dat tin N einge Auzus am der ersazte, denn lich die N Die det ein wissen uk, daß get als f. Der b. Mit f schätzt orbenen gangen sebötde Allen, rütteten schollen, Abericht M103. 1873. Oberhessischer Anzeiger. Donnerstag den 4. September. Die Petitzeile wird mit 3 kr., resp. 1 Sgr., berechnet. Areisblatt für den Kreis Friedberg. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Für den Monat September kann auf den„Oberhessischen Anzeiger“ bei der Verlags-Expedition mit 10 kr., bei den Poststellen mit 16 kr. abonnirt werden. in Zukunft auf 4 kr. stellen. behalten uns jedoch eventuell eine Erhöhung vor. Der neue Preisansatz Annoncen⸗Gebühren betreffend. Die fortwährend gesteigerten Preise für das Material: Papier(um 30%), Schrift und Schwärze(um 25—30), die erhöhten Arbeitslöhne ꝛc. ꝛc. machten eigentlich sowohl eine Erhöhung des Abonnementspreises, sowie eine Erhöhung der Annoncen— gebühren nöthig. Trotzdem wollen wir vorerst nur die letztere vornehmen und zwar wird sich der Preis der Petitzeile oder deren Raum Es ist diese Erhöhung auch außerdem dadurch gerechtfertigt, daß der Anzeiger in letzter Zeit bedeutend an Abonnentenzahl zugenommen hat, Annoncen also selbstverständlich eine weit größere Verbreitung als seither finden. Won Friedberg und Bad⸗Nauheim eingesandte Annoncen werden wir für's Erste noch zum alten Preise berechnen, beginnt mit dem 1. Oktober. Die Expedition des Oberhessischen Anzeigers. Deutsches Reich. Dar mstadt. Das Plenum der Landes⸗ Synode wird nicht wie von einzelnen Blättern irrig gemeldet, am 20., sondern schon am 15. Sept. zusammentreten. Die Einberufung Seitens des Präsidiums ist angeordnet. Der vom Ausschußz der Synode erstattete Bericht is jetzt, einschließ⸗ lich des Gutachtens der Aus schußminorität, voll⸗ ständig erschienen. — Am 18. v. M. wurde der Actuariate⸗ Aspirant Wilhelm Siebert aus Langen zum Land: gerichts ⸗Actuar bei Großherzoglichem Landgericht Büdingen ernannt. — Wie wir hören, ist die Frage über die Besetzung der Stelle eines Generalsecretärs der land wirthschaftlichen Vereine nunmehr erledigt und für diesen Posten Hr. Dr. R. Weidenhammer zu Helmstedt, dessen Ernennung in der Kürze bevor⸗ stehen dürfte, in Aussicht genommen. Berlin. Durch Erlaß des Cultus ministers sind die Impfärzte aufgefordert worden, über die Erfahrungen, welche sie beim Impfgeschäft über⸗ haupt gemacht, sowie über die Benutzung der Glycerinlymphe, über das Verhalten der Kinder nach der Impfung, über die etwaige Erfolglostg⸗ seit mancher Vaccinationen und über anderweitige in dies Gebiet einschlagende Beobachtungen bis jum 20. Februar k. J. ausführlichen Bericht zu irstatten. f b — Wie man hört, werden sämmtliche katho⸗ lischen Seminare in allen Provinzen der Monarchie iner gründlichen Revision bezüglich der Statuten und ihrer Uebereinstimmung mit den Maigesetzen unterworfen. Man ist darauf vorbereitet, überall venselben Widerstand und denselben Ausflüchten zu begegnen, man ist aber auch gewillt, mit aller Energie diejenigen Absichten durchzuführen, von genen bei Erlaß der Kirchengesetze ausgegangen t. In Regierungskreisen macht man sich keine Sorge darüber, wenn die Klerikalen jubeln, daß nan ihnen doch nichts anhaben könne und Geld- trafen sie kaum berühren. Es bleibt aber zu er⸗ pägen, daß die Kirchengesetze gegen ganz bestimmte Uebelstände gerichtet sind, deren Beseitigung die Regierung auf gesetzlichem Boden anstreben zu lönnen jetzt nicht unterlassen wird. — Die Einführung der sehr weittragenden Infanteriegewehre auf 1600— 1800 Meter führt ten Uebelstand mit sich, daß die schießende Truppe zicht sicher wissen kann, ob sie getroffen hat oder icht, und selbst mit bewaffnetem Auge ist es nicht höglich, anzugeben, ob zu kurz oder zu weit ge⸗ schossen worden ist. Aus ditsem Grunde ist eine Correctur unmöglich. Man ist nun mit dem Ver⸗ suche beschäftigt, die Artillerie als Distancemesser zu verwenden. Da das Geschoß beim Crepiren die Feuererscheinungen der Explosion von sich gibt, so ist in nicht zu ungünstigem Terrain zu beob⸗ achten, wie weit zu kurz, ob Treffer, oder wie viel zu weit die Kugel geflogen ist. Ist nun die Ent⸗ sernung durch Correctur festgestellt worden, so soll die in der Nähe befindliche Infanterie nach dieser Entfernung das Vistir ihrer Gewehre stellen. Der erste Versuch fand kürzlich auf dem Artillerieschieß⸗ platz bei Tegel statt, und er wurde von der Mili⸗ tärschule aus Spandauk und von der hiesigen Artillerieschießschule ausgeführt; geschossen wurde von der Infanterie mit Mausergewehren und von der Arlillerie mit dem besten Feldgeschütz, welches wir bis jetzt officiell besitzen, dem 9 Centimeter. — Ueber die Festfeier vom 2. September bringen die Zeitungen Folgendes: Die heutige Festfeier wurde bei herrlichstem Wetter Morgens 8 Uhr durch Blasen eines Chorals(Allein Gott in der Höh sei Ehr) von der Kuppel des könig⸗ lichen Schlosses eröffnet. Die Stadt ist mit Bannern und Fahnen festlich geschmückt. Die Straßen und Plätze vom Schlosse bis zum Königs⸗ platze sind von dichtgedrängten Menschenmassen besetzt. Die Truppen des Gardecorps rückten von 8½ Uhr an mit klingendem Spiele nach dem Königsplatze. Um 10½ Uhr begab sich der Kaiser und König, umgeben von dem Kron- prinzen, sämmtlichen Prinzen des Königshauses und den anwesenden fremden Fürstlichkeiten, gefolgt von den Generalfeldmarschällen, sämmtlichen com⸗ mandirenden Generalen und der übrigen nicht in der Front stehenden Generalität, unter den Jubel-⸗ rufen der Bevölkerung zu Pferde nach dem Königs- platze. Die Kaiserin, die Königin ⸗Wittwe, die Kronprinzessin und die übrigen Prinzessinnen des königlichen Hauses mit ihren Hofstaaten folgten die Linden entlang in feierlicher Auffahrt. Schlag 10 Uhr rückte das Gardecorps auf die östliche und westliche Seite des Königsplatzes, in je drei Treffen aufgestellt. Die Artillerie war batterie⸗ weise durch die Friedensallee bis zum Branden- burger Thor postirt. Die Armee ⸗Deputationen, an deren Spitze bei der Feier selbst sich die com⸗ mandirenden Generale stellten, waren rechts und links zwischen dem Kaiserpavillon und dem Sieges⸗ denkmal aufgestellt. In der Mitte befand sich ein Podium für den Domchor und die Geistlichkeit. Der Kaiser wurde mit militärischen Honneurs und Hurrahrufen empfangen und nahm im Pavillon Platz. Hierauf schlugen die Tambours und bliesen die Trompeter zum Gebet. Der Domchor sang zwei Verse eines Kirchenliedes, Feldpropst Thiele hielt die Weihrede und schloß mit Gebet, worauf die Tambours abschlugen und die Trompeter ab⸗ bliesen. Ministerpräsident Graf Roon erbat sodann den Befehl zur Enthüllung. Als die Hülle siel, intonirten alle Musikchöre die preußische Volks- hymne. Die Artillerie löste 101 Schüsse und alle Glocken läuteten. Der Domchor schloß die Feier mit zwei Versen des Liedes„Nun danket alle Gott“. Der Kaiser durchschritt darauf mit dem Kronprinzen, den Prinzen, den Fürstlichkeiten, den Generalfeldmarschällen, den commandirenden Gene⸗ rälen und einer glänzenden Suite die aufgestellten Treffen und nahm dann in der Siegesallee die Parade sämmtlicher Truppen ab. Der Kronprinz, Prinz Friedrich Carl, Wrangel, Moltke und Roon führten Feldmarschallstäbe. Die Prinzen Friedrich Wilhelm und Heinrich traten nach Schluß der Feier in ihre Stellen im ersten Garderegiment. Fürst Bismarck war im Gefolge des Kaisers. Der Kaiser wurde überall von stürmischen Zurufen begrüßt. Cassel. Nachdem Metropolitan Hartwig in Waldkaphel„wegen wörtlichen und thätlichen Widerstandes gegen das Kirchenregiment““ vom Amte suspendirt worden, hat das Gesammt⸗Con⸗ sistorium den Pfarrer Wiskemann zu Bischhausen mit Besorgung der Metropolitangeschäfte der Classe Waldkappel beauftragt. Als Letzterer dieses den Classenpfarrern Frankfurth zu Mitterode, Hoffmann zu Thurnhosbach und Witzel zu Schemmen mittelst Circular anzeigte, erwiderten sie,„daß sie seine Bestellung durch das von ihnen nicht anerkannte Consistorium für den Regierungsbezirk Cassel als zu Recht bestehend und für sie verbindlich nicht anzusehen vermöchten, darum mit ihm in amt⸗ lichen Verkehr zu treten außer Stande seien, viel- mehr den lirchenordnungsmäßig im Amte stehenden Metropolitan Hartwig allein als ihren zuständigen Metropoliten auch ferner anerkennen könnten“. Gegen den letztgenannten Pfarrer Witzel ist außer⸗ dem eine Klage wegen Verletzung des Kanzel⸗ paragraphen anhängig, die am 12. September vor der Strafkammer des Kreisgerichts Cassel zur Verhandlung kommt. Bremen. Vom 13. bis 31. Juni 1874 soll eine internationale landwirthschaftliche Aus- stellung dahier stattfinden. Die Ausstellung wird aus 10 Abtheilungen bestehen, welche umfassen: ———— 5 das Zuchtvieh und zwar Pferde, Rinder, Schafe, Schweine und Ziegen, das Mastvieh, das Geflügel, die Fischerei, die Bienenzucht und den Seidenbau, die Forstwirthschaft und Jagd, die landwirth⸗ schaftlichen Produkte und landwirthschaftlich⸗tech⸗ nische Fabrikate, die Erzeugnisse des Garlen⸗, Obst⸗ und Weinbaues, die landwirthschaftlichen Maschinen und Geräthe, schließlich die Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschungen auf den Gebieten der vorstehenden Abtheilungen. An Prämien sollen mindestens für 100,000 Reichsmark zur Vertheilung kommen. Es liegt in der Abstcht des Ausstellungs⸗Comités, zur Zeit der Ausstellung ein Pferderennen zu veranstalten. Kaiserslautern. Bei der Stadtrathswahl hat die„Volkspartei“ ihre ganze Candidatenliste vollständig durchgesetzt; sieben Männer, die auf der Liste der Liberalen standen, kamen nur dadurch in den Stadtrath, daß sie auch auf der volks⸗ parteilichen Liste standen. Die Volkspartei brachte etwas über 600, die liberale etwa 250 und die ultramontane einige 80 Stimmen ins Treffen. Ausland. Oesterreichzlüngarn. Wien. Aus Pest wird der„N. Fr. Pr.“ geschritben, daß gutem Vernehmen nach die Cholera, die daselbst bisher in 3600 Ortschaften wüthete, im Abnehmen be⸗ griffen sei. In Wien und am flachen Lande kommen noch immer täglich 60—70 Erkrankungs⸗ fälle durchschnittlich vor. — Der internationale medizinische Congreß wurde am 1. September von dem Protector Erz⸗ herzog Rainer eröffnet. Schweiz. Bern. In Luzern hat 31. Aug. zu Ehren Thier's eine großartige Ovation zahl- reicher Delegirter von in der Schweiz wohnenden Franzosen stattgefunden. Thiers sprach die Hoff⸗ nung auf die Erhaltung der französischen Repu⸗ blik aus. Frankreich. Paris. Mae Mahon hat bei der Gnadencommission zahlreiche Begnadigungen von verurtheilten Communisten aus Anlaß der be⸗ vorstehenden gänzlichen Gebietsräumung beantragt. — Der deutsche Gesandte in Spanien, Frhr. v. Canitz, ist von hier nach Madrid zurückgekehrt. Großbritannien. London. Don dem britischen Geschwader vor Cartagena wird ge⸗ meldet, daß die Insurgenten drohten, auf die englischen Schiffe zu feuern, falls die Insurgenten⸗ schiffe„Victoria“ und„Almansa“ fortgeführt würden. Admiral Nelverton gab den Insurgenten eine 40 stündige Bedenkzeit. Die eingeleiteten Verhandlungen versprechen eine gütliche Lösung. Danach wird Nelverton die Insurgentenschiffe nach Gibraltar führen, aber erst nach Beendigung des Kampfes um Cartagena ausliefern. — Nachrichten aus Cartagena zufolge bat der Admiral Nelverton beschlossen, die Fregatten „Almansa“ und„Vittoria“ nach Gibraltar zu bringen. Zugleich hat der Admiral den Insur⸗ genten angeboten, die englische Negierung um Nichtauslieferung dieser Schiffe an die spanische Regierung zu ersuchen, verweigerte aber die von der Junta geforderten Garantien. Die Insur⸗ genten sollen die Absicht haben, die Wegführung mit Gewalt durch die Forts und ihre Panzer- schiffe zu verhindern. Im Falle der Conflikt nicht noch beigelegt wird, würde Nelverton, wenn man ihn angriffe, die Panzerschiffe nehmen und viel- leicht das Arsenal bombardiren. Spanien. Madrid. Eine große Anzahl von Cortesmitgliedern ist dem Vernehmen nach geneigt, dem Finanzminister die weitgehendsten Vollmachten zur Beschaffung der erforderlichen Mittel für die Bekämpfung der Carlisten zu er⸗ theilen.— Der spanische Gesandte in Bern soll, wie verlautet, nach Brüssel versetzt werden.— Das Insurgentenschiff„Numancia“ ist einem Ge⸗ rüchte zufolge durch ein britisches Schiff genom⸗ men worden. 1 Gegen die Carlisten haben die Regierungs- truppen keine neuen Erfolge aufzuweisen. Don Carlos steht mit dem Gros seiner Truppen noch bei Estella. Der Befehlshaber der rupublikanischen Nordar mee, Sanchez Bregua, wurde am 30. Aug. mit 10,000 Mann in Vittoria erwartet, von 14 welcher Stadt aus er zum Carlisten vorgehen will. Italien. Rom. Es verlortet aus guter Quelle, daß die Abreise des Königs nach Wien für die zweite Woche des September festgesetzt ist. Rußland. Petersburg. Die von dem „Daily Telegraph“ aus Taschkent unterm 26. d. gebrachte Nachricht über einen neuerlichen Aufstand in Chiwa hat bisher hier keinerlei Bestätigung gefunden. ö Amerika. New⸗Aork. Gerüchten zu- folge ist von einer großen Indianertruppe ein An⸗ griff auf das Territorium um Port Hill unter- nommen worden. Weiber, Kinder und die Hälfte des 4. Cavallerie⸗Regimentes sollen niedergemetzelt worden sein. N — Die Cholera tritt in intensivster Form in Kentucky arf. In den Städten Paris, Milles⸗ burg und Stanford sind alle Erkrankten gestorben. Augriff gegen die Aus Stadt und Land. Offenbach. Da in Folge der Auswiegelungen der Social-Demokraten für den Tag der Sedan Feier, wozu man sich Zuzug aus der ganzen Umgegend verschrieben; haben soll, Scenen zu befürchten standen, so hat sich das hiesige Kreisamt veranlaßt gesehen, den Festzug, sowie die Festrede zu untersagen. ö Darmstadt. Für die Menagen der 1870/71 hier befindlichen frauzösischen Kriegsgefangenen wurden im Ganzen 887 Ctr. 36 Pfd. Fleisch geliefert, ein Quantum, welches die Herren Rothhosen nicht als ein allzu knapp bemessenes bezeichnen können. 0 Darmstadt. In einem in einer öffentlichen Gerichts⸗ sitzung vor Kurzem verlesenen Leumundsbericht heißt es; „Rubrikat ist ein dem Trunke ergebener Raufbold, der aber aus allen Raufereien wohlverdient mit zerschlagenen Gliedern hervorgeht.“ 0 Darmstadt. Die hiesigen Bäcker haben mit ihrem Project, von nun an nur noch zwei Kreuzer-Wecke zu backen, diesmal die Rechnung ohne die Hausfrauen ge⸗ macht. Am 1. d. M. Morgens war es interessant, zu beobachten, wie die Bäckersjungen vergeblich an alle Thüren klopften, sofern sie nicht die üblichen Kreuzerswecke führten und wie sie schließlich ihre Zweikteuzerswecke wieder wohl⸗ behalten nach Hause tragen konnten, jedenfalls nicht zur Erbauung der Herren Bäckermeister. Am 2. d. Morgens konnte man allenthalben wieder Kreuzerwecke haben. Allerlei. Bad Homburg. Der Kurfonds und Kursusten⸗ tafionsfonds hat nach Abzug der bis jetzt geschehenen Ankäufe eine Höbe von 1,751,000 fl. und einen Zins⸗ ertrag von rund 44,000 Thlr. g Frankfurt. Am 30. August Nachts ½ 11 Uhr trug sich auf der Mainzer Landstraße ein großes Unglück zu. Der Marketender Carl aus Wiesbaden, zur Zeit der Manöver in Griesheim wohnend, fuhr auf seinem Wagen, in Begleitung von 5 Personen, darunter seine Frau, nach Haus. In der Nähe der Eisenbahnübergänge wurde das Pferd scheu und durchbrach zuerst die eine Barridre an der Weserbahn, dann, da es sich nicht auf⸗ halten ließ, die an der Taunusbahn. Im Begriff, dies Geleise zu passiren, wurde das Fuhrwerk von dem in⸗ zwischen herangekommenen Taunus bahnzug erfaßt. Carl wurde im wahrsten Sinne des Wortes geviertheilt und seiner Frau auf der linken Seite der Leib aufgerissen, während das Rad quer über den Leib, einen großen rothblauen Streifen zurücklassend, hinwegging. Das Fleisch vom linken Arme wurde vollständig abgeschält, während noch in die Stirne ein tiefes Loch gestoßen wurde. Der Hausherr der Verunglückten, der hinten aufsaß, wurde neben den Zug geschleudert, während zwei andere Personen unter denselben geriethen; der ganze Zug ging über sie hinweg, ohne daß sie Schaden nahmen. Der Wagen ist vollständig zertrümmert. Das Pferd kam unbeschädigt davon. Rüdesheim. Auf dem Niederwald wurde dieser Tage auf die verruchteste Weise eine Brandstiftung versucht, die jedoch wiederholt mißlang. Am Monkag wurde ein im Aussichts thürmchen des Jagoͤschlosses liegender Fenster⸗ laden mit dem darunter befindlichen Kehricht ꝛc. ange⸗ zündet, aber noch rechtzeitig gelöscht. Am 26. August während der Table d'höte entdeckten zwei Knaben, welche an den über dem Speisesaal gelegenenen Schlafzimmern vorübergingen, durch den rauchigen Geruch, daß in einem derselben das Bettzeug in Brand gesteckt und zum Theil, bereits verbrannt war. Auch in dem anderen Zimmer fand man beim Auslegen der Bettung ein Schwefelholz und Papier, welches schon angebrannt war. Heilbronn. Die Orts⸗Commission machte am 29. August bekannt: Von gestern, Donnerstag, bis heute Vormittag sind an Cholera und choleraverwandien Krank⸗ heiten erkrankt 14 Personen, gestorben eine Person. Vom 30. August wird telegraphirt: Neue Cholera⸗ und cholera⸗ ähnliche Erkraukungen 16, Todesfälle 4, Ausbreilung gleichbleibend, Wirkung gefahrloser. Denkmals⸗Enthüllung sowie Sedan-Feier unterbleiben. Nürnberg. Ein Nürnberger Blatt schreibt: Ein verwüstendes Hagelwetter suchte am 28. August die Um⸗ gebung von Neumarkt heim, die Hopfen Ernte fast ver⸗ 1 * nichtend. Es wurden uns am folgenden Tage noch Hagel⸗ körner von ½ Zoll Durchmesser auf der n vorgezeigt, die also bei ihrem Niederfall gewiß den drei⸗ fachen Umfang hatten. Bremen. Am 31. August kam Capitän Werner helmshaven zu stellen. Wie er Bekannten gesagt hat, die er auf seinem Wege sprach, beabsichtigt er, erschütterter Gesundheit halber, seinen Abschied zu nehmen. Ein ärzt⸗ liches Zeugniß soll in der That eine gewisse Alteration seiner Gesundheit bescheinigen; und wenn es auch lebhaft zu bedauern ist, daß unsere junge Marine einen so aus⸗ gezeichneten Befehlshaber verlieren soll, so kann man ihm doch nicht verdenken, wenn er nach 33 Dienstjahren und dem, was er jüngst erlebt hat, lieber ländliche Ruhe auf⸗ suchen oder sich anderen Lieblingsbeschäftigungen hingeben will, als die Strapazen des activen Dienstes fortertragen. Berlin. Ein Berliner Kind, das kürzlich aus Wien hierher zurückgekehrt ist, erzählt die nachstehende heitere Geschichte, die(si non e vero, e ben trovato) ihm auf der Weltausstellung passirt ist: Unser Landsmann bum⸗ melte in den Hallen der Weltausstellung umher und traf einen Türken, welcher in seiner Bude Zahnbürsten von Missak, Haschisch um sich in Träume zu rauchen, Raslik und Hennah zum Färben der Haare und andere Artikel an einem der Ausgänge feil hielt. Das war etwas für unseren Berliner,. Er stürzte hin und kaufte von den in allen Sprachen der Welt annoncirten Artikeln. Aber es gefiel ihm nicht, daß der Türke Alles mit Zeichen ab⸗ machte, sprechen wollte er mit ihm— um in Berlin sagen zu können, er habe sich mit einem Türken, mit einem echten Türken unterhalten. Er holte sein Manuel pour Monsieur? Der Türke beugte verneinend den Kopf zurück. Speak vou english, Sir? Gleiche Verneining. Parxlate italiano, Signore? Dieselbe Antwort. An loqueris Iinguam latinam, domine? holte der Berliner aus seinem Gedächt⸗ nisse hervor, aber er empfing denselben Bescheid. Er be⸗ sann sich, daß er einen Band aus„Tausend und eine Nacht“ bei sich habe und las daraus auf gut Glück: Coch duldah sefa gjeldin! Aber der Türke verstand es nicht. Türken deutsch anreden? Es war wohl eitle Hoffnung, daß der Türke ihn verstehen würde, aber er riskirte es darauf. „Deutsch verstehen Sie wohl voch nich.“—„Ei ja, heernse — ich bin Sie ja aus Stetteritz bei Leipzig und besuche die Weltausstellung als keeniglich sächsischer Derke, mit Berliner derkische Waare. Ei ja— nu eben!“ Berlin. Die Kinder des Kronprinzen sind am Sonnabend Morgen glücklich einer schweren Gefahr ent⸗ ronnen. Als dieselben gegen 8 Uhr mittelst Extrazuges von Potsdam nach Berlin retsten, kam, wie die„Held'sche Staatsbürger-Zeitung“ erzählt, dem in voller Fahrge⸗ schwindigkeit befindlichen Zuge auf demselben Geleise an der Steglitzer Curde eine Draisine, die mit Eisen schwer beladen war und auf der sich eine Anzahl Arbeiter besand, entgegen. Zum großen Glück sah der Wärter von Bude 10, Namens Heinrichs, die entsetzliche Gefahr und gab das Haltesignal, Der aufmerksame Locomolivführer nahm das⸗ selbe sofort wahr und vermochte den Zug noch dicht vor. dem Hinderniß zum Halten zu bringen. Die Draisine wurde von den Schienen gehoben und der Zug konnte so⸗ dann seine Fahrt fortsetzen. Die bereits eingeleitete Unter⸗ suchung wird ergeben, wer die Schuld an dieser groben Fahrlässigkeit trägt; so viel steht jetzt schon fest, daß die Draisine deshalb nicht früher abgehoben wurde, weil bei dem ihr zunächst gelegenen Telegraphen das Signal, daß ein Zug kommen solle, nicht gegeben war. Die Folge des durch die Aufmerksamkeit des Heinrichs so glücklich ver⸗ hüteten Zusammenstoßes wäre nach dem Urtheile Sachver⸗ ständiger ohne Zweifel die Entgleisung des Zuges ge⸗ wesen, die um so gefährlicher war, als der Zug, wie schon bemerkt, gerade auf einer Curve sich befand. f Genf. Von hier wird gemeldet, daß man nun auch die letzten Kisten aus der Hinterlassenschaft des Herzogs von Braunschweig habe öffnen können. Sie enthalten nebst Bijouterien für 15 Millionen Fraucs Aktien der Pacific⸗Eisendahn in Amerika, als sehr gute rentable Papiere längst bekzunt. Es sind also bereits in Genf liquid 45 bis 48 Millionen. Man berechnet das ganze Vermögen auf nahezu 200 Milllonen. Fücst Bismarck soll auf Anfrage seitens Genfs telegraphirt haben, daß er 62 Millionen personelles Vermögen des Herzogs in Deutschland kenne und anerkennen wolle, jedoch die Staats⸗ güter und Domänen nicht einrechne. 10 Bern. Bezüglich der von mehreren Zeitungen ge⸗ brachten Noliz, daß sich auf einer schweizerischen Münze das Bild des beutschen Kaisers befinde, schreibt man der „N. Frankf. Pr.“: Eine erschreckende Mähr durchläuft die schweizer Zeitungen. Ein deuscher Graveur soll auf die neuen schweizerishen Goldmünzen das Bild des deut⸗ schen Kaisers, allerdings nur in einem mit der Loupe zu beschauenden Pünkichen, eingeschmuggelt haben. Ohne Zweifel wollte dieser rassinirte Ein⸗ und Untergraber der republikanischen Verfassung das Volk heimlich und lang⸗ sam an den Anblick eines gekrönten Hauples gewöhnen und die wackeren Eidgenossen allmählich dahin bringen, auch die 20⸗Markstücke mit dem groß ausgeprägten Antlitz des Siegers von Sedan und Kaisers der Deutschen mit Freuden entgegenzunehmen. Leider ist die ganze Geschichte von Anfang bis zu Ende nicht wahr, und weder der deutsche Kaiser noch auch nur der unvermeidliche und ist auf den verdächtigen Münzen wahrzunehmen. Zeitungs⸗Redactionen haben an der verdächtigen Stelle ein vollwangiges Kindergesicht erkennen wollen, allein ge⸗ wöhnlichen Sterblichen ist auch dies nicht geglückt. daction hier durch, um sich dem erhallenen Befehl gemäß in Wil⸗ la conversation heraus und begann: Parlez— vous frangais Verzweiflungsvoll stand der Berliner da. Sollte er den überall seinen Kopf oder seine Hände habende Reichskanzler Einige 11 nöth trklä Bet ar stal von