derösterteit 1. Keie Hrünwald Ibn Nix 58 att. en * berkansen erh Weitz l. kiler etetmichtt. 1872. Samstag den 29. Juni. N 75. Oberhessischer Anzeiger. Friedberger Zutelligenzblalt. 1 A—— Mit dem 1. Juli beginnt ein neues Abonnement auf den Oberhessischen Anzeiger, welcher auch ferner wöchentlich dreimal, Dienstag, Donnerstag und Samstag, erscheinen wird. Derselbe bringt die kreisamtlichen Erlasse, sodann eine kurze Uebersicht der interessantesten und emerkenswerthesten Tagesbegebenheiten, besonders wichtige Neuigkeiten durch Extrablätter, allgemein belehrende und unterhaltende Aufsätze, Andwirthschaftliche und gewerbliche Mittheilungen, geschäftliche Nachrichten, Markt- und Cours Berichte, Verloosungen von Staats papieren und locale Zotizen, außerdem wöchentlich einmal in dem beigegebenen Unterhaltungs⸗Blatt interessante Novellen und Erzählungen, Gedichte, Anekvoten, Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Sam stag. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Jäthsel, Bilderräthsel ꝛc. Das Abonnement beträgt bei der Verlags- Expedition ohne Bringerlohn halbjährlich 1 fl., durch die Pest bezogen jedoch viertel⸗ ährlich 47 kr. mit Bringerlohn. Inseratgebühren werden die einspaltige Petitzeile oder deren Raum mit 3 kr. berechnet, bei Tabellen- und Ziffersatz mit 8 kr. . der Anzeiger kann nach auswärts auch durch Privatboten direct von uns bezogen werden. brechung eintritt. 1 drücklich Abbestellung erfolgt. Bestellungen beliebe man baldigst zu machen, damit in der Zusendung des Blattes keine Unter⸗ Den verehrlichen Abonnenten in hiesiger Stadt werden wir das Blatt auch für das zweite Halbjahr zusenden, wenn nicht aus⸗ Die Redaction. Amtlicher Theil. Zetteffend: Das Departements⸗Ersatzgeschäft für 1872. An die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Unter Bezugnahme auf das Ausschreiben vom 7. d. Mts., Oberh. Anzeiger Nr. 67 und 69, weisen wir Sie hiermit wiederholt an, sich am 8. und 9. Juli d. J., Morgens präcis 7 Uhr, mit den betreffenden Militärpflichtigen dahier auf dem Rathhause einzufinden, damit das Geschäft sofort beginnen und ohne Unterbrechung beendigt werden kann. Zugleich werden die noch im Kückstand befindlichen Bürgermeistereien an die umgehende Einsendung der Vorladungsbescheinigungen erinnert, indem sonst Wartboten abgesendet werden müßten. Friedberg den 27. Juni 1872. 1 Tu p p. Deutsches Reich. Friedberg, 27. Juni. S. K. Hoheit der Großherzog begaben sich heute nach Wolfs garten imd kehrten heute Abend hierher zurück. Berlin. Die„Prov.⸗Corr.“ bestätigt, daß e Annahme des Jesuitengesetzes durch den Bundes- uth in der Fassung des Reichstags erfolgt sei. die Publication des Gesetzes und der Erlaß der ar Ausführung und Sicherung des Vollzuges er⸗ ürderlichen Verfügungen würden in Kürze erfolgen. — Die„Prov.⸗Corr.“ meldet ferner, daß der Kaiser tach etwa vierwöchentlichem Aufenthalte in Ems auf einige Wochen nach Gastein gehen würde.— Pas selbe Blatt theilt weiter mit, daß in den ltzten Tagen dem deutschen Botschafter in Paris die erforderlichen Weisungen und Ermächtigungen zem Eintritt in wirkliche Verhandlungen zuge— gangen seien. Dortmund. Die„Westphälische Zeitung“ stpreibt vom 25. d. M.: Die Hoffnung, daß die srikenden Bergleute übereilte Schritte vermeiden, zhält sich. Am 24. d. wurde auf allen Zechen arbeitet. Auf„Neu- Iserlohn“ kehrten die 50 sttikenden Bergarbeiter zur Arbeit zurück. — Eine Bekanntmachung des Landraths, der kürgermeister und Aemter des Kreises Dortmund nurde am 27. d. M. durch Straßenanschlag ver öfentlicht. Dieselbe warnt vor Ausschreitungen und sichert den bei der Arbeit bleibenden oder zurück- schrenden Bergleuten den vollen Schutz der Staats A walt zu. Zu diesem Zwecke seien die ausreichend n Vorkehrungen getroffen. Die einschlägigen kestimmungen der Gewerbe- Ordnung und des S trafgesetzbuches sind zur Warnung aufgeführt. Essen. Der Strike geht hier doch nicht dane Excesse ab. Die„Ess. Ztg.“ berichtet: In Utenessen ist es am 23. d. Nachmittags in einer larsammlung, welche für die Belegschaft der Zeche Ju- Essen anberaumt worden, zwischen den Ar- hütern, welche die Arbeit fortsetzen wollten, und omen, welche ihnen davon abzurathen suchten, zu mer großartigen Schlägerei gekommen, so daß die „waffnete Macht schließlich energisch einschreiten nrußte, um die Ordnung unter dem zahlreich vor dem — Versammlungslocale befindlichen Publikum herzu⸗ stellen. Es sollen mehrfache Verletzungen vorge⸗ kommen sein. Dem Vernehmen nach ist eine in Gelsenkirchen veranstaltete Versammlung von Berg— leuten durch die Polizeibehörde aufgehoben worden. — Die Zahl der die Arbeit wiederaufnehmen⸗ den Arbeiter wächst täglich. Im Essener Revier bei Mühlheim sind ganze Belegschaften auf ein— zelnen Gruben wieder angefahren. Im Bochumer, Wittener, Hörder und Hattinger Bezirk sind bis jetzt keine Strikes vorgekommen. Im Dortmunder Revier sind nur auf den Zechen„Borussta“ und „Tremonia“ Strikes versucht worden. Der Wunsch gütlicher Ausgleichung ist allgemein vor— herrschend. Eine Stockung des Verkehrs durch Kohlenmangel steht nicht mehr zu befürchten. — Nach am 25. d. eingegangenen Berichten wächst die Zahl der Bergleute, die auf den in der Nähe der Stadt Essen liegenden Zechen die Arbeit wieder aufnehmen, von Tag zu Tag und sind im Ganzen ca. 100 Bergleute mehr eingesahren, als am Schluß der vorigen Woche. Die von außen eingehenden Berichte constatiren allgemein eine entweder theilweise oder gänzliche Wiederaufnahme der Arbeit Seitens der Bergleute. Kiel. Die am 26. d. zu Neumünster statt⸗ gehabte Versammlung von Vertretungsmännern aller Parteien beschloß einstimmig die glänzende Feier des 25. Jahrestages der Erhebung gegen Dänemark und die Errichtung eines Landesdenkmals in Kiel. Es waren in der Versammlung über 70 Notable anwesend, sowie auch die Ritterschaft und hohen Beamten vertreten. München. Die vom Erzbischof von München am 16. d. in den sämmtlichen hiesigen Kirchen vorgenommene Peterspfennig- Sammlung für den Papst hat etwa 1400 fl. ergeben. Wenn man die Katholiken Münchens auf 140,000 Köpfe an- nimmt, so trifft auf 100 Katholiken ein ganzer Gulden, oder auf je einen Katholiken 2 Pfennige. Karlsruhe. Am 22. d. kam der Ober- länder Bahnzug, der um 8½ Uhr Abends hier eintressen sollte, anläßlich einer Soldatenschlägerei auf dem Bahnhofe in Etlingen, Stunde später hier an. Es wurde von der blanken Waffe Ge⸗ brauch gemacht. Glücklicherweise kam alsbald ein Offizier und schritt ein. Konstanz. Am 25. d. war in dem Kon- stanzer„Amtsverkündiger“ zu lesen:„Dem Ver⸗ nehmen nach ist am Freitag Abend dahier ein würtembergischer Postsecretär verhaftet worden, weil er dem Feldwebel H. gegenüber verfängliche Aeußerungen über einen etwaigen neuen Krieg mit Frankreich gethan und demselben die Frage vor⸗ gelegt habe, wie viel Mann von seiner Compagnie als gute Katholiken zum Feinde übertreten würden. Ohrenzeugen versichern, daß die Aeußerungen des Herrn entschieden den Eindruck gemacht hätten, als wolle er in böherem Auftrage Soldaten zum Treubruch verführen. Die gerichtliche Untersuchung gegen den Verhafteten ist im Gange“.— Das- selbe Blatt meldet:„Der würtembergische Post⸗ secretär, dessen Verhaftung wir mittheilten, ist bereits wieder in Freiheit gesetzt, da die gr. Staats- anwaltschaft keinen Grund fand, eine gerichtliche Verfolgung gegen ihn einzuleiten. Die Aeuße— rungen desselben sollen bei näherer Untersuchung weit unverfänglicher gelautet haben, als zuerst an⸗ gegeben wurde.“ Straßburg. Laut Verfügung des General- eommandos und des Oberpräsidiums haben die Maires sofort mit der Aufstellung der Militär- stammrollen für die October-Aushebung zu beginnen. — Bekanntlich ließ sich am 11. d. ein fran⸗ zösischer Cabinetscourier auf seiner Durchreise nach Wien am hiesigen Bahnhöfe zu einem Angriff gegen ehemalige französische Soldaten und zu thät⸗ lichem Widerstande gegen eine Patrouille verleiten, was seine Verhaftung zur Folge hatte. Es wurde ihm damals, auf Verwendung der französischen Mitglieder der Liquidationscommission, die Fort⸗ setzung der Reise nach Wien gestattet unter der Bedingung, daß er sich an einem bestimmten Tage hier wieder stellen werde. Er hat dies in der That wie die„Straßb. Zig.“ meldet, vor einigen Tagen gethan; am 25. d. wurde gerichtlich gegen ihn verhandelt. Er erhielt eine Gefängnißstrafe don acht Tagen. Ausland. Oesterteich. Pest. Von den ungarischen Reichstagswahlen, welche zu förmlichen Wahl schlachten mitunter wurden, sind 214 bekannt. Es wurden gewählt: 150 Deakisten, 47 Oppositionelle, 17 Achtundvierziger. Die Deakpartei gewann 38 neue Sitze, während die Opposition 12 derseben verloren hat. Triest. Aus Alexandrien wird vom 16. d. gemeldet: Der Vicekönig hat seine Abreise nach Konstantinopel auf Dongerstag verschoben. Nubar Pascha wird ihn begleiten. Die Regentschaft über nimmt inzwischen der Kronprinz Tewfik Pascha. Schweiz. Genf. Die Conferenz des Schiede⸗ gerichts begann am 25. d. M. um 3½ Uhr und endigte um 5 Uhr. Ueber die Verhandlungen herrscht noch stets absolutes Schweigen. Das Schiedsgericht hat sich bis zum Donnerstag 11 Uhr vertagt. Frankreich. Paris. Die„Agence Havas“ meldet: Man versichert, die Unterhandlungen mit Deutschland haben ein befriedigendes Resultat er- geben. Offizielle Mittheilungen können mit Nächstem der Nationalversammlung gemacht werden. Thiers empfing am 26. d. die Delegirten der Finanz- Institute von Paris, welche dem Syndicat des Anlehens angehören. Versailles, 25. Juni. Die Nationalver⸗ sammlung begann heute die Berathung der Ein- kommensteuer. Thiers erklärte, daß er Angesichts der vorherrschenden Meinung, wenn auch mit innerem Widerstreben, die Steuer auf die beweg lichen Werthe annehme. — 26. Juni. Nationalversammlung. An- läßlich des Amendements Buffet's, welches nur eine temporäre Einkommensteuer vorschlägt, um die Staatsschuld allmählich zu tilgen, wiederbolt Thiers, die Regierung sei formell gegen eine Einkommen- steuer. Sie verwerfe dieselbe im Namen der Würde der Kammer, welche sie schon zurückge⸗ wiesen habe, im Namen der conservativen Politik, wozu er sich bekenne und immer bekennen werde, endlich im Namen der Ruhe des Landes. Thiers Worte wurden von der Versammlung günstig auf⸗ genommen. Die Discussion der Amendements wurde vertagt. Türkei. Konstantinopel. Der Khedive ist am 15. d. hier eingetroffen. Der Jahrestag der Thronbesteigung des Sultans wurde mit einer glänzenden Illumination begangen, wobei sich ins⸗ besondere das Palais des Khedive und des Groß- veziers bemerkbar machten. Der Bosporus war feenhaft beleuchtet. Amerika. Wasbington. Eine von bie; sigen Blättern veröffentlichte anscheinend ossizielle Erklärung betrachtet die Aueschließung der indi⸗ retten Ansprüche durch das Genfer Schiedsgericht als die praktische Rechtfertigung der Nichtzurück⸗ nahme jener Ansprüche und gleichzeitig als Lösung der ganzen Frage. Homburg. Das kommenden 7. Juli flatifindende Feldbergfest wird nach den bis jetzt eingelaufenen An⸗ meldungen nicht allein von den Frankfurter und Taunus⸗ Turnvereinen, sondern auch von cheinischen Vereinen stark besucht werden. Bei dem Feste werden dieselben obliga⸗ torischen Uebungen, Steinstoßen, Hoch und Vocsprung 2c., wie auf dem deuischen Turnfest in Bonn vorgenommen. Hr. Bode vom Offenbacher Turnverein ist Opmann, das Preisgericht bildet der Verein in Homburg und den Aus⸗ schuß der Frankfurter Verein. U Büdingen. Seit einigen Tagen sind fleißzi Hände mit den Vorarbeiten zur Fassung 15 0 lichen Schloßgarien befindlichen Salzquelleu beschäftigt, die kürzlich in dem ausführlichen Gulachten des Bank⸗ directors R. Ludwig zu Darmstadt als die am meisten salzige Stoffe enthaltende bezeichnen wurde. Das Wisser quoll reichlich aus der Erde hervor und mußten bercits mehrere Pumpen fortwährend arbeiten, dasselbe wegzu⸗ schaffen Jetzt ist nun ein neuer ebenfalls bestes Salz⸗ wasser entbaltender Zufluß von solcher Stärke duch die trennende Eroschichle durchgebrochen, daß die vereinigten Quellen nunmehr per Minute 5 Ohm Wasser liefern. Wir müssen abwarten, ob der neue Zufluß ebenso heil⸗ kräftiges Wasser enthält, als die zuerst zur Fassung be⸗ stimmte Quelle, und ferner, ob die in einer Tiefe von ca. 17 Fuß unter dem Bett des Seemenbachs herziehende Wasserader in Bezug auf Quantilät in den nächsten Tagen keine Abnahme zeigt. Sollte sich Beides erfüllen, so um ein Beträchtliches ihrer Verwirklichung näher geführt. Wir werden gelegentlich auf die unser Städichen so nahe berührende Angelegenheit zurückkommen. Ems. Man schreibt der N. A. Z. von hier: Wenn man im Bade Ems der Bahn solgend, vom Kurhause aus jenseits der Lahn, nach rechts sich wendet, so fällt in dem hohen Bergrahmen des lieblichen Bildes eine Spitze oder besser ein Kegel auf, der drei mächtige Eichen trägt. Diesem Berge hat man den Namen„der Bismarck“ beigelegt; die ganze Gegend kennt ihn schon unter dem Namen. Boston. Nachdem das Riesenmusikfest seinen eng⸗ lischen, deutschen und französischen Tag gehabt, war der 4. Tag Oesterreich gewidmet. Die Damen Peschka Leuiner und Rudersdorff sangen, Godfrey's Musik⸗ Corps spielte. Der Chor bestand aus 16,000 Stimmen, mit Kanonen begleitung. Das Coloseum war zum Erdrücken voll, und der Erfolg sehr groß. Am 22. Juni hatten die Russen ihren Tag in dem Jubiläum und mit gleich großem Erfolge. Einige volkswirthschaftliche Fragen. (Aus der Wetterau.) Immer in Folge vorliegender Bedürfnisse und daraus entspringender Wünsche, also aus dem Volke heraus und von dem Volk, werden volks⸗ wirthschaftliche Fragen auf die Tagesordnung gesetzt. So ist es mit der Arbeiterfrage gewesen und so wird es mit der Hypothekenfrage sein. Die in letzterer Hinsicht geschehene Agitation der Land⸗ wirthe im Kreise Hofgeismar(Petition an den Reichstag, daß der Staat, das Reich Hypotheken- Papiergeld ausgebe) ist zwar als solche, nicht aber in der Allgemeinheit ihrer Grundgedanken neu. Ich will mich hier indessen nicht berufen auf Anträge, welche verschiedenen Congressen der Internationale vorgelegen haben; denn das Gerede dieser Schwefel- und Petroleums bande bezweckt nicht die Reform, sondern den Umsturz, die Zer⸗ störung der wirthschaftlichen und sittlichen Funda ⸗ mente; ich will mich auch nicht berufen auf die dem letzten s. g. Friedensconereß vorgelegenen An, träge, wonach der Staat den Betrieb aller Eisen⸗ bahnen, aller Banken und aller Versiche⸗ rungsanstalten übernehmen möge; allein ich will die Priotität dieser Gedanken für andere Männer bervorheben, die nicht einem Friedens · oder Revolutionsbunde angehören, vielmehr in ruhiger Weise und gestützt auf Erfahrung und Beobachtung die bemerkten drei Projecte mit ge wissen Modifitationen allerdings auch als Heil⸗ mittel ansehen für mancherlei krankhafte Zustände des wirthschaftlichen und socialen Lebens, welche (die kranken Zustände) durch ihr Vorhandensein und durch die von ihnen verursachten Beschwerden die Massen der Unzufriedenen und Anhänger jener Volksverführer bedenklichst vermehren. Also dit Eisenbahnen, die Banken und die Ver⸗ sicherungen soll der Staat übernehmen! Sind diese Ideen ausführbar, practisch? Suchen wir uns darüber ins Klare zu setzen! Die Ver⸗ theidiger sagen: Die Eisenbahnen sollen nicht einem Bezirke, vielmehr einem großen Ganzen, einer Ge: sammtheit, Staat und Staaten dienen. Es ist darum einleuchtend, daß ihre Verwaltung besser in der Hand der größten Genossenschaft, des Staats liegt, als in der einer selbstsüchtigen Speculatione⸗ gesellschast. Was der Gesammtheit dient, muß centralisirt, was dagegen Einzeln en dient, muß decentralisirt(loealisitt) werden. Ein noch größeres Bedürfniß nach einbeitlicher Leitung als bei dem Post, und Telegraphenwesen liegt allerdings hin⸗ sichelich der Eisenbahnen vor. Je weiter das Eisen bahnnetz Vervollständigung findet, desto wünschens⸗ werther wird seine Vereinigung in der Hand des Staats. Der frühere Satz, daß Unternehmungen des Staats theuerer und doch schlechter seien, als private, hat für große außerlocale Unternehmungen jeine Berechtigung. Dagegen findet immer mehr eine allgemeine Anerkenuung der Satz: Je größer eine Vereinigung, desto billiger, verhältnißmäßig billiger ihre Verwaltung.— Wendet man diesen Satz auf das Bankwesen an, so denkt man zunächst daran, wie gut die Privatbanken ihre Chefs, Verwal⸗ tungsräthe und die Regierungscommissäre bezahlen, viel besser als hohe Staatsbeamte besoldet werden. Auch würden die Bankgeschäfte im Falle ihrer Besorgung durch Staatsorgane an Solldität nicht Noth leiden. Von der Schaffung eines Bank- würbe baburch unsere schon lange schwebende Badeftage monopols kann und soll nicht die Rede sein. Die Privatbanken mögen fortbestehen, weil sie der In⸗ dustrie im Allgemeinen förderlich sind. Ob aber die Ausgabe von Banknoten, die im Volke von Hand zu Hand gehen, ob die Ausgabe dieser an sich werthlosen, aber dennoch große Summen aus. machenden Bankanweisungen, nicht als ein Allein. recht des Staats geltend zu machen, das ist eine andere und zwar höchst wichtige Frage. In Deulsch⸗ land sollen ohngefähr 200 Milionen Thaler in Banknoten im Umlauf sein. Denken wir uns den Plan einer Staatshypothekenbank ausgeführt in Verbindung mit dem Alleinrecht der Banknoten⸗ ausgabe, im zweifach nothwendigen Betrag jener Summe, so hätte das deutsche Reich hiervon eine Einnahme(4%) von jährlich 16 Millionen. Nach Abzug aller Verwaltungs und Unkosten würde davon ganz gewiß noch so viel übrig bleiben, daß die Abgaben von absolut nothwendigen Be, dürfnißgegenständen, wie von Salz, Kaffee u, ganz wegfallen und eine Ermäßigung der Grund- sowie der gewöhnlichen Gewerbesteuer eintreten köpnte. Aber wie ließe sich das Project einer Staats hypothekenbank ausführen? ich denke da⸗ rüber also: Nur die Staatshypotheken bank sei berechtigt, Banknoten auszugeben und zwar zu dem Belange, als sie Hypotheken auf Grundbe. sitz erhält; allein nicht mit Zangscours, sondern nur mit dem Rechte ihrer vollen Geltung bei allen Staatskassen seien diese Banknoten ausge stattet. Dieselben finden alsdann, wie jetzt das Staatspapiergeld, auch im Ausland Annahme und da selbst die Privatbanknoten seither viele Wegt ins Ausland fanden, so würde dieses noch meht bei den Staatsbanknoten der Fall sein. Den Inhabern der Banknoten steht kein Kündigungs⸗ recht zu, dieses ist vielmehr lediglich Sache der Hypothekenbank; die Hypo- thekenschuldner können in bestimmten oder beliebigen Raten die Kapitalien abtragen; jedoch wird der Zinsfuß zu 4% anzunehmen sein, da bei geringen Zinsen wohl Geld geliehen werden würde, um es wieder zu verleihen. Nach der überall in Deutsch⸗ land in Aussicht stehenden Regulirung der Grund steuerkapitalien(Reinerträge) kann der Staat dit bei dem Hypothekenwesen oft Verwirrung und Unzuverlässigkeit verursachenden Taxationen ganz beseitigen, indem derselbe etwa den zwanzigfachen Betrag der Reinerträge als den Kapitalwerth der Immobilien annimmt und darauf/ oder/ leiht; alle Lokalkassen des Staats können den Verkehr der Hypothekenbank mit dem Publikum ver mittel. und erleichtern in Betreff der Kapitalienauszahlung, deren Rückerhebung und Zinseneinziehung. Auf die Frage: was soll es mit den Kapitalien, welcht seither auf Immobilien standen geben? ist einfach zu antworten: Sie folgen ihrer seither schon vor · herrschend gewesenen Neigung und wenden sich der formirenden Industrie zu um dort mehr als 4% zu rentiren. Hierbei vollzieht sich eine, dem Anschein nach, sehr segensreiche Arbeitstheilung: die formirende Industrie benutzt den Privateredi und der Hauptzweig der sloffgewinnenden Industrie, die Landwirihschaft, benutzt den Staatseredit Indem aber der Staat der Landwirthschaft seinen Credit leiht, fördert er zugleich die Gesammtindu⸗ strie; denn die Landwirthschaft ist die Grundlage aller Industrie, da die landwirthschaftlichen Pro duckte Verwandlungsstoffe und absolute Nahrungs mittel sind. Indem dagegen auf der andern Stite der Privatcredit mit seiner localen und individuellen Vielseitigkeit der formirenden Industrie zugewieser wird, findet zugleich auch eine sociale Pflicht ihre Erfüllung. Die Centralisation der Ar⸗ beiterbevölkerung in großen Städten kann nämlich, wenn sie wie seither fortschreitet, sehr verhängniß⸗ voll werden. Darum ist eine Vertheilung der Ju⸗ dustrie auf das ganze Land auch in dieser Hin · sicht höchst wichtig; denn durch sie geschieht eine Decentralisation der Arbeiter bevölkerung. Aus allen diesen wirthschaftlichen und sotialen hochwichtigen Gründen sowobl als auch der Sichel“ heit der Staatshypothekenbank wegen kann und darf es dem Staat nicht gleichgültig sein, wenn dit Pfandobjecte und Schuldner Noth leiden oder gar zu Grunde gehen. Mit dieser Ueberzeugung komme ich zu einem weiteren Gedanken der modernen n Helung Sanlucten tu dit jig! Ant Arzabnt n tuter vielt . tt ledig bank; dit by its eder btb Itech vin 4, da bei gen tet bürtt, un ral in Deutt rang ber Cru r tr Staat d Serwirtung u Taraliontn ge der zwanzigsas Kapltal perth! % eln ee urn den Bee Ablilum dtr. utal auth ttinzithung- Kapitalitu, 2 Volkswirthe: es empfielt sich allerdings, daß der Staat einige Zweige des Versicherungs; wesens in die Hand nehme. In einigen Ländern sind die Gebäudeversicherungen bereits Staatsan- stalten. Diese und die Hagelversicherungen als Staatsanstalten dürften gewissermaßen als eine Folge der Staatshypothekenbank erscheinen, und, wie anzunehmen, mit den besten Erfolgen; denn der Staat gewährt die größte Garantie und als größte Versicherungsgesellschaft sordert er die ge- ringsten Prämien.— Von größester Bedeutung aber könnte das Staatsversicherungswesen für die sotiale und Arbeiterfrage werden. Seit einem Menschenalter wird vergebens an einer befriedigen- den Lösung derselben gesucht. Lohnerhöhungen, Erwerbs- und Verbrauchsgenossenschaften, Partner- schaften, Kranken- und Sterbekassen, Stückarbeit, Beschränkung der Arbeitszeit ꝛc. ze. haben die Lage der Arbeiter nicht zu bessern, sie wenigstens nicht zu befriedigen vermocht; im Gegentheil, ge⸗ geigerte Unzufriedenbeit, zum Theil vergrößerte Noth, neue und gefährlichere Verbindungen unter den Arbeitern sind zu Tage getreten. Also sind wohl die rechten Mittel und Wege noch nicht gewählt worden. Wie bereits angedeutet, ist die Arbeiter⸗ frage eine Aufgabe der Gesammtheit, also eine Aufgabe des Staats. Seither beschränkte derselbe endessen seine Hilse auf Förderung und Besserung des Schulunterrichts sowie auf einige Schutzgesetze. Bildung, Können und Wissen, das sind allerdings die ersten Bausteine, sich ein gutes Haus und einen warmen Herd zu bauen; aber es ist dieser Weg gar mühevoll und langwierig, so daß die Arbeiter es fast wie Hohn auffassen, wenn ihnen gerathen wird, diesen Weg zu betreten. Dies sst die gegenwärtige sociale Situation. In ge- drückter, düsterer Stimmung finden Versucher und Verführer überall die Arbeiter, um deren ver⸗ ditterte Herzen noch mehr zu vergiften, daß diese ganz tugendleer werden und überströmen in Haß und Verzweiflung, in Gottlosigkeit und endlich dem Wahnsinn einer gräßlichen Vernichtungswuth verfallen. Aus solchen schweren, drohenden Wolken sahen wir bereits im März 1871 mehrere bange Wochen hindurch von Paris her ein entsetzliches Wetterleuchten. O, daß demselben kein allge- meines Gewitter folgen möge! Bis daher blieb es in Deutschland, wenige Ausnahmen abgerechnet, bei Arbeitseinstellungen. Dieselben sind nur da— zu geeignet, die allgemeinen Nothzustände zu ver⸗ größern, da hierdurch eine Steigerung der Waaren- preise eintritt und die Arbeiter diese selbst wieder zahlen müssen. Mit den Einnahmen steigen für die Unvermögenden auch die Bedürfnisse. Die Armen essen Alles; das Sparen ist für sie nicht der Mühe, nicht der Entsagung werth. Dem Ein— sender dieses, welcher mit vieln Arbeitern geschäft- lich zu thun hat, ist die Arbeiterfrage eine wahre Herzensangelegenheit; sein fleißiges Nachdenken über diesen Gegenstand hat ihn zu der Ueber— zeugung geführt, daß es nur eine wirksame Hilfe gebe und diese darin bestehe, daß man die Arbeiter zu Besitzenden mache. Da hier vom„Theilen“ und Schenken nicht die Rede sein kann und der Erwerb durch Arbeit für gewöhnliche Arbeiter eine Kapitalansammlung deßhalb nicht gestattet, weil ein Theil des Arbeitswerthes den Kapitalisten und Unternehmern zufällt und von Rechtswegen zufallen muß, so bleibt den Arbeitern nur noch ein, in neuester Zeit vielvertretener Erwerbsweg übrig, nämlich: die Lebens versicherung. Einzelne Fabrikanten sind in dieser Richtung bereits vorgegangen und zwar mit bestem Erfolge, die vortrefflichsten Resultate großer Genossenschaften verbürgend. Eine so große Aufgabe, wie die vor⸗ liegende, kann, nochmals sei es gesagt, nur von der größten Gemeinschaft gelöst werden. Wenn der Staat die Sache in die Hand nehmen, die Arbeitgeber zur Prämienzahlung(statt der viel- fältig und freiwillig zu leistenden Unterstützungen) gesetzlich verpflichten wollte, wie diese ja auch von jedem Gehülfen seither schon einen Steuerzusatz zahlen mußten; wenn ferner die Versicherungs— kapitalien nur an Wittwen und Kinder bezahlt und jene gegen Verpfändung und Beschlagnehmung gesetzlich gesichert würden,— so ließe sich mit ge⸗ ringen Prämien schon viel erzielen und jedenfalls das, daß die Arbeiter, schon von der nächsten Generation an, nicht mehr und, von Geschlecht zu Geschlecht immer weniger, von Hand zu Mund lebten, sondern mit Hoffnung und Zuversicht auf eine Zukunft diejenigen Grundsätze und Anregungen gewannen, welche für das wirthschaftliche und sitt⸗ liche Leben unerläßlich sind, nämlich: die Be⸗ thätigung der Sorge um eine Zukunft. Wer nicht für eine Zukunft arbeitet, der taugt absolut nichts für das wirthschaftliche Leben. Der Proud- hon'sche Satz:„Eigenthum ist Diebstahl“, auf die Spitze gestellt, hat für das materielle Leben dieselbe Wirkung, wie das Leugnen des Fortlebens der menschlichen Seele für das geistige. Hier wie dort fehlt das Interesse für eine Zukunft, das Streben, Arbeitsresultate zu kapitalisiren, zu sam⸗ meln. Wenn bei allgemeinen Nothzuständen die einzelne und die freigenossenschaftliche Selbsthülse nicht ausreichen, dann muß absolut die Staats- hülfe eintreten. So wird es bei der Arbeiterfrage sowie bezüglich der Hypothekenfrage und endlich auch mit dem Versicherungs⸗ und Eisenbahnwesen werden. Ob dabei vorstehend erörterte Gedanken als ausführbar befunden werden 7 Darauf giebt es nur die Antwort: Prüfet Alles und das Beste behaltet! D. Frankfurt a. M., 27. Juni 1872. Die heutige Uliimo⸗Liquidation nahm in erster Linie die ganze Aufmerk⸗ samkeit der Börse in Anspruch und wurden noch zu letzter Stunde zahlreiche Deckungskäufe namentlich in Creditactien und Staatsbahn effectuirt. Für letztere stellte sich der Report auf ca. 30 kr. per Stück. Das Geschäft nahm in Folge dieser Contant⸗Käufe namentlich auf speculativem Gebiet eine lebhaftere Färbung an und erhoben sich Credit⸗ actien bis 265. Später griffen auch die Speculanten füt Medio thätiger ein und wurden namentlich Staatsbahn und Creditactien gekauft, während für Lombarden so wie gar kein Begehr war. Oesterreich. Nationalbank holte die an gestrigem Börsenschluß erlittene Einbuße wieder nach und wurde mit 902 bezahlt. Für österr. Bahnen enwickelte sich heuie wieder mehr Frage, jedoch nicht hin⸗ reichend, um die Course über ihr gestriges Niveau zu heben. Nur Donau⸗Drau war in Folge auswärtiger Kaufaufträge höher. Bayr. Ostbahn umgehend und eine Kleinigkeit besser. Prioritäten ohne Veränderung. Von Banken waren es wieder nur Effectenbank, in denen großer Umsatz stattfand, sowie Darmstädter und junge Meininger. Hiesige Banken fest. Russische Bodencreditpfandbriefe am Markt. Staaispapiere still. Loose ohne besonderes Animo. Für ößerreich. 60r zeigte sich wieder etwas mehr Kauflust. Amerikaner flau. Von Prioritäten nur Oregon bei billigem Cours degehrt. Vorzügliche Nuhrkohlen, 773 bei Abnahme von 20 Ctr. 2 38 kr. pr. Ctr. Dan. Kümmich. In einem bedeutenden Assecuranzgeschäft n Frankfurt a. M. ist für einen mit gründlicher Schulbildung und schöner Handschrift ausge⸗ müfleten jungen Mann eine Lehrlingsstelle fen. Nach kurzer Probezeit wird demselben bereits fn mit jedem Lehrlinge jahr steigendes Salair gewährt. Franco ⸗ Offerten sub Chiffre L. 4805 befördert die Annoncen: Expedition von Rudolf Mosse in Frankfurt a. M. 1757 758 Einige hundert leere Mehlsäck e abe zu verkauftn. Louis Übrig, Schäfergasse 10, Frankfurt a. M. Krippen, Tröge und Gossensteine 2 s. g. Lungslein(Dolerit) empfiehlt die 1 giegelei am Bahnhof zu Bad⸗Nauheim. Neue lackirte Pettstellen 4689 mit Sprungrahmen und Matraßen sind vor⸗ läthig zu haben bei 5 Friedr. Kersting, Tapezirer. 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Ihre Malzvomade wünsche ich zum Schutze gegen das Ausfallen der Haare anzuwenden; andere Pomade schützte nicht dagegen. Fr. Vertha Sievert. Berlin 16. Mai 1872 Für Guterbaltung der Daut glebt es kein desseres Mittel, als die Hoff'schen Malz⸗Kräuterseisen. L. Schreib, Spandauerflr. 3. 4. Verkaufsslelle dei Jos. Hoffmann und Hofapotheker Wilh. Sturmfels in Frted⸗ berg und Dr. W. Uloth, Apotbeker in Bad⸗Nauhelm. 1751 Eine gesunde Schenkamme 1760 sucht eine Stelle. Stammheim. Margarthe Rausch, wohnhaft bel Cr. Schneider. —.————— 9 Ossenheimer MWäldchen. 1741 Nächsten Sonntag als am 30. d. Mts. findet bei Harmonie⸗ und Tanzmusik das Kirschenfest dahier statt, wozu freundlichst— b. G. F. Korndörfer. Preis-Kegel-Schieben in Reichelsheim vom 23. Juni bis 14. Juli 28300 Loose à 6 kr. 25 Preise: Erster Preis 20 fl. ꝛc. ꝛc., sowie ein freies Nachspiel nach der auf der Bahn angeschlagenen Regel. Sonntag den 14. Juli findet gut besetzte Harmonie und Tanzmusik statt. ladet ein o nr a im Nassauer Hof. Vorschuß- und Credil-Verein zu Kliedberg. (Eingetragene Genossenschaft.) Wiederholt machen wir darauf aufmerksam, daß unsere Kasse jeden Wochentag aber nur von 9 bis 12 Uhr des Vormittags und von 2 bis 4 Uhr des Nachmittags Der Vorstand: Fritz Hecht. Ermus. Sonnenschir me, 1770 offen ist. 1623 Strohhüte, Besatz und Knöpfe verkaufe, um damit zu räumen, unter den Fabrik⸗ preisen. Friedberg, Juni 1872. 1734 Ein gespieltes, sehr gutes Billard nebst Zu⸗ behör billig zu verkaufen. Näheres bei der Exped. d. Bl. 1771 He echt. (Aus den Berliner Zeitungen.) König trank! Größtes 4. diätetisches Labsal für Kranke, Genesende und Gesunde. 455164. Chemnitz, 15. 4. 72.— Nachdem ich seit einigen Jahren an heftigem Magen⸗ krampf gelitten und alle dagegen angewandten Mittel ohne Erfolg blieben, nahm ich vor etwa zwei Monaten Ihren Königtrank ein, Schon nach Verbrauch der ersten Flasche war das Uebel beseitigt und ist bis heute nicht wieder eingetreten, die Wirkung war also außerordentlich. Unger, Gerichtsamts-Expedient. 41544. Fitzertc b. Czarnikau, 15. 4. 72. Der von mir bezogene Königtrank hat sich bei ver⸗ schiedenen Krankheiten als sehr wobl⸗ thätig wirkend erwiesen, was ich hiermit gerne bezeuge.— Boelter, Lehrer. 41597. Wolltersdorf, 16. 4. 72.— Nach Anwendung von 9 Flaschen Königtrank baben meine Schmerzen in der Urinblase bedeutend nachgelassen, so daß ich mich jetzt wohl und munter fühle.— Jaenicke, Altsitzer. 41602 Werben, 17. 4. 72.— Gegen mein altes Hämorrhoidal⸗ und Rheumatismus⸗ leiden hat Ihr Königtrank folgende Wirkungen hervorgebracht! Mein Schlaf ist anhaltender und ruhiger als früher; Der Stuhlgang er— folgt regelmäßig; die Blähungen, die mich früher Tag und Nacht quälten, sind fort. Durch diese beilsamen Erfolge meiner Krankheit, an der ich schon seit 24 Jahren leide, lebt in mir die süße Hoffnung auf, ganz gesund zu werden, was ich nie glaubte, sondern mich schon auf einen nahen Tod vorbereitet hatte, denn alle ange⸗ wandten Arzneien und Gesundheltsbäder waren ganz erfolglos.(Bestellung.) Kempe, Schullehrer. Fer. 1764 In ein Spezereigeschäft einer benachbarten Stadt, an der Bahn gelegen, wird eine zuverlässige Gehülfin für den Laden und zur Belhilfe im Haushalt bei gutem Gehalt gesucht. Nähere Auskunft ertheilt Beigeordneter Steinhäuser zu Friedberg. Er b 1763 zur Stoppelaussaat empfiehlt 5 H. Strauß. Vier gute Arbeiter 1747 finden dauernde Beschäftigung bei J. M. Steitz, Herren ⸗Kleidermacher. 1765 Ein noch wenig gebrauchter Sprungherd, welcher sich für eine größere Oeconomie oder eine Gast⸗ wirthschaft eignet und für dessen Güte garantirt wird, kann zu mäßigem Preise abgegeben werden. Näheres bei der Exped. d. Bl. Bei Bindernagel 8 Schimpff in Friedberg und Nauheim ist vorrätbig: Neuster — e für dle Mittel Rheingegend, Hess sen, Nassau, Frankfurt, Rhein⸗Preußen. Erfinder und alleiniger Fabrikant: 5 Hygicist(Gesundheitsrath) Karl Jacobi in * e ee— Berlin, Feten 1155 Wage Die Flasche Extrakt, zu dreimal so viel Wasser, 2 Geld Cours. kostet in Berlin einen halben Thaler, in Fried⸗ 5 Frankfurt am 27. Juni 1872. berg bei W. Bernbeck und in Bad⸗ 10 ö f 1 Gulden. 17 Mage Friedrichsd'or... fl. 9 57½—58½ ee e ee 15 Pislo 18 0 1„„ 9 40—42 Holländische 10. Stücke„ 9 53—55 Ducgten f 15 3339 A 5 7 7 d Ducaten al marco.„ 5 34—36 b 3 · e 0 b 1 f E r ,„ 112032 Gum Aufkleben auf Möbel, Tassen, Gläser z.) Russische Imperiales„ 9 42-44 in größter Auswahl bet 1 Dollars in Gold„ 225½—26½ Bindernagel& Schimpff. 5 Curner-Seuerwehr. Steiger präcis 6½ Uhr, zur Uebung. Sal d. Fommerlhealer in stiebberg Im gedeckten Felsenkeller des Hrn. G. Philippi. (Gesellschaft des Thalla⸗Theaters in Darmstadt.) Sonntag, 30. Juni 1872: e Nachmtttags 4 Uhr. Das Fest der Handwerke Vaudeville in 1 Act von Louis Angelp. Vo 7 her: Hoöslicht Das Sonniagsräuschchen Luflspiel in 1 Act von Wilhelm Flotow. Der Jongleur, oder: Original⸗Posse in 4 Abthetlungen mit Gesang von Emil Pohl. Montag, 1. Juli 1872. Die A Lustspiel in 1 Act von Rod. Benedix. Fer gkulf: Kurmärker und Aae Genre⸗Bild in 1 Act von L. Schneider. Es ladet ergebenst ein 1775 Direktor Grünwald. Zu Gratulationen und Hocheilen verschiedene Gegenstände von scherzbaftem Inhalt bei 1768 Jos. Hoffmann. Strohhüte 1061 in großer Auswahl und neuester Fagon billigsß bet Heinrich Diehl, Usagasse. 5 Halsbinden 42 und Sblips ꝛc. in schöner Auswahl, sowie ale seidene Iminönltt er und 3 seidene Halstücher del . Friedrich, neben der Post. Anzeige. eine große Partie Maschinen und Gerätbe zum Verkauf ausstellen. bezeichneten Geräthen werde ich noch einen gut conftrultten Jauche⸗Wagen und eine Nene Jülische Dampföfen, letztere zum Vertilgen der Mäuse, ausstellen. 1 Fauerbach b. Fr.. Maschinen⸗ und Geräthe⸗ ae! . Häuser. eue Matjes Haring! 1545 bei Wilh. Fertsch. Kurchliche Auzeigen für Sriedberz. Epangelische Gemeinde. 5. Sonntag nach Trinitatis. Pfarramtswoche: Herr Pfarret Baur. 0 Gottesdienst in der Stadtkirche: Vormittags: Herr Candidat Buch hold. Nachmittags: Herr Diakonus Meyer. Gottesdienst in der Burgkieche Vormittags: Herr Pfarrer Diegel. Nachm. Kaiechismusgoltesdienst: Herr Pfarrer Ba ur. Katholische Gemtinde. Samstag um 5 Uhr Nachmittags Beichte. 6. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags: ½9 Uhr Hochamt mit Segen und Ptebh. Nachmittags: ½2 Uhr Christenlehre und Andacht. Beginn des Gottesdienstes an den Wochentagen Morgens 7 Uhr. — Verantw. Redact.: Hermann Schimpff. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpff. (Hierzu Unterhaltungs-Blatt Nr. 26, Praktischer Rathgeber Nr. 6 und zwei Beilagen.) N 1769 Sonntag den 30. d. M., dee 4 K Abends ½8 Uhr. 109 Die Kunstreiter in und außer dem Cirtus,* 1767 Bet dem zu Bad⸗Nauheim stattfindenden land? wirthschaftlichen Fete, den 3. und 4. Juli, werde lch Außer den in meinem Preisverzeichniß merge N Ef 10 N. an d 1 dem der n e ahret 0 In — — — — let den Cum * mit Segen; 1872. virthschaf . Ststen. d picarh. Selber Grünwald. N Hacheiln Du, Jubelt ur . Hoffmann. Ute rtr deren bill Diehl, Lagaßt. den 6, dewie Foul tent Hals tic „ drden der Je 3 ge. enntrta, Ali ban beilage. Oberhessischer Anzeiger. 1 —. Material⸗ Lieferung. 79% Wir beadsichtigen 5 Ctr. Rüböl und 3„ Steins ul dem Submissionswege anzukaufen. Anerbietungen in bis zum 2. Juli, Vormittags 10 Ubr, anher ein⸗ urichen. Die näheren Bedingungen können auf unserem Inslokal eingesehen werden. Zad- Nauheim den 25. Juni 1872. Groß betzogliches Salinenamt Nauheim. brgebung von Bauarbeiten. n Künftigen Donnerstag den 4. Juli l. J., Vor⸗ nümgs 10 Uhr, werden in der Wirtbschaft des Großh. Aigermeisters Kraft in Selters nachverzeichnete urperstellung der Pachterwohnung zu Conradsdorf Ascdetlichen Bauarbeiten öffentlich an die Wenigst⸗ tetnenden vergeben: fl. kr % Maurerarbeit veranschlagt zu 1138 37 J Steinhauerarbeit 48 36 Zimmerarbeit 1229 58 GDachdeckerarbeit 366 53 b Schreinerardeit 657 26 ) Schlosserarbeit 488 16 J Glajsetarbeit 130 30 J Weißbinderarbeit 387 35 59 26 J Syenglerardeit Plan, Kostenanschlag und Bedingnißbeft liegen bet mnerzeichneter Stelle vom 1. dis zum ene u Einficht offen. 26. Juni 1872. Nidda den f Großherzogliches Kreisbauamt Nidda. Wetter. Verstei Holz⸗Versteigerung. 13 Donnerstag den 11. Juli I. J., Vormittags N lbr anfangend, werden in dem Freiherrlich von Ritter'⸗ shm Walde zu of Hasselbeck, an geschälten Eichen: 3 Raummeter Scheitholz, 40 Raummeter Prügelholz, 81,38 Wellen Reiserholz, 5 Läste Allerletholz en den Meistbietenden verstelgert. Die Zusammenkunft ist an der Weinstraße nächft dem Hofe Hasselbeck im Schlag Nit 14 und 15, wo mit de Bersteigerung begonnen und diernächst mit derselben in Schlag Nr. 13 an der Usingerstraße fortge⸗ uren wird. Friedberg den 20. Juni 1872. J Auftrag der Freihertlich von Ritter'schen Gutsver⸗ waltung zu Rüdesheim. dei dt. Schafpferch⸗ Versteigerung. 12 Montag den 1. Juli l. J., Vormittags 11 Ubr, onen in hiesigem Nathhause 10 bis 15 Schaspferche ifentlich an den Meiffbietenden versteigert werden. den 27. Juni 1872. Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. F o Die am 27. und 28. v. Mis. im hiesigen Ge⸗ Holzverfleigerung ift genehmigt Montag den 1. Juli l. J. Witterung darf bei Strafe 1181 nnndewalde abgehaltene ud der erste Fahrtag auf engesetzt worden. Bei nasser icht gefahren werden. Ober-Mörlen am 27. Junk 1872. Großherzogliche a Ober⸗ Mörlen. Pede! Bad Nauheim. Möbel-, Spiegel- und Tapeten-Lager, % größte Auswahl in Rouleaux und Vorhangleisten, Sommerjalousien in allen Größen empfiehlt H Blensdorf, Hof- Tapezirer. Wolle ne und baumwollene Unter jacken und Unterhosen zu verschledenen Preisen bei K. Friedrich neben der Post in Friedberg. Durchsichtige Glycerinseift! 90 anerkannt besses Mittel zur Verschönerung der kaut, empfiehlt in Studen zu 4. 6. 9. 10. 12. 18 kr. 00 Villigstes illustrirtes Familienblalt: Wöchentlich 2 bis 2½ Bogen.— Vlerteljährlich 54 kr., mithin der Bogen nur ca. 1½ kr. Mit vielen prachtvollen Illustrationen. 1774 Das dritte Quartal bringt eine höchst anztehende Erzählung unter dem Titel: Was dit Schwalbe sang. V on Friedr. Spielhagen. 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M.. der Verlags-⸗Expedition zu beziehen: 2) in Baden, Bapern, Württemberg, Oesterreich, Luxemburg, sowie in den Staaten des Norddeutschen Bundes außer Preußen 27 Sgr.= 1 fl. 34 kr. 3) in ganz Preußen: 1 Thlr. 3 Sgr. „Frankfurter Anzeiger“ Annehmlichkeiten einer größeren Zeitung und ermöglicht es einem Jeden, dem Laufe der Tagesereitznisse folgen zu können, stellung eine kurz gefaßte, für Jedermann verständliche, neutsten Nachrichten aus Nähe und Ferne, sowse unter der zusammenfassenden Rubrik den v. w de Familienblätter gen u. s. w. Die dekanntmach⸗ ungen, sowie Inserate alle fü „Economist 8 werden wie seither für den Familienkreis fort und fort dazu beitragen, deutsche Bildung, Kultur, Sitte, Seo gat und Industrte durch sbren Inhalt zu hegen und zu fördern. für den öffentlichen Verkehr und Bedarf, Vermiethungen bilden gleichfalls einen Theil des Blattes. Der Anzeiger bringt täglich mit der größten Raschbeit in wahrheltsgetreuer unpartetischer Dar⸗ vollständige Uebersicht der Weltereignisse z, nebenbei die den Verkehr nöthigen TCourse, Gerichtliche und Communal⸗ Dienstgesuch und und bleiben diese bei der namhaften Verbreitung nicht ohne die günstigste Wirkung. Bestellungen nehmen die zunächst gelegenen Poststellen an, durch weiche auch Probeblätter gratis zu erhalten siad. Frankfurt a. M. im Juni 1872. Für Eltern. 1706 Junge Mädchen, welche Unterricht in Küche und Führung des Haugwesens, sowie in feinen weiblichen Arbeiten und allgemeinen Bildungs wissenschaften wün⸗ schen, finden in einem evang. Pfarrbause in der Nähe der Stadt Worms freundliche Aufnahme.— Frankirte schriftliche Anfragen besorgt die Exped. d. Bl. 1722 Für eine anffändige Bier wi rthschaft in Hanau wird ein zuverlässiges Mädchen an's Büffet gegen bohen Lohn gesucht. Nur solche, welche gute Zeugnisse besitzen, wollen sich wegen näherer Auskunft wenden unter Chiffer G. 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Zweite Sorke 4 8 18 4 ** 2* 10 77 0* 9 * 5 1„* 5* 1* 1* 4%* Für Butz bach: Erste Sorte 2 Kilogr. 20 kr.] Zweite Sorte 2Kilogr. 1k *„ 1„ 10„ 17 ** 57* 5— 1* 7* 1 4715 Fleisch⸗ ꝛc. Preise vom I. bis 18. Juli. Nach eigener Angabe der Metzger. Für Friedberg: Ochsenfleisch pr. 8 22 kr. Schweinefleisch pr. Z 21 kt. Kuühfleisch, gem. 19„Kammstück 22 Rindfleisch, Bgem. 19„Leber- u. Blutwurst 24 Hammelfleisch 20„ Bratwurst 28 Keil und Carre 20„Schwartenmagen 28„ Kalbfleisch 18„ Geräucherter Speck 32„ Keil und Carre—„Dörrfleisch 7 Nierenfett 24„ Schinken 28„ Hammelsfett 18„Schmalz, ausgel. 32„ Schmalz, unausgl. 28„ Ausnahmspreise: Bei Joh. Hanstein III. Kuhfleisch, gem., 20 kr., Rindfleisch, gem., 20 kr., Nierenfeti 20 kk. — Bei K. Neuhof Kuhfleisch, gem., 20 kr., Rindfleisch, gem., 20 kr.— Bei Karl Söllner Kalbfleisch, Keil N Karre 20 kr. Für Bad ⸗ Nauheim: Ochsenfleisch pr. 2 22 kr. Schweinefleisch pr. Z 21 kr. Kuhfleisch, Rgem. 19 Leber- u. Blutwurst 24 5 7 „ungem.—„Bratwurst 30 ammeklfleisch 18„ Schwartenmagen 28„ Keil und Carre—„ Cervelatwurst 48„ Kalbfleisch 20„ Fleischwurst 28„ Keil und Carre—„Geränucherter Speck 125„ Rierenfelt 24„ Dörrfleisch i„ Hammelsfett 16„Schinken 0„ Schaaffleisch—„Solperfleisch„ Schmalz, ausgelassen 36 kr., Mhauegelassen 32 kr. Ansnahmspreise: Bei S. Rosenthal Kuh⸗ und Rinb⸗ fleisch 20 kr.— Bei W. Bieler Schweinefleisch 20 kr Kalbfleisch 22 kr., Hammelfleisch 24 kr.— Bei Gebr. Rosenthal Kalbfleisch 22 kr.— Bei Hirsch Löb Kuh⸗ fleisch 20 kr.— Bel W. Krauch Wittwe Schinken 28 kr., Bratwurst 28 kr., Schmalz, ausgel. 30 kr., unausgel. 28 kr. Für Butzbach: Ochsenfleisch pr. 7 22 kr. Schweinefleisch pr. 8 21 kr. Kuhfleis sch, gem, 19„ Leber- u. Blutwurst 24„ Rindfleisch, gem., 19„ Bratwurst 26„ Hammellleisch 20„Schwartennagen 28„ Keil und Carre—„ Geräucherter Speck 2 1 Kal bfleisch 18„ ODörrfleisch„ Schaaffleisch—„Schinken* Nierenfett 24„Schmalz, ausgel. 30 Hann N 18„Schmalz, unausgel. 28„ rttttetgele ists, 380 den ergt. eta zu vel B f 1 igel. 1 46g g 1 urtutgl. Landwirthschaftliches in Bad⸗ Nauheim. Verloosung von Zucht und Milch Vieh Thier a, Bberhessischer Ameiger. . 3. und 4. Juli 1872 0 chau und preisvert 2 8. 6 —̃̃̃—ñ—x heilung des landwirthschaftlichen Vereins für die Provinz Oberhessen. nebst landwirthschaftlichen Maschinen und Geräthen. Fest⸗ Programm. Erster Lestlag. 1) Morgens 6 Uhr verkündigen Böllerschüsse vom Johannisberg den Be ginn des Festtages. 2) Um 8 Uhr Beginn der Musterung der ausgestellten Thiere. 3) Um 8½ Uhr Aufstellung des Festzuges in der Parkstraße. 4) um 9½ Uhr Festzug durch die Stadt auf den Festplatz. 5) Preisvertheilung an die Viehbesitzer. 6) Mittags 2 Uhr Festessen im Festsaale des alten Kurhauses. 7) Nachmittags Volksbelustigung und Tanzvergnügen auf dem Festplatze. 8) Den ganzen Tag über Ausstellung und Proben von landwirthschaft- lichen Maschinen und Geräthen. 9) Den ganzen Tag über Zutritt in die prachtvoll decorirten Rosenaus- stellungs-Räume im alten Kurhause. Zweiter Festtag. 1) Morgens 7 Uhr Tagesreveille durch die Stadt. 2) Ausstellung der landwirthschaftlichen Maschinen und Geräthschaften, sowie der zur Verloosung bestimmten Gegenstände. 3) Mittags 2 Uhr Verloosung der angekauften Thiere, Maschinen und Geräthe. 4) Volksbelustigungen und Tanzmusik auf dem Festplatze. 5) Den ganzen Tag über Zutritt in die prachtvoll decorirten Rosenaus— stellungs-Räume im alten Kurhause. Am 29. und 30. Juni und 1. Juli d. J. zu Bad⸗Nauheim . liun des mitteldeutschen Gartenbau- Vereins. Bad⸗Nauheim den 20. Juni 1872. Das Fest- Comité“. n 1 . ii 1 7 5 100 179 18. ö e 4 1 i 1 100 N 1 N 10 ö 0 0 1 160 1 ö ö 0 N 1 1 * ö 0 0 4* 1 0 11 ö ö 10 100 17 1 0 3— v