bund anz W um 9 4 E N 4 N Donnerstag den 6. Februar. berheffischer Anzeiger. 0 D Die Petitzeile wird mit 3 kr., resp. 1 Sgr., berechnet. Kreisblatt sür den Kreis Friedberg. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Deutsches Reich. Darmstadt. Der Kassationshof bestätigte freisprechende Urtheil in der bekannten An- aͤgesache v. Dalwigk gegen Hans Blum. — Das Ministerium des Innern hat eine orlage wegen Erböhung des Staatsbeitrags für n Landes⸗Gewerbe⸗Verein um 7000 fl. an die eile Kammer der Stände gelangen lassen. Die entralstelle für Gewerbe hatte beantragt, als tafion für den Landes ⸗Gewerbe⸗ Verein statt er bisherigen 13,000 fl. die Summe von 5,000 fl. oder 12,000 fl. jährlich mehr vorzu⸗ hen. Die Regierung nahm jedoch nur 7000 fl. den Entwurf des Staatsbudgets auf, wie die D. Ztg.“ sagt, in der Voraussetzung,„daß iermit wenigstens für die nächsten Jabre die ingendsten Bedürfnisse befriedigt werden können nd der Verein sich demnächst doch noch entschließt, urch Erhöhung der Beiträge seiner Mitglieder sch weitere Einnahmen zu verschaffen, sowie in fücksicht auf die Höhe der Dotation der land- zu gegend Atefühemz durch dy pirthschaftlichen Vereine, mit welcher die Dotation für den Landes⸗Gewerbe⸗Verein durch deren Er⸗ öhung um 7000 fl. ungefähr gleichgestellt würde.“ zan— Der unlängst in der zweiten Kammer ein 1 11 ebrachte Antrag auf zeitgemäße Erhöhung der 00 20 ensionen der Wittwen und Waisen der Civil e leamten hat, obgleich der Staat bereits jetzt schon u der betreffenden Casse jährlich 83,000 fl. zuschießt, n, dil 0 ennoch begründete Aussicht auf baldige Realisirung. kin 9— Bei der demnächsligen Budgetberathung 1 ditd wiederholt der Antrag gestellt werden, das Landesgestüt, welches einen jährlichen Aufwand on etwa 43,000 Gulden erfordert, eingehen zu 84 da die erzielten Resultate diesem Kosten⸗ ufwand gegenüber nicht für entsprechend erachtet erden. D nchlnezun zi 126 has — Dem„Fr. J.“ wird von hier geschrieben: In Folge einer Anfrage des Finanz Ausschusses ver zwelten Kammer hat die Regkerung ditjenigen Hegenstände bezeichnet, die voraussichtlich noch „Anlaß zu Geld⸗Borderungen, außer den im Budget d schon vorgesehenen, geben werden. Unter diesen Hegenständen befindet sich, wenn wir recht unter⸗ sichtet sind, die Wiederherstellung des abgebrannten Bof⸗ Theaters. Diese Wiederherstellung ist eine Kast, welche auf den in die Staatskasse fließenden e er, Linkünften des großh. Familien ⸗Fideicommisses en 1 fuht. Ein Zweifel über die Verpflichtung des „ andes zur Tragung dieser Kosten, soweit sie tune durch die Versicherungs⸗Summen nicht gedeckt sind, kat sann daher nicht bestehen. Wenn gele nllich der 1g* Aibten Landtagswahlen die Kosten der Wieder her⸗ B. dellung des Theaters bie und da auf mehr als e e, eine Million veranschlagt wurden, so scheint man ich sit dabel den von einem auswärtigen Architekten ent⸗ wende, worfenen Plan, welcher zugleich eine beträchtliche Erweiterung in sich schloß, vor Augen gehabt zu a 5 Haben. Nach den neueren Plänen und Voran⸗ en schlägen sieht zwar die Bedarssumme noch nicht 10 fest; nach einem vorläufigen Ueberschlage dürste „, ledoch der außer der Brandentschädigung nötbige e Aufwand zur Wiederherstellung den Betrag von ee, 5,000 fl. nch überschrlan. „ Die Kreisordnung hat nunmehr die Ge. 1 1 gehmigung des Großherzogs erhalten und wird 1 fofort an die Stände gelangen.— Wie verlautet, wird die zweite Kammer noch im Laufe dieses 7 ee zur Berathung der neuen Geschäfts⸗ ordnung zusammentreten. 1 — In der am 3. d. M. dahier stattgehabten Wahl von Abgeordneten zur Landes⸗Synode wurden Decan Ewald und Hofgerichts⸗Advokat Ohly, und zu deren Vertretern Pfarrer Diegeldey zu Roßdorf und Rentner Kohl zu Bessungen gewählt. Groß Gerau. Bei der Wahl zur Landes Synode wurde dabier gewählt: Oberconsistorial- rath Linß von Nauheim und Fabrikant Engelhardt von Reichelsheim. Stellvertreter: Decan Habicht von Rüsselsheim, Färber Vollbardt von Groß-Gerau. Berlin. Die Eisenbahn-Commission des Abgeordnetenhauses genebmigte einstimmig die Erbauung der Moselbahn Oberlahnstein⸗Trier bis zur Reichsgrenze bei Sierck und den hiefür ge⸗ forderten Kostenbetrag von 20,750,000 Thalern, wobei in Folge der von den Städten Wittlich, Bernkastel und Trarbach eingereichten Petitionen empfohlen wird, die Staatsregierung aufzufordern, Stichbahnen nach den genannten Orten auszuführen. Berlin, 4. Febr. Abgeordnetenhaus. Nach Verlesung der Eingänge, worunter sich auch eine Interpellation des Abgeordneten v. Wierzbinski über den deutschen und polnischen Sprachunterricht an den Gymnasien der Provinz Posen befand, schritt die Kammer zur dritten Lesung der Gesetz vorlage über die Aenderung der Artikel 15 und 18 der Verfassung. Die Abgg. v. Gerlach und Mitschke⸗Kollande sprachen gegen, Brauchitsch— jede Solidarität mit Gerlach und der Partei der Rechten, welche als conservativ nicht mehr an⸗ gesehen werden könne, zurückweisend— und Kar⸗ dorff, welcher die nationale Haltung der Centrums⸗ partei auf's Heftigste keitisirte, für die Vorlage. Nachdem noch Schorlemmer-Alst sich gegen die Vorlage ausgesprochen, wurde der Schluß der Generaldiscussion angenommen. Bei der nun folgenden Sperialdiscusston sprach noch Abg. Glaser gegen den Art. 15, worauf die Specialdiscussion geschlossen und derselbe angenommen wurde; Art. 18, sowie die Einleitung zur Gesetzvorlage nahm das Haus ohne Debatte an. Das ganze Gesetz wurde beim Namens aufrufe mit 245 gegen 110 Stimmen angenommen. — Der Reichskanzler hat bein Bundesrath beantragt, eine Pauschsumme von 520,000 Thlr. an die Verwaltungen der im Reiche belegenen Staats- und Privat ⸗Eisenbahnen als vergleichs⸗ weise Abfindung zu gewähren für die von ihnen für die regulativwiprige, Benutzung von Kriegs- zwecken erhobenen Entschädigungsansprüche; ferner die Entschädigungen an die fremdländischen Ver⸗ einsverwaltungen für dieselben Leistungen nach Maßgabe der beantragten Miethszusätze und Prü⸗ fang der Liquidationen zu genehmigen. — Die„Germania“ veröffentlicht den Wort⸗ laut einer Denkschrift des preußischen Episcopats an das ßpreußische Ministerium bezüglich der Kirchenvorlagen. l,. — Hr. v. Mühler hat seine literarische Thätig⸗ keit gegen die jetzt in dem früher von ihm geleiteten Ministerium herrschende Richtung wieder aufge⸗ nommen. ie das„D. Wchbl.“ hört, stammen die scharfen Artikel, welche die„Neue Preußische Zeitung“ kürzlich in den kirchlichen Fragen gebracht hat, aus der Feder des früheren Cultusministers. Limburg a. d. L. Nach einer Zusammen⸗ stellung des Cultus ministeriums zählt Deutschland an Priester- und Knaben-Seminarien in den Diö⸗ cesen 1) Köln 1 Priester-, 4 Knaben Seminarien, 2) Trier 1 Priester⸗, 1 Knaben⸗Seminar(letzteres mit 90 Zöglingen), 3) Paderborn 2 Prlester⸗, 3 Knaben ⸗ Seminare, 4) Münster 2 Priester⸗, 4 Knaben ⸗ Seminare, 5) Breslau 1 Priester⸗, 2 Knaben Seminare(mit 168 Zöglingen), 6) Ermland 1 Priester⸗Seminar(16 Alumnen), 7) Kulm 1 Priester, 1 Knaben„Seminar, 8) Posen und Gnesen 2 Priester⸗Stminare, von denen das zu Posen 75 Alumnen zählt, 9) Hildes⸗ heim 1 Priester⸗ Seminar, 10) Limburg 1 Priester⸗ Seminar,(4 Alumnen) und die Knaben⸗Seminare zu Hadamar mit 62 und zu Montabaur mit 51 Zöglingen, 11) Osnabrück 1 Priester⸗, (5 Alumnen) und 2 Knaben⸗Seminare, 12) Fulda 1 Priester⸗ Seminar, 13) Freiburg 1 Priester⸗ und 5 Knaben Seminare. Homburg v. d. H. In der Sitzung des Gemeindevorstandes wurde der Vertrag mit der Staatsbehörde wegen Ankauf des mit Schluß 1872 dem Fiscus anheimgefallenen Besitzthums an Kurgebäuden, Heilquellen und Anlagen für 80,000 Thaler und zugleich wegen Uebernahme der Verpflichtung, die von Seiten des Fiscus der Kurbausgesellschaft abzukaufenden Kurgebäude ic. gegen Entschädigung von 50,000 Thalern für Rechnung der Stadt nach vorausgegangener Ab⸗ schätzung anzukaufen(welcher Vertrag am 27. De⸗ zember 1872 bereits die Genehmigung des Königs erhalten) von Seiten der Mitglieder des Gemeinde⸗ vorstands unterzeichnet. Leipzig. Die biesigen Vereinsbuchdrucker kündigten am 1. Februar beiläufig 200 dem Ver- bande der deutschen Buchdruckergehülfen angehörigen Buchdruckern, in Folge dessen 53 Gehülfen aus dem. Verein austraten. 600 Gehülfen hatten bis jetzt in den Vereinsofficinen fortgearbeitet, am nächsten Montag wird die Zahl der sortarbeiten⸗ den Gehülfen voraussichtlich 400 betragen. Der Druck aller Zeitungen und Wochenjournale ist ge⸗ sichert, und demnach der Hauptzweck der Gehülfen vereitelt. Ausland. Oesterreich. Ein Telegramm der„Wiener Abendpost“ aus Prag meldet, daß weder dort⸗ selbst, noch in der Umgebung die beabsichtigten Demonstrationen durch ischechische Volks versamm⸗ lungen stattfanden. Schweiz. Die Proclamation, welche zur Begründung der bekannten Beschlüsse die Dibeesan⸗ conferenz an die katholische Bevölkerung ihrer Cantone erließ, beginnt folgendermaßen:„Unsere schweizerische katholische Bevölkerung lebte in den letzten Jahrzehnten in Friede und Eintracht unter sich und mit ihren eidgenössischen Mitbrüdern anderer Confession. Der milde, ächt christliche und eidgenössische Geist, der seit der Gründung des Bisthums Basel die Bischöfe beseelte, das gute Einvernehmen, das sie mit den Regierungen zu unterhalten trachteten, hat nicht wenig hierzu beigetragen. Mit dem Amtsantritte des hohen Bischofs Eugenius Lachat haben diese Verhältnisse sich geändert. Der h. Bischof Lachat, im Aus⸗ lande erzogen, mit unseren schweizerischen Einrich · tungen gar nicht bekannt, verstebt unsere Verhält- nisse nicht und läßt sich gänzlich durch fremde Einflüsse leiten.“„Wir haben— fährt die Proclamation fort— alle gütlichen Mittel er⸗ schöpft, um mit ihm in Frieden zu leben. Er hat uns in allen Fragen ein entschiedenes„Nein“ entgegengesetzt, und wenn wir uns endlich zu an⸗ deren Maßnahmen veranlaßt sehen, so geschieht es Zustand unhaltbar geworden ist.“ — Der Nunttus Agnozzt überreichte dem Bundesrathe ein päpstliches Sendschreiben vom 16. Januar, welches dem Monsignore Mermillod in Anbetracht der Nöthen der christlichen Sache im Canton Genf dessen christliche Verwaltung und Jurisdiction als apostolischem Vicar mit den Rechten eines ordentlichen Landesbischofs übergibt. Frankreich. Der„Courrier de Paris“ entnimmt einem Briefe aus London, welcher an⸗ geblich von einer Person herrühre, die in Chisle⸗ hurst wohl Bescheid wisse, Folgendes:„Ueber die letzte Leidenszeit des Kaisers Napoleon verlautet manche düstere Einzelheit. Der Kaiser hatte mit gewaltigen körperlichen Schmerzen zu kämpfen; aber er hätte es vorgezogen, sie zu ertragen, als sich der mehr als zweifelhaften Operation zu unter⸗ ziehen. Er war persönlich ganz gegen die Letztere; die Kaiserin Eugenie rieth dazu. Sie hoffte da⸗ von den Erfolg, daß ihr Gemahl bald fähig sein würde, an dem bereits zweimal projectirten Landungs; versuch an der französischen Küste sich zu bethei⸗ ligen. Sie kam daher auf den Gedanken der Operation mit der ihr eigenen Hartnäckigkeit zurück, der gegenüber die Widerstandskraft Napoleons auch in früheren Zeiten immer schwächer zu werden pflegte. Sie hat ihn zu der Operation getrieben, wie sie ihn in den mexikanischen und dann in den deutschen Krieg gedrängt hatte. Seine letzte Weigerung, sich der Operation zu unterwerfen, soll sie mit dem erbarmungslosen Ausspruch ge⸗ brochen haben:„Vous étes un lache“. So war Eugenie bis zu der Todesstunde das böse Princip des Kaisers. Mit ihrer bigotten Gesinnung ver⸗ trug sich wobl eine gewisse Frivolität, die Laune eines echten Matador. Nun ist das Stiergefecht zu Ende.“ — Nach dem„Avenir national“ würde Remusat in der Nationalversammlung demnächst Enthüllungen über die Minister des Kaiserreichs machen, aus denen hervorgehe, daß Gramont und einige andere nicht nur Documente mitgenommen hätten, sondern daß„die Sache viel bedenklicher wäre, als man bisher geglaubt hat.“ — Das„Avenir national“ meldet:„Außer dem Lager von Avor, welches in Kurzem voll⸗ ständig eingerichtet sein wird, und dem von Chalons, an dessen Instandsetzung rüstig gearbeitet wird, beabsichtigt der Kriegsminisler, noch zwei andere ausgedehnte Lager in der Umgebung von Mar- seille und von Lyon zu errichten.— Der Kriegs⸗ minister trifft außerdem seine Anstalten, daß Frankreich nächsten April vier große Armeen von 100— 110,000 Mann zum Mindesten zur Ver⸗ fügung habe. Sie würden Ost⸗, West⸗ und Süd⸗ Armee des Centrums heißen. Jede würde aus drei Corps bestehen und jedes Corps aus drei Divisionen Infanterie und einer Division Cavalerie.“ Großbritannien.„Reuter's Office“ meldet: Der italienische Gesandte in Athen hat die Be⸗ ziehungen zu dem griechischen Minister des Aeußern wegen unpassend erachteter Stellen in einem Briefe des Letzteren über die Laurion⸗Affaire abgebrochen. (Siehe dagegen Italien.) — Aus Londen wird berichtet: Der„Murillo“, von dem es nunmehr feststeht, daß er den Unter- gang der„Nordfleeth“ herbeigeführt hat, gehört einer regeimäßigen Dampferlinie an, die den Ver⸗ kehr zwischen der Themse und Lissabon, Gibraltar, Cadiz und Sevilla vermittelt. Fünf Dampfer ge⸗ hören zu der Linie und sie besuchen ab und zu auch andere europäische Häfen, wie in diesem Falle der„Murillo“ in Antwerpen gewesen war. Der Capitän des„Murillo“ erhielt, als er in Lissabon einlief, Depeschen, daß er, wenn er bei dem Zu ⸗ sammenstoße im Canal betheiligt gewesen, sich sofort nach Cadiz begeben soll. Der Dampfer ist durch den Zusammenstoß wenig oder gar nicht beschädigt worden, und so hat der Capitän nicht einmal die Entschuldigung, daß durch die Colliston sein Schiff so sehr gelitten und seine Mannschaft in solche Verwirrung gerathen sei, daß an ein Hülfebringen nicht hätte gedacht werden können. Der Commandant des Schiffes, das auch die spanische Flagge führt, ist ein Spanier, und der aus der tiessten Ueberzeugung, daß der bisherige] spanischen Regierung wird es wohl oblie 15 müssen, für die Rechte der Menschlichkeit einzulteten und die nöthige Achtung für die Sitten und Gebräuche zu erzwingen, die bei allen Nationen seit Jahr- hunderten bei See- Unfällen hergebracht sind. Es handelt sich nicht blos um den Schadenersatz, den die Besitzer des niedergebohrten Schiffes und der Ladung zu beanspruchen haben. Es handelt sich um die Unglücklichen, die keine Genugthuung mehr ins Leben zurückruft, es handelt sich um die Wittwen und Waisen, die ihre Erhalter und einzige Habe auf Erden dazu verloren haben. Der Capikän des„Murillo“ heißt Felipe Berrute, der erste Offizier Manuel Herrerg Palacios. Für die vom Untergang der„Nordfleeth“ Geretteten sind hler 5228 L. gesammelt. — Ein furchtbarer Sturm hat an der ganzen Küste geherrscht. Der Dampfer„Clan Alpine“ scheiterte bei Falmouth. Nur der Steuermann wurde gerettet. Bei Runcorn strandete das Schiff „Saras“ und vier Schiffsleute ertrayken. Bei Torquay sind schwimmende Schiffstrümmer ge⸗ funden und man glaubt, daß mehrere Schiffe ge⸗ scheitert sind. Auch viele kleine Boote wurden beschädigt. Bei dem Sturme stieß der französische Dampfer„Pereire“ mit dem deutschen Barkschiffe „Laura“ aus Stettin zusammen, dessen Mann- schaft vom ersterem aufgenommen und nach Holy⸗ head gebracht wurde. Der„Pereixe“ versuchte auch das Schiff zu retten und nahm dasselbe in's Schlepptau, welches jedoch riß. Italien. Die„Agenzia Stefani“ erklärt die Nachricht, daß der italienische Gesandte in Athen die Beziehungen zu dem griechischen Mi⸗ nister des Aeußern abgebrochen habe, für unrichtig; der Gesandte habe nur die Instruction erhalten, sich bis zur Lösung der Laurion-Frage in dem officiellen Verkehr eine große Reserve aufzuerlegen. — Die„Voce della Verita“ versichert wieder⸗ holt, daß der Papst kein Beileids⸗Telegramm nach Chislehurst gesendet hat. — Deum„Osservatore Romano“ zufolge, ist die Nachricht, daß Don Carlos in Rom ange- kommen sei und mehrere Stunden daselbst verweilt habe, unbegründet. a Rußland. Das„Journal de St. Peters⸗ bourg“ meldet die Beendigung der vor drei Jahren begonnenen Verhandlungen Rußlands mit Eng⸗ land über die central- asialische Frage, wobei es sich um die Feststellung einer Grenze und die von beiden Seiten zu beobachtende Handlungsweise gehandelt habe. Die Unterhandlungen haben dem genannten Organ zufolge zu einer vollständig befriedigenden Uebereinstimmung geführt. Die russische Politik in Centralasien sowohl wie in Europa so nur auf Erhaltung und Sicherung des Friedens gerichtet, wie solches die eigenen Interessen Rußlands vorschrieben. Amerika. Aus Oregon flüchten viele Familien, da die Feindseligkeiten der Indianer fortdauern und Metzeleien befürchtet werden. Truppenverstärkungen sind dahin abgegangen. Frankfurt. Das Unternehmen des hiesigen Schlitt⸗ schuhclubs, an der Main⸗Neckar⸗Brücke auf der ehemaligen Grindbrunnenwiese eine Eisbahn anzulegen, erwies sich als nicht ausführbar; denn die auf die in Aussicht ge⸗ nommene Fläche gepumpten 12,984 Ohm Mainwasser versanken spurlos in die Erde. Frankfurt. Am Samstag erlebte die Stadt das ungewohnte Schauspiel, daß ähnlich, wie mit Kartoffeln, die Bauern mit Wagen voll Eis umherzogen. Dle Ver⸗ käufer, meist aus dem Vogelsberg, hatten gehört, in Frank⸗ furt bezahle man den Center Eis mit 2½ fl.; sie fanden sich aber sehr enitäuscht und luden ihr Eis schließlich noch für 9 kr. ab. Mainz. Vorige Woche stürzte ein aus Oberhessen gebürtiger Rekrute des 117. Regiments beim Turnen so unglücklich auf den Kopf, daß er des Abends an den Folgen des Sturzes starb. Mainz. Am Samstag Abend ereignete sich beim Gießen eines größeren Stücks Eisen, deren schon viele ähnliche vorher gegossen waren, ein bedauernswerther Unfall. Durch einen unglücklichen Zufall drang das flüssige Eisen in den inneren Theil der Form bewirkte dadurch eine solch heftige Expansion der eingeschlossenen Luft, daß ein Theil des flüssigen Eisens aus der Form heraus auf die umstehenden Arbeiter geschleudert wurde, 0 0 Ae Straßburg. Vor einigen Abenden ist. 1 Bahnhof ein Sack mit etwa 1½¼ Millionen Diebstahls stark verdächtig. Die Betriebscommisston Elsaß⸗Lothringer Eisenbahn setzt eins Belohnun 1 5000 Fres. Renten auf die Entdeckung des“ ODlebs. Wien. Unglaubliches wied von einem unglückli Mädchen⸗Paar berichtet, das unter dem Namen:„Die köpfige Nachtigall, in Fa und bemnächst Berlin Concerfe gibt. Die beiden zufaͤm menge Mulattinen sollen zwei ganz von einander unabhängige Körper sein, sie besitzen kein einziges Organ gemeinschaff⸗ lich und ihre Trennung von einander wäre um so leichter und gefahrloser, als sie bloß durch ein Stück fremden Fleisches, welches mau durch eine chirurgische Operation mit ihren beiderseitigen Körpern verband, aneinander ge⸗ Banknoten entwendet worden. Ei E schwundener Wagesteter bed ape ureaus es 7 0 0 873 fesselt sind. Um die Möglichkeit der Vollsührung einer so haarsträubenden Operation zu begreifen, muß man be⸗ denken, daß 10 beiden Mulattenmädchen Sclavinnen waren und daß bei den großen Sclavenhaltern im süd⸗ lichen Theile von Amerik! das Leben der Schwarzen sehr billig war. Zum Behuf der Operation war es nöihig ein Negeirkind, zu töbien, ein Stück frisches Fleisch aus demselben herauszuschneiden und jedem der beiden mit einander zu verbindenden Kinder eine allerdings lebensge⸗ fährliche Wunde beizubringen, in deren jede ein Ende des frischen Fleischstückes gepfropft wurbe. Das ist un⸗ zweifelhaft die Entstehungsgeschichte der„welk figen Nachtigall“, die jetzt zum Gegenstand einer gets nnsüchligen Speculation gemacht wird; denn es ist begteiflich, daß die unglücklichen Geschöpfe nur sehr wenig oder gar nichts von dem reichen Erkrage bekommen, welchen die Neugierd der Bevölkerungen der größten und gebildetsten Stäb ihnen darbringk, und daß dieselben blos dazu dienen, ihren Führer zu bereichern.. Wien. Ueber die Beförderung der für die Wiener Weltausstellung bestimmten Gegenstände ist noch anzu⸗ führen, daß die Versicherung derselben gegen die Gefahreg des Transportes von der Empfangsstelle bis in den Ausstellungsraum aus Staatsfonds übernommen wird. Die Versicherung gegen Feuersgefahr während der Dauer der Ausstellung wird von Reichswegen bewirkt. Der Absender hat zu diesem Zwecke seinen Ausstellungsgegen⸗ ständen eine Werthdeklaration beizufügen. Ohne' diese wird eine Versicherung nicht veranstaltet.— Die Aus⸗ stellungsgüter werden als Durchgangsgut zollfrei nach Wien in die Ausstellungsräume befördert, Denjenigen Ausstellern welche ohne Vermittelung der einzurichtenden Empfangs stellen ihre Erzeugnisse zur Ausstellung einsenden wollen, bleibt überlassen, auf Grund ihrer Legitimation den betreffenden Eisenbahn-Verwaltungen und Behörden gegenüber die bewilligten Tarifermäßigungen, den zoll⸗ freien Durchgang bis zur Ausstellung und die Zulassung in den Ausstellungsräumen zu erwirken! Legere erfolgt nur dann, wenn die Colli mit der vorgeschriebenen Sig⸗ natur und Adresse versehen sind und sogleich dem Fracht⸗ briefe die Legitimation beigefügt ist.— Die Kisten, Tonnen, Säcke oder sonst für die Versendung der Aus⸗ stellungs-Gegenstände gebrauchten Verpackungen, Um⸗ hüllungen oder Einsätze, ingleichen das Verpackungs⸗ material, als Papier, Matten, Heede u. s. w. werden auf öffentliche Kosten aus den Ausstellungsräumen weg⸗ geschafft, während der Dauer der Ausstellung verwahrt und nach, dem Schlusse derselben dahin zurückgeschafft werden. i Von der französischen Grenze. Die Zahl der Wildschweine und Wölfe in den östlichen Departe⸗ ments von Frankreich ist so groß, daß man zu den energisch⸗ sten Maßregeln schreiten mußte, um ihren Verheerungen einigermaßen zu steuern. Eine Ordre des Präsecten des Doubs⸗Departements befiehlt allen Wolfsjägern und über⸗ haupt allen Forstbeamten, underzüglich in allen Theilen des Departements Treibjagden zu veranstalten. Eine gleiche Maßregel war schon vorher von dem Präfecten der Haue Saone angeordnet worden. Bis 1. Januar wurden erlegt 77 Wölfe, Wölfinnen und junge Wölfe; 729 Wildschweine jeden Alters 581 Füchse und junge Füchse. Die Total⸗ summe des erlegten Wildes beträgt 1387 Stück; hierzu kommt noch eine fast gleiche Anzahl ber bei Privatjagden erlegten Wildschweine und Füchse. Trotz dieser Metzele unter dem Wild ist das Departement Haute⸗Saone imme noch buchstäblich von Wildschweinen und Wölfen Über füllt; die Jagd auf diese Thiere wird übrigens mi“ wahrer Wuth betrieben. f 21 4 1 Aus Hongkong berichtet ein Schreiben über einen Kampf, der zwischen chinesischen Seeräubern und dem französischen Kriegs⸗Dampf⸗Abiso„Bourayne“ statk⸗ gefunden. Dem„Bourayne“, der von Saigun abgefandt worden war, um den anamilischen Mandarinen die Artikel des Vertrags ins Gebächtniß zurückzurufen, den sie mit Frankreich abgeschlossen, begegnete Anfangs Novesnber in einer gewissen Entfernung von Hue fünf Dschunken von verdächtigem Aussehen. Jede derselben war mit 20 Kanonen bewaffnet. Man erkannte bald, daß man es mit chienesischen Seeräubern zu thun hatte. Ein heftiger, lang anhaltender Kampf entspann sich; die Piraten, die wußten, welches Schicksal sie erwarte, vertheidigten sich mit größter Hatt⸗ näckigkeit. Zuletzt wurden aber die Dschunten zum Rück⸗ zug gezwungen. Zweien derselben gelang es, eine in der 1 Nähe gelegene kleine Insel zu gewinnen, wohin sich ein Viele ertranken jedoch, Theil ihrer Mannschast reitete. und die beiben Dschunken selbst wurden genommen und verbrannt. Die drei anderen Oschunken konnten nicht schnell genug die Flucht ergreifen, und von den 300 Cbinesen in Folge dessen sich 12 Mann verbrannten, meist jedoch nur leicht und wurden Augen oder sonstige edlere* theile glücklicherweise nicht beschädigt, und Anamften, die sich auf denselben befand, gelang es keinem Einzigen, zu enlkommen. Der Kampf dauerte bis 5 zum letzien Augenblick; die Dschunken wurden in Grund — sr