r digt unt mi seinem ausgesaugt ten, welch chbar nichts Gedeihen, zierte durch N. Nachdem „ erlitten sie r N n N per n vernimmt, en Vorwochen tionen aus e am Freitag den Deutscht Abank matter. n 25 matter. Von Wechseln en beute Um⸗ ich in Harzer —— en Viarrer Bot⸗ Buchveld in Im Ganzen t Lelimmung berh. Anz. lift rina. des Ober⸗ eupfeble l Dußend un i Lili. 1873. — Dienstag den 2. September. M 102. 7 berhessischer Anzeiger. Die Petitzeile wird mit 3 kr., resp. 1 Sgr., berechnet.“ Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Für den Monat Verlags-Expedition mit 10 kr., bei den September kann auf den„Oberhessischen Anzeiger“ bei der Poststellen mit 16 kr. abonnirt werden. Betreffend: Quartierleistung für die bewaffnete Macht im Frieden, hier die Errichtung einer Kreisanstalt für die Fouragebeschaffung. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Amtlicher Theil. Die Säumigen werden an Einsendung des in rubr. Betreff oufhabenden Berichts erinnert. Betreffend: Die Einsendung der Waisenhausbüchsengelder für den Zeitraum vom l. September 1872 bis 1. September 1873. Das Gr. Kreisamt Friedberg an die Gr. Bürgermeistereien und den Gr. Sie wollen sofort die in Ihren Gemeinden vorhandenen Waisen— büchsen unter Zuziehung eines Gemeinderathsmitgliedes am 1. k. Mis. öffnen, über die darin befindlichen Beträge einen Sortenzettel, welcher von Ihnen und dem zugezogenen Gemeinderathsmitgliede zu unterzeichnen ist, aufnehmen und diesen nebst den Geldbeträgen einsenden. ung zu bewirken. unserm Namen eröffnen, Dabei bemerken wir, daß es nicht nöthig ist, die in den Waisen⸗ befindlichen Gelder unfe büchsen vorgefunden Münzsorten einsenden, vielmehr empfiehlt es sich, de Bekanntmachung. leichteren Verpackung wegen, als Zahlung gültiges Papiergeld umzutauschen und mit diesem die Send⸗ r Großb. Rabinat Gießen abzuliefern hätten. Friedberg am 27. August 1873. Bürger meistereien. Trapp. Friedberg am 29. August 1873. Polizei⸗Commissär zu Wickstadt. die Geldbeträge in bei öffentlichen Kassen Den Vorständen der israelitischen Religionsgemeinden wollen Sie in daß sie die in den Waisenbüchsen der Synagogen hlbar im Laufe des Monats September d. J. an Tera pp. Die direkten Steuern ꝛc. ꝛc. werden von nun an vom 1. bis 10. jeden Monats Dienstags und Donnerstags erhoben. Nach dem 10. finden alsdann nur 2 Zahltage statt und zwar am 15. und 28. Friedberg den 30. August 1873. Die Mahnung beginnt am 12. jeden Monats. Großherzogliche Distrikts--Einnehmerei Friedberg. J. E. 8 d. Dass Haller, Finanz Aspirant. Deutsches Reich. Darmstadt. Der Ausschuß der Landes- Synode hat behufs Regelung verschiedener in der Kirchenverfassung nicht berührten Punkte den An— trag gestellt, dae Kirchenregiment aufzufordern, unberweilt nach dem Inslebentreten der Kirchen- verfassung Entwürfe über nachfolgende Gesetze vor- zubereiten und auf verfassunge mäßigem Wege ver⸗ abschieden zu lassen, nämlich über kirchliche Wahlordnung, Kirchenzucht, Verwaltung des Kirchenvermögens, Zahl und Bereich der Deca- nate, Geschäfte ordnung der Landessynode, Aus- übung der kirchlichen Disciplinar- Gerichtsbarkeit, kirchliche Dienstpragmatik, Classsficationsgesetz, Visi⸗ tationsordnung und endlich ein Gesetz über die Aufbringung der Mittel zur Bestreitung der kirch⸗ lichen Bedürfnisse. Das letztgenannte Gesetz soll auf dem Selbstbesteuerungs recht der Ortskirchen⸗ gemeinde beruhen und dieses Princip an Stelle der seitherigen Beitragspflicht der Civilgemeinde treten. — Die Vicefeldwebel des Gr. Hess. Landw. Inf.⸗Regte. Nr. 115 Glania, Menges, Sames wurden zu Sec. Lieuts. der Reserve befördert; Fuchs, Vicewachtm. vom 2. Bad. Landw. ⸗Regt. Nr. 110 wurde zum Sec.-Lieut. der Reserre des Gr. Hess. Drag.⸗Regts. Nr. 23 befördert; Frhr. Röder v. Diersburg wurde vom Gr. Hess. Leib ⸗ garde Regt. Nr. 115 in das k. preuß. Garde⸗ Jägerbataillon und v. Hirschfeld, Sec.-Licut. vom Brandenb. Füfilier⸗Regt. Nr. 35, in das Gr. Hess. Leibgarde⸗Regt. Nr. 115 versetzt. — Am 20. Sept. wird sich der bekannte alt⸗ lutherische Pfarrer Baist von Ulsa vor dem hie sigen Bezirksstrafgericht wegen durch die Presse begangener Beleidigung des Oberconsistoriums zu verantworten haben. — Sicherem Vernehmen nach irttt der Ge— setzgebungs-Ausschuß ber ersten Kammer am 4. d. M. und zwar zunächst zur Behandlung der Kreis-, Städte- und Landgemeinde-Ordnung, auf Grund des vom Referenten, früheren Finanzministers v. Schenck, erstatteten Berichts zusammen. Wann der Finanzausschuß der ersten Kammer zusammen⸗ tritt, ist noch nicht bestimmt. Mainz. An die hiesigen Buchhändler ist polizeilich und zwar auf höheren Befehl die Weisung ergangen, daß sie keine Pläne der Stadt Mainz, auf welchen die Festungswerke verzeichnet sind, mehr verkaufen und in Handel bringen dürfen. Eine hiesige Buchhandlung kommt dadurch sehr zu Schaden, da sie erst kürzlich eine neue Auflage des Wittich'schen Planes veranstaltete. Berlin. Kaiser Wilhelm ist am 29. Aug. Abends 8⅝% Uhr auf dem Anhalter Bahnhof an⸗ gekommen, wo die Prinzen Carl und August von Württemberg, die Minister, der Stadteommandant General v. Schwarzkoppen und der Polizeipräsident zur Begrüßung erschienen waren. Der Kaiser sah sehr rüstig und vergnügt aus, ertheilte dem General v. Schwarzkoppen als Vorsitzenden der Subcom⸗ mission für die Enthüllungsfeier noch einige Be⸗ fehle und fuhr dann durch die Königgrätzer Straße nach dem Palais. Die Umgebung des Bahnhofs und die Straßen waren mit dichten Menschen— massen besetzt, welche den Kaiser mit enthustastischen Zurufen begrüßten. 5 — Zu der Feier des 2. September ist das Präsidium beider Häuser des Landtages, aber nicht das des Reichstags, geladen. Der Grund liegt darin, daß die Siegessäule, um welche die offizielle Feier sich concentrirt, zugleich zum Ge⸗ dächtniß an die Ereignisse von 1866 errichtet ist. Der erste Präsident des Reichstags, Dr. Simson, bat indeß eine private und persönliche Einladung erhalten. — Nach F. 5 des Postgesetzes vom 28. Oe⸗ tober 1871 ist das Briefgeheimniß unverletzlich. Die bei sirafgerichtlichen Untersuchungen und in Concurs- und civilprocessualischen Fällen nothwen⸗ digen Ausnahmen, welche in den Gesetzgebungen der einzelnen deutschen Staaten in ganz verschie⸗ dener Weise angeordnet worden, sollen durch ein Reichsgesetz fesigestellt werden. Der Reichstag wird sich, wie verlautet, in seiner nächsten Session wahrscheinlich hiermit zu beschäftigen haben. — Mit Rücksicht darauf, daß das Auftreten der Cholera an verschiedenen Orten Deutschlands zu besonderer Vorsicht auffordert, um die Ver⸗ schleppung des Ansteckungsstoffes zu verhüten, hat der Handelsminister in einer Verfügung an die Eisenbahnverwaltungen dringend empfohlen, die Ablassung von Personen-Extrazügen zu Massenex⸗ cursionen aus Orten, an denen eine größere Ver- breitung der Cholera bereits eingetreten ist, einst- weilen einzustellen. Fulda. Gegen Pfarrer Helferich in Dipperz und Domcaplan Weber hier ist wegen unerlaubter Vornahme von Amtshandlungen auf Grund des §. 23 der Kirchengesetze der Prozeß eingeleitet. Leipzig. Der Abend und die Nacht vom 28. Aug. sind vollständig ruhig verlausen. Eine Menschenansammlung hat nicht stattgefunden. Das Militär blieb in der Caserne constgnirt. Braunschweig. Der Obergerichtspräsident Triebs ist von Sibyllenort nach Genf abgegangen, beauftragt, die Rechte des Herzogs Wilhelm auf die Hinterlasseuschaft seines Bruders zu wahren. Landsbut. Wie von hier berichtet wird, wurden am 25. Aug. durch telegraphischen Befehl des Kriegsministeriums die Anordnungen wegen Errichtung eines Lagers bei Altdorf zurückgenommen und die aus Ingolstadt am 22. Aug. in Altdorf eingetroffene Pionier-Compagnie angewiesen, wieder in ihre Gernison zurückzukehren. Die Arbeiten waren bereits ziemlich weit vorgeschritten und es waren schon ziemlich viele Zelte aufgerichtet, welche fämmtlich am 25. noch abgebrochen wurden. —— Ausland. Oesterreich⸗Ungarn. Wien. Meldungen der Blätter aus Salonichi zufolge werden auf der Grundlage einer zwischen der Pforte und Griechenland abgeschlossenen Convention die tür⸗ kischen und griechischen Truppen⸗Commandanten ge⸗ meinschaftlich gegen die Räuberbanden in Thes— salien operiren. Agram. Die Regierung brachte im Landtage einen Gesetzentwurf bezüglich der Emanicipation der Juden ein. Das Ausgleichs-Operat ist zur Vorlage im Landtage gelangt. Die Mittelpartei zählt 49 Mitglieder von 70 Anwesendeg. a Schweiz. Genf. Der große Rath hat das Gesetz über den katholischen Cultus mit Ab⸗ änderungen im liberalen Sinne in dritter Be— rathung angenommen. Frankreich. Paris. Frankreich ist ge⸗ nöthigt, wegen schlechter Ernte 9 Millionen Hecto— liter Getreide einzuführen. — Der„Moniteur“ schreibt: Die bayrische Regierung hat dem Vernehmen nach die Abbe— rufung des Kanzlers der französischen Gesandt⸗ schaft in München verlangt, weil derselbe sich in lebhaften Ausdrücken über Badenser geäußert hat, welche das„Lied vom Mac Mahon“ in München gespielt hatten. — Der Maire von Nancy hat den dortigen Municipalräthen die Mittheilung von dem dem⸗ nächstigen Besuche Thiers gemacht. Der Minister des Innern, Beulé, schärfte den Präfecten ein Circular seines Vorgängers ein, welches am 4. Sep⸗ tember jedwede öffentliche Kundgebungen verbietet. — Die„Semaine financiè re“ sagt, daß die Regierung am 4. Sept. im Stande sein wird, den Rest der Kriegs ⸗Entschädigung, 250 Millionen nebst Zinsen an Deutschland abzuführen. — Nach einer Privatmittheilung, welche der „Agence Havas“ zugeht, wären die Beziehungen zwischen dem Grafen von Chambord und dem Grafen von Paris herzlichster Art. Graf Cham⸗ bord soll in Briefen und in der Conversation den Grafen von Paris mit dem Titel„Dauphin“ bezeichnen. Spanien. Madrid. Der„Imparcial“ will wissen, daß, da die Kriegsmarine durch den — cantonalen Aufstand in Anspruch genommen sei, die Regierung beabsichtige, Caperschiffe auszurüsten, um die Ausschiffung von Waffen für die Carlisten zu verhindern. Italien. Rom. Ein Rundschreiben des Ministers des Innern an die Präfecten ertheilt denselben Instructionen für den Fall von Arbeits⸗ einstellungen. Das Rundschreiben sagt: Die In ⸗ formationen des Ministers bestätigen, daß die Internationalisten überall Arbeitseinstellungen her⸗ beizuführen suchen und daß der Genfer Congreß vom September d. J. ab einen allgemeinen Strike aller industriellen Etablissements hervorzurufen be⸗ strebt ist. Das Rundschreiben fordert zu energischen Maßregeln auf, damit die Gesetze beobachtet werden. Türkei. Konstantinopel. Nasr⸗ed⸗ din ⸗ Schah hat, wie der„N. Fr. Pr.“ geschrieben wird, hier nicht denselben Erfolg wie im übrigen Europa gehabt; selbst seine Brillanten haben nur ein vorübergehendes Interesse erregt. Man be⸗ schwert sich über den kläglichen Zustand, in welchen er und sein Gefolge die„Sultanie“ und„Talia“, diese prächtigen kaiserlichen Jachten, versetzt haben. Es fehlte geradezu an Zeit, die Reparaturen bis zum 31. Aug. zu vollenden, obwohl keine Kosten dazu gescheut worden. Was das von den Persern bewohnte Palais von Beglerbeg betrifft, so wird eine vollständig neue Meublirung nöthig werden. Zu Poti, wo der Schah sich ausschiffen wird, be⸗ reiten ihm die Russen einen überaus glänzenden Empfang. Sie wollen auf seinen Geist einwirken und zugleich den Engländern beweisen, daß die selben nicht viel damit gewonnen, indem sie den Schah zur Reise nach Konstantinopel drängten, nur um ihn an einer Rückkehr nach St. Peters⸗ burg zu verhindern. Fürst Mentschikoff wird mit großer Suite den Schah in Poti erwarten und es heißt sogar, General Ignatieff werde Seine Majestät von hier aus dorthin begleiten. Die Russen geben sich die äußerste Mühe, die Eng- länder auszustechen und sich so viel wie möglich in seine Gunst und in sein Vertrauen zu stehlen. Rußland. Petersburg. Die Cholera ist dem Vernehmen nach auch hier, obschon bisher nur in sehr mäßigem Grade zum Ausbruch gekommen. Aus Stadt und Land. -a- Friedberg. Der Musikverein wird, wie das Programm verkündigt, nächsten Donnerstag ein Concert in der Stadtkirche dahier veranstalten. Die freundliche Aufnahme, welche das Charfreitagsconcert gefunden, hat den Verein bewogen, auch einmal am Ende der Sommer— saison, in der kirchliche Feste entbebrenden zweiten Hälfte des Kirchenjahres, es mit der Aufführung geistlicher Musik zu versuchen. Das Programm darf gewiß ein reichgalliges genannt werden, es bietet nahezu ausschließ⸗ lich classische Musik und gewährt zugleich in seiner Zu⸗ sammensetzung einen Ueberblick über die Hauptstationen in der Enwickelung der geistlichen Musik der neueren Zeit.— Für auswärtige Besucher, insbesondere von Nauheim, diene die Notiz, daß das Concert jedenfalls ziemlich lange vor dem Abgange des 9¾ Uhr Zuges beendet sein wird. 5 Friedberg. Die Herren Sturmfels& Pape dahier haben füc ihre ausgestelllen Fußbodenlacke die Verdienst⸗ medaille bei der Wiener Preisvertheilung erhalten. Der Firma A. Noll in Gießen wurde die Fortschrittsmedaille fur Cigarren zuerkannt, und zwar ist dies die einzige süd⸗ deulsche Firma, die eine derartige Auszeichnung erhielt. Darmstadt. Demnächst wird hier ein heißer Kampf entbrennen, von dem noch nicht zu ermessen ist, wer die Palme des Sieges davon trägt. Die Bäcker sind nämlich entschlossen, künftig nur Zweikreuzerwecke zu backen, das Publikum aber, keine solche zu kaufen. Unter diesen Um⸗ ständen bleibt abzuwarten, wer's am längsten aushält. Groß Gerau. Von Erdbeben, welche auswärtigen Blättern zufolge in den letzten Tagen hier staltgefunden haben sollen, ist hier am Orte absolut Nichts bekannt. Erbach. Am 28. d. M. hat hier der Blitz einge⸗ schlagen und gezündet. 0 Mainz. Am 17. d. wurde im Rhein bei Gauls⸗ heim eine weibliche Leiche geländet.— Am 21. d. wurde abermals im Rhein bei Wellmich die Leiche eines 14—16 Jahre alten jungen Mannes geländet; die Leiche war schlank, gut genährt und hatte kurz geschnittene braune Haare.— Am gleichen Tage fand man bei Biebesheim im Ryein die Leiche eines jungen Mannes im Alter von 16—18 Jahren; die Leiche war schon stark in Fäulniß übergegangen. Allerlei. Frankfurt. Auf dem Main⸗Neckar⸗Bahnhof führten am 28. Aug. die Herren Fischer und Stahl aus Nürn⸗ berg einer Deputation der Frankfurter Feuerwehr eine neu verbesserte Schiebleiter, welche sich durch besondere Festigkeit auszeichnet, vor. Das Aufrichten wird durch mechanischen Aufzug, der auch zugleich zum Verlängern der Leiter dient, ohne Hülfe der Stützstangen auf böchst einfache Weise mit einer Bedienungsmannschaft von 3—6 Mann ausgeführt. Die Steighöhe der Leiter ist 20 Meter. Dieselbe ist aufgerichtet fahrbar und kann noch in Gassen von ca. 2 Meter Breite verwendet werden. Die ange⸗ brachte Spannxorrichtung ermöglicht das Besteigen und Arbeiten mit dem Strahlrohr auf der freistehenden ver⸗ längerten Leiter. Alle Anwesenden sprachen sich anerkennend über die Construciion aus. Wie man vernimmt, hat sich das Commando für Anschaffung einer solchen Leiter aus⸗ gesprochen. Weilburg. In der Nacht vom 29. auf 30. Aug. ist das Dorf Seelbach, Amts Runkel, größtentheils nieder⸗ gebrannt. Von 200 Wohnungen stehen noch 20. Kirche, Pfarrhaus und Schule sind mit verbrannt. Marburg. Am 27. August Abends zwischen 8 und 9 Uhr entlud sich über hiesige Stadt ein schweres Gewitter. Starke Hagelkörner fielen nieder; jedoch nur wenige Minuten lang, und der Blitz schlug in zwei Gebäude ein, erst in die neu und masiv erbaute Jäger⸗Caserne durch ein Fenster in das Zimmer eines Sergeanten, ohne den⸗ selben zu verletzen und ohne zu zünden, und kurz darauf in das Wohnhaus einer in der Nähe des Schlosses ge— legenen Gartenwirthschaft, den. g.„bunten Kitzel“, in dessen Saal in der Regel die Studenten-Paukereien statt⸗ finden, und setzte dieses Gebäude in Flammen. Da wegen der hohen und isolirten Lage desselben Wasser nur äußerst schwierig dahin zu schaffen war, so konnten keine Spritzen angewandt werden und mußte die Löschmannschaft deßhalb ihre Thäligkeit auf Retiung der Mobilien und Niederreißen des brennenden Gebäudes beschränken. AuUschaffenburg. Der„Han. Zig.“ wird von hier geschrieben: Zwischen Laufach und Aschaffenburg geriethen heute auf einer nach Aschaffenburg leer zurückkehrenden Maschine der Locomotiv-Führer und dessen Heizer über allzu schnelles Fahren in Wortwechsel, der damit endete, daß der Führer den Heizer während der Fahrt über die Maschine auf die Bahnstrecke warf. In Folge der da⸗ durch erlittenen schweren Verletzungen wurde der Heizer in das Spital nach Aschaffenburg gebracht und der Führer alsbald vom Dienste suspendirt. 5 Heilbronn. Hier ist die asiatische Cholera ausge⸗ brochen; am ersten Tag, 26. August, erkrankten sieben Personen, von denen fünf schon nach wenigen Stunden erlagen. N Bergheim(Reg.⸗Bez. Minden). Am 20. Auguft langten auf hiesigem Bahnhofe eine Reihe Waggons an, theilen der Hermanns⸗Statue beschwert waren. Allgemein wurden die Stücke des Riesenwerkes, welche allerdings keinen Einblick auf das Monument in seiner Gesammtheit gewähren konnten, bewundert; besonders erregte das Antlitz des Helden ungetheilte Anfmerksamkeit, einestheils wegen des colossalen Umfanges, anderntheils wegen der urdeutschen Kraft und Ritterlichkeit, die sich in seinen Zügen abspiegelt. Das Schwert, narütlich von bedeuten⸗ der Länge, war mit der Inschrift geziert:„Deutsche Einig⸗ keit meine Stärke;“ ebenso prangten auf dem Schilde die einfachen Worte:„Treu und sest.“ Heute wurden die einzelnen Stücke unter Leitung des greisen Ernst von Bandel, der sein Werk begleitet, verladen, um zu ibrem Bestimmungsorte per Chaussee transportirt zu werden. Cursdorf(Schwarzburg⸗Rudolstadt). Hier hat ein Feuer am 26. d. 96 Häuser nebst Scheunen ꝛc. einge⸗ äschert und 700 Menschen obdachlos gemacht. Sundheim bei Kehl. Hier geschah am 20. August ein gräßliches Unglück. Eine Mühlenbesitzerin kam der Transmissien des Räderwerkes zu nabe, welches sie erfaßte, hineinzog und ihr nacheinander zuerst einen Arm, dann einen Fuß, dann ein Ohr vom Lelbe riß, ihr endlich die Kopfhaut abzog und schließlich ein Auge einstieß. Die Aermste mußle diese schrecklichen Verstümmelungen während einer vollen halben Stunde an sich geschehen lassen, da das anwesende Personal die Maschine nicht eher zum Stehen bringen konnte. Sie lebte noch einige Stunden bei vollem Bewußisein und traf— kaum noch ein halber Meusch— alle bis in's Einzelnste gehenden Anordnungen in Bezug auf ihr Geschäft und ihre sehr bedeutende Hinterlassenschaft. g ern. Die Schweiz ist in großer Aufregung, wenn man einer Correspondenz, die jetzt durch verschiedene Zeitungen läuft, Glauben schenken will. Es heißt nämlich dort:„Ein Correspondent der„Basl. Nachr.“ hat an der neuen schweizerischen Goldmünze die interessante Entdeckung gemacht, daß von den drei Punkten in der Mitte der Kranzseite, deren Bedeutung man sich nicht erklären kann, der oberste, welcher eine länglich ovale Form hat, durch die Loupe betrachtet, deutlich einen männlichen Kopf er⸗ kennen läßt, dessen Gesichtszüge mit denjenigen des jetzigen deutschen Kaisers vollkommene Aehnlichkeit haben. Die Redaction der„Thurg. Ztg.“ bestätigt dies, gestüzt auf eigene und anderer Personen genaueste Untersuchung. Sie hält dies für einen„frechen Witz des Graveurs“, der ein Deutscher ist, und meint: Der Bundesrath werde wissen was er zu thun habe.“ Wien. In Ungarn wüthet die Cholera so stark, daß vom 18. Juli bis 1. August dort nicht weniger als 41,673 Personen erkranksen und 15,855 starben. Der Bestand an Kranken war am 1. August 10,856. Mit Einrechnung der Todesfälle vom 1. bis 25. August schätzt man die Zahl der in Ungarn an der Cholera Gestorbenen über 60.000 Menschen. Wien. Zu dem Verschwinden von Knaben und Jünglingen, wovon in Wien mehrfach Beispiele in letzter Zeit vorgekommen sind, bemerkt die„D. Ztg.“: „Wir sind in einen Schauer⸗Roman versetzt. Abenteuer⸗ liche Gerüchte durchschwirren die Luft und beängstigen Aller Gemüther, man traut seinem eigenen Verstande nicht mehr, man glaubt nicht der kühlen Erwägung, daß man sich doch inmitten eines geordneten Gemeinwesens befinde, in einer Stadt, deren entlegentste Schlupfwinkel polizeilich gebucht und bewacht sind, man lebt in Wien jetzt wie im Urwalde, wo über Nacht ein wildes Thier einen Genossen auf Nimmerwiedersehen aus unseren Reihen reißt. Tag für Tag bringt uns die Kunde von einem Knaben oder Jüngling, der spurlos verschwunden ist, die Zeitungen wimmeln von fruchtlosen Mahnrufen besorgter, verzweifelter Eltern an ihre Söhne, die fortgegangen sind, ohne wiederzukehren, und die Sicherheitsbehörde steht rathlos vor einem furchtbaren Räthsel. Von Allen, die man bisher vermißt, ist nur Einer, und der zerrütteten Geistes, wiedergekommen, die Andern sind verschollen, vielleicht verloren für immer. Der letzte Polizeibericht weiß wieder von vier Vermißten zu berichten, darunter der Sohn des Stadtgärtners Dr. Sieböck; bei allen kennt man keinen Grund, der sie bestimmen konnte, das Elternhaus zu fliehen, fast Alle waren sie ohne Geld⸗ mittel, also sicher nicht Opfer von Raubsucht. Was geht hier vor? wird man sein Kind ruhig vom Hause gehen lassen dürfen, oder soll man im Interesse der persönlichen Sicherheit junge Leute von 12 bis 20 Jahren mit Re⸗ volvern bewaffnen? Wie faßt der neue Polizelpräsident seine Pflichten gegen die Bevölkerung auf, wenn ein solcher Zustand durch Wochen fortbestehen kann? Die Fragen die wir hier stellen, sind keine müßigen und wir haben im Interesse der Gesammtheit den dringenden Wunsch, sie beantwortet zu sehen.“ D. Frankfurt a. M., 30. August.(Börsenwoche dom 23. bis 29. August). Das Geschäft in der abge⸗ laufenen Woche concentrirte sich hauptsächlich auf Ciedit⸗ actien, während in anderen Speculationswerthen und Effectengattungen verhältnißmäßig große Stille herrschte. Die Haltung der Börse war übrigens, krotz mancher rasch vorübergehender Schwankungen, besonders für das ton⸗ augebende Effect, dessen Tendenz enischieden eine steigende ist, eine feste. Wie es den Anschein hat, wird die Ge⸗ schäftoslille theils durch die saison morte, theils durch die Zurückhaltung des Privatpublikums hervorgerufen, welches noch immer zögert, sich dem schwankenden Schliffe der Speculalion wieder anzuvertrauen und die Verhältnisse noch nicht für genügend consolidirt hält. Die allgemeine günsuige Stimmung kam daher den Creditactien bei der Ausschließlichkeit, mit welcher sich ihnen die Börse wiö⸗ die, ven Hannover kommend, mit den einzelnen Bestand- mete, sehr zu Gute, und stiegen dieselben, mit 2558 die Syno irrig zusam Jr der 6 lich! sändt