SEF 8 Ha vetkausen stise! 12 18 K rich . tier datt ppolt ch. Ballet Se ri, det — diener ⸗Penstontrungsgesetzes bestimmt, wit verlautet, 1872. Dienstag den 26. März. 2 36. berhessischer Anzeiger. Entbält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. U Aim 1. April dreimal erscheinen. 388 kr., mit Bestellgeld 47 kr. beginnt ein neues Abonnement auf den„Oberhessischen Anzeiger“; derselbe wird auch ferner wöchentlich nement beträgt bei den Kais. Reichs-Poststellen vierteljährlich nur 30 kr. Das Abon— Bei der Verlagsexpedition kostet der„Anzeiger“ pro 2. Quartal A bonnements- Anmeldungen bitten wir baldigst zu machen, damit vollständige Exemplare geliefert werden können. Amtlicher Theil. Betreffend: Unterstützungen aus der Mathilden-Stiftung der Provinz Oberhessen für 1871. An die Großherzoglichen Bürgermeistereien. Diejenigen von Ihnen, in deren Gemeinden sich Wittwen oder Waisen von im Kriege 1870%71 gefallenen oder Friedberg am 23. März 1872 in Folge von Krankheiten gestorbenen Soldaten, die keine Chargen bekleiden, und nicht zur Reserve oder Landwehr gehören, befinden, haben dies binnen 8 Tagen unfehlbar anzuzeigen und zugleich deren Familien- und Vermögens 6 T rx a p p. und sonstigen Verhaltnisse näher darzustellen. en Die Feldstrasen von der ersten Periode 1872 können an den besmmen Zahltagen. Dienst Als besonderen Erbebungstag bestimmen wir für den Landgerich tsbezirk Butzbach Fre Herrn Gastwirth Joutz in Butzbach. ma ch u un Wir ersuchen die Großherzoglichen Bürgermeistereien dieses im Interesse ihrer Orteangehörigen mit 15. April die Mahnung ersolgt. Friedberg den 21. März 1872. 8 ag und Donnerstag an das unterzeichnete Rentamt bezahlt werden. tag den 3. April d. J., Nachmittags von 2 bis 3 Uhr, dei dem Bemerken bekannt machen zu lassen, daß nach dem Großberzogliches Rentamt Friedberg. Lin deck Deutsches Reich. Darmstadt. Die von der Regierung ge— machte Vorlage über die Revision des Civilstaats— u. A., daß die Pensions berechtigung nicht mehr, wie seither, von dem Tage bes ersten Decrets, sondern vom Tage der Verpflichtung für den Staatsdienst eintreten soll, eine Vergünstigung, durch welche einzelne unserer Staatsdiener sechs, ja sogar zehn Jahre bei der Berechnung ihtes Dienstalters zugerechnet erhalten würden. Die Pension, welche nach den ersten zehn Jahren ge— währt wird, soll anstatt der seither festgesetzten sechs Zehntel in Rücksicht auf die erhöhten Ge— halte nur noch fünf Zehntel des mit der Stelle verbundenen Gehalts betragen. In demselben Ver— hältniß sind die Pensionen der höheren Dienst— altersclassen vermindert.— Als Nachfolger des in Ruhestand tretenden Prälaten Dr. K. Zimmer- mann wird Hofprediger Dr. Bender vielfach ge— nannt. Von anderer Seite hofft man jedoch, daß der Superintendent Dr. Schmidt von Mainz zum Nachfolger Zimmermanns ausersehen werden wird. — Nach dem Militär⸗Verordnungsblatt wurde dem Major Ramstädter vom 2. Großh. Hessischen Infanterie Regiment Nr. 116 mit Pension und ber Regimentsuniform der Abschied bewilligt und Major von Goetze vom 2. Nassauischen Infan— kerie-Regiment Nr. 88 ale Bataillons-Commandeur I das 2. Großh. Hessische Infanterie Regiment Nr. 116 versetzt. Friedberg. Der Geburtstag des deutschen Katsers wurde in unserer Stadt ganz in der Weise festlich begangen, wie das be- treffende Comité in seiner vorausgegangenen Ver- öffentlichung angekündigt. Durch Ausstecken von Fahnen hatte die Stadt schon am frühen Morgen ein fesliches Ansehen gewonnen. Bei dem Fest— isen im„Hotel Trapp“ war eine ziemlich zahl- liche Gesellschaft betheiligt. Am Abend füllten sich die Räume der„Drei Schwerter“ mit Fest— sheilnehmern und verlief das Banquet in würdigster Weise, burch Ansprachen, Musik- und Gesangs— Vorträge belebt. Mainz. Dem evangelischen Pfarrer Bauer wurde das franz. Sanitätskreuz verltehen. — Der bisherige Redacteur der„Mainzer Zeitung“, Dr. Sausen, legt die Redaction dieses Blattes nieder und wird dieselbe an einen geist⸗ lichen Herrn übergehen. Berlin. Der Kaiser empfing an seinem Ge— burtsfeste die Glückwünsche des Hofstaats und der Commandeure der Leibregimenter, hierauf die der Mitglieder der königlichen Familie, der fürstlichen Persönlichkeiten, sowie der activen Staatsminister. — Das„Armee-Verordnungs-Blatt“ enthält wiederum einen Bericht über Nachforschungen von 14 verschiedenen Truppentheilen nach dem Verbleib von zusammen 172 vermißten Mannschaften, unter denen sich allein 58 vom 61.(8. Pommterschen) Infanterieregiment befinden, die fast alle seit den Gefechten bei Talant, Dijon, Prauthoy(21., 23. und 28. Januar 1871) vermißt werden; Leute von anderen Regimentern sind bei Wörth ver— wundet worden und seitdem verschollen. — Dem Bundesrath ist der Entwurf eines Nachtrags zum Haushaltsetat des deutschen Reichs für 1872 zur Beschlußnahme vorgelegt worden. Dieser Nachtrag ist in Ausgabe auf 182,491 Thlr., nämlich auf, 180,491 Thlr. an fortdauernden und auf 2000 Thlr. an einmaligen außerordentlichen Ausgaben, und in Einnahme auf 38,475 Thlr. festgestellt. Die Mittel zur Bestreitung des Mehr- bedarfs von 144,016 Thlr. sollen durch Beiträge der einzelnen Bundesstaaten nach Maßgabe ihrer Bevölkerung aufgebracht werden. Von obiger Summe der Ausgaben sollen 60,395 Thlr. auf das Reichskanzleramt, darunter 6000 Thlr., um den Gehalt des Präsidenten des Reichskanzler— amtes behufs Gleichstellung mit dem Chef der kaiserlichen Admiralität auf 12,000 Thlr. zu er— höhen, 22,320 Thlr. sind für das statistische Amt erforderlich. Für die Marineverwaltung werden 109,896 Thlr. beansprucht, darunter 12,000 Thlr. für den Chef der Admiralität, 97,496 Thlr. für die zum October stattfindende Indienststellung eines Geschwaders. 6900 Thlr., fallen auf den Etat des Rechnungshofes und 3300 Thlr. auf den Etat des Reichs-Oberhandelsgerichts. Die ge— nannte Einnahme von 38.475, Thlr. ergibt sich aus den Beiträgen von Elsaß Lothringen zu den Ausgaben für das Reichskanzleramt, den Rechnungs— hof und das Reichs-Oberhandelsgericht, — Der„Reichs anzeiger“ veröffentlicht den vom Kaiser sanktionirten Staatshaushaltsctat pro 1872, ferner einen Erlaß des Kaisers an den Reichskanzler, worin der Kaiser für die an⸗ läßlich seines Geburtstages ihm zugegangenen Glückwünsche dankt. Der Erlaß schließt: Nicht ohne tiefe Bewegung, doch auch mit freudigem Stolze habe Ich diese Beweise treuer Anhänglich⸗ keit und nationaler Sympathie entgegengenommen. Mögen Alle, welche mir durch idre patriotischen Zurufe so liebevolle Aufmerksamkeit erwiesen haben, Meines berzlichsten Dankes versichert sein. — Die„Voss. Z.“ schreibt:„Wie nach Mit- theilungen aus den Regierungskreisen verlautet, schweben zur Zeit zwischen den deutschen Cabi— netten Verhandlungen ob es zweckmäßig sei, den infallibilistischen Uebergriffen des Clerus gemeinsam entgegenzutreten. Es wird sich dabei in erster Linie wobl um die Frage handeln, ob eine ge— meinsame Action nicht gegen die Competenz des Reiches verstößt.“ — Nach der vor Kurzem gebrachten Notiz über die Ausprägung von Reichsgoldmünzen waren bis zum 2. März in den Münzstätten des deutschen Reiches in Zwanzigmarkstücken 41,046,160 Mark zur Ausprägung gelangt. In der Zeit vom 3. bis 9. Marz sind ferner in solchen Stücken ge— prägt in Berlin 4,729,780 Mark, in Hannover 1,012,460 Mark, in Frankfurt a. M. 108,900 Mark, in München 794,366 Mark und in Karls— ruhe 250,000 Mark, zusammen 6,895,500 Mark. Die Gesammtausmünzung stellt sich daher bis 9. März auf 47,941,660 Mark. Ausland. Oesterreich. Wien. Beide Häuser des Reichsrathes genehmigten in dritter Lesung den Gesetzentwurf, betreffend die Erhöhung des Friedens- standes der Cavalerle. Die Regierung machte Mittheilung von der durch den Kaiser erfolgten Sanktion des Nothwahlgesetzes und kündigte an, daß der Reichsrath bis zum 7. Mai vertagt sei. Schweiz Bern. Der Bundesrath ab— strahiet von Schritten gegen die in Genf wohnen— den Communarden, da die gegen dieselben vorge- brachten Anschuldigungen grundlos sind. Frankreich. Paris. Die Commission für den Postvertrag bat Auselnandersetzungen des Directors der Posten entgegengenommen; derselbe wies nach, daß es für Frankreich unmöglich sei, das bisherige in Betreff des internationalen Post⸗ verkehrs beobachtete System, nach welchem die für das Innere Frankreichs bestehenden Portosätze un- verkürzt letzterem zufielen, aufrecht zu erhalten. Der Director führte ferner aus, daß Deutschland bei dem neuen Abkommen weniger vereinnahmen würde, als Frankreich. Der Minister des Auswärtigen, Graf Rémusat, erklärte, daß man entweder den vorgeschlagenen Vertrag annehmen oder auf einen Postvertrag mit Deutschland ganz Verzicht leisten müsse. Die Mehrheit der Commission ist der Convention günstig geworden. — Das„Sidele“ sagt über die Universität Straßburg:„Das Verzeichniß der Vorlesungen der neuen Universität liegt uns vor und mit ge— preßtem Herzen haben wir es zu Ende gelesen. Schämen wir uns nicht, es einzugestehen, daß dieses Programm ausgezeichnet ist: Eigenschaft der Professoren, Zahl und Verschiedenheit der Vor— lesungen, Alles ist da. Mit solchen Elementen, Professoren im kräftigsten Alter und gut bezahlt, einer Bibliothek, die jetzt schon beinahe 200,000 Bände zählt, kann man sicher das Zuströmen der deutschen Jugend nach Straßburg erwarten. Die Folgen sind vorauszusehen. Und wir, was thaten wir, was thun wir? Den alten Irrthümern treu, lassen wir Alles langsam nach dem Alten bestehen. Unsere armen Provinzial⸗Akademien verschmachten in der Dürre; Professoren ohne Studenten leben von einem Gehalte, welches den Rapyonchef eines Schnitt und Modewaaren⸗Geschäftes zu einem Achselzucken veranlassen würde. Wir haben in Frankreich keine einzige wissenschaftliche Anstalt, die einen Augenblick nur mit der neuen preußischen Universität von Straßburg verglichen werden könnte. Den Tod im Herzen, gestehen wir es ein, be— sonders der allgemeinen Trägheit gegenüber, welche die isolirten Handlungen des guten Willens noch zu paralysiren scheint. Und doch ist eine der viel- fachen Ursachen unserer Niederlagen die wissen⸗ schaftliche Ueberlegenheit Deutschlaͤnds. Haben wir denn nicht zu befürchten, das so treue und uner— schrockene Elsaß werde damit endigen, zwischen uns und unseren Siegern einen Vergleich nun anzustellen, der nicht zu unserem Vortheil gereichen wird? Wenn wir nichts seit den schrecklichen Er— eignissen des letzten Jahres vergessen haben, haben wir denn nichts gelernt?“ — Der Marschall Bazaine ist zum letzten Male von dem Untersuchungsrath für die Capitu— lationen vernommen und damit die Prüfung der Angelegenheit von Metz geschlossen worden. Wie über diese, so steht auch das Gutachten des Unter⸗ suchungsraths über die Capitulationen von Dieden— hofen, La Före. Amiens(30. November) und Pfalzburg unmittelbar bevor. — Die Capitulations- Untersuchungs-Com- mission hat über den General Bourbali einen Tadel ausgesprochen, die von ihm befehligte Armee verlassen und eine Reise untervommen zu haben. Kaum hatte der General von diesem Beschlusse Kunde erhalten, als er(den modernen Dieciplin- begriffen in der französischen Armee entsprechend) einen in nichts weniger als gelassenen Ausdrücken abgefaßten Brief an den Commissions-Präsidenten Marschall Baraguay d'Hilliers richtete. — Der„Bien public“ sagt in Betreff der Gerüchte von Bündnissen auswärtiger Mächte: Nach verläßlichen Mittheilungen ist an diesen Ge— rüchten nichts Wahres. Alle Mächte beobachten eine große Zurückhaltung und wünschen sehnlich die Aufrechthaltung des Friedens. Bündnisse setzen Projecte voraus, es besteht aber kein anderes Project, als das Bestreben, neue Verwicklungen zu vermeiden. Frankreich wird von Niemanden bedroht. Deutschland denkt nicht entfernt daran, sich in unsere inneren Angelegenheiten einzumischen. Eine einzige Thatsache ist richtig: nämlich die Gleichförmigkeit der politischen und religiösen Inte- ressen Preußens und Italiens. Die angebliche Zurückforderung Nizzas und Savoyens durch Italien wird von diesem laut dementirt. Versailles. Als Bischof Dupanloup in der Sitzung der Nationalversammlung seine Ab- sicht kundgibt, in der Sache der katholischen Peti- tionen das Wort zu ergreifen, sagte Thiers, er müsse eine Berathung über die römische Frage gegenwärtig als unzeitig bezeichnen. Dieselbe würde weder den Interessen des päpstlichen Stuhles, noch denjenigen des Staates dienen. Er halte es für seine Pflicht, zu erklären, daß die Regie- rung, indem sie auf ihrer seitherigen Politik und ihren früheren Darlegungen in dieser Angelegen— heit beharre, eine Berathung darüber zu vermeiden wünsche. Bischof Dupanloup gibt hierauf seine Zustimmung, in der Berathung der katholischen Petitionen eine neue Vertagung eintreten zu lassen. Großbritannien. London. Von gut unterrichteter Seite verlautet die Rückantwort Lord Granville's auf die amerikanische Note halte die Zurückweisung des Anspruches auf Ersatz des in⸗ directen Schadens aufrecht und schlage vor, die beiderstitigen weiteren Prozeßschriften bei dem Schiedsgerichte in Genf einzureichen, ohne daß hierdurch die Stellung beider Theile in irgend einer Weise präjudieirt würde. Italien. Rom. Ein Decret der Regie— rung verordnet, daß die dem heiligen Stuhle zu— gestandene fortdauernde Rente im Betrage von 3,225,000 Frs. mit Zinsgenuß vom 1. Jan. 1871 ab abgesondert ins große Schuldbuch einzutragen sei. Dieselbe ist von allen Abgaben frei. — Graf Arnim hat dem Papste sein Abbe rufungsschreiben überreicht. — Ein Artikel der„Italie“ sagt, eine italie- nisch deutsche Allianz gegen Oesterreich wäre widersinnig; die Nachricht des Wiener Blattes „Der Wanderer“ über den Abschluß einer solchen Allianz entbehre aller Merkmale der Wahrschein— lichkeit. R. Friedberg. Die von dem Club der Landwirthe zu Frankfurt am verflossenen Sonntag veranlaßte Ver⸗ sammlung auf dem Karber Sauerbrunnen war eine namentlich aus der dortigen Umgegend sehr zahlreich ve— suchte und wurden die in Bezug auf die Tagesordnung „Erbauungeineroder mehrerer Zuckerfabriken in der Wetterau und Cultur der Zuckerrübe“ gemachten Mittheilungen mit dem lebhaftesten Interesse aufgenommen und besprochen. Ebenss gab ein in der Mittwochsversammlung des Friedberger landwirthschaft— lichen Casinos, welche nicht minder zahlreich besucht war, als die vom Sonntag am Katber Brunnen, über den Bau und die Cultur der Zuckerrübe gehaltener Vortrag Veranlassung zu einer mehrstündigen lebhaften Deballe über den Gegenstand der obigen Tagesordnung. In beiden Versammlungen wurden die Wichligkeit des Gegen— standes und die immensen Vortheile, welche unserer Land— wirthschaft aus dem Bau der Zückerrübe und unserer Gegend aus der Errichtung von Fabriken zu beren Ver— arbeitung erwachsen würden, übereinstimmend anerkannt. Wenn auch über die Mittel und Wege zur Er⸗ reichung des Zieles der baldigen Einführung derselben die Meinungen auseinander gingen, so war man doch darin einig, daß es erstes und nothwendigstes Erforderniß set, dem Bau und der Cultur der Zückerrübe bei unsern Landwirihen Eingang zu verschaffen, das Interesse der selben dafür zu wecken und dieselben soviel wie möglich zum Anbau der Zuckerrübe, wenn auch vorerst nur ver⸗ suchs weise auf kleineren oder größeren Bodenflächen, zu veranlassen, um in jeder Gemarkung die zu diesem Anbau vorzugsweise geeigneten Lagen und Felder sowohl, als das in Bezug auf Cultur und Behandlung Ersorderliche durch eigene Erfahrung und Praxis kennen zu lernen. Eine besondere Commission wurde bestellt, um in geeig— neter Weise mittelst Wort und Schrift Belehrung zu geben, durch Anregung und Aufmunterung das ange— sirebie Ziel zu fördern, die Beschafsung des Saamens von guten Rübensorten und Abgabe besselben an die Landwirthe zu besorgen und überhaupt alles der Sache als dienlich und förderlich sich Erweisende zu thun und zu veranlassen. Wenn, wie zu hoffen steht, diese Be⸗ mühungen, dem Bau und der Cultur der Zuckerrübe bel unsern Landwirthen Eingang zu verschaffen, Erfolg baben — wenn recht viele in jedem Orte mit einem kleinen oder größeren Versuche einen Anfang machen und wenn die erzielt werdenden Resultate, wie nach allen Voraus— setzungen als sicher angenommen werden kann, günstig ausfallen, dann wird der zweite Schritt zu geschehen haben, nämlich zu ermitteln, ob überhaupt und wie weit eine Betheiligung an dem Bau und der Cultur der Zuckerrübe und in welcher Morgenzahl auf mehrere Jahre hinaus von Seiten unserer Landwüthschaft gesichert er— scheint. Hiervon wird die Erreichung des Endzieles, Er⸗ nichtung einer oder mehrerer Zuckerfabriken abhängen, indem, um den Bestand und Vetrieb einer Zuckerfabrik zu ermöglichen, in deren Rayon mindestens 1000 Morgen alljährlich mit Zuckerrüben bebaut werden müssen, und Offerten vorliegen, wonach, sobald 1000 Morgen für den Zuckerrübenbau gesichert erscheinen, sofort mit dem Bau einer Fabrik begonnen werden soll. Die Aus dehnung und Erweiterung über diese Morgenzahl hinaus aber wird eine unbegrenzte, ein Mangel an Absatz wegen Ueberproduction der Rüben darum niemals zu befürchten und deren Preis ein durch Verträge im Voraus fest normirter und für den Landwirth gesicherter sein. A. Bad⸗Nauheim. Am 22. März, am Geburts⸗ tage des deuischen Kaisers, feierten in stillem Familien kreise der hiesige Ortsbürger, Veteran, pens. Forstwart Friedrich Horn und seine Ehefrau Regine geb. Häßler das seltene Fest ibrer goldnen Hochzeit, denn an diesem Tage waren sie vor 50 Jahren in hiesiger Kirche getraut worden. Sechs Kinder und 18 Enkel erfreuten das greise Paar mit Geschenken und Glückwünschen. Von Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzoge und aus hiesiger Stadikasse wurde ihnen durch Hrn. Bürgermeister Schutt nach vorausgegangener kräftiger Ansprache eine Gabe zu Theil. Ebenso bedachten das Ehepaar viele Bewohner Naußeims, sowie die Betheiligten beim Fest⸗ essen, welches zu Ehren des Kaisers im alten Kursaale statifsand, mit namhaften Geschenken und Glückwünschen. Von einer kirchlichen Feier mußte Abstand genommen werden, weil die männliche Ehehälfte schon einige Zeit wegen körperlicher Leiden das Gotteshaus nicht besuchen konnte. Es erschien deßhalb der Geistliche. Herr Pfarrer Münch, Nachmittags im Hause des Jubelpaars und sprach nach geeigneten einleitenden Worten nochmals den göltlichen Segen über das hochbetagie Paar aus. In solenner Weise verlief das Fest und am Abend brachte der Gesangverein Frohsinn dem greisen Paar ein Ständchen. S. Melbach. Die letzte Versammlung des land— wirthschaftlichen Kränzchens der Orte Melbach, Soͤdel und Wölfersheim, welche Mittwoch den 13. d. Mts. im Lokale des Gastwirths Philippi dahier abgehalten wurde, war von etwa 70 Personen besucht. Diese zahlreiche Theilnahme beweist deutlich, wie sehr das Bedürfniß nach Belehrung über landwirthschaftliche Gegenstände im Kreise der Landwirthe von Tag zu Tag steigt. Wiederum wurde die Versammlung durch die Anwesenheit der Herren Dr. Vogel und Kreisassessor Haas erfreut. Der erste Gegenstand der Tagesordnung, die Saatkartoffeln, wurde eingeleitet durch einen Vortrag des Hrn. Bürger⸗ meister Reitz von Södel. Er hob hervor, daß zur Aussaat gesunde, ganze Kartoffeln von mittlerer Größe und mit wenigen Augen am meisten zu empfehlen seien. Wolle man Stücke nehmen, so sollten sie wenigstens von der ersorderlichen Dicke sein und wenige Augen haben. Zu kleine Kartoffeln, die nicht vollständig ousgewachsen seten, oder schlechte, unzureichende Stücke würden auch eine geringere Ernte liefern. Unbedingt nothwendig sei das Abwelken der Saal kartoffeln. Die zur Aussaat erforderlichen Kartoffeln scheide man darum im Januar bis Februar aus, lasse sie an der Sonne oder am Ofen abtrocknen, jedoch nicht zu sehr, verwahre sie hierauf an einem trockenen, luftigen Orte und schaufle sie bis zum Stecken öfters um.„err Dr. Vogel erkläcte sich mit den Ausführungen des Referenten ganz einverstanden und legte in einem längeren höchst interessansen und belehrenden Vortrage die naturwissenschastlichen Gründe für die empfohlene Behandlung der Saalkartoffeln dar. Im Saatgut, nicht im Boden oder in der Luft, sei die erste Nahrung der jungen, sich entwickelnden Pflanze enthalten. Darum müsse man sehr darauf sehen, daß dasselbe von der erforderlichen Güte sei. Der zweite Gegenstand der Tagesordnung: Berathung der Statuten des Vorschuß⸗ und Ereditvereins für obengenannte drei Orte konnte diesmal noch nicht erledigt werden und wurde vertagt bis zur nächsten Versammlung, welche Sonntag den 7. April zu Södel statifinden wird. Darmstadt. Alle in den Eisenbahnzügen befind⸗ lichen Postvbüreaus werden vom 1. April d. J. an einen Vorrath von Freimarken, Franco-Couveris und Corre⸗ spondenzkarten mit sich führen, um solche, im Falle eines Verlangens an die im Eisenbahnzuge oder auf dem Bahn⸗ hofe befindlichen Reisenden abzulassen. Der Verkauf findet unter den gewöhnlichen Bedingungen, wie bei jeder stabilen Postanstali stattl. Die Käufer wollen die zu entrichtenden Beiräge wo möglich abgezählt bereit halten, da bei der Kürze der Haltezeiten und den besonderen Verhälinissen in den ambulanlen Postbureaus ein Wechsel von Geld meistens nicht thunlich ist. Aus Göttingen wird gemeldet, daß diese Stadt vor einigen Abenden die Freude hatte, zum ersten Male die neue Erfindung eines seiner Miltbürger, des Professors Dr. Klinkerfues, die yydrostatischen Selbstzünder“, in Wirksamkeit zu sehen. Auf der längsten Straße Göl⸗ üngens, der Weender, waren bis weit vor dem Thore alle Straßenlaternen(etwa 40) während des Tages mit den neuen Zünd⸗Apparaten versehen worden. Es war in der That eln überraschender Anblick, als Punkt 5 Minuten vor halb 7 Uhr sich alle in unserem Gesichiskreise befind⸗ lichen Laternen mit einem Schlage entzündeten und fröh⸗ lich weiterbraunten. Noch effectvoller war es, als in der Nacht zur sestgesetzten Zeit in einem Augenblicke die Abend- laternen auslöschien, während die ebenfalls mit Apparaten versehenen Nachtlaternen lustig fortbrannten,— ein Beweis, daß die verschiedene Dauer der Breunzeit kein Hinderniß ist. Emmerich. Am Sonntag Abend verfehlte einer der„fl.egenden Männer“ in Lent's schwimmendem Circus, als er einen Raum von 80 Fuß durchflog, sein Ziel und stürzte aus der Höhe auf das Netz und mit diesem zu Boden. Die Aufregung der Anwesenden war groß, als der kaum 22jährige Mensch als Leiche von der Stelle ge⸗ nagen wurde. us baba A rütben ang Bekanntmachung. 858 Friedrich Müller zu Friedberg beabsichtigt die Anlage einer Weiß Gerderet auf seinem in der Gemar⸗ kung Friedberg, an dem Usbach beletzenen Gtundffücke Flur IV. Nr. 1.4. Einwendungen gegen dieses Projekt, wozu Pläne und Beschretbungen auf unserem Büteau offen liegen, find binnen 14 Tagen bei uns vorzubringen. Friedberg am 18. März 1872. Großberzogliches Kreisamt Friedberg. Tyr a p p fer de rg 649 Die zum Nachlaß des Konrad Röbrig von Kirch Göns gebörige, ibm im dasigen Flurbuch zuge⸗ schriebene Parzelle 11 40. 36 OHKlftr. Wiese im Schmoll⸗ bach ist erweislich durch Kauf von der Curatel über Joh. Jung II. erworben worden, es kann aber die Zablung des Kaufschillings nicht nachgewiesen werden, weß bald alle Diejenigen, welche noch deßfallfige Ansprüche glauben machen zu können, zu deren Geltendmachung binnen 6 Wochen bei Sirafe stillschweigenden Ausschlusses und Löschung der Beschränkung beim Eintrag im Mutations⸗ verzeichniß hiermit aufgefordert werden. Butzbach den 24 Februar 1872. Großherzogliches Landgericht Butzbach PF 693 In Sachen des Philipp Duth II. zu Langenhain, dermalen Feld⸗ postillon zu Verdun, Klägers gegen eine Ebefran Gertrude Huth, geb. Rudolf, früber wohnhaft zu Langenhain, dermalen adwesend zu Amerika, undekannt wo, Beklagte Ehescheidung betr. Der mit unbekanntem Aufentbalt abwesenden Gertrude, Ehefrau des Pbilipp Puth II. von Langenhain, geb. Rudolf, wird hiermit eröffnet, daß ibr Ehemann auf den Grund angeblich böslicher Verlassung Klage auf Trennung der Ehe vom Bande gegen sie erhoben bat. Unter Gestattung der Einsicht der Klage bei Gericht wird dieselbe andurch aufgefordert, sich dinnen drei Monaten, vom ersten Erscheinen der Aufforderung an, entweder in Seldstperson oder durch einen Anwalt aus der Zahl der Hofgerichts Advokaten auf die Klage zu erkklären, widrigenfalls sie derselben als geständtg betrachtet, mit Einteden ausgeschlossen und nach deß⸗ fallfigem Antrag, unter Trennung der Ehe vom Bande und Verurthetlung in die Prozeßkosten, schuldig erkannt werden soll, den vierten Theil ihres Vermögens, even⸗ tuell ihre dos an den Kläger herauszugeben. Zugleich wird ihr eröffnet, daß die weiteren Verfügungen in dieser Rechts sache durch Anschlag an der Gerichtstafel publicirt werden sollen. Butzbach den 5. März 1872. Groß berzogliches Landgericht Butzbach. Dr. Gil mer. Bekanntmachung. 853 Mittwoch den 27. d. Mis., Vormittage 10 Uhr, soll auf dem Büreau des hlesigen Garnisonlazareths der biesige Exerzierplatz(Scewiese) einer nochmaligen Ver⸗ pachtung ausgesetzt werden. Friedberg den 22. März 1872. Großherzogliche Garnisonverwaltung. Oorfeld. Bekanntmachung. 852 Die heute in dem Gräflichen Ossenbeimer Wäldchen abgehaltene Holzversieigerung ist genebmigt und der erste Zabrtag auf Montag den 25. l. M. anberaumt. Wickstadt am 21. März 1872. Gräfliche Oberforsteret Assenheim. Schal las. Bekanntmachung. 860 Die am 18. März d. J. in dem Domanlalwald, Distrikt Kellerberg, abgehaltene Polzversteigerung iß ge⸗ nehmigt, was den Stetgerern mit dem Bemerken be⸗ kanut gemacht wird daß die Abfuhrscheine vom 2. April an bei Großherzoglichem Rentamt Frtedberg in Empfang zu nehmen find und der Tag zur Holz-Ueberweisung resp. der erste Abfuhrtag auf den 3. April d. J. be⸗ stimmt worden ist. Ober⸗ Rosbach den 23. März 1872. Groß herzogliche enn Ober⸗Rosbach. Strack. ler steigetung. 59 Donnerflag den 28. d. Mie., Mittags 1 Uhr, kommen im Griedeler Markwald 3000 Stück Buchen⸗ Durchforstungswellen zur Versteigerung. Grledel den 23. März 1872. Großherzogliche Bürgermeisterel Griedel. Fenchel. Universal 2 Dünger aus der chemischen Fabrik von Bernhardt und Wilhelm Müller in Cöln in beter Waare nebst Garantie empfieblt zur geneigten Abnahme C. Leichner in Nieder⸗Wöllstadt. Das Herrengarderobe-Magazin Julius Tischler, Bleidenstraße 17. 856 empfiehlt zur bevorstehenden Saison: Consirmanden⸗ Anzüge von fl. 11. Bouxkin⸗Paletots Juppen und Saes Complete Anzüge Bouxkin⸗Hosen sowie alle in dieses Fach einschlagende Artikel zu den billigsten Preisen. Frankfurt a. M. Bleidenstraße 17. — kr. an, 7 7 13.—. 1 A 1. 14. 8 5 7 7. 7 4.— 7. Das Stofflager bietet großartige Auswahl zur Anfertigung nach Maaß. Julius Tischler Aachen. Frankfurt a. M. Coblenz. Holz⸗Versteigerung. 854 Montag den 8. und Dienstag den 9. April l. 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J., Nachmittags 2 Übr, sollen in dem Gemeindehaus zu Poch-Weisel nachsiebende Arbeiten und Lieferungen unter den vor der Versseigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen versteigert und in Accord gegeben werden: fl. kr 1) Zimmerarbelt, veranschlagt zu 400 46 2) Dachdeckerarbeit 53— 3) Maurerardbeit 16— 4) Schreinerarbeit 42— 5) Schlosserarbelt 38— 6) Steinhauerarbeit 27 8 7) Weißbinderarbeit 4— 8) Wagnerardbeit 1 40 9) Lieferung und Eluftellung einer fertigen eisernen Pumpe 120— 10) Russenstemlieferung 26— 11) Kalklieferung 5 20 12) Sandlieferung 2— 13) Ziegellieserung 11— 14) Steinbrecherarbeit 108— 15) Steinbelfuhr 192— 16) Steinklopferarbeit 240— 17) Handarbeiten in den Vielnalwegen 150— Butzbach den 21. März 1872. Der Bezirks Bauaufseher Burk. Keine Modenzeitung hat eine grössere Verbreitung als Die Modenwelt. Preis für das ganze Vierteljahr 45 kr. 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Vergebung von Glaserarbeit. 869 Für den Neubau(Zechenhaus, Arbeiterquartier und Werkstätte) auf unserer Grube zu Ober⸗Rosbach wird die Lieferung von 51 Stück vierflügeligen großen und 24 zwei- und einflügeligen kleinen Fenstern vergeben. Lusttragende können die Lieferungsbedingungen auf dem Bureau der unterzeichneten Grubenverwaltung einsehen, sowie die Musterfenster in dem Neubau durch Obersteiger Jung daselbst vorgezeigt erhalten.— Offerten müssen bis Ende dieses Monats schriftlich eingereicht sein. Friedberg den 1. März 1872. Die Verwaltung der Friedberger Bergbaugesellschaft. S Schuh⸗ und Stiefel⸗Lager von Louis Waas. 867 Ich erlaube mir einem geehrten Publikum mein woblassortirtes Schuhwaaren-Lager bestens zu empfehlen und mache besonders aufmerksam auf eine reiche Auswahl Herren— Schaftstiefel, Zugstiefel, Zugschuh, kittlederne und bocklederne Damenstiefel, Zeugstiefel, alle Sorten Pantoffeln, Knabenstiefel mit Lackstulpen und eine große Auswahl aller Sorten Kinder— stiefel. 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Evangelische Gemeinde. Getaufte: 17. März. Dem hiesigen Bürger und Seilermeister Heinrich Friedrich Söllner ein Sohn Karl Philipp, geb. am 8. Februar. 17. März. Dem hiesigen Bürger und Bäckermeister Jean Raiß ein Sohn Karl Alexander Jean, geb. am 8. Februar. Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Evangelische Gemeinde. Gründonnerstag. Gottesdienst in der Stadtkirche Vormittags: Herr Pfarrer Baur. Cbarfreitag. Gottesdienst in der Stadtkirche: Vormittags: Herr Pfarter Köhler. (Abendmahl.) Nachmiltags: Herr Diakonus Meyer. Gottesdienst in der Burgkirchet Vormittags: Herr Candidat Vogel. Nachmittags: Herr Candidat Münch. Katholische Gemeinde. Am Gründonnerstag ist Morgens 8 Uhr Hoch⸗ amt und Nachmittags 4 Uhr Andacht, Am heiligen Charfreitag ist Vormittags 10 Uhr und Nachmittags 4 Uhr Gottesdienst. Charsamstag wird das Hochamt Morgens 8 Uhr gehalten. Beginn des Goltecdienstes au den anderen Wochen⸗ tagen Morgens ½8 Uhr. Wilhelm Sturmfels, 868 Hofapotheke zum Mohren. Preisen bet K. Friedrich, neben der Pofl. Verantw. Redact.: Hermann Schimpff. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpf. rieb Ba 0260 (Leibr Bataf