79 1872. Daonnerstag den 11. Januar. 4. 9 S„ 0 7 8 1 8 l 11„ 1— 3 9 Ne 1— g* b 1 entbält die amtlichen Erlasse für den Kued berg. Friedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Dennerstag und Samsieg „ f 4 e eee dimpff. f———————— l.— Mit dem 1. Januar begin neues Abonnement auf den Oberbessischen Anzeiger, welcher auch ferner wöchentlich dreimal, 05 Dienstag, Donnerstag und Samstag, inen wird. Derselbe bringt die kreis amtlichen Erlasse, sodann eine kurze Uebersicht der interessantesten 2 1 und bemerkenswerthesten Tasegebenbeiten, besonders wichtige Neuigkeiten durch Extrablätter, allgemein belebrende und unterhaltende Aufsätze, landwirthschaftliche und genhe Mittbeilungen, geschäftliche Nachrichten, Markt- und Cours Berichte, Verloosungen von Staatspapietren und locale Notizen, außerdem wöchc einmal in dem beigegebenen Unterhaltungs⸗Blatt interessante Novellen und Erzählungen, Gedichte, 5 Anekdoten, Rätbsel, Bilderrätbsel ꝛc.* f f l Das Abonnement beträgt be Verlage-Expedition ohne Bringerlohn halbjährlich 1 fl., durch die Post bezogen jedoch viertel⸗ Trays. — jährlich 47 kr. mit Bringer! Inseratgebühren werke einspaltige Petitzeile oder deten Raum mit 3 kr. berechnet, bei Tabellen- und Zißersatz mit 8 kr. ment!„ Der Aer kann nach auswärts auch durch Privatboten direct von uns bezogen werden. * Bestellungen be man baldigst zu machen, damit in der Zusendung des Blattes keine Unter⸗ 22 brechung eint, 8 2 b 8 22 Den verebrlichen Unten in diesiger Stadt werden wir das Blatt auch für das neut Jahr zusenden, wenn nicht ausdrücklich 6 Abbestellung erfolgt Die Redaction. 2 1. 19 Amtlicher Theil. 8 22 Friedberg am 8. Januar 1872. Wcbeng Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg S an Großherzogliche Polizeiverwal Bad-Nauheim, Großberzoglichen Polizei-Commissär in Wickstadt, die Großherzoglichen Bürger— 0 meistereien und die Großherzogliche Gendarmerie des Kreises. In den letzten Tagen bat Unbekannter, 36— 40 Jahre alt, von uatersetzter Statur, mit schwarzem Vollbart, mit Brille, in der Stadt Hanau dadurch Betrügs verübt, daß er sich falschlich als Colporteur des dortigen Buch händlers Prior ausgegeben, dei verschie denen Leuten Subscrtptionaf einen sog. Bazar gesammelt und die Adonnemente-Betrage für ein ganzes Jahr(1872) gleich⸗ zeitig erhoben hat.. g Da es nicht unmöglich emt, daß das signalisirte Individuum ähnliche Betrügereien auch im hiesigen Kreise versucht, beauftragen wir Sie denselben im Betretungssanzuhalten und uns vorführen zu lassen. Trans. Betreffend: Das zur Ausführung dechsgesetzes üder den Unterstützungs Wohnsitz erlassene Friedberg den 4. Januar 1872. Gesetz vom 14. Jul 187 r een Der Bezirkscath bat in seineutigen Sitzung zu Mitgliedern was mit dem Anfügen zur offentlichen Keuntniß gebracht wird, daß der nach Art. 4 des rubricirten zes einzufetzenden Commission Justizrath Ur. Geyger zum Vorsitzenden dieser Commission bestellt fluür den durch den Kreis Friedbergildeten Landarmenverband aus[worden ist. Tie seiner Mitte gewählt die Herren: Friedberg den 4. Jannar 1872. b„ 1) Justizrath Dr. Geygn Assenheim, Großherzogliches Kreisamt Friedberg. 1 2) Bürgermeister Keil tielbach, n ttwe. 3) Heinrich Konrad Bau in Nieder- Wollstadt, ö 5—— 0 r. Bekanut machung, — betrend die Ressortverhältnisse der Reichs-Postverwaltung. 1 det Dem General⸗Postamte des schen Reichs gehen von Seiten Angelegenheiten nicht auf dem lürzesten und einfachsten Wege schon durch dae des correspondirenden Publikums täglich noch vielerlei Anfragen Rückfragen bei der betreffenden Postanstalt selbst erledigt werden konnen, — und Anträge zu, welche den loce Betrieb der Postanstalten, die bei der kaiserlichen Ober⸗Postdirektion des betreffen⸗ örtlichen Einrichtungen, Beschwerdiber Mängel u. s. w. betreffen.] den Bezirks nachzusuchen ist, welche dafür völlig competent ist. ben Alle Eingaben oteser Art werden, die Beaufsichtigung und Leitung Es versteht sich von selbst, daß in den Fällen, in welchen das 5 des technischen Dienstbetriebes been Postanstalten zunächst den correspondirende Publikum gegen die Entscheidung einer Ober-Post— 0 kaisersichen Ober-Postdireftiin obliegt, von dem General- direktion etwa Recurs zu ergreifen sich veranlaßt sehen sollte, die 01 Postamte lediglich der Ober- Posktion des betreffenden Bezirks betreffende Eingabe an das General- Postamt als die obere Instanz zur Erledigung zugefertigt. Es ehen in Folge dessen Verzöge“ zu richten ist. Edenso sind die auf allgemeine,„den ganzen 7 rungen und vielfache Geschäftseherungen, welche zu vermeiden[ Reuchs postdien st betreffende Angelegenheiten bezüglichen Eingaben 1 0 ebensosehr in dem Interesse des Pkums wie der Reichs Postver, an das General-Postamt zu adressiren. IU 5 waltung liegt. Das General, Put nimmt daher Veranlassung, Berlin den 25. Dezember 1871. f 13 darauf aufmerksam zu machen, dpie Entscheildung über alle An— Kaiserliches General-Postamt. 8 gelegenheiten des laufenden Dien der Postanstalten, falls solche Steph an 2 . 3 Deutsches Reich. halten von 1000 bis zu 2000 fl. gehen. Höhere alsbaldige Vorlage neuer definitiver Etats zu ö Darmstadt. Nachdem die cache eee mee will die Majorität von einer ersuchen. den Ständen bereits unterm 11. Naber v. J. Aufbesserung des Gehaltes ausgeschlossen und die Darmstadt. Das Princip der demnächst in der Frage der Gehaltserhöbung Beamten Bewilligung nur auf das Jahr 1872 ausgedehnt zu gewährenden Besoldungserhöhungen ist, trotz 10 Vorlage gemacht, bat der Finansschuß der wissen. Die Minorität des Finanzaueschusses da- der dieserhalb vorliegenden Vorlage der Regierung zweiten Kammer in diesen Tagen bie Regie-(gegen beantragte Annahme der Reglerungepropo- noch keineswegs festgestellt, dürfte vielmehr dei dem zungepropositton geantwortet. Derntrag der sition, d. h. ebenfalls die oben erwähnte Zulage demnächstigen Zusammentritt der Stände Gegen- Majorttät soll, dem Vernehmen einbortespon-[bei Gehalten bis 1000 fl., dagegen aber bei Ge- stand weitgehender Erörterungen bilden. Der 0 denten der„Frankf. Ztg.“ zufolge, f Bewilli⸗ balten über 1000 fl., für 1000 fl. gleichfalls ein Abg. Backe hat dieser Tage den gewiß zu bil . gung einer Zulage von ein Fünftel“ Gehalten Fünftel und für den Rest etwa ein Sechstel in ligenden Antrag eingebracht, wonach die im Staats- 7 bis zu 1000 fl. unt vor ein Zeh bei Ge-(Zusatz zu bringen und ferner die Regierung um dienst auf Taggelder, Diäten u. s. w. Beschaͤftigten * in gleichem Maße wie die festangestellten Beamten aufgebessert werden sollen. Mainz. Dem„Fr. J.“ schreibt man: Wie es scheint, soll demnächst eine von dem ständischen Ausschuß schon früher angeregte Einrichtung im Finanzwesen des Staates nunmehr Platz finden, indem dem Vernehmen nach schon in der nächsten Finanzperiode die Verpachtung der Zölle an sämmt⸗ lichen Flußbrücken, Ueberfahrtsnähen, und Fähren in's Werk gesetzt werden soll. Die Einrichtung besteht in Preußen schon sehr lange und scheint bei uns der Uebergang zu der gänzlichen Befrei⸗— ung des Verkehrs von jenen Abgaben sein zu sollen, da sich diese, nachdem das Chausseegeld längst abgeschafft ist, nicht mehr ganz rechtfertigen lassen.— Wie man hört, ist für die bei Frank- furt projectirt gewesene Staats-Pulverfabrik nun— mehr die Gegend zwischen Höchst und Okriftel in Aussicht genommen. Hier, wo Massen von Mu- nition und Pulver lagern, beurtheilt man eine solche Anlage weniger ängstlich. — Der„Mainz. Anzeiger“ theilt mit,„daß unser in allen Schichten der menschlichen Gesell— schaft so hochgeachteter Mitbürger, Dr. Müller- Melchiors, in Wien gestorben ist.“ Berlin, 8. Jan. Abgeordnetenhaus. Der Cultusminister bringt Gesetzentwürfe ein, betreffend die Errichtung eines Gesammteonsistoriums für die evangelische Kirche des Regierungsbezirks Kassel, sowie betreffend die Aufbringung der Synodal— kosten für die evangelischen Kirchen der Monarchie. Ueber die geschäftliche Behandlung wird das Haus nach erfolgtem Druck der Vorlagen beschließen. Der Finanzminister bringt ein Rachtragsgesetz zu dem Etat pro 1872 ein, betreffend die nachträg— liche Genehmigung der vor der Feststellung des Budgets gemachten Ausgaben. Die Vorlage geht an die Budgetcommission. Richter begründet seine Interpellation, betreffend die aus dem letzten Kriege vermißten Angehörigen der preußischen Armee. Der Kriegs minister v. Roon erklärt, die Zahl der Vermißten der norddeutschen Bundesarmee, ein— schließlich Badens, jedoch ohne das sächsische Corps, betrage gegenwärtig 3241 Mann. Hierin seien inbegriffen die nach Verlust der Requisitionsmarke Gefallenen, sowie ein großer Theil der in der Gefangenschaft Verstorbenen. Der Kriegsminister erkennt an, daß unsere Gefangenen und Verwun— deten theilweise mit schöner Humanität behandelt wurden und spricht gleichzeitig seinen Abschen über die nachweisbare bestialische Ermordung Einiger derselben aus. Nachforschungen hätten ergeben, daß in den Pyrenäen und auf der Insel Olécon und in Algier keine Gefangenen existiren. In Algier dären überhaupt außer einigen Matrosen keine deutschen Gefangenen gewesen. In Frank— reich befinden sich nicht ganz einhundert untrans- portable deutsche Verwundete, die wohl verpflegt und versorgt werden. Es sei wenig Aussicht vor— handen, daß ein verloren Geglaubter wieder zurück— kehre. Bezüglich der Todeserktärungen werde dat Nöthige geschehen. Die Interpellation ist hiermit erledigt. — Der„Reichsanzeiger“ publicirt einen kaiser— lichen Erlaß, betreffend die oberste Marinebehörde, sowie die Ernennung des Rath Mebts zum Gene- raldirector der Eisenbahnen in Elsaß Lothringen. — Sämmtlichen preußischen Militär-Ober— ärzten ist durch Ministerialreskript die Auflage geworden, den Inhalt ihrer während des deutsch⸗ franzöfischen Krieges geführten Tagebücher, selbst⸗ verständlich so weit sich derselbe auf dienstliche Angelegenbeiten bezieht, in der kürzesten Zeit zu amtlichen Vorlagen zu gestalten und dieselben an der dazu bezeichneten Stelle alsbald einzureichen. Das sich hierdurch ergebende schätzbare Material wird höheren Ortes in sorgfältige Erwägung ge— zogen werben. — Nachdem sich die gesammte Ta gespresse Frankreichs in erbittertster Weise über die Bis- marck'sche Depesche vom 7. Dez. v. J. geäußert hat, bemächtigen sich jetzt auch die monatlich er— scheinenden Zeitschriften desselben Themas. Hierbei ist beachtenswerth, daß bie neueste Nummer der „Revue des deux Mondes“, wenn sie auch in gemeinen Stimmung Frankreichs Rechnung trägt, doch das Geständniß ablegt, daß in dem Erlaß werthe Lectionen für Frankreich enthalten seien. Die Depesche sei äußerst beredt, und es würde nicht unnütz sein, wenn man sie in Frankreich täglich einmal durchlesen wollte, ehe man sich den Parteileidenschaften und den eitlen Besprechungen hingebe. — Wie es heißt, hat Herr Thiers auf den vom„Journal officiel“ veröffentlichten Neujahrs⸗ brief des Grafen Arnim in einem für den Diplo⸗ maten sehr schmeichelhaften Schreiben geantwortet. Wie schnell jetzt die Wiederherstellung des regel- mäßigen diplomatischen Verkehrs zwischen Frank— reich und Deutschland erfolgt, hängt nun von Herr Thiers ab, da nach Entgegennahme der Botschaster⸗Kreditive des Grafen Arnim Marquis de Gontaut⸗Biron hier die gewünschte Audienz behufs Uebergabe der Kreditive erhalten wird. — Marquis de Gontaut-Biron hat am 10. d. dem Kaiser seine Kreditive als französischer Bot⸗ schafter überreicht. Graf Arnim wird sofort in Versailles dieselbe Formalität erfüllen— damit wäre dann die Wiederherstellung der regelmäßigen diplomatischen Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland vollendete Thatsache. — Nach Art. Frankfurter Frieden hatte die deutsche Regierung 2 Millionen Franken für die Rechte und das Eigenthum angeboten, welche die Ostbahngesell— schaft auf dem Theile ihres Netzes besitzt, der auf schweizerischen Gebiete, an der Grenze von Basel, liegt(St. Louis bis Basel), wenn die franzö— sische Regierung Deutschland die Zustimmung dazu binnen einem Monat verschaffe. Die Ostbabhn— gesellschaft hat nicht darein willigen wollen. Wie man hört, läßt sie jetzt Studien für eine Linie nach Porrentruy oder Pruntrut hin machen, wegen Herstellung einer directen Verbindung mit Paris durch die Schweiz. München. Die Anwesenheit des Cardinals Hohenlohe in Deutschland wird in Verbindung gebracht mit dem Wunsche der kaiserlichen Regie— rung in Berlin, daß die katholische Kirche in Deutschland einen Primas erhalte wie in Ungarn. — Laut königlicher Ordre ist, vom 1. Jan. 1872 angefangen, der Fahneneid für die bayerische Armee dahin erweitert worden, daß demselben der Zusatz angehängt wird:„Auch schwört Ihr, im Kriege den Befehlen Sr. Majestät des deutschen Kaisers als Bundesfeldherrn unbedingt Folge zu leisten.“ — In Straubing hat sich unter dem ex— communicirten Gymnasial-Professor P. Hort eine altketholische Gemeinde von nahezu 300 Seelen gebildet. Dieselbe well jetzt um Ueberlassung der dem Staate gehörigen Karmeliterkirche nachsuchen. Karlsruhe. Eine landesherrliche Verord— nung verfügt eine namhafte Reduction in der Justiz- und Verwaltungs-Organisation. Es wer— den 4 Kreisgerichte, 13 Amtsgerichte und 7 Be- zirksämter aufgehoben. Ausland. Oesterteich. Wien. Die Blätter melden, daß der Präsident des Actionscomites der Alt— katholiken eine Audienz bei dem Cultusminister Stremayr hatte, welcher versprochen habe, der kirchlichen Reformbewegung seine volle Aufmerk— samkeit zuzuwenden. Schweiz Bern. Der Papst hat an die schweizerischen Bischöfe ein Breve erlassen, welches ihren Hirtenbrief zu Gunsten der päpstlichen Un— fehlbarkeit anerkennt, sie zum weiteren Kampfe gegen die Feinde der Kirche ermuthigt und die Hoffnung ausspricht, daß auch die schweizerische katholische Presse für deren heilige Sache einstehen werde. Letzteres hat hauptsächlich Bezug auf die Bundesrevision, g Frankreich. Paris. Es ist stark die Rede davon, trotz der letzten biplomatischen Note, hinausgeschoben, ohne daß darum die Besetzung des französischen Gebietes verlängert würde. Es einzelnen Wendungen ihrer Kundgebung der all des deutschen Reichskanzlers große und beherzigens⸗ 2 des Zusatzartikels zum daß die Zahlungsfrist der bleibenden 3 Milliarden“ Arnirden, sobald er officiell seinen Posten ange haben wird. as neu erscheinende Blatt„Mémorial dipluue“ bringt in seiner ersten Nummer eineisehr düsteren Farben gehaltenen Leitar-⸗ tikel Preußen und Deutschland die gewisser⸗ maß meiner höheren Macht auferlegte Mission zuwrankreich endgültig zu zertrümmern und schlie behauptet,„daß die furchtbare Drei— einigon Berlin, der Fürst Bismarck, der Feldall Moltke und der General Werder“(1) diesekeinen Augenblick aus den Augen verliert. asselbe Blatt will ferner erfahren haben, daß ere Agenten der italienischen revolu— tionchartei, welche nicht aufhöre, Propaganda gegemkreich zu machen, sich in Deutschland, name in Berlin befänden. Dieselben ver— suchtt deutsche radikale Partei für ihre Sache zu gen, indem sie ihr für den Fall eines neueiges, der zwischen Frankreich und Deutsch⸗ land rechen sollte, die Hilfe ihrer Landsleute unter Bedingung versprechen, daß Deutschland an J die durch den Vertrag von 1860 an Franlabgetretenen Provinzen zurückgeben ließe. -ei der am 7. d. dahier stattgehabten Depuwahl wurde Vautrain mit 121,158 Stim— men git. Victor Hugo erhielt 93,423 Stimmen. —gemeines Resultat der Ersatzwahlen zur Natiorsammlung. Es wurden gewählt: in Paris ezieres, Nimes, Lille, Besangon und Oran t Republikaner; in Limoges, Chambery, Amtiend Pau: vier Conservative; in Arras: ein Bartist; in Draguignan, Marseille und vermu Grenoble: vier Radicale. —er das Resultat der Ergänzungswahlen wirder berichtet: Im Departement Gard wurder, Candidat der republikanischen Partei, gewähm Departement Somme siegte Dauphin und irpartement Pas de Calais Levert, beide der coativen Partei angehörend. —x„National“ bringt folgende Einzel- heiten den Verhaftungsbefebl, welcher gegen den beten Ex-General Cremer erlassen wor- den istWährend des Krieges hatte Gambetta in To einen Herrn 9. Serre im Kriegs- ministel angestellt. Dieser gab dem General Cremerehl, einen ehrsamen Gewürzkrämer von Dijon nens Arbinet unter der Anklage des Hochveis und der Spionage sowie des Ein- verstänes mit den Preußen zu verhaften. Der arme El wurde auch sofort durch General Cremeridrechtlich erschossen. Die Familie des Unglückn hat sich dabei nicht beruhigt und eine Umchung über die Ursachen dieser Hin- richtungranlaßt. Herr de Serre ist flüchtig und beft sich in der Schweiz, von der man wahrschich seine Auslieferung verlangen wird, und dereneral Cremer soll seinerseits den Ge— richten nöthigen Aufklärungen über diesen Vorfall en.“ — den Vorschlag Thiers' beschloß die Nationasammlung, dit Discussion über die neuen Sern mit der Steuer auf Mobiliar— werthe zeginnen, hierauf, darüber zu berathen, ob es llich sei, die bestehenden Steuern zu erhöhen, d schließlich, die Steuer auf Rohstoffe zu discun. Thiers sprach sich von Neuem gegen eiiSteuer auf alle Einkommen aus. Er erklärte eür unmöglich, die bestehenden Steuern durch Zuäge zu erhöhen, und sprach es als seine Uebtugung aus, daß der Staat die Steuern auf Rohse nicht entbehren kann. Groritannien. London. Die Ge— nesung deyrinzen von Wales macht befridigende Fortschritl Tür. Die türkische Regierung hat jetzt ihr viertechristliches Mitglied erhalten. Es ist Vahen Esbi, der zum Unter-Staatssecretär im Unterrichtänisterium ernannt worden ist. Grieenland. Bulgaris kündigte in der Kammern, daß unter seinem Präsidium die Bildung ees neuen Cabinets erfolgt sei. Melba, Am 6. d. M. bielt das landwirtbschaft⸗ liche Kränzck der Orte Melbach, Södel und Wölfers⸗ heim eine Geralversammlung in dem Saale des Gast— soll dieß eine der Hauptaufgaben des Grafen wirths Karlzchneider zu Södel aß, welche recht zahlreich . hellen.. die Ausich Auwesendel sundenen sihglen. werde aud lichen For wünscht e wärte bein Vol Reichstag auf den in einem Anstalt d ganzen K „Berliner Zeitung“ Reichsctal standekem Inseresse Unserer E zu berich Foͤrderun des Mor zu Ulti des nord füt All⸗ Welwerk sein, dab srauenom meistern, techt zublt Darn Theil der; Kulegsdern In gigen In det- abet Ange Genttal att 9e tagt dit det Ein · desucht war. Auf der Tagesordnung stand: 1) Abänderung der Statuten, wonach für die Folge das Kränzchen in ein Wanderkränzchen umgewandelt werden soll, was ein⸗ stimmig angenommen wurde. 2) Das neue Maaß⸗ und Gewichtssystem. Der Vereinssecretär Herr Lehrer Hahn von Södel hielt über Letzteres einen ausfübrlichen Vor⸗ trag, worin derselbe die Benennungen des neuen Maaßes und Gewichts und deren Eintheilung erklärte, sowie Ver— gleichungen mit dem seitberigen gab. Ferner hielt der Studiosus der Thierbeilkunde Herr Hahn von Wölfers⸗ heim einen recht interessanten Vortrag über die Drehkrank heit der Thiere, in welchem sowohl deren Ursache, als auch deren Heilung erörtert wurde. Hieran schloß sich eine Discussion über die Perlsucht und den Milzbrand der Thiere und über Entstebung und Heilung dieser Krank- heiten. Ueber die Ansteckung bei dem Milzbrande waren die Ansichten auseinandergehend, indem ein Theil der Anwesenden sich dahin gussprach, daß die Krankheit durch Ansieckung Weiterverbreitung finde, während von anderer Seite diese Ansicht nicht getheilt wurde. Die nächsie Versammlung unseres Kränzcheus findet Samstag den 20. Januar 1872, Abends 7 Uhr, bei Gast— wirth W. Ph'lippi zu Melbach stait. Tagesordnung: 1) Der Anbau des Pferdezabnmais und der Winterwicke. 20 Beratbung über die Gründung eines Consumverans. Obgleich wegen der Kriegserteignisse seit 1½ Jabren keine Versammlung des Kränzchens gehalten worden war, zeigte sich doch erfreulicher Weise bei der am 6. d. M. stalige fundenen Zusammenkunft, daß dasselbe seine alle Lebens ö U fähigkeit noch besizt und daß wir hoffen können, dasselbe werde auch sernerbin durch sein Wieken zu einem gedeib— lichen Fortschriit in der Landwirtbschaft beitragen. Er- wünscht wäre, wenn die Versammlungen auch von aus- wärts besuch würden.. „ Vom Vogelsberge. Es wird von er deutschen Reichsregierung deabsichngt, ein neues Remente⸗Depot auf dem Selgenbof bei Ulrichstein anzulegen und zwar in einem so großartigen Umiang, wie noch keine oiche Anstalt in Süddeusschland besteht, und nur 12 in dem ganzen Königreich Preußen vorhanden sind. Nach der „Berliner Kreuzzeitung? und der„Allgem inen Militär⸗ Zeitung“ sind zur Einrichtung bieser Anstall bereits im Reichsetat für 1872 100,000 fl. vocgesehen. Das Zu⸗ standekommen derselben ist für den Vogelsberg von höchstem Intetesse und beschäftigt aufs Lebbafteste die Bevölkerung unserer Gegend. Um nun über den Stand dieser Sache zu berichten und zugleich über die Mittel und Wege ihrer Forderung zu berathen, soll Moniag den 29. Januar des Morgens 10 Ubr, in dem Pfannfticl'schen Gaschause zu Ulrichstein eine Versammlung aus allen Gemeinden des nordwestlichen Vogelsberges staufinden und dürfte es für Alle, die ein Herz für unser vom Handels; und Weltwerkehre isolirtes Gebirg baben, eine heilige Pflicht sein, dabin zu wirken, daß diese Versammlung von. Ver⸗ trauensmännern aller Gemeinden, besonders von Bürger⸗ meistern, Beamten, Seistlichen, Lehrern, Geschäftsleuten ꝛc. recht zablreich beschickt werde. Darmstadt. In der Kürze wird dabier ein großer Theil der auf das Greßbeczogtbum entfalleuen französischen Kliegsbente durch Summission veräußert werden. Die zum Verkauf kommenden Gegenstände sind Fabrzeuge der vetrschiedensten Art, Waffen und Munition als: Tadbatiere⸗ gewehre, Miniegewehre, Artilleriekarabiner, Remingtonge— wehre, Snidergewehre und Büchsen, Marinegewehre, Hinter⸗ lader von Manceaux in Patris, Gendarmeriepistelen u. s. w. nebst der dazu gehörigen Munition, bestehend in 39 Cent- nern Geschützpulvder, 14 Cir. Gewebrpulder, 22 Pfund Jagdpulver, 13 Centiner Salpeter, 3 Ceniner Schwefel, 296,000 Tabatiercpattonen, 13,450 Sniderpatronen, 492,000 Miniepairenen, 2960 Bardenpatronen, 16,000 blinde Patronen, 810,000 Zündbütchen, 196 Pfd. Mul⸗ denblei u. s. w. Ferner ist eine sehr große Anzabl von Cürassierdegen, Cavalleriesäbeln, Faschinenmessern, Lanzen, completen Cürassen und anderen Waffen zum Verkauf bestimmt. Weinheim. Die Hessishe Ludwigsbahn⸗Gesellschaft hat sich bereit u erklärt, auf eigene Rechnung die technischen Vorarbeiten für den Eisenbahnbau von Reinheim durch das Gersprenz-Weschnitzthal nach bier und weiter über Virnbeim, Käferthal nach Mannheim vornehmen zu lassen.“ Hadamar. Am Sylvester ist hier ein schreckliches Unglück passict, an welchem die ganze hiesige Bevölk rung den schmerzlichsten Antheil nimmt. Der Provisor in der biesigen Apotheke hat nämlich dei Zubereitung eines Re— cepies statt einer vorgeschriebenen Quantität Chinin— Morphium gegeben, in Folge dessen Genusses die Patientin, die 24jährige Tochter des Gymnasialoberlehrers C., sofort verschieden ist. Coblenz. Nachdem bereits Kleidermacher mit Anfertigung von Mänteln und Holen, zu ziemlich hohen Arbeitslönhen, für die Militär⸗ verwaltung beschäftigt sind, bat letztere jetzt auch eine Auf- forderung an die arbeitslustigen Frauenzimmer etlassen, um dei Anfertigung von Patrenen, gegen annehmbeiren Tagelohn, hülfreiche Hand zu leisten; Alles zur schnelletren Completirung der erforderlichen Bestände. In Augsburg wurde am 2. Januar Nachie 1 Uhr ein schwachet Erestoß verspürt. Berlin.„Erst das Geschäft und dann— vanche!“ denken die französischen Industriellen. unglaublich, schreibt die„Berl. Ger.⸗Zig.“, wahr, daß die Variser auf den deutschen Patriotismus speculiren und, namentlich zum Weidnachteseste, eine Menge Artikel sabricirt haben, die eben nur im kaiserlichen Deutschland verkäuflich sind; sie baben Bondbonnieten, Damentaschen, Lederkäsichen u. dal. m. hergesaudt, welche ideils mit dem Wappen und den Farben des Reichs, tbtils mit den Portraits des deutschen Kaisers, Bismarck's, Moltk.'s u. A. geschmückt sind. In der Conditorei von Schilling war eine ganze Galerie solcher franzssisch— palriotischen Arbeiten zu schauen. die Re⸗ Es klingt und ist dennoch Verloos ungen. Triest, 4. Jan.(50, fl. Loose von 1861.) Bei der am 2. Jan. staligehabten Verloosung fielen auf selgende Nummern Hauptpreise: auf Nr. 11933 15,000 fl., auf Nr. 9173 und 13089 je 1000 fl., auf Nr. 2470 7894 8026 11025 und 16012 je 200 fl. Die Zahlung erfolgt acht Tage später. seit Monaten die Civil⸗ Waffenröcken Mailand, 3. Jan.(45⸗Fr.⸗Losse von 1866.) Bei der am 1. Jan, stattgehabien Ziebung wurden folgende Serien gezogen: 451 958 995 2241 2279 2454 3226 3404 3510 3598 3639 5740 5863 6815 und 7079. Haupipreise fielen auf Nr. 35 der Serie 2454 80 000 Fr., auf Nr. 26 der Serte 451 3000 Fr., auf Nr. 44 ber Setie 2454 und Nr. 42 der Serie 958 je 1000 Fr., auf Nr. 34 der Serie 2241, Nr. 25 der Serie 3404 und Nr. 16 der Serie 3510 je 400 Fr. erfolgt am 1. Juli. Brüsseler Loose Die Zahlung von 1853. Ziebung am 31. Dezember. Haupipreise: Nr. 10923 25 000 Francs, Nr. 9851 10,000 Fr.. Nr. 11018 12402 24713 25511 27032 27755 28937 47586 58221 und 66590 je 900 Fr., Nr. 8405 9325 12091 21364 25896 30940 39387 49008 51864 und 55570 je 500 Fr. Frankfurt a. M., 8. Januar. öffnete unter äußerst günstigen Auspicten. Es scheint, als wenn die früter für den Januar prophezeite Hausse jetzt erst recht zum Durchbruch kommen sollte. Alle Notitungen sind wesentlich besser als am Schlasse der Vorwoche, die größten Erfolge erzielten heute Lombarden, dieselben wurden ca. fl. 4 vesser bezahlt als gestern. Staatobabn proefitirtien ca, fl. 2½, die gleiche Avance war auch für öst. Creditactien. In galizischen Elisabeth⸗, Alföld⸗, Nordwest⸗ und Elbthal⸗Actien war reges Geschäft und besserten alle Gaulungen ihren Cours. Prioritäten gleichfalls gesucht. Die utu eingeführten Elbthal⸗Priori⸗ täten sanden à 84½ willig Abnehmer. Coupons waren Suberrente fl. 24— 23½. Amerikaner fl. 2— 23½,. Die Woche er⸗ Eingesandt. Friedberg.— Postalisches. Wer sich von dem Ungenügenden des einen Schalters an der biesigen Post überzeugen will, der gebe des Morgens oder Abends hin, wo die Aus gabe von Briefen, Zeitungen ꝛc. ꝛc. mit der Expedition abgebhender Fahrposten, der Lösung von Fahrb illeten ꝛc. zusammenjälli. Da nur ein Schalter angebracht ist, so ist auch nur die Thätigkeit eines Schalterdeamten zu ermöglichen und düse reicht um jene Zeu nicht aus, das Publikum, das sich im beschränkten Raume vor dem Schalter die Plätze streuig macht, nach Billig- und Rechllichkeiisgründen zu defördern; denn der Stärksie, der sich vornhin drängen kann, war zuerst da, wenn er auch zuletzt gekommen ist. Außerdem ist ein Teil der Wartenden darauf angewiesen, sich dem Wind⸗ zuge unter der Thorhalle auszusetzen, dis der Sgalter frei wird. Wer nun in diesem Momente ein Tele⸗ gramm aufgeben will, dessen Geduld wird ganz und gar auf die Probe gestellt. Denn da das Telegraphendüreag nicht zugänglich ist, so ist der Betreffende gezwungen, mit der Beförderung der Depesche warten zu müssen bis sich die vor dem Schalter und unter der Thorballe aufgestaute Masse endlich verlaufen dat. Indem man diese Miß⸗ stände als sehr delästigend für das Publikum und den Dienst der Beamten erschwerend öffentlich rügt, et dem Publikum gewiß alle Berechtigung zu, deren Beseiligung zu verlangen. Bekanntmachung. 84 Von jetzt an werden bei biefigem Großherzoglichen Aichamte Gegeanstände zur Aichung nur jeden Mitt⸗ woch im Aichlocale angenommen und können die⸗ selben am darauf folgenden Samstag oder Montag nebst zugehörigen Bescheinigungen gegen Entrichtung der tarmäßigen Gebühren und Rückgabe der bei der Annabme empfangenen Marke wieder abgeholt werden. Friedberg den 9. Januar 1872. Der Vorstand des Großberzoglichen Aichamts Friedberg. Reuß, Kreiobaumetster. Bekanntmachung. 78 Im Licher Stadtwald, Distrikt Rothenbusch, Lindenseif und Ettingshäuserkopf kommen den 15. und 16. Januar d. J. nachverzeichnete Holzsortimente zur Verfleigerung: Montag den 15. Januar Bau⸗, Werk⸗ und Nutzholz. 260 Eichen⸗Stämme von 18—51 Centimeter Durch- messer und 4— 14 Meter Länge, 90 ßichten⸗Stämme von 15—32 Centimeter Durch— messer und 4 Meier Länge, 30 Buchen⸗Wagnerstangen, 30 Linden-Stämme, 150 Stück Eichen, Buchen- und Fichten Stangen. Dlenstag den 16. Januar Breu n. 250 Raummeter Buchen- und Eichen Scheitholz, 340 1 1 Prügelholz, 300 60„ Stockholz, 10500 Wellen 4 Reig holz. Die Zusammenkuuft ist jedesmal im Rothenbusch am Erlesberg Morgens 8 Uhr. Lich den 8. Januar 1872 Großberzogliche Bürgermeisterei Lich. Jörn Foulards, 252 seldene Umknöpftucher, schwanze seidene Palstücher und Palobinden bet K. Friedrich neben der Post. hat eine grössere Verbreitung a Die Modenwelt. Preis für das gaze Vierteljahr 45 kr. 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