er „ 1 Sent 2 Kile 1s f. „ 2 16—30⁰ Nov, N ranz 1872. 3 Saumstag den 16. Uovember. N 135, herhessischer Anzeiger. Friedberger Intelligenzblatt. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag, Amtlicher Theil. Betreffend: Den im Monat October d. J. vorzunehmenden Wiesengang. Friedberg den 14. November 1872. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Ein großer Theil von Ihnen ist mit Einsendung der nach unserm Ausschreiben vom 14. September l. J., in Nr. 110 des Ober⸗ hessischen Anzeigers, aufzunehmenden Wiesengangs-Protokolle noch im Rückstande, wir erwarten solche daher in der Kürze. Ter a p p. Friedberg am 13. November 1872. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien, Großh. Polizeiverwaltung Bad-Nauheim und den Großh. Polizeicommissär zu Wickstadt. Durch die Zutheilung der Gemeinden der früheren kurhessischen bezw. hessen-nassauischen Aemter Nauheim und Reichelsheim, sowie durch andere Umstände, insbesondere Erbauung neuer Vicinalstraßen, ist die Erwägung angeregt, ob und welche Abänderungen in den seit⸗ herigen Einrichtungen über das Feueransagen und die Hülfeleistung bei auswärtigen Bränden, wie solche durch unser Amtsblatt Nr. 6 vom 5. Juli 1860 bestimmt wurden, insbesondere welche andere Eintheilungen der einzelnen Bezirke angezeigt sind. Indem wir Ihren gutacht⸗ lichen Berichten hierüber entgegensehen wollen, bemerken wir für die Gemeinden Bad- Nauheim, Dorheim, Dorn-Assenheim, Reichelsheim, Betreffend: Löschordnungen. Rödgen und Schwalheim, daß bezüglich derselben ganz neue Vorschläge über Bildung von Hülfeleistungbezirken zu machen sind. Tir a ip p. Betreffend: Das Landgestüt, nunmehr die Untersuchung der als Beschäler zu benutzenden Hengste von Privatpersonen für 1873. Friedberg am 14. November 1872. Das Gr. Kreisamt Friedberg an die Gr. Bürgermeistereien und den Gr. Polizei-Commissär zu Wickstadt. Sie werden bis zum 5. k. Mis. berichten, ob und welche Privatpersonen Hengste zum Bedecken von Stuten für 1873 verwenden und der angeordnet werdenden Untersuchung solche nicht vorhanden sind. unterwerfen wollen. Bei Denjenigen, die bis dahin nicht berichten, nehmen wir an, daß K ka p. f Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. Wilhelm Leo Vogt von Reichelsheim wurde als Feldgeschworener für dasige Gemeinde bestellt und verpflichtet. Deutsches Reich. Darmstadt. Dem„Fr. J.“ wird von hier gemeldet: Der Befehl zur Verlegung der hessischen Artillerie nach Babenhausen, sowie der gesammten Cavalerie nach Darmstadt wird von wohlunterrichteter Seite als in aller Kürze bevorstehend bezeichnet.— Die von einigen Blättern gemeldete Umwandlung des hiesigen Garnisons⸗Lazareths in eine Infanterie, Kaserne ist unrichtig, vielllehr wird eine Kaserne in der Nähe des Exereierplatzes zwischen Artillerie- und Cavalerie-Kaserne gebaut werden.— Wie man hört, liegt es in der Absicht des Ministeriums, die Obermedieinal-Direetion aufzuheben und etwa vorkommende Medicinal-⸗ Angelegenheiten im Mini- sterium selbst zu verhandeln. Es sollen deshalb ein Medieiner, ein Vetetinär-Mediciner und ein Pharmaceut als außerordentliche Mitglieder im Ministerium des Innern Aufnahme finden. Ein großer Schritt zur Aufhebung jener Behörde ist setzt schon dapurch geschehen, daß das Ministerium bverselben die Befugniß zur Strafverhängung über Kreismedicinal⸗Aemter, Kreisveterinär-Aemter und Apotheker entzogen und für sich selbst reservirt hat. Die fragliche Behörde dürfte daher in den neuen don der Regierung versprochenen und in Kürze den Ständen vorzulegenden Personal- und Be— oldungs⸗Etats nicht mehr vorgesehen sein. — Der Aussichtsrath der Bank für Handel und Industrie beschloß mit Rücksicht auf die Aus⸗ v»ehnung der Geschäfte der Abtheilung Berlin und »ie bevorstehende Errichtung mehrerer neuen Com- manditen weitere 10,000,000 Gulden Actien mit Dividende von 1873 zu emittiren und solche den erzeitigen Actionären und zwar 2 neue auf 5 alte um Cours von 150 pt, zur Verfügung zu stellen. — Der Landgerichts⸗Assessor August Klingel- höffer in Nidda wurde zum Stadtherichts-Assessor sei dem Stadtgericht Darmstadt ernannt. — Das Ministerium hat die Wahlcommissäre für die einzelnen Wahlbezirke bereits ernannt. — Bon dem Bezirkestrafgericht wurde Urtheil, tesp. Vergleich in dem bekannten Prozeß Ohly gegen Pfarrer Baist von Ulfa wegen durch die Presse begangener Beleidigung verkündigt. Der Ankläger zieht seinen Strafantrag zurück und der Beklagte zahlt die erwachsenen Kosten. § Aus Oberhessen. Die am 10. d. M. in Gießen abgehaltene Wahlversammlung war fast von allen Wahlbezirken aus besucht. Nachdem auf Vorschlag des Hofgerichtsraths Buff Advokat Dr. Eckstein den Vorsitz übernommen, erörterte Professor Oncken in gediegener Rede die Zwecke der Versammlung, indem er insbesondere das Recht Oberhessens sich seine Abgeordneten aus den eignen Einwohnern zu er wählen betonte, ein Recht, das auch seit Jahren von den andern Provinzen des Großherzogthums unbestritten geübt werde und jetzt, wo alle 25 Jahre alten Steuerzahler wählbar seien, ohne Schwierigkeit ausgeübt werden könne. Der Redner wies hiebei treffend nach, wie unberechtigt der Vorwurf eines engherzigen Partieularismus diesem natürlichen Rechte gegenüber sei. Pfarrer Ellenberger hob hierauf in scharfen Zügen die gegenwärtigen Be— ziehungen zwischen Kirche und Staat hervor, welche auf dem bevorstehenden Landtage eine gesetzliche Regelung erfahren sollen und wahrte der evangel. Geistlichkeit das Recht bei dieser sie so tief be— rührenden Angelegenheit ein Wort mit zu reden. Die Versammlung constituirte hierauf ein Central— comité und nahm Wahlvorschläge aus allen Be- zirken Oberhessens entgegen, wobei sie von dem richtigen Satze ausging, Vorschläge aus dem Volke zu erwarten und nicht die Candidaten demselben zu octropiren. Wir hoffen, daß das oberhessische Volk in Erkenntniß des Satzes handeln werde, daß es am besten durch Männer aus seiner Mitte vertreten ist. Berlin. Dem„Fr. J.“ geht folgendes Telegramm zu: Die Regierung beabsichtigt die alsbaldige Erwerbung der Main⸗Weserbahn zum ausschließlichen Eigenthum Preußens. R— Der„Reichsanzeiger“ meldet die Ernennung des Professor Hermann zum Präsidenten des Kirchenraths. — Die Reichssteuer-Commission hat sich für die von dem preußischen Finanzminister beantragte gleichmäßige Erhöhung der Tabakssteuer und des Eingangszolles auf Rohtabake entschteden. Der Schutzzoll zu Gunsten des einheimischen Tabaks baues ist demnach beibehalten. — Eine Meldung, die mit Vorsicht aufge⸗ nommen werden muß, besagt, daß ein Consortium von drei Personen von der Militärverwaltung für 180,000 Thaler erbeutete französische Militär- Effecten, Kleidungsstücke und Lederzeug, gekauft und wieder Alles der französischen Regierung für 1,200,000 Fres, verkauft habe. — 13. Nov. Abgeordnetenhaus. v. Forcken⸗ beck wurde mit 247 von 268 Stimmen zum Präsidenten gewählt. Zum ersten Vicepräsidenten wurde Köller mit 236 von 266 Stimmen ge⸗ wählt, zum zweiten v. Bennigsen. Die Wahl der Schriftführer wird in der nachsten Sitzung be⸗ kannt gemacht. — Die Blätter bringen die Nachricht von der Erkrankung des Fürsten Bismarck. Derselbe soll an sehr heftigen rheumatischen Schmerzen leiden. Sein Hausarzt wurde nach Varzin berufen. Dresden. Die Festlichkeiten der königlichen Jubelfeier sind zu Ende und die fürstlichen Gäste haben Dresden bereits wieder verlassen. Nach dem„Dresdener Journal“ sprach das deutsche Kaiserpaar vor seiner Abreise seine Freude und Anerkennung über die Liebe und Treue des säch⸗ sischen Volkes zu seinem Königshause und über den Ordnungssinn der Bewohnerschaft Dresdens aus. Ein imposanter Fackelzug, welcher von der Stadt, unter Theilnahme der Künstlerschaft, der Vereine, Gewerkschaften, Gymnasien und Schulen dargebracht wurde, sowie eine glänzende Illumi⸗ nation der Stadt beschlossen würdig die Ver— mählunge- Feierlichkeiten. Der König und die . —— r Königin haben am Tage ihrer goldenen Hochzeit beschlossen, zu Gunsten hülfsbedürftiger und wür⸗ diger Ehepaare, welche 50 Jahre ehelich verbunden gewesen sind, eine Stifung zu errichten und ge— meinschaftlich zu diesem Zwecke ein Kapital von 10,000 Thalern bei dem Hofzahlamte deponirt. München. Gegen ein bisher dahier bestan— denes, im Volksmunde unter dem Namen„Dachauer Bank“ bekanntes Bankgeschäft einer Frl. Adele Spitzeder, einst lebensfrohe Jüngerin Thaliens, jetzt gefeierte Betschwester, ist das Bezirksgericht auf Antrag vieler Gläubiger eingeschritten, nach- dem schon längere Zeit von Seite der Presse und besonnener Männer gewarnt worden war vor diesem Schwindelgeschäft, das sich in kurzer Frist von einer Pfandleihanstalt zu einer„Bank“ oder viel— mehr Spar⸗ und Leibkasse in größtem Styl herauf geschwindelt hatte. Die Stadt- und Landbevölkerung strömte mit ihren großen und kleinen Ersparnissen der von dem Clerus protegirten Bank massenweise zu, wodurch für die übrigen Sparkassen des Landes ein fühlbarer Ausfall erwuchs und endlich gericht— liches Einschreiten geboten schien. Eine vorge— nommene amtliche Prüfung der Geschäftsverhältnisse der Spitzeder'schen Dachauer Bank ergab äußerst mangelhaft geführte Bücher, die größte Unordnung in der ganzen Geschäftsgebahrung und eine zweifel— lose bedeutende Ueberschuldung. Frl. Spitzeder ist daher in Civilsicherheitshaft genommen und Nachts 1 Uhr in das Gerichtsgefängniß überführt worden. Die Haft dürfte sich in eine Criminalhaft um- wandeln, da alle Anhaltspunkte für einen betrüge— rischen Bankerott vorliegen. Die Aufregung im Publikum ist groß, die Ruhe indeß bisher nirgends gestört worden. — Der vorgenommene Bücherabschluß der „Dachauer Bank“ ergab eine Einlage von etwas über 10 Millionen, der Kassenbestand dagegen nur 33,000 fl. Die Gesammt Activa betragen 700,000 fl. Das Bezirksgericht hat das Con— cursverfahren gegen Adele Spitzeder eingeleitet. Hamburg. Meldungen aus Kiel, Eckern— förde und Flensburg vom 13. d. zufolge haben dort große Ueberschwemmungen stattgefunden Die Nachrichten sind wegen der Störung der tele— graphischen Leitungen bis jetzt noch unvollständig. Von allen wird indeß ein sehr heftiger Nordost— sturm mit Schneefall gemeldet. Lübeck. Die Trawe ist am 13. d. ausge— treten. Mehrere Stadttheile sind überfluthet. Das Hauptzollamt, die Eisenbahn, eine Zeitungs druckerei und mehrere Waarenhäuser stehen vollständig unter Wasser. Kähne, Balkenflöße und Bretter treiben stromaufwärts. Der Schaden ist sehr beträchtlich. Aus Trawemünde wird ebenfalls von einer großen Ueberschwemmung gemeldet. Ausland. Schweiz. Bern. Die Nachricht der„N. Fr. Presse“, Italien drohe, den Gotthardbahn— Vertrag zu kündigen, falls der dritte Theil der Arbeiten am Gotthardtunnel nicht einer italienischen Gesellschaft übertragen werde, ist durchaus unbe- gründet. Frankreich. Der„Sieele“ will wissen, daß Graf Arnim abermals wegen der Paßfrage in Unterhandlung mit Rémusat und in lebhaftem Depeschenwechsel mit Berlin stehe. Die Ange— legenheit sei dringlich, weil die deutschen Behörden die„größte Strenge“ gegen französische Reisende an der Grenze übten. — In einer Versammlung der Rechten wurde beschlossen, die Interpellation wegen der Aus- weisung des Prinzen Napoleon zu unterstützen, wobei jedoch hervorgehoben werden soll, daß dies keintswegs aus Rücksicht für die Person des Prinzen geschehe. — Präsident Thiers hat am 13. Nov. seine Botschaft verlesen. Dieselbe constatirt die Ruhe, deren sich das Land erfreue, erinnert an den Er— folg der letzten Anleihe, an die gute Lage der französischen Bank und des französischen Handels. Das Budget anlangend werde 1873 das Gleich— gewicht erreicht und 1874 ein Einnahmeüberschuß erzielt werden. Thiers beglückwünscht sich zum Abschluß des französischen Handelsvertrags, ohne welchen jede Uebereinkunft unmöglich gewesen wäre. Die Botschaft, indem sie hierauf die gesammte Lage des Landes ins Auge faßt, betont lebhaft die Nothwendigkeit der Aufrechterhaltung der Ord— nung und sich speciell zu den Republikanern wen⸗ dend sagt sie: Die Ordnung muß lebhaft gewünscht werden, gelingt diesesmal die Republik, so werden wir es nur der Ordnung verdanken. Möchten die Republikaner, wünscht Thiers schließlich, zu Gunsten der Sicherheit der Republik die Ausübung gewisser Rechte opfern, die freien Völkern zustehen.— — Die conservativen Journale sind in der Beurtheilung der Botschaft getheilt; dieselben er- kennen ihren conservativen Charakter an, sprechen sich aber gegen die definitive Errichtung der Re— publik aus. Die republikanischconservativen Blätter, namentlich„Journal des Débats“, spenden der Botschaft rückhaltlosen Beifall und zweifeln nicht, daß sie die Zustimmung des Landes finden wird. Die radikalen Zeitungen besprechen die Botschaft gleichfalls beifällig und betrachten die Republik als endgültig begründet; einige hoffen, daß die Nationalversammlung sich auflösen werde. Spanien. Madrid. Das Kriegsgericht in Ferrol hat eine Reihe von Urtheilen über die Theilnehmer an dem jüngsten Ausstande gefällt. Einer ist zum Tode, ein Anderer zu lebensläng— licher Zwangsarbeit, 29 sind zu zehnjähriger, einer zu sechsjähriger Haft verurtheilt, 4 wurden freigesprochen; endlich werden 300 der gefangenen Meuterer in die Colonien gesandt, um dort ihre Strafe abzubüßen. Amerika. Ueber den vorigen Sonnabend in Boston ausgebrochenen großen Brand geht der „Times“ ein ausführliches Telegramm aus Phila— delphia zu, dem wir das Nachstehende entnehmen: „Das Feuer brach am Sonnabend gegen 7½ Uhr in einem an der Ecke der Summer- und King⸗ stonestraße gelegenen großen Granitgebäude aus. Es ist dies im Herzen des Geschäftstheiles von Boston, der hauptsächlich Granitgebäude enthält. Anfangs wehte der Wind nicht heftig, aber bald stellte sich ein starker West⸗ und Nordwestwind ein. Der Granit zerbröckelte, und da die Gebäude mit Waaren angefüllt waren, griffen nun die Flammen um sich. Das Feuer dehnte sich in nordwestlicher und südlicher Richtung längs Summerstreet aus, und rückte dann von dieser Straße aus in nord- östlicher Richtung weiter vor. Sonntag Morgen um 4 Uhr waren bereits 22 Häusergevierte ein- geäschert; der abgebrannte Distrikt bedeckte zu dieser Zeit ungefähr 50 Acres. Von Summer street rückte später die Feuerlinie über eine Drittel— Meile längs der Bay-Front, in Broadstreet bis zu einem Häusergeviert von Boston⸗Common vor. Die Bostoner Feuerwehr war dadurch lahm ge⸗ legt, daß die meisten Pferde an der Epidemie ge— fallen waren. Dies verhinderte auch in hohem Grade die Wegschaffung der Waaren. Da die Polizei außer Stande ist, die Ordnung cufrecht zu halten, sind die in Boston stationirten Ver. Staaten⸗Truppen und Seesoldaten dazu aufge— boten worden. Während der Verwirrung wurde, wie nicht anders zu erwarten, viel geplündert; allein 200 Diebe, darunter mehrere Frauen, wurden arretirt. Der Verlust von Menschenleben soll sehr erheblich sein, doch war es bis jetzt un— möglich, die genaue Zahl der Umgekommenen zu ermitteln. Kein Gebäude schien feuerfest zu sein, alle unterlagen den Flammen“. 2 Friedberg den 14. November. Wegen der sehr ungünstigen Witterung konnte die auf gestern Abend an⸗ beraumte Versammlung des landwirthschaftl. Casinos für Friedberg und Umgegend nicht abgehalten werden und ist dieselbe auf nächsten Mitwoch verlegt worden, wovon die Mitglieder und Freunde des Casinos hiermit Nachricht erhalten. Die Tagesordnung wird in ber nächsten Nr. dieser Blätter mitgetheilt werden. Friedberg. Wie verlautet fanden am 12. Nov. in einem Gasthause zu Nieder-Wöllstadt zwei Duelle zwischen Gießener und einem Heidelberger Studenten statt, wobei einer der Duellanten eine schwere Verletzung am Kopfe und ein anderer eine gefährliche Wunde am Halse davon getragen haben soll. In Niedereschbach vergnügte man sich auf der am letzten Sonntag stattgefundenen Kirchweihe außer mit dem Tanze auch mit Schießen und Losbrennen verschie⸗ denen Feuerwerks. Bei letzterem hatte der Sohn des Pächters Schwenk das Unglück, daß ihm ein sog. Frosch in der Hand explodirte und ihm dieselbe dermaßen ver⸗ letzte, daß der Daumen alsbald abgenommen werden mußte und die Gefahr für den Verlust der ganzen Hand noch nicht vorbei ist. Von Frankfurt aus wird darauf ausmerksam ge⸗ macht, daß dermalen wieder Leinwandreisende die Gegend unsicher machen und ihre geringe Waare für theures Geld an den Mann zu bringen suchen. Frankfurt. Zwischen einem Metzger und einem Rentier entstand über Bezahlung von 28 kr. ein Streit, welcher schließlich zur Klage vor dem Stadtamt führte, Der Proceß über diese Bagatelle ist nun zu Gunsten des Metzgers entschieden und der Rentier hat außer der Klage— summe auch die Kosten, welche sich auf fast 40 fl. belaufen, zu bezahlen. Frankfurt. Nach hier eingetroffener Nachricht, ist auf der Stettiner Bahn ein Personenzug entgleist und vollständig in's Wasser gefahren. Hülfe von Militär aus Stettin und Berlin wurde requirirt.— Im Kasseler Bahnhof wurde ron einem Nordbahn-Zug ein Weichen⸗ steller todt gefahren; ebendaselbst fuhr eine leere Maschine in einen Rangirzug und zertrümmerte mehrere Wagen, wodurch der Bahnhof zeitweilig gesperrt wurde. Michelstadt. Um den Erbacher Zweigverein der Gustav⸗Adolf⸗Stiftung, der bis vor wenig Jahren bestanden und zu den blühendsten unseres Landes gehört hat, wieder in's Leben zu rufen, traten etwa 40 der an⸗ gesehensten Männer, darunter 8 Bürgermeister, zusammen, und luden alle Freunde des Vereines zur Betheiligung ein. Am Sonntag Mittag war in der hiesigen Stadtkirche ein feierlicher Gottesdienst, nach dessen Beendigung die defini⸗ tive Constituirung des Vereins stattfand. Der hiesige Oberpfarrer, ein frommer Mann, zeigte sich als Gegner der Sache und ließ sich nicht sehen, so wenig wie einer der gräflichen Beamten von hier oder Erbach. Gleichwohl war die Kirche gedrängt voll und die Feier verlief in durchaus würdiger Weise bei Betheiligung von fünf Geist⸗ lichen, von denen Pfarrer Habicht aus Rüsselsheim die Festrede hielt. Nürnberg. Der Export nach den Vereinigten Staaten hat im District des Consulats Nürnberg vom 30. Sept. 1871 bis zum 30. September 1872 in Summa 6,728,549 fl. ergeben, im gleichen Zeitraum des Vorjahrs 5,269,158 fl. sohin im verflossenen Jahre um 1,009,391 fl. mehr. Die Hauptartikel sind folgende: Spiegel und Fensterglas 1,859,722 fl., Spielwaaren, Phantasieartikel 1,016,744 fl., Hopfen 668,928 fl., Broncefarben und Blattmetall 495,326 fl. Bleistifte und Blei in Stücken 358,356 fl., Körbe und Korbwaaren 311,722 fl., Tuch 222,027 fl., Tapiserie und Posamentirwaaren 184,305 fl., Bund⸗ und Luxuspapier 149,645 fl. Von den weiteren Artikeln heben wir noch Menschenhaare hervor, welche 13,208 fl. ergeben haben. Australien. Von den Greueln des Sklavenhandels im großen Ocean wird berichtet: Ein Doctor Murray in Melbourne rüstete im vergangenen Jahre ein Schiff aus, das mit ganz unverdächtiger Ladung von Melbourne nach den Fidschi-Inseln ging. Dort verließ der Capitän das Schiff und der erste Steuermann Namens Armstrong löste beim englischen Consul in Levuka eine Erlaubniß zur Anwerbung„freier Arbeiter“ auf den Inseln. Hier⸗ mit versehen, begann er nun eine scheußliche Menschen⸗ jagd. Sobald das Schiff bei einer Insel in Sicht kam und die Eingebornen sich vertrauensvoll in ihren Booten näherten, wurde Alles ohne Unterschied aufgegriffen und in den Schiffsraum eingesperrt. Als die Ladung fast voll war, empörten sich die unglücklichen Gefangenen und versuchten das Schiff in Brand zu stecken. Die Mannschaft feuerte eine ganze Nacht hindurch in den Schiffsraum und am andern Morgen fanden sich 70 Todte und Verwundete. Armstrong ließ sie sammt und sonders ins Meer werfen, und damit Niemand von den Verwun⸗ deten sich etwa durch Schwimmen rette und die Sache mittheile, wurden ihnen die Beine vorher zusammen ge⸗ bunden. Trotz dieser Grausamkeit erfuhren aber die Behörden in Melbourne durch die Mannschaft selbst von den Vorfällen und die gesammte Bemannung ist bereits im Gefängnisse. Nur Doctor Murray befindet sich noch auf freiem Fuße, dürfte aber auch in den Prozeß mit hineingezogen werden. Productenbörse zu Friedberg am 14. November. Heutiger Preis loco Waizen, gute Qualität, fl. 14— ½. Korn, fl. 9. 50— fl. 10. Gerste, fl. 10½. Hafer, fl. 7. Kartoffeln, fl. 2— 7. Alle Preise verstehen sich 200 Pfund— 100 Kilo. Nächste Börse Donnerstag den 21. November, Holzschuhe 3158 mit Filz- und Lederbesatz bei Louis Waas. Reparaturen werden bestens besorgt. Ein Logis 3166 für einzelne Personen, mit oder ohne Möbel, ist billig zu vermiethen. Auf Verlangen Kost im Hause. Näheres bei Jacob Goldbeck. 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Sonntag nach Trinitatis. Gottesdienst in der Stadtkirche: Vormittags: Herr Candidat Frank. Nachmittags: Herr Diakonus Meyer. Gottesdienst in der Burgkirchet Vormittags: Herr Pfarrer Diegel. Katholischt Gemeinde. Samstag um 4 Uhr Nachmittags Beichte. 26. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags: 10 Uhr Hochamt und Predigt. Nachmittags: ½2 Uhr Christenlebre und Andacht. Beginn des Gottesdienstes an den anderen Wochentagen Morgens ½8 Uhr.. Sonntag den 24. November— letzter Sonntag des Kirchenjahres—D Ordensversammbung. . . TTTTTTTTdTfTTFv(FTTT—T—T—T—T—T—T7T7T—T6v—vT—T—T——— de Uheinischen Dypothen-Bank in Mannheim. Nach Erlaß des Ministeriums des Großherzoglichen Hauses, der Justiz und des Auswärtigen d. d. 1. August 1872, G. Bl. Nr. XXXII. F. 308, sind die Pfandbriefe für die Anlegung von Mündel geldern geeignet. Subscription auf Thaler 500,000 Gulden 875,000 S. W. — Francs 1,875,000. b Die Rheinische Hypotheken⸗Bank in Mannheim emittirt die 4te Serie Pfandbriefe verzinslich zu 4¼ Prozent im Betrage von 500,000 Thaler. Für die Pfandbtiefe haften: a. Die der Gesellschaft zustehenden hypothekarischen Forderungen bis zum vollen Betrage jeder Emission dergestalt, daß den Pfandbrief-Inhabern ein Vorzugsrecht vor allen übrigen Gläubigern der Gesellschaft zusteht. b. Das Actien-Kapital, welches vorläufig zwei Millionen Thaler mit 40 pCt. Einzahlung S Thlr. 800,000 beträgt. 6. Der Reservefonds, welchem mindestens 5 pCt. des jährlichen Reingewinns zugewiesen werden. Die Pfandbriefe zerfallen in Stücke von Thlr. 1000, Thlr. 500, Thlr. 200, Thlr. 100. Die Stücke lauten auf den Inhaber können aber auf Namen gestellt werden. Von Seiten der Rheinischen Hypotheken-Bank sind die Pfandbriefe bis zum 1. October 1876 unkündbar. Am 1. October 1876 und dann alljährlich geschieht die Ausloosung der zu tilgenden Beträge. Sämmtliche Pfandbriefe werden innerhalb längstens 36 Jahren vom 1. October 1876 an gerechnet, amortisirt. Die Pfandbriefe sind mit halbjährlichen am 1. April und am 1. October zahlbaren Zins-Coupons versehen. Die Zahlung der Zinsen und der verloosten Pfandbriefe erfolgt in: Mannheim, Carlsruhe, Freiburg i. B., Constanz, Frankfurt a. M., Stuttgart, Oldenburg und Basel (an letzterem Platze zum Tageskurse der Gulden S. W.). Auf dieselben werden am 19. und 20. November d. J. bei folgenden Stellen Zeichnungen entgegen genommen: Vorschuß⸗ S Eredit⸗— Verein 0 e Genossenschaft) Friedberg. Der Subscriptionspreis ist auf 96 ½ Prozent festgesetzt. Ausführliche Prospecte stehen bei den genannten Zeichnungsstellen zur Verfügung. Mannheim, November 1872. 3181 Rheinische Hypotheken ⸗Bank. Verantwortlicher Redacieur: Hermann Schimpff.— Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpff. (Hierzu Unterhaltungs- Blatt Nr. 46 und eine Beilage.) % unkündbare P fundbriefe 7 5 * 1 8 — urg 4% Nun al 11 Alge i, daß 0 beträgt. die Stücke lau A 1. Ocohe Und Bascl Beilage. Oberhessischer Anzeiger. M 135. Mühlen⸗Verkauf. 2949 Donnerstag den 21. November d. I., Nachmittags 1 Ubr, soll die Mühle des Johannes Schmidt IX. von Fauerbach v. d. H., früher Kaspar Windecker gehörend, nebst dem dazu gehörigen Gelände, in der Gemarkung Rödgen, Kreis Friedberg, gelegen, unter vortheilbaften Bedingungen, einzeln oder im Ganzen, öffentlich an den Meistbietenden auf dem Rathhause zu Rödgen versteigert werden. Rödgen am 19. Oktober 1872. Großherzogliches Ortsgericht Rödgen. Wolf. No st 5 b Versteigerung der fiscalischen Hofraithe(seitherige Majors- wohnung) und eines Ackers in der Gemarkung Friedberg. 3072 Die in der Burg Friedberg gelegene dem Großh. Hessischen Domanialfiscus gehörige Hofratthe(seitherige Majorswobnung) nebst dazu gehörigen Garten und Holz- stall, als Flur III. Nr. 124, 127 und 128 mit einem Flächengebalt von 133,3 Klftr. im Grundbuch eingetragen gegen Osten an die evangeltsche Pfarrhofraithe, südlich an jene des Philipp Deweil, westlich an die Ortsstraße und nördlich an den in die Pfarrhofratthe führenden Weg grenzend, soll nach vorliegender Verfügung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs nach den Vor⸗ schristen des Domänen-Veräußerungsgesetzes vom 2. Juni 1821 Montag den 16. Dezember 1872, Vormittags 11 Uhr, auf dem Gemeindehause zu Friedberg einer öffentlichen Versteigerung ausgesetzt werden. Die Versteigerungs⸗ bedingungen liegen vorher auf unserem Bureau zur Einficht offen und wollen sich Kaufliebhaber, welche die Objecte einzusehen wünschen, an uns wenden. Gleichzeitig kommt der Acker Flur V Nr. 18 mit dem darauf stoßenden Pulverbäuschen zum Verkauf. Dasselbe liegt zwischen Friedrich Thomas dorn und Martin Rühl und stößt auf den Weg nach Ockstadt. Friedberg den 1. November 1872. Großherzogliches Rentamt Friedberg. Lin deck Bekanntmachung. 3163 Jobann Jacob Geibel II. und Konrad Daub III. als Bevollmächtigte des Konrad Müller II. und seiner großjährigen Kinder Ludwig, Christlan Philipp, Anna Elisavetha und Anna Marga⸗ retha Müller, sowie Jacob Nicolai als Vormund der minderjährigen Jultana Müller, sämmtlich von Nieser-Welsel, beabsichtigen die im Grundbuch der Ge⸗ markung Nieder⸗Weisel den Konrad Müller II. Ehe⸗ leuten zugeschriebene Parzelle Flur IX. Nr. 161 zu verkaufen, vermögen aber das Eigenthum urkundlich nicht nachzuweisen. Es werden deßbalb Alle, welche Eigenthums⸗ oder sonstige Ansprüche an dieses Im⸗ mobile bilden zu können glauben, aufgefordert, solche binnen vier Wochen bei dem unterzeichneten Gericht geltend zu machen, als sonst der Kausbrief bestätigt und Eintrag in das Mutations-Verzeichniß verfügt werden wird. Butzbach den 6. November 1872. Großherzogliches Landgericht Butzbach 51 DTI Si lme r. Oeffentliche Aufforderung. 3172 Nachdem die Ehefrau des heimlich nach Amerika entwichenen Johannes Schmidt IX. von ver Rödger Mühle um Sicherstellung ihres eingebrachten Vermögens nachgesucht und bei der hierauf vorgenom⸗ menen gerichtlichen Untersuchung das Vermögen des selben überschuldet befunden worden ist, werden dessen sämmtliche Gläubiger zur Anmeldung ihrer Forderungen und zum Versuche eines Arrangements auf Montag den 9. Dezember d. J., Morgens 8 Uhr, unter dem Anfügen hierher vortzeladen, daß in An⸗ sehung der weder in Selbstperson erscheinenden, noch durch gehörig bevollmächtigte Mandatarten vertretenen Gléubiger der süllschweigende Beitritt zu den von der Mehrheit der Erschienenen gefaßt werdenden Beschlüssen unterstellt würde. Der abwesende Schuldner wird gleichzeitig aufge⸗ fordert, im nämlichen Termine seine Rechte zu wahren, widrigenfals nach den Anträgen der für ihn bestellten Curatoren, Chrltstoph Hensel von Rödgen und Johannes Winter II. von Fauerbach v. d. P., verfahren werden wird. Bad Naubelm am 6. November 1872. f Großherzogliches Landgerscht Bad-Naubeim. Ulrtch, Schnittspahn, Landrichter. Landgerichts⸗Assessor. Herrenkragen 3 bel K. Friedrich neben der Post. Westphalia, Mittwoch, 27. Nov. Holsatia, Mittwoch, A. Dezbr.] Morgens. Thuringia, Mittwoch, 11. Dezbr. Pr. Crt. 25 (früher Carl Die b in Friedberg bei Wilh. Fertsch. Stollwerek'schen Brust- Bonbons aus der Fabrik! des Hoflieferanten Franz Stollwerck in Köln a. Nh. gegen Hussen, Heiserkett, Verschleimung. bringe in empfehlende Erinnerung. Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft. Directe Post-Dampfschifffahrt zwischen HAMBURG& NVEW- TORK vermittelst der Post⸗Dampfschiffe Hammonia, Mittwoch, 18. Dez. Eimbria, i Mittwoch, 28. Dez. Morgens. Silesig, Mittwoch, 1. Jan. 1873. passagepreise: Erste Cajüte Pr. Ert. Rihlr. 165, Zweite Cajüte Pr. Crt. Rihlr. 100, Zwischendech Rthlr. 55. Näheres bei 5 dem Schiffsmakler August Bolten, Wm. Miller's Nachfolger, Hamburg, sowie den allein für das Großherzogthum Hessen zum Abschluß von Ueberfahrtsver⸗ trägen concessionirten Vertreter und Generalagenten der Dampfschifflinie F. J. Bothof in Mainz Racké& Cie.) Friedberg bei Chr. Hecht. eliebten Stets vorräthig 663 29 werden angekauft und verkauft durch den Staats⸗ und Gemeinde-Obligatione Großherzoglichen Hof-Agenten Jacob Engel. Die Anstalt übernimmt: und Wittwenpensionen. Rückzahlung auf Verlangen. C. C. Weis, Buchbinder in Friedberg. J. J. Seippel, Particulier in Butzbach. ug. Reuning II., Gemeinde- Einnehmer in Nidda. Nenten- und Lebensversicherungs-Anustalt zu Darmstadt. 1) Versicherung steigender Renten, wobei die jährliche Rente aus einer vollen Einlage von einhundert Gulden bis zu 150 fl. anwachsen kann. 2) Die Versicherung von Kapitalien auf den Todes wie auf den Lebens fall, zu Ausstattungen u. s. w., sowie die Versicherung von Leibrente⸗ 3) Gelder zur statutenmäßigen Verzinsung mit 3½% wund als baldigen Versicherungsanträge werden entgegengenommen, Statuten und Prospekte unentgelt⸗ lich verabfolgt, sowie Aufschlüsse bereitwillig ertheilt von den Agenten der Anstalt Adam, Lehrer in Lindheim. F. Grosholz, Kaufmann in Vilbel. C. Volp, Gemeinderechner in Lich. 1109 Oeffentliche Ladung. 3171 Der am 10. August 1800 geborene, bescheinkgter⸗ maßen bereits über 50 Jahre alte, unbekannt wo? ab- wesende Peter Franz Geck, Sohn des Anton Geck J. von Ober-Mörlen und beziehungsweise dessen etwaige Leibes und resp. sonstige Erben werden hiermit auf gefordert, so gewiß binnen einer zerstörlichen Frist von drei Monaten sich dahier anzumelden und das Ver⸗ mögen des Peter Franz Geck, welches nach dem bierüber aufgenommenen Inventar 706 fl. beträgt, n Empfang zu nehmen, als sonsien auf Grund des§. 11, Tit. XIV. des Mainzer Landrechts der Peter Franz Geck für todt erklärt und dessen Vermögen den sich legiumirt haben⸗ den gesetzlichen Erben desselben ohne Cautton über wiesen werden wird. Bad⸗Nauheim am 8. November 1872. Großherzogliches Landgericht Bad⸗Nauheim. Ulrich, Schnittspahn, Landrichter. Landgerichts⸗Assessor. Obstbäume. Aepfel per Stück 36 kr., per 100= 58 fl., Birnen„„ 36„„ 100= 55„ Zwetschen=„ 24 u. 30 kr., 100 2 45 9 Apricosen„. Baumschulen von Gebrüder Schultheis. 3138 Steinfurth bei Bad⸗Nauhelm. Bekanntmachung. 3170 In dem Firmen-⸗Register des unterzeichneten Ge⸗ richts wurden heute folgende Einträge vollzogen: 1) Theodor Andreas von Bad-Nauhelm betreibt seit 1. Oktober v. J. daselbst eine Specerei- und Kurz⸗ waaren-Handlung unter der Firma„Theodor Andreas“ und hat seiner Ehefrau, Louise, geb. v. Göbel, Procura ertheilt. 2) Georg Bailly vom Schwalbelmer Sauerbrunnen betreibt seit 1. März l. J. daselbst eine Handlung mit Mineralwasser unter der Füma, Brunnen ⸗Comptolt Schwalbeim. Georg Balllp.“ Bad⸗Naubeim am 30. Oktober 1872. Großhberzogliches Landgericht Bad⸗ Nauheim. Ulrich, Schnittspabhn, Landrichter. 200 Gulden 3168 liegen in der hiesigen Kirchenkasse gegen gericht liche Versicherung und fünfprozentige Verzinsung zum Ausleihen bereit. Bönstadt am 13. November 1872. Der Kirchenvorstand. Uene Kastanien! Wilh. Fertsch. 12032 bei W. Fuhrländer Machfolger, 85 Fahrgasse 88 in Fraukfurt a. M. 2772 Durch große Partie-Einkäufe in Leipzig und durch meine direkten Beziehungen mit den ersten Fabriken ist es mir möglich, auch für nächste Saison mein reich sortirtes Lager zu den bekannten billigen Preisen zu empfehlen. Die Preise sind nicht nach halbem Meter, sondern nach Ellen berechnet. Großes Mauufakturwaaren-Lager. 1000 Stück/ breite ächtfarbige, lila, rosa, gelbe, braune Cattune für Kleider und Uederzüge, die Elle 9 und 10 kr. Cattune mit Borden für Vorhänge, die Elle 9 und 10 kr. 200 Stück feinen weißen Satin und Pique für Unterröcke und Ueberzüge, die Elle 12 kr. 500 Stück 5¼ Ubreties ächtfarbiges schweres Bettzeug, die Elle 15 kr., eine leichte Sorte, die Elle 8 kr. 100 Stück schweren schwarzen Mooreens für Unterröcke, die Elle 22 kr. 10% breiten englischen Waterproof für Regenmäntel, mit und ohne Fransen, die Elle 45 kr. f 10% 1 schweren guten Buckskin für Hosen und Anzüge, die Elle fl. 1. 30 kr., 2 Große Auswahl Fußteppichstoffe,/ bteit die Elle 15 kr., 1% breit die Elle 3 kr. Glatten, rothen, wollenen Unterrockstoff, die Elle 15 kr. Feinen weißen Mull für Kleider, die Elle 12 kr 1000 Stück verschiedene Kleiderstoffe, Croisiése, Popelines, Diagonals, Grosgralns, Doppel-Mixed, purwollene Rips, die Elle von 18 kr. an. Lamas, Unterrockstoffe, Thibet, Cachemires, Flanell, Finets, Espagnolettes in allen Farben und Qualttäten billigst. 1000 Stück 1% purwollene Chales, früherer Preis fl. 4. à fl. 2. 200 Stück/ breiten schweren Barchend für Betten, die Elle 16, 18, 24 kr. Großes Ausstattungs⸗Geschäft. 500 Stück 6% breites schweres Leinen für Hemden und Betttächer, die Elle 12 kr, 2½ Ellen breite Leinen für einschläfrige Betttücher, das Bettluch ohne Naht fü. 1.5 ke 3 Ellen breite Leinen für zweischläfrige Betttücher, das Betttuch ohne Naht H. f f 200 Stück% breites, feines, schlesisches und böhmisches Leinen, die Elle 16, 18 bis 30 kr. 200 Stück schwere, roth wollene Bettdecken für zweischl. Betten, das Stück fl. 6, 200 Stück schwere, weiß woll. Bettdecken für zweischl. Betten, d. Stück fl. 4. 30 kr. 500 Stück schwere graue Bett- und Pferdedecken, das Stück fl. 2. 30 kr., fl. 3. 500 Paar schwere weiße Piquedecken und Vietoriadecken mit Fransen für zweischläfrige Betten, das Stück fl. 2. 30 kr. 0 100 Dutzend weiß seine Tischtücher, 2½ Ellen lang, 2 Ellen breit, das Stück 45 kt. 100„ Handtücher, das Dutzend von fl. 3. an, die Elle von 6 kr. an. 500„ wetße, rein leinene Damentaschentöcher, das Dutzend fl. 2. 30 kr. Große rothe Cachemtres-Tisch decken, das Stück fl. 1. 45 kr., fl. 2. Große rothe Cachemires Commodedecken, das Stück fl. 1., fl. 1. 24 kr. 8, breiten, reich ramagirten Vorhangsmull mit Bogen, die Elle 12 kr. 10% breiten, reich ramagirten Vorhangs mul! mit Bogen, die Elle 18 ke. Prima⸗Shirting, grau, weiß, schwarz, die Elle 7 kr. f / und 10% breiten Zwillich, Federleinen, Strohsackleinen und graue, gelbe, weiße Servietten zum Fab rikpreise. Musterabschnitte sämmtlicher Artikel sende in reichster Auswahl franco per Post. Auch die kleinsten Aufträge werden wie bisher bestens besorgt und bitte mir das bisher bewiesene Vertrauen auch weiter zu erhalten. Sonntags ist mein Laden den ganzen Tag offen. Main⸗Weser-Bahn. 3155 Es sollen die sämmtlichen Bauarbeiten zur Her— stellung von 8 Feuerlöschgruben, Verlängerung eines Durchlasses und Fundalton einer Drehscheibe, einschließ— lich Lieferung aller Materialien, im Wege öffentlicher Submiffion verdungen werden. Die Offerten sind portofrei und versiegelt mit der Aufschrit:„Submission auf Feuerlöschgruben, eine Drehscheiben Fundation und Canalbauten auf Station Gießen bis zum Submissionstermin am 18. November J. J., Vormittags 11 Uhr, bei der unterzeichneten Be— triebs⸗Inspection zu Frankfurt a. M. einzureichen, wo⸗ selbst auch die Zeichnungen, Kosten-Anschläge und Be⸗ dingungen eingesehen und die Submissions Formulare in Empfang genommen werden können. Frankfurt a. M. den 8. November 1872. Königliche Betriebs-Inspektion. Sine. Mobiliar ⸗-Versteigerung. 3186 Donnerstag den 21. November J. J., Vormittags 9 Ubr, sollen in hiesigem Rathh use auf freiwilligen Antrag der Frau Louis Rodaug wegen Umzugs ver schiedene Mobiliargegenstände: Tische, Stühle, 1 Küchenschrank mit Glasschrank, Porzellan, Glas, Küchen⸗ und sonstige Hausgerätbe, öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung versteigert werden, Friedberg den 15. November 1872. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. Fouc ar. Obne Mediein. . Brust- und Lungen- kranke fiaden auf naturgemäßem Wege selbft in verzweifelten und von den Aerzten für unheilbar erklärten Fällen radicale Hei⸗ lung ihres Leidens 5 ohne Mediein. Nach spezieller Beschreibung der Krank- heit Näheres brieflich durch Dir. J. H. Fickert, Berlin, 2013 Wallstraße Nr. 23. E ⁰˙ w½—]—ñͤ 8 1 Ohne Medicin. 3 ein⸗ und Oelfässer in allen Größen bei Ph. Dan. Kümmich. Erben, Linsen, Bohnen 3099 in gutkochender Waare dei Georg Groß Obne Medlein. uh ug 3088 Krippen, Tröge und Gossensteine 92 aus s. g. Lungstein(Dolerit) empfiehlt die Ziegelei am Bahnhof zu Bad⸗Nauheim 2980 Der Königtrank, eine mit circa 100 milden Pflanzensäften bereitete Kräuter⸗Limonade, größtes Labsal für alle Kranke, ist nichts weniger als„Medicin“ oder Gebeimmittel; er liefert dem Organismus eine Fülle von Gesundheitsstoffen, durch welche die Natur(durch Blut und Säftebesserung) so um⸗ gewandelt wird, daß die Krankheits-Ursachen und dadurch die Krankheiten selbst verschwinden. Pygtélst Karl Jacobi, Berlin. Die Flasche Extract, zu dreimal so viel Wasser, kofet in Berlin einen halben Thaler, in Bad—⸗ Nauheim bei Ph. J. Weis 1 Gulden. ODurchsichtige Glycerinseise! dad een e e f. Wilh. Fertsch. Bad Nauheim. Möbel-, Spiegel- und Tapeten-Lager, 587 größte Auswahl in Rouleaux und Vorhangleiften, Sommerjalousien in allen Größen empfiehlt H Blensdorf, Hof⸗Tapezire r. 3174 Unser großes Lager fertiger Herrenkleider, durch gute Stoffe, solide Arbeit und billige Preise be⸗ kannt, empfehlen wir bestens. 292 J. Fürth's Erben. Leere Oelfässer 3100 zum Krauteinmachen zu haben bei 8 Georg Groß. Zur Reinigung und Gesunderhaltung der Zähne u. des Zahnfleisches eignet sich das Anatherin⸗Mundwasser von Dr. J. G. Popp, k. k. Hofzahnarzt in Wien, wie kaum ein anderes Mittel, indem es durchaus keine der Gesundheit nachtheiligen Stoffe enthält, das Faulen der Zähne und die Weinsteinbildung an denselben verhindert, vor Zahnschmerzen und Mundsäule schützt und diese Uebel(falls sie schon eingetreten sein sollten) in kurzer Zeit lindert und beseitigt. Depöt in Bad⸗ Nauheim in der Apotheke von Dr. W. Uloth. 2907 Ein Lehrling, 3153 welcher die Bäckerel erlernen will, wird gegen Lohn gesucht bei Friedberg. A. Vorbach. 2—— Spielwerke von 4 bis 120 Stück spielend; Prachtwerke mit Glockenspiel, Trommel und Glockenspiel, Himmels⸗ stimmen, Mandoline, Expression ꝛc. Ferner: Spieldosen von 2 bis 16 Stücke spielend, Necessaires, Cigarrenständer, Schwelzer- Häuschen, Photo garaphiealbums, Schretbzeuge, Handschulkasten, HBriefbeschwerer. Cigarren-Etuis, Tabaks- und Zundholzdosen, Arbeitstische, Flaschen. Porte⸗ mon naies, Stühle ꝛc., alles mit Musik. Stets das Neueste empfiehlt J. H Heller, Bern(Schweiz). Preiscourante vetsende franko. 5 Nur wer direkt beztebt, erhält Heller'sche Werke; diese in ihrer höchsten Vervollkommenheit gewähren den schönsten Genuß. 3043 Flische Repskuchen 2914 bei M. D. Loeb. Einige Hundert leere Säcke sind billig zu verkaufen bei Louis Uhrig, 3159 Schäfergasse 10, Frankfurt a. M. Gesucht 4 tüchtige Arbeiter, die in Holzgeschäften gearbeitet haben, desgleichen 2 Fuhrleute. Näheres bei S. Frank Holzhandlung, 3154 Frankfurt a. M. 1 Unschätzbares erprobtes Heilnahrungs- mittel bei Athembeschwerden. An den Kgl. Hoflieferanten prn. Johann Hoff in Berlin. Wallbach, 4. April 1872. Von dem Tage ab, wo ich Ihre Malz⸗Chocolade gegen meine Athembeschwerden anwandte, verloren sich alle damit verbundenen Uebel, der Husten, die Brustschmerzen. Chr. Lind. Verkaufsstelle bei Hofapotheker Wilhelm Sturmfels in Friedberg und Dr. W. Uloth, Apotheler in Bad⸗Nauheim. 3167 Versteigerungs-Anzeige. 3180 Dienstag den 19. November, Vormittags 9 Uhr, sollen in der Behausung des verftorbenen Martin Klein dahier(Usagasse) nachfolgende, zu dessen Nach: laß gehörige Gegenstände, als: Weißzeug, Ellenwaaren, Wollengarn, Waschbütte, Heu, Stroh, sowie verschledent Küchengeräthschaften, öffentlich an den Meistbietenden versteigert werden. Friedberg. In Auftrag: ö M. Schwarz, doftaxator. Gul