1 uud fir — — — rr rr — * 1 2 8 N 4 5 1872. Dienstag den 15. October. M 121. Oberhessischer Anzeiger. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblalt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Amtlicher Theil. Betreffend: Die Herbstcontrolversammlung. Friedberg am 28. September 1872. Das Gr. Kreisamt Friedberg an die Gr. Bürgermeistereien und den Gr. Polizei⸗Commissär zu Wickstadt. Die nachstehend abgedruckte Bekanntmachung wollen Sie alsbald in ortsüblicher Weise zur offentlichen Kenntniß bringen. sind die zum Erscheinen in den bestimmten Terminen verpflichteten Personen thunlichst speziell dazu aufzufordern. Außerdem Trapp. Bekanntmachung. Die Herbsteontrolversammlungen pro 1872 im Kreise Friedberg, 1. Compagnie des 2. Bataillons 1. Großherzoglich Hessischen A. Auf dem Exereierplatz in Friedberg in der Nähe der Kapelle. Am 21. October, Vormittags 8 ½ Uhr. Hierbei haben zu erscheinen: Sammtliche Landwehrmänner und Reservisten, sowie die zur Dis position der Truppentheile und die zur Disposttion der Ersatz⸗ behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen des deutschen Reichs, aus den Bürgermeistereien: Bauernheim, Beienheim, Bruchenbrücken, Dorbeim, Fauerbach b. Fr., Friedberg, Bad Nauheim und Wesselsheim. B. Auf dem Exereierplatz in Friedberg in der Nähe der Kapelle. Am 21. October, Vormittags 10 Uhr. Hierbei haben zu erscheinen: Die Mannschaften vorgenannter Kategorien aus den Bürgermeistereien: Assenheim, Bönstadt, Dorn ⸗Assenheim, Nie der⸗ Mörlen, Nieder⸗Nosbach, Ober⸗ Mörlen, Ober-⸗Rosbach, Ober⸗Wöll⸗ stadt, Ockstadt, Ossenheim, Rödgen, Schwalheim und Wickstadt. Es wird ausdrücklich bemerkt, daß die Leute die in ihren Händen befindlichen Tandwehr⸗ Regiments Nr. 115, werden in nachstehender Weise abgehalten. C. Auf dem Exereierplatz in Friedberg in der Nähe der Kapelle. Am 21. October, Nachmittags 2 Uhr. Hierbei haben zu erscheinen: Die Mannschaften vorgenannter Kategorien aus den Bürgermeistereien: Ilbenstadt, Langenhain mit Ziegenberg, Melbach, Nieder⸗Florstadt, Nieder Woͤllstadt, Ober Florstadt, Reichelsheim, Staden, Steinfurth, Soͤdel, Weckesheim, Wölfersheim und Wohnbach. D. Auf dem kleinen Exereierplatz in Butzbach. Am 22. October, Vormittags 8 Uhr. Hierbei haben zu erscheinen: Die Mannschaften vorgenannter Kategorien aus den Bürgermeistereien: Bodenrod, Butzbach, Fauerbach v. d. H., Gambach, Griedel, Hausen mit Oes, Hoch- Weisel, Kirch⸗Göns, Maibach, Münster, Münzenberg, Nieder ⸗Weisel, Ostheim, Oppershofen, Pohl⸗ Göns, Rockenberg und Treis-Münzenberg. g Militärpapiere mit zur Stelle zu bringen haben. 3 Major und Bezirks-Commandeur. Deutsches Reich. Darmstadt. Unterm 7. October wurden ernannt: Der Ministerialsecretär dritter Klasse bei dem Ministerium des Innern, Friedrich Rauten: busch zum Ministerialsecretär zweiter Klasse bei wiesem Ministerium; der Regierungsaccessist Maxi⸗ milian Freiherr von Gagern aus Monsheim zum Ministerialsecretär dritter Klasse — Der ziemlich umfangreiche Bericht des Minister und Landtag wollten allerdings den Abgeordneten Zentgraf über den neuen Wahlgesetz⸗ Civilbeamten eine Zulage nur geben, welche die entwurf btfindet sich vielseitiges Erwarten Sitzung der Ausschüsse beider Kammern in den wesentlichen Punkten des Entwurfs ein Einver⸗ nehmen zu Stande gekommen sein. Einige von bei dem der Regierung zugestandene Modificationen werden Ministerium des Innern; der Kreisassessor beissich auf den Modus der Ausscheidung eines Theils idem Kreisamte Alsfeld, Friedrich Heß, zum Kreisassessor bei dem Kreisamte Offenbach; der Kreisassessor bei dem Kreisamte Worms, Alfred Klietsch, zum Kreisassessor bei dem Kreisamte Mainz; der Kreisassessor bei dem Kreisamte Alzey, Adolph Spamer, zum Kreisassessor bei dem Kreisamte Gießen; der Kreisassessor bei dem Kreis- jamte Vilbel, Erwin Freiherr Löw von und zu Steinfurth, zum Kreisassessor bei dem Kreis amte Groß-Gerau; der Regierungs Accessist Konrad w. Grolman aus Darmstadt zum Kreisassessor bei dem Kreisamte Worms; der Regierungs- Accessist Heinrich Nover aus Gießen zum Kreis- zassessor bei dem Kreisamte Alefeld. — Der ordentliche Professor in der theologischen Facultät der Landes Universität Dr. Eberhard (Schrader wurde auf sein Nachsuchen vom 1. April 1873 an von seiner Dienststelle entlassen. — Die„Darmst. Ztg.“ meldet: Bisher war rs Vorschrift, daß die Regierungs⸗Commissäre bei den landständischen Berathungen in Uniform er- schienen. Einer neuerdings getroffenen Allerhöchsten Bestimmung zufolge wird, wie wir hören, den Beamten, die als Vertreter der Regierung an landständischen Berathungen Theil nehmen, gestattet sein, hierbei in Civilkleidung zu erscheinen. — Man erwartet, daß sämmtliche Mitglieder des Miniflerlums in der am Montag den 14. d. stattfindenden Sitzung der zweiten Kammer sich einfinden werden, und daß bei dieser Gelegenheit Minister Hofmann das Programm der neuen Re- gierung zur Kenntniß der Stände bringen wird. der Mitglieder der zweiten Kammer nach drei Jahren beziehen. — In Folge der am 1. November ins Leben tretenden Reorganisation der deutschen Artillerie werden neun Preußen versetzt werden. — Der dahier versammelte deutsche Frauentag sprach in seiner Sitzung vom 11. d. dem Reichs⸗ tage seinen Dank für die Unterstützung aus, welche derselbe der Petition wegen Anstellung der Frauen im Telegraphen- und Postdienst habe zu Theil werden lassen. Die Versammlung empfiehlt der Regierung das Beispiel Hessens, welches Frauen auf der Centralstelle für Landesstatistik beschäftigt, und beschließt auf den Antrag von Miß Carpenter, eine internationale Vereinigung zum Schutze der Frauenrechte und der Heranb'eldung der Frauen zur Arbeit zu gründen, deren Präsidium der Prin— zessin Ludwig von Hessen übertragen werden soll. Erweiterung der Frayenrechte, insbesondere der politischen, hinarbeiten, lehnt die Antragstellerin, Miß Carpenter, ausdrücklich ab. Zu Correspon- dentinnen der Gesellschaft wurden ernannt: Miß Nightingale, Miß Carpenter, Miß Winkworth, Miß Hill und Miß Meerewather. Die Prinzessin Ludwig hat das Präsidium übernemmen. Berlin. Es hat seine volle Richtigkeit damit — beißt es in einer biesigen Correspondenz der „Mittelrh. Ztg.“— daß durch die Dazwischen⸗ kunft Roon's die Serbis- Frage für die Civil beamten in ein ungünstiges Stadium getreten ist. im Druck und soll gegen in der gemeinschaftlichen hessische Artillerir-Ossiziere nach Polizei wegen der Vorgänge am Abend des Zapfenstreiches soll noch in diesen Tagen beendet Eine Gemeinsamkeit mit Denjenigen, welche auf Militärs stets gehabt haben. Hr. v. Roon scheint aber gerade das gegenwärtig bestehende Besoldungs⸗ verhältniß zwischen Civilisten und Militärs für das der Gerechtigkeit am meisten entsprechende zu halten, sonach eine weitere Aufbesserung der Civil beamten nur gestatten zu wollen, insofern auch den Militärs etwas zugelegt wird. Soll der ein- fachen Einführung des Servis für die Civilbe— amten aber eine Verdoppelung des Servis bei den Militärs höhung des Pauschquantums um 4½ Millionen. folgen, so bedeutet dies eine Er⸗ — Die Voruntersuchung gegen die Berliner und sodann die Anklage formulirt werden. Das vorhandene Material soll die Umsicht der höheren Polizeibeamten bei den Anordnungen und das Benehmen der unteren Polizeidiener bei der Aus- führung in einem sehr trüben Lichte erscheinen lassen. — In Folge der günstigen Finanzverhältnisse kann die Regierung in dem nächsten preußischen Staatshaushalts Etat Petitionen berücksichtigen, welche bis dahin vertagt werden mußten. Hierher gehört u. A. der Wiederaufbau des alten Kaiser⸗ hauses zu Goslar in seiner früheren Herrlichkeit. — Die Denkschrift der in Fulda versammelt gewesenen Bischöfe ist jetzt unter dem Titel:„Ueber die gegenwärtige Lage der katholischen Kirche im deutschen Reiche“ an die Oeffentlichkeit gelangt. Dieselbe, zugleich als Broschüre gedruckt und in den sämmtlichen katholischen Zeitungen zum Ab- druck gebracht, zerfällt außer einer kurzen Ein⸗ leitung in zehn Abschnitte und ist zu umfangreich, um hier wiedergegeben werden zu können. Wir beschränken uns darauf, die Leser dieses Blattes auf diese Kundgebung des Episeopats aufmerksam zu machen. Fulda. Wie verlautet, hat die zweite Redaction der Denkschrift der hier versammelt gewesen Bi— r——————— 5 3— 8 7 ———— 2— 2——— N 8— 3—— 5 8 5 2———— 5—*—— — 3 8 3— 5*—.* 2 5 f 25— 75 8 5 schöfe den Bischof von Ketteler zum Verfasser Gegen die schärfere erste Redaction hatte sich die Majorität der chöfe ausgesprochen.— — Das EComite für die Gründung einer katholischen Universttät in hiesiger Stadt wird demnächst einen Theil der bis jetzt durch freiwillige Spenden beschafften Fonds zum Ankaufe von ge⸗ ign eten Bauplätzen verwenden. 5 Wiesbaden. Die königl. Regierung hat auf Grund des sogenannten Jesuitengesetzes die Abhaltung von Missionen durch Angehörige des Ordens der Redemptoristen verboten. München. Das bayerische„Central-Polizei— blatt“ verzeichnet 311 Soldaten, welche„theils einfach, theils unter erschwerenden Umständen“ seit dem letzten halben Jahre desertirt sind. — Der„Volksbote“ äußert sich über den Kölner Altkatholiken-Congreß in folgender pöbel⸗ haften Weise:„In Köln tagte neulich Bismarck's Wechselbalg, der an der gallopirenden Krepirsucht laborirende Altkatholicismus, Freimaurer, Döl⸗ lingerianer, Anglikaner, Puritaner, Nihilisten, Griechen, Protestanten, Juden, Apostaten und sonstiger ungläubiger Pack, bei dem Nudelbrette von Mering, welches Renftle und sein Adjutant Hölzle anstatt der zebn Gebote mitgebracht hatten.“ Hagenau. Die„Hag. Zeitung“ schreibt: „Die Anmeldungen von jungen Leuten des Kreises zum dreijährigen und freiwilligen Militärdienst in der deutschen Armee mehren sich und belaufen sich bereits auf mehr als 50. Aus Weitbruch allein sind mehr als 20 solcher Gesuche erfolgt. Unter den Angemeldeten befinden sich solche, welche be- reits in der französischen Armee gedient haben. Ausland. Oesterreich. Die Reichsraths-Delegation hat nach zweitägiger Debatte über das Kriegs- budget den Antrag Gablenz' auf Bewilligung der Erfordernisse für eine dauernde Erhöhung des Friedenspräsenzstandes der Linien-Infanterie und der Jägertruppen um 28,760 Mann mit 32 gegen 24 Stimmen angenommen. Frankreich. Paris. Wie dies bereits mehrere Blätter gethan, drückt auch der officiöse „Bien public“ den Wunsch aus, daß Graf Arnim auf seinem Botschafterposten in Paris ausharren möge.„Es ist zu hoffen“, sagt das Organ des Herrn Thiers, daß der deutsche Gesandte, indem er sich über alle die Gründe, die ihm ein Weg- gehen von Paris als wünschenswerth erscheinen lassen, hinwegsetzen und das Werk vollenden möge, welches er bis zu diesem Tage mit so großem Takt geleitet hat. — In der Sitzung der Permanenz-Commission vom 10.. war Thiers anwesend. Er sprach sich anläßlich eines Vergleiches, welchen Laroche— foucauld zwischen der Wallfahrt nach Lourdes und der Reise Gambetta's machte, sehr lebhaft gegen Gambetta's Theorien aus, welche nach Innen schadeten und nach Außen die Stellung der Re— gierung erschwerten. Er billige nicht die Angriffe auf dle Nationalversammlung und werde derselben Achtung zu verschaffen wissen. Eine gewisse An- zahl von Republikanern seien Feinde der Republik, weil sie die feste Begründung der Republik hin— derten. Und gegenwärtig sei die Republik die einzige Möglichkeit. Thiers wies den Monarchisten ihre Ohnmacht nach und rieth den Conservativen die Vereinigung auf dem neutralen Boden der Republik an. Der Minister des Innern erklärte auf Interpellation Mornay's, betreffs eines Ar- tikels der„République frangaise“, daß die Aue— fälle dieses Blattes die in Grenoble proclamirte weite Kluft zwischen der Regierung und der radi⸗ kalen Partei bezeichneten. Thiers theilte schließlich mit, daß er, gestützt auf zwei Beschlüsse der Nationalversammlung, welche den Sturz des Kaiser⸗ reichs aussprechen, den Prinzen Napoleon aus Frankreich ausweisen lassen werde, weil derselbe ohne Genehmigung des Ministerraths ins Land gekommen sei. Der Befehl soll unverzüglich ge⸗ geben werden. Aus der Rede, welche Thiers in der Permanenz-Commission gehalten hat, ist noch Fol gendes hervorzuheben.„Frankreich(sagte der man sagt. keit widerfahren lassen. Unsere Armee erholt sich. Unser Credit ist ausgezeichnet. Wir haben seit zwei Monaten 140 Millionen erhalten. Mitte 1873 werden wir weitere 2 Milliarden gezahlt haben. — Die„Agence Havas“ meldet: Der Prinz Napoleon hat sich geweigert, Frankreich zu ver⸗ lassen. Der Befehl hierzu wird ihm von Neuem zugestellt werden. Sollte er demselben am Sonn- tage noch nicht Folge geleistet haben, so wird, wenn nothwendig, Gewalt gegen ihn angewendet werden. Neuere Berichte melden indessen, Prinz Napoleon habe sich entschlossen, dem Aus weisungs⸗ befehle zu gehorchen. — Ueber die Ausweisung des Prinzen Napoleon wird zuverlässig mitgetheilt, daß der Prinz die Aufforderung erhalten, bis spätestens Mittags Frankreich zu verlassen. Da der Prinz die fest— gesetzte Stunde nicht innehielt, so wurde der Aus- weisungsbefehl von dem Secretär des Polizeiprä— fecten in Begleitung zweier Polizei Agenten Nachmit'ags 12½ Uhr wiederholt, und zugleich die Abreise nach der Schweizer Grenze bestimmt vorgeschrieben. Der Prinz trat die Reise dem⸗ nächst in Begleitung seiner Gemahlin in dieser Richtung an, — Eine Anzahl Bankinstitute und Banquiers haben das Monopol für die Fabrikation und den Verkauf chemischer Zündhölzchen in Frankreich gegen eine jährliche Zahlung von 16 Millionen Francs erhalten. Diese Summe wird um 50 pCt. von dem Zündhölzchen-Verbrauch, welcher 40 Mil⸗ lionen übersteigt, erhöht. Belgien.„Echo du Parlament“ theilt mit, daß in Pariser diplomatischen Kreisen ein Gerücht circulire, wonach von Thiers in formeller Weise die Abberufung des italienischen Gesandten, Ritter v. Nigra, verlangt wurde, weil dieser den Bona— partisten Vorschub leiste. Spanien. 1500 Mann von der Besatzung des Secarsenals zu Ferrol haben einen Ausstand gemacht. Die Urheberschaft der Bewegung wird den Alphonsisten zugeschrieben, obwohl die Auf— ständischen Hochs auf die föderale Republik aus— bringen. Der Gouverneur von Galizien marschirte gegen Ferrol um die Bewegung zu unterdrücken. O Büdingen. Das biesige Gymnasium zählt mit Beginn dieses Semesters 127 Schüler— die böchste Zahl seil seinem Bestehen als hessisches Landesgymnasium. Frankfurt. In der Buch gasse wurde vor einigen Nächten gegen 3 Uhr ein schreckliches Verbrechen verübt. Ein Schlossergeselle hatte ein Liebesverhäliniß mit einem Dienstmädchen, welches jedoch von ihrer Seite abgebrochen wurde. Die Eifersucht quälte nun den Ver⸗ stoßenen und er beschloß, da er im Leben mit der Ge— liebten nicht vereint sein konnte, es doch wenigstens im Tode zu sein. Er fertigte einen Hausschlüssel an, öffnete in der Nacht die Hausthüre und schellie dem in der Kammer schlafenden Mädchen; dieses glaubte, die Herr⸗ schaft habe ein besonderes Verlangen, keeidete sich sch nell au und als es aus der Thüre trat, überftel es der ehe— malige Geliebte mit einem zu einem Dolch zugespitzten Meißel und brachte ihm sieben Stiche bei; als die Ge— slochene bewußtlos zusammensank, hielt er sie für tobt, zog eine Pistole hervor, steckte den Lauf in seinen Mund 14 und sprengte sich mit einem Schusse die Hirnschal aus einander. Da man noch Lebenszeichen bei dem Mäbchen wahrnahm, so wurde ein benachbarter Arzt herbeigerufen, welcher den ersten Verband anlegte und so die Verbringung in das Hospital zum h. Geist ermöglichte. Es soll nung zur Rettung des Mädchens vorhanden sein. Hanau. Von einem bedauernswerthen Schick⸗ sal ist die Familie des hiesigen Pfarrers Z. betrossen worden. von 15 Jahren, hat im Spiel, wozu er bei eigener Un⸗ lust von seinem jüngeren Bruder, einem Quaxtaner, wiederholt aufgefordert wurde, den letzteren mit einem 0: Terzerol, das er geladen am Bett hängen hatte, erschossen, 4 Präsident der Republik) ist nicht so isolirt, als a 150 Europa hat uns in Berlin Gerechtig⸗ Dem Vernehmen nach hatten die Knaben, von besserer Einsicht, wie es scheint, leider ungewehrt, schon seit der Sedan-Feier mit Schießwaffen oft hantirt. 0 „Darmstadt. 720,000 Mark Reichs münze kommen Obligationen vom 1. k. M. ab zur Ausgabe. 1 Darmstadt. Der heitere Rechtszstreit, in dem es sih um ein Rind handelte, dessen Kaufpreis in Wasserwecken zahlbar werden sollte, hat, nachdem für etwa 70 fl. Wasserwecke aufgespeichert waren, durch einen für den be⸗ treffenden Käufer nicht ungünstigen Vergleich seine Er⸗ lebigung gefunden. 1 Frankfurt a. M., 12. October.(Börsenwoche vom 7. bis 12. October.) Die in der abgelaufenen Woche zurn Geltung gekommene bessere Stimmung an der Bötse dürfte voraussichtlich nicht von langer Dauer sein. auch unsere Speculation ins Auge zu fassen, denn sie ging die Woche über mit einer Mäßigung nach vorwärts, die man sonst nicht an ihr gewohnt ist. Die Bewegung um⸗ faßte auch nur Speculationswerthe, während Anlageeffeclen vernachlässigt blieben. Am meisten profitirten Staatsbahn, die trotz einer Mindereinnahme von 148,000 fl. doch 4 fl stiegen, während Creditactien es nur zu einer Avance von 1 fl. bringen konnten, während Lombarden 1½ fl. zurück blieben, nachdem sie indeß schon ca. 7 fl. verloren hatten. Das meiste Geschäft war in den Actien der österr. National- bank, die in Folge der günstigen Gestaltung der ungarischen Ausgleichsverhandlungen um 50 fl. höher als die Vorwoche schließen, nachdem sie schon um 58 fl. gestiegen waren. In den übrigen Bankeffecten war das Geschäft schwach und ohne bestimmte Tendenz. Darmstädter und alte Meininger besser. oder abwärts. sich hier unter der Aegyde geachteter Geschäftshäuser eine neue Bank unter dem Namen„Deutsche Creditbank“ etablitt hat, mit einem Grundcapital von 8 Millionen Thaler, wovon die 40% eingezahlt haben Die Actien sollen vorerst nicht an die Börse gebracht werden, überhaupt jede Agiotage ver⸗ mieden werden. Die Bank will haupfsächlich die Ver⸗ mittlung der Privatcapitalien betreiben, sowie den Verkauf von Prämienloosen gegen Theilzahlungen auf solidester Basis. Bahnactien verkehrten bei entschieden weichender Tendenz, nur Rudolph gewannen 2 fl. Prioritäten, Staals⸗ papiere und Loose ohne wesentliche Veränderungen. Amerika⸗ nische Staatenbonds fest, bei steigender Tendenz. Städte⸗ bonds billiger. Prioritäten ohne wesentliche Umsätze, aber theilweise stark differirend, so Alabama, Grand Rapids, Central- und Missouri-Pacific und California Extersion nach abwärts, während St. Louis und South Eastern, Chicago Südwest 2. Emisftion und Peninsula steigen. Von Pfandbriesen verkehrten rheinische bei guter Tendenz. 4½ Frankfurter 1% schlechter, süddeulsche Bodeneredit 0% besser. 1% besser 7 Marhlberichte. Grünberg, 12. Oct. Die Preise auf unserem heutigen Fruchtmarkte betragen: Waizen(100 Kilo) 14 fl. 24 kr.; Korn(90 K.) 8 fl. 25 kr.; Gerste(80 K.) 7 fl. 25 k.; Hafer(60 K.) 4 fl. 12 kr.; Molter(90 K.) 9 fl. 40 ke.; Erbsen(110 K.) 9 fl. 10 kr.; Linsen (400' K.)— fl.— kr.; Wicken(110 K.)— fl.— kt.; Saamen(90 K.) 15 fl. 10 ke.; Kartoffeln(100 K.) 1 fl. 55 kr. Mainz, 11. Oct. Der heutige Markt verkehrte etwas ruhiger, aver fest. Zu notiren ist: Wa zen effeckiv, 140 bis 15½ fl. per März 15½ fl., per Mai 15 ½ fl., Korn effectiv 95— 10 fl., per März 100 fl., Gerste 11½— 11/ fl. nach Qualität, Hafer 45% 5 fl. per März 5 fl.— Rüböl undelebt, effecliv robes 22— 23 fl. gereinigtes 24 fl. ohne Faß, per Oct. 23 fl., per Mai 23— 23½ fl. mit Faß. Koblsamen 19 ½—. 19/ fl. Mohnöl 35 fl., Leinöl 24/ fl.,— In Hülsenfrüchten wenig Geschäft, Preise unverändert. Repokuchen 82—88 fl. Chausseestein⸗ Lieferung. 28790 Nächsten Samftag den 19. d. Mits., Vormittags 11 Ubr, wud auf hesigem Rathhause die Anlieferung von 60 Cubitmeter und das Zerschlagen von 20 Cudbik⸗ meter Chaussecsteinen wenigfinebmend veraccordtrt. Bad⸗Nouheim am 14. Oktober 1872. Großherzogliche Bürgermeisteret Bad-Nauhtim. Schutt. Ein gewandtes Mädchen, 2881 welches kochen kann und ein Hausmädchen werden gegen guten Lohn gesucht. Expedition d. Bl. Näheres bei der Billige Limburger Käse 2684 bei Friedberg. A. Stahl Wittwe. Vorzügliche Flammhohlen 2885 find en, Dan Küwmich. (Fallsucht.) 2880 beilt brieflich a unter Garantie Epilepsie Dr. Olschowsky, Breslau. Feinstes Vorschußmehl 2578 dilligst bei M. 9 Loeb 1 Ein junger Mann, en de ee [Stelle. Näheres bei der Exped. d. Bl. 2876 eine Friedberg. Ein braves Mädchen a Näheres b. d. Exped. d. Bl. deff I Der ältere Knabe desselben, ein Untersekundaner Ueber das neue städtische Anlehen von Das scheint Die Uebrigen differiren um ½ 1% nach auf- Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, daß Gründer 1 Million fest übernommen und 1 N** g * n* 0* Großherzogliche Utalschule zu Friedberg. * N c 2770 Mit dem neuen Schuljahre, welches Dienstag den 22. Oktober beginnt, mögen Anmeldungen von 10jäbrigen Schülern und älteren Samstag den 19. Oktober, Vor⸗ mittags von 9— 12 Uhr, in dem Realschulgebäude(Conferenzzimmer) unter Beibringung e, von Zeugnissen der bisherigen Lehrer bei der unterzeichneten Behörde gemacht werden, worauf Montag den 21. Oktober, Vormittags 8 Uhr, für die neu aufzunehmen⸗ den Schüler die Prüfung stattfinden wird. Für die Aufnahme der 8 und gjährigen Schüler in die Vorklasse wird der Termin(etwa 3 Wochen später) noch besonders bekannt gemacht werden. ö Bedingungen für die Aufnahme solcher Sjährigen Schüler sind Kenntniß der Addition und Subtraction mit ganzen unbenannten Zahlen, einige Sicherheit im Lesen und Schreiben deutscher Schrift(letzteres noch ohne Feder), für ältere Schüler die aus unserm Programme zu ersehenden Kenntnisse. Wir machen besonders darauf aufmerksam, daß der französische Unterricht mit dem 9. Jahre in der Vorschule beginnt. Großherzogliche Direktion der Realschule zu Friedberg. D r. M 5 1 1 2E* Productenbörse in Friedberg Da Donnerstag den 17. Oktober ierael. Feiertag, so ist nächsten Diens⸗ tag den 13. Oktober Ausnahmebörse⸗ tag. 2865 Bekanntmachung. Casino. 2874 Die Generalversammlung und die Wahlen des Präsidenten und des Vorffands finden statt am Samstag den 19. October, Abends 6 Uhr. Gegenstand der Berathung: Voranschlag pro 1873. Empfehlung. 2831 Hierdurch mache ich die ergebene Mittheilung, daß ich die bisher von Herrn C. F. Walz inne gehabte Bierbrauerei „Zur goldnen Reichskrone“ käuflich an mich gezogen habe. Die damit verbundene Wirthschaft habe ich bereits eröffnet Dall für Curtman. 2875 Auf vielseitiges Verlangen findet Donnerstag den 7 Joldeliten. 24. d. Mte. ein Ball für Israeliten flatt, wozu freundlichst einladet Rockenberg den 11. Oktober 1872. Johann Gg Landvogt, Gerftenwirth. und halte mich dem Woblwollen des hiesigen, sowie auswärtigen Publikums bestens empfohlen. Friedberg den 6 October 1872. Hochachtungsvoll Eduard Senn. 2873 Künftigen Friedberger Markt,. eine Partie seidene Bänder, Spitzen, Sammt und Besatzbänder, Fransen, Knöpfe ꝛc. ꝛc. spottbillig ausverkauft werden.— 2000 Meter schmale seidene Bänder, per Meter nut 2 kr. Der Stand efindet sich auf dem Jahrmarkt. 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