1872. Dienstag den 31. Dezember. 153. Oberhessischer Anzeiger. e deus ehe a f 2 9 Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Autelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. de Ele 1— ö Mit dem 1. Januar beginnt ein neues Abonnement auf den Oberhessischen Anzeiger, welcher auch ferner wöchentlich dreimal, Dienstag, Donnerstag und Samstag, erscheinen wird. Derselbe bringt die kreisamtlichen Erlasse, sodann eine kurze Uebersicht der interessantesten und bemerken sw erthesten Tagesbegebenheiten, besonders wichtige Neuigkeiten durch Extrablätter, allgemein belehrende und unterhaltende Aufsätze, landwirthschaftliche und gewerbliche Mittheilungen, geschäftliche Nachrichten, Markt und Cours Berichte, Verloosungen von Staatspapieren n. dat Sd t a 8. 5 g u K A und locale Notizen, außerdem wöchentlich einmal in dem beigegebenen Unterhaltungs- Blatt intercssante Novell d a i e neren, Nächsel, Biber er 12 b. f e 1 Das Abonnement beträgt bei der Verlags⸗Expedition ohne Bringerlohn halbjährlich 1 fl., durch die Post b jed 5 Arn jährlich 47 kr. mit Bringerlohn. N e e vet Fee e 1 27 18 6 Inseratgebühren werden die einspaltige Petitzeile oder deren Raum mit 3 kr. berechnet, bei Tabellen- und Ziffersatz mit 8 kr. W der Anzeiger kann nach auswärts auch durch Privatboten direet von uns bezogen werden. f Bestellungen beliebe man baldig st zu machen, damit in der Zusendung des Blattes keine Unter- brechung eintritt. n . 55 ee Abonnenten in hiesiger Stadt werden wir das Blatt auch für das ntue Jahr zusenden, wenn nicht ausdrücklich estellung erfolgt. Die Expedition. Amtlicher Theil. Aus dem Großherzoglichen Regierungsblatte ist zu publieiren: zebenz Farc det . 7 a Nr. 56. sub 1. Verordnung, die Ar änderung des Art. 19 der Verordnung vom 20. Sepiember 1851. Die Vorbereitung zum Staatsdienst im Justiz⸗ und 1 L N. Regierungs sach beireffend.— sub 2. Bekanntmachung, die Uebergangsabgabe von Bier betreffend. 15— Nr. 57. sub 1. Bekanntmachung. die Aus führung des Gesetzes wegen Erhebung der Brausteuer vom 31. Mai 1872 betreffend. I„. Friedberg am 27. Dezember 1872. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. 9 Trapp. „9 35 1 Beiteffend: Vorkehrungen gegen Beschädigungen junger Obsibäume durch Schaase und Wild. Friedberg am 28. Dezember 1872. 5 Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. 20* nn, Um die jungen Obstbäume gegen Beschädigungen durch Haasen, Schaafe ꝛc., namentlich während die Felder und Gärten mit Schnee 14, 3%. N bedeckt sind, zu schutzen, ist es bekanntlich zweckmäßig und schon vielfach empfohlen worden(vergl. Ausschreiben vom 27. November 1861 ben et et, in Nr. 94 des Intelligenzblattes und vom 26. November 1863 in Nr. 96 des Intelligenzblattes), die Bäume mit Dornen, Reisern, Ginstern, 1 geflochtenen oder gewickelten Strohseilern ꝛc. gehörig einzuwickeln. Da diese Regel vielfach nicht befolgt wird, so beauftragen wir Sie, die wo dies nöthig ist) durch Einbinden schützen zu lassen und dies Trapp. Friedberg am 29. December 1872. Oostbäume, welche den Gemeinden gehoren,(auch in Gemeindebaumschulen, auch den Grundbesitzern zu empfehlen. Betreffend: Die durch die Sturmfluth beschädigten Bewohner der deutschen Ostseeküste. De An die Herren Bürgermeister des Kreises. * Diejenigen von Ihnen, welche in Folge meines, gelegentlich der Generalversammlung am 11. l. M. an Sie gestellten Ersuchens, —— für Einsammlung von Beiträgen in den Gemeinden zur Unterstützung der durch die Sturmfluthen so schwer heimgesuchten Bewohner der soellichl, deuischen Ostseeküsten gesorgt, solche mir aber noch nicht zugesendet haben, wollen mir diese baldigst zukommen lassen, damit ich sie mit 1 den bereits eingegangenen an den Ort ihrer Bestimmung gelangen lasse. Trapp, Nanschettel Regierungsrath. rbenden Die an n d em a c u nns Im nächstkommenden Jahre 1873 werden die directen Steuern wie seither monatlich und an den bekannten Zahltagen: Dienstags und Donnerstags erhoben. Nach Ablauf des 15., jeden Monats, muß das Beitreibungsverfahren eintreten. Friedberg am 30. Dezember 1872. Großherzogliche Districtseinnehmerei Friedberg. Keim. Neujahr 1873. geben hätte. Die Grabhügel der Gefallenen sind sympathetischen Mitteln an; der andere rühmt die Wieder ist ein Jahr dahin, Gottlob! ein Jahr des Friedens. Ale vor zwei Jahren die Kriegsfackel aufloderte, als Deutschland sich an⸗ schicken mußte, den Riesenkampf um seine Existenz zu bestehen,— wer hätte ahnen mögen, daß es denselben so ohne Gleichen rasch und ruhmreich zu Ende sühren würde. Schon nach wenigen Monden zogen die sieggekrönten deutschen Heere wieder in die Heimath, und Hunderttausende der wackeren Strtiter legten die Waffen bei Seite und griffen zur Pflugschar oder eilten in die Werkstätte, in die Geschäftsstuke oder den Hör- saal, und wieder nach wenigen Monden schon lebten wir im tiessten Frieden, gleich als ob es keine Herausforderung Frankreichs, keinen todes muthigen Zug der deutschen Jugend nach den Gränzen zur Abwehr des in wildem Uebermuth sich heranwälzenden Feindes, kein Wörth, kein Gravelotte, kein Sedan, keine Belagerung von mit Rasen bedeckt, die geschlagenen Wunden sind geheilt und vernarbt: kaum erinnerte uns noch Etwas an den faͤrchtbaren Entscheidungskampf, wäre es nicht der Segen, der uns daraus er- wachsen, daß es wieder ein deutsches Reich gibt, das etwas gilt im Rathe der Völker und das dem Ringen des deutschen Geistes nach dem ihm von der Vorsehung gesteckten Ziele allezeit ein kräftiger Rückhalt und eine zuverlässige Stütze sein wird. Doch nein, die Zustände unsers nur in dem Gefühl des Hasses gegen Deutschland einigen Nach barvolkes erinnern gleich lebhaft an die Er⸗ eignisse von 1870/71. Der Krieg hat dort böse, tief bis in's Mark des Volkes eingefressene Ge. schwüre bloßgelegt, und das Uebel will nun nicht heilen. Da zerren sich denn die politischen Heil- künstler und Quacksalber um den kranken Volks- körper herum und möchten jeder ihn in die Kur nehmen. Der eine preist eine Wundeikur mit Heilkraft der Königskerze mit bürgerlich liberalen Ingredienzien; der dritte hält Kaiserpillen in Bereitschast(wogegen freilich der Kranke bislang nock am meisten sich sträubt); der vierte möchte eine Radikalkur vornehmen nach dem Motto:„Stirbt der Fuchs, so gilt der Balg!“ Und das kleine kluge Männlein, das zum Krankenwärter bestellt ist, trippelt her und trippelt hin, plaudert da und plaudert dort und droht einmal über das andere mit dem Verlassen der Krankenstube, wenn die Heilwülheriche allzu ungestüm auf seinen Kranken eindringen.„Euere Mittel“, schleudert er ihnen in Momenten der Erregung schneidig in's Gesicht, „taugen sammt und sonders nichts. Ruhe, ab⸗ solute Ruhe ist unerläßliche Bedingung zur Ge⸗ nesung. Und“, setzt er ganz leise hinzu,„wo bliebe denn die Revanche und wozu hätte ich in Trouville mit Kanonen gespielt, wenn Ihr mir meinen Kranken zu Grunde richtet?“ Solch ein Zauber- wörtlein hält dann wieder für eine Zeitlang vor. Paris und keine Heldenkämpfe um Belsort ge- Ob der Kranke unter der Pflege seines klugen Wärters genesen wird 7 Wir Deutschen wünschen's von Herzen. Mit der bösen Krankheit, so hoffen wir, wird er auch den bösen Haß überwinden und allmählich sich daran gewöhnen lernen, in Frieden neben uns zu wohnen. Das deutsche Reich von 1871 fürchtet zwar keinen Feind, aber es verabscheut und beklagt allezeit den Krieg. Was uns indeß auch in Zukunft von Frankreich beschieden sein möge, für die nächsten Jahre wenigslens ist von dieser Seite wohl keine Friedens · störung zu befürchten. Sehen wir uns nach sonstigen Friedensgaran- tien um. Als ein günstiges Zeichen darf immer- hin die Beilegung der lange Jahre zwischen England und Nordamerika verhandelten Alabama⸗ frage betrachtet werden. Nicht blos ist dadurch ein blutiger Krieg verhütet worden, der auch Deutsch⸗ land in seinem Handel und Verkehr und in seinen nordamerikanischen Landsleuten in Mitleidenschaft gezogen haben würde,— sondern es ist dabei ein Princip zur Anwendung gekommen, dem die Zu- kunft gehören muß, wenn es je zu der für den Wohlstand der Nationen so wünschenswerthen Abrüstung in Europa kommen soll: das Princip, die Differenzen zwischen Völkern durch internationale Schiedsgerichte auszugleichen. Seitdem ist ein weiterer Streitpunkt zwischen England und Nord- amerika, die San Juan Frage, durch einen Schiedsrichterspruch unseres Kaisers entschieden worden, und ein ähnlicher Fall zwischen England und Portugal liegt gegenwärtig dem Präsidenten der französischen Republik zur Entscheidung vor. Hierin liegen die Klime einer verheißungsreichen Zukunft. Wenn es unter gesitteten Menschen schon seit Jahrhunderten für abscheulich gilt, Meinungs- verschiedenheiten und Rechtshändel zwischen Privaten und Corporationen mit Mord und Todtschlag auszufechten, warum sollte ein Gleiches nicht end— lich auch zwischen Volk und Votk, zwischen Staat und Staat Platz greisen können?! Freilich setzt dies voraus, daß nicht blos Kultur und Bildung, sondern zugleich Gerechtig- keitsliebe und gegenseitiges Vertrauen unter den Völkern sich mehr und mehr verallgemeinern und vertiefen und die Interessen des friedlichen Ver— kehrs sich immer vielfältiger verschlingen. Die— jenigen, die im Gewoge des Menschenlebens nur den mit blinder Naturnothwendigkeit wirkenden „Kampf um's Dasein“, wie bei der unvernünf⸗ tigen Creatur, erblicken wollen, können für derart Hoffnungen nur ein kühles Lächeln haben. Für uns hat solche Anschauung wenig Tröstliches, wie wir auch nicht an die Nothwendigkeit des Kriegs als Völkererfrischungsmittel glauben. Bleiben wir jedoch bei der Gegenwart. Als eine Friedensbürgschaft ist vor Allem die berühmte Kaiserzusammenkunft in Berlin begrüßt worden. In der Hofburg zu Wien hatte man die Er— eignisse ron 1866 immer noch nicht ganz ver- wunden; die Haltung Oesterreichs im letzten Krieg war mindestens zweideutig. Man durfte darum einen völligen Umschwung der Anschauungen und ein Zeichen freundlichen Einvernehmens darin er— kennen, daß das Haupt des Hauses Habsburg sich zu einem herzlichen Besuch in der Residenz der Hohenzollern herbeiließ, die die von Habeburg bisher immer noch nicht ganz aufgegebene Erb⸗ schaft in Deutschland definitiv angetreten haben. Was Rußland betrifft, so sind die Sympathien seines Kaisers für Deutschland und dessen Neu- gestaltung und sein treues Festhalten an den alten freund- und verwandtschaftlichen Beziehungen zu unserem Kaiserhause über alley Zweifel er— haben. Zwar soll ein Gleiches nicht von dem künftigen Her⸗scher an der Newa gesagt werden können, und das Stockrussenthum verhält sich deulschem Wesen gegenüber ablehnend; allein bis derartige Antipatbien in der Politik sich wirksam geltend machen können, wird's noch Weile haben, um so mehr, als Rußlands Interessen mit denen Deutschland⸗ im Großen und Ganzen nicht kollidiren. Wenn aber nach außen Fliede und eine ge⸗ sicherte Stellung des deutschen Reiches die Signatur der Gegenwart ist, so sind der Kämpfe im Innern um so mehr, gleich als sollte das neu erstandene Reich sich innerlich noch einmal gebären. Es will zunächst nicht viel heißen, daß die Bevölke- rung der neuen Reichslande der jetzigen Ordnung der Dinge noch abhold ist. Dieselbe war allzu lang dem Mutterlande entfremdet und ist zu sehr mit französischen Elementen durchsetzt, als daß es über Nacht seine Sympathien wechseln sollte. Einstweilen ist es nur zu beklagen, daß Einzelne sich dort von französischen Fanatikern so weit verblenden lassen, ihre schöne Heimath zu verlassen und ihrem gewissen Untergang in Algerien ent— gegenzugehen. Alle Colonisationsversuche in Algier durch Colonisten unserer Himmelsstriche haben bis jetzt einen kläglichen Verlauf genommen. Die Sonne Afrika's brennt dem Rheinländer zu heiß. Ungleich gewichtiger sind die Kämpfe, wie sie sich auf kirchlich politischem Gebiet entwickelt haben. Man braucht nur an das Unfehlbarkeitsdogma, an Altkatholicismus, Excommunicationen, Kanzel paragraphen, Jesuitengesetz, an die Hirtenbriefe der deutschen Bischöfe, an die posen'schen und ermländischen Vorkommnisse zu denken, um Gegen— sätze der schroffsten Art vor Augen zu haben. Auch auf protestantischem Gebiet zeigt sich tief gehende Bewegung. Altluthertbum, Unionisten, Protestantenverein,— partikularistisch-welfische Or- thodoxie und Reichskirchenthum: wie verschieden sind ihre Richtungen und die Beziehungen, die sie zum Staat erstreben! Wir werden diese Kämpfe in's neue Jahr mit hinüber nehmen müssen. Die Vaterlandsliebe und der gesunde religiöse Sinn des Volkes wird sie zu gedeihlichem Ende führen zur Ehre jenes großen Wortes von der Ver— ehrung Gottes im Geist und in der Wahrheit und jenes andern:„So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.“ Am schwersten wird immer die Lösung der socialen Frage bleiben. Sie ähnelt einigermaßen jenem vielköpfigen Ungethüm, dem immer neue Köpfe nachwuchsen, sobald einer abgeschlagen wurde; auch hier zeigt fast jedes vorgeschlagene Heilmittel Gefahren neuer Art in seinem Gefolge. Der größte Fortschritt unserer Tage in Bezug auf diese Frage besteht darin, daß man sich allent— halben ernstlich mit ihr besckäftigt. Vieles ist bereits gescheben durch die Gesetzgebung und auf dem Wege privater Thätigkeit; Vieles muß noch geschehen und kann noch geschehen, wenn und in dem Maaße, als aufrichtiges Wohlwollen und bingebende Liebe, redlicher Fleiß, Sparsamkeit und Genügsamkeit, mit einem Worte Sittlichkeit unter den Menschen zu finden ist. Gerade darum aber wird es ebenso wenig je gelingen, das Elend gänzlich aus der Welt zu verbannen, als es gelingen wird, Sünde und Laster auf Erden zu vertilgen. Was die sociale Frage verbittert, das sind nicht blos die Hetzereien und Aufstachelungen Ucbelwollender oder unklarer Köpfe viel mehr ist es die Schamlosigkeit des Raubgesindels in Lack— stiefeln, das sich täglich mehr der Industrie be— mächtigt und beutereiche Finanzoperationen macht. Die Strousbergs in Berlin, die Spitzeders in München, die Lonpai's in Pest, die Langrands in Brüssel sind ächte Typen unserer Zeit. Wie schmachvoll wird das Recht der Assotiation bei dem Heere unserer„Gründer“ mißbraucht, welch' abgefeimte Spitzbubenmanöver werden eingefädelt, um von dem Schweiß des arglosen Publikums im Ueberfluß zu schwelgen! Man nehme das erste beste Zeltungsblatt in die Hand, ob nicht irgend eine anrüchige„Grün— dung“ oder ein Actienschwindel neuesten Datums uns entgegengrinst. Dagegen hilft nur Bildung und Aufklärung. Je weniger Gimpel es gibt, die auf die Leim— zuthe gehen, desto weniger einträglich ist das Schwindelgeschäft, und wenn auch der Landmann einmal durchweg aufgeweckter und urtheilsfähiger bewerden sein wird, so wird manchem Schlau— kopf das Handwerk saurer werden, der ihn im Handel und Wandel ausbeutet, weil er ihm geistig überlegen ist. Gerade für die deutsche Volksbildung war das Jahr 1872 ein recht ersprießliches; der mit dem wiedererstandenen Reich zu neuer Krast er- f 0 wachte Volksgeist hat hier bereits fruchtverheißende Blüthen getrieben. V Allgemein fühlt man: es muß mehr gründ⸗ licher und zugleich mehr auf die Bedürfnisse des practischen Lebens zugewandt gelernt werden. Daher die rüstigere Tzätigkeit in den höheren Schulen, dje Errichtung von landwirthschaftlichen Schulen, Arbeiter- und Handwerker- Bildungs⸗ vereinen, die Gründung von Volksbibliotheken, die Veranstaltung von öffentlichen Vorträgen; daher die Erscheinung, daß ein über ganz Deutschland verbreiteter Fortbildungsverein die Einrichtung von Fortbildungsschulen in die Hand genommen und gesetzliche Verbindlichkeit dafür für die gesammte Jugend erstrebt; daher endlich die neuerwachte staatliche Fürsorge für die eigentliche Volksschule. In Preußen beginnt mit dem endlichen Fall der das Volksschulwesen niederhaltenden Regulative in den Räumen der Schulstuben und Seminar⸗ lehrsäle ein frischerer Geist zu wehen;„mehr Licht und mehr Luft“ wird wohlthun. In unserm Großsherzogthum hat ein kürzlich zu Stande ge⸗ kommenes Gesetz endlich dem dringenden Zeitbe⸗ dürfniß Rechnung getragen, die Volksschule den heutigen Verhältnissen entsprechend zu dotiren. Ueberhaupt wird das Jahr 1872 in der Ge⸗ schichte unseres Landes ein epochemachendes sein. Ein neues Ministerium ist an die Spitze der Ver⸗ waltung getreten, dessen von der Bevölkerung freudig begrüßtes Programm einerseits aufrichtige Bundesfreundlichkeit und engen Anschluß an das Reich, andererseits neben möglichster Vereinfachung und Sparsamkeit im Staatshaushalt den liberalen Ausbau der für die Wohlfahrt des Landes förder⸗ lichen Institutionen sich zur Aufgabe macht. Eine Reihe der wichtigsten Gesetzentwürfe werden zur Vorlage an die neuerwählte Kammer gelangen. Die Thronrede verheißt eine neue Kreis-, Städte⸗ und Landgemeindeordnung im Sinne größerer Selbständigkeit der Gemeinden, ein Volksschul⸗ gesctz, die Regelung des Verhbältnisses zwischen Kirche und Staat; außerdem wird namentlich eine theilweise Reform der Steuergesetzgebung die Kam- mer beschäftigen. Die nächste Zeit wird uns dem⸗ nach folgenreiche Verhandlungen bringen; mögen sie für unser Land von Segen sein. Ein für die Bahnen freiheitlicher Entwicklung in Preußen wichtiges Gesetz ist, freilich vielfach verstümmelt, trotz des hartnäckigsten Widerstandes der in trotziger Haltung dem Ministerium gegen über getretenen feudalen Partei zu Stande ge— kommen, die vielbesprochene Kreisordnung. Wohl als Nachspiel vieser parlamentarischen Kämpfe, während welcher Fürst Bismarck ruhig in Varzin weilte, brachten die letzten Tage eine Art Minister⸗ krisis, an welche je nach der Parteistellung die verschiedenartigsten Hoffnungen und Befürchtungen geknüpft wurden. Noch vor Jahrtsschluß bat dieselbe ihre Erledigung dahin gefunden, daß Fürst Bismarck von dem Präsidium des preußischen Staatsministeriums entbunden worden ist, ohne dadurch aufzuhören,„die Seele und das geistige Haupt“ dieses Ministeriums zu sein. Wenn auch Bedeutung und Tragweite der neuen Combination noch nicht vollständig übersehen werden kann, so werden Alle, denen die Erhaltung und Befestigung der großen Errungenschaft aus 1870— 71 am Herzen liegt, eine Befriedigung darin finden, daß der geniale Staatsmann, für den einen der großen Aufgabe gewachsenen Nachfolger zu finden schwer sein würde, das Reichsruder auch ferner in Händen behält. Das nunmehr beendigte Jahr war fast durchweg für Deutschland ein fruchtbares. Fast alle Getreide“ arten, Kartoffeln ꝛc. sind wohl gerathen, selbst die Oesternete unserer Gegend war eine ergiebige. Be- trächtliche Quantitäten Kartoffeln und Obst sind aus der Wetterau an den Markt gebracht und dafür hohe Preise erzielt worden. Nur die Wein⸗ ernte hat beinahe gänzlich fehlgeschlagen. Doch weiß men sich zu helfen; was die Natur versagt, sucht die Kunst zu ersetzen. Die Weinsabrikation in den Rbeinlanden blüht wie nie.— Von allge, meiner materieller Noth kann gegenwärtig keine Rede sein. Dagegen hat ein furchtbares Elemen. tarereigniß kürzlich die Bewohner eines Theiles 185 1812 n der 8 Stnachtndel en de Spitze de de 8 1. der Seri dun 4 seits aufn ut wirt uu d. dbniager; 1 1 1 der Ostseeküste heimgesucht. Die so hart Betroffenen, die Landsleute eines Arndt, haben im letzten Kampfe für das Gesammtvaterland sich überall rübmlich hervorgethan, und die wettergestählten Männer, denen damals der Schatz der Ostseeküste anvertraut war, würden, wenn's zum Kampf mit der feindlichen Flotte gekommen wäre, es sich auch zum Wahlspruch gemacht haben:„Nicht durch- lassen!“ Hoffentlich werden sie nun in ihrer Noth den Trost empfinden dürfen, daß das Gesammt— vaterland helfen kann und helfen will, wenn unverschuldet Elend über ein Glied desselben hereinbricht. Wir leben in einer großen Zeit. Auf staat⸗ lichen wie auf den Gebieten des socialen Lebens eine Menge verworrener Verhältnisse, ungelöster Fragen, Bewegung, Kampf. Wie aber auch die Zukunft sich gestalten möge:„An's Vaterland, an's theure, schließz dich an! Das halte fest mit Deinem ganzen Herzen! Hier sind die starken Wurzeln Deiner Kraft!“ Nur ein in Weisheit geeintes Volk, bei welchem die einzelnen Stämme Ellenbogenraum genug haben, um unbeschadet des Gesammtwohles ihre Selbstän— digkeit zu bethätigen, hat eine Zukunft; ein in eng— herzige Sonderinteressen zersplittertes ktänkelt seinem Untergange entgegen. Einheit im Reich und der Heeresleitung für Glück und Bedrängniß, Einheit in der Gesetzgebung und den Verkehrsverhältnissen; Einheit aber auch in der Liebe zu der altererbten frommen deutschen Denkungsweise und in der Hoch- achtung der Geistesschätze unserer Nation: das sind die Güter, denen des wackeren Deutschen beste Wünsche gelten beim Beginne des neuen Jahres und immerdar. Deutsches Reich. Darmstadt. Dem„Fr. J“ wird von hier geschrieben: Wie wir aus guter Quelle vernehmen, wird das Bezirksstrafgericht Ortenberg in den nächsten Tagen seine Thätigkeit einstellen. Auch soll an maßgebender Stelle die Aufhebung des Bezirksstrafgerichts Michelsladt beschlossene Sache sein, so daß bezüglich der Bezirksstrafgerichte die Provinz Oberhessen zwei Bezirke, Gießen und Alsfeld, die Provinz Starkenburg nur einen Be— zirk, Darmstadt, bilden wird. — Die„Darmst. Ztg.“ bezeichnet die Nach— richt, daß das Ministerium mit einer Revision, bezw. Umarbeitung der Verfassung beschästigt sei, als völlig grundlos. — Die auf den 27. d. anberaumte Nachwahl für Bessungen kam nicht zu Stande, da von 31 Wahlmännern nur 17 im Wahllokal erschienen, die, da Kraft entschieden abgelehnt, nunmehr für Kolbe zu stimmen entschlossen waren, während die sich sern haltende Minderheit den Geometer Dieter in Reinheim gewählt wissen wollte. Nach den Bestimmungen des Wahlgesetzes muß unter ditsen Umständen der Wahlact vertagt und ein neuer Termin anberaumt werden. Berlin. Der„Reichs- Anzeiger“ enthält einen kaiserlichen Erlaß an den Fürsten Bismarck vom 21. d. M., welcher folgendermaßen lautet: „Auf Ihren Antrag in dem Berichte vom 20. d. will ich Sie von dem Präsidium des Staats- ministeriums hierdurch entbinden. Sie behalten den Vortrag bei mir in den Angelegenheiten des Reiches und der auswärtigen Politik und sind im Falle Ihrer Behinderung an persönlicher Theil nahme an einer Sitzung des Staats ministeriums befugt, Ihr Vetum in den die Jateressen des Reiches berührenden Angelegenheiten unter Ihrer Verantwortlichkeit durch den Präsidenten des Reichs- kanzleramts Delbrück abgeben zu lassen. Der Vor- siz des Staatsministeriums geht an den ältesten Staatsminister über.— Die Gesetzessammlung publicirt die Kreisordnung. — In den Verhandlungen mit Mecklenburg über die die Sonderstellung der Contingente dieser Bundesstaaten aufhebende Militär-Convention wird von der„Spen. Ztg.“ ein glücklicher Abschluß gemeldet. — Die„Spener'sche Ztg.“ schreibt unter der Ueberschrift:„Ein neuer Benedetti“ Folgendes: Die jüngste Allocution des Papstes liegt in dem authentischen lateinischen Wortlaute vor. Was von der Rede bisher bekannt war, entspricht der italienischen Uebersetzung, welche dem Jesuitenblatte „Voce della Veritä“ entnommen war. Die wahr— haft unerhörte im Vatican geführte Sprache ist offenbar tendenziös abgeschwächt worden. Wir geben den lateinischen Text der auf Deutschland bezüglichen Worte wieder. Wenn wir eine getreue deutsche Uebersetzung veröffentlichten, stünde das Einschreiten des Staatsanwalts in bestimmter Aussicht. Die Reihe schwerer Beleidigungen, welche das Kirchenoberhaupt von seiner hohen Stelle in der Ansprache an die Cardinäle und mit der Be— stimmung, Klerus und Laien der ganzen Christen— welt bekannt zu werden, dem deutschen Reiche und dessen erhabenem Oberhaupte ins Antlitz zu schleudern wagte, sucht ihres Gleichen in der modernen Geschichte. Die Unverschämtheit Bene— detti's dem Könige gegenüber ist hier weit über— boten. Das deutsche Nationalgefühl wird sich aber Rom gegenüber so wenig verläugnen, wie damals gegenüber Frankreich. Was dem Kaiser heute geboten wird, ist eine größere Unbill als das Emser Attentat.“ — Wie der„Reichs- Anzeiger“ meldet, hat der Kaiser den Obergerichtsralh F. W. H. Mohr- mann zu Mainz zum Rath dei dem Reichs— Oberhandelsgericht in Leipzig ernannt. Wiesbaden. Der deutsche Kronprinz ist vorigen Montag einer großen Gefahr glücklich entgangen. Er fuhr nämlich an diesem Tage mit seiner Familie auf der Fahrstraße nach der griechischen Kapelle und dem Neroberg. Um nicht den nämlichen Weg zurückzumachen, wurde bei der Abfahrt vom Neroberge der am Anfang wie ein Fahrweg aussehende, später aber steil nach der Beausite zu abfallende Fußweg eingeschlagen. Der große Vierspänner gerjeth in gewaltigen Schuß, so daß die hohe Familie nur mit Mühe den Wagen verlassen und dadurch drohendes Unheil glücklich abgewendet werden konnte. Die Pferde mußten ausgespannt und der Vierspänner mit Hülse non hiesigen Bürgern an den Fuß des Neroberges getragen werden. Ausland. Frankreich. Das„Bien public“ zeigt offi⸗ ciös an, daß der diplomatische Neujahrsempfang nicht in Paris, sondern in Versailles,„dem offi— ciellen Sitze der Regierung“, stattfinden wird. — Herr Thiers wird, dem„Siecle“ zufolge, gegen Ende Januar eine Reise nach dem Süden Frankreichs unternehmen; dieselbe wird hauptsächlich dem Besuche der in Tarbes befindlichen bedeuten den Artilleriewerkstätten, sowie der in militärischer Beziehung wichtigen Stadt Bourges gelten. — Dasselbe Blatt constatirt, daß die Zahlung der vierten Milliarde an Deutschland in Raten von 200 Millionen monatlich demnächst beginnen wird und bis zum Monat Juni nächsten Jahres beendet sein soll. Erst dann wird mit den Unter⸗ handlungen bezüglich der für die fünfte Milliarde eventuell zu leistenden Garantien der Anfang ge— macht werden. — Wie man versichert, wäre die Paßange— legenheit mit Deutschland dahin geordnet, daß der Paßzwang mit dem 1. Januar aufhören soll. — Das Weihnachtsfest wurde in Paris in üblicher Weise begangen, doch waren die Mitter— nachtsmessen in den Kirchen der äußeren Viertel viel schwächer besucht als in früheren Jahren. Die Kirchen der feineren Stadttheile waren dagegen überfüllt; es wurden in denselben zahl— reiche Taschendiebe und allerlei Unfug verübende Personen verhaftet. Italien. Die„Agenzia Stefani“ versichert, daß die diplomatischen Beziehungen zwischen dem päpstlichen Stuhle und der Schweiz abgebrochen worden sind. Der Geschäftsträger des Papstes in Luzern werde mit dem Gesandtschaftspersonal in Rom erwartet. Rußland. Der Großfürst⸗Thronfolger ist am Unterleibs-Typhus erkrankt, die Krankheit jedoch ohne gefahrbringende Symptome. Der„Re- bierungsanzeiger“ veröffentlicht ein Bulletin über das Befinden des Großfürsten, wonach derselbe schon seit dem 19. Nov. erkrankt ist, die Krankheit sich aber erst seit dem 19. Dez. bestimmter als Unterleibstyphus declarirt hat. Der Zustand des Großfürsten ist nicht unbedenklich, jedoch find augenblicklich keine gefährlichen Symptome vor— handen. Amerika. In Williamsport brach während des Gottes dienstes der Fußboden einer Kirche ein; 14 Personen wurden getödtet, 40 zum Theil schwer verletzt.— Bei dem am 24. d. stattge⸗ habten Eisenbahn-Unfalle in Pennsylvanien sind 30 Personen umgekommen, meistens durch das Feuer brennender Wagen.— Von der Küste wurden in den letzten Tagen zahlreiche Schiffs- unglücksfälle gemeldet. Bad- Nauheim. Am 27. d. Abends gaben die Mitglieder unserer hiesigen Kur⸗Kapelle ihr zweites Concert in dieser Wintersaison. Die Ausführung des Programmes, welches manches Interessante enthielt, war sehr zufriedenstellend und lernten wir namentlich in einem Mitwukenden, welcher sich als Violinspieler in einer Concerip ce von David producirte, ein sehr beachtens— werthes Talent kennen. Wünschenswerth wäre es übrigens, wenn künftig stalt Pidcen, wie die„Iphigenia-Ouverture“ von Gluck, welche ein großes Orchester erfordern, Stücke leichteren Genres, welche mehr den Kräften einer kleinen Kapelle ang em ssen sind, gewählt würden. Noch möchte darauf aufmerksam zu machen sein, daß durch eine bessere Beleuchtung des Locals das Ganze sehr gewinnen könnte. Gießen. In Bezug auf die neulich gebrachte Mit⸗ theilung von dem Spfrunge eines Eisenbahnbediensteten in die Wieseck wird noch Folgendes berichtet: Ein Hülfs⸗ bremser der Main-Weser und nicht der Oberh. Bahn, sprang in einem Zustand der Schlaftrunkenyeit jedenfalls, von einem Rangirzug, welcher auf dem Viadukt der Wieseck hielt, über die Mauer des Viadukts in die hoch geschwollene Wieseck hinein. Die Höhe des Viadukts be— trägt 56½ Fuß und kam dee betr. Bremser, wie man bört, mit dem Schrecken davon, da der dicke Pelzmantel ihn so lange über Wasser hielt, bis die Hülfe seiner Kameraden eintraf. Ein solcher Riesensprung dürfte am Ende doch nicht so oft vorkommen. Bingen. Wie berichtet wird, wurde auf dem Bahn⸗ körper an der sogenannten Kreuzbach bei Vingerbrück ein menschliches Bein aufgefunden. Man glaudt, daß das, selbe zu einem Rumpfe gehöit, der dieser Tage bei Coblen gefunden worden sein soll. Die betreffende Persönlichkeit scheint somit auf der Bahn verunglückt und einzeln Körpertheile vom Bahnzuge eine Strecke weit mitgeschleift worden zu sein. Caubstummen-Anstalt. 3555 Wer noch elne unangemeldete Forderung an unsere Anstalt oder einen ihrer 38 Uinge aus dem Jahle 1872 zu mochen hat und unsere Mitwirkung bei Ein⸗ ziehung des detr ffenden Betrage wünscht, wolle unver⸗ züglich seine Rechnung dei uns einreichen. zriedberg am 27. Dezember 1872. Großherzogliche Direknon des Taub stummen Instituts. Dr. Matthias. Eine Partie Signal-Hörner, Be rust he ge r ung. 3565 Montag den 13. Januar 1873, Morgens 11 Ubr, soll auf biesigem Rathbaus die Hofraitbe nebst Grab— garten des Wilhelm Kleeberger II. dahtler meist⸗ bietend verstetgert werden. Melbach am 28. Dezember 1872. In Auftrag: Großberzoglichen Landgerichts Friedberg. Großberzogliches Ortsgericht Melbach. Wei fer dlenstältester Gerichte mann. Gartenerde, circa 50 Wagen, können weggefahren werden. 3564 3430 welche sich für Feuerwehren eignen, bat billig zu verkaufen M. D. Loeb. Chem. Fabrik.— Ludwig Seibert. Faselochs⸗Versteigerung. 3566 Dienfsag den 7. Januar 1873, Vormittags 10 Ubr, soll ein gemeinbeitlicher, zur Nachzucht noch tauglicher und gut gehaltener Faselochs im hbiesigen Rathbause meistbietend versteigert werden. Relchels beim den 29. Dezember 1872. Großherzogliche Bürgermeisterei Reichelsheim. Schmid Zu vermiethen. 3543 Eine angenedme Wohnung mit allem Zubehör auf der breiten Straße kann sofort bezogen werden. Näberes bet der Erved. d. Bl. Ulace-Haudschune, F., dr. Besonders große Auswahl von Neujahrs- Gratulationen ernsten und komischen Inhalts bei Bindernagel 8 Schimpff. Sonntag den 5. Januar, Abends 7 Uhr, im Saale des Hötel Trapp a Onecert des Großh. Hess. Kammervirtuosen Martin Wallenstein aus Frankfurt a. M., unter gefälliger Mitwirkung von Frl. Pauline Bechtold und Frl. Lina Werner, sowie des Herrn Concertmeister Hugo Heermann aus Frankfurt a. M. Programm. 3561 1) Duo über„Oberon“.. Vieurtemps und 5) a. Räbertlt e.... Bleurtemps. Wolff. b. Ungarische Tänze.. Zoachim. 2) Arie aus„Waffenschmied“.. Lortzing. 6) a. Lied ohne Worte.. Mendelssohn. 8) 2. Wiegen lies Schumann. FF Chopin. b. Fantasie über„Don⸗Juan“ Thalberg. 7) Walzer für Gesang. Gumbert. 0 Arie aus„Figaro Mozart. 8) Duo concertante. Danila. Vorschuß- und Ciedit-Perein zu Fiikdberg. en cee ene am 2., 3. und 4. Januar k. J. geschlossen unter Bezugnahme auf unsere Statuten: §. 70. Das Geschäftsjahr läuft vom 1. Januar bis 31. Dezember. Beendigung muß a. der Bestand der vorhandenen Kassenvorräthe, Schulddocumente und Werthpapiere durch den Ausschuß revidirt und festgestellt, sowie b. mit dem Abschluß der Bücher vom Vorstande begonnen werden. Nach dessen Die Spar⸗Einlagen und Darlehen⸗Zinsen! pro 1872 ud bei derselben vom 6. bis 31. Jauuar k. J. gegen Vorzeigung der betreffenden Bücher und Schuldscheine zu erheben. Friedberg im Dezember 1872. Der Vorstand: N. Hecht Ermus. Punsch- Essenzen, 3538 Rum de Jamaica und alten feinsten Nordhäuser, Arrae de Batavia, Crëème de Vanille, Hamburger Tropfen bei M. D. Loeb. Ausloosung. Trauben-Grust- Honig tausendsach bewährt gegen Husten 3560 Unterm Heutigen wurden von den Aetien des f. J Ddelnrich Schmidt I., die Etbauung dessen Hauses 3504 Heiserkeit, detreffend, folgende Nummern zur Auszablung gezogen: Brustschmerzen, Nr. 48. 104. 58. 63 73. 114. 9. 61. 11. 30. Verschleimung Der Betrag kann von dem 1. Januar 1873 bei Bluthust 2 Unterzeichnetem in Empfang genommen werden. sten, Frtedberg den 27. Dezember 1872. Asthma, Philipp Ritzel, Gerber. blauer Husten bet Kindern in bekannter ausgezeichneter Güte zu baben in Fried⸗ berg bei Herrn Pof⸗Apolheker W. Sturmfels. Zwei Faselochsen, 5 3562 reiner Berner Race, bat zu verkaufen Obne Mediein. 2 2 Wohnbach. G. Weckmann. 5 n. b rie Brust- und Lungen- Zwei Faselochsen, kranke fiaden auf naturgemäßem Wege selbft 3561 tiein Simmentholer Race, von Farbe Rotlbscheck, Alter 1½ Jahr, stehen zu verkaufen bei in verzweifelten und von den Aerzten für Pachter Sturmfels in Ulsa. unbeilbar erklärten Fällen radicale Hei⸗ lung ihres Leidens f ohne Mediein. Nach spezialler Beschreibung der Krank— heit Näheres brieflich durch Dir. J. H. Fickert, Berlin, 2013 Wallstraße Nr. 23. Brodpreise vom 1. bis 15 Januar. Nach eigener Angabe der Bäcker. Für Friedberg: / Waizen, ½, Korn./ Korn, ½ Waizen. Erste Sorte 2 Kilo ig kr. Zweite Sorte 2Kilo 16 kr. * 1 95** 8 „* 7 1 1 Für Bad Nauheim und Butzbach unverändert. Fleisch⸗ ꝛc. Preise vom 1. bis 15. Jan. Für Friedberg, Bad- Nauheim und Butzbach unve ändelt. Obne Medlein. ue aug 1 77 9* Ohne Mediein. Eine Scheuer von sehr gutem Eichenholz, sowie 53 Fuß lang, 40 Kuß breit und 21 Fuß tief, steht auf den Abbruch zu verkaufen bei Reichelsheim. Wilhelm Knöpp. . „** 38 90 1 8* Dilettanten⸗Kapelle. 5* 3557 Bei unserem am 1. Januar flatifindenden Con 1 am Eingang des Saales Karten nicht mehr verkauft.* 3573 Neujahrstag Abend a Laber dan Hall zu Ktlbach 3559 Mitlwoch den 1. Januar 1873 wozu freundlich einladei W. Philippi. Veteranen- und Militärverei 3568 Samstag den 4. Januar, Abends präcis 8 Uhr, 4 Generalversammlung in der goldenen Reiche krone. Wellerberathung der Statuten.* Der Vorsitzende: Fr. Sch fer. Feinste Vanille-Bruch-Chocolade, 3572 das volgewogene Pfund 32 kr., bei N Friedrich Hilbrecht Wittwe am Bahnhof. Hammelfleisch a Pfd. 20 kr. 3571 bet W. Kreuder. v. Metter nich' scher 4 Unipersal-Magenligueut in Flaschen à 24 kr., 45 kr. und fl. 1. 24 kr., Arac-, Num- und Portwein⸗ Ess. Punsch⸗Essenz 10 11 — in ½ Flaschen à fl. 1. 24 kr, fl. 1. 45 kr., in 542 à 42 kr., 54 kr. Bum de Jamaica und Arac de Palabia. Pb. Dan. Kümmich. 3394 und Lampen aller Art bei Wilh. Fertsch. Hosapotheke zum Engel. Rum de Jamaica, Arae de Batavia, Vanille- und Orangen-Punsch-Essenzen. 3567 Reelle Waare. Billige Preise. C. Görtz 0 — Vorzügliche Ruhrkohlen, 3544 à Thlr. 60. per Deppelwaggon, bet. h. Dau. Kümmich. 1 Evangelische Gemeinde. 2 Dienstag den 31. Dezember, Abends 5 Uhr, Gottesdienst in der Burgkirchet Herr Pfarrer Köhler. 1 Neujahrsfest. Gottesdienst in der Stadtkirche: Vormitiags: Herr Candidat Döring. Nachmiitags: Herr Diakonus Meyer. Gottesdienst in der Burgkirche 2 Vormitlags: Herr Pfarrer Schwabe. g * Katholische Gemtinde. Neujahrsfest. Vormittags: 10 Uhr Hochamt mit Segen und Predigt. Nachmittags: ½2 Uhr Andacht mit Segen. Beginn des Gottesdienstes an den Wochentagen Morgens ½8 Uhr. Verantw. Red.: Hermann Schimpff. Druck und Verlac von Bindernagel& Schimvff. — W Die nächste Nummer d. Bl. wird Samstag den A. Januar ausgegeben. 0 1 — heästes Petroleum 0 1 0 Kirchliche Anzeigen für Jtiedberg. 1 Sylvester- Abend. Abends: 5 Uhr Jahresschlußfeier mit Predigt, Andacht und Tedeum. N— 0 1 0