— 2 — 7 — 2 — — 0 — — — da rn. G. Nan nn a Demist Jai 1872 Eu qu, ** Call Aar eifersüchtig Tetetet uh etz eutdec — Nini 6 21 ker. 0 del G. Sell 1 I derte al 1872: f Paul Aduin . Enthält die amtlichen Grlasse für den Kreis Friedberg. 14 Samstag den 27. Juli. M 87. essischer? zeiger. Friedberger Intelligenzblalt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. meu sind. 5 Amtlicher Theil. nreffend: Die Beitreibung der Communalgelder für 1872. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Buͤrgermeistereien des Kreises. Aus den bis jetzt eingelangten Handbuchs auszügen haben wir ersehen, daß fast noch gar keine Communalgelder zur Einnahme ge— Sie werden die Gemeinde- Einnehmer zur vorschriftsmäßigen Beitreibung anweisen und überwachen, daß solche erfolgt. n Gn u Kenntniß, daß in der nnn m kreffend: Zusammenlegung der Grundstücke in der Gemarkung Griedel. In unserer in Nr. 82 des Oberhessischen Anzeigers enthaltenen kanntmachung vom 12. l. Mts. ist aus Versehen angegeben worden, c der Antrag auf Zusammenlegung von Grundstücken, Anlegen und gultrung von Gewannen und Gewannwegen in den Fluren I. und XI. der Gemarkung Griedel gestellt worden sei, während die Zu— sunmenlegung auf sämmtliche Fluren dieser Gemarkung also der Furen I. bis XII. beantragt ist. Wir bringen dies hiermit unter dem Anfügen zur öffentlichen der Offenlegung der su Friedberg den n Friedberg am 24. Juli 1872. 8 · Zuschrift an die einzeln betheiligten Grundbe— sitzer, wodurch Sie von dem Abstimmungstermin am 16. August und mmarischen Beschreibung benachrichtigt worden sind, die Bezeichnung der Fluren I. bis XII. richtig angegeben ist. 25. Juli 1872. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Der a p p. 2060 1 nach dem 18. August die Mahnung erfolgt. hien, daß Friedberg den 26. Juli 1872. 0 erkannt J Die Forst⸗ und Feldstrafen von der 3 Periode 1872 können an den bestimmten Zahltagen Dienstag und Donnerstag an das unterzeichnete Rentamt bezahlt neden.— Als besonderer Erbedungstag besimmen wir für den Landgerichtsbezirk Butzbach, Mittwoch den 31. d. Mts., Han Gastwirth Joutz in Butzbach. Wir ersuchen die Großherzoglichen Bürgermeistereien dieses im Interesse ihrer Ortsangehörigen mit dem 11 a ch ung. Vormittags von 8— 10 Uhr, bei Bemerken bekannt machen zu Großherzogliches Rentamt Friedberg. Lindeck. Deutsches Reich. Darmstadt. Wie gemeldet wird, hat der t Alan ö 7 5 1 1 Hänschen, 0 ihr he. 11tet Ralle 50 Budi 11 462“ 80% Juli 1872 N. 7 1 And wirthschaftslehrer Dr. Vogel einen Ruf als üdwirthschaftlicher Wanderlehrer nach Elsaß⸗ hringen erhalten und angenommen. Ebenso ü fte dem Polytechnikum der Verlust des ersten Le rers für Landwirihschaft, Professor Dr. E. Thiel, wicher einen Ruf als Professor am Polytechnikum z München angenommen haben soll, bevorstehen. Gießen. Dem„Fr. J.“ schreibt man von hic: Endlich ist es gelungen, den schon seit liigerer Zeit unserer Hochschule durch den Weg— gung des Vertreters für romanische Philologie, „Ludwig Lemcke, drohenden Verlust abzuwenden; gufelbe hat den an ihn ergangenen Ruf nach Breslau helehnt. Dagegen hat sich leider das Gerücht, unn der Orientalist und alttestamentliche Theolog . Eberhard Schrader uns verlassen werde, be. bigt. Derselbe geht, jedoch erst auf nächste rern, als Kirchenrath und Professor der Theo- tie nach Jena. Berlin. Die„Provinzial-Correspopdenz“, un hannöver'sche Schützenfest besprechend, sagt: 1s Verhalten der österreichischen Gäste habe in blen patriotischen Kreisen einen günstigen Ein⸗ ck hinterlassen. Die Kundgebungen derselben wiesen, daß die öffentliche Meinung immer ent- edener das deutsche Reich als unanfechtbare latsache anerkenne, sowie als Bürgschaft für die liche Entwicklung der deutschen und europäischen Hhöltuisse betrachte. Wenn die österreichischen (tredner sich mit Wärme für die Eintracht und as gute Einvernehmen zwischen Deutschland und sterreich aussprachen, so ist diesen Wünschen eulscherseits die feeudigstt Zustimmung gesichert. — Der„Reichsanzeiger“ publizirt die Er⸗ gunung des Herrn v. Madai zum Polizeipräsi- enten von Berlin und meldet die Ankunft des 9 sandten in Brüssel, Herrn v. Balan, welcher i Abwesenheit des Fürsten Bismarck und Herrn „Thiele's die Leitung des auswärtigen Amtes bernimmt.— Das„Reichsgesetzblatt“ publizirt a Gesetz, betreffend die französische Kriegskosten⸗ — Die Cholera ist in Berlin aufgetreten. Wie das„Tagblatt“ meldet, wurde dem Polizei- präsidium der erste Fall, der einen seither ver- storbenen Arbeiter in Moabit betraf, bereits am 17. v. angezeigt. Aus Insterburg(in Ostpreußen) wird gleichfalls ein Cholerafall, der Tod eines Ulans, amtlich constatirt. Bad- Ems. Der Kaiser, welcher sich durch den vierwöchentlichen Gebrauch der Kur sichtlich gestärkt und erholt hat, wird sich am 24. d. mit einem Theile des Gefolges nach Coblenz begeben, dort einen zweitägigen Aufenthalt nehmen und etwa eine gleiche Zeit in Wiesbaden und Hom'⸗ burg verweilen. In Wildbad Gastein gedenkt der Kaiser noch etwa 4 Wochen zu baden und Ende August nach Berlin zurückzukehren. Wiesbaden. Samstag Abend kurz nach 7 Uhr trifft Se. Maj. der Kaiser von Schwal⸗ bach hier ein und residirt im kgl. Palais auf dem Marktplatz. Im Schlosse findet bei Ankunft des Kaisers der Empfang der Spitzen der Behörden statt. Dienstag Mittags 1 Uhr reist der Kaiser nach Homburg. Straßburg. Die„Elsässische Corresp.“ schreibt: Die erste der gemeinschaftlich mit Baden zur Ausführung kommenden neuen Rheinbrücken bei Hüningen wird in kurzer Zeit eröffnet werden. Ausland. Oesterreich. Ischl. Der Kronprinz des deutschen Reiches ist hierselbst angekommen und im „Hotel Elisabeth“ abgestiegen. Derselbe war in St, Gilgen durch den Flügeladjutanten Fürsten Lobkowitz empfangen worden. Gleichzeitig mit dem Kronprinzen traf der Kaiser von Oesterreich in preußischer Uniform im Hotel zu halbstündigem Besuche ein. Schweiz. Bern. Zwischen Deutschland und der Schweiz ist ein Concordat, betreffend die freie Ausübung der ärztlichen und thierärztlichen Praxis in Elsaß einerseits und in den Grenz— Frankreich. Paris. Das„Journal offiziel“ veröffentlicht folgende Note:„Der deutsche Kaiser hat soeben die Freilassung aller sür nicht der Armee angehörig angesehenen Franzosen(mit einer einzigen Ausnahme) angeordnet, welche noch in anderer Eigenschaft denn als Kriegsgefangene in Haft behalten worden waren.“ Wie man erfährt, ist der Gnadenact von Ems, 16. Juli, datitt. Der einzige Ausnahmefall, dessen die Note gedenkt, betrifft ein Individuum, welches wegen versuchter Vergif⸗ tung deutscher Soldaten zu einer schweren Strafe verutheilt worden ist; auch in Bezug auf diesen Fall aber hat sich der Kaiser die Entscheidung nur vorbehalten, so daß eine Begnadigung in einer mehr oder weniger kurzen Frist nicht aus- geschlossen ist. Die französische Regierung hat sich beeilt, dem Berliner Cabinet für diese Gewährung einer von ihr bei Gelegenheit der jüngsten Con- vention vorgebrachten Bitte ihren wärmsten Dank auszusprechen. — Das Hotel de Ville von Paris wird mit der alten Fagade wieder aufgebaut. Eine Preis- bewerbung der Architekten ist auf nächsten Januar ausgeschrieben. Versailles, 23. Juli. Die Nationalver⸗ sammlung genehmigte bei fortgesetzter Debatte über die Rohstoffsteuer die Zölle auf die Gewebe und alsdann mit 317 gegen 235 Stimmen den ganzen ersten Artikel des Gesetzentwurfes. — Aubry, St. Omer, Dalivaux und Fraugois, welche wegen Betheiligung an der Ermordung der 47 Geißeln in der Rue Haxo zum Tode verur- theilt waren, sind auf der Ebene von Sartory hingerichtet worden. St. Omer starb unter dem Rufe:„Es lebe die Commune!“ Frangois rief: „Es lebe Frankreich, nieder mit der Commune!“ Drei in derselben Angelegenheit gefällte Todes— urtheile sind gemildert worden. Großbritannien. London, 23. Juli. Unterhaus. Peel wünscht die Aufmerksamkeit des Hauses auf eine Classe von Ausländern zu lenken, welche ebenso anstößig, aber gefährlicher, als die Communisten seien. Nachdem Redner auf die Cantonen Baselstadt, Baselland, Solothurn und llschädigung. Bern andererseits abgeschlossen worden. Ausweisung der Jesuiten aus Deutschland hinge— wiesen, fragt derselbe an, was die Regierung be⸗ treffs des Gesetzes von 1829 über den Aufenthalt der Jesuiten in England zu thun beabsichtige. Gladstone erklärt, die Regierung müsse ernstlich überlegen, bevor sie ein Gesetz ausführe, welches nie seit jenem Erlaß angewendet worden. Peel möge durch eine Interpellation eine Debatte herbei führen. Der Generalanwalt für Irland kündigt an, daß die Regierung die gerichtliche Verfolgung von 24 unter den 36 Personen beschlossen habe, welche dem Bericht des Richters Keogh zufolge einen unerlaubten Einfluß durch Einschüchterung bei den letzten Parlamentswahlen in Galway aus- geübt hätten. Auch der Bischof und 19 andere katholische Priester würden davon betroffen werden. Italien. Rom. Die Municipalwahlen sind fortgesetzt der liberalen Partei günstig. Spanien. Einer von dem französischen Mi⸗ nisterium des Innern ausgegebenen telegraphischen Meldung zufolge ist die von Tristany besehligte Carlistenbande am 18. d. auf's Haupt geschlagen worden und hat sich in das flache Land von Taragon zerstreut. * Bad⸗Nauheim, den 26. Juli 1872. Gestern Abend wurde das in letzter Kurliste angezeigte Concert zum Besten des Kur und Verschönerungs⸗Vereins dahier im Concertsaale des neuen Kurhauses abgehalten. Dem sehr zahlreich versam⸗ melten Auditorium bot sich in rascher Aufeinanderfolge der neun Nummern des Programms ein in der That sel tener und so großer Kunstgenuß, daß sich die allgemeinste Anerkennung den Mitwirkenden gegenüber ausdrückte. Zuerst trug die Kurkapelle unter Leisung des Herrn Musikdirectors Neu- mann die sehr schöne Ouvertute„Si J étais roi“ von Adam mit gewohnter Präcision vor; sodann folgte eine mit wunderbar schöner Alistimme vorgetragene Arie aus „Figaro's Hochzeit“; das„Souvenir de Nauheim“, großer Marsch für Piano von M. Levy, wurde auf dem vor⸗ züglichen Conceriflügel vom Herrn Componisien selbst sehr gut vorgetragen; es folgten zwei liebliche Lieder für Sopran,„Schneeglöckchen“ von A. Dorn, und„Mein Lied“ von Gumbert; hieran reihte sich der künstlerische Vortrag einer Dame auf dem Harmonium,„Die Lotos⸗ blume“ von Schumann, und„Nachtlied“ von Mendbelsohn, dem die Zuhörer mit größter Spannung lauschten; die „Traumbilder“, eine Fantasie für Orchester von Lumbye, wurden von dem Kurorchester so schön gespielt, daß das Auditorium in rauschenden wiederholten ausbrach und verdient die reizende Zitlereinlage Orchesterbegleitung ganz besondere Erwähnung; Schubert'sche Lied„Ave Maria“ war der zweite Vo ber Altuimme, Vortrag und Stimme gehören nicht dilettantirenden Kurgast einer lieblichen jungen D sondern der vollendeten Künfilerin; Paraphrase „Der Prophet“ für Piano von M. Levy gleichfalls vom Herrn Componisten selbst vorgelra es war ein ganz brillantes Musikstück, das die Zuhörer zu lautestem wiederholtem Applaus mit fortriß; den Scha chen bildeten zwei liebliche Duette von Mendelsohn für Sop ani den, und Alt ⸗Wassersahrt. und„Gru.“— Das Conan abe war ein in jeder Beziehung gelungenes, und die mitn 0 kenden verebrten Badegäste, wie auch die Herren Ungr.. nehmer haben sich den vollen Dank der Zuhörer in 1h ait lichstem Maße verdient. Wie können hier nur noch an f Nona Wunsch aussprechen, das verehrliche Comité wolle in ker b fte hohen Saison noch ein zweites ähnliches Concert ver stalten, und zweifeln wir nicht, daß noch manche bicsien Kurgäste gern zur Mitwirkung bereit sind, da ja der ae aach trag in die Kasse des Kur⸗ und Verschönerungs⸗ Verchg 10 für fließt, dessen Gelder nur zu Zwecken unserer Kurstabt va, dent wendet werden. Vielleicht wäre dann gut, den Eintrilg⸗ J preis für alle numerirten Plätze etwas niederer zu hall, etwa auf 1 Thlr. zu setzen.— a 1 4 Main⸗Weser⸗-Bahn. 2050 Die Ausführung der Mauer- und Steinhauer- Arbeiten incl. Material Lieferung, bei Verlängerung zweier Brückchen auf den Stationen Vilbel und Groß⸗ Karben sollen im Wege der öffentlichen Submission ver⸗ geben werden. Die Submissions⸗Offerten find mit der Aufschrift: „Submission auf Mauer- und Steinhauer- Arbeiten bet Verlängerung zweier Brückchen auf den Stationen Vilbel und Groß⸗Karben“ bis zum 5. August c., Vormittags 11 Ubr, bei der unterzeichneten Betrieds-Inspection einzureichen, woselbst auch die Zeichnungen, Koftenanschläge und Uebernahme⸗Bedingungen einzusehen find. Frankfurt a. M. den 24. Juli 1872. Königliche Betciebs-Inspection. Se pl. Birn⸗Versteigerung. 2055 Montag den 29. Juli l. J., Nachmittags 5 Uhr, soll auf dem Seegraben ein Baum Frühbirnen an den Meifibietenden versteigert werden. Friedderg den 25. Juli 1872. Großherzogliche Bürgermeisterel Friedberg. J. Vi d. B.: Der Groß berzogliche Beigeordnete Stein häußer. Güter⸗Versteigerung. 2056 Montag den 12. August d. J., Vormittags 10 Uhr, sollen in hiesigem Rathhause auf fre willtgen Antrag die den Erben des verstordenen Heinrich Wilhelm Weckerling und Christoph Weckerling dabter ge⸗ hörenden Güterffücke in Friedberger und Fauerbacher Gemarkung gelegen öffentlich an den Meifibietenden versteigert werden. Bei der unterzeichneten Stelle liegt ein Flurbuchs⸗ Aus zug zur Einsicht offen, auch erthellen die Flutschützen jede gewünscht werdende Auskunft. Friedberg den 25. Juli 1872. Großherzogliches e Friedberg. d* Der dienflälteste Gerichtemann F alck. Arbeits ⸗Versteigerung. 2048 Montag den 29. Juli, Vormittags 10 Uhr, sollen nachstehende Arbeiten auf dem Rathhause zu Fauer⸗ bach b. Fr. in Accord gegeben werden: Weißbinderarbeit veranschl. zu fl. 38. Glaserarbeit 5„ Assenheim den 25. Juli 1872. Der Bezirksbanuaufseher Wen ck. . Bekanntmachung. 2027 Philipp Pfeifer V. Eheleute von Wohnbach wollen ihr Vermögen an ihre Kinder abtreten. Es ergeht an Dieienigen, welche Norderungen an dieselben zu bilden glauben, die Aufforderung, solche den 15. Augufl d. J., Vormittags 9 Uhr, an unterzeichneter Gerschtsstelle an⸗ zumelden und zu begründen, als sonst die Vertheilung des Vermögens bestätigt werden würde. Hungen den 17. Juli 1872. Großherzogliches Landgericht Hungen. Cellarlus. Pilger. 2 bis 3 Realschüler 1979 können bei elner hiesigen Lehrersfamtlie mit Be⸗ ginn des Wintersemesters in Kost und Logis genommen werden. Näheres bei der Exped, d. Bl. Gicht⸗, Rheumatismus⸗, Magenkrampf- und Hämorrhoidalkranke beilt Dr. Müller in Franksurt a. M., Befann tima hun g. 2029 Johann Jacob Geibel II. und Konrad Haub III., als Bevollmächtigte des Konrad Müller II. und seiner großjährigen Kinder, Ludwig, Cbristian, Phbilipp. Anna Elisabethz und Anna Margaretha Müller, sowte Jacob Nicolai als Vormund der minderjährigen Juliane Müller, sämmilich von Nieder-Weisel, beab⸗ sichtigen die im Grundbuch der Gemarkung Nieder⸗ Weisel den Konrad Müller II. Eheleuten zuge⸗ schriebenen Liegenschaften: Fl. I. Nr. 511. 1598 Fl. II. Nr. 1308. Fl. V. Nr. 925. Fl. VII. Nr. 26. 558. Fl. IX. Nr. 803. Fl. X. Nr. 937. 1398. Fl. XI. Nr. 43. 237. 617. Fl. XII. Nr. 303. Fl. XV. Nr. 704. 705. zu verkaufen, vermögen aber das Eigenthum urkundlich nicht nachzuweisen. Es werden dehhalb Alle, welche Eigenthums oder sonstige Ansprüche an diese Immobilien bilden zu können glauben, aufgefordert, solche binnen vier Wochen bei dem unterzeichneten Gericht geltend zu machen, als sonst die Kaufbriese beflätigt und Eintrag in das Mutatlons⸗Verzeichniß verfügt werden wird. Butzbach den 21. Juli 1872. Großherzogliches Landgericht Butzbach. J. B. d L.: K f 8. er Landgerichts Assessor. Holz ⸗ Versteigerung. 2028 Nächssen Montag den 29. d. M., von Morgens 8 Uhr ab, werden in biesigem Stadtwalde, Distrikt Lichtenberg, folgende Holzsortimente öffentlich an den Meiftbietenden versteigert: 9 Raummeter Schäl⸗Eichen⸗Scheltholz, 100 5 15„ Prügelbolz, 20717 Wellen*„ Reisholz, 24 Läste Allerseibolz. 70 Stämme Schäl Eichen von 15—27 Centimeter Durchmesser= 8,71 Feffmeter und 137 Stangen Schäl Eichen. Bad Nauheim am 22. Juli 1872. Großherzogliche Bürgermeisterel Bad Nauheim. Schutt. Versteigerung von Halmfrüchten und „Kartoffeln. 2037 Dienstag den 30. Juli d. J., Vormittags 11 Uhr, wird in hiesigem Ratbhause die dem Joseph Geck II. dahier gehörende Crescens, ale: etrca 6 Morgen Waizen, 6 Morgen Hafer, 3 Morgen Kartoffeln und ½ Morgen Dickwurz öffentlich an den Meiflbietenden versseigert. Die hiesigen Flurschützen sind beauftragt, nähere Auskunft zu ertheilen. Friedderg den 25. Juli 1872. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. * Bind: B. Der dienstälteste Gerichtsmann Falck. Versteigerungs ⸗ Anzeige. 2036 Montag den 29. Jull d. J., Vormittags 10 Uhr, soll in hiesigem Rathhause die auf den Grundstücken des verstorbenen Martin Klein befindliche Crescens, befsehend in Walzen, Gerste, Kartoffeln und sonstigen Gartengewächsen öffentlich meifibietend versteigert werden. Garterschütze Briel und Sebastian Klein können gewünscht werdende Auskunft ertheilen. FIrtedberg den 25. Juli 1872. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. B. B. Ber dienflaͤlleste Gerichtsmann F a l ck. Ein braver Junge 1911 Hin in die Lehre treten bei Friedberg. J. A. Winkler, Bekanntmachung. 151 2040 Die am 23. d. M. im hiesigen Gemeindewal staltgebabte Holzversteigerung hat die Genehmigung erhalten und ist der erste Abfahrtag auf Mittwoch dn l 31. d. M. festgesetzt worden. 4 Abfahrtage find an allen Wochentagen bis zm 4 24. August l. J. I chol Bei nasser Witterung jedoch darf dei der gesetzlicn Alte Forfsstrafe nicht abgefahren werden. I ra Ober⸗Mörlen am 25. Jult 1872. ech Großherzogliche Bürgermeisterei Ober-Mörlen. I vare e. 5 lidl Nörperschönheit durch Pflege der Haut.“ An den Kgl. Hoflieferanten Hrn. Johann Hoff in Berlin. Wien, 12. Mai 1872. Ihre Malzseifen und Malzpomaden find die besten Toilettenmittel; erstere macht die Haut zart und fein, letztere ver⸗ schönert das Haupthaar. Mediz. Zeitschrift von Dr. Hirschfeld— Ischl, Dr. Schnitzler und Dr. Markbreiter in Wien. Verkaufsstelle bei Jos. Hoffmann und Hofapotheker Wilh. Sturmfels in Fried- berg und Dr. W. Uloth, Apotheker in Bad⸗Nauheim. 9 Krippen, Tröge und Gossensteine a 92 aus s. g. Lungsiein(Dolerit) empfieblt die schantem Ziegelei am Bahnhof zu Bad⸗Nauheim, fahr kr. 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Kümmich. Ihnen zugekommenen Ortslisten in fleißige Enstitution der Productenbörse einleiten. utenbörse aufmerksam machen. n enthümer, Vorschüsse. eden ay 3 Haas, 1 Kreisassessor. und haltenen 6 Flaschen Königtrank baben meinen an Altersschwäche leidenden Schwager sebr u ge⸗ kräftige; auch bei meinem Sohne, welcher im vöchsten Stadium der Pockenhitze lag,— die Pocken waren zum Tbeil schon ausgetreten— fiel augen »licklich die Hitze unt die Pocken vertrockneten. Er lag nun noch 2 Tage lang in einem gelinden Schweiß, stand dann auf und ist kein Rückfall ein⸗ getreten, auch keine Narbe zurückgeblieben. Ganz benso verhielt sich bei meinem Freunde Pieper und »eide Male nach Genuß von nur einer Flasche Nr. 1.— Carl Hübner, Rentier. Nr ö rein Ott Ra 1 3 Peirge der hu un Jehan hei Art Nallieien m 2034 Aus den Berliner Zeitungen. Zum Königtrank! 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Im Besitze der Ortslisten, werden wir sofort die Generalversammlung berufen und die Alsdann könnte deren Wirksamkeit wohl schon im Monat August beginnen, was, der frühern Ernte wegen, vielen Interessenten erwünscht sein düfte. Nur in wenigen Worten wollen wir hier wiederholt auf die Vortheile der Pro- Dieselbe bezweckt hauptsächlich die Vereinigung und Ver— kiachung des Handels und Verkehrs, sie gewährt ein Schiedsgericht in Handelsstreitigkeiten für etwa aufgefahrene, unverkauft gebliebene und dagelassene Frucht, auf Wunsch der Nebhuth, Bergrentmeister. 42889. Fürstenfelde, 10. 5. 72.— Ich kann nicht unterlassen Ihnen mitzutbeilen, daß bet meiner Frau nach dem Verbrauch der ersten Flasche Könia- trank die wöchentlich einige Mal eintretenden Brust⸗ krämpfe, welche sie jedesmal zu ersticken drohten, wegbliebenz; auch die furchtbaren rheumatischen Schmerzen in der linken Seite, im Rücken und in den Armen ließen nach. Ich muß dies nur als eine Wirkung Ihres köstlichen Trankes ansehen.— Aschenberner, Lehrer. 42912. Kulpein, 4. 5. 72.— Die mir zuge⸗ schickten 12 Flaschen Köntgtrank wirkten bestens 17 meinen Gesundheitszustand. Miodragovitsch, serbischer Pfarrer. en Teurtmt * n ru, le ut 0 Erfinder und alleiniger Fabrikant des Könietranks: Hyaiöôist(Gesundheitsrath) Karl Jacobi in Berlin, Friedrichsstraße 208(seit 1864 königl. Gebäude). Die Flasche Königtrank⸗Extrakt, zu dreimal so viel Wasser, kostet in Berlin einen halben Thaler, m ßFriedberg bei W. Bernbeck und in Bad⸗Nauheim bei Ph. J. Weiß 1 Gulden. 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Kieran Ein gebildeter Hausknecht, s dr: Verfehlte Prüfungen. Posse in 1 Act von Kalisch. Abends 7½ Uhr: Doctor und Friseur. Posse in 3 Acten von Kaiser. Montag den 29. Juli 1872: Gastspiel des Herrn Reck von Würzburg. Die Tochter Gelials. Preislußspiel in 5 Acten von Rud. Kneisel. Es ladet ergebenst ein 55 2061 Direktor Grünwald. Eine Wohnung 2015 in der Judengasse für eine kleine Familte ist zu vermielhen und kann sogleich bezogen werden. Näheres bei Louis Leopold. Zur Wiener Weltausstellung 2053 wäre die Bildung elner Retsegesellschaft jetzt schon wünschenswerth. Lusttragende werden auf Samstag den 27. d. Mis. Abends 9 Ubr, bet G. Steinhäußer zur Constitufrung der Gesellschaft eingeladen. §. 1. Gründung einer Reisekasse durch Wochenein⸗ zahlungen. Erbsen, 2042 bester Qualttät, bei M. D. Loeb. Schuhmachergesellen, 2016 geüdte in neuer Arbeit, können dauernde Be⸗ schästigung erhalten bei Louis Leopold, Schuhmachermeisker. Erbsen, 1997 bester Qualität, zu billigen Preisen bei Jacoh Stern nächst der Burg. 1978 Das von Herrn Dr. Aug. Trapp bewohnte, aus 9 Zimmern zc. ꝛc. destehende Logis ist vom 1. Oktober 1. J. ab anderweit zu vermtetben. Eventuell kann dasselbe auch in zwei Wohnungen von 5 und resp. 4 Zimmern getrennt abgelassen werden. Friedberg im Juli 1872. Ed. Trapp IV., Hofgerichts-Advokat. Kinderdrückwagen 1430 neu angekommen bei Jos. Hoffmann. Ein braves Mädchen 2032 als Köchin für eine kleine Hausbaltung gesucht. Hoher Lohn. Einttitt soforkt. Zu erfragen det der Exped. d. Bl. 2059 S. Koͤnigl. Hoheit der Großherzog haben geruht die Unterzeichneten als Deputation aus dem Sängerfestcomité heute V in einer Audienz allergnädigst zu empfangen und haben Ihre volle Befriedigung über Anordnung und Verlauf des Festes, sowie Dank für den Genuß, den Allerhöchstdemselben das Concert bereitet, ausgesprochen und uns beauftragt, sowohl den hiesigen Bewohnern, als allen auswärtigen Sängern hiervon Mittheilung zu machen. Friedberg am 26. Juli 1872. Wa hl, Trapp IV., Präsident. Picepräsident Blickbahn, Director des Gesangvereins Frohfinn. rmittag She Schmidt, 9 Dirigent des Gesangvereins Liederkran. Ossenheimer Waͤldchen. 2044 Sonntag den 28. Juli 1872 bei günstiger Witterung Großes Concert, ausgeführt von der Kapelle Schellhaas. Anfang Mittags hald 4 Uhr, wobei Frankfurter Bier verzapft wird.— Entrée für Herrn 9 kr., Damen 6 kr. Freundlichst ladet ein G. F. 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Hecht. hergestellten Attest versehen. Ine Finger- Manufacturing Ce. New-Tork. Größte Nähmaschinen⸗Fabrik der Welt, hat im Jahre 1871 181,260 Stück verkauft und empfiehlt hiermit ihre, vom besten Material und durch die volkommensten Hilfsmaschinen B. A. Jamilitn-Maschinen und Handwerker- Maschinen zu billigen und festen Preisen unter reeller Garantie und mit Ursprungs⸗ Georg Sellin in Friedberg. Stollwerck'schen Die als probates Hausmittel gegen Husten, Heiserkelt, Verschleimung ꝛc. rühmlichst bekannten 18 6 7. BGrust-Gonbons in Original- Packeten 3 14 kre stete vorrälhig in Friedberg bei Wilh. Fertsch, in Butzbach bei Val. Wießler, in Hungen bei A. Buch. in Bad Nauheim bei Ph. Jac. Weiß. 366 2 Ein sehr gut erbaltenes Billard Bi I U + d. ift billig zu verkaufen. Näberee bei dem Haus meier Sack des Gesellschaftevereins zu Gleßen. 2033 Ein junger kräftiger Bursche 2011 wud als Hausknecht zu miethen gesucht. Wo? sagt die Exped. d. Bl. 2039 Sonntag den 28. Juli findet bet mir Tanz⸗ musik stait, wozu höflichst einlade. Rodheim den 24. Jult 1872. Georg Imhof. Gohnenschneidemaschinen 2038 empsiehlt 5 Frtedberg. Ph. Diener, bosschlosser. Einmachgläser 2041 in weiß und draun in allen Größen sind zu haben bei M. D. Loeb. Ein Zapfjunge 2030 wird zu sofortigem Eintritt gesucht von Wilhelm Wind. (Hierzu Unterbaltungs Blatt Nr. 30 und eine Beilage.) 2054 Freiwillige Hürger-Teuerwehr. Samstag den 27. Jult, Abends 8 Übr, Gencralvetsammlung im Windecker schen Gartenlocale. Allseitiges Erscheinen ist erwünscht. 2049 Sonntag den 28. Juli 0 Lieder- Vorträge lun der Gesangvereine von Nidda und Reichelsheim, sowit sben des gemischten Chors von Nidda, zu Reichelsheim w fig ste Garten des Herrn Pofihalters Conrad. Außerdem ii Harmonie-Musik. i E Reichelsheim den 25. Juli 1872. 160 Der Vorstand des Gesang vereins. ö. 1 ihenlli 1 0 gen Herzlichen Dank Ab 2047 dem verebrten Festcomite des Maintbal⸗Sängn 10 bundes für den freundlichen Empfang, sowie den Enn 0 wohnern Friedbergs für die uns bereiteten vergutkgen( i Oe Stunden. A 8e Gesangverein„Frohfinn“ zu Bad- Naubeim. dan 2045 Dem verebrlichen Fesicomtté danken hiermit hei lin, lichst für den freundlichen Empfang und die ihnen de, fie resteten frohen Stunden am schönen Sängerfeste zn f ghoritt FIrtedberg Die Mitglieder des Gesaugvereins„Concord Da zu Bad- Nauheim. I llsere! 2043 Montag den 29. d., Nachmittags 5 Uhr, sollg hien, in dem Burgkasernenhof circa 4—500 Stück Dielen vol Adaterl⸗ der Festhalle, sowie Fahnen, Eisentbeile ꝛc. an den Meifß z pfle bietenden öffentlich gegen gleich daare Zahlung d Aham sieigert werden. Diejenigen, welche Forderungen fil ff 3 bauliche Herstellungen haben, wollen dieselben längsten r B60 innerhalb 4 Tagen einreichen. fir Ge J. A.: eln wir Schniß el, Bauacerssift. das de 5 7 dachte Grabsteine aller Art, sowie Kreuze, Schrift⸗Tafesm Gelbe Rollen, Bucer ꝛc., auch schöne isracl ether Grabsteine find stets auf Lager. stiernd sriedberg. enen 75 Melchior Boll,(lcdere 2 — 1972 Steinmetz. 1 10 2052 werden jetzt im un Lohkuchen dert zu 28 kr. abgegeben in den, le Gerberei von A. Stein häußer⸗ welches And ur halt e 5 f 0 0 Todesanzeige. 5 2058 Freunden und Bekannten die schmerzliche ii dert Nachricht, daß es dem Allmächtigen gefallen dat En unser liedes Töchterchen Reging deute nach J gigne schwerem Leiden in ein besseres Jensetts abzu⸗ 0 rufen. urge Für die allseitig bewiesene Tbeilnahme danken e Al Friedberg den 25. Juli 1872. ichtg Die trauernden Eltern Uge Carl Reuß. Delene Reuß. 8 n f famme g in N 2 5 2 N d 1 Kirchliche Anzeigen für Friedberg. an Ebangelische Gemeindt. Awaßhr 9. Sonntag nach Trinitatis. ai Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Baur. 0 gig Gottesdienst in der Stadtkirche! Nau Vormittags: Herr Candidat Münch. II. 1 pu Nachmittags: Herr Candidat Helferach. 0 00 Gottesdienst in der Burgkirchen Vormittags: Herr Pfarrer Diegel. liner Nachm. Katechis musgoltesdienst; Herr Pfarrer Baut. kühn 8 1 0 Katholische Gemtinde. 0 Ju Samslag um 5 Uhr Nachmittags Beichle. n 10. Sonntag nach Pfingsten. 1 Vormittags: ½9 Uhr Hochamt und Predigt. ü 1 0 Nachmittags: ½2 Uhr Christenlehre und Andacht. Beginn des Gottesdienstes an den Wochen lagen N Morgens ½7 Uhr. ö il Verantw. Redact.: Dermann Schimmff. u Druck und Verlag von Rindernagel& Schimpft. igen 1 a 5 an u Dank n et Nane ene nn n h ent den tee zenemeen! bn lt lu übsteine , 0 f — 100% b., bgtg tte 412 Ln! * 1 11 15 1 zue —1 Beilage. Oberhessischer Ameiger. M 87. Das siebente Mainthal⸗Sängerfest N in Friedberg. Es war ein herrliches Fest, das wir am Sonntag und Montag in unsern Mauern feierten!— Mit d sen Worten möchte der Berichterstatter die Feder urder niederlegen und in träumerischer Ruhe noch et mal die schönen Bilder dieser Tage an sich vrüberziehen lassen. Denn die Glieder sind müde, ud der Kopf ist noch schwer, und das Träumen nach froh verlebten Tagen ist ja eine süße Erholung. eintemalen aber die, welche unserer Festfeier nicht ben beiwohnen können, sich gewiß, wenn die nchste Nummer d. Bl. bei ihnen einkehrt, nach ther Beschreibung derselben umsehen werden und d. Festtheilnehmer selbst eine solche wohl als eine srhe Erinnerung begrüßen, mehr noch aber, weil ds 7. Fest des Mainthal⸗Sängerbundes recht tchentlich zur Zeitgeschichte Friedbergs gehört,— igen nachfolgende Zeilen es versuchen, ein schwaches LEklld davon zu geben. 1 Wohl sind wir uns dabei bewußt, daß es für ei Gemeinwesen nicht gut wäre, wenn allzu oft dr Feste Jubel in seiner Mitte erschallte, und es sel darum uns Friedbergern nicht nachgesagt werden diefen, daß wir ernster Arbeit in bescheidenem Keise abhold an der sogenannten Feierkrankheit orirten. Das kann und darf uns aber nicht abhalten, usere Theilnahme und unsere Sympathien zu be— bpisen, wenn es den großen Interessen unseres Witerlandes gilt, wenn es sich darum handelt, das zu pflegen und zu fördern, was ein Volksleben pirm erhält für die höheren Ziele des Lebens, i Vaterlandsliebe, für Bildung und Gesittung, i Gemüthsvertiefung und Herzensveredlung. Als det wirksames Mittel für diese Zwecke ist von jeher 1 dos deutsche Lied, der deutsche Männergesang er- decuet worden. Kein Wunder darum, daß man den Streben unserer Gesangvereine mit so allge 3 1 miner Aufmerksamkeit folgt, daß der Aufruf zur f see Otheiligung bei einem in unsern Mauern zu ferrnden Gesangfest des Mainthal⸗Sängerbundes tien so freudigen Wiederhall in den Herzen der bideren Bewohner Friedbergs gefunden. Ein Comits bildete sich alsbald, bestehend aus ester großen Anzahl von Männern unserer Stadt, vlches die Vorbereitungen zum Feste in umfassender ud umsichtiger Weise in die Hände nahm. Da t es manche Schwierigkeiten zu überwinden, u vereinen. Endlich war die Festzeit näher gekommen; ein üägneter Raum für das Festconcert war in dem rrgkasernenhof gefunden; zum Banketiplatz war 1 Allee auf der breiten Straße vor dem Land- ichts gebäude in Aussicht genommen. Und nun sig's mit rüstigem Fleiß an's Vermessen, Zurichten, immern, und in wenigen Tagen war der Bankett- ich in ein Riesenzelt mit entsprechendem Portal uu, theilweise Bretter-, theilweise Leinwandbe⸗ ughung verwandelt, wozu die Bäume der Allee hersprießlichen Dienst genommen wurden. Nicht kinder rasch war im Burgkasernenhof ein Emporium i gegen 600 Sänger errichtet, der ausgedehnte Nam mit einer stattlichen Reihe von Sitzen für in Publicum bedeckt und das Ganze mit Flaggen 9 un Guirlanden geschmackvoll decorirt. Zur besonderen Zierde gereichte dem Platz ein anch“ gegentheilige Ansichten zum schönen Ziele % ener Pavillon, für Seine Königliche Hoheit wern Großherzog bestimmt, der schon bei Beginn in Zurüstungen zum Feste sein hohes Interesse n demselben durch eine Unterstützung des Fest⸗ tu gets von 100 fl. bethätigt und außerdem die biade hatte, seine persönliche Theilnahme bei dem f 4 concert in Aussicht zu stellen. Mit dem Näberrücken des Festtags kleidete all häplich unsere Stadt sich in ihr Festgewand, so in einem Festgruß in Wahrheit von ihr ge⸗ gen werden durfte: „So steht in seinem schmucksten Feierkleide,— Und hat gerüstet emsig Monde lang,— Das gute Städtchen harrend denn auch heute Den lieben Sängergästen zum Empfang; Bald wird es bell von deutscher Männer Singen, Von Festesjubel in den Mauern klingen.“— Nur eine bange Sorge noch drückte die Gemüther: Wird der Himmel freundlich auf unser Fest her— niederschauen? Hatte sich doch in den letzten Wochen die Witterung recht unbeständig gezeigt, waren doch erst kürzlich mehrere Festlichkeiten in strömendem Regen zerflossen!— Doch als bei Anbruch des Festmorgens die Sonne einen tief— blauen Himmel durchstrahlte; als die fromm⸗ernsten Weisen zweier Choräle, von der Kapelle Schell— haas geblasen, vom Thurme der Burgkirche, von einem freundlichen Nordwinde getragen, über unsere Stadt hin ertönten; als Böllerschüsse den Beginn der Festfeier weithin verkündeten; als nach Ankunft unserer Nauheimer und Homburger Sangesbrüder in der durch das Festprogramm bestimmten Weise ein Zug durch unsere in lieblichem Festschmuck prangen— den Straßen nach dem Bahnhof sich bewegte und dort die mit einem Extrazug angekommenen lieben Main- thalbundesgäste mit Festgesang und Festmusik empfing: da sah man es aus jedem Auge blitzen und fühlte es am warmen Druck der Hand, wie Aller Herzen Ein Gefühl bewegte und Jedes Brust sich hob in dem Gedanken: Hoch unserem Vaterland im gold'nen Frie- den! Hoch deutscher Freundschaft, deutscher Männer- treue! Hoch deutschem Lied und deutschem Männer- sang! Laßt heute uns vereint ein Fest begehen, das, würdig sei der schönen Ziele unseres Bundes! Erhöht noch wurde die Feststimmung durch die Begrüßungsrede des Festpräsidenten, Herrn Seminarlehrers Wahl, am Rathhaus. Er sprach mit Begeisterung von der Förderung des deutschen Männergesanges, der, wie jede Kunst, eine bildende, veredelnde Wirkung übe auf Alle, die sich seiner Pflege widmen. Der Gesang sei die Sprache des Herzens, in ihm vermähle sich das Ideal mit dem Wirklichen, der Gesang gebe reiner Freude den edelsten Ausdruck. Darum sei es Pflicht, den Gesang zu pflegen, und darin liege eine hohe Be— deutung des Festes. Es komme aber noch ein weiteres Moment hinzu. Zwischen dem letzten Mainthalbundesfest und heute liege trotz der Spanne Zeit das weltgeschichtliche Ereigniß der Wieder- geburt des deutschen Reiches. In gleichem Maaße, wie man das Bedüifniß empfinde, den Dank und die Freude über das in heißer Feldschlacht Erkämpfte im Liede ausströmen zu lassen,— trete nun die Verpflichtung an uns heran, diese großen Errungen⸗ schaften zu hüten und zu verwerthen zum Wohle unseres Volkes in der Pflege der Künste des Friedens. Den Gesangvereinen falle dabei eine hehre Aufgabe zu, und darum möge man das Panier des deutschen Gesanges hoch halten jetzt und immerdar! Die Rede fand jubelnden Beifall, wie nicht minder die Begrüßung der Festgenossen und der Ausdruck des Dankes an die Stadt Friedberg für den herzlichen Empfang Seitens der Vertretung des Vorstandes des Mainthal⸗Sängerbundes, der leider am Feste theilzunehmen verhindert war. Nach eingenommener Erfrischung im Festzelt ging's zur Generalprobe. Trotz der schon hoch gestiegenen Hitze zeigten alle Sänger den frischesten Eifer, und die ebenso energische als mild- wohl. wollende Art, mit welcher der Dirigent, der Großh. Musikdirector Mickler von Gießen, so Sängerschaar als Musikcorps(die Kapelle des in Gießen garnisonirenden Regiments) an seinen Takt⸗ stock zu fesseln wußte, berechtigte zu den besten Erwartungen für das Gelingen des Concerts.— Das Festmittagsmahl wurde im Festzelt abgehalten. Manche Bedenken wegen der befriedigenden äußeren Anordnung eines Mahles für so viel Theilnehmer (über 500) erwiesen sich als unbegründet: und sie aßen und tranken und wurden alle satt! Außer dem von Herrn Hofgerichts-Adv. Trapp IV. ausgebrachten Toast auf den Mainthal⸗Sängerbund, seine seitherige erfolgreiche Thätigkeit und seine Weiterentwickelung verdient noch der Toast des Fest⸗ präsidenten Erwähnung. Er galt dem Kaiser Wil⸗ helm dem Siegreichen, als dem Wiedergründer eines mächtigen, in allen Landen hoch geehrten deutschen Reiches; er galt in gleicher Weise unserm verehrten Großherzog, der bereitwillig Opfer gebracht für das Weik der Einigung Deutschlands und sein Volk beglücke mit Liebe und Güte; er galt nicht minder dem König Ludwig von Baiern, der— auch ein Jünger der Kunst der Musik— in fürstl. Hochherzigkeit dem Kaiser die Krone entgegenge— tragen und sie ihm auf's Haupt habe setzen helfen. Mittlerweile füllten sich Straßen und Gast— häuser mit Festtheilnehmern aus Nah und Fern dergestalt, daß die vorhandenen Räume die Menge kaum zu fassen vermochte. Dies zeigte sich be⸗ sonders bei dem eigentlichen Festzug, der sich Nach- mittags 3 Uhr unter genauer Einhaltung der Pro— grammbestimmungen von der Taubstummen-Anstalt die bieite Straße entlang nach der Burg bewegte. Kopf an Kopf drängte sich die ganze Länge der breiten Straße die fröhliche Menschenmenge, und es bedurfte aller Umsicht des Festeomité's und der an der Aufrechterhaltung der Ordnung bereitwillig betheiligten Turner und Bürgerfeuerwehr und der Festreiter, um namentlich am Eingang der Burg Unzuträglichkeiten und Unfälle zu verhüten. Mit ehrfurchtsvollem Jubel und Hochsingen wurde von dem Festzug Seine Königliche Hoheit unser Großherzog begrüßt, der begleitet von seinen Flügeladjutanten in der Nähe seines Schlosses an den Zug berangetreten war, denselben an sich vorbeidefiliren ließ, und sich hierauf nach dem Concectplatz in seinen Pavillon begab, um der Festfeier die hohe Gunst seiner Anwesenheit zu schenken.— Der geräumige Kasernenhof war bereits bis auf das letzte Plätzchen gefüllt, und da, wo sonst nur das militärische Commandowort und Waffenklang erschallte, sollte jetzt die hehre Kunst des Gesanges und der Musik ihren Zauberstab schwingen. Von dem gelungenen Verlauf des Concertes ungeachtet der fast bis zur Unerträglich⸗ keit gestiegenen Hitze wird weiter unten noch die Rede sein. Hier nur die Bemerkung in Bezug auf die Einzelchöre, die ausnahmslos mit lautem Beifall aufgenommen wurden, daß die Hanauer Vereine mit„Hurrah Germania“ und der Verein „Melomania“ von Aschaffenburg mit„Des Sängers Heimath“ um die Palme des Sieges rangen, jene vorzugsweise mit ihrer auf hoher Stufe der Vollendung stehenden Schulung, diese namentlich mit ihren lieblich klangvollen Stimmen. Der von Herrn Hofderichtsadvocaten Sey d gehaltenen, wiederholt von Beifallszeichen unter- brochenen Festrede lag der herrliche Text des Chores„Friedenshymne“ zu Grunde, an dessen Hand der Redner in schmuckvollem Aufbau der Gedanken zunächst auf die veränderten Zeitver— hältnisse zwischen den Tagen des letzten Bundes- festes und heute und die welterschütternden Er— eignisse hinwies, die sich seitdem vollzogen. Unsere deutschen Heere, die Heere der Bildung und des Muthes, sie haben den Feind niedergen rfen und die Einheit Deutschlands errungen und den Rhein in Wahrheit zum deutschen Strom gemacht. Ein glorreicher Friede verwirklichte das, was die Besten unseres Volkee ersehnt und wofür sie ge⸗ stritten und gelitten. Nicht ferner mit Schwer- muth dürfen wir an die herrlichen Zeiten deutscher Größe unter einem Barbarossa zurückdenken; Barbarossa ist uns erstanden in unserm Kaiser, Deutschland ist wieder eine große Nation geworden. Nun gilt es den kräftigen, schönen Aufbau des Errungenen als ein ächtes Werk des Friedens. Dazu muß die Macht des deutschen Liedes mit- helfen, wie es sich auch früher um die Bewahrung und Nährung des Gefühls der Zusammengehörig— keit aller deutschen Stämme ein hohes Verdienst erworben, von dem der Mainthal-Sängerbund für seine Wirksamkeit sein volles Theil mit Recht in Anspruch nehmen darf.— Denn an Feind schaft und Neid fehlt es der neuen Ordnung der Dinge nicht. Sie finden sich nicht blos außerhalb unserer Gränzen, sondern auch innerhalb derselben, umal in den Bestrebungen eines irre geleiteten Socialismus und des Ultramontismus. Das 7. Fest des Mainthal⸗Sängerbundes und die weitere Wirksamkeit desselben werden dazu beitragen, ächte Vaterlandsliebe auch fernerhin zu pflegen zum Heil unseres Volkes. Einen tiefen Eindruck auf die Festversammlung machte es, als der Redner mit dem Hinweis auf den Herrn der Geschicke der Menschen schloß, der uns gnädig beschieden das, wessen wir uns freuen und der es erhalten werde, so lange wir uns dessen würdig zeigen. An das Festconzert schloß sich die von den Festjungfrauen vollzogene Schmückung der Fahnen der Bundesrereine unter einer mit feurigem Schwung vorgetragenen Ansprache des Vicepräst⸗ denten des Festes, Herrn Hofg.-Adv. Trapp IV. Dieselbe betonte gleichfalls die veredelnde Kraft des deutschen Gesangs, markirte dessen Verdienst um die Erhaltung des deutschen Einheitsgedankens, wie lange Jahre derselbe vor allseitiger Verfol- gung Schutz gefunden im Hafen der deutschen Männergesangvereine und wie der theure Hort des deutschen Liedes in alle Zukunft gehütet wer- den müsse von Allen, denen die Erhaltung der höchsten Geistesgüter des deutschen Velkes und dessen Ruhm und Größe am Herzen liege. Durch den von schöner Hand vollzogenen Schmuck ihrer Fahnen mit den jungfräulichen Farben des neuen deutschen Reiches sollten darum ebensowohl die trefflichen Leistungen der verbündeten Vereine ge⸗ ehrt als auch dem deutschen Männergesang über— haupt eine Huldigung dargebracht werden. Ein Spaziergang in den Schloßgarten, zu welchem von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog huldvollst Zutritt gestattet war, diente zur will- kommenen Erholung, die recht zu genießen es lei— der an Zeit gebrach, da das Festprogramm an das um 8 Uhr beginnende Bankett erinnerte. Dort entwickelte sich mit Anbruch der Nacht ein buntwogendes, von keinem Zwischenfall getrübtes fröhliches Treiben, bei welchem Ansprachen(unter welchen die leider von dem Berichterstatter nicht gehörte Rede des Herrn Seminarlehrers Stamm zu erwähnen ist), Musik, Gesang und Toaste in reichem Kranze aufeinander folgten. Wer hätte Alles behalten mögen! Ist auch nicht vonnöthen. Gar Manches hat seine Aufgabe vollauf erfüllt, wenn es dem Augenblick in rechter Weise gedient, und daß dies hier geschehen, bezeugte die fröhlich gehobene Stimmung der Festmenge, so daß es den Bäumen des Platzes, deren Wipfel zur stiller Nachtzeit sonst nur von den sanften Strahlen des Mondes geküßt und vom linden Windhauch be⸗ wegt werden, gar eigenthümlich feenhaft zu Muthe gewesen sein mag, wenn sie auf den Glanz der Gasflammen und das lustige Gläserklirren blickten, zu dem sie selbst zwar nicht„Posten“, wohl aber „Pfosten“ haben stehen müssen. Seid unbesorgt, ihr biederen Kinder der Natur; alle Knechtschaft ist vorübergehend, und auch ihr sollt euch selbst wieder zurückgegeben werden. Nicht achtend der Ermüdung waren die Fest⸗ genossen am folgenden Morgen in frischer Lust bereit zum Spaziergang nach dem nahen Nauheim, der unter den munteren Klängen der Schellhaas⸗ schen Kapelle angetreten wurde. Den Glanzpunkt desselben bildete der Aufenthalt auf dem Johannis- berg, wo der Quell des edlen Gerstensaftes wie der Strom der Rede unversiegbar schien, und der jüngere Theil der Festgenossenschaft sich bis zum Tanz an steilem Walkabhange erheiterte. Der um 12 Uhr von Gießen kommende Zug hatte Mühe, die Schaar der Fröhlichen in Friedbergs gastliche Mauern zurückzuführen. Und nun darf einer lieblichen Nachfeier nicht vergessen werden, die unter dem Zelte des Bankett- platzes in den Nachmittagsstonden des 2. Festtags stattfand, bis die Abendzüge uns unsere Gäste entführten. Verherrlicht wurde dieselbe nicht nur durch die Musik der noch durch einige fremde Musikgenossen verstärckten Dilettanten und der Schellhaas'schen Kapelle, sondern auch durch die trefflichen Gesanges vorträge der Aschaffenburger, Offenbacher, Darmstädter und hiesigen Sanges- brüder, sowie namentlich durch ein Piston Solo, unter Begleitung eines Streichquartetts vorgetragen von einem Aschaffenburger Sänger. Rauschender Beifall wurde diesen Leistungen zu Theil. In urgemüthlicher Stimmung verkündete der Rede Mund, was das Herz bewegte, und so folgten ein Wort der Huldigung den Manen des Herrn Hofgerichts Advokaten Trapp III., des edlen Mitbegründers des Mainthal-Sängerbundes— und Toaste auf unsere lieben Gäste, auf den Festpräsidenten Herrn Seminarlehrer Wahl und Herrn Musikdirektor Mickler und ihre erfolg— reichen Bemühungen um das Gelingen des Festes, auf Herrn Bauaccessisten Schnitzel, den un— eigennützigen Schöpfer der Festhalle, auf die Fest⸗ dichter, als die Dolmetscher unserer Gefühle, auf die lieblichen Harmonien des Dilettantenvereins, auf die in kurzer Zeit zu Wege gebrachten treff lichen Leistungen der Kapelle Schellhaas, und— —— man entschuldige das Vergessene oder nicht Gehörte. „Zum Abschied“ hatte einer unserer Festdichter ein köstliches Lied nach der Weise:„Es reiten drei Reiter ꝛc“ gedichtet, das beim Scheiden unserer Gäste gesungen wurde und demselben eine edle Weihe gab. Ehe wir indessen hier Abschied von dem Feste nehmen, sei noch ein kurzer Rückblick auf dasselbe gestattet. Es war vor Allem ein Gesangfest, das sich seiner Aufgabe bewußt und den hohen Zwecken des Mainthal-Sängerbundes würdig war, den deutschen Männergesang zu pflegen als eine wirk. same Kraft zur Herausbildung und Verherrlichung dessen, was das drutsche Gemüth Großes und Edles in sich birgt, als ein Schatz, von dem der Deutsche nie läßt, und führte auch der Wander- stab ihn in die fernsten Länder. Darauf beziehen sich die Worte des von Herrn Hofgerichtsabvokat Curtman ausgebrachten Toastes, wenn er von der civilisatorischen volksbildenden Mission der Gesangvereine spricht, von der Herausbildung des Gefühls, Veredlung des Herzens, Erweckung des Zartsinns zur Bannung der Unholde der Rohheit und Streitsucht, der Herzenshärtigkeit und Frivolität. Und auch in dieser Beziehung darf mit hoher Befriedigung auf das Fest zurückgeblickt werden. Die Einzelchöre wie die unter der gewandten Lei tung des Herrn Musikdirektors Mickler trefflich ausgeführten Gesammtchöre legten Zeugniß ab von den tüchtigen, theilweise überraschenden Leistungen des Mainthal-Sängerbundes. Unter den Ge— sammtchören dürften namentlich die Motette„Ehre sei Gott in der Höhe“ von Hauptmann, und „Friedenshymne“ von Kücken als besonders ge— lungen ausgeführt bezeichnet werden. Bei dem Schlußrefrain des letzteren Chores:„Oein sei die Ehre, dein ist die Macht!“ hatte auch unsere hie⸗ sige Schuljugend mit einzustimmen, was ihr auf ewig eine liebe Erinnerung bleiben wird. Unser Gesangfest gestaltete sich aber, der Zeit lage entsprechend, auch zum patriotischen Volksfeste. Die Gedanken an den Riesenkampf zwischen dem deutschen Volke und seinem Erbfeinde, an die glückliche Einigung unseres Vaterlandes, an die Erhaltung der ehrfurchtgebietenden Stellung unseres Volkes jedem Feinde gegenüber durchzittern heutzutage jeden guten Deutschen und mußten auch unserm Feste ihr Gepräge aufdrücken. Dieses Gepräge zeigte sich in der Wahl des Festsoncert— Programms, wie nicht minder in den gehaltenen Fest⸗Reden und poetischen Begrüßungen, durch welche wie ein rother Faden die innige Wechsel⸗ beziehung sich hindurchzieht zwischen dem deutschen Männergesang und den großen Interessen unseres Vaterlandes. Möge es immer so sein, daß wo deutsche Männer zu edlen Zielen sich vereinen, auch die rechte Beziehung auf das gemeinsame Wohl des Vaterlandes nicht fehle. — Das 7. Fest des Mainthal⸗Sängerbundes ist verllungen. Wie man aber in der Ferne seiner gedacht und auf telegraphischem Wege ihm Grüße gesandt(vom„fränkischen Sängertag“ in Nürn- berg, von Herrn Schröder in Darmstadt und f unserm Mitbürger Herrn Roßbach aus Zürich), wie es in Festgedichten der Offenbacher und Darm, man lange noch mit Freude an das Friedberger Fest und unser Städtlein zurückdenken. Der ein, müthige Ausdruck hoher Befriedigung mit dem selben in öffentlichen Blättern, wie der allseill!)] ausgesprochene Dank unserer heimgekehrten Gäst lassen uns dies hoffen. Ein letztes Hoch dem Mainthal⸗ Sängerbunde! Friedberg. Der neuesten Nummer der Darm. städter Zeilung liegt eine officielle Liste der Verluste be Großherzoglich-Hessischen(25.) Division im Feldzuge von 1870— 1871 bei, welche außer dem vollständigen Ver zeichniß der Gefallenen, an Krankheiten Verstorbenen, Ver wundeten und Vermißten, eine Uebersicht über die Vir theilung der Verluste auf die einzelnen Schlachten un! größeren Gefechte, eine summarische Zusammenstellung aller Verluste nach den einzelnen Truppentheilen geordnet(ol zu den Compagnien ꝛc.) sowie eine Nachweisung der Kran heitsformen, welchen die an Krankheiten verstorbenen erlagen Dieselbe ist zu dem Preise von 12 kr. von der Buchhanb⸗ lung des Staatsverlags zu beziehen. Frankfurt. Veim Ausgraben des ersten Wasser, pfeilers an der neuen Brücke wurde unter dem Schlamm auf einer Lettenschicht ein Kahn aus Eichenholz gefunden, der, nach der Construction zu urtheilen, mindestens bel 300 Jahren im Flußbett gelegen haben muß. Mit bei Versetzung der Steine im Strompfeiler ist begonnen; die selbe wird nächste Woche so weit gefördert sein, daß mag den Pfeiler vom Ufer aus sehen kann.— Auf dem„großen Bleichgarten“ ist man augenblicklich mit dem Aufschlagen eines Riesencircus für die Gesellschaft Renz beschästigt, Frankfurt. Eine auf dem Kettenhofweg wohnende Familie nahm ihren Sommer-Aufenthalt in dem nahm Homburg und wurde daselbst mit einem Herrn von höchff feinen und liebenswürdigen Manieren bekannt. Es dauert nicht lange, so hatte er sich eine ziemliche Kenniniß über die häuslichen Verhälmisse der Familie verschafft, auf Grund deren er zu operiren begann. Er stellte sich näm lich in der betreffenden Behausung auf dem Kettenhofe ein, gab sich der daselbst hausenden Magd als den Bruben ihres Dienstherrn zu erkennen, welcher aus Berlin ang kommen sei, zeigte eine Karte vor und forderte den feinen Ballanzug ihres Herrn und sonstige Kleidungsstücke, d er nach Homburg mitbringen solle. Die Magd entgeg nell zwar, daß sie nicht wüßte, in welchem Schranke die 1 ihres Herrn sich befänden, auch keinen Schlüssel besitze. De: Pseudobruder hatte aber auch hierfür Rath; er bezeichne ganz genau den Schrank und ließ für das Oeffnen durch einen Schlosser sorgen. Nun wurde Alles ausgekramg das Beste mitgenommen und fich höflichst empfohlen. Di Magd, welcher die ganze Affaire doch sonderbar vorkam, schrieb des andern Tages an ihre Herrschaft den ganzen Vorfall und es stellte sich dadurch heraus, daß die Hern, schaft das Opfer eines raffinirten Betrügers geworden win Hanau. Die Strafkammer des hiesigen Kreisgericht verhandelte und urtheilte am 23. d. über ein grauefsvoll! Verbrechen, das einen wahrhaft entsetzenden Einblick in menschliche Verruchtheit darbot, um so wehr, als den Thäter kaum das 16. Lebensjahr erreicht hat. Dersells ein Dienstjunge aus den Bergen des Kinzigthals seitwärke Salmünster und Steinau, stand unter der Anklage, Ende Januar d. J. eine alte, alleinwohnende Wittwe dortigen Gegend in der Absicht, zu deren Geld zu kommen, er mordet zu haben. Das umfassende, bis in die geringsten, Einzelheiten von dem Knaben so kalt und gemessen, all handle es sich um einen Andern, abgegebene Geständ nl zeigte sowohl die wohlbedachte Ueberlegung im Entschluß als eine wahrhaft bestiale Grausamkeit in der Ausführung Das Gericht sprach die bei dem jugendlichen Alter daß Verbrechers nach dem Gesetz zulässige höchste Strafe vom 15 Jahren Gefängniß aus, nachdem, ein seltenet Fall der Vertheidiger selbst erklärt hatte, auf ein anderes Cc gebniß nicht plaidiren zu können. 2 P. Frankfurt a. M., 75. Juli. Hatte man auch für diese Woche eine Mindereinnahme der östreich. Staatz bahn von beiläufig 200,000 fl. vorausgesehen, so wu man doch nichts weniger als angenehm überrascht, al! der Telegraph eine solche von 255,000 meldete. Eim Viertel Million Minderein ahme! Sollte man da noch al eine Liebhaberei für dieses Effect glauben? Und doch hielle! sich heule die Actien auf 353 ½, ein Kurs der zu del fortwährend schlechten Geschäftsresullaten offenbar bn Widerspruch steht. Das fühlt auch die Speculation gam gut und hält deshalb die Finger davon, wenigstens zel wo die nächste Zukunft des Marktes überhaupt so unge, wiß ist. Crebitactien und Lombarden verkehrten ebenfall⸗ nur sehr schwach, erstere bei 3465 /, letztere bei 218. Wen! nicht in den verschiedenen Effecten des Kurszettels kleinen Posten für Privatrechnung an- und verkauft würden, 10 dürfte man den ohnedies schwach besuchten Börsensaal bel ganz schließen, die eigentlichen„Wacher“ lassen ohnedier nichts von sich hören. Am meisten Geschäft war eigen lich in französ. Anlehensresultaten, die massenweis vel kauft und einen weiteren Rückgang bis 30 Cenbimes W 1 städter Vereine begrüßt worden ist,— so wir! ö 1 17 0 1 fuhren. Das Arbitragegeschäft ist auch gleich Null, da du Verhältnisse der Verluste demselben hindernd im We stehen, wenn die Kurse nicht größere Avancen aufzuweise) haben. Oestreich. und Deutsche Bahnen flau, nur bay 1 Banken ohne Verkehn alte Ost eine Kleinigkeit höher. Das Belt. dem 5 1 1