue Campagne gegen die aufstän⸗ dischen Turkomanen(Yomuden) an der persisch⸗ chiwesischen Grenze in Aussicht. Amerika. Newyork. Der Schatz ent— hielt am 1. d. 82,313,000 Dollar Gold und 4,212,000 Doll. Papier. Der Schatzsecretär zieht zur Amortistrung 5 Mill. Doll. Bonds ein, deren Verzinsung am 1. Februar aufhören wird. 9 — Zehn Eisenbahnspeculanten haben fallirt. — Die Novemberzinsen für alle Bonds betragen 30,000,000 Dollars.— Die Fünf⸗Zwanziger Bonds, deren Einziehung Schatzsecretär Richardson bereits angekündigt hat, sind folgende: Stücke zu 50 Do lars Nr. 10201 bis 10600, Stücke zu 100 Dollars Nr. 30751 bis 34000, Stücke zu 500 Dollars Nr. 15801 bis 17600, Stücke zu 1000 Doll. Nr. 36001 bis 41000, alle Nummern inclusive. Aus Stadt und Land. Friedberg. Die von vielen Blättern und auch von uns gebrachte Nachricht von dem Erscheinen eines mit bloßem Auge sichtbaren Kometen, entbehrt jeder Begründung. Gießen, Auf den hiesigen Bleichen ist in der letzten Zeit öfters Wäsche gestoblen worden. Am 1. November wurde die Frau des Peter Jakob aus Erda von der Polizei verhaftet, weil ihr ein großer Theil der verübten Wäsche⸗Diebstähle zur Last fällt. Sie hatte sehr vorsichtig, ein Stück nach dem andern gestohlen und so nach und nach bedeutende Vorräthe zusammengetragen. Ihr Mann, der vor einigen Jahren hierher überzog, ist wegen mehrerer auf der Eisenvahn begangener Diebstähle im November v. J. verhaftet und mit 1½ Jahren Zuchthaus bestraft worden. Die Gemeinde wird nun die 3 kleinen Kinder der in Gefängnissen sitzenden Eltern verpflegen lassen müssen. Gießen. Die Klagen der arbeitsscheuen Subjecte über die geringen Strafen werden immer lauter. Ein eben hier sitzender, wegen Diebstahls und Bettelus schon oft bestrafter Strolch aus Gelnhaar äußerte in diesen Tagen, nachdem er wegen Betlelus bestrast worden war: „ich sehe ein, das Betteln thuts nicht, ich muß wieder stehlen gehen“— und ein hiesiger junger, die Arbeit hassender, den Branntwein liebender, schon mehrfach be⸗ strafter Bursche, äußerte gegen die Polizti:„in der Mein⸗ ung ich könnte freies Winter-Quartier kriegen, habe ich ein Hemd gestohlen, aber sie haben mich gleich wieder aus dem Gefängniß gejagt; es bleibt mir nun nichts übrig, als ein Paar Ochsen zu stehlen, oder Einem den Hals abzuschneiden!“— Wie wohlthätig würde ein Zwangs— arbeitshaus wüken, wenn es den Abschaum der Mensch heit zwischen seinen Mauern beherbergte. Darmstadt. Am 1. Nov. Abends 6 Uhr 31 M. wurde hier ein von vielen Personen empfundener, schwächerer kürzerer Erdstoß beobachtet. Namentlich im Herrngarten war die Erscheinung sehr deutlich zu beobachten. Darmstadt. Die von uns gemeldeten Erderschütter⸗ ungen vom 1. Novbr. wurde im ganzen Odenwald und der Bergstraße verspürt. chönberg. Am 1. Nov. Abends ½7 Uhr wurde bier eine ziemlich heftige Erderschütterung verspürt. Die Richtung schien von Südwest nach Nordost zu gehen. Pfungstadt. Am 1. Nov. Abends 7 Uhr 35 M. fand ein heftiges Erdbeben statt. Zuerst Rülfteln des Hauses und dann ein starker Stoß von Nordwest nach Südost, am 30. Oct, fand innerhalb 10 Minuten ein vier⸗ maliges Zittern und Beben statt, aber nicht stark. Nieder⸗Ramstadt. Am 1. November, Abends kurz vor 8 Uhr, wurde hier ein intensiver Erdstoß ver⸗ spürt; die Bewegung schien sich von Südwenen nach Noctosten fortzupflanzen. 10 Minuten nach 8 Uhr wurde ein zweiter, jedoch minder starker Stoß verspürt und Allerlei. 9 Frankfurt. Der Verein für Geographie und Stati beginnt am bevorstehenden Mittwoch seine Winterv lesungen. Herr Carl Mauch von Stuttgart wird die selben mit einem Vortrag über seine Entbeckungsre in Südafrika, speziell über den Stamm der Makalaf und die Ruinen von Zimbabye eröffnen. 1„Abends zwei 17jährige Burschen verhaft welche unter dem Verdacht eines Raub ⸗Anfalles stehen Die von ihnen mitgeführten Prügel hatten eine höchff respectable Länge und Dicke. 1 Frankfurt. Auf der großen Bockenheimergasse wurde eine Gesellschaft, welche sich nächtlicher Weile dem Hazarhe spiel hingab, ausgehoben. Frankenthal. Am 11. November will Mei Hamm den zweiten Guß der Kölner Kaiser⸗Glocke vo nehmen. ö Diez. Vor einigen Tagen sind 20 Sträflinge, darunter der Raubmörder Koch, aus dem Zuchthause dahier 5 jenigen zu Kassel zugeführt worden. Es waren größte theils Leute, welche wegen schwerer Verbrechen Strafe gu verbüßen haben; eine Anzahl von ihnen gehörte zu den Renitenten, welche vor Kurzem sich geweigert hatten, ihn Arbeit in der Marmorfabrik zu verrichten. Die Stra Anstalt dahier ist ziemlich überfüllt. Geestemünde. Die Nordseezeitung berichtet von einer interessanten Thatsache, die sich vei den Texrainstudie des großen Generalstabs unter Moltke's Führung ergab. des Kriegs mit Frankceich ein Heer von 30 40,000 Mann in Cuxhaven landen werde. Den Feind zurückzuhalten, würde dann die Aufgabe einer deutschen Heeresabtheilung sein, und dieser die genaueste Kenntniß des Terrains verschaffen, war der Zweck des Aufenthalts des Stabe zwischen Weser und Elbe. Dabei erkundigten sich die Officiere bei den Bauern, ob es möglich sei die ausge⸗ dehnten Moorflächen in der Umgegend von Bederkesa zu durchreiten und erbielten die Antwort: Wohl, wenn man den Pferden Holzschuhe anlege. Von Pferdeholzschuhen hatten die Officire noch nie gehöct und staunten nichl wenig, als die Moorbewohner mii solchen, seit undenklicher Zeit dort gebräuchlichen Dingern hervorkamen. Man legte den Officierpferden die Schuhe an und ein Ritt des großen Generalstabes durch das Moor glückte vollkommen. Pompeji. Bei den Ausgrabungen hat man wieder einen interessanten Fund gemacht, Man stieß nämlich auf den Laden eines Bäckers, in dem drei volle Frucht kasten und eiwa 600 Kupfermünzen vorhanden waren. Der Backofen voll Brod war zubereitet. Verloos ungen. Vorm. Nassauisches 3½ proc. Domanial⸗ Anleyen von 1837. Wiesbaden, 15. October. Rück zahlbar am 1. Februar 1874 Lit. A. a fl. 100. Nr. 34 35 70 252 293 309 490 510 590 625 692 695 899 921 1019 1054 1230 1303 1497 1553 1709 105 1996 2030. Lit B. a fl. 200 Nr. 30 197 243 257 5. 557 702 750 839 945. Lit. C. a fl. 300 Nr. 62 164 172 245 283 343 425 576 592 612 667 816 900. Lit D. a fl. 400 Nr. 128 169 196 342 371 477 661 743 919 976. Lit E. a fl. 500 Ne. 8 89 146 243 397 435 543 561 572 689 751 783 816 878 1059 1295 1310 1400 1448 1561 1599 1631 1713 Frankfurt. Auf der Bornheimer Heide wurden auf d. ö 0 5 chhinbe osen, ze seinrich f 1 J 10 Geh Der Stab nahm an, das bei etwaigem Wiederausbruch Ain in Nach ute ent ö Dar eitung kahl des Meschuß gbegenhei 1 Raber Uonerssio schaufd ent für lemburg um Dar nhiung olgt a Im der! 9. G 1 Siad üchsch schn- Ber echleieim 1939 1983 2124 2145 2171 2279. Lit. F. a fl. 1000 Nr. 96 138 160 202 367 394 432 518 561 602 7% 822 929 979 1022 1074 1145 1303 1334 1355 1533 1635 1647 1678 1824 1881 1989 1993 20 2163 2183. Rückzahlbar am 1. August 1874. Li 4. a fl. 100 Nr. 156 168 183 262 271 392 527 559 619 681 71 859 891 923 1118 1132 1140 1303 1463 1489 1662 1743 1857 2053 2082 2084. Lil. B. a fl. 2 Nr. 50 121 200 303 382 398 476 537 607 798 6ʃ9 829 973. Lu. C. à fl. 300 Nr. 73 114 134 203 285 410 503 696 730 882 888. Lit. O. a fl. 400 Nr. 40 105 172 221 303 320 423 584 713 799 881 914 996, Lil E. a fl. 500 Nr. 110 112 144 189 203 204 340 466 496 546 673 722 742 866 875 1038 1045 123 1329 1865 2024 2227 2258. Lit. F. à fl. 1000 Nr. 30 84 181 258 303 470 510 577 586 648 712 782 846 865 945 1005 1057 1081 1179 1287 1367 1377 1579 1676 1832 1874 1893 2023 2088 2117 2141 und 2212. Obligationen der Stadt Gießen.„ 28. Sepiember. I. 4proc. Anleihe: Lit B. Nr. 29 500 fl. Lu. C. Nr. 31 50 6f 72 78 e 100 fl. II. 3 proc. Anleihe: Lit. A. Nr. 25 32 33 à 1000 fl. Lit 5. Nr. 74 80 141 166 231 242 à 500 fl. Lu. C. Nr. 120 167 191 194 211 260 303 383 2 100 fl. Lit. D. Nr. 76 106 à 50 fl. Nückzahlbar bis 31. December. — D. Frankfurt a. M., 4. November. Die Spec lation bal sich wieder einmal überstürzt. Die Skeigerung will keine weiteren Forischritte machen, weil die Völk nech nich: in sich gesundet ist, um die längere Dauer eu Volwärtsbewezung, wie sie Ende der letzlen Woche stall⸗ sanb, ertragen zu können. Dem beuligen Geschäfte 0 1 Kauflust jedes Animo und unterlagen daher nicht allein die Speculationseffecten, sondern auch säwmtliche Nebeupapiere, wie Bahnen und Banken, nit unerheblichen Rückgängen. Das Privatpublikum, das auf eine weitere Hausse rechnete, scheint seine Einkaufe, da be⸗ wiederholten sich in der Nacht mehrere leichte Erschül⸗ terungen. 0 elbe nicht eintritt, ebenfalls wieder eingestelli zu haben. Auch Berlin gibt eine maltere Haltung kund, wie es de 1362 1460 1479 1568 1649 1776 1785 1801 ff Gießen, 0 age net lag bei Illethen ationen lsgabe nledigt 1 bünzerg uber S O=