12 fl Jof. Probß steigerung. . Ser . zur Serien, Tefbern 7 K gef „ Sehe 1 ils tigtt Bell, 1 5 eit rellen? bel, Jada f * nes pb Butzbat ener feigen 9 N 2 — 1872. Dienstag den 13. August. 2 94. Oberhessischer Anzeiger. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. — Amtlicher Theil. Friedberg am 9. August 1872. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Buͤrgermeistereien des Kreises. Zur Besprechung mehrerer dienstlichen Angelegenheiten wollen Sich die Herren Bürgermeister Montag den 19. Au gust d. J, Vormittags prͤäcis 10 Uhr, un dem Rathhaussaale zu Friedberg einfinden. zu erfolgen. Im Falle der Verhinderung hat Vertretung Trapp. Einladung. durch die betr. Großherzoglichen Beigeordneten Eingetretener Hindernisse wegen kann die euf Donnerstag den 15. d. Mis., Mittags 2 Uhr, auberaumte Generalversammlung des Mathildenstists nicht an diesem Tage abgehalten werden; sie ist vielmehr auf Montag den 19. August d. J. Mittags 2 Uhr, derlegt worden. recht zahlreich einfinden zu wollen, bringe ich Friedberg am 12. August 1872. dies zur öffentlichen Kenntniß. Der Präsident des Unter Wiederholung des Ersuchens an die Mitglieder des Vereins, die Herren Bürgermeister, Geistlichen und Lehrer sich Mathildenstifts des Kreises Friedberg. Trapp. Deutsches Reich. Darmstadt. Postpersonalnachrichten. Dem Ober-Post- Commissarius Hensolt bier ist der Sharakter als„Rechnungsrath“ verliehen worden. Zu Postagenten sind ernaant worden: Die Post— kpediteure Winter in Kelsterbach und Schaffner n Lengfeld, sowie der Post⸗Gehülfe Schilling in Indenheim.— Der Post-Secretär Frische ist von Zraunschweig nach Mainz versetzt worden. — Nach einer Mittheilung der„Hess. V.“ ll der Abg. Kraft von dem Finanzausschuß zer zweiten Kammer mit der Erstattung des Be— ichtes über die Vorlage der Regierung in Betreff er Erhöhung der Minimalgehalte der Geistlichen kauftragt worden sein. — Man schreibt der„Darmst. Zeitung“ aus detersburg: Die Vereinigung der Monarchen in gerlin hat nicht die Bedeutung einer Coalition ur Bedrohung anderer Staaten und zur Herauf⸗ seschwörung von Verwickelungen. Sie gilt dem krmeinsamen Zweck, Europa vor Erschütterungen n bewahren. 0— Der Großherzog hat dem Prinzen Alexander ie oberste Leitung des Hoftheaters übertragen. lle dieses Kunstinstitut berührenden Eingaben und Berichte sind von nun an dem Prinzen zu iberreichen.— Minister von Bechtold hat dem Pernehmen nach einen leichten Schlaganfall er- litten. Derselbe soll bei voller Besinnung sein ad nur wegen großer Schwäche das Bett hüten. Berlin. Die Ersparnisse im Eisenbahn⸗Etat dus dem vorigen Jahre sollen nach Anordnung tes Handelsministers theilweise zu Neubauten und Geleise. Erweiterungen verwendet, und weitere Er⸗ barnisse durch thunlichste Verringerung der Be⸗ amtenzahl erzielt werden. ö — Nach einem zwischen dem preußischen und dem serbischen Kriegsministerium gen offenen Ab⸗ semmen werden mihrere serbische Offiziere zu preu⸗ hsschen Bildungs- Anstalten, Truppentheilen und Le ministrationsbehörden commandirt werden. Die Lienstleistung der genannten Offiziere, welche am 1 October beginnen soll, ist dem Vernehmen nach uf die Dauer eines Jahres festgesetzt. Den be— nuffenden Offizieren soll die Beiwohnung zu den Jruppenübungen auch schon vorher gestattet sein. die designirten serbischen Offiziere, welche dem Gentralstabe, dem Ingenieur Corps, der Artillerie, Favalerie und Infanterie angehören, sind zur ienstleistung für die Kriegsakademie, Artillerie. ꝛc. Schule, bei den Intendanturen und für den prac⸗ chen Truppendienst nach Art ihrer Waffe bestimmt. — Nach Otto Hübner's neuester Auflage der „statistischen Tafeln“ beziffert sich der Präsenzstand der europäischen Heere auf Friedensfuß folgender— maßen: Belgien 39,979, Dänemark 17,000, Deutsches Reich 402,000, Frankreich 400,000, Griechenland 9000, a) England 133,649, b) dazu Marine 65,500, c) europäische Besitzungen 12,760, Italien 183,431, Niederlande 61,318, Oesterreich 343,619, Portugal 26,800, Rumänien 23,770, Rußland 575,000, Schweden 35,000, Norwegen 12,000, Serbien 25,000, Spanien 106,000, Türkei 93,000. Macht Summa Summarum bloß 2,584,826 Mann, welche also im tiefsten Frieden in der Caserne stecken. Abgesehen von dem ganz immensen Verluste an Arbeitskraft und den daraus folgenden Nachtheilen, verschlingen diese 2,584,826 Mann ein ungeheures Geldspiel. Rechnet man, daß der Mann durchschnittlich im Jahre auf 225 Thlr. steht, so ergibt sich folgendes Exempel: 2,584,826* 225= 577,085,850 Thaler oder das nette Sümmchen von 1,009,990,237½ Gulden, sage und schreibe mit Worten: Eine Milliarde, neun Millionen, neunhundertfausend, zweihundert sieben und dreißig und ein halber Gulden in Einem Jahre!!! — Die„Spen. Zig.“ hört, daß im Unter- richtsministerium die Ausarbeitung eines allge- meinen Unterrichtsgesetzes in Angriff genommen sei, in der Voraussetzung, daß über die Kreis- oronungsreform nach Ablauf der Landtagsvertagung eine Verständigung erzielt werden wird. — Nach jetzigen Bestimmungen wird im rus⸗ sischen Gesandtschafts- Palais Quartier gemacht für den Kaiser Alexander, den Großfürst⸗Thronfolger, den Großfürsten Wladimir und den Bruder des Kaisers, Großfürsten Nikolaus. — Zur Feier der Enthüllung des Jahn- Denkmals am 9. August sind 1500 fremde Fest⸗ gäsle und Deputationen aus Wien, Pest und Süd und West Deutschland angemeldet. Die Begrüßung fand Abends im Coneerthause statt. — 10. Aug. Der Festzug der Turnerschaft nach der Hasenhaide zur Enthüllung des Jahn— Denkmals verlief unter allseitiger Theilnahme der dichtgedrängten Bevölkerung durch die mit Flaggen geschmückten Straßen mit größter Ordnung. Es nahmen gegen 5000 Personen, ausschließlich der Zöglinge der Schulen, an dem Zuge Theil, darunter Deputationen aus England, Amerika, Oesterreich, Ungarn und allen deutschen Staaten, sowie Einer der ersten zehn Schüler Jahn's aus Königeberg. An dem Denkmal waren der Minister des Innern, der ganze Magistrat, die Stadtverordneten in Amtstracht, die Bezirksvorsteher, Oberschulrath Wiese, Geheimerath Wetzold und Hauptmann Habelmann Seitens der Militär⸗Turnanstalt ver⸗ sammelt. Der Geh. Regierungsrath Kerst hielt nach gemeinschaftlichem Gesange die Festrede, welche er mit einem„Gut Heil!“ auf den Kaiser Wil⸗ helm schloß, das enthusiastischen Anklang fand. Auf ein Zeichen des Ministers des Innern siel die Hülle des Denkmals, welches von der zahl⸗ losen Menge mit jubelndem Zurufe begrüßt wurde. Nach der Rückkehr des Zugs in das Concerthaus wurde folgendes Telegramm an den Kaiser ge— richtet:„Ew. Majestät rufen heute die in Berlin zur Jahnfeier versammelten Vertreter des Staats, der städtischen Behörden und der deutschen Turner⸗ schaft ehrfurchtsvoll und aus vollem Herzen ein laut schallendes„Gut Heil“ zu!“ Darauf stimmte die ganze Versammlung in ein auf den Kaiser ausgebrachtes Lebehoch mit Begeisterung ein. Das Festmahl der Turner wurde durch viele, den jubelndsten Beifall findende Toaste gewürzt. Cabi⸗ netsschreiben des Kaisers, des Kronprinzen, der Prinzen Karl und Friedrich Karl, sowie Tele- gramme aus Saarburg, Leipzig, Weinheim und andern Orten wurden verlesen. Das Mahl schloß mit einem sehr beifällig aufgenommenen Eljen eines Ungarn auf die Gastfreundschaft Berlins. Köln. Wie an andern Orten der Monarchle ist vom k. Polizeipräsidium dem Superior des Ordens der Gesellschaft Jesu mitgetheilt worden, daß auch in hiesiger Stadt den Angebörigen des Ordens der Gesellschaft Jesu von jetzt ab die Ausübung einer Ordensthätigkeit nicht ferner zu gestatten sei. Bonn. Auch den dahier ansässigen Jesuiten wurde durch die zuständige Behörde eröffnet, daß ihre segensreiche Wirksamkeit auf kirchlichen und andern Gebieten künftig nicht mehr geduldet werden könne. Münster. Wie vor einigen Tagen den Jesuiten auf der Schützenstraße, so wurde, nach Mittheilung des„Westf. M.“ nun auch dem vor dem St. Aegidii⸗ Thore belegenen Scholasticat derselben das Verbot jeder seelsorglichen Thätigkeit zugestellt. Baden. In diesen Tagen werden der„K. Z.“ zufolge die Vermessungen für das vom badischen Gebiet in den Straßburger Festungsrapon fallende Gelände vorgenommen. Es werden diesseits drei Forts erbaut werden, nämlich: 1) zwischen Sund heim und Eckartsweier, 2) unterhalb Neumühle an der Kinzig in der Richtung gegen Kork, ö 0 9 3) bei Auenheim. Sämmtliche Orte liegen ca. 1½ Stunden von Straßburg entfernt und be⸗ trägt der Umfang des von ihnen umschlossenen Geländes circa 4 Stunden. Die badischen Orte, welche in den Festungsbereich direkt eingeschlossen worden, sind demnach: Kehl(Stadt und Dorf), Neumühl, Sundbeim, Bodersweier, Auenheim, Qui bach. Im indirecten Bereich der sämmtlichen Forts liegt der ganze Amtsbezirk Kork oder das sogenannte Hanauerland, das ehedem schon unter linksrheinischer Herrschaft stand. Straßburg. Ueber den Wiederaufbau Straß⸗ burgs wird der„Karlsr. Ztg.“ geschrieben:„Es ist jetzt die äußere Schale des Theaterbaues nahezu vollständig wieder hergestellt, der Dachstubl im Aufsetzen begriffen. Im Innern des Baues starrt uns aber noch ein fast vollständiges Cbaos ent- gegen. Auf der Steinstraße ist die rechts(von der Stadt aus) liegende Häuserfronte in ver⸗ jüngtem, stolzem Gewande gänzlich wieder neu erstanden, an der linken Fronte ziehen nur einige wenige Hausbesitzer noch den Fortbestand der Brandruinen den unausbleiblichen Neubauten vor. Sehen wir ab von einigen Ruinen am Schöpflin⸗ Staden(Quai Schöpflin), von der zerstörten Militärmüble am„Weißen Thurm“(ehemals National-) Thor, von der ausgebrannten Fronte der sogen.„Aubette“(Kunstmuseum, Platztom⸗ mandantschaft u. s. f.) auf dem Kleberplatze und den abgebrochenen Ueberbleibseln der Bibliothek und der„neuen Kirche“, so sind die auffälligsten Reste der Zerstörung von 1870 aus der Stadt entfernt. Die zwei großen Bauplätze zunächst dem Broglieplatz scheinen nämtich jetzt auch ernstlich in Angriff genommen zu werden. Die„Präfektur“ wächst rasch in die Höhe. Auch im benachbarten Kehl hat man bis auf wenige Stellen mit den Ruinen tüchtig aufgeräumt.“ Metz. Die„N. A. Z.“ meldet, daß die Ausweisung der Jesuiten hier eine beträchtliche Aufregung hervorgerufen habe, und fügt bei: „Bis zur letzten Stunde hoffte man noch immrr, daß man einen Ausweg finden würde. Man rech⸗ nete auf Protettionen. Diese Hoffnungen sind aber alle zu Wasser geworden.“ Ausland. Schweiz. Bern. Die Genfer Regierung hat den Bischof von Freiburg zur Wiederbesetzung zweier katholischen Pfarrstellen aufgefordert. Man erwartet, daß diese Maßregel zur Aufklärung über die angebliche Gründung eines besonderen Bis- thums in Genf führen werde. Frankreich. Paris. Die Blätter füllen ihre Spalten mit Betrachtungen über die Drei⸗ Kaiser⸗Zusammenkunft. Cassagnac findet bei dieser Gelegenheit, daß„man leider erfahre, daß Frank⸗ reich nicht mehr viel in der europäischen Waage wiege“;„Bien public“ äußert sich dagegen ziem⸗ lich optimisiisch und der„Constitutionel“ tröstet seine Leser damit:„Europa weiß, daß Frankreich sich sammeln kann, ohne darum todt zu sein, und daß die großen europäischen Interessen nimmer gewahrt sein werden, so lange Frankreich von den Erörterungen der Mächte fern gehalten wird.“ Der französische Gesandte in Berlin, Hr. v. Gontaut Biron, hat übrigens, der„Opinione nationale“ zufolge, aus Versailles den Befehl erhalten, auf seinen Posten zurückzukehren und ihn während der Dauer der nächsten Zusammenkunft der drei Kaiser nicht zu verlassen. Herr de Gontaut-Biron war in Schwalbach. — In den früheren Bureaus des„Peuple frangais“ Rue Montmartre, wurde eine großze Anzahl von Broschüren, sammt einer Liste von Agenten aller Art mit Beschlag belegt. In dieser Liste fand man auch die Namen von ein Dutzend Polizeiagenten der Republik, die insgeheim für die gestürzte Regierung arbeiten. Man will überhaupt bei den höheren Beamten Spuren, wenn nicht von Verrath, doch von großer Lässigkeit wahrgenommen haben. Ein Journal der Haute-Savonne erzählt sogar, der Präfekt dieses Departements habe das Resultat der Anleihe noch gar nicht bekannt gegeben. — Die„Semaine financidte“ meldet: Die von der Regierung akeeptirten Zeichnungen betragen 893,000 Frs. Rente, wovon 36,000 auf Paris, 67,000 auf das Ausland und 790,000 Frs. auf die Deparsements fallen. Der verhältnißmäßige Zutheilungssatz würde 7.88 pet. sein. Zeichner von 100 Frs. sellen 10, Zeichner von weniger als 100 Frs. 5 Frs. Rente erhalten. — Die Regierung soll die 600 Millionen Capital betragende Unterzeichnung eines dänischen Hauses annullirt haben wegen ungenügender Garantie. Dieselben bestanden in Wechseln auf Berlin. — Nach Berichten aus Brest v. 5. ist das Transportschiff Garonne mit 580 Deportirten nach Neu⸗Caledonien abgegangen. Die Zahl der Schiffe, die bis jetzt mit Deportirten abgegangen sind, be- trägt fünf. Drei Segelfregatten werden für den nämlichen Dienst ausgerüstet. Die letzten Nach⸗ richten aus Neu- Caledonien gehen bis zum 17. Mai. Die Fahrt nach Caledonien dauert 105 Tage. Die Lage auf Neu⸗Caledonien war eine gute. Trouville. Es haben hier Experimente mit neuen Kanonen stattgefunden. Thiers und General Cissey wohnten denselben bei. Großbritannien. London, 10. Aug. Das Parlament wurde heute durch eine Com- mission geschlossen. Die Thronrede erkennt die Thätigkeit des Parlaments an und hebt die Be⸗ friedigung der Regierung über die Beilegung der Alabama Angelegenheit hervor. Die Thronrede erwähnt bezüglich des französischen Handelsver⸗ trages, daß Frankreich neuerdings den Wunsch eines weiteren Meinungs⸗ Austausches angedeutet habe, sie spricht sich mit Befriedigung über den Abschluß des Auslieferungs vertrages mit Deutsch land, sowie über die neuerdings getroffenen Maß regeln zur wirksamen Unterdrückung des ostafri⸗ kanischen Sklavenhandels aus. Italien. Rom. In einer jüngst stattge⸗ habten Versammlung, welche in Gegenwart des Generals Pater Bekx und vieler Oberen der ver⸗ schiedenen Europäischen Jesuiten⸗Sektionen in der großen Aula des giesigen Jesuiten-Klosters abge⸗ halten wurde, soll der Beschluß gefaßt worden sein, daß, so lange die Verfolgung und Verbannung des Ordens in Preußen dauert, die Laiengesell⸗ schaften deren Stelle vertreten sollen, indem sie ihren Eifer und die Thätigkeit für die Zwecke des Ordens verdoppeln. Diese Gesellschaften sind die Gesellschaft der vereinten Brüder, der Verein für das Gebet und die Brüderschaft der guten Katholiken. Gießen. Die Arbeiteinstellung der Schuhmacher⸗ gesellen dahler scheint einen raschen, gemüthlichen Verlauf zu nehmen, denn von 34 die Arbeit Einstellenden feiern nur noch etliche 20, und diese würden am Ende auch wieder gearbeitet haben, wenn ihnen nicht von Offenbach und Leipzig baare Unterstützung zugeflossen wäre. Die Leute scheinen sich der Einsicht nicht verschlossen zu haben, daß auf gütlichem Wege eher etwas zu erreichen sein wird, als mit Gewalt. Von Frankfurt wird der„Allg. Zig.“ geschrieden: „Die Doctoren Karl v. Friisch und J. J. Rein sind wohlbehalten von ihrer wissenschaftlichen Reise nach den Canaren(wo Dr. v. Fritsch bereiis 1861 war) und nach Marokko zurückgekehrt. Diese Reise wird von Vortheil jür die Erd⸗ und Naturkunde beider Länder sein. Be⸗ günstigt durch Empfehlungen der deuischen Reichsregierung und durch den großbritannischen Generalconsul in Tandscher, Sir John Drummond Hay, fanden sie im marokkanischen Reiche nicht die Schwierigkeiten, von welchen noch Dr. G. Rohlfs und Herr von Maltzan berichten. In der Stadt Marokko waren sie Gäste des Kaisers, welcher ihnen ein eingerichtetes Haus zur Verfügung gestellt hatte. Den Kaiser selbst, welcher bekanntlich jetzt in Jés residirt haben sie nicht gesehen, da die bei dieser Gelegenheu nach orientalischer Sitte noihwendigen Geschenke die Reise un⸗ verhälinißmäßig vertheuert hätten. Der Weg nach Fös, jo wurde den deutschen Gelehrten überall versichert, sei ohne Gefahren. Ueber ihre Forschungen hinsichtlich der Geologie(Entdeckung von Salzlagern), Botanik, Zoologie und Alter shumskunde des Landes(zumal des Ailas) werden die Reisenden demnächst selbst berichten.“ Darmstadt. Zwei aus dem Wirihshaus Abends heimkehrende Brüder wurden überfallen und durch Messer⸗ stiche verletzt. Leider ist die Verletzung des Einen, Stiche in den Unterleib, als tödtlich zu betrachten. Der Thäter, ein 20jähriger Bursche, ist verhaftet. In Köln ist das Bonner Turnsest noch zu einem würdigeren Abschluß gediehen. Als am Morgen des 7. über 1000 Turner bier eintrafen, wurden dieselben am Bahnhofe mit Musik und Ansprachen empfangen und von den hiesigen Turnern zur Besichtigung der Merkwürdigkeiten, zum Museum, dem Gürzenich, dem Rathhaus, zum Dom, dem neuen Theater u. s. w. begleitet. Am Nachmittage versammelten sich die Turner in der Turnhalle zum Zuge nach dem Zoologischen Garten und zur Flora sehr langer Zug mit vielen Fahnen und drei Mutters S setzte sich in Bewegung durch die geschmückten der Stadt, wo zahlreiche Bouquets, Kränze und Blumen von schöner Hand gespendet wurden, so daß bie in Bonn kihl gebliebenen Fahnen sinnig geschmückt werden konnlen. Im Zoologischen Garten angekommen, entwickelte sich trotz 7 des Regens ein lebhaftes Treiben. Darnach zog man zur„Flora“, wo sich ein ebenso gemüthliches, wie patrio⸗ lisches Leben entwickelte, das in Liedern, Reden und Toasten seinen Ausdruck fand. Erst spät am Abende schieden die Turner, gewiß mit einer schönen Rückerinnerung an die Metropole am Rhein. Aus der Pfalz. In welch großartigem Maßslabe die Pir masenser Schuh⸗Industrie betrieben wird, mögen nachstehende Ziffern beweisen. In der Stadt selbst, weiche 8431 Einwohner zählt, sind über 3200 Personen mit der Verfertigung der Schuhe beschäfligt(etwa 38½ pet. der Bevölkerung). Die Landbevölkerung, welche in diesem Industriezweig thätig ist, kann ich nicht nach Zahlen angeven, jedenfalls wird sie nicht besonders viel hinter ö der städlischen Bevölkerung zurückbleiben, dieselbe vermehrt sich aber noch, da sich fast alle jugendlichen Kräfte des Pappschuhmachens sog. Pirmasenser zuwenden. Im vorigen Jahre wurden über 292,000 Dutzend Paar Schuhe ver⸗ fertigt; nimmt man das Dutzend zu nur 15 fl. an, so ergibt sich eiue Summe von über 4,000,000 fl. In den verschiedenen Schuhfabriken befinden sich 341 theils größere, theils kleinere Maschinen. Die Fabriken beschäͤftigen 13 Buchhalter und Commis, 54 Reisende und 133 Zu⸗ schneider und Verpacker. Gerbereien befinden sich 13 in Pirmasens, welche jährlich etwa 60,000 Cen iner Lohrinden verbrauchen und 80— 90 Arbeiter stets beschäftigen. Wien. Ueber eine angebliche, in den Zeitungen viel besprochene und alle Kreise der hiesigen Bevölkerung sehr beschäftigende Geistererscheinung in der Hosburg theilt das„Tagvlatt“ folgendes Nähere mit. Nachdem ein Wachtposten vor einem angeblichen, aus den Ge⸗ mächern der verstorbenen Erzherzogin Sophie gekommenen ‚„Gespenst“ die Flucht ergriffen hatte, warde am Morgen sofor! dem Oberhofmeisteramt Bericht über den Vorfall erstattet. In der folgenden Nacht wurde die Erscheinung, eine weiße Frauengestalt, die sich in einer Art von Dunst⸗ kreis zu bewegen schien, don mehreren Personen be⸗ obachtel. Die Erscheinung war nur sehr kurze Zeit sicht⸗ bar und verschwand plötzlich mit einer Schnelligkeit, wie wenn ein Licht auslischt. Einige Nächte später wurbe das Gespenst zum dritten Male gesehen. Ein Militärposten, der hinter einer Ecke stand, wurde durch die plötzliche Er⸗ scheinung derart erschreckt, daß er ohnmächtig zusammen⸗ brach. Wieder einige Nächte später zeigte sich die Er⸗ scheinung zum vierten Male. Diesmal sollte es jedoch zu einer Katastrophe kommen. Der Posten nächst dem erwähnten Appartement, ein junger Soldat, der Sohn eines in der Taborstraße wohnhaften Greißlers, sah die Erscheinung auf sich zukommen. Als dieselbe sich ihm auf beiläusig zehn Schritte genähert hatte, fällte er bas Bajonnet und stürzte auf den Spuck zu. Der„Geist“, von dem resoluten Angriff des Soldaten überrascht, drehte sich rasch um und begann zu laufen, um zu entkommen. Der Soldat rannte demselben nach und als er die Spuck⸗ gestalt beinahe erreicht hatte, wendete sich diese um. Ohne ein Wort zu sprechen führte der Soldat einen Stich mit dem Bajonnet und in demselben Momente fiel die Er⸗ scheinung mit einem sehr menschlich klingenden Schmerzens⸗ schrei zu Boden. Es kamen nun zwei Burg⸗ Gendarmen herbet, und diese drei Personen erkannten in dem Ge⸗ spenste einen jungen, bartlosen Mann. Ob derselbe ein Geistlicher war, konnten sie nicht bestimmen, bingegen sahen sie, daß er eine liefe Stichwunde in den Hüften er⸗ halten hatte und ein Blutstrom auf die Steinplatten des Ganges rieselte. Der Soldat wurde abgelöst und am folgenden Tage von Wien entfernt. soll er in strengen Gewahrsam genommen sein. Was mit dem Verwundeten geschab, konnte man nicht erfahren. Die„Presse“ will zwar wissen, daß das verwundete Ge⸗ spenst ein Burggeistlicher gewesen sei, welcher sich gegenwärtig in dem Jesuiten⸗Collegium zu Kalks⸗ durg bei Wien in Verpflegung befinde, dieser Annahme, widersprechen jedoch andere Nachrichten, welche bebaupten, daß man den schwarzen Herren diesmal Unrecht thute wenn man ihnen die Veranstaltung eines Spukes in die Schuhe schiebt. Von sehr glaubwürdiger Seite wird die Angabe, es sei das von dem Bajonnete eines energischen So daten getroffene„Gespenst“ ein Mitglied der Burge geistlichkeit gewesen, widersprochen. 0 lautet, der„Geist“ sei ein hoher Herr gewesen, der eine Zofe mit seiner Guns beehrte und, um dieselbe des Nachts unerkannt besuchen zu können, sich in weibliche Nacht⸗ kleider gesteckt habe.. Aus Innsbruck, 8. Aug., telegraphirt man dem Münchener„Vaterland“: Gestern, Abends um 6 Uhr 54 Min., heute früh um 6 Uhr 14 Min., heftiges Erd- beben. 5 Aus Interlaken meldet eine Nachricht, daß am 24. Juli bei Besteigung des Roththalsattels zwei Menschen durch einen Lawinensturz um's Leben kamen. Ein Drifter retlele sich mit unsäglicher Mübe in's Thal, nach⸗ dem ihn die Lawine auf einen Felsen seitwärts geschleudert und er mehrete Tage sich nothdürftig mit Chocolade und Käsekrusten ernährt hatte. Die Verunglückten, ein Lehrer und ein Führer, hinterlassen beide zahlreiche Familien. New⸗ Vork. Die Kapelle des königlich preußischen Kaiser⸗Franz⸗Grenadier⸗Regiments hat, wie die„New Vorker Handelszeitung“ bemerkt, sowohl beim Jubiläum in Bosion als auch in einer Reihe von Concerten in anderen Städten der Union viel Beifall, Ruhm und Ehre, 0 Nach anderer Lesart Die neueste Lesart und besonders viel von jenem Ding erlangt, mit welchem ein königl. preuß. Militär ⸗Musiker gewöbnlich nicht de ⸗ sonders gesegnet ist. Wie man berechnet hat, trägt jedes einzelne Mitglied der Kapelle 1500 bis 2000 Dollars mit in die Heimatb, ungefähr so viel, als seine Gage in 10 Jahren ausmacht. Verloos ungen. Türkenloose. Bei der am 1. August 1872 in Konstantinopel stattgefundenen Ziehung der Türkenloose wurden laut telegrapbischer Mittheilung folgende Nummern mit beigesetzten Treffern gezogen: Nr. 1138878 mit 600,000 Fr., Nr. 1000864 mit 60.000 Fr.; die Nrn. 614473 1712730 mit je 20,000 Fr.; die Nummern 1270205 727461 1389746 49307 1056877 12782 mit je 6000 Fr. Mit je 3000 Fr. die Nummern 1138880 1656017 246985 11404 727465 1631551 556781 466136 883404 936124 1515097 100865. Mit je 1000 Frs. die Nummern 1515098 768085 1091729 12781 1656020 127611m 757258 1047968 1402039 729537 1594513 760084 614472 1781885 262134 1402037 883403 1656019 1183432 130605 530838 1005104 4908 1615402 49306 93215 93403 936125. 8 Pariser Loose von 1855 und 1860. Ziehung am 1. August. Hauptpreise: Nr. 114963 100 000 Fr., Nr. 106985 131096 128636 und 14116 je 10000 Fr., Nr. 105040 124634 74921 92195 79252 95558 105898 95312 83725 uno 108448 je 1000 Fr. Köln⸗ Mindener Prämien Antheilscheine. In der am 1. August staltgebabten Zichung der Köln⸗ Mindener 3½% Prämien Antheilscheine wurden von größeren Gewinnen folgende gezogen: Nr. 97513 mit 60,000 Riblr., Nr. 97534 mit 10,000 Rthlr., Nr. 6008 mit 5000 Rthlr. Nr. 6018 6030 mit je 2000 Rihlr., Nr. 6016 und 129790 mit je 1000 Rihlr., Nr., 129767 mit 500 Rthlr. Pappenheimer 7 fl⸗Loose. In der 17. Serien⸗ ziehung des Gräflich Pappenheim'schen Prämienanlehens wurden am 1. August folgende Serien gezogen: 17 120 242 269 339 366 414 811 1039 1195 1237 1739 1795 2074 2352 2359 2468 3315 3359 3843 4265 4282 4516 4559 4583 4600 4629 4675 4699 4757 4778 5089 5430 5534 5612 5620 5735 5778 5788 5876 5949 6066 6102 6115 6138 6170 6406 6579 6630 6724 6755 6886 6951. Die Gewinnziehung findet am 2. Sept. statt. D. Frankfurt a. M., 10. August.(Börsenwoche vom 5.— 10. August). Die Tendenz der Börse war die ganze Woche hindurch in Hausse. Einzelne Schwankungen, welche in der Coursenwickelung sich zeigen, verhindern nur, daß die Hausse unnöthigerweise zu einer stünmischen und gesahrvollen werde. Im Ganzen war übrigens die Aufmerksamkeit der Speculation, und diese beherrscht größtentheils das Terrain, den Bank-Effecten zugewendet, welche bei enormen Umsätzen weitere nicht unbeträchtliche Avancen erzielten. Obenan stehen Darmstädter, die 20 fl. profitirten, sodann österreich. Natinonalbank, die 7 und österreich. Creditaustalt, welche 3½ fl. stieg. Ferner gingen in die Höhe badische Bank, österreich. Union und Provinzial-Disconio, Berliner Bankverein und Central⸗ bank, Frkf. Bankoberein, Hypothekenbank, Wechslerbank, Oesterreich-Deutsche, Darmstädter Zettel-, Bremer National⸗, Stungarter Bank, Pfälzer Bankverein und junge Meininger. Deutsche Vereinsbank, sowie Effectenbank fest bei guten Umsätzen. Letztere, deren Cours langsam aber nachhaltig vorschreitet, ist ein solides Anlagepapier, das man ni als Spielobject benutzen und dessen Cours daher n künstlich treiben will. Die Darmstädter Bank führt nächsten Mittwoch 30 000 Actien à 250 fl. ber Amster⸗ damer Bank zum Cours von 108½ ein. Da überbaupt nut diese 30,000 Actien in die Hände des Publikums gelangen sollen, weil die Theilnehmer und Gründer des schon seit/ Jahren mit Ersolg arbeitenden Instituts das übrige Capital, dessen Gesammisumme 10 Millionen Gulden beträgt, ständig für sich behalten wollen, so ist ein glänzender Erfolg der Subscription um so mehr voraus⸗ zusehen, als jetzt schon zahlreiche Meldungen für dieses äußerst solide Papier eintreffen. Französ.⸗talienische Bank blieb unverdientermaßen zurück. Von Bahnwerthen, welche nur in ihren älteren Gattungen größere Beachtung fanden, profitiiten Elisabeth 5, Böhmen 3½, Galizier 4½ fl. Staatsbahn und Lombarden, welche diese Woche von der Speculation in großen Beträgen umgesetzt wurden, avancir⸗ len um 6 und 3½ fl. Beliebt waren auch Donau⸗Drau, Franz⸗Joseph, Elbthal und Raab⸗Grazer. Prioritäten für Privatrechnung gern gekauft, zogen gleichfalls größten⸗ tbeils im Preise an. Französische Rente matier, unter Emissionscours zu haben. Oesterreich. Renten ebenfalls reagirend. Süddeutsche Fonds fest. In Loosen war ziem⸗ lich viel Geschäft in Raab-Grazern, die um 4% stiegen. Ferner wurden böher bezablt badische 351 und baprische 100⸗Thaler⸗Loose. Amerikanische Staatenbonds halten sich gut. Von Prioritäten gingen Kansas⸗Pacific, Mobile, Peninsular, Oregon und Südmissouri zu höheren Preisen aus dem Markt. ECdictalla dung. 2187 Nachdem Großherzogliches Hofgericht der Provinz Oderhessen nunmehr auch über dae Vermögen der Karl Friedrich Walz Ebefrau, Marta geb. Mai, von dier den förmlichen Concursprozeß erkannt hat, werden alle Diejenigen, welche Ansprüche irgend welcher Art an dieses Vermögen zu machen haben, zur Anmeldung und Begründung ihrer Forderungen, sowie zur Geltend⸗ machung etwalger Vorzugsrechte, auf Mittwoch den 9. October l. J., Vormittags 9 Uhr, del Meidung des ftillschweigend erfolgenden Ausschlusses von der Concursmasse, hierher vorgeladen. In dem Termine soll— zugleich mit den Concurs⸗ gläubigern des C. F. Walz— über die weitere Be⸗ handlung der Sache verhandelt werden und werden die nicht erschienenen oder durch gebörig legitimirte Bevoll⸗ mächtigte nicht vertretenen Gläubiger als den Beschlüssen der Mehrheit der Erschienenen beltretend angesehen werden. Friedberg am 3. August 1872. Großherzogliches Landgericht Friedberg. Reitz, Langermann, Landrichter. Landgerichts⸗Assessor. Arbeits ⸗ Vergebung. 2191 Freitag den 16. l. M. sollen die zur inneren der⸗ flellung der Klrche zu Nieder. Mörlen erforderlichen Weiß⸗ binder⸗, Lacktrer⸗ und Malerarbeiten, veranschlagt zu 500 fl., auf dem Submissionswege an den Wentcst⸗ fordernden vergeben werden. Bedingungen, Voranschlag nebfl Zeichnung liegen auf upserem Bürkau zur Ein⸗ t offen. 1 81 Abgebote, welcht in Prozenten zu gescheben haben, müssen versiegelt und versehen mit der Aufschrift „Submission für die innere Herfiellung der Kirche zu Nieder-Mörlen“ bis zu obigem Termin, Morgens 10 Uhr, bei uns eingereicht sein. Friedberg den 9. August 1872. Weeppeeeuce e Friedberg. e u 5. Vergebung von Bau⸗ Materialien. 2188 Die zu Ausmauerung eines Wasserstollens er⸗ forderlichen Materialien, namentlich: 15,000 Stück hartgebrannte Rufsensieine, 3 Klaster Bruchsteine, 1 Klafter Nockenderger Sand, 1½ Klafter Kles, 50 Bütten Wasserkalk, sollen im Wege der öffentlichen Submission vergeben erden. 5 Die Submissions⸗ Offerten find, mit der bezüglichen Ausschrift versehen, längstens dis zum 20. d. M. bel der unterfertigten Bürgermeisterel einzureichen, woselbsf auch die Uebernahme Bedingungen eingesehen werden N. ane am 10. August 1872. Großberzogliches. Bad⸗Nauheim. f u t t. FaselochsVersteigerung. 2200 Donnerflag den 15. d. M., Nachmittags 1 Uhr, soll in hlesigem Gemeindebaus eln gemeinheitlicher, sehr schwerer Faselochs, Berner Race, versteigert werden. Södel den 12. August 1872. ö delbeeglice Hareh ee Soͤdel. e i Blüthenmehl 2149 und neues Grün⸗Korn bel M. D. Loeb. Jagd ⸗ Verpachtung. 2192 Die leihfällia gewordene, der Stadt Assenheim zustehende Jagd, bestebend in circa 2400 Mergen Feld⸗ und circa 100 Morgen Wald, soll Dienstag den 20. Auguft 1872, um 1 Ubr, Nachmittags, auf biefsigem Rathbaus untec den bei der Verpachtung bekannt gemacht werden- den Bedingungen vom 25. l. M. an auf 6 auf einander folgende Jahre verpachtet werden. Assenbeim den 10. Auguft 1872. Großherzogliche Bürgermeisteret Assenheim. Bee st. Odne Mediein. 2 r Brust- und Lungen- kranke fiaden auf naturgemäßem Wege selbft in verzweifelten und von den Aerzten für unbeilbar erklärten Fällen radicale Hei⸗ lung ihres Leidens ohne Medicin. Nach spezieller Beschreibung der Krank⸗ heit Näheres brieflich durch Dir. J. H. Fickert, Berlin, 2013 Wallstraße Nr. 23. Ohne Medlein. eee ug 1 Odne Mediein. Mobiliar⸗Versteigerung. 2160 Donnerstag den 15. d. M., Vormittags 9 Uhr, kommt dem Rathhause gegenüber zur Versteigerung: 2 einthürtge Kleiderschränke, 1 Nußbaum Pfeiler⸗ schränkchen, 1 Küchenschrank mit Glasaufsatz, mebrere Commoden, 6 Stück Stühle, 1 Sessel, Schränke, Kisten, Bettladen, 1 neues vollftändiges Beit, 2000 Cigarren, 1 schwarzseidenes Kleid, gute wollene Klei⸗ der, Unterröcke, Hemden, Frauenstiefel, Jacken und allerlei sonstige Gegenstände. In Auftrag: Joseph Butzbach, Auctionator. Versteigerung zu Nieder- Weisel. 2169 Freitag den 16. d. M., Vormittags 10 Ubr, läßt J. Morschel, Curator des Konrad Hildebrand X. zu Nieder Weisel, nachstebhende Gegenstände be⸗ dingungsweise an den Meifibietenden verfleigern, als 2 Fahrkühe und dessen Geschirr, 9 Hühner, 1 Hahn. 1 Wagen mit allem Zubehör, 1 Schlitten, 2 Pflüge (Spitz⸗ und Wendepflug), 1 Egge, 1 Dickwurz⸗ mühle, 1 Pfublfaß, Geschirre von einem Pferd, 1 Schubkarren, 1 Brübbottig und sonstige Oeconomle⸗ und Hausgerälbschaften, eine Partie Dung und mehrere Partten Brennholz u. a. m. Mühlsteine 5 263 Friedr. Holl in Worms. Ein gesitteter braver Junge, 2171 welcher das Meßzgerhandwerk erlernen will, kann sogleich in die Lehre treten bei G. Haas, Meczgermeisler. Assenheim. Weiße leinene Caschentücher, 113 gestickt u. glatt, Kragen, Manschetten, Aermel, Herrenkragen, Vorhemden, Kragen-& Manschettenknöpfe, Hosen⸗ träger, Moiréschürzen sowie Myrten⸗ kränze bei K. Friedrich neben der Poft. — Jungen 2166 können unter vortheilhaften Bedingungen das Eiuigeschäft erlernen. E. Heimel in Hanau. Bad- Nauheim. 2073 9— 10 Morgen in der Nähe des Schweizerhauses am Johannis- berge gelegenes Land sind unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. Nähere Auskunft wolle man bei der Exped. d. Bl. erfragen. Die Gartenlaube. Nr. 31. Inbalt: Was die Schwalbe sang. Erzählung von Friedrich Spielhagen.— Meine Kindheit. Von Gott⸗ fried Kinkel.(Geschrieben Winter 1849— 50 im Ge⸗ fängniß zu Naugardt.) III.— Israel auf Markt und Straße. Mitteldeuischee Culturbild von Fr. Helbig.— Bei den Tproler Granatenklaubern. Mit 3 Abbildungen: Zirbelkteferngruppe auf der Grawandter⸗ Alm;— Granatenhütte am Roßrücken und Wachseck⸗Gletscher— Müdle zum Abrollen der Granaten. Originalzeichnung von R. Püttner — Eine Leidenschaft. Erzählung von C. Weber.(Schluß.) — Vom Ehbrenstein des deutschen Reiches. Von Ferdinand Hep'l.— Blätter und Blüthen: Streifzüge eines Jeld malers. Nr. 7. Mit Illustratton: Husaren des 11. Corps im Doppelregen dei Sedan. Von Cor. Sell.—„Das abgelegte Cladier.“— Unbelehrdare Leute!— Ueber die neue Wallfahrt unweit Würzburg. — Kleiner Briefkasten.— Zum Nationaldank für Lud⸗ wig Feuerbach. Nr. 32. Inbalt: Was die Schwalbe sang. Eczäblung von Friedrich Spielhagen.(Jortsetzung.)— Vom Groß⸗ vater auf den Enkel. Origtnalzeichnung von Kleln⸗ michel.— Meine Kindbett. Von Gottfried Kinkel. (Geschrieden Winter 1849— 50 im Gefängniß zu Nau⸗ gardt.) IV.— Die„Hertha Woche“ im Goldlande. Von Theodor Kirchhoff.— Eine Stätte der Menschen⸗ lebe und Bücrgerehre. Von Fr. fm. Mit zwel Ad⸗ bildungen: Das neue Johanntsstift in Leipzig von der Hof- und Gartenselte. Nach einer Photographie auf Holz übertragen von H. Heubnerz — Die Treppenhalle des neuen Jobannts⸗ silfts in Leipzig. Nach einer Skigze von Lochmann auf Holz übertragen von H. Heubner.— Tief unter der Erde! Von E. F.— Blätter und Blüthen: Ein wahrhaft„Dochwürdiger.“ Bindernagel& Schimpff in Friedberg empfehlen sich zu geneigten Aufträgen. TTC e 3 Mittwoch den 14. August ilitär⸗Concert bei Müller& Hertlein, ausgeführt durch die Musik des Hessischen Feld-Artillerie Regiments Nr. 11. 2199 Entrée für Herren 9 kr., für Damen 6 kr. Preis ⸗Kegel⸗Sehieben zu Dorn⸗Assenheim vom 11. August bis 1. September d. J. 2500 Loose à 6 kr. 25 Preise. 1. Preis 20 fl. ꝛc. ꝛc. Auch freies Nachspiel nach den auf der Bahn angehefteten Regeln. Sonntag den 1. September findet gut besetzte Tanzmusik in meinen neuerbauten Räumlichkeiten statt. Höflichst ladet ein Balthasar Herbert, „Zur Lilie. Riegenschirme, 63 äußerst billig, bei K. Friedrich, neben der Post in Friedberg. Halt! Halt! Das Allerneueste! 2195 Amerikanische Einfädler⸗Maschinen, nützlich und praktisch für Jedermann, womit man alle Nadeln, große wie kleine, sicher und schnell einfädeln kann, denn hierbei braucht man das Auge nicht mehr so anzustrengen, wie beim gewöhnlichen Einfädeln, per Stück 3 kr.; auch gute engl. Nähnadeln, 25 Stück 3 kr. Vorstehende Artikel sind zu haben auf dem nächsten Markt en Frtedderg. Der Stand ist mit einer großen Firma versehen. Es ladet ein L. Gerster. Jahrmarkts Anzeige. 2196 Künftigen Friedberger Jahrmarkt, am 14. Augnust, sollen und müssen eine Partie seidene Bänder, Spißen, Riemen c. spoltbillig ausverkauft werden.— Seidene Bänder, welche sonst 12 kr. ge⸗ koflet haben, für 4 kr. per ½ Meter und böher.— Spitzen zu 1, 2 bis 4 kr. per, Meter.— Der Stand befindet sich auf dem Malkt und dauert der Verkauf nur dis Mittwoch Abend. Magenbitter alter Schwede! 2174 2197 Schon zu allen Zeiten spielten die Magenliqueure unter den Gesundbeitsmitteln eine Hauptrolle, weil Magenkrankbeiten und Verdauungsbeschwerden zu den allgemeinsten Leiden der Menschen gehören. Der alte Schwede ist von den feinsten Spirituosen und dem besten Batavia-Atrac, sowie den edelssen Wurzeln, Kräutern und Blüthen fabrieirt, welche des Magen- und Unterleibsleiden aller Art, als: Magenverschletmung, Appetit⸗ lofidkett, Blähungen, Verdauungsbeschwerden, Magenschwäche, Cholera ꝛc., bei Nieren ⸗, Milz“, und Leber⸗ leiden, bei Hämorrhoiden, Pppochondrie, Angst und Bangigkeit ꝛc. ꝛc. sich stets als heilkraftig und wirksam dei diesen Leiden erwiesen. Er ist zu haben in Nauheim del Ant. Bittong, C. Kramm auf dem Teichhaus, Och. Klinkerfutz zum Gambrinus, E. Gebertinger, Johs. Wörner und Ph. J. Welßz in Friedberg bei Kaufmann Berndeck und Carl Preußer.* Grimmel, 1 alleiniger Destillateur des ächten Magenbitters„alter Schwede.“ Gutsverpachtung. 5 5 2190 Ein Gut in der Gemarkung Büßfeld, 0 f 88. ** 22 an der Straße, ½ Stunde von der Ober⸗ 1. U Ell 2 c bessischen Bahnstation Nieder Gemünden ent⸗ 8 9 2 8 fernt, bestehend in schöͤner, mit Brunnen und . 2 5 geschlossenem Hofraum versehener Hofraithe, 2 2s circa 80 Morgen Land bester Bonitat(wobei S Die soeben erschienene Nr. 46 enthält: 83 28 Morgen Wiesen) will ich auf weitere 8 eee F. Chr. B. Avs⸗Lalle⸗ 18 Jahre preiswürdig verpachten. Liebhaber mant.(Forisetzung.)— Militär. Betrachtungen üder belieben si u wenden an oh. 5 2E. die deuische Peersührung 1870/71. JI. Die Operationen in ech Props n h. D. Heß des 1 eee 5„ der Ent⸗ decker und die Entdeckung Livingfione's. Mit Illustrationen 2 und einer Karte.— Eine siakende Stadt. Von L. Eine Wohnung Disselboff in Isersohn. Mit 3 Iluftratlonen.— Tage⸗ 2153 von 3 Zimmern nebst Zubehör wird zu mietben buch aus der Belagerung von Straßburg. Von Max gesucht von Landau Aeschard.(Fortsetzung.)— Am Familienttsche: In Taubstummen- Lebrer. Molike's Tuskulum. Von W. Peisch. f Kirchen buchsanuszüge. Zu Befellungen empfehlen sich Bindernagel& Schimpff in Friedberg. 7 7 N. Evangelische Gemeinde. Ein Realschüler ee Johannes Konrad, hiesiger Bürger und 2145 kann bei einer hiesigen Familie in Pension ge⸗ 4. Augufl. nommen werden. Nachhülfe im Englischen und Fran⸗[Seminarpedell, Sohn des dahser verflorbenen Bürgers zösiscen. Näberes bei der Exped. d. Bl. zu Osthofen im Kreise Worms und Taglöhners Philipp b Konrad, und Bertha Lebleuner, Tochter des ersten Lehrers Erbsen, zu Großen⸗Buseck im Kr. Gleßen Ludwig Lehleitner. 2183 bester Qualität und zu sehr billigem Preis, find wieder angekommen bei Jace ob Stern nächst der Burg. Getaufte: 4. Auguft. Dem aus der Kreisstadt Nidda gebürtigen hiefigen Steuercommissartatsgehilfen Wilhelm Rullmann ein Sohn Wilhelm Karl Heinrich, geb. am 7. Juli. 4. Auguft. Dem biefigen Zimmermann Heinrich Füller ein Sohn Wilhelm Kar! Phtlipp, geb. am 16. Juli. l 2198 Von beule an Moritzbier * l C.. Walz. 9 2189 Samfiag den 17. d. Mie. findet auf dem Seszer⸗ bru nen ein. Ball für Israeliten statt, wozu freundlichst eintadet 2775 P Weitzel. Sommertheater in Friedberg. Im gedeckten Felsenkeller des Hrn. G. Philippi. (Gesellschaft des Thalia-Theaters in Darmfsadt.) Dienstag, 13. August 1872: Zum Genesiz für Frl. Emilie Erard. Gastspiel dis Herrn und Frau Jung-Aläger vom Thalia-CTheater zu Cöln und gerru Beck aus Würzburg. 1 Das Käthehen von Heilbronn e eee ö Das heimliche Gericht. 5 Großes romantisches Ritterschauspiel in 3 Akten nebst einem Vorspiel von Deintich v. Kletst. Mittwoch den 14. August 1872: Zum Genesiz für Herrn Georg Jung. Unter Mitwirkung der Militärkapelle des 2. Hess. Inf. ⸗Reg. Pech⸗Schulze. Große Posse mit Gesang und Tan in 3 Akten und 7 Bildern von H. Salingr. Musik von Lang. Jommertheater in Bad- Nauheim. Im Garten der Wittwe Jacob Schimpf. Dienstag, 13. August 1872: Grande Soirée in dem Gebiete der indischen, chinesischen und japanesischen Magie gegeben von dem berühmten Professor der Physik Henri de Rapelleski, Prestidigitateur des Vice- Königs von Egypten. Henri de Rapelleski, welcher in den größten Städten Europas, namentlich in Rom, Florenz, Nizza, Barcelona, Madrid, Lissabon, Brüfsel, London, St. Petersburg, Wien. Verlin, Dresden sich des größten Beifalls zu erfreuen batte, wird gewiß Alles aufbteten, um den guten Ruf, welcher ihm vorangeht, auch hier zu rechtfertigen. Zum ersten Male in Europa: Wunder der Wissenschaft. Electrisch⸗ magnetische Experimente mit den größten Resultalen ausgeführt. a 0 Chinesisch 2 ch beischee, Repertoir. ußerordentliche indische Kunststüche, höhere Magie. Reise in dem mnemotechnischen Reich. Henri de Rappelleski ist der einzige, welcher das schöne Kunststück:„Die un⸗ übertreffliche Vase“ ausführt. . 5 D a du: Dir wie mir, 0 oder: Dem Herrn ein Glas Wasser. Lustspiel in 1 Akt von Roger. Es ladet ergebenst ein 2186 Direktor Grünwald. eue hol. Dollhäringel 2098 bei Danksagung. 2194 Allen Freunden und Bekannten, welche gestern unsern unvergeßlichen Gatten und Schwager, den Herrn Oberlieutenant Nieß, zu seiner letzten Ruheflätte geleiteten, sagen wie hier⸗ mit unseren tiefgefühlten Dank. Friedberg, 12. Augußt 1872. Die Hinterbliebenen, Verantw. Redact.: Hermann Schimpff. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpf. e ee 0 7 N Be