· Srünnull Aelgescln bs Füller, t 1 Fireten offeln, 1872. Donnerstag den 18. Juli. M 83. Oberhessischer Anzeiger. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Amtlicher Theil. Nachverzeichnete Gesetze ꝛc. sind im Bundesgesetzblatt des Deutschen Reiches publieirt worden: f Nr. 21. Nr. 849. nit Rußland. Vom 26./14. Mai 1872.— Nr. 851. Nr. 852. Die Bestellung von Consuln.— Nr. 22. Nr. 854. ellschaft Jesu. Vom 5. Juli 1872.— Nr. 856. Nr. Auslieferungsvertrag zwischen dem deutschen Reich und Großbritannien. Vom 14. Mai 1872.— Nr. 850. Additionolvertrag zum Postvertrag Bekanntmachung, betr. die Prüfung der Aerzte, Zahnärzte, Thierärzte und Apotheker. Vom 28. Juni 1872.— 853. Gesetz, ie 5. d betr. die Gebühren und Kosten bei den Consulaten des deutschen Reichs. Hesetz, betr. den Orden der Gesellschaft Jesu. Vom 4. Juli 1872.— Nr. 855. Bekanntmachung, betr. die Ausführung des Gesetzes über den Orden der Ge— Handels- und Schifffahrtsvertrag zwischen Deutschland und Portugal. Vom 1. Juli 1872.— Vom 2. März 1872. Zetreffend: Das Gemeinde-Rechnungswesen, hier die für das Jahr 1872. Einsendung der Hand- und Tagebuchsauszüge Friedberg am 15. Juli 1872. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Buͤrgermeistereien des Kreises. Nur wenige von Ihnen haben unserer Verfügung vom 15. Mai d. J., Nr. 58 des Oberhessischen Anzeigers, genügt, weshalb wir an deren sofortige Erledigung hiermit erinnern. Be Zur Aufrechthaltung und Beförderung der öffentlichen Ordnung end Sicherheit während des am 21. d. Mts. dahier stattfindenden Sängertages des Mainthal⸗Sänger bachtung der folgenden, theils schon allgemein bestehenden, theils tsonders getroffenen Bestimmungen: 1) Die Straßen der Stadt sind dem Verkehr der voraussichtlich insbesondere starken Menschenmassen freizuhalten, Fuhrwerk allec Art; kann letzteres nicht von der Ludwigsstraße entfernt daselbst so aufzufahren, Straße frei bleiben. Contraventionen strafung nach§. 366. Nr. 9 des Strafgesetzbuches für das deutsche Reich. 2) Wahrend der Generalprobe(nach dem Vormittagsgottesdienste) daß Trottoir Lend mah 1 en H i: az 4 M bundes dient die Be⸗ der Concertbillete auch von im Einzelfalle etwa werden, so ist es und Fahrbahn der unterliegen der Be— oa n g · ist das vordere und hintere Burgthor zur Abhaltung Unbe⸗ rufener gesperrt. 3) Ebenso bleiben Nachmittags beide Thore in so lange für das Publikum geschlossen, bis das um 4 Uhr beginnende Festconcert beendigt ist, und ist der Eintritt vorher nur gegen Vorzeigung gestattet. Schlietzlich erwartet man, daß sämmtliche Festtheilnehmer die Bemühungen des Festcomite's und der Officianten auch im Uebrigen einsichtsvoll unterstützen und damit zu dem harmonischen Gelingen des schönen Unternehmens in allen seinen Theilen zur Ehre unseres Festortes beitragen werden. Friedberg den 12. Juli 1872. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Deutsches Reich. Berlin. Bei Gelegenheit der Unterzeichnung es deutsch⸗französischen Vertrages hat Graf Arnim em Präsidenten angezeigt, daß der Kaiser aus Unlaß dieses Ereignisses 73 gefangene Franzosen, die doch in deutschen Gefängnissen saßen, begnadigt hat. — Die Umwandlung der im Feldzuge von 870/71 erbeuteten Chassepot-Gewehre, beren Zahl u etwa 400,000 angenommen werden kann, soll in voller Ausfährung begriffen sein. Auch für as neue deutsche Hinterladungs-Gewehr sollen ie Bestellungen bereits ausgegeben sein; doch vürde, selbst wenn diese Nachricht sich bestätigen sollte, dessen Einführung bei der erforderlichen Lahl von nahezu zwei Millionen Gewehren immer lin noch Jahre auf sich warten lassen. — Die Dispositicnen, welche Seitens der liesigen Militärbehörden und des Hofmarschall⸗ amtes für den Besuch des Kaisers von Oesterreich betroffen werden, lassen annehmen, daß die An— lunft Franz Josephs zwischen dem 3. und 6. Sep⸗ mber erfolgen wird. Der Kurgebrauch des Kaisers in Ems dürfte sich bis Ende Juli und jener in Gastein bis Ende August erstrecken. Wenige Tage iach der Rückkehr des Kaisers trifft der Kaiser ton Oesterreich hier ein und wird voraussichtlich an 7. Sept. der Parade auf dem Tempelhofer elde und am 9. den Corpsmanövern bei Spandau beiwohnen. Zu diesem Ende wird das gesammte Gardecorps bei Spandau zusammengezogen und i. der dortigen Gegend theils Cantonnements be- zehen, theils bivouaktren. Die Herbstmanöver bei Spandau erstrecken sich vom 8. bis 18. Sept. rußer dem Corpsmanöver am 9. finden am 10. zeldmanöver in Divisionen statt, vom 12. bis ia. Detachementsübungen und am 16. und 17. deldmanöver der gemischten Brigaden. — Der„Reichsanzeiger“ publicirt das Gesetz, betr. die Ueberweisung der Controle des Reichs- (haushalts pro 1872 en die preußische Ober- rechnungskammer unter der Benennung„Rechnungs- hof des deutschen Reichs“. — Das„Reichsgesetzblatt“ veröffentlicht die Special-Convention mit Frankreich, betreffend die Zahlung des Kriegsentschädigungsrestes. — Es wird auch von der Einführung neuer Gefechtsformen für die Infanterie geschrieben, welche sich genau an die Erfahrungen des letzten Krieges anschließen. Leichtere und raschere Beweglichkeit der in einer doppelten Schützenkette vorrückenden Truppe, bei ausgiebigster Deckung und andauern— dem Schnellfeuer, plötzlicher sprungweiser Angriff und höchste Vereinfachung des Commando's sollen die Grundzüge dieser Aenderung bilden. Voraus- sichttich werden diese neuen Formen noch im Laufe dieses Herbstes oder doch im nächsten Jahre bei der gesammten deutschen Armee eingeführt werden. Hannover. Man meldet unterm 14. Juli von hier: Der Festzug der Mitglieder des Schützen- bundes ist, von dem heitersten Wetter begünstigt, unter jubelnden Zurufen der von allen Seiten herbeigeströmten Bevölkerung verlaufen. Es herrschte eine gehobene nationale Stimmung vor und ein bei dem Feste im Odeon auf den Kaiser Wilhelm und den Fürsten Bismarck, als die Gründer der deutschen Einheit, ausgebrachtes Hoch fand all' seitig enthustastische Aufnahme. Von der Fulda schreibt man der„H. M.“ Ztg.“:„Die von den vormals kurhessischen Ae. tuaren erhobenen Gehaltsansprüche sind von der k. Regierung vollständig anerkannt und befriedigt worden.“ Frankfurt. Wie verlautet, wird am 20. d. der Kronprinz des deutschen Reiches hier eintreffen und einige Tage hier verweilen. Wiesbaden. Der Kursaal und die Kur- Anlagen sind für 100,000 Thaler Eigenthum der Stadt geworden. Der Besitz läuft am 1. Jan. 1873 Ter a p p. ab. Die Spielgesellschaft hat keine Aussicht auf Verlängerung. München. Der Bischof von Utrecht gat in der Pfarrkirche zu Mering 184 Kinder gesirmt und ist hierauf nach Kempten abgereist, wo der König den Altkatholiken, wie das„Kemptener Tag- und Anzeigeblatt“ mittheilt, den Fürstensaal zur Benützung bei Gelegenheit der Firmung durch den Erzbischof von Utrecht überlassen hat. — Der Kronprinz und die Kronprinzessin von Deutschland sind hier eingetroffen und wurden am Bahnhofe von einer zahlreichen Menschenmenge mit lebhaften Hochs empfangen. Das kronprinz⸗ liche Paar nebst Gefolge ist in den„Vier Jahres- zeiten“ abgestiegen. Dasselbe wird zwei Tage hier verbleiben. Kaiserslautern. Die Eröffnung der dritten pfälzischen Industrieauestellung ist am 14. d. unter großer Betheiligung des Publikums erfolgt. Karlsruhe. Die Gerüchte über einen Ver— kauf unserer Eisenbahnen erhalten sich und sind insofern begründet, als Seitens der Berliner Discontogesellschaft in Verbindung mit anderen Creditinstituten ein Kaufsanerbieten gemacht worden ist, das die Regierung nicht direct abgewiesen, sondern vielmehr zur Grundlage weiterer Unter- handlungen genommen hat, indem sie nur das Angebot für zu niedrig hält. Straßburg. Der„Karlsr. Ztg.“ zufolge werden seit einigen Tagen die letzten 40 pCt. der Kriegs⸗Entschädigungsgelder im Nordeanton theil⸗ weise schon ausbezahlt; bis Ende dieses Jahres hofft man auch die übrigen Cantone hiesiger Stadt deßhalb bereinigen und sämmtliche 50 Millionen Entschädigungsgelder auszahlen zu können. — In einem elsässischen Blatte findet sich die Mittheilung, daß das General- Commando des 15. Armee-Corps die demselben untergebenen Be- zirks-Commandeure der Landwehrbataillone ange- —— —— — wiesen babe, Rundreisen in ihren Bezirken zu unternebmen, um durch Besprechungen und Vor- träge den Einwohnern der von ihnen bereisten Ort⸗ schaften über die dort einzuführenden Militär⸗Ver ⸗ hältnisse wahrheitsgemäße Mittheikung zu machen. — Mit dem 1. Juli ist die Einführung der deutschen Sprache als amtliche Geschäftssprache in dem größeren Theile Deutsch-Lothringens zur Ausführung gelangt. Die Durchführung erstreckt sich aber nicht blos auf den Gebrauch der deutschen Sprache als amtliche Geschäftssprache, sondern mit deren Einführung schwanden auch alle fran⸗ zösischen amtlichen Benennungen. So haben wir jetzt statt der Maires Bürgermeister, und statt der Buralisten Ortseinnehmer u. dergl. m. Sogar die amtlichen Bekanntmachungen durch die Orts- schelle oder Trommel erfolgen von jetzt ab in beiden Sprachen. Zur Erleichterung der Durchführung dieses Gesetzes werden, wo nöthig, beeidigte Ueber- setzer angestellt. Ausland. Oesterreich. Belgrad. Die Vertreter der Stadt haben an 50 fremde Gemeinden, dar— unter diejenigen von Pest, Wien, Petersburg, Moskau, Kiew, Athen, Jassy und Bukarest Ein- ladungen zur Theilnahme an den am 22. Aug. d. J. — an diesem Tage wird Fürst Milan großjährig und übernimmt selbstständig die Regierung— hierselbst stattfindenden Feierlichkeiten ergehen lassen. Schweiz. Bern. Die von dem franzö— sischen Consul in Basel verbreitete Nachricht, im Canton Luzern sei die Rinderpest ausgebrochen, ist unbegründet. Genf. Die Sitzungen des Schiedsgerichts sind am 15. d. wieder eröffnet worden. Frankreich. Paris. Bei dem am 14. d. als am Jahrestage der Zerstörung der Bastille in La Ferté sous Jouarre stattgehabten Banket hielt Gambetta eine Rede, worin er die feste Ver- bindung der Republikaner gegen ihre sie zu ent— zweien trachtenden Feinde anrieth, den conserva— tiven Character der Republik betonte und die Nothwendigkeit hervorhob, eine durch Amnestie gekrönte Politik der Versöhnung einzuschlagen. Die für Paris, Lyon und Marseille projectirt ge— wesenen ähnlichen Bankette waren verboten worden. — Der Präfect des Meuse-Departements hat an den Maire von Bar-le-Duc ein Schreiben ge— richtet, worin Mißhandlungen, die den Kindern eines dort stationirten höheren Militärs von Kindern aus der Einwohnerschaft zugefügt wurden, be— sprochen werden und den Letzteren für Wieder— holungsfälle Haft angedroht wird. — In Betreff des Emissionstermins und der Subscriptionsbedingungen der neuen Anleihe ist eine feste Entscheidung noch nicht getroffen; doch glaubt man, daß die Emission Ende dieses Monats zum Course von 84 bis 84. 50 erfolgen wird, während hinsichtlich der Subscriptionsbeträge ver— lautet, daß dieselben in 24 Raten eingezahlt werden sollen. — Der bekannte Republikaner A. Ranc er- zählt in einem Werke„Unter dem Kaiserreiche“, daß bei Ausbruch des Krieges siebenundsechzig Bewerbergesuche für die Präfectenstelle in Mainz eingelaufen seien. Versailles, 15. Juli. Die Nationalver— sammlung genehmigte in ihrer heutigen Sitzung die das neue Anleben betreffende Gesetzvotlage mit dem Zusatzartikel, die Bank zur Erhöhung ihrer Notencirculation auf 3200 Mill. Frs. zu ermächtigen. Der Finanzminister erklärte in Be— antwortung einer Frage Germain's, die Regie— rung behalte sich bezüglich der Nichtreducirbarkeit per liberirten Zeichnungen unmittelbar freie Hand vor. Belgien. Brüssel. Wee berichtet wird, bereitet die Regierung eine sehr umfangreiche Maß- regel zur Bermehrung der Schulen vor. Großbritannien. London. Nachrichten aus Guatemala zufolge hat die dortige Regierung die Unterdrückung des Jesuitenordens und die Confiscirung des denselben gehörigen Eigenthums angeordnet. Auch in Nicaragua wurde die Aus— weisung der Jesuiten beschlossen. Italien. meindewahlen war bisher Rom. Das Resultat der Ge- den Liberalen meist gänstig. Mehrere Personen des päpstlichen Hofes haben sich in die Wahllisten eingeschrieben. Die „Opinione“ bespricht die gegenwärtige Sachlage und die conspirirende Haltung der Klerikalen und erklärt, die vollständige Lösung der Frage der religibsen Orden se! zum Staatsschutze jetzt un- entbehrlich. Rußland. Petersburg. Die rusiische Regierung will entdeckt haben, daß die polnischen Geistlichen, welche unter dem Vorwande einer Badereise sich ins Ausland begeben, in der Regel Posen und Rom als ihr Reiseziel wählen, um sich von dort Jastructionen über ihr kirchliches Ver— halten zu holen. Sie hat daher, wie die„Osts.⸗ Ztg.“ meldet, angeordnet, daß polnischen Geist— lichen Auslandspässe nur vom Ministerium des Innern, und nur wenn die Reise zur Wieder— herstellung ihrer Gesundheit dringend nothwendig ist, ertheilt werden dürfen. 411 Friedberg. Wie weit reicht thierische Intelligenz und bis zu welchem Grad ist dieselbe entwicklungssähig? Die Productionen eines in den hiesigen Schulen dieser Tage vorgezeigten Malteserhündchens geben über diese Fragen Manches zu denken. Schon das Aeußere des Thierchens, sein mähnenumwallter Kopf und namentlich sein großes, überraschend klug um sich blickendes und seine Umgebung verständig musterndes Auge fesseln unsere Aufmerksamkeit. Bald geht dieselbe in Erstaunen, ja in Bewunderung über. Das kleine Geschöpf holt nämlich aus einer großen An— zahl vor ihm ausgebreiteler Zahltäfelchen jede ihm von irgend Jemand genannte Zahl mit den Zähnen heraus, ja es zählt auf diese Weise zusammen, zählt ab und ver⸗ vielfacht. Ebenso sucht es aus einer großen Zahl von Photographien irgend eine ihm bezeichnete heraus z. B. die des Kaisers, des Königs von Baiern, Bismarcks u. s. w. Nicht minder trägmes aus vielen Buchstaben die zu einem be— liebigen, ihm aufgeschriebenen Worte nöthigen in der rich— ligen Reihenfolge zusammen, wie kleine Kinder angebalten werden, aus einem Vorrath von Buͤchstabentäfelchen Wörter zusammenzusetzen.— Der kleine Geselle hat es in der That weit geung gebracht. Die Vexerdung solcher Fähig— keiten und geschickte Lehrmeister zu ihrer jedes maligen Ausbildung vorausgesetzt, möchte man nach Jahrtausenden vielleicht das Schauspiel erleben, die Urenkel dieses Kleinen mit der Feder hinterm Ohr im Comptoir am Hauptbuch sitzen zu seben. Michelstadt. Am 11. Juli ereignete sich das erste Unglück auf der Mümlingthalbahn. In Zell wurde ein Wagen angehängt, was ein Heizer besorgte. Anstatt, wie es die Vorschrift verlangt, unter den Puffern durch⸗ zuschlüpfen, ging der Heizer gerade durch: in demselben Augenblicke erfolgte ein Rückstoß und die Brust des Be— dauetruswertben wurde zerquetscht. Gine Dreisine brachte den schwer Verwundeten alsbald hierher, aber ärzliche Hilse war vergebens; er starsb nach wenigen Stunden. Er binterläßt eine Frau und zwei Kinder. Limburg. Man schreibt dem„Rh. T.“ von hier: Die Provinzial-Correspondenz in Bann. Ein Knabe von Dielkirchen, welcher gewöhnlich das hiesige„Kreisgerichte— blatt“ in der Expedition abholt, erschien daselbst, als wir zufällig zugegen waren und erklärte:„Mein Vater hat bestellt, Sie sollen mir die„Provinzial-Correspondenz“ nicht beilegen, die dürften wir nicht mehr lesen, der Geist— liche habe von der Kanzel verboten, dieses Blatt zu lesen.“ Rastatt. Ein erschülternder Todesfall ereignete sich in Racgalt. Lehrer Molitor wurde von einer Fliege in das Gesicht gestochen, die, wie man annehmen muß, sich mit Leichengift gesättigt hatte, und war nach nur drei— tägigem, zuletzt sehr schmerzensvollem Lager kaum in der Mute des Lebens eine Beule des Todes. Kronach,(Biyern). Auf dem am 13. d. Nachts zwischen Hochsadt Stockheim verkehrenden Personenzug nürzte ein kleines Mädchen aus einer nicht festverschlossenen Wagenihür. Man denke sich die Verzweiflung der Mutter, unter deren Augen das Gräßliche sich ereignet halte. Nur mit Mühe konnte sie verhindert werden, sich dem Kinde nachzustürzen. Von der nächsten Haltstation eilte das Bahnpersonal, die jůmmernde Mutter voraus, mit Laternen dem Orte des Unfalls zu und man fand das Kind unver— sehrt zwischen dem Bahndamm und einem hart s am Bahn⸗ damm vorüberfließenden Gewässer liegend. Dex Unfall war dadurch entstanden, daß auf einer Zwischenstation, ohne daß es der Conducteur bemerkt hatte, ein Bauern— bursche die Waggon tbüre aufgerissen, wieder zugeschlagen aber nicht mehr verriegelt hatie. Chemnitz. Am J. Jul! des Jahres 1867 ereignete sich bekannnich in dem Kohlenwerke Neue Fundgrube zu Lugau das furchtbare Unglück, daß durch Bruch des Förderschachtes 102 Bergleuten der Ausweg nach oben nogeschnetlen wurde und dieselben trotz aller Anstrengungen nicht gerettet werden konnten. Das Gruvenfeld ist seit— dem in die Hände einer neuen Gesellschaft übergegangen, welche neben dem zusammengestürzien Schachie einen neuen abteufen liuß, um die Kohlensörderung wieder aufzunehmen. Hierbei stieß min bereits im November, dann im Dezem— ber v. J. auf die Ueberreste zweier Verunglückten, die auf fogenannten Bühnen aufgefunden wurden und jedenfalls bei dem Versuche, auezufahren, von den einbrechenden Massen erdrückt werden waren. Dieser Tage nun kam man bei den weiteren Arbeiten in einer Tiese von 748 Ellen an einen Querschlag. In diesem lagen, vom Füll⸗ orte an bis zur Länge von 16 Lachtern zerstreut, die Ueberreste von ungefähr 50 bis 60 der verunglückten Bergleute. Der Querschlag ist eingebrochen, so daß ein weiteres Vordringen jetzt unmöglich war. In den meisten Fällen sind von den Verschütteten nur die Knochentheile, zerstreut umherliegend, erhalten; bei zweien der zu Tage Geförderten war die Verbindung von Rumpf, Becken und Oberschenkel erhalten, auch waren an einigen Stellen die wachsartig veränderten Muskeln an ihrem streifartigen Ansehen noch zu erkennen. Am besten erhalten sind die Kleidungsstoffe, namentlich das Lederzeug. Außerdem wurden noch eine große Anzahl Lampen, Blenden, Füll⸗ hörner ꝛc. aufgefunden. Bei allen Lampen war der Docht weit herausgezogen, auch waren Reste von Oel noch vor— handen. Alles läßt darauf schließen, daß der Tod der Unglüch⸗ lichen sehr bald nach der schauerlichen Katastrophe erfolgt ist. In Berlin wurden falsche 20-Markstücke von einem Fremden in einem Eiskeller-Etablissement verausgabt, jedoch noch rechtzeitig erkannt, so daß der Ausgeber der—⸗ selben verhaftet werden konnte. Die„B.- und H.⸗Ztg.“ theilt mit, daß ihr ein Exemplar der gefälschten Reichs- goldmünzen zu Händen gekommen sei. Dieselben sind am Klange natürlich sofort erkennbar, die Farbe ist etwas dunkler als bei den echten. Das Gepräge auf Avers und Revers ist fehlerfrei und von den echten in nichts zu unterscheiden. Dagegen ist die Legende des Randes, deren Ausführung auch auf den echten zu wünschen übrig läßt, vollständig mißlungen. Die Lettern des Wortes UN sind kaum kenntlich, das Wort 60x zeigt statt des Anfangsbuchstabens einen liegenden Strich, der Mitielbuchstabe im Worte MIX ist der einzige ziemlich regulär geformte. Die gefälschten Münzen tragen das Bild des Kaisers und das Münzzeichen C. D. Frankfurt a. M., 16. Juli. Lustlose Stimmung und Geschäftslosigkeit halten an. Gleich zu Anfang zeige sich an den Kursen, daß wenig Nachfrage war, und nur Staatsbahn verkehrte in umfangreicherem Maße, da der gestern Abend schon gewichene Kurs viele Speculanten zum Kaufen verlockte, so daß bei 351½ zahlreiche Schlüsse gemacht und der Kurs bis 352 getrieben wurde, wo er jedoch nicht recht Stand halten wollte. Creditactien sanken bei lotaler Vernachlässigung seitens der Käufer bis 345 und 346 und Lombarden, ebenfalls ohne Umsatz, bis 219¾, Oestreich. Nationalbank 894— 96. In östreich. Bahnen war auch nur wenig Geschäft. Desto besser verkehrten Prioritäten, für welche zahlreiche Kaufaufträge vorlagen, die sich auf fast alle Sorten vertheilten. Bei dieser günstigen Stimmung für Prioritäten wollen wir nicht unterlassen auf die bei A. Reinach hier am 18. und 19. d. zur Subsfcriptkon gelangenden 5% Elisabeth⸗ bahn⸗ Prioritäten aufmerksam zu machen, die steuerstei und gatantirt sind. Der Emissionskurs in 94. Für Banken herrschte heute mehr Animo als gestern, und wenn auch die Preise keine bemerkenswerthen Avancen aufzu— weisen haben, so hielten sie sich doch sehr fest. Recht be— liebt waren wieder Effectenbank und Frankfurter Wechsler— bank. Auch Provinzial und Darmstädter gefragt. Auswärtige Fonds und Loose matt. Verloosungen. Petersburg, 13. Juli. Bei der heute stattgehabten Ziehung der Russischen Prämien-Anleihen von 1864 fielen auf folgende Nummern die beigesetzten Gewinne: Serie 13696 Nr. 22 200,000 Sg., Serie 5585 Nr. 18 75,000 SR., Serie 19830 Nr. 30 40000 SR., Serie 17474 Nr. 48 25,000 SR., Serie 10854 Nr. 10, Serie 14164 Nr. 15. Serie 18083 Nr. 37 je 10,000 SR., Serie 14699 Nr. 35, Serie 6008 Nr. 49, Serie 11628 Nr. 37, Serie 15049 Nr. 7, Serie 14280 Nr. 3 je 3000 SR. Serie 5327 Nr. 31, Serie 5055 Nr. 10, Serie 12971 Nr. 18, Serie 18299 N. 13, Serie 9268 Nr. 24, Serie 5036 Nr. 24, Serie 12444 Nr. 14, Serie 705 Nr. 17 je 1000 SR. 8 8 9 85 85 2 7 25 a uheim. 2 — 9 2 Die soeben erschienene Nr. 42 enthält: 33 Meper. Poltzeinodelle von F. Chr. B. Avs⸗Lalle⸗ mant.(Fortsetzung.)— Unglückliche Kinder. Päda⸗ gogtsche Skizzen von J. Ernst Stötzner. IV. Die Taub⸗ fsummen.— Julius Schnorr von Carolsfeld. Von Max Jordan. Mit Portrait von Wislicenus.— Aus der II. Abthellung von Hiltl's franz. Krieg. Mit 7 Illustrattonen.— Tagebuch aus der Belagerung von Straßburg. Von Max Reichard.(Jortsetzung.) Zu Bestellungen empfehlen sich Bindernagel 8 Schimpff in Friedberg Bei Bindernagel& Schimpff in Friedberg ist zu haben: Die Welt geht unter! Schlußscene des großen Weltdramas,— Von Heinrich am Stern. Preis 11 kr. Oeffentliche Aufforderung. 1585 Großberzogliches Hofgericht der Provinz Ober⸗ dessen hat über das Vermögen des Heinrich Simon des Zweiten von Nieder-Rosbach, welches um 1835 fl. 26 kr. überschuldet ist, den formellen Concurs erkannt. Diejenigen, welche Ansprüche an dieses Vermögen zu bilden haben, werden aufgefordert, solche dahler im Termine Mittwoch den 4. September l. J., Morgens 9 Uhr. anzumelden und zu degründen, auch etwatge Vorzugs⸗ echte geltend zu wachen bet Meidung stillschweigend erfolgenden Ausschlusses von der Masse. Im Termin oll abermals die Güte versucht werden und im Falle diese fehlschlagen sollte, Beschlüsse über einen zu be— Zellenden Contradictor, die Wahl eines Gläubiger-Aus- chusses und über die weltere Behandlung der Masse gefaßt werden. Die nicht erschtenenen oder durch ge⸗ vörig legitimirte Bevollmächtigte nicht vertretenen Dläubiger werden als den Beschlüssen der Mehrbeit der Erschienenen auch bezüglich eines etwa zu Stande dommenden Arrangements beitretend erachtet. Friedberg den 7. Junt 1872. Großherzogliches Landgericht Friedberg. B.. d. N: Zimmermann, All wohn, Landgetichts⸗Assessor. Landgerichts⸗Aessessor. Bekanntmachung. 949 Donnerfiag den 18. Juli d. J., Vormittags 1 Ubr, soll in biesigem Rathhause von mehreren Aeckern Korn, Gerße und Kler, sowie Gartengewächse m Friedberger und Fauerbacher Gemarkung gelegen, dem Joseph Geck II. dahter gehörend, an den Meist— vietenden versteigert werden. Feldschütze Kopp dahier und Feldschütze Stumpf zu Fauerbach d. Fr. find beauftragt, nähere Auskunft u ertheilen. Friedberg den 13. Juli 1872. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. Jed. B.: Der dienstälteste Gerichtsmann Falck. Bekanntmachung. 960 In das Firmen-⸗Register des unterzeichneten Ge⸗ chte find folgende Einträge vollzogen worden: 1) Am 5. Juli 1872. Die Firma„Sturmfels und Adam ist erloschen(Nr. 161). 3) Am 6. Juli 1872. Hofapotheker Wildelm Sturm; fels zu Friedberg hat eine Fabrik chemischer Präparate unter der Firma„Wilbelm Sturm⸗ feld“ errichtet.(Nr. 162.) Friedberg am 6. Juli 1872. Groß berzogliches Landgericht Frledberg. Reitz. 953 Da sich bei flattgehabter Ermittelung eine Ueber⸗ bwuldung des Peter Seng III. zu Dörnigheim heraus- estellt hat, so wird zur Abwendung des förmlichen boncurses Termin auf den 6. August d. J., Morgens 9— 10 Ubr, in das Local des unterztichneten Gerichts, Schloßstraße Er, 26, anberaumt. Die Gläubiger des genannten Seng haben ibre Forderungen in odigem Termin anzumelden und bei dem Güteversuch mizuwirken, vidrigenfalls sie als dem Beschluß der Mebrheit bei⸗ tetend angeseben werden. Ein etwaiger Vergleichs lescheid wird demnächst nur durch Anschlag im Gerichts⸗ bcal veröffentlicht. Hanau am 6. Jul 1872. Königliches Amtsgericht Abtheilung II. C stse er. dt. Strohmeyer. Jagd ⸗ Verpachtung. 1959 Die demnächff leibfällig werdende Jagd in der (emarkung Unter-Widdersheim, bestehend in circa 19041 Normalmorgen Feld und 253 Normalmorgen Wald, ganz nahe an die Oberhess. Eisenbabn Haltestelle ber Wirdersheim angrenzend, soll Mittwoch den . Juli d. J., Nachmittags 1 Uhr, auf unserem Küredu dahier anderweit verpachtet werden, wozu Jagd- lebhaber hiermit eingeladen werden. Unter- Widdersheim am 8. Juli 1872. Großherzogliche Vürgermeisterel Unter⸗Widdersheim. Binding. 189083 In einem bedeutenden Assecuranzgeschäft in Franffurt a. M. il für einen mu gründlicher Schulbildung und schöner Handschrift ausge tsteien jungen Mann eine Lehrlingsstelle offen. Nach kurzer Probezeit wird demselben bereits en mit jedem Lehrlingsjabr steigendes Salair gewäbrt. Fanto-Offerten sub Chiffre L. 4805 befördert die Znnoncen-Erpeditton von Rudolf Mosse in Irankfurt a. M. Mehrere Bimmergesellen 142 und zwel Lehrburschen können bet gutem Lohn Arbeit erhallen bei Johs. Füller, Pof⸗Zimmermeister in Friedberg. Süͤngerfest des Mainthalsängerbundes in Friedberg. 1955 Während der Festtage Restauration à la carte. Festball im Saale der drei Schwerter. Sonntag den 21. Juli, Abends 8 Uhr, H. J. Simon. Geschäfts⸗ Eröffnung. 1962 Einem geehrten Publikum diene zur Nachricht, daß ich die seither von der Fi r K l T Ne. b irma Friedrich Hilbrecht betriebene Colonial⸗, Glas- und Porzellanhandlung—— Heutigen übernommen habe und in dem bisherigen Locale fortführen werde. Ich verbinde damit ein Geschäft mit Mehl- und Landesprodukten und sichere meinen verehrlichen Kunden stets reelle und billigste Bedienung zu. Friedberg. M. D. Lö b. Pferde⸗ und Fohlen⸗Narkt zu Frankfurt a. M. am 23., 24. und 25. September 1872. 1903 Die vollständig für 400 Pferde hergerichteten neuen prachtvollen Stallun ö ö * 8 J gen, umgeben mtt schönsten Musterplätzen, welche noch durch eine große bedeckte Reitbahn vermehrt wurden, find zur Aufstellung feinerer Pferde bestimmt. P 55* am 23. Sepfember nebst Vertheilung von Ehrenprelsen an die Besitzer der 8 ramurung 5 9. Pferde. 1 8 am 25. Seplember, entlich vor Notar und Zeugen von 62 der schönsten Verloosung Reit⸗ und Wagenpferde, 10 vollständigen vier-, zwei⸗ und einspännigen Equipagen, nebst completten Geschirren, sowie sonstigen Reit- und Fahr⸗Requisiten im Werth von circa fl. 70,000, wenn 40,000 Loose vergriffen find. Anfragen und Beslellungen auf Stallungen, sowie auf Loose, Letztere à Thlr. 1.(fl. 1. 45 kt.) per Stück, beliede man franeo an den Secreräs des unterzeichneten Vereins, Herin E. Kappel, zu richten, wo auch Uebernebmer einer größeren Anzabl von Loosen die näheren Bedingungen erfahren können. Den Aufträgen für Loose ist der Betrag franco mit deutlicher Angabe der genauen Adresse beizufügen. Falls die Zusendung franco und recommandtirt gewünscht wird, sind die erforderlichen Marken einzusenden. g Auswärtige Tbellnehmer, deren Adressen dem Secretariat bekannt sind, werden, falls ihnen ein größerer Gewinn zufällt, davon— soweit thunlich— mittelst Telegramm in Kenntniß gesetzt. Der Vorsitzende des landwirtbschaftlichen Vereins: Dr. Georg Haag. Die Gartenlaube.. Ae Inbalt: Die Diamanten der Großmutter. Er⸗ zählung von Levin Schückng.(Fortsetzung.)— Ein neuer Zler- und Zimmervogel. Von Brehm. Mit Abbildung: Glanzstaaxre. Nach der Natur gezeichnet von Emil Schmidt.— Partser Bilder und Geschichten. T. F. Von Ludwig Kalisch.— Eine schöpferische Ohr feige. Mit Illustration: In der Geburtsstätte des Hermann-Denkmals. Nach der Natur auf— genommen von Professor Oesterley in Hannover.— Bläster und Blülsben: Der Locomotiofübrer.— Das Reliqulenkästlein des deutschen Reichs.— E. Werner in Berlin und Rom.— Kleiner Briefkasten. Nr. 28. Inhalt: Die Diamanten der Großmutter. Er— zäblung von Levin Schücking.(Fortsetzung)— Ein Gang durch die Katakomben bei St. Stephan in Wien. Von K. W. Mit Abbildung: In den Katakomben zu St. Stephan in Wien. Nach einer Skizze von H. Fritzmana.— Fingerzeige für Bergreisende. 9 Von Gottfried Kinkel. (Geschrieben Winter 1849.— 50 im Gefängniß zu Nau⸗ Von B.— Meine Kindbeit. gardt.)— Ein Besuch in Barackla. Berliner Lebensbild. Von Max Ring. Mit Illustration: Die Baracken⸗ sladt von Berlin, Nach der Natur aufgenommen von L. Loeffler.— Blätter und Blüthen: Große gürstensorge. Von N. in Eisfeld.— Nachruf an Robert Putz, gest. am 21. Juni 1872. Gedicht von Emil Rittersbaus.— Jägerlatein. Von F. R.— Berichtigung. Von Corvin. — Kleiner Briefkasten. Bindernagel& Schimpff in Friedberg empfehlen sich zu geneigten Aufträgen. Hofapotheke zum Engel 1872 von C. Görtz empfiehlt Soda-Wasser, starkvergiftetes Fliegen⸗ papier, condensirte Milch, Fleischertrakt, Liebig's Kindernahrung zu den billigsten Preisen. Fußboden ⸗Lack, 1333 mit und ohne Farbe, empfiehlt billtast Wilh. Bernbeck, Ein geräumiges Logis 1895 in der Ludwigstraße ist zu Anfang Oktober an eine stille Familie zu vermiethen. Näheres zu erfragen bei der Exped. d. Bl. Korbwaaren. 1968 Bestellungen auf alle Arten neuer Korbwaaren werden schnell ausgeführt. Reparaturen werden destens besorgt. J. Kriegshammer, Korbmacher. Wohnung bei Herrn Betz, Hof-Dachdecker. Alle Arten Stühle werden geflochten. J. Kriegshammer, Korbmacher. Wohnung bei Herrn Betz, Hof-Dachdecker. Beste Schmiedekohlen 1970 empfiehlt Ph. Dan. Kümmich. Zu verkaufen 1961 ein neuer einspänniger Wagen, sowie eine große Grube Mist. * Friedberg. Gebrüder Bendheim. 5. let- 18 die neusten und schönsten Muster, verkauft zu sehr billigen Preisen K. Friedrich neben der Post. An- und Verhauf 1744 von Staats-Papieren, Anlehens⸗ loosen, Coupons zc. ꝛc. unter Zuficherung reeller Bedienung. Friedberg.. A. Nauheim. Geld. Cours. Frankfurt am 16. Juni 1872. Preuß ische Friedrichsd'or...„ fl. 9 58-89 Mien 11 Holländische fl. 10- Stücken.„ 9 53—55 Ducaten. 5 33—35 Ducaten al marco,„ 5 34—36 20-Frankenstücke 5 9 22—23 Englische Sovereigns„ 11 498 Russische Imperiales„% 9 4. Doltar e Gs. 25½—26½ Fruchtpreise. Per Malter. Friedberg, 16. Juli. Waizen 16 fl. 10 tr.; cor! 9 fl. 50 kr.; Gerste 7 fl. 25 kr. 3 Hafer 5 fl. 10 tr. Frankfurt, 15. Juli.(Per 100 Kilo.) Waizen 16½%— ¼; Kor! 10½— 10½; Gerste 8; Häfer 8½—½ j Rüböl(per 50 wilo) ohne Faß von 50 Cir. 23 fl.; Brannmwein(50% Tr. per 160 Lit.) ohne Faß. Grünberg, 13. Jult. Waizen 15 fl. 41 tra or) 10 fl. 10 kr.; Gerste 7 fl. 3U er.; Hafer 4 fl. 32 ke. 3 Molter— fl.— kr.; Erbsen 11 fl. 5 kr.; Linsen— fl. — kr.; Saamen 44 fl. 7 kr.; Kartoffeln 5 fl. 4 fr. Moinz, 12. Juli. Walzen 16 fl. 22 fr.; Korn 10 fl. 13 kr.3 Gerste— fl.— fr.; Hafer 9 fl. 50 kr. z Kartoffeln 6 fl. 30 kr. neue 7 fl. 30 kr.; Roggenstroh per 100 Gebund 26 fl. N K 9 . 00. — Jüngertag des Mainthal-Saͤngerbundes zu Friedberg. Fest ordnung. 5 Uhr Morgens: Choralmusik vom Thurm der Burgkirche. 8 Uhr: Feierlicher Empfang der auswärtigen Vereine durch den Empfangszug mit Musik, Begrüßungsgesang der hiesigen Gesangvereine und Bewillkommnung durch den Festpräsidenten. 9 Uhr: Frühstück auf dem Festplatze. 10½ Uhr: Generalprobe. 12 Uhr Mittags: Festmahl auf dem Festplatze(nur für die Sänger). 3 Uhr Nachmittags: Festzug. 4 Uhr: Festconcert, in welchem etwa 550 Sänger aus den Städten Aschaffenburg, Darmstadt, Friedderg, Hanau, Nauheim und Offenbach mitwirken. Dabei Festrede. Nach dem Concert Schmückung der Fahnen am Stadthause durch die Festjungfrauen und zweite Festrede. 8 Uhr Abends: Bankett auf dem Festplatze. Dritte Festrede. Gesang und musikalische Vor⸗ träge. Nach dem Bankett Tanzverguügen an dem Festzelte. Tags nach dem Festtage: Morgens Ausflug nach Bad Nauheim, Nachmittags Unterhaltung und mustkalische Vortrage auf dem Festplatze.. Das Comité. An die Bewohner der Stadt und Umgegend. 1903 Um die Betheiligung am Concert und Bankett zu erleichtern, hat das Gesammtcomité die Eintrittspreise moglichst nieerig normirt und die Beschaffung von Karten leicht möglich gemacht. Die Finanzcommission bringt Folgendes zur öffentlichen Kenntniß: Preise: 1969 a. fürs Concert. Reservirte(numerirte) Plätze.= re r WWA—„ 24„ III.. E.—„ 12„ b. fürs Bankett—„ 12, Eintrittskarten sind von Dienstag dem 16. Juli an zu beziehen zu Friedberg in den beiden Buchhandlungen, sowie bei Th. Kranz auf dem Haag und Eduard Hirsch auf der Freiheit. Zu Nau beim in dem Geschaftslocale von Bindernagel& Schimpff, hier jedoch nur bis Mittags 11 Ubr am 21. Juli. Ebendaselbst sind auch ausführliche Programme, den Text der Gesänge enthaltend, k 6 kr. zu haben. An den Kassen betragen die Eintrittspreise: a. fürs Concert: Reservirte(numerirte) Platze. 1 fl. 45 kr. D ·˙» 4 9705 a 30 F b. fürs Bankett.—„ 12 Da für jeden Platz nur eine bestimmte Anzahl Billets ausgegeben wird, so wolle man sich zeitig für dieselben sorgen. Friedberg den 10. Juli 1872. Das Heidt E. Hirsch Finanzcomit ée: H. Bechstein. Th Kranz Nebhuthb. Ph. Vogt. Sanger fest. 1964 Wir erlauben uns nochmals die dringende Bitte an unsere Mitbürger zu richten, bei Beschaffung von Sängerquartieren uns bestens unterstutzen zu wollen Es fehlen deren noch an 100 und wird jedes, wenn auch noch so bescheidene Obdach uns sehr willkommen sein. Im Vertrauen keine Fehlbitte gethan zu haben, sehen wir recht zahlreichen Anmeldungen baldigst entgegen und beliede man solche bis incl. dem Fesitage selbst bei uns einzureichen. Die Einquartierungs-Commissson: Friedrich. Reuß. Schmidt. A Trapp H. Waas. Sängertag den 21. Juli: Großes Concert in Windecker's Kelsenkeller, ausgeführt von der Kapelle Schellhaas. Anfang 4 Uhr.— Entrée für Herrn 9 kr., für Damen 6 kr. Zu recht zahlreichem Besuche ladet ergebenst ein Konrad Heß. 1973 Jͤͤngerfest zu Friedberg. 1974 Den Bewohnern der Stationen der Main⸗Weser⸗ Bahn diene zur Nachricht, daß am Festtag, Abends 10 Uhr, ein Extrazug von hier nach Frankfurt abgehen wird, welcher an allen Stationen anhält. Das Festeomit 6. S Turner-Feuerwehr. . Ganze Mannschaft. 1965 Freitag den 19. d. M., Abends 2 präcis 7½ Uhr, Uebung auf dem Turn⸗ platz. Nach der Uebung Versammlung. . 8 Fa lck. Turnverein und Turner- Feuerwehr. 1957 Freitag den 19. d., Abends 9 Uhr, General⸗ versammlung bei Herrn C. F. Walz.(Nähere Be⸗ sprechung über Art der Betheilung am Festzug des am 21. d. fiattfindenden Sängersestes.) Theater. 1958 Es wäre sehr zu wünschen, daß die Theater⸗ besucher sich pünktlich zu der für Anfang der Vor⸗ stellungen angekündigten Zeit einfinden wollten, damit ein präciser Beginn derselben möglich wird und das Ende der Theater-Vorstellung sich nicht bis gegen 11 Uht hinausziehen muß. Eine Annehmlichkeit ist es gewiß nicht, namentlich in unseren heurigen Hundstagen, von balb 8 Uhr bis ¾9 Uhr auf den Beginn der Vor⸗ ftellungen warten zu müssen. Bührer Flammkohlen, vorzüglichster Qualität, 46 Thlr. per 200 Ctr. ab Zeche. Ph. Dan. Kümmich. Grabsteine aller Art, sowie Kreuze, Schrift⸗Tafeln, N N Rollen, Bücher ꝛc., auch schöne israel. INCrabfteine find stets auf Lager. 0 griedberg. 1 U Melchior Boll, N 1972 Steinmetz. 2 1954 Ein älterer, fast erblindeter Herr sucht während seines Aufenthaltes in Bad⸗Nauheim eine gebildete Dame zum Vorlesen. Gefällige Offerten bittet man in der Buchhandlung von Bindernagel& Schimpff in Friedberg und Bad- Nauheim abzugeben. 1956 Rabbiner Dr. Levi in Gießen ist bis zum 13. August in Urlaub ab⸗ wesend. Glace-MHandschuhe, Militärhandschuhe, sowie Rauhleder- und Pil-d'Ecosse⸗Handschuhe 61 biligft bei K. Friedrich neben der Poß,. Pack kör be für Obst, Eier, Gemüse u. dlg., per Stück 9 kr., zu verkaufen. J. Kriegshammer, Korbmacher, Wohnung bei Herrn Betz, Hof⸗ Dachdecker. 1966 dür eine kleine, stille Familie 1976 wird ein braves Dienfimädchen gesucht. Eintritt sofort. Näheres dei der Exped. d. Bl. Hermann Bechstein in Friedberg, 70 Breitestraße 70, 1334 empfiehlt eine große Auswahl fertiger Herrenhemden, sowie Kragen, Nan⸗ schetten und Chemisetten, Herrenbinden, Glacé⸗, Seiden u. Fil-d'Ecosse-Handschuhe, wollene u. baumwollene Unterjacken, Hosen⸗ träger u. s. w. zu den billigsten Prelsen. Ein erfahrenes Hausmädchen 1848 wird gegen guten Lohn gesucht. Näheres zu erfragen bei der Exped. d. Bl. 1975 Der Unterzeichnete erlaubt sich einem geehrten hiesigen und auswärtigen Publikum seine geräumigen Wirthslocalitäten mit Metzgerei, namentlich zu dem bevorstehenden Sänger⸗ fest, in empfehlende Erinnerung zu bringen mit dem Bemerken, daß er sich zur Pflicht machen wird, die geehrten Besucher auf's Beste zu bedienen. 32 E. W Walz, Friedberg'den 17. Juli 1872. Brauerei zur goldenen Reichskrone. Ian: 7½ Uhr. Uhr. Israelitischer Gottesdienst in Friedberg. Be gi Freitag Abends Samstag Morgens 8 Verantw. Redact.e Hermann Schimpff. Druck und Verlag von Bindernagel& S chim. Hel.