2 em cen Kuhl, * F ˙ MA 1872. Samstag den 20. Januar. M8. Oberhessischer Anzeiger. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. U —————— 5 allfährlich einzusendende Ueberfichten. Amtlicher Theil. Betreffend: Die Statiaik der Bewegung der Bevölkerung, hier an den Bundesrath zu Berlin Friedberg den 16. Januar 1872. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Pfarrämtet und Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.“ Diejenigen von Ihnen, welche mit det Einsendung det betreffenden Register noch im Rückstande sind, werden hiermit, unter Hin— weisung auf unsete in Nr. 138 und 151 des Oberhessischen Anzeigers von 1871 enthaltenen Ausschreiben, wiederholt und dringend an die Erledigung innerhalb 8 Tagen mn dem Anfügen erinnert, daß ein längerer Verzug von ungangenehmen Folgen begleitet sein würde. ap. Deut sches Reich. Darmstadt. Sämmtliche hessische Pfarrer baben im Intexresse der 97 Pfarreien, die noch eine Besolduug von 5— 600 fl. beziehen, eine Petition bei dem großh. Ministerium des Innern eingereicht, daß gleichzeitig und solidarisch ver⸗ bunden mit der Vorlage wegen Gehalts erhöhung der Staats diener auch die schlechtdotirten Pfarrer⸗ stellen angemessen erhöht werden möchten. Friedberg. Das Großberzogliche Divi⸗ sions⸗ Gericht in Darmstadt erläßt eine Bekannt- machung, nach welcher 90 Militärdienstpflichtige des Landes durch rechtskräftige kriegsgerichtliche Erkenninisse der Desertion in contumaciam fü schuldig erkannt und jeder in eine Geldbuße von 50 Thalern verurtheilt worden sind. Unter den Verurtheilten befinden sich 15 dem Kreise Fried- berg Angehörige. 2 Berlin. Bezüglich des Entlassungsgesuches des Cultueministers v. Mübler wird der„Kreuz- zeitung“ bestätigt, daß derselbe, nachdem et noch am Donnerstag neue legislatorische Axbeiten in Aussicht genommen, am Freitag seine Entlassung erbat und daß das Staatsministerium sich ein- müthig über die Angemessenbeit der Annahme desselben aussprach. Ferner wird bestätigt, daß unter den bisher gerüchtwesse genannten Candi daten an maßgebender Stelle allein der Geh. Oberjustizrath Falk ernstlich in Aussicht genommen sei. Die Ernennung wäre bisher noch nicht er⸗ folgt, doch ist die Annahme des Entlassungsge— suches selbst unzweifelhaft. Als Grund desselben wird der„Kreuzztg.“ zufolge in unterrichteten Kreisen angenommen, daß sich v. Mühler durch die Vorgänge der letzten Tage überzeugt haben möchte, daß seine Stellung nach allen Seiten hin unhaltbar geworden. Dasselbe Blatt bemerkt fer⸗ ner: Eine Vacanz sei selbstverständlich erst nach allerhöchster Annahme des Entlassungsgesuches vorhanden. — Im Reichskanzleramt ist neuerdings die Frage über den Zeitpunkt der Einstellung der Elsaß- Lothring'schen Retruten in die deutsche Armee, aus Anlaß der zahlreichen Petitionen, welche in dieser Angelegenheit aus den neuen Reichslanden hier eingetroffen sind, berathen wor— den. Als Resultat dieser Berathungen wird be— zeichnet, daß ee als sicher betrachtet werden darf, daß schon im nächsten Herbst, wenn auch in- be— schränktem Umfange, Aushebungen aus der Be— völkerung der neuen Reichslande zur deutschen Armte erfolgen sollen. — Der„Kreuzzeitung“ zufolge war die Wahl des Nachfolgers v. Mühler's noch nicht gesichert. Gerüchte, welche neuerdinge Graf v. Keyserlingk 0 und einen höheren Commrnalbeamten aus der legen scheint. Wie wir hören, haben diese Agenten Provinz als Nachfolger bezeichnen, erklärt die „Kreuzzestung“ als haltlos. Graf Keyserlingk sei für eine andere mit dem Cultus ressort zusammen— hängende Stellung in Aussicht genommen. — Der„Staatsanzeiger“ meldet über die am 26. November slattgehabten Besprechungen im Handelsministerium, betreffend die sociale Frage, gegenüber anderweitigen Zeitungsmittheilungen, daß der Conferenz bestimmte Vorschläge nicht unterbreitet worden seien. Der Standpunkt eines blos negativen oder gar repressiven Verhaltens gegenüber der socialen Bewegung wurde von keiner Seite vertreten. Ueber etwa zu ergreifende Maß- regeln zum Wohle der Arbeitnehmer wurde weitere Berathung vorbehalten. — Zum Militär bevollmächtigten bei der fran- zösischen Botschaft dahier soll der Rittmeister Prinz Polignac designirt sein. Derselbe ist ungefähr 44 Jahre alt und das jüngste Kind des ehe— maligen Ministerpräsidenten und der Miß Parkpns. — Prinz Arthur von Großbritannien und Prinz Ludwig von Hessen sind am 17. d. dahier einge— troffen und im kronprinzlichen Palais abgestiegen. — Die Anfertigung von Broncegeschützen für die deulsche Artillerie ist, dem Vernehmen nach, bereits in dem Maße vorgeschritten, daß im Falle eintretender Mobilmachung die sämmtlichen Feld-, Reserve⸗ und Ersatzbatterien mit den bloncenen Hinterladungsgeschützen ausgerüstet werden können. — Die von der Berliner Münze ausgeprägten ersten deutschen 20-Markstücke circuliren gegen— wärtig schon in größeren Mengen in dem haupt⸗ städtischen Verkehr. Leider soll die äußere Aus— stattung dieser Münzen eine derartige sein, daß die Berliner Münze mit denselben keine Ehre ein— legen kann. Ein Berliner Börsenblatt äußert sich über dieselben:„Wir sehen davon ab, daß die neuen Münzen sich nicht rühmen dürfen, ein wohl— getroffenes Bildniß des deutschen Kaisers zu bringen, denn die Kürze der der Münze gelassenen Zeit mag Vieles entschuldigen, obgleich auch schon hier die Behandlung des Kopf- und Barthaares über das entschuldbare Maß binauszugehen scheint, Aber wirklich bewundernswerth ist der Rand der neuen Münzen! So ungefähr denken wir uns das Aussehen einer Goldmünze, die ein Grob— schmied abgefellt. Die beiden letzten Buchstaben des Satzes„Gott mit uns“ sind nicht zu lesen“ u. s. w. — In der letzten Woche sind, wie die„Elbf. Ztg.“ erfährt, in Berlin Agenten thätig gewesen, welche bochstehende Personen für die Errichtung einer neuen Spielbank interessiren wollten, die bestimmt ist, die Erbschaft der mit Ende dieses Jahres verschwindenden deutschen Spielbanken anzutreten. Als Ort für dieses Etablissement hätte man das beim Wiener Frieden vergessene Stückchen Erde zwischen Belgien und Preußen ausersehen, welches in seiner Herrenlosigkeit einem solchen Plane keine Hindernisse in den Weg zu jedech an allen Stellen eine ganz entschiedene Zurückweisung erfahren. Breslau. Wie der„Germania“ geschrieben wird, hat der Fürstbischof von Breslau! Rachen des Pfarrers T. zu S., welcher„wegen Wahl⸗ gagitation“ von der Regierung zu Oppeln des Localschulrevisorats, resp. der Ertheilung des Religionsunterrichts enthoben worden war, an letztere ein Schreiben gerichtet, in welchem er ausführt, daß der Pfarrer sich durch keinerlei Maßregeln abhalten lassen darf, seine Pflicht zur Ertheilung des Religionsunterrichts zu erfüllen. Coblenz. Die Rathskammer des hiesigen k. Landgerichtes hat durch Beschluß vom 4. d. M. die Fortdauer der zu Mayen stattgebabten vor⸗ läöufigen Beschlagnahme einer im Verlage der Krüll'schen Buchhandlung zu Deggendorf er⸗ schienenen Broschüre:„Die Jesuitenfresser“, ver⸗ ordnet, weil in den darin enthaltenen Schmähungen gegen die Freimaurer unter ausdrücklicher Bezug⸗ nahme auf die zu denselben gehörenden„gekrönten Häupter“ der Thatbestand einer Beleidigung des Kaisers und Königs Wilhelm im Sinne des F. 95 des Strafgesetzbuches als vorhanden an⸗ genommen worden ist. München. Der zum k. Schagmeister er⸗ nannte k. Münzmeister Dr. E. v. Schauß ist von einer Sendung nach Berlin dieser Tage hier⸗ her zurückgekehrt und hat zum Prägen der Reichs⸗ münzen ca. 100 Centner Gold üderbracht. Am 25. oder 26. d. M. wird in der biesigen Münze mit der Ausprägung begonnen werden und sollen monatlich etwa 200,000 Stück Zehn- und Zwanzig-Markstücke die Prägeanstalt verlassen. Baden. In mehreren Städten des Landes ist der 17. Januar als Jahrestag der stegreichen Schlacht bei Belfort durch kirchliche und öffent⸗ liche Feier festlich begangen worden. Ju Regensburg hat am 4. d. eine Ber⸗ sammlung von Alkkatholiken stattgefunden, welche von nabezu 3000 Theilnehmern beiderlei Geschlechts aus Stadt und Land besucht war. Als Redner traten auf Professor Huber, Dr. Zirngibl und Professor Reinkens. Der Kampf der Altkatholiken gegen die neu verkündeten Lehren innerbalb der katholischen Kirche gewinnt in Bapern immer mehr an Kraft und Ausdehnung. Straßburg. Ueber die Beisteuer elsässtscher Frauen zur französischen Kriegsschuld erfährt die „Karlstr. Ztg.“ daß von Mülhausen 24,000 Fr., von Straßburg 16,500 Fr., von Hagenau 500 Fr. beigesteuert wurden, mit dem Versprechen, binnen kurzem wieder eine weitere Summe nachzuliefern. — Ueber die hier herrschende Bauthätigkeit schreibt der„Niederrh. Kourier“:„Wenn man einen Gang durch die Stadt macht, erstaunt man in Wahrheit über die Raschheit, womit Straß burg verjüngt und verschönert, aus seinen Ruinen wieder ersteht. Die durch das Bombordement so arg mitgenommene Steinstraße verwandelt sich in eine herrliche Vorstadt; in der Weißentdurm⸗ Straße erheben sich prächtige Häuser an Stelle der früheren häßlichen Gebaͤulichkeiten; der 3 Kagenecker Bruch, der uralten Gärntnerzunft mit ihren garstigen Baracken und ihren morschen höl⸗ zernen Scheunen, wird ein schöner Stadttheil mit neuen breiten Straßen und stattlichen Bauten. Ueberall wird, ungeachtet des Winters, thätig fortgearbeitel; der Wiederaufbau der Präsectur, des Tribunals, des Theaters, der Neukirche u. s. w., ist kräftig in Angriff genommen. Mit dem Be- ginn des Frühjahrs und nach Zahlung der beiden letzten Fünftel der Entschädigung, werden die Arbtiten einen noch größeren Aufschwung nehmen, so daß vielleicht schon in einem Jahre die materiellen Spuren des Bombardements fast ganz verschwunden sind. Ausland. Oesterreich. Wien. Die Amtszeitung veröffentlicht ein kaiserliches Handschreiben om 15. d., wodurch Frhr. v. Holzgetban zum Reichs- finanzminister ernannt und demselben in Anerken- nung seiner ausgezeichneten Dienste der Orden der eisernen Krone erster Classe verliehen und der frühere Statthalter von Triest, Baron Depretis, zum cisleitbanischen Finanzminister ernannt wird. — Der„Vorstadt⸗Zeitung“ zufolge fand der neu ernannte Finanzminister bei Antritt seines Amtes einen Cassenbestand von 97 Millionen Gulden vor. — Das„Vaterland“ berichtet über eine Audienz, weiche mehrere„um das Schicksal des Papstes besorgte“ Katholiken bei dem Minister des Aus- wärtigen, Grafen Andrassy, gehabt hätten. Letz⸗ terer habe mit dem Hinweis auf die Anerkennung der letzthin vom Papste ernannten dreißig italie- nischen Bischöfe durch Italien die Behauptung bestritten, daß der Papst nicht frei sei, die öster⸗ reichisch ⸗italienische Freundschaft und die Noth- wendigkeit, eine friedliche Politik einzuhalten, betont und schließlich geäußert, daß er keine katholische Macht, auch Oesterreich nicht, wüßte, welche dem papste ein Asyl zu gewähren in der Lage wäre. Frankreich. Paris. Eine große Anzahl Handelskammern baben Adressen an die National- versammlung gerichtet, in welchem sie sich gegen eine Besteuerung der Robstoffe aussprechen.— In Luneville wurde ein Preuße ermordet. Die französische Polizei ist eifrig beschäftigt, die Thäter zu ermitteln.— In verschiedenen Städten, haupt sächlich in Versailles, haben sich Comites zum Zwecke einer Subseription von Frauen gebildet, um frühere Räumung des französischen Gebiets zu erlangen. — Das französische Kriegsministerium ver— öffentlicht folgende Mittheilung:„Ein französischer Offizier, der aus der Gefangenschaft im Monat Mai 1871 heimkehrte und dessen Namen nicht aufgefunden werden konnte, hat in der Gegend der Station Mengende auf, der Linie von Köln nach München auf der Eisenbahn eine goldene Uhr fallen lassen, welche damals nicht wieder ge— funden wurde und die der Zufall jetzt bat ent⸗ decken lassen. Der Offizier, welcher diese Uhr verloren hat, wird aufzefordert, sich auf dem Kriegsministerium zu melden.“(Dis se Ehrlichkeit der deutschen Bahnverwaltung, welche nach so langer Zeit den jetzt gefundenen Gegenstand an die französischen Militärbehörden zurückgelangen ließ, ist eine gute Lektion für die Versasser und Verbreiter der famssen Pendulen-Legenden.) — Der Untersuchungsrath für die Capitula— tionen hat, wie die„Union“ vernimmt, die Prüfung der Capitulation von Sedan beendet. General Wimpffen ist, wenn dieses Blatt recht berichtet ist, wegen der ehrenwerthen Bemühungen, die er gemacht bätte, um an der Spitze seiner Truppen ven feindlichen Gürtel zu durchbrechen, und wegen des Widerstandes, den er bis zum letzten Augenblicke gegen die Capitulation erhob, beglückwünscht worden; dagegen empfing er einen Tadel wegen des Axt. 2 der Capitulation die von ihm in Frenois mit dem General v. Moltke abgeschlossene Convention, wonach die französischen Offfziere ihre Degen und ihre persönlichen Effecten behalten sollten, wenn sie sich mit Ehrenwort ver— pflichteten, in diesem Kriege nicht mehr gegen Deutschland zu kämpfen. bat ferner in einem molivirten Gutachten die Hauptschuld an dem Unglück von Sedan der Un- thätigkeit des Kaisers einer- und den verderblichen Befehlen der Regentschaft, welche die Wirksamkeit des Oberkommandos lahmlegten, anderersests zu— geschrieben. Die Commission hat sich nunmehr zu der Capitulation von Metz gewendet und der Mar- schall Bazaine wird nächstens vor ihr erscheinen. — In der Zeugenvernehmung des Pro— zesses La Roquette sagten die verhaftet gewesenen Gensdarmen Mieux, Rouget und Loissang aus: Man bätte die Gefangenen öfter aufgerufen und sich in Reihe und Glied stellen lassen, lediglich um sie Weibern, die der Gefängniß-Direktor Frangeis als Gäste geladen hatte, wie die wilden Thiere zu zeigen; Frangois hätte sie dann mit Schimpfnamen: Canaillen, Casse-Teétes, Badin— guets angeredet und beständig mit Erschießen be— droht; ein anderes Mal hätte er sich die Zeit damit vertrieben, das vergoldete Kreuz von dem Dache der Capelle herunterholen und in Stücke schlagen zu lassen u. dgl. m. — Die„Agence Havas“ meldet: Das Indi— viduum, welches den deutschen Soldaten in Lune— ville getödtet hat, soll Cremel heißen und in der Richtung der Schweiz entflohen sein. Es sind alle Maßregeln zu seiner Festnahme getroffen. Belgien. Brüssel. Außer in der Pro- vinz Lüttich feiern fast alle Kohlenzechen. Die feiernden Arbeiter erhalten aus den Widerstands— cassen 2 Francs täglich. Der Kohlenmangel ist bereits fühlbar. Dänemark. Kopenbagen. Der„pester Lloyd“ bringt an hervorragender Stelle und aus einer für officiös geltenden Quelle die Meldung, daß demnächst die völkerrechtliche Neutralisirung Dänemarks auf die Tagesordnung der europäi— schen Großmächte gesetzt werden solle. Diese Sicherstellung in einem künftigen Kriege zwischen ihren Nachbarn scheine für die dänische Regierung von so großer Wichtigkeit zu sein, daß dieselbe sogar nicht abgeneigt wäre, dafür ihre auf Art. 5 des Prager Vertrages beruhenden Ansprüche an Preußen, dessen Unterstützung des Neutralitäts- projectes vorausgesetzt, aufzugeben. Großbritannien. London. Eine in Mansionhouse abgehaltenes Meeting beschloß eine Resolution zu Gunsten des Decimalsystems für Maaß, Gewicht und Münze. — Wie verlautet, steht die preußische Regie— rung mit den Erben und Testamentsvollstreckern des verstorbenen Pferdezüchters Bleukiros in Unter- handlung über den Ankauf des ganzen Zuchtstalles in Middle Park. In dieses Gestüt sind die be⸗ rühmtesten Sieger der englischen Rennbahn schon seit Jahren übergegangen und unter den dort stehenden Zuchthengsten befinden sich mehrere, welche von Autoritäten als die trefflichsten Exem⸗ plare bezeichnet werden um den Schlag der Militärpferde zu bessern. Die englischen Blätter sind deßhalb sehr ungehalten darüber, daß dit diesseitige Regierung diesen Zuchtstall sich aus den Händen gleiten lasse, obschon die Klagen über die Verminderung einer tüchtigen Armeeremonte hier von Jahr zu Jahr allgemeiner werden. Itaien. Rom. Pater Hyacinthe ist hier- her zurückgekehrt, um sich an der Herausgabe eines altkatholischen Blattes zu betheiligen. — Die„Germania“ berichtet, im März soll tin geheimes Consistorium zum Zwecke der Er⸗ nennung von Carvinälen abgehalten werden. Unter den Erzbischöfen, welche die meiste Aussicht dafür haben, nennt sie die von Köln, Posen, Salzburg, Gran, Mecheln, Westminster, Paris und Baltimore. Rußland. Es bestätigt sich, daß die Dif⸗ ferenzen zwischen dem St. Petersburger Cabinet und der päpstlichen Curie fast vollständig ausge— glichen sind, und daß die seit mehreren Jahren übertragene diplomatische Verbindung zwischen beiden Cabineten demnächst in alter Form wieder angekaüpft werden wird. Amerika. Washington. Das Comite des Congresses für auswärtige Angelegenheiten befürwortet einstimmig den Antrag, die Gesandt— schaft in Berlin zu gleichem Rang mit den Ge— Der Untersuchungsrath!sandtschaften in Londen und Paris zu erheben. 4 Friedberg. Mit Bezug auf die wiederholt ver⸗ öffentlichten früheren Bekanntmachungen macht das General- Postamt bei den vorliegenden Erfahrungen nochmals darauf aufmerksam, daß die Ende 1871 außer Geltung gekommenen Norbdeutschen Freimarken, Franco⸗Couverts und gestempelten Streifbänder nur bis ein schließlich 15. Februar d. J. bei den deulschen Reichs⸗Postan⸗ falten gegen neue Postwerthzeichen umgetauscht werden. Vom 16. Februar d. J. ab werden die früheren nord⸗ deuischen Freimarken ꝛc. zum Umtausch nicht mehr ange⸗ nommen und verlieren ihren Werth. In Gießen, schreibt die„Fr. Zia.“ sind falsche preußische Thaler mit der Jahreszahl 1867 ausgegeben worden, die sehr gut nachgemacht und nur am mangeln⸗ den Klang zu erkennen sind. Der im Rufe der Falsch⸗ münzerei stehende verhaftete muthmaßliche Verbreiter dieser falschen Münzen hat Hausirern auch falsches Papiergeld von 1 bis zu 25 Thalern zur Weiterverbreitung angeboten. Mainz. Sämmtliche Weinwirthe und Weinhändler im Großherzogthum Hessen sind durch ein provisorisches Comite auf den 29. Jan. nächsthin, Vormitlags 10 Uhr, nach Mainz in den Porsbergerschen Saal(Gräberstraße) zu einer Versammlung eingeladen, in welcher üder die Mittel und Wege berathen werden soll, welche die Auf- hebung der Weinsteuer in Hessen zur Folge haben. In dem Einladungsschreiben ist noch bemerkt, daß auch mehrere Abgeordnete der bessischen zweiten Kammer, darunter die HH. George und Möllinger, dieser Versammlung bei— wohnen werden. In Lorchhausen am Rhein brach am 13. d. in der Nähe der Kirche Feuer aus. Der starke Luftstrom trug die Flammen rasch auf die nächsten Gebäude und in karzer Zeit stand die Kirche nebst 4 Wohnbäusern, Scheuer und Stall in Flammen. Die Kirche ist bis auf den Grund abgebrannt und konnte nichts als die goldenen und silbernen Geräthe aus derselben gerettet werden. Leider ist auch das vor wenigen Jahren neu angeschaffte herrliche Geläute ein Opfer der Flammen geworden. Kassel. Während der letzten drei Jahre sind von den norddeulschen Bahnverwaltungen Versuche mit der Her— stellung einer electrischen Verbindung zwischen den Passagieren und dem Zugpersonale angestellt worden, deren Resultat nach dem, dem Handelsministerium vorgelegten Berichte ein befriedigendes genannt werden kann. Die Versuche sollen vorerst forigesetzt werden, ehe ein defini⸗ ver Beschluß über Anwendung des einen oder anderen der verschiedenen Systeme ersolgt. Hannover. Wie früher schon berichtet, hat die Sladt Hannover sich bereit erklärt, das vierte deutsche Bundesschießen in diesem Jahre in ihren Mauern abzuhalten. Mit Rückficht auf die eigenthümlichen Ver⸗ hälinisse der Stadt Hannover soll sich das Schützen⸗ Collegium, eine städtische Behörde, mit Genehmigung des Gesammt-⸗Ausschusses des deuischen Schützenbundes als Festausschuß constituiren. Die Einrichtungen sollen so ge⸗ troffen werden, daß kein Deficit zu besorgen ist; aller unnütze Prunk und übergroße Baulichkeiten sollen ver— mieden werden. Berliu. Am 20. Februar d. J. wird der erste Congreß deutscher Landwirthe in Arnim's Hotel in Berlin zusammentreien. Die nunmehr fesigestellte Tagesordnung enthält folgende Fragen: Wegebaufrage, Steuerfrage, Bank- und Münzfrage die fachgemäße Aus⸗ bildung der lanowirthschaftlichen Jugend, Differential⸗ Tarife der Eisenbahnen. Die Referenten für diese Fragen sind vorläufig festgestellt; eine Betheiligung süddeutscher Landwirthe an den Referaten steht in Aussicht und hofft man auf eine zahlreiche Betbeiligung süddeutscher Land⸗ wirthe an dem Congreß. Nur dann wird der Congreß eine volle Bedeutung und seinen ganzen Einfluß auf die für die Landwirthschaft wichtigen Fragen gewinnen, wenn die Landwirthe aus allen Theilen des Reiches in möglichst großer Zahl an seinen Berathungen theilnehmen. Paris. Aus einer Rechnung, welche das Journal, „Die Municipalität“, anstellt, geht das interessante Re⸗ sultat hervor, daß ein Baum, der au den ösfssentlichen Promenaden von Paris gepflanzt wird, in der Durch⸗ schnütsdauer seines zwölfjährigen Bestandes für die Pflanzung und Unterhaltung auf die Kleinigkeit von 200 Francs zu stehen kommt. Nun gibt es in Paris 102,154 solcher Bäume, die im Laufe von zwölf Jahren die Summe von 20,430,800 Francs beanspruchen. Aufschwung des Zeitungswesens. Der neuerschienene Katalog der Annoncen⸗Expedition von Haasenstein& Vogler liefert interessante An⸗ haltepunkte über die Entwicklung der Tagespresse. Im deutschen Reiche erscheinen 1743 Tagesblätter, in Oesterreich⸗ Ungarn 268, in der Schweiz 252, in Frankreich 392, in Belgien 196, in den Niederlanden 174, in Großbritannien 1253, in Dänemark 96, in Schwiden⸗ Norwegen 184, in Rußland 160, in Italien 333, in Spanien 91, in Por⸗ iugal 26, in den vereinigten Staaten von Nordamerika 622, im übrigen Amerika 131, in Asien 57, in Afrika 50 und in Australien 75, Wir nehmen den Katalog der Herren Haasenstein 8 Vogler von 1862 zur Hand und finden, daß die Zahl der deutschen Blätter(mit Aus nabme Oesterreich's) in diesen zeyn Jahren von 1134 auf 1743 gestiegen ist, und zwar hat die größte Zunahme in denjenigen Theilen Deuischland's stattgefunden, wo keine Caution und Zeitungssteuer die Entwickelung hemmt, Während Preußen's Blätler von 670 im Jahre 1862 auf 951 im Jahre 1872 stiegen, hat Bayern's Tage spresse sich von 139 auf 250 gehoben; Baden hat sogar um, 150 Procent zugenommen(von 30 auf 72 Blätter) Hessen stieg von 32 auf 53 und Würtemberg von 72 auf wanzig Un Etre! desih — f — Zeigie d Frau auf de dabin, wo e nit ganz! Seminatleb Wafer Dinge E! als 6b sie 2 die Hau 1 der Kür gegenselge und vetslan err Rebne schast übte fu snlertssan nahe liegl, ligetweist n Algemeinen ebenso viel Voritags besonders J. Nachdem Bikannuch dadung det demselden e. Alterthum nungen auf meintlichen er aui dur neutren Ze Malurwissen Gegen! Meinung ein gewisse ein Stoff Etst ne Kubdistet in un ist nichts mit einem binbel. 8, Saurtstoff — 185 Der Stock m mlethel we. 1 7 nt 102. Im Verhältniß die metsten Blätter erscheinen in der Rheinprovinz, nämlich 105, in Brandenburg 125 und in Schlesien 120, die wenigsten in Posen(36) und Pommern(56). In den außerpreußischen Theilen von Norddeutschland war die nambafteste Entwicklung in Mecklen— durg(sie!) von 23 auf 51 und in Sachsen(von 81 auf 119). Einen wesentlichen Antheil an den Forischritten der Tagespresse bat die Entwicklung des Annoncen-Wesens, die don der Firma Haasenstein& Vogler ausging, welche 1862 zwei Burtaux batte und 1872 zwei und zwanzig Bureaux in Deuischland, Oesterreich und der Schweiz besitzt. +1 Oeffentliche Vorträge. Zeigte der vorletzte dieser Vorträge eine edle deutsche Frau auf dem Thron, so sührte der letzte seine Zuhörer dabin, wo eine tüchtige deutsche Hausfrau sich das Scepter nie ganz entwinden lassen wird, in die Küche. Herr Seminarlehrer Dr. Heid sprach über Feuer und Wafser in der Küche. Der Herr Reduer nennt dicse Dinge Elemente der Küche, nicht in dem Sinne, als ob sie sog. Elemente, Grundstoffe seien, sondern weil sie die Haupthülfsmächte sind, mit denen alle Operationen in der Küche vollzogen werden, weßbalb ibre Natur und gegenseitigen Beziehungen von einer guten Köchin gekannt und verstanden werden müssen. Das Gebiet, worauf der Herr Redner mit diesem Thema seine zablreiche Zuhörer schaft fübrie, ist ein so reiches und in seinen Einzelbeiten se interessantes, daß der Berichterstattung die Versuchung nahe liegt, dabei allzu ausführlich zu werden. Begreif⸗ licherweise wird sie sich darauf zu beschränken haben, im Allgemeinen nur die Hauptpunkte des umfassenden, mit ebenso viel Fleiß als Umsicht und Eeschick ausgearbelteten Vortrags zu berühren und nur eins oder das andere vesonders Naheliegende bervorzuheben. Nachdem der Herr Redner die Frage über die erste Bekanntschaft der Menschen mit dem Feuer und die Be— zievung der griechischen und römischen Mythologie zu demselben erörtert und der bekannten, schon im griechischen Alterthum aufgestellten Zurückführung aller Naturerschei⸗ nungen auf Feuer, Wasser, Luft und Erde, als die ver⸗ meintlichen Elemente der Natur, Erwähnung gethan, ging er auf die Ansichten über die Natur des Feuers in der neueren Zeit über, we die Anfänge unseter beutigen Naturwissenschaft beginnen. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts verschaffte sich die Meinung Geltung, in jedem verbrennenden Körper sei ein gewisses Etwas, was bei der Verbrennung entweiche, ein Stoff, dessen man aber nie habhaft werden konnte. Erst nach wieder 100 Jahren verbreitete der Franzose Lavoisier Licht über die wahre Natur des Feuers. Auf ihm sußt die heulige Chemie mit dem Satz: das Feuer ist nichts als ein Vorgang, bei welchem sich Sauerstoff mit einem andern Körper zu einem neuen Körper ver⸗ bindet. Brennt also z. B. Phoephor, so verbindet sich Sauerstoff mit Phosphor zur Phosphorsäure. Wärme⸗ und Lichtentwickelung, also Feuer, zeigt sich dabei, da jene Verbindung eine besonders lebhafte it. Die geringere une größere Neigung des Sauersloffs, sich mit einem andern Körper zu verbinden, hängt von dessen niedeter oder höherer Temperatur ab, und die Temperatur, welche ein Körper haben muß, um mit dem Sauerstoff eine leb⸗ bafte Verbindung einzugeben, nennt man seine Entzün⸗ dungstemperatur. Holz kann durch Reiben nur mübsam auf diese Temperatur gebracht werden, beim Phosphor wird dies schon durch elnen Strich auf einer rauben Fläche bewirkt. Je ungebinderter und allseitiger der Zutritt des Sauetsteffs zu einer Flamme ißt, desio leb⸗ bafter und vollständiger die Verbrennung. Redner be leuchtete den Verbreunungsprozeß durch verschiedene Ver⸗ suche, und machte denselben anschaulich und anzichend durch Erläuterungen über die Gasverbrennung, über die Bun⸗— sen'scht Lampe, wodurch vollständige Verbrennung der Koblentheile erzielt wird, und durch zahlreiche praklische Winke über Anlage und Unterballung von Feuerunge⸗ stellen und Behandlung des Feuers in der Küche.— Wir können diesen Theil des Vorttags nicht verlassen, ohne nochmals auf den Sauerstoff zurückzukommen. ½ der atmosphärischen Luft besteht aus Sauerstoff, in Wasser macht ser den bei weitem größten Bestandtheil aus. Seine Rolle im Naturhaushalt ist eine ungemein wichtige. Wie er die organischen Gebilde aufbauen hilft, so zerstört er sie alsbald wieder, sodald das Leben aus ihnen entwichen ist und veranlaßt Fäulniß und Verwesung, so daß er mit Recht der zerstörende Zahn der Zeit genannt werden kann. Daher z. B. die Sorge der Hausfrau, ihn abzuhalten von eingemachtem Gemüse, vom Eindringen in die Eier; da⸗ her das Aufbewahren des Fleisches in kalten Kellern, da seine Neigung zur Verbindung mit dem Fleisch mit der niedrigeren Temperatur desselben abnimmt.— Das Wasser, als die andete Hülfsmacht in der Küche, betrachtete der Vortrag unter zwei Gesichtspunkten, einmal in seinem Verbalten zu andern Körpern, nament- lich minetalischen, und dann in seinem Bethalten unter dem Einfluß det Wärme. Hiet zog der Redner in den Kreis seiner Ecöcterungen die wichtigen Fragen über die auflösende Kraft, die das Wasser namentlich im erhitzten Zustand auf unsere Speisen zu deren Garwerdung ausübt, über die verschiedenen Stoffe, die das Wasser unter Umständen aufgelöst enthält, über die Anforderungen an ein gutes Trinkwasser, über die boͤchst schäblichen Beimischungen, die unser Trinkwasset oft mit sich führt, über die Reinigung und die beste Art der Ausvewahrung, sowie über die Prüsung desselben auf der Gesundheit schädliche Bestandtbeile ꝛc.— Zu dem Verhalten des Wassers unter dem Einfluß der Wärme üdergehend, erläuterte der Vortrag den wich⸗ tigen Vorgang des Siedens des Wassers, wie es sich dabei bis auf etwa 80 Grad Reaumur erhitzt, wie da⸗ gegen alle darüber hinaus gebende Wärme auf die Aus⸗ dehnung eines Tbeils des Wassers zu Wasserdampf ver⸗ wendet wird, und in welchem Zusammenbang die Größe des Luftdrucks auf die betressende Wasserflaͤche mit dem rascher eintretenden ober verzögerten Sieben des Wasfexs flebt, Daran schloß sich die Erklärung des papinjanischen Topfes und die empfehlende Erwähnung des sogenannten norwegischen Topfes Nach den S Schlußwor ten des Rebners hatte er sich's zur Aufgabe gemacht, zu zeigen, daß die Natur wissen⸗ schaft, abg⸗sehen von ihrem wissenschaftlichen Interesse, wie auf chemisch⸗technische Gewerbe, so auf die gewoͤhn⸗ lichen Verrichlungen in Küche und Haus ihren wohl⸗ thätigen Einfluß äußert. Kaum irgendwo zeigt sich dies augenfsälliger, als in den Ausschlüssen, die uns die Wissen⸗ schaft u. A. über den Vorgang des Kochens gibt. Wie vielsach noch werden aus Unkenniniß die Speisen verschlechtert durch übermäßiges Kochen des damit in Verbindung gebrachten Wassers; wie viel Brennmaterial wirb dabei noch zwecklos vergeudet zum Schaden für unsern Wohl stand und zum Nachtheil unserer Nachkom⸗ men! Denn ce wird einst, wie der Vortrag ernst betonte, eine Zeil kommen, wo es mit den Brennmaterialien auf Erden, o groß auch die Waldungen und so reich die Sieinkohlenlager noch sein mögen, auf die Neige gehen wird! Zur Linderung der Hungersnoth der Ssracliten in Persien ist dei dem Unterzeichneten wetter eingegangen: Von M. Stahl 1 fl. 10 kr., Michel Rosenthal und Söbne in Naubeim 3 fl. 30 kr., Pö. Garde 1 fl. 10 kr., Lehrer Heß 30 kr., durch denselben gesammelt von den Kindern der Religionessdule 5 fl. 3 kr., Ungenannt 1 fl., zusam⸗ men; 12 fl. 3 ke. Hierzu die verigen Gaben mit 100 fl., sonach zusammen: 112 fl. 3 ke. Um weitere Gaben bittet ergebenst Mayer Hirsch. Frankfurt a. M., 17. Jan. Im beuigen Verkehr waren außer Nattonalbank⸗ und Staatsbahn ⸗Actien noch besonders Galizische Eisenbahn⸗ actien gesucht. Der gestrige Coursrückgang ist fast wieder Kanz ausgeglichen worden Staatsbahnactien wurden sogar am Schlusse bis 42% gehandelt. Credit 353½ Lombarden 218½. Galizier 267. Für 1860 er Loole herrscht gute Kauflust und ungar. fl. 100 Losse wurden bis 112 beza bolt. Für Prioritäten und andere Anlage⸗ papiere ist die Stimmung eine festgesetzt günstige. Staatspapiere. 176 An-, und Verkauf von Staatspapieren besorge ich wie bisher gegen geringe Provision. Coupons ver⸗ wechsle ich dei Kunden gratis. Friedberg. S. Hirschhorn. Börsenbericht. 185 Der mittlere Stock meints miethet werden. aon oder sogleich ganz getbeilt ver⸗ Hauses Jos. Hoffmann, pesamentit. Windecker Brauerei. 187 Untergäbrige Hefe täglich frisch pr. Maas 3 lr. 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Januar bier eröffnet und Folgendes zur Schau gestellt habe: 6 1. Abtheilung: Einzug der deutschen Truppen in Berlin. 2. Abtbetlung: Das jüngste Gericht. 3. Abtheilung: Jerusalem zur Zeit Cbristt mit allen Leldensstellen. b 4. Abtheilung: Auto da Fé aus der Zeit der spanischen Inqulsitton zu Toledo, Ansicht des Inneren einer Folterkammer. 5. Abtbeilung: Die merkwürdigsten Haupt⸗ und Seestädte Europa's. 6. Abtheilung: Schlachten und Kriegs⸗Ereignisse vom Jahre 1870 auf 1871 zwischen Deutschland und Frankreich. 7. Abtheilung: Pauptsächlich ist bervorzuheben: D Die vollständige Uebersicht von der Stadt Paris, sowie die Uebersicht vom Belagerungs⸗ zustand von Paris. f Da mein Salon in den größten Hauptstädten gezeigt worden ist und den desten Beifall errungen hat, so bitte ich um recht zahlreichen Besuch. 1 1 Eintrittspreis für Erwachsene 6 kr., Kinder 3 kr.— Schauplatz ist am Mainzer Thor. Joseph Bimbel. . Patent 1870. Prämiirt in Cassel 1870.— Prämiirt in Darmstadt 1870. 166 Mit dem 1. Mai J. J. beginnt ein zweites Abonnement auf Elavier-Instrumente, wo Jedem Gelegenheit geboten ist, in den Besitz eines der Neuzeit entsprechenden Instrumentes auf leichte und angenehme Weise zu gelangen. Abonnements- Bedingungen sende gratis Friedberg. C. L. Glück, Hof⸗Pianoforte⸗Fabrik. Bei Bindernagel& Schimpff sind alle in den hiesigen** Lehranstalten U II er eingeführten Ditjenigen meiner geehrten Kunden, stets vorräthig. in neuester Auflage 1 und guten Einbänden * Casino. 163 Sonntag den 21. d. Mis. Damen ⸗Casino. Der Vor sta nd. Landwirthschaftliches Casino für Friedberg und Umgegend. 188 Nächste Versammlung Mittwoch den 24. Januar, Abends 6 ½ Ubr, in den„Drei Swchertern“ zu Friedberg. Tagesordnung: 1) Ueber Genossenschaftswesen. 2) Welche Viehrace empfiehlt sich für die hiesige Gegend, Berner⸗ oder Frtesländer⸗Race. Der Vorsitzende: Der Schriftführer: Haas. Rückert. Sämmtliche Mitglieder des hie— sigen Schützenvereins werden zu der Samstag den 20. d. Mts., Abends balb 8 Uhr, im Locale des Herru C. F. Walz dahier stattfindenden Generalversammlung eingeladen. Gegenstand der Verhandlung: Ge⸗ nehmigung des Verkaufs der Schützen⸗ halle. 135 C ⅛»nm mm Todes Anzeige. 167 peute Abend um halb 9 Uhr verschied nach kurzem Krankenlager mein innigst geliebter Gatte, der frühere Bataillonsschneider Jo st Müller, in seinem 74. Lebensjahre. Freunden und Bekonnten miemet diese Anzeige mit der Bitte um stille Teilnahme die betrübte Gattin K. Müller, geb. Wagner. Die Beerdigung findet Samstag Mittag um 3 Uhr statt. Danksagung. 171 Allen Denjenigen, welche mir bei dem plötzlich erfolgten Tode meiner unvergeßlichen Frau so rasch zur Seite standen, sowie Denjenigen, welche sie zur letzten Ruhestätte geleiteten, meinen tiefgefühlten Dank mit der Bitte um stille Theilnahme. Friedberg. Martin Klein. Todesanzeige und Dauksagung. 186 Mit der Bitte um fille Theilnahme ver⸗ binden wir die schmerzliche Anzeige, daß unsere liebe gute Tochter und Schwester 5 Elise nach längerem Leiden, 19½½ Jahre alt, den 16. d. M. früb 3% Uhr, sanft und voll Zuverficht auf Gott entischlafen if. Zugleich sagen wir für die vielen allseitigen Beweise der Theilnahme sowohl während der Krankheit der Verblichenen als auch bei der Ve⸗ gleitung zu ihrer letzten Ruhestätte Allen unseren lüefgefüblten innigsten Dank. Frtedberg den 18. Januar 1872. 5 Emmerich Hanstein und Fo milie. 144 welche ein Jahr und voch länger Stoffe bei mir haben, bitte ich freundlichst, dieselben doch bald igst abholen zu wollen, da ich weitere Garantie nicht über⸗ nehmen kann. Sollten Zeichen abhanden gekommen sein, so können die Stoffe doch verabsolgt werden. Friedberg, 15. Januar 1872. A. Metzendorf, Sqchönfärber. Halstücher 65 für Herren und Damen außerst billig bei K. Friedrich neben der Poft. Leinste Vanilla-Slock-Chocolade, 112 das vorgewogene Pfund 32 kr., empfieblt Friedr. Hilbrecht Wittwe⸗ am Bahnhof. 39 Zu dem berelts begonnenen Cursus für kaufmännische Buchführung, 2 E 1 2 L. L Großt wollene und seident 1 L L L . Hülssmittel zur Stärkung u. Heilung. Herrn Hoflieferanten Johann Hoff in Verlin. Boitzenburg, 18. Oktober 1871. Inliegend sende den Betrag Zbrer Rechnungen(für die Ihrer Excellenz der Frau Gräfin von Arnim⸗ Boitzenburg gesandien wohlschmeckenden Johann Hoff'schen Malz⸗Heilnahrungs⸗ mittel. Helm, Rendant.— Berlin, 18. Okt. 1871. Bilie um Zusendung von 10 Pfund Ihter vortrefflichen Malz⸗Chocolade. Freiherr von Meysenbug, Potosdamerftraße 119.— Ihre Brufimalzbonbons haben mir in meiner Krankheit Hülfe gebracht. C. Daartz in Lübs. Verkaufsstelle bel Jos. Hoffmann in Fried berg und Dr. W. Uloth in Bad⸗Nau⸗ heim. 153 3 Patent⸗ Dachziegel 160(Französische Falzziegel) empfehlen A. Niegelmann& Cie., Fechenmühle bei Hanau. Rechnen, Correspondenz, Schön⸗ und Schnellschreiben nimmt noch Anmeldungen entgegen He ß, Lehrer. Ein braves 184 wird auf Petritag gesucht. bet der Exedition d. 9. Dienstmädchen Danksagung. 181 Für die während der Krankbeit meines geliebten Bruders, sowie bei dessen Leichenbegräbniß uns bewiesene wohlthuende Theilnahme sage ich herzlichen Dank. Friederike Roth. Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Evangelische Gemeinde. Pfarramiswoche: Herr Pfarrer Diegel. 3. Sonntag nach Epiphanias. Gottesdienst in der Stadtkirche Nachmiliags: Herr Diakonus Meyer. Gottesdienst in der Burgkirche: Vormittags: Herr Pfarrer Schwabe. Nachmittags: Herr Candidat Bernhard. Abends 6 Uhr: Herr Missionsprediger Strobel. Katholischt Gemtinde. Samstag um 4 Uhr Nachmittags Beichte. 3. Sonntag nach Epiphanie. Vormiitags: 10 Uhr Hochamt und Predigt. Nachmittags: ½2 Uhr Christentebre und Andacht. Näheres zu erfragen Verantw. Redact.: Hermann Schimpff. Dryck und Verlag von Windernagel& Schimp ß. (Hierzu Unterhaltungs Blatt Nr. 3, Praktischer Rathgeb er Nr. 1 und eine Beilage.) 104 1 Weßlat Heloric parlem 2. Nuf iu Felt in dle otl ohn lich au lehten un Henle 505 u Klein. U sagurng 56h! det ⸗ 10 Beilage. —— Vergebung von Bau- Arbeiten. 130 Die zur derstellung der Wetlerbrücke in Bruchen. drücken erforderlichen nachstehenden Arbeiten nebft Material-Lieferung, veranschlagt zu; fl. k. 1) Maurerarbeit 366 24 2) Steinbaverarbeit 736 45 3 Zimmerarbeit 159 28 4) Matertal-Lefetung 651 42 5) Chaufsirardeit 11 24 sollen auf dem Sub missionswege an die Wenigslfordernden vergeben werden. Die Adgebote baben in Procenten zu gescheben und find verstegeit, versehen mit Aufschrift: „Sudmisfton für de„Arbeit der Brücke zu Bruchendrücken“ ängßtens bis zur Eröffnung Mittwoch den 24. l. Mis., Nachmittags 2 Uhr, dei uns einzu⸗ reichen. Pläne, Bedingungen neb⸗! Voranschlag liegen auf unterzeichnetem Büteau zur Einfich: offen. Bruchenbrücken am 15. Januar 1872. Groß bersogliche Bürgermelsterei Bruchenbtücken Wagner. Bekanntmachung. 154 Der am 6. Auguff 1846 zu Odetabtel, im Kreise Wetzlar, Reglerungsbezürk Codlenz geborene Rekrut Helnrich Langlols, welcher ven der Könallchen De partements-Ersatz⸗Commission im Jahre 1871 für das 2. Kassauische Infanterie-Regiment Nr. 88 ausgehoben, in Folge dessen mu dem Rekzuten⸗lÜrlaub spaß vorläufig in die deimalh deurlaudt war und späler seinen Geburts ort ohne Admeldung verlassen bat, wird dlermt oͤffent⸗ lich aufgefordert, unverzüglich in die Peimatd zurückzu⸗ kehren und sich innerhalb 4 Wochen— spätestens bis zum 15. Jebruat 1872— bet dem unterzeichneten Bezirke ⸗Commando zu melden, widrigenfalls gegen ibn wegen ODesertion Anklage erhoben werden wind. Wetzlat den 15. Januar 1872. Königliches Landwehr Bezirks Commando. Bekanntmachung. 156 Für den Faselstall der Stadt Friedberg wird zum Tintritt Petritag 1872 ein tüchtiger Wärter gesucht, und wollen sich Bewerber baldigst bei der unterzeichneten Stelle melden. Friedberg den 17. Januar 1872. Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. Foucar. Mobiliar- Versteigerung. 157 ODonnerstag den 25. d. M., Vormittags 10 Uhr, sollen in der Behausung der Heinrich Walz Wittwe dahier folgende Mobilien öffentlich meistbletend ver⸗ steigert werden, als: 1 Wagen, mehrere Pflüge, 1 Fruchtsegmüble, 1 Pfubl⸗ pumpe und sonfiige Oeconomiegträthschaflen, Wetß⸗ zeug, Bettzeug, Daus geräthe aller Art, sowie Frucht Karloffeln, Stroh, Heu und Grummel, gebrechten und ungebtechten Flachs.* Bönftadt den 17. Januar 1872. Groß herzogliches Ortsgericht Bonstadt. Geibel. Mobiliar- Versteigerung. 164 Mittwoch den 24. d. M., Vormittags 9 Uhr anfangend, sollen in der Behausung des Bernhard Meisinger zu Ober⸗Wöllflad! 1 Kud und 4 Hübner, 1 vollständiger Wagen, 2 Pflüge, 1 Egge, 20 Malter Kartoffeln, circa 50 Centner Rangen, eiue Partie Dörrfutter und Stroh, Bettwert, Weißzelg, Kleivungsstücke, circa 20 Stück Fruchtsäcke und sonstige Haus- und Oecconomiegeräthschaften erbthellungs halber öffentlich an die Meistbletenden ver— steigert werden. NB. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft Zahlungsftist bie Ende Augufl d. Z. gestattet. Ober⸗Wöllstadt den 17. Januar 1872. Großberzogliches Ortegericht Ober-Wöllstadt. eue bach. wird Bekan nim ach ung. 168 Mittwoch den 24. d. M., Morgeug 9 Über lassen die Oeorg Werner Erben zn Ober Rosbach in ihrer Hehausung erbsertheilungs halber oͤffenilich melsthietend versteigern; 2 Zugkube mit Kälbern, cireg 20 Centner Heu, 12 Centner Grummet, 6 Fuder verschiedenes Stroh, 30 Körbe Spreu, 30 Centner Vickwurz, 5 Malter Kartoffeln, 1 vollfsän nigen Wagen, 1 Pflug und Egge und sonstige Occonoanse- unt Hausgeräth schasten. Ober Rosbach am 17. Januar 16872. In Auftrag Groß herzoglichre Ortsgericht Ober Rosbach, le chert, Hosenträger 50 big ben K Friedrich geben rer Pos. J berhessischer Anzeiger. Staats und Gemeinde-Obligationen 29 werden angekauft und verkauft durch den Großherzoglichen Hof- Agenten Jacob Engel. Hamburg-Amerikanische Packetsahrt-Actien-Gesellschaft. Directe Post-⸗Dampfschifffahrt zwischen HAAR K k- vonk Eimbria, Mittwoch, 81. Jau. Eile sta, Miltwoch, 14. Febr. Allemannia, Minwoch, 7. Febr. Westphalia, Miliwoch, 21. Febr. Passagepreise: Erste Cajüte Pr. Crt. Rihlr. 165, Zweite Cafüte Pr. Crt. Rihlr. 100, Zwischer deck Pr. Cri. Riblr. 35 25 Näheres bei dem Schiffsmaller Angust Bolten, Wm. Miller's Nachfolger, Damdurg sowie den allein für das Großherzogthum Hessen zum Abschluß von Ueberfahrtsver⸗ trägeu concessionirten Vertreter und Generalagenten der Dampfschifflinie F. J. Bothof in Mainz 8(früher Carl Racké& Cie.) Morgens. Morgens. Friedberg bei Chr. Hecht. Euablin. II i SenSLein& Vogler. a Autorisirte Vertreter aller Blätter. damb urg. Lübeck. pan noper, Coln. Frankfurt a. M. Stuttgart. München. Nüraderg. Berlin, Palle. Erfurt. Leipglg. Dresden. Cbemunitz. Breslau. Prag. Wien. Meß. Basel. St. Gallen. Zürich. Luzern. Chur. Bern. Laufanne. Neuschstel. Genf. Das illusttirte humorlfüisch⸗satprische Wochenblatt „Berliner Wespen“ beliebtesten und gelesensten Blätter Deutschlands. Die vielen Tause den von Exemplaren coursicen wäbrend 8 Tagen durch die Hande aller intelligenten und vermögenden Leute, namentlich Deulschtands, und die Aunadme, daß jede Nummer minstens von 100.000 personen mit Aufmerksamkeln durchlesen wird, ist gewiß degründet, liefert zugleich aber auch die durch Ersadrung bereits bestäligte Bürgschaft, daß die„Bertiner Wespen“ elns der erfolgreichsteu und geeignetsten Padli⸗ katlons Organe, die überhaupt in Oeutschland extistiten, sind. Der Insertlonspreis beträgt 7½ Sgr. p. Nonp. Spalt Zeile Wir empfehlen deßbalb angelegentlichst, dei Erlaß von Annoncen, namentlich auch die„Berliner Wespen“ zu beordern, und sehen gefälliger Zusendung für dieselden, wie für etwaige andere zu denußende Zeitungen gern entgegen. Die Annoncen- Regie der Berliner Wespen. llaasenstein& Vogler. Jagd- Verpachtung. Bekanntmachung. 179 Die am 15., 16. und 18. d. Mis, in den Frei bertlich von Franckenstein'schein Walddisfeleten„Löwen⸗ wald und„An rer Sandkaut“ abgehaltene Holzver⸗ steigerung ist genehmigt, Erster Fahrtag: Donnerstag den 25. Januar 1872. Ocdfladt u den 19. Januar 1872. Der Freiherrlich von Franckeustein'sche Oberföͤrster Num pf. Bekanntmachung. 178 Vie im hiesigen Stadtwalve, Distrlet Bauwal“n, heute abgehaltene Polzversteigerung ist genebmigt und det erste Abfubrtag auf den 19. d. bestimmt worden. Abfuhrtermin; bie 1. März 1872. Abfuhr: Montage, Miitwoche und Freitags von 8 bis 1 Uhr Mistags, Wad Nauherm am 18. Jauuar 1872. Großherzogliche Bürgermeisseren Bad Nauheim. Schutt Jagd Verpachtung. 177 Mittwoch den 7. gebruat J. J., Nachmtttags um 1 Uhr, soll auf dem Würgermeisteret Burtau die det hlesigen Gemeinde zustebende eld und Waldfagd biesiger Gemarkung von ungefähr 9000 Normalmergen auf weitere neun Jahre anderwelt verpachtet werben. Oben Mörlen am 18. Jauuar 1872. Grobherzogliche Bürgermetsteret Ober Mörlen. -A e ni Eine noch gut 3 1 U verkaufen. W Hobelbank f Won 118 Eipeditson d. B.. 172 180 Montag den 3. Februar d. J., Vormit⸗ tags 11 Udt, wird die der Gemeinde Rodhdelm auf circa 675 Pectar Wald- und 1400„ geldgemarkung zustebende Jagd auf diesigem Gemeindebaus anderweit auf sechs Jahre verpachtet. Bemerkt wird, daß die Grenze der Gemarkung Rod⸗ belm nur ½ Stunde von der Eisenbarn Station Nieder- Wöͤllstadt beginnt. Rodheim im Kreise Vilbel am 15. Januar 1872. Großherzogliche Bürgermetsterei Rodheim. In Nerbiuderung des Burgermeisters: Webhrde im, Beigeordneter. Steinkohlen, 34 namentlich auch Schmiedekohlen, derkauft zu billigen Preisen die Ziegelei am Babadof zu Naußeltm. Kalender für 1872. Landkalender, durchschossen 6 kr. 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