on · dra 3 2 M 13. „ berhessischer! Samstag den 1. Februar. nzeiger. Die Petitzeile wird mit 3 kr., resp. 1 Sgr., berechnet. Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. 1 f g erefsfend: Wahl der Vertreter der Forensen. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien. Nachdem die Großherzoglichen Kreisbauämter beauftragt worden sind, die Großherzogliche Chaussee⸗ und Fluß baukasse zu Darmstadt den Wahlen der Vertreter der Forensen, bei welchen der gedachte Fond als stimmberechtigt erscheint, zu vertreten, so wollen Sie die effenden Wahlcommissionen anweisen, die für die Großherzogliche Chaussee- und Flußbaukasse bestimmten Einladungen zur Wahl der treter der Forensen künftig den betreffenden Großherzoglichen Kreisbauämtern zugehen zu lassen und deren Abstimmung als für den unnten Fond abgegeben, entgegenzunehmen. Amtlicher Theil. Friedberg den 26. Janvar 1873. T uin u. Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. Ebristoph Fissch II. von Bad⸗Nauheim wurde zum Polizeidiener für die Gemeinde Bad⸗Nauheim ernannt und in Pflichten genommen. Deutsches Reich. Darmstadt. Lon bier: Bei unserem Nachbarort Weiterstadt I demnächst ein camp de Chalons in kleinem stab errichtet werden. Die preußische Militär⸗ Late, det altung iß nämlich im Begriff, einen bedeuten⸗ ar errichtet werden sollen. Len Gütercomplex zu erwerben, auf welchem Baracken und sonstige Räumlichkeiten für ungefähr 100 Es sollen diese AKirme den Artilleristen zur Unterkunft dienen, ** 4—* b left mile jeweilen, sei es von der Corps- Artillerie in den rich et wahrscheinlich in Frankfurt, eine allgemeine 1 nes neunten, sei es von derjenigen anderer Armee⸗ kterstadt zu errichtenden ausgedehnten Artillerie— beßplatz abgehalten werden sollen, abcommandirt amen. Man will das Terrain zwischen Weiter- set und Griesheim als zu einem Schießplatz in f 0 zu Schießübungen, welche auf dem bei 0 td artigem Maßstabe besonders geeignet ge— fnen haben. — Demnächst wird, wie man der„Fr. Ztg.“ Itammlung Hessischer Israeliten zusammentreten, a im über die geeigneten Schritte zu ihrer vollen (Hlechstellung mit den übrigen Staatsbürgern Be see und an die Regierung soll vornehmlich die zd soldung der israelitischen Lehrer und Rabbiner tuch den Staat und die Einführung des israeli⸗ en Religionsunterrichts in den öffentlichen Arrichtsanstalten und Schulen als obligato⸗ riter Lehrgegenstand, die Zulassung von Israe⸗ in zu Staatsämtern, von denen sie bis jetzt 125 zu pflegen. In Eingaben an die Land- bon gstens thatsächlich so gut wie ausgeschlossen ind, etwa als besonders zu betonende Desiderien lieeichnet werden. — Der von Dumont und Genossen erneute r ag in Bezug auf die Steuer auf Wein und Iwein geht dahin, dieselbe aufzuheben und der tierung zu überlassen, Vorkehrungen zu treffen, haß den Weinhändlern und Wirthen bei der Ein scaäsung für die Einkommensteuer die gebührende Slöhung zu Theil werbe. — HBinsichtlich der Katharinenkirche zu Oppen- ür, eine Perle der deutschen Gothik, die aber in gänzlichen Verfalle geweiht ist, wenn nicht b schnelle und gründliche Restauration erfolgt, ind der nicht minder beachtenswerthen, jetzt zu them Holzstall benutzten Capelle zu Iben, hat In Abg. Dumont beantragt, Vorlage wegen der u brer Erhaltung nöthigen Mittel zu machen. — Der jährliche Etat des Polytechnicums elf eine Ausgabe von 68,700 fl. und eine eigene i ahme von 10,300 fl. auf, weßhalb ein Staats- tuß von 10,400 fl. vorgesehen ist. Für eigent- ie Gehalte find 47,900 fl. in Ansatz gebracht, n noch 7,700 fl. für neue Berufungen hinzutreten. ö * Friedberg. In der Nacht vom 30. auf Man schreibt dem„Fr. J.“ den 31. Januar brannte die erst neu erbaute und eingerichtete Gerberei des Hrn. Fritz Müller dahier nieder. Durch die leicht entzündlichen Stoffe (Wolle 1c.) griff das Feuer so rasch um sich, daß trotz der schnell herbeigeeilten beiden Feuerwehren fast Nichts mehr gerettet werden konnte. Ob und wie hoch Herr Muller versichert war, konnten wir ö nicht in Erfahrung bringen. Aus Oberhessen schreibt man den„Hess. Volksbl.“: Die Badeanstalt und das Braun- koblenbergwerk zu Salzhausen erfreuten sich schon seit längerer Zeit in gewissen Kreisen keiner be— sonderen Sympathien, weßhalb ihr Eingehen mehr⸗ fach, wenn auch, Dank der Berüchsichtigung der obwaltenden eigenthümlichen Verhältnisse, vergeb⸗ lich verlangt wurde. Der Voranschlag des Eta⸗ blissements zeigt zwar keinen Ueberschuß— ein solcher von 100 fl. dürfte nur als ein nomineller zu betrachten sein— auf, erfordert aber auch keinen Zuschuß, denn mit den Einnahmen von etwa jährlich 7000 fl. werden die in den be⸗ scheidensten Grenzen gehaltenen Ausgaben bestritten und manchem Leidenden Hülfe gebracht werden können. Da man sogar begründete Hoffnung hegen darf, daß sich die Frequenz Salzhausens und damit auch die Einnahme nunmehr wieder heben wird, so dürfte sein fernerer Fortbestand wohl nicht mehr in Frage zu stellen sein, wenn auch das Braunkohlenlager, welches von jeher nur einen sehr geringen Reinertrag abgeworfen, vollständig abgebaut sein wird. Alsfeld. Zur bevorstehenden Landessynode wurden dahier als Vertreter des Decanats Alsfeld gewählt: Prof. Dr. Diegel und Hofgerichts⸗ advokat Curtman, beide von Friedberg; als deren Ersatzmänner: Pfarrer Trautwein von Brauer⸗ schwend und Lehrer Fuhr von Windhausen. Vom Rhein wird der„Mz. Ztg.“ in Be⸗ zug auf die neue Gemeinde Ordnung in Hessen die Ansicht ausgesprochen, daß der Modus bei den Bürgermeister- Wahlen ein anderer werden müsse. Der Bürgermeister(auch der Beigeordnete) solle nicht, wie die Gemeinderäthe aus 3 Classen, sondern aus der Mitte des Gemeinderaths durch diesen selbst(?) gewählt werden. Offenbach. Am Sonntag Vormittag fand in der Schloßkirche dahier, die von dem evange lischen Kirchenvorstand bereitwilligst eingeräumt worden war, der erste altkatholische Gottesdienst statt. Eine überaus zahlreiche Zuhörerschaft, darunter auch eine Deputation aus Wiesbaden, hatte sich eingefunden, um der Feier beizuwohnen. Herr Professor Knoodt aus Bonn leitete dieselbe. Dem Gottes dienste, der in würdigster Weise ver⸗ lief, folgte die Taufe zweier Kinder, wobei der Vorstand Pathenstelle vertrat. Berlin. Fürst Bismarck ist, wie die„Schles. Zeitung“ hört, zur Veröffentlichung des Aller- höchsten Handschreibens durch den ausdrücklichen Befehl des Kaisers veranlaßt worden. — Die jüngsten Erklärungen des Fürsteu Bismark im Abgeordnetenhause werden, der„Prov. Corresp.“ zufolge, unfehlbar den Ausgangspunkt neuer Erwägungen und Gestaltungen innerhalb der Reichsverwaltung bilden. Insofern werde der Wechsel im preußischen Ministerium voraussichtlich eint bedeutsame Nachwirkung in der Entwicklung der Reichsangelegenheiten haben. — Um der in der hessischen Kammer aufge⸗ tauchten Agitation gegen die festgesetzte Richtung der Berlin ⸗Coblenzer Bahn entgegenzuwirken, ist eine genaue Ermittelung der Verkehrsverhältnisse und der Montan ⸗Industrie auf der Strecke Fron⸗ hausen Wetzlar angeordnet. Das Ergebniß der Berichte der Landraths-Aemter und des Ober- bergamts Bonn wird der darmstädtischen Regierung von dem Handelsministerium mitgetheilt werden. — Zußolge einer Mittheilung Bayerns an den Bundesrath sind seit Mai 1872 alle außerhalb Deutschlands bestehenden bayerischen Consulate durch Reichsconsulate ersetzt worden. Aus Baden. Die altkatholische Bewegung im Oberlande nimmt sehr beachtenswerthe Dimen- stonen an. Dem Vorgange von Konstanz folgten Waldshut und Thiengen, Städte mit sehr be— deutenden katholischen Gemeinden, wo aͤngesehene Einwohner einen Aufruf gegen das Unfehlbarkeits- Dogma erlassen haben und, wie in Konstanz, für die„dem alten Glauben Treugebliebenen“ das von ihren Vätern mühsam zusammengedrachte Kirchengut und die Gotteshäuser in Anspruch nehmen. Ausland. Schweiz. Die in Solothurn zur Berathung der gegen den Bischof Lachat zu ergreifenden Maßregeln zusammengetretene Diöcesanconferenz des Bisthums Basel ist am 28. zu keinem Beschluß gelangt. Jedoch herrscht principiell unter den Ständen Bern, Aargau, Solothurn, Thurgau und Baselland eine vollständige Uebereinstimmung. Es handelt sich nur um die definitive Redaction der zu fassenden Beschlüsse im Sinne der be— kannten Anträge. — Die Dibcesanconferenz zu Basel nahm mit 5 gegen 2 Stimmen(Zug, Luzern) die belannten Anträge der Berner Regierung an, darunter die Amtsentsetzung des Bischofs von Basel, Lachat. Eine Proclamation der Conferenz wird das Re— sultat dem Volke zur Kenntniß bringen. 4 . N — Die Stände Zug und Luzern gaben die Erklärung ab, Niemanden als Lachat als ihren Bischof anzuerkennen und denselben in Ausübung seiner Functionen nach Kräften unterstützen zu wollen. Frankreich. Das Zeitungsgerücht hinsicht⸗ lich einer Reise des Präsidenten Thiers zur Aus- stellung nach Wien entbehrt der Begründung; es ist noch kein Beschluß in dieser Beziehung gefaßt. Thiers könnte nur als Repräsentant Frankreichs nach Wien gehen, falls zwischen den Fürsten ein Congreß dorthin verabredet würde. — Der„Avenir national“ meldet, daß der Bericht der Genie- Verwaltung über die neuen Befestigungen um Paris den Ministern des Krieges und der öffentlichen Arbeiten übergeben worden. Um die Hauptstadt wird ein System detachirter Forts angelegt werden. Diese Forts werden höchstens 25 Kilometer von einander entfernt sein und durch eine Eisenbahn unter einander wie wit Paris verbunden werden. Diese Eisenbahn wird in der Nähe der Forts unterirdisch sein. Schließ- lich werden zwischen den jetzt bestehenden Fortifi⸗ cationen mehrere befestigte Lager errichtet. — Wie verlautet, will die Regierung die Frage Betreffs der aus den Archiven des Mini— steriums des Aeußern verschwundenen Depeschen vor die National-Versammlung bringen. Die Nachforschungen, welche man angestellt, haben nämlich ergeben, daß mehrere wichtige Documente fehler, namentlich die Depesche vom 20. Juli 1870, von welcher der Herzog von Gramont in seinen Briefen an den Grafen Beust gesprochen hat. Belgien. Kaiserin Charlotte von Mexiko, das bedauernswerthe Opfer napoleonischer Politik und Treulosigkeit, ist gestorben. Großbritannien. Die von einigen Blät⸗ tern behauptete vollständige Eintracht der bona— partistischen Partei ist der„Morningpost“ zufolge nicht vorhanden. Die Partei hat sich vielmehr in zwei Theile gespalten, von denen die eine sich um die verwittwete Kaiserin, die andere um den Prinzen Napaleon gruppirt. Nach der„Morning- post“ würde der Letztere sich genau innerhalb der kürzlich bereits gemeldeten Linie halten und nichts weiter beanspruchen, als die Anerkennung und Ausübung seines französischen Bürgerrechtes; in Folge dessen wäre aber auch jede Verständigung zwischen ihm und der Kaiserin Eugenie und deren politischen Freunden unmöglich. — Aus Japan wird gemeldet, daß die dor— tige Regierung beschlossen hat, vom 1. Jan. d. J. ab die europäische Kalenderrechnung im Lande einzuführen. Italien. Ein Dekret verordnet die gänzliche oder theilweise Expropriirung von 16 Kloöstern in Rom; aus öffentlichen Rücksichten wird der ent⸗ sprechende Werthbetrag im großen Schuldbuche eingetragen. In der Kammersitzung erklärte der Ministerpräsident Lanza auf eine Anfrage Lazzaro's, daß die Beschlüsse der administrativen Körper- schaften wegen der Subseription zu dem Monu⸗ mente für Napoleon keinen politischen, sondern nur einen moralischen Charakter haben. Sie haben damit nicht ihre Zustimmung oder ihren Beifall zu den politischen Akten Napoleons, sondern zu dessen hochherziger Führung der Armeen Italiens im Unabhängigkeitskampfe ausgesprochen. Der Ministerpräsident ist überzeugt, daß das Land in dieser Kundgebung fast einmüthig ist. L Ein Telegramm der„Daily News“ meldet: Eine schwache Eruption des Vesuvs hat am 26. Januar stattgefunden. Während des 25. warf der feuerspeiende Berg inmitten von Flammen glühende Steine in beträchtlicher Höhe aus und . wurden die Fenster erschüttert. etzt entsteigt dem Berge eine ungewöhnli Rauche 9 gewöhnlich starke Rußland. Aus Petersburg wird gemeldet, daß vor Kurzem eine Gesandtschaft Kirghisen da⸗ selbst angekommen sei. Die Gesandtschaft kommt aus der Orenburger Steppe und ihre Aufgabe ist, sich über die neuesten Einfälle der Chiwesen zu beklagen und den Kaiser um Schutz gegen dieselben zu bitten, da die Raubzüge und Plünderungen derselben in letzter Zeit alle früheren Vorgänge überschritten. Der Kaiser hat die Gesandtschaft in einer äußerst gnädigen Weise empfangen und derselben eröffnet, daß den Raubzügen der Chiwesen binnen Kurzem würde Einhalt gethan werden und daßz er über das Vertrauen erfreut sei, welches die Kirghisen zu ihm hätten, da sie einen so weiten Weg unternommen haben, um seine Hülfe anzurnfen. Amerika. Die neue amerikanische Anleihe soll nach Schluß der Vorverhandlung gleichzeitig vollständig an den amerikanischen und europäischen Börsen aufgelegt werden. — Von Seiten der Tages-Presse wird un- gescheut erklärt, daß die Erwerbung der Sandwich— Inseln nur eine Frage der Zeit sei. Der„New— york Heralt“ sagt:„Die Inseln sind für Amerika als eine Halbwegs⸗Station zwischen China und Australien nothwendig. Amerika braucht sie und sollte sie sofort in Besitz nehmen, entweder durch directe Annexion oder durch Herstellung eines Protectorats.“ In gleichem Sinne hat die Unions Regierung Befehl gegeben, daß alle Kriegsschiffe im Stillen Ocean sich nach Honolulu begeben sollen. General Scholesield, der auf dem ameri— kanischen Dampfer„California“ nach der Insel— gruppe sich begab, wurde beauftragt, mit dem dortigen amerikanischen Gesandten, General Pierce, gemeinsam zu verhindern, daß fremder Einfluß einen Vorsprung gewinne. — Die diplomatische Correspondenz mit ver⸗ schiedenen Gesandten an europäischen Höfen im Jahre 1872 ist veröffentlicht worden und zeigt, daß der Staatssecretär an alle amerikanischen Vertreter in Europa Briefe gerichtet hat, in denen diesen aufgetragen wird, die betreffenden Regie⸗ rungen von dem bedeutenden Interesse, das die amerikanische Regierung an dem Schicksal der rumänischen Juden nehme, in Kenntniß zu setzen. Die europäischen Regierungen werden gebeten, die Juden vor Verfolgung und Mißhandlung in Schutz zu nehmen. — Die Eröffnung der Subscription auf das neue Anlehen im Betrage von 300 Millionen wird wahrscheinlich am 4. Februar stattfinden.— Im Westen ist die Kälte bis zu 20 Grad gestiegen. Homburg. Der Verkehr auf der Homburger Bahn hat nach zuverlässigen Nachrichten in den ersten vier Wochen seit dem Schlusse des Spiels keine nennenswerthe Abnahme erfahren. Einige Züge in den späten Abendstunden sind allerbings regelmäßig schlecht besetzt; dagegen hat aber der Tagesverkehr und namentlich die Beförderung von Arbeitern gegen die gleiche Epoche des Vorjahres eher zugenommen. Die Bahn zählt jetzt nahezu 250 Abonnenten, welche die⸗ selbe regelmäßig täglich benützen. Der Director beabsichtigt die späten Züge in den Wintermonaten ausfallen zu lassen, und überhaupt die Zahl der Züge auf 6— 7 täglich in jeder Richtung zu reduciren; die Regierung hat aber bis heute den vorgelegten neuen Fahrplan noch nicht genehmigt. Gießen. Ein fremder Mann, der sich Karl Ull⸗ mann von Kamenz nennt und Seifensieder ist, wurde Mittwoch früh auf dem Vorplatze des Gasthauses zur „Sonne“ in seinem Blute liegend gefunden, ein neues Messer neben ihm. Er hatte zwei Stiche in der linken Seite und gab auf Befragen an: er habe sich umbringen wollen, habe aber das Herz nicht getroffen. Warum er sich entleiben wolle, sagte er nicht. Er war mit Geld versehen und anscheinend nicht in Noth. Vielleicht ist der junge Mann gemüths⸗ oder in gelindem Grade geistes⸗ krank. Die Polizei hat benselben in das academische Hospital aufnehmen lassen.— In ben letzten 8 Tagen sind in vier verschiedenen Geschäftshäusern amerikanische Speckseiten polizeilich confiscirt worden, weil sich Trichinen in denselben gefunden hatten. Frankfurt. Fast sämmtliche Bewohner der Taunus⸗ dörser sind in Bewegung, um für Frankfurt Eis herbeizu⸗ schaffen, was diesmal um viel leichter ist, als die Wiesen durch den anbaltenden Regen weithin überschwemmt sind. Der Centner schönes helles Eis wird mil 12— 15 kr. bezahlt. Ueber 300 Landfuhrwerke kamen gestern mit Eis hierher und lieferten etwa 9000 Centner Eis in die Gruben. ö Auch die Leute am Obermain, im Spessart ꝛc. machen sich die Eiscalamität zu Nutz. So traf ein großes Schiff, mit Eis befrachtet, im Hafen ein. 1 Frankfurt. In letzter Zeit haben bie hiesigen Ge⸗ richte die Erfahrung machen müssen, daß in der frivolsten Weise die Mildthäligkeit der israelitischen Einwohner aus⸗ gebeutet wird. Meist besitzen die der Polizei in die Hände fallenden Bettler nicht unbelrächtliche Geldmittel, die sie auf ihren Fechtgängen erwerben. Herz Reichelsheim aus Reichelsheim z. B. hatte, als er beim Betleln betroffen wurde, 1200 fl. beisammen. Da er hier zum erstenmale als Beuler bestraft wurde, erhielt er nur einen Tag Ge⸗ fängniß. Heidelberg. Wenn ein auftauchendes Gerücht sich bewahrheilet, so können wir noch vor Herstellung eines neuen Fahrweges mit der Eisenbahn nach dem Schloß jahren. ES hat sich nämlich kürzlich in Basel eine Berg⸗Elsenbahn⸗Baugefellschaft unter Theilnahme hervor⸗ ragender deutscher und schweizer Finanzmänner 9 küster und Organisten am hiesigen Dom, Bräsicke, dem der Adler der Inhaber des königlichen Hausordens von; in deren Verwaltungsrath auch Dr. v. Ploos van Ame Chef des hiesigen Bankhauses Gebrüder Zimmern, wählt wurde. Eine der ersten nach dem System der Rig! Bahn zu bauenden Bergbahnen soll eine solche v 0 nach dem Schlosse, der Molkenkur und dem Kön sein, mit einer eventuellen Fortführung derselben nach Kohlhofe, welcher dann in eine Luftkur⸗Anstalt umz wandeln wäre. Die Ausführung dieses Projectes y von günstigstem Einflusse auf die schon jetzt so beträch Fremdenfrequenz unseres Platzes sein, und was die Frog der Rentabiliät des Unternehmens anbelangt, so liege bier im Vergleiche mit der Rigi-Bahn die Verhältnisse d sofern günstiger, als nicht wie dort während des größe Theils des Jahres der Betrieb eingestellt werden müßt Aus der Pfalz. Zwei Edenkobener Lateinschülg welche vor wenigen Tagen verschwunden sind, wurd auf der Reise nach Nordamerika in Cassel angehalls e und ihren Eltern zurückgeschickt. 1 Constanz. Wie die„B. L.⸗Z.“ hört, soll die“ sitzung Arenenberg von den Erben Napoleons III. den elfen Verkauf ausgesetzt werden. 9 0 München. Adele Spitzeder soll einen Selbstm ot“ versuch gemacht haben; da man ihr Vorhaben rechtzeii 1 bie 6 Schlinge, die sie sich um den Hals gezogen hatte, zu ell 6 wir entdeckte, gelang es noch, sie bei voller Vesinnung del ledigen.— Wieder ist auf Eröffnung der Gant über ein! thlen Dachauerbank-Inhaberin nämlich die„Privatiere Otti 10 ˖ Mayer,“ vom biesigen Bezirksgerichte erkannt worden. t ten Straßburg. Am 12. Juli ereignete sich in Hagen o oft ein scheußlicher Mord: Der dortige Photograph Binder“ ein allgemein beliebter Mann, wurde von seinen beiden Lehrlingen, deren jüngster noch dazu sein Bruder wa vergiftet. Die geringe Baarschaft des Ermordeten hal zur That angereizt, und standen die beiden Verbrecht deren ältester, Christ. Hosp aus Tyrol, zur Zeit der Thi erst 18½ Jahre zählte, während sein Genosse, der Bruder mörder Theodor Binder aus Weilheim in Würtember sogar erst 14½ Jahr alt war, vor dem hiesigen Kriegt gericht. Beide waren geständig, dagegen kaum reulz Das Gericht verurtheilte den Hauptschuldigen Hosp zu Tode, den jüngeren Bruder zu 12jährigem Gefängnigg. Mülhausen. Man liest in Schweizer Blätern:„ Boswyyhl litt ein erwachsens Mädchen zeitweise an heftige Convulsionen. Den 14. d. sühlte es ein leichtes Stechen auf der Brust, erbiickte beim Untersuchen die Spitze ein Nähnadel und konnte dieselbe glücklich herausziehen. Bon 16 Jahren hate es eine Nabel verschluckt, und verschieden ärztliche Versuche dieselbe zu entfernen, waren ohne Erfolg geblieben; jetzt fühlt sich das Mädchen ganz wohl.“ Stendal. Unter der Zahl derjenigen, schreibt ma der„Magd. Ztg.“, welche bei den neuesten Ordensv leihungen bedacht worden sind, finden wir auch den Obe 0 halide dt an Hohenzollern verliehen worden ist. Gegenüber diese Nachricht sehen wir uns in der Lage mit der größte Bestimmtheit zu versichern, daß der Genannte nicht bag absichtigt, die ihm zugedachte Decoration anzunehme weil sie viel zu spät kommt. Er ist schon vor acht naten gestorben. 0 Berlin. Eine in ihrer Art interessante Erpressung Nahr ist kürzlich in Berlin verübt worden. Zu einem vereidelen a; 0 Makler, der sich allein in seiner Wohnung befand, kan 15 ein verhältnißmäßig anständig aussehender Mensch un bat um eine Habe. Der betreffende Herr fragte, wie e zu ihm käme und wer er wäre.„Lassen Sie mich, sagte der Bettelnde,„Ihnen das nicht weiter sagen, dal würde zu weit führen.“ Der Makler indeß bestand darauf „Ja sehen Sie,“ sagte der Supplikant,„ich komme ebe aus dem Zuchthause. Ich bin aus anständiger Famill aber war schon früher sehr heruntergekommen, so daß betteln gehen mußte. Nun kam ich zu Jemandem, den mir das Erbetene abschlug— ich bin ein sehr jähzornige Mensch und hatte gerade so einen Stock, wie diesen hien J — er zeigte seinen Stock mit einem Bleiknopf— in der n Hand und in der Wuth schlug ich den Menschen mi meinem Stock über den Kopf, daß er auf der Stelle tohl blieb.“— Der Makler, ein kleiner und schwächlicher Mensch hatte natürlich nichts Eiligeres zu thun, als in sein nebena kefindliches Bureau zu gehen und eine verhältnißmäßi Summe zu holen, froh den unheimlichen Patron auf gu Art los zu werden. Productenbörse zu Friedberg am 30. Januar. le Heutiger Preis loco Waizen, aute Qualität, fl. 14. 45—fl. 15. Korn, fl. 10. Gerste, fl. 10. 45. Hafer, fl. 7. 15. Kartoffeln, fl. 2. 3035. Alle Preise verstehen sich 200 Pfund S 100 Kilo. 0 Nächste Börse, Donnerstag den 8. Februar, fe Bohnen, Erbsen, Linsen 235 in gufkochender Waare bel Georg Groß. 18 Ein freundliches möblirtes Zimmer, 274 welches alsbald bezogen werden kann, zu de mieihen ber Eduard Trapp, Hofgerichts⸗Advokat.