dcn; zent hlt, eit Stuten urd 12 a lende e e Ceautt dun schörtg 15 bantroz; * n nee nech fen Ri. Dunger bis 7 — - Berfcztt. 1 g. n gs 1 Ut, iet n te Des, rte; E 2 * l Segel 0 ef tas wrtirtarrt cg 4 Ulg rtenberg. 7 1 gebruet 1 Setnatrung: 120050 At!* 4 1871. Dienstag den 31. Januar. N 13. Oberhessischer Anzeiger. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Betreffend: Die Statistik der Bewegung, bler die Register über die Weg⸗ und Zuzüge für 1870. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg Die kubricirten Register oder Bescheinigung nach Vorschrift, dei Meidung der Abholung anher einzusenden. und Wisselsheim. daß Zu- und Wegzüge Friedberg am 27. Januar 1871. 1 die Großherzoglichen Bürgermeistereien Dorn⸗Assenheim, Fauerbach bei Friedberg, Friedberg, Nieder-Mörlen, Rockenberg, Weckesheim nicht vorgekommen sind, haben Sie umgehend T a na Dien st nachrichten. Zu Burgermeistern und Beigeordneten wurden fur die Dleustpertode 1871— 73 weiter ernannt: 1) Ju der Zürgeemelstetei Ilbenstadt der seuherige Gr. Bürgermelster Zwier und der seithetige Gr. Beigeordnete Haas. 2) In der Bürgermeisterei Melbach der seitherige Großherzogliche Bürgermeister Keil und das Gemeinderaths⸗Mitgtied e Hahn IV. zum Beigeordneten. Friedberg den 29. Januar 1871. Großherzogliches Kreisamt Friedberg Tera p p. Offizielle Kriegs nachrichten. An die Kaiserin-Königin. Versailles den 29. Januar. rale Sedentaire übernimmt die bleibt cernirt und darf sich verpflegen, wenn die Waffen ausgeliefert sind. lach Bordeaux in 14 Tagen berufen. Aufrechthaltung der Ordnung. ßlesetzt mit Neutralitäts⸗Zonen zwischen sich. Dies ist der erste segensvolle Lohn für den Patriotismus, Opfer Versailles, 29. Januar, Nachts. Die Besetzung von St. don Paris hat am 29. Jaunar ohne Zwischeufall stattgefunden. Kriegs nachrichten. München, 29. Jan. An das Kriege⸗ ninisterium aus Versailles vom 28. Jan. Der e eee bis zum 21. Tage. Die ariser Forts werden deutscher Seits besetzt. 1 Stadt Paris zahlt 200 Millionen Francs. gelfort und die Armee Bourbaki's sind nicht in in Wafsenstillstand eingeschlossen.(2) Karlsruhe, 29. Jan. Die„Karlsr. Ztg.“ bringt folgendes Telegramm; Versaillee, 29. Jan. un die Großherzogin von Baden, Karlsruhe, Die Forts von Paris capituliren. Wir besetzen ii am 29. um 10 Uhr Morgens. Waffenstill⸗ and bis zum 19. Februar. Pariser Garnison steckt die Waffen mit Ausnahme der National- garde. gez. Friedrich Wilhelm, Kronprinz. — Nach Berichten aus London vom 286. Januar hat Gambetta in Folge der Rachrichten über die Verhandlungen in Ver⸗ salles seine Demission gegeben. London, 29. Jan. Im Anschluß an die Khrichten über Bourbaki's Rücktritt wird ge⸗ kildet, daß derselbe nach seiner Niederlage vor e einen Selbstmordversuch gemacht habe; in Aufkommen werde bezweifelt. Aus Versailles, 29. Jan., Nachts, wird über Brüssel telegraphirt: Die Capitulation ist abgeschlossen. Die Briefpost nach Paris wird vom 1. Februar ab ungehindert zugelassen. Ueber den Personenverkehr verlautet noch nichts. — Weiter wird über Brüssel gemeldet; Kaiser Wilhelm kehrk nächsten Dienstag nach Berlin zurück. — Der zwischen Frankreich und Deutschland abgeschlossene Waffenstillstand dauert bis zum 19. Februar. Die Unterschriften erfolgten gestern(den 28. Jan.) Abende. Die Pariser Garnison, mit Ausnahme der Nationalgarde, streckt die Waffen. Heute Vormittag um 10 Uhr besetzen die deutschen Truppen die Forts. In Paris stellten sich am 103. Tage der Belagerung die Preise der nicht requtrirten Lebens- mittel an den Centralhallen, wie folgt? Frische Gemüse: Gelbe Rüben, das Stück 60 Cent., sonst 8 kostete das Dutzend 20 Cent.; eine weiße Rübe 80 Cent.; eine Runkelrübe, die sonst 30 Cent. kostete, 4 Fr.; ein Stück Sellerie 2 Fr., früher 30 Cent. werth: 1 Endivienkopf, der sonst 2½ Cent. werth war, 1 Fr. 25 Cent.; Kartoffeln nicht vor- handen; ein Blumenkohl 5 Fr.; ein gewöhnlicher Kohlkopf 6 Fr.; 1 kleiner Kohlkopf 1 Fr.; ein Pfund Kohlblätter, die man sonst wegwarf, 75 Cent.; ein großer und schöner Blumenkohl 8 Fr. Ge— Gestern Abend ist dreiwöchentlicher Waffenstillstand unter⸗ eichnet worden. Linie und Mobile werden kriegsgefaugen und in Paris internirt. Garde natio- Wir besetzen alle Forts, Paris Eine Constituanute wird Die Armeen im freien Felde behalten ihre resp. Laudstreten den Heldeumuth und die schweren Ich danke Gott für diese neue Gnade, möge der Friede bald folgen. Wilhelm. Denis und sämmtlicher Forts v. Podbielsky. trocknete Gemüse: Bohnen, Linsen, Erbjen ab⸗ wesend. Eingemachte kleine Erbsen 175 Fr., sonst 1 Fr. 25 Cent. Eingemachte grüne Bohnen 3 Fr., sonst 1 Fr. Charcuterie: Speck, sehr selten, 6 Fr. das Pfund; Schinken, noch seltener, 10 Fr. das Pfund, ungefahr 120 Fr. der Schinken, der sonst 18 Fr. kostete. Pferdeblutwurst(schreck⸗ liches Essen) 1 Fr. 20 Cent. Italienischer Käse, schreckliches Gemisch aus allen Arten Fleisch be⸗ reitet, 2 Fr. das Pfd. Frische Butter, sehr selten, 35—40 Fr. das Pfund. Käse, fast nirgends zu finden, 1 Fr. 80 Cent. Ein Ei 1 Fr. Ein Pfund Chocolade 5 Fr. Der Kaffee ist nur um ein Fünstel in die Höbe gegangen. Geflügel (äußerst selten): ein Truthahn ohne Trüffeln 125 Francs; eine gewöhnliche Gans, die sonst 56 Fr. 1* 85 Fr.; ein Huhn 25 Fr.; eine Taube Fr.(zehn Mal so viel wie früher). Wildpret: ein Hase 85 Fr.; ein Kaninchen 25 Fr.; eine Ente 30 Fr.; eine wilde Ente 3 Fr.; ein Rabe 2 Fr. 50 Cent.; Ochsenfett kostet 3 Fr. das Pfund; anderes namenloses Fett 1 Fr. 80 Cent. Oel, aus allen möglichen fettigen Producten fabri- tirt, 2 Fr. 50 Cent. Eingemachte Früchte gibt es nicht mehr; man hat aber solche aus Runkel⸗ rüben, getrockneten Trauben und Zucker, wie auch andere ähnliche Mischungen fabricirt, die man rs mit 2 Fr. das Pfund verkauft. Besonders pein⸗ lich für die Pariser ist es, daß die Waschweiber in Folge des Mangels an Brennmaterial ihre Arbeiten haben einstellen müssen. Nur noch sehr wenige arbeiten, und reine Wäsche ist in Paris ein ungeheurer Luxus geworden. — Die Strapazen der deutschen Armee, welche im Westen gegen Chanzy operirte und le Mans nahm, überbieten an Härte Alles, was wir bis jetzt in diesem Kriege davon gehört haben. Es war vom 6. Jan. an kein Tag, meldet der officielle Bericht, an welchem unsere Soldaten nicht im feindlichen Feuer waren. Ausgesetzt dem feindlichen Kugel- und Granatregen, und beim Vorgehen gegen einen hartnäckig in seinen natür⸗ lichen Positionen sich haltenden Feind, durch den dichtesten Schnee und die Dornenhecken hindurch, oft Stunden lang im Schnellfeuer, auf dem Eise oder im Wasser liegen müssend, dazu meistentheils ohne Nahrung, weil die Zeit zur Bereitung der- selben fehlte, so brachten sie diese Tage hin, die so kalt und doch heiß waren, und wenn die mühe⸗ volle Kampfesarbeit des Tages gethan war, dann erwartete sie des Abends nicht etwa ein Quartier unter Dach und Fach, nein, das Bivouak unter freiem Himmel, denn die Wohnungsdichtigkeit dieser Gegenden ist eine geringe, und der Dörfer sind sehr wenige Vom 6. Januar an waren die Truppen im Bivouak auf den Schneefeldern, ohne Stroh, und oft auch, wenn die Truppen auf Vorposten waren, ohne Feuer— des Abende um 9, 10 Uhr erst kamen für sie die Stunden der Ruhe im Gefühl der äußersten Ermüdung, und am nächsten Morgen, wenn uur erst der Tag graute, wurden sie schon wieder allarmirt, und von neuem ging es Marsch— Marsch! gegen den Feind vor. e Die Umgegend von Langres beherrschen trotz der Anstrengungen, welche die deutschen Fuppen machen, dennoch immer die französischen Ffanctircurs. Ueber die Art ihres Kampfes schreibt ein Berichterstatter der„Köln. Ztg.“: Bei der Annäherung von stärkeren Patrouillen liehen sich dieselben auf Schleichwegen durch die Wälder in die zunächst gelegenen Ortschaften zurück, werden größere Abtheilungen zum Absuchen einer Gegend ausgesandt, so hat die ganze Bande als letzten Zufluchtsort die Fistung Langres selbst. Wie selten gelingt es deshalb, eine Abtheilung dieses Gesindels aufzuheben, denn auch für den Fall, daß sie wirklich in einem Dorfe überrascht und umzingelt werden, haben die Franctireurs noch Mittel, sich dem Kampfe des Soldaten gegen den Soldaten zu entziehen, indem sie Uniform mit Waffen verstecken, Civilkleider anziehen und sich für friedliche Landbewohner ausgeben. Nancy, 24. Jan. Der hiesige„Moniteur officiel du Gouvernement génsral de la Lorraine“ macht in seinem amtlichen Theil bekannt:„Seine Majestät der König von Preußen, Kaiser von Deutschland, befiehlt: Wegen der Zerstörung der Brücke von Fontenoy, östlich von Toul, wird der dem Generalgouvernement von Lothringen unterstellte Bezirk eine außerordentliche Kriegs ⸗ schätzung von 10 Millionen Franken als Buße zahlen. Dies wird dem Publikum mitgetheilt, indem bemerkt wird, daß die Art der Vertheilung sofort bekannt gegeben und daß der Eingang der Summe mit der größten Strenge betrieben wird⸗ Das Dorf Fontenoy wurde sofert in Brand gesteckt, mit Aus nahme einiger Gebäulichkeiten welche für den Gebrauch der Truppen bewahrt wurden. Nancy, 23. Januar 1871. Der Ge⸗ neralgonverneur von Lothringen, General der Infanterie und Genkraladjutant S. M. des Königs von Preußen, v. Bonin.“ — Die Summen, die bis jetzt für die durch das Bombardement benachtheiligten Straßburger bei dem dortigen Comite eingegangen sind, belaufen sich nach dem letzten Ausweis, den der„Niederrh. Aux.“ publicirt, auf 349,236 Fr. in Geld und reiche Gaben in natura, 100,000 Fr. bat allein das Schweizer Comite übersandt und aus Amerika wurden etwa 60,000 Fr. beigestenert. Zu Unter⸗ stützungen siud davon etwa 230,000 Fr. ver⸗ wendet; 4334 Familien wurden unterstützt. Longwy, 26. Jan. Fast Hagen dem Bombardement verschont geblieben. Die Kirche ist eine vollständige Ruine, ein Drittel des Thurmes ist heruntergeschossen, der Rest droht einzustürzen. Das Stadthaus, das daneben liegt, ist vollständig ausgebrannt, die Commandantur ist ein einziger Trümmerhaufen; die an den Seiten sich erhebenden Thürme sind eingestürzt. Die Kasernen, welche in den niedriger gelegenen Stadt theilen stehen, sind ganz ausgebrannt und von Granaten durchfurcht. Am Stadthausplatze sind die Häuser ausgebrannt, nur noch die Mauern stehen. In den andern Stadtvierteln ist kein Haus unbeschädigt geblieben; besonders die Dächer haben stark gelitten. Die Deutschen rückten heute um 10 Uhr in die Stadt ein. Seit heute Mittag werden die Kriegsgefangenen(Linie und Mobil- garde) in der Nichtung von Diedenhofen und Metz abgeführt. Die Nationalgarde wurde nicht zu Kriegsgefangenen gemacht. Die Berölkerung von Longwy, welche vor Beginn der Beschießung bereits nach Luxemburg und Belgien geflüchtet war, ist erst zum geringsten Theile wieder hierher zurückgekehrt. Bern, 28. Januar. Ein Telegramm des „Bund“ vom 28. Jan. aus Pruntrut meldet: Die Preußen nahmen Pont de Roide und avan- ciren auf der Straße St. Hippolyte-Maiche gegen Morteau⸗Pontalier. Längs der Schweizergränze befinden sich aufgelöste Banden.— Das 24. französische Corps ist in Pontalier eingetroffen und marschirt südwärts. Salins ist von den Preußen besetzt. Das Hauptquartier Bourbaki's befand sich gestern in Roulans nordöstlich von Besangon. f* — 28. Jan., Abends. Die Preußen sind bis Chambagnole(südlich von Salins) vor⸗ gedrungen. Flüchtige franzüsisihe Militärs kom⸗ men fortwährend auf schweizerischem Gebiet an, Aus Baden. Die Begleiter unserer Lazareth⸗ züge können nicht genug von dem Elend erzählen, das unter den hülflos zurückgelassenen Verwundeten der Bourbaki'schen Armee herrschte. Der Rückzug muß ein überstürzter gewesen sein. Noch Tage darnach kamen Bauern aus den Ortschaften zu den Preußen mit der Frage: ob sie die Todten begraben dürften. Auch schweizerische Gewährs⸗ männer beztichnen jetzt die ganze dreitägige Schlacht als eine entschiedene französische Niederlage. Mitt⸗ lerweile hat sich auch unsere Vermuthung bestätigt, daß Bourbaki die Rückzugslinie nach Lyon noch nicht genommen hat, ihm vielmehr die Verbin- dungen nach rückwärts durch die Besetzung von St. Vit, Quingey und namentlich des als Eisen⸗ bahnknotenpunkt wichtigen Mouchard bereits unter⸗ brochen sind(in Mouchard treffen die Linien von Besangon, Döle, Pontarlier und Lons ke Saulnier zusammen). Im Rücken gefaßt und von der Rückzugslinie abgedrängt, wird es sich für Bour⸗ baki also um eine Schlacht, um Waffenstrecung oder um Uebertritt auf Schweizergebiet(im Augen- blick über die schneebedeckten Ketten des Jura nicht ohne große Beschwerden) handeln. Ueber die Vorgänge bei Dijon fehlen noch immer deutsche Berichte. Man wird wohl daran thun, von den aufgebauschten französischen Nachrichten gerade nur so viel zu glauben, daß die Preußen noch nicht Dijon besetzt haben. Man sammelt auch in Karlsruhe für eine Ehrengabe für den General v. Werder, Oberbürgermeister Lauter hat sich zur Entgegennahme von Beiträgen erklärt. — Die„Karlsr. Ztg.“ veröffentlicht Folgendes; „Telegramm vom 20. Januar 1871, Ahends 7 Uhr. Dem Gencral v. Werder, Commandi⸗ render des 14. Armeecorps in Montbeliard. Ihre heldenmüthige, dreitägige, siegreiche Vertheidigung Ihrer Position, eine belagerte Festung im Rücken, ist eine der größten Waffenthaten aller Zeiten. Ich spreche Ihnen für Ihre Führung, den tapferen Truppen für ihre Hingebung und Ausdauer meinen königlichen Dank, meine höchste Anerkennung aus und verleihe Ihnen das Großkreuz des Rothen⸗ Adler⸗Ordens mit Schwertern als Beweis dieser Anerkennung. Ihr dankbarer König.(gez) Wilhelm.“—„Indem ich den Truppen diese allergnädigste Cabinetsordre zur Kenntniß bringe, * spreche ich allen Offizieren, Beamten und Soldaten, die diese ruhmreichen Erfolge erkämpfen und er⸗ ringen halfen, nochmals meinen wärmsten Dank aus.(gez.) v. Werder. Brevillers, 19. Jannar 1871, Abends halb 7 Uhr“ Folgt der bekannte Corpsbefehl des Kaiser⸗ Königs, welcher Werder und seinen tapferen Truppen die„höchste An⸗ erkennung“ ausspricht. — Der„Industriel alsatien“ von Mülhausen meldet: Der Maire hat folgende Depesche er halten: „Bourogne, 23. Januar. An das Bürgermeister⸗ amt von Mülhausen. Westlich von Mümpelgard, wo die Armee Bourbaki's vor ihrem Rückzuge stand, ist die Civilbevölkerung in großer Noth. Ich bitte Sie, die Unterstützungs-Comiteen auf diese Lage aufmerksam zu machen; ich werde für die Gefangenen sorgen, aber ich, vermag nicht dasselbe für die Civilbevölkerung zu thun. Ge⸗ zeichnet: v. Tresckow.“ — Ueber den muthigen Kampf unseres 2. Infanterie und 2. Reiterregiments bei Briare vom 14. d. bringt der„Gieß. Anz.“ aus dem Feldpostbriefe eines Feldwebels des 2. Inf. Regis. einen größeren Bericht, welchem wir Fol⸗ gendes entnehmen: Am 12. d. drang der Feind gegen den von unserer Leib Compagnie besetzten Ort Ouzouer sur Tressee vor, so daß sich die Leib Compagnie zurückziehen mußte. Das Deta⸗ chement wurde allarmirt und erhielt die 3. Com- pagnie speciell den Auftrag, zur Unterstützung der Leib⸗Compagnie vorzugehen. Beide Compagnien griffen nunmehr den Feind mit aller Energie an, und wurde der Ort Ouzouer sut Tressee wieder genommen und der fliehende Feind weithin verfolgt. Abends gegen 6 Uhr kehrten die beiden Com- pagnien nach Briare zurück. Verlust hatten wir nicht gehabt. Am 13. d. M. bezog die 3. Com⸗ pagnie abermals die Feldwachen und wurde gegen des Feindes gemeldet. allarmirt, jedoch verlief die Nacht ruhig. Ganz anders sollte es aber am 14. werden. Schon in aller Frühe waren unsere Patrouillen auf den Feind gestoßen. Gegen 9 Uhr wurde das ganze Detachement allarmirt. Der Feind war in starken Abtheilungen von allen Seiten herangerückt und hatte eine vollstäudige Umgehung bewerkstelligt. Das ganze Detachement mit einer reichen Bagage, zu welcher noch eine mit vielen Lebensmitteln ver⸗ sehene aus Orleans hinzugekommene Proviant⸗ Colonne zählte, stand in der größten Gefahr von dem viel überlegenen Feinde gefangen genommen zu werden. Jetzt galt es, für sein Leben, ja für seine Freiheit zu kämpfen! Und man kann sagen, Feindliche Abtheilungen in der Stärke einer Compagnie wurden von einem unserer Züge zurück⸗ geworfen. Eine Schwadron Cavalerie war b⸗ gesessen und gab Salpenfeuer mit ihren Cara-⸗ Feind. Ja selbst Leute, die zur Bagage com⸗ mandirt waren und wohl während des ganzen Feldzugs keinen Schuß gethan hatten, griffen zum Gewehr und warfen sich auf die andringenden feindlichen Abtheilungen. — Ich lasse hier einen Auszug aus einem De⸗ tachementsbefehl des uns commandirenden Generals v. Rantzau, d. d. 16. Januar 1871, folgen, um Detachement, welches sich vorgestern, den 14. Jan., durch einen überlegenen Feind durchschlagen mußte Bravour aussprechen zu können. munus Leiß Ouzouer sur Tressee mit Energie wiedergenommen, Am 14. Abends langten wir in unserem jetzigen Cantonuementsquartier Ouzouer sur Loire an, welches etwa 6 Stunden von Briare entfernt ist. 4 Ubr Nachmittags eine wiederholte Annäherung Das Detachement wurde das Regiment hat seine Schuldigkeit gethan! binern, auf den die Straße besetzt haltenden Das Detachement mit seiner Bagage, mit seinen Vorräthen war gerettet. zu zeigen, daß die Haltung des Regiments ic. an diesem Tage Anerkennung gefunden hat:„Es gereicht mir zur großen Genugthuung, dem meine volle Anerkennung für die dabei bewiesene 0 Schon am 12. haben einzelne Theile des Großherzoglichen 2. Infanterie- Regiments unter Führung des Haupt Das Bewußtsein unserer Ueber? legenheit war festgestellt; am 14. hat dieses Be- wußtsein uns aus einer mißlichen Lage geholfen, wofür ich dem Detachement meinen Dank sage.“ 1 f ö 0 1 I. 1 4 1 1 1 . 0 — Dee —.. —— 6 ag der dene elt deseßten daß sich dit des Den ⸗· dit 4 on rtigeng der Lenzegnit Frergzit an, urset wiede din verfolgt. beiden Cen · denen ir In 3. Cen- D berdt gegen n beg nt vit big eg Schen in ker anf den dt das ganze ber in fatktn augtrüct und drtlligt. tze Lagagt, tts det drt Prester „ Sesaht den J 7 gtrenntt 3— kette, Ja fur 1 laut sagta, 1 Ant getdan! Stil tin 346 damit Init br ieh Cate tendtt t! heltente Degen „ det dal l 57 1 1 „450 Die Berluste des Detachements find verhältniß ⸗ unbedeutend. Major dan der Hoop von der N. wadron 2. Reiter- Regiments ist todt, Lieutenant Weimar von unserem Regimente leicht derwundet. Im Ganzen soll der Verlust unseres Regiments an Todten und Verwundeten 19 Mann betragen. Der Verlust des Feindes ist sicherlich viel stärker. Hessen. Darmstadt. Das 2. Infanterie- Regiment und das 1. Reiter-Regiment hatten bei nachverzeichneten Patrouillen Gefechten die beibe— merkten Verluste: 2. Infanterie-Rgiement beim Patrouillengang nach Gien am 11. Jan. Sergeant Wilh. Meltor, v. d. 7. Comp., Großen⸗Buseck, . v., Schuß d. d. r. Seite; liegt in Gien. Musk. Balth. Friedr. Fauerbach v. d. 7. Compagnse, Büldesbeim, I. v., Schuß d. d. I. Oberschenkel; liegt in Gien. Bei gleicher Veranlassung am 20. Jan., sind Musk. Georg Brod, v. d. Leibcompagnie, Fauerkach, Musk. Theodor Frenzel, v. ders. Comp., Hayerswer de in Preußen, Musk. Job. Gebhardt, v. Lers. Comp., Lauterbach, in Gesangenschaft geratben. 1. Reiter⸗Regiment, Leidschwadron dei La Ferte Beauharnais am 22. Januar Geftr. Carl Ludw. Schambach, Worms, G.⸗Chev. Carl Schmidt, Großen⸗Buseck, vermißt. Bei la Molte Beuvron am 23. Jan. G.⸗Cbev. Leonhard Lulep aus Bensheim vermißt. G.⸗Chev. Martin Cömmer, Rinderbürgen, l. v. Sch. 63 Nase und Quetschung der Sürne und d. l. Backen⸗ ens; liegt im Lazareth zu Orleans. — Nach Feldpostbriefen vom 22. hat die hessische Division sich wieder nahe um Orleans toncentrirt, wo zur Zeit des Abgangs der Briefe das 1. und 4. Jufanterie-Regiment und . Batterien cantonniren. Das Detachement Rantzau hat sich nach den Gefechten von Gien tach Orleans zurückgezogen. Es wurde ver⸗ kärkt durch ein Detachement unter der Führung don Oberst v. Lynker, das aus dem 3. In⸗ santerieregiment, dem 2. Jägerbataillon und 1 Batterien besteht. Das 1. Jägerbataillon und das 1. Reiterregiment stehen noch bei da Ferte, in dessen Nähe vorgeschobene Ab⸗ theilungen am 20. ein glückliches Gefecht gegen 2— 300 Franctireurs hatten. Der diesseitige Berlust betrug 5 Mann. „Friedberg. Die diesjährige Entlassungs⸗ früfung am Schullebrer⸗ Seminar findet am 20. Is 23. März, die Aufnahmeprüfung neuer Zög⸗ lunge am 27. März und die selgenden Tage statt. Mainz. Der Bestand unseres Gefangenen⸗ Depots wird noch mehr vermindert, um füt etwa 8,000 Mann neuen Zuzug Raum zu erhalten. Unter jenen werden sich über 1000 Offiziere 1 welche der milderen Gefangenschaft auf hrenwort die gewöhnliche strengert der Soldaten torgezopen haben und hier casernirt werden soller. Preußen. Berlin. Die königl. Regierung u Düsseldorf hat eine Bekanntgachung erlassen, durch welche sie die genaue Befolgung ihrer Vor⸗ shriften in Betreff der Fremdenpolizei einschärft. Im Eingange der Bekanntmachung sagt die Re- derung: Es ist festgestellt, daß Agenten der jetzigen stanzösischen Regierung, mit bed tutenden Geld- mitteln versehen, mit falschen Pässen und unter din verschiedensten Gestalten im Lande umberreisen, ut dem Auftrage, die Kriegsgefangenen zur Nassendesertion und zum gewaltsamen Ausbruche zu bewegen. Die Regierung richtet zugleich an 2 jeden Patrioten die Aufforderung, zur Handhabung ur gedachten Vorschristen und eventuell zur Ver⸗ e e ftung solcher Agenten behülflich zu sein.— Da tg, 1 ig politische Rücksichten wünschenswerth erscheinen 0 13„ hussen, die Lage der französischen Kriegsgefangenen , as dem Glsaß und Deutsch- Lothringen möglich 2500 deri u verbessern, so hat der Minister des Innern 287 4 erm 12. d. M. dahin gehende Verfügung er⸗ e—.5 wonach selbige, so weit nes angeht, zu „e, ldlichen Arbeiten und zwar, da veiwanct werden „, pellen, wo für Wohnung und Beköstigung gut . un u kesorgt ist und auch höherer Lohn gezahlt wird. 1 ttt k. Elen so soll es den in Rede stehenden Gefangenen ee, aubt sein, auf ibren Wunsch bei stärtischen 1 a Handwerkern u. s. w. in Arbeit zu treten. 7 15„ Urter den bisher erschienenen 159 Ver- 2 un blisten befinden sich, schreibt die„Voss. Ztg.“, n f 14 11 1 28, welche Berichtigungen früherer Mittheilungen enthalten. Es sind darin alle Ossiziere und Mann ⸗ schaften aufgeführt, welche später an ihren Wunden gestorben sind, oder welche geheilt zum Regiment zurückgekehrt resp. dem Ersatzbataillon überwiesen worden sigd, ober endlich, welche ursprünglich ale „Bermißt“ aufgeführt waren und spaͤter in Laza⸗ rethen oder auf dem Schlachtfelde vorgefunden wurden resp. beim Regiment wieder eintrafen. Diese Berichtigungen umfassen etwa 14,000 Mann; dit Kategorie der nachträglich Gestorbenen ist sehr wenig vertreten, ¾ Aller sind geheilt.— Die nach Abzug dieser 28 Listen verbleibenden 131 Verlustlisten führen auf: An Todten: 2 Generäle, 67 Stabsoffiziere, 724 Subalternoffiziere, 217 Fähnriche, Feldwebel, Wachtmeister, Vicefeldwebel, Vicewachtmeister, Stabstrompeter, 1177 Ser— geanten, Oberfäͤger, Unteroffiziere, Hautboisten ꝛc., 10,622 Gefreite, Spielleute und Gemeine, 14 Aerzte ꝛc., 1 Geistlichen; an Verwundeten? 13 Generäle, 177 Stabsoffiziere, 2375 Subaltern— offigiere, 874 Fähnriche 10., 5042 Unteroffiziere ꝛc., 51,152, Gefreite 1c., 1 Büchsenmacher, 87 Aerzte, Lazarethgebülfen, 1 Geistlichen, 16 Krankenträger; Summa der Todten und Verwundeten: 3358 Offiziere und 109,204 Mann. An Vermißten: 35 Offiziere, 12 Aerzte, 1 Zahlmeister, 1 Roß⸗ arzt, 21 Lazapethgethülfen, 31 Verbandzeug⸗- resp. Krankenträger, 6 Fähnriche, 11 Feldwebel, 4 Vice⸗ feldwebel, 1 Wachtmeister, 1 Regiments-, 1 Ba- taillonstambour, 250 Unteroffiziere, 6875 Gemeine. Summa des Abgangs: 3393 Offiziere, 76,409 Mann, für die vorddeutschen Truppen und die badische Division, aber excluside des sächsischen (12.) Armee Corps und der sächsischen Diviston. An diesen Verlusten participirt das Garde- Corps, einschließlich der 4 Garde-Landwehr⸗Regimenter, mit 386 Offizieren, 26 Fähnrichen und 9536 Mann an Tooten und Verwundeten und 335 Mann an Vermißten. Aus Mecklenburg. Mit dem neuen Jahre ist endlich auch der Schandfleck mecklen— burgischer Zustände, die Prügelstrafe, abgeschafft; unsere Regierung und Stände haben sich nicht bewogen gefühlt, sie selbsiständig früher zu be⸗ seitigen, erst das deutsche Strafgesetzbuch bat fie vertilgt. Auch die Gefaͤngnißstrafe bei Wasser und Brod, die zuweilen in furchtbarer Weise an— gewendet wurde, ist nun gesallen. Oesterreich. Pest, 26. Jan. In der Sitzung des Unterhauses erklärte in Beantwortung der Interpellation des Abgeordneten Stratimirovic bezüglich der Stellung der ungarischen Regierung zu der neuesten österrtichisch-yreußischen AN der Ministerpräsident Graf Andrassy: Die Ant- wort auf die Depesche, welche die Neugestaltung Deutschlands notisicirt, kam mit vollstäudiger Zu— stimmung der ungarischen Regierung zu Stande. Die Tragweite der Antwort besteht in der rück— haltlosen Anerkennung des neugebildeten deutschen Bundes und der Wiederherstellung des freund— nachbarlichen Verhältnisses mit demselben.(Allge- meirer Beifall.) Die Regierung vermag weder in der Nengestaltung Dentschlands, noch darin, daß dasselbe ein gut nachbarliches Verhaͤltniß mit uns aufrecht halten will, noch darin, daß Oester— reich Ungarn auf die Erhaltung des gutnach— barlichen Verhältnisses ein natürliches Gewicht legt, eine bedrohliche Gefahr der Germanisirung zu sehen.(Allgemeiner Beifall.) Die Regierung habe nach ersolglosen Bestrebungen zur Erhaltung des Friedens den Standpunkt entschiedener Neu— tralität angenommen. Diese verhindere, daß eine der kriegführenden Parteien mit der Forderung auftrete, wir möchten eine illopale Pression auf die andere Partei ausüben. Frankreich. In Bordeaux hat am 15. d. eine öffentliche Versammlung stattgefunden, in welcher unter anderen Beschlüssen auch die folgenden gefaßt worden sind: Aufgebot in Masse bis zum 60. Jahre. Die Bürger welche in 8 Tagen dem Aufruf nicht entsprochen haben, werden als Verräther und Feigliage am Vater— land erklärt. Die, welche geflohen sind, verlieren ihre Eigenschaft als Franzosen; ihr Besitzthum und ihre Güter werden natürlich consiscirt zu Gunsten der Republik.— Jedes Inditiduum, welches die nachfolgenetn Personen töten wird, erhält die nachfolgenden Prämien, nämlich: für den Kopf König Wilhelm's 5 Mill. Fre., Bis- mard's 4 Mill. Frs., des Großherzogs von Mecklenburg 3 Mill. Frs., für jeden Prinzen 2 Million Frs., für jeden kleinen Prinzen (prineipule) 1 Mill. Fre.— Die Kriegs⸗ und Handelsflotte soll von heute in einem Monat 200,000 Mann einschiffen. — Am 22. Jan. erschien ein Parlamentär vor Douai und forderte den Commandanten der Festung zut Uebergabe auf. Der Commandant verweigerte dieselbe. Bis jetzt wurde die Stadt noch nicht beschossen. In Bapaume haben die Preußen eine große Menge Belagerungsgeschütz aufgebäuft; dasselbe kann von bier aus leicht gegen Arras, Douati oder Cambrai in Posttion gebracht werden. — 28. Jauuar, Mittags. Die Anfregung über die Unterbandlungen wegen der Uebergabe von Paris wird genährt durch Exttablätter der oppositlonellen Journale. Die„Liberte“ sagt, Gambetta habe seinen Rücktritt von der Regierung Vor dem Regierungsgebäude wogt eine erklärt. nach Tausenden zählende Menge, die unter Schrtien und Pfeifen Rachrichten begehrt. Der„Moniteur“ druckt nur die, Depeschen der„Times? aus Ver⸗ sailles ab, mit der hinzugefügten Bemerkung, er sei ohne Nachricht. — 28. Jau. Einer Mittheilung der Regierung zufolge ist General Clinchamps an Stelle Bourbaki's zum Commanditenden der ersten Armee ernannt worden. Bourbaki, durch einen Unfall behindert, empfahl selbst Clinchamps zu seinem Nachfolger. — Wie aus Lyon vom 23. d. gemeldet wird, ist französischerseits die Brücke von St. Jean de Losne gesprengt worden, weit man einen kräftigen Vorstoß des Feindes auf die Haute Bourgogne befürchtet.— Das„Journal Cber“ meldet:„Der Lehrer des kaiserlichen Prinzen Filon ist in Angers verhaftet worden; bei demselben fand man chiffrirte Depeschen“.— Aus Lille wird vom 27. d. berichtet, daß der Feind seine Stellungen bei Cagaitourt und Crosilles verschanzt. Großbritannien London. Aus Chisle⸗ burst wird den Mitdeilungen der„Times“ betreffs der Verhandlungen der Kaiserin Eugenie mit Preußen bezüglich der Friedensbedingungen wider⸗ sprochen.— Lord Granville hat an den Grafen Bismarck das Ersuchen gerichtet, für Paris be⸗ stimmten Transporten eine möglichst schnelle Be- förderung zu sichern. — Die sntue Emission der Schatzanweisungen des norddeulschen Bundes bat eine vollständige Ueber⸗ leichnung erzielt, Bei Schluß der Zeichnung wurde s Pramie gezahlt. Die alie Emission schloß mit 2½. Frankfurt. Der Landwirthschaftliche Monatsclud bali am 6. Febr. d. J. Nachmittags 2½ Udr eine Zu⸗ sammenkunft im Hotel Drexel dabier. Auf der Tages⸗ ordnung stehen: 1) Geschäftliche Muthetlungen. 2) Fort⸗ setzung der Besprechung über die Richtung und Entwicklung der landwirihschastlichen Cluds. 3) Commissionsbericht über die landwirthschastliche Creditfrage. In seiner Ein⸗ ladung zu recht zahlreichem Erscheinen in der Clubder⸗ sammlung bemerkt nder Vorstand zu 2 der Tagesordnung: Die in hohem Grade gefährdete Stellung des Landwirth⸗ schaftsbetriebes innerhalb des modernen Staates fordert alle Landwirthe auf, ihre nach dieser Seite gehenden volkswirthschastlichen Interessen desser als disver zu wahren und solche zum öffentlichen Ausdruck zu bringen. Es entsteht daher die Frage, ob der landwirthschaftliche Clnd diese Agitation aufnebmen, und als seine wesentliche Aufgabe, die Enifesselung des landwirthschaftlichen Ge⸗ schäftes von dem Druck einer schädigenden Gesetzgebung, oder dem Ackerbau ungünstiger Staatseinrichtungen auzu⸗ streben, fortan erachten soll? Oiese wichtigen Bestrebungen würden durch eine rege Theilnahme und thalkräftige Unterstützung der füdwestdeuischen Landwirthe auf er⸗ wünschte Weise an Bedeutung gewinnen. Virton, 25. Januar. Verflossene Nacht fand ein schreckliches Eisenbahn-Unglück im Tunnel bei Montmedy stalt. Ein Zug mit Ersatztruppen für die Garden und ein Zug mit franzöͤsischen Gefangenen stießen zusammen, Der Militairzug wurde wenig beschädigt, dagegen wurden fünf Waggons mit Gesangenen tetal zertrümmert, viele Franzosen gelödtet und verletzt. Die franzöͤsischen Geiseln von Sedan enikamen, aber die Ursache des Unglücks war nicht von Franzosen veranlaßt. Die Bahn wird beute Morgen wleder frei sein. — F ˙ 2 — Güter Versteigerung. 229 Mittwoch den 1. Februar d. J., Vormlitags 11 Uhr, sollen in biefigem Rathbause die zum Nachlasse der Joh. Joß Künzenbach's Eheleute gehörenden Güter⸗ slücke: Gemarkung Friedberg. Flur. Nr. Klftr. 5. 72. 41. Grabgarten am Ellernpfuhl, 7. 11. 352. Acker an der Warte, auf Antrag der Erben nochmals öffentlich meistbietend versteigert werden. Friedberg den 26. Jauuar 1871. Großberzogliches Ortsgericht Friedberg Foucar. Hofraithe- und Güter-Versteigerung. 240 Freitag den 3. Februar d. J., Vormittags 11 Uhr, sollen im hiesigen Ratbhause die zum Nachlasse der Friedrich Wilheim Zobel's Wittwe dabier gehörenden Immobilien, nämlich: Flur. Nr. Klftr. 2 271. 15,7. Hofraithe in der Stadt, 2. 80. 41. Grabgarten, Liebfrauengärten, 2. 83. 42. desgl. daselbst, 26. 64. 22. Gewann im Ried, auf freiwilligen Antrag der Erben nochmals öffentlich meisibietend versteigert und bei entsprechenden Geboten kann den Letztbletenden alsbald die Genehmigung er⸗ theilt werden. Frtedberg den 30. Januar 1871. Groß herzogliches Ortsgericht Friedberg Foucar. Bekanntmachung. 233 Die biesigen Geschäftsleute und Haus wirthe, welche an Zöglinge des Schullehrer⸗Seminars, namentlich an die zu Ostern d. J. abgebenden, Forderungen zu machen haben, werden hiermit aufgefordert, dieselben um so ge⸗ wisser dis zum 1. März d. J. bei uns anzumelden, als sonst auf unsere Mitwirkung zur Bezahlung derselben nicht gerechnet werden kann. Friedberg am 1. Februar 1871. Großherzogliche Direction des Schullehrer Seminars zu Friedberg Steinberger. Edictalla dung 235 Nachdem wider die nachgenannten Militärpersonen 10 den Recruten Stmon Allerdist des 2. Land ⸗ wehrregiments, aus Friedberg, Kr. Friedberg; 2) den Recruten Philipp Thomas, des 2. Land- wehrregiments, aus Fauerbach, Kr. Friedberg, der Desertionsproceß eröffnet worden ist, werden die⸗ selben hiermit aufgefordert zu shrem Truppentbeile zurück⸗ zukehren, kpätestens aber in dem auf Dienstag den 30. Mat 1871, Vormittags 10 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht anberaumten Termine sich zu gestellen, widrigenfalls die wider dieselben ein⸗ gelestete Untersuchung geschlossen, sie in oontumaciam füt Deserteure erklärt und ein Jeder in eine Geldbuße von 501000 Thaler verurtheilt werden wird. Darmstadt den 27. Januar 1871. N Divisionsgericht A Schenck, Divisionsauditeur. Holzversteigerung in der Fürstlichen Oberförsterei Lich. 238 Künftigen Montag den 6. Februar, Morgens 9 Uhr, soll im Distriet Mühlberg auf der Höhe anfangend ver⸗ fieigert werden: 39 Stecken Buchen⸗ Scheitholz, 82„Buchen-, Eichen- u. Elsbeeren⸗Prügelholz, Oe Buchen⸗ und Eichen⸗Stockholz, 9075 Wellen Buchen- und Eichen-Reispolz und 91 Stämme Eichen⸗Bauholz von 2524 Cubikfuß. Lich am 31. Januar 1871. Fürstliche Oberförsterei Lich Eigenbrodt. Kriegs-& Ftiedensnummern der Gartenlaube. Die Nr. 5 bringt folgende Beiträge: Pulver und Gold. Den Mittheilungen eines Offiziers nacherzählt von Levin Schücking.(Forts.)—„Leicht aber sehr fein.“ Nach dem Oelgemälde von Ed. Grützner in München.— Im Hauptquartier des Prinzen Friedrich Karl. Von unserem Berichterstatter Georg Horn. Zehnter Brief.— Eine Audienz beim Bischof Dupanloup.— Pariser Massenrestaurants. Von H. Sch.— Eine Fahrt in das Eismeer. Aus meinem Tagebuche, von M. E. Plankenau. Mit Abbildung: Meine Aus rüstung als Bären⸗Zäger.— Blätter und Blüthen: Noch einmal der Aberglaube der deutschen Soldaten im Kriege. — Zwei Winterbilder aus dem Kriege: Gefangene n⸗ Transport nach der Einnahme von Mezidres. Nach der Natur gezeichnet von Chr. Sell.— Ulanen⸗ Welhn achten vor Parts. Nach der Skizze eines Ofsfizters von F. Rr.— Kleiner Briefk sten.— Für die Verwundeten und die Frauen und Kinder unserer unbemittelten Wehrleute. Iraunschweiger Flachs 15 billigst dei ne 127 Groß. Harzer Canarienvögel, Roller mit Flötentönen, sind zu verkaufen, Vorstadt 148 in Friedberg. Id o mne ad uftobo zz uus u ugs 130 Inv n oe ne zuuu a neues ln e Uasgohutes bigun Ein Wohnhaus 230 auf der Breitenstraße iß unter sehr vortheilhaften Bedingungen zu verkaufen. Näheres bei der Exped. d. Bl. Braunkohlenklein, 43 als Brennmaterial zum Vermischen mit Steln⸗ kohlen, verkauft billigst Die Ziegelei am Bahnhof zu Bad Nauheim. 88 5 a 2* 8 2 — 0 10 — 25 .— Die Nr. 18, die neueste 22 3 Kriegsnummer, enthält: 2 2 22 2 8 8 Der Commandeur der Garden. Mit dem Porträt des Prinzen August von Württemberg.— Die Helden der Arbeit.(Forts.) Roman von Max von Schlägel. — Wie das Leipziger Regiment vor Paris zu seinem Rindfleisch kam. Von Lieutenant F. W.— Die jüng⸗ sten Soldaten des deuischen deeres. Mit den Porträts der Prinzen Friedrich Wilhelm und Friedrich Leopold von Preußen.— Vor und um Paris. VI. Von Georg Hiltl.— Am Famtlientische: Mein ist die Rache. Ge⸗ dicht von Julie Ludwig.— St, Cyr und Trianon. Von Hans Blum.— Die Kerntruppen der französischen Armee.— Aus dem Leben der franzöfischen Kriegs gefangenen. Zu dem Bilde von Otto Fikentscher.— Kleine Kriegsbilder nach der Ratur Mit 2 Jllustrationen von Emil Hünten.— Die Zwillinge der Krlegerswittwes Preis pro Nummer 9 kr. Zu Bestellungen empfehlen fich! Binder nagel& Schimpff in Friedberg. Mobiliar⸗Versteigerung. 226 Mittwoch den 1. Februat, Vormittags 9 Ubr anfangend, läßt Frau Rentmeister Weis dahier in ihrer Behausung nachfolgende Gegenflände, als: i 2 Sopha, Stühle, Kommode, Tische, Schränke, 1 Pianino, 2 Violinen, mehrere große Spiegel, Stand-, Wand und Taschenuhren, einige Betten nebst Bettstellen, Weißzeug, Silber, als Vorleg⸗ und Eßlöffel, Leuchter c., Zinn, Flinten, P.stolen, Jagdtaschen u. s. w., Meßinstrumente, Herrnkleider, Küchen⸗ und Gartengeräibschaften ꝛc. ꝛc. öffentlich gegen gleich baare Zahlung versteigern. Ossenheim den 26. Januar 1871. In Auftrag: Großherzogliches Ortsgericht Ossen heim Maul. Zu verkaufen drei Fichten 176 zu einem billigen Preis und zwar zwel à 106 Cubikfuß und eine von 71 Cubikfuß, alle eignen sich hauptsächlich zu Durchzügen. Nähere Auskunft ertheilt Johannes Schneider, Langenhain bei Butzbach. . Der KLaoahrer Hinkende Bote für 1871 isterschienen N und zu haben bei E allen Buch⸗ händlern N und Buch⸗ b r bindern. f 1 n 2960 Ju en berg bei Bindernagel& Schimpff. * 237 Bei dem Unterzeichneten ist ein fast neues, sehr ö 0 wenig gespleltes W Glavier zu verkaufen zu dem Preis von 180 Gulden. 5 Laubach den 28. Juuuar 1871. Klipstein, Districts⸗Einnehmer. Lehrling 236 gesucht in ein Speterel⸗Geschäft in Frankfurt a. M., Kost und Wobnung frei. Franko Offerten unter der Chiffre G. B. 490 besorgt die Annoncen⸗Exvpedition von Haasenstein& Vogler in Frankfurt a. M. Eine Chaise 2675 steht zu verkaufen. Wo? sagt die Exped. d. Bl. Eiben, Linsen Johlen, 190 gulkochende, bei Georg Groß. . 2 1 Versteigerung. 239 Freitag den 3. Februar, Morgens 9 Uhr, werden in der Wohnung des Schneidermeisters Martin Wen zu Ober⸗Mörlen f 1 fast neuer Glasschrank, Tische, Stühle, Bettstellen, Oefen, Kochherde, Kochgeschirte, circa 15— 18 Mlir. Kartoffeln gute Qualität, ein Transport Dickwurz, 8 Malter Frucht, circa 3 Fuder Korn⸗ und Gersten⸗ stroh, 15 Centner Klee. und Wlesenheu, sowie noch mehrere Pausgeräthschaften 5 1 abzugshalber öffentlich meistbietend versseigert werden. Gegen genügende Burgschaft ist Zahlungsfrist bis 1. Januar 1872 gestattet, welches die Bedingungen näher desagen. Ober-Mörlen den 30. Januar 1871. Jakob Berdel II. Brodpreise vom 1. bis 18. Februar. Nach eigener Angabe der Bäcker. 6 Für Friedberg, Bad Nauheim u. Butzbach; un verändert. N Fleisch⸗ꝛc. Preise vom 1.— 15. Februar. Nach eigener Angabe der Metzger, Für Friedberg: 18 unverändert.„ 52 Für Bad Nauheim: 1 Ochsenfleisch pr. 8 20 kr. Schweinesleisch pr. K 18 tr, fi Kuhfleisch, gem. 17„ Leber u. Blutwurst 24 f „ ungem.—„ Bratwurst 9 b Hammeelfleisch 16„ Schwartenmagen. 28„ Keil und Carre—„ Cervelatwurst W Kalofleiisch 14„ leischwurstt 28. Keil und Carre—„ Geräucherter Speck 32„ 1 Riereufett 24„ Dörrfleisch„ Hammelsfett 16.„ Schinken N21 5 Schaaffleisch—„ Solperfleisch 1 Schmalz, ausgelassen 32 kr., unausgelassen 30 kr. Ausnahmspreise: Bet S. Löb Kuhfleisch 15 kr.— Bei W. Bieler Schweinefleisch 19 kr— Bei D. Friz g Schinken 30 kr., Schmalz, unausgel. 28 kr.— Bei 1 W. Krauch Schweinkfleisch 19 kr., Schinken 30 kr. Schmalz, unagusgel. 28 kr. 8 Für Butzb ach: a Ochsenfleisch pr. 7 20 kr., Schweinefleisch pr. 7 18 kr. Kuhfleisch, gem, 16, Leber- u. Blutwurst 20„ 14 9 Rindfleisch, gem., 16 Bratwurst 24 7 9 Hammellfleisch 16„ Schwartemnagen 24 Keil und Carre 17„ Geräucherter Speck 32 Kalbfleisch 12„ Dörrfleisch 28„ Schaaffleisch—„Schinken 28 Nietenfett 24„ Schmalz, ausgel. 30„ Hammelsfett 18 Schmalz, unausgel. 28„ Kirchen buchs aus züge. Evangelische Gemeinde. 1 Getaufte: 17 22. Januar. Dem verstorbenen hlesigen Bürger und l Schreinermeisser Jacob Friedrich Rausch ein Sohn Friedrich Philipp, geb. am 8. Januar. 5 22. Jannar. Ein unehelicher Sohn Auguft dermann 1 geb. am 28. Dezember 1870. n 1 N 6 22. Januar. Dem Hautboisten im 1. Großh. gäger“. bataillon und Bürger zu Malchen im Kreis Vensheig J Johannes Ströher ein Sohn Karl Emil Auguft geh. 5 am 28. November 1870. 1 1 Kirchliche Anzeigen für Friedberg. 9 Evangelische Gemeinde. 49 Mittwoch den 1. Februar, Abends 5 Uhr, in der Burgkirche: 1 Betllunde mit Ansprache von Perrn Pfarrer Oie gel Verantw. Redact.: Hermann Schimpff. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpff. a N „ AVDoerhessischer Anzeiger. en — mihner — ug. 1 Ihr, un * Nat Ber ihn bcußtlen, ed 8 Nin. ent U dont, m gain, ren sewit ng Aatett perten. Ze lzge ri bie t bedegungen Berdel Il. 5 Februar. 1 Sißzbich; t. * . 9 f 2 1 f Kriegs nachrichten. Offieielte mititärische Nachrichten. Versailles, 26. Jan. Die Armee Bour⸗ akt's zieht sich auf Besangon am linken Doubs- er zurück, verfolgt von einzelnen Corps der üdarmee. Der Verlust des Feindes wird bei ner mißglückten Offensive gegen General von erder auf mindestens 10,000 Mann geschätzt. as Elend unter den zurückgebliedenen französi⸗ en Verwundeten und Kranken, welche ohne ülse und Verpflegung zurückgelassen wurden, ist beraus groß. Die übrigen Corps der vom Ge⸗ ral von Manteuffel commandirten Südarmee ben die rückwärtigen Verbindungen der Bour⸗ li'schen Armee durch Besetzung von St. Vit d Quingey, sowie des Eisenbahnknotens von onchard unterbrochen.— Vor Paris nichts Neues. 8 v. Podbielsky. Bersailles, 27. Jan. General Kettler eldet, daß er am 23. einen Vorstoß in der sichtung auf Dijon gemacht und 5 Offiziere, 50 Mann gesangen genommen babe. Der ahnenträger des 2. Bataillons Regiment Nr. 1 ist dabei wahrend eines nächtlichen Waldgefechtes Fschossen worden. Die Fahne wird vermißt. In er Gegend zwischen Chatillon und Monterau saben sich feindliche Abtheilungen gezeigt. Vor Paris schweigt gemäß Ver⸗ bredung seit 12 Uhr in der Nacht om 26. zum 27. Januar vorläufig seidetseitig das Geschützfeuer. v. Podbielsky. London, 28. Jan. Die„Times“ mel- set;„Zwischen dem Gtafen Bismarck und Favre sind die wesentlichsten Bedingungen t ser Capitulation am Freitag festgestellt worden. 1: Die militärischen Details der Capitulation ens e find gestern zwischen General Moltke und einem ae, faanzösischen General vereinbart worden.“ .— Die„Times“ veröffentlicht ferner Folgende Depesche: Versailles, 27. Jan. „ Jules Favre ist mit General Beaufort hierher . urückgekehrt. Für das gesammte Frankreich 2st ein Waffenstillstand abgeschlossen. den J kr. Aus Versailles meldet eine Depesche der 1„Times“ vom 25. d.: Jules Favre ist aus Paris ran 9 u Versailles wieder angelangt und hat daselbst * 10 A e Heute hatte Favre mit dem Grafen W Bismarck eine lange Unterredung. Trochu hat abgedankt. An Stelle desselben commandirt Vinoy. % Ein Ausstand des Pöbels, welcher unter dem 2120„Ruf:„Nach Berlin!“ mehr Ausfälle verlangte, N 1 ist von den Truppen unterdrückt worden. „Aue Versailles enthält die„Kreuzztg.“ eine Correspondenz vom 24. Januar, welche be. sltäligt, daß Jules Favre am 23. Januar, Nach, „ anuitiags 5 Uhr, in Versailles eingetroffen ist. Derselbe hatte eine lange Conferenz mit dem — Grafen Bismarck, nahm am Diner Theil und %%% wude dann am Boulevard du Rol einquartiert. 70 Sraf Bismarck conferirte Abends 11 Uhr noch 1 mit dem Kaiser. bin e Ver sailles, 25. Januar. Gestern stattete ee een Graf Bismarck Jules Favre in dessen Quartier f 4 einen halbstündigen Besuch ab. Hierauf fand ein An, Kriegsrath bei dem Kaiser statt, welchem der Kron⸗ 1e 47% prinz, Moltke, Bopen und Roon beiwohnten. Um e 2 ubr war Conserenz bei Bismarck mit Favre. 1 59. 43 Um 3½ Uhr kehrte Letzterer mit seinem ihn be⸗ *— glweitenden Schwiegersohne über die Sdpresbrücke — nach Paris zurück. Die Nachrichten über die dbl. Uuaruhen in Paris sind von Favre bestätigt worden. B„ 5 a 441 7 799. 6 1 7 Heute, am 25., traf derselbe aus Paris hier wieder ein und hat die Verhandlungen mit dem Grafen Bismarck fortgesetzt. Aus Versailles wird vom 27. d. nach London berichtet: Jules Favre ist gestern wiederum nach Paris zurückgekehrt. Heute wird derselbe mit einem Militär hier wieder eintreffen, um die Bedingungen der Capitulation festzustellen. Seit Mitternacht kein ferneres Schießen.— 27. Jan., Abends. Aus Versailles wird weiter telegraphisch gemeldet, daß die Unterhandlungen bezüglich der Capitulation von Paris so weit gediehen sind, daß heute noch ein Abschluß der Stipulationen erwartet wird. — Die ersten Notizen, die in Berichten deutscher Blätter über die factische Einleitung der Capftu- lationsverhandlungen von Paris vorliegen, bringt die„Koln. Ztg.“ Eine derselben, aus Versaelles vom 24. d. datirt, unter dem Zeichen H. Wachen— busen's, lautet:„Heute den ganzen Morgen bin⸗ durch ist Versailles voll von Erzählungen über die Capitulation der Hauptstadt. Jules Favre ist seit gestern Abend hier und hat mit dem Neichs- kanzler lange Stunden der Nacht conferirt. Heute Morgen ist Letzterer zu Favre gefahren. Dieser soll u. A. schon früher dem Grafen Bismarck die Zumutbung gestellt haben, ihn mit seiner ganzen Familie, Frau und Kindern, Schwieger findern ꝛc. aus der Stadt zu lassen. Die Capitulations- Verhandlungen sind allerdings seit gestern Abend zwischen dem Reichskanzler und Jules Favre im Gange, und eben jetzt, Mittags, ist der Letztere beim Grafen Bismarck. verlangt aber nicht nur die Capitulation von Paris, sondern den Friedensschluß mit Frankreich, als Bedingungen, wie ich höre, zwei Provinzen (ich kann's nicht verbürgen, übrigens ließe sich um einen Theil davon wohl handeln), eine Colonie, zwanzig Schiffe und viel— sehr, sehr viel Geld! Die Post geht ab; wann sie eintrifft, ist aller⸗ dings der gesprengten Brücke wegen eine Frage. Genaues über die Capitulations- Angelegenheit ist heute bis Mittag kaum zu sagen.“ Der Aufstandsversuch in Paris am 22. Jan., worüber die„Independance“ nach Ballonbriefen berichtet, ist von den Nationalgarden von Belleville und Montmartre ausgegangen, die nach Trochu's Ersetzung durch Vinoy unter den Rufen„Nieder mit Trochu! Die Commune! Massenausfall!“ nach dem Gefängniß Mazas zogen und Flourens heraus- holten. Der dortige Posten ließ sich durch eine Scheinpatrouille überraschen, ohne nach der Parole zu fragen. Milliere wurde gleichfalls befreit. Sapia, einer der Insurgenten, wurde getödtet. Auf Mégy, Flourens, Blanqui, Pypat, Delescluze, Millière wird gefahndet. Aus Lothringen wird über die Sprengung der Moselbrücke bei dem Dorfe Fontenoi zwischen Nanch und Toul durch französische Streifscharen berichtet: Das Dorf Fontenoi war von 50 Mann vom Landwehrbataillon Geldern besetzt, welche die Brücke bewachten. Am Morgen des 22., um 5 Uhr, drang plötzlich eine Schaar von 400 uni— formirten französischen Soldaten, die wahrschein- lich von Langres kamen, in das Dorf ein, über- sielen die Wachtposten und tödteten, verwundeten oder zersprengten das ganze Commando. Fran- zösische Ingenieure, die mit 2 Wagen gekommen waren, hingen dann ganz kunstverständig Pulver- säcke an den obersten Brückenbogen und sprengten solchen in die Luft, worauf die ganze feindliche Schaar wieder mit Fortnahme einiger preußischer Gefangenen, den Rückzug antrat, ohne weiter verfolgt zu werden. Das ganze Dorf Fontendi ist auf Befehl des General-Gouverneurs von Lothringen vollständig niedergebrannt worden, und soll dieß fortan mil allen französischen Dörfern Dieser und Städten geschehen, auf deren Feldmark fran⸗ zösische Truppen Eisenbahnen zerstören. Die Brücke wird wohl in 8 Tagen wieder hergestellt sein. Aus Baden. Nach ftanzösischen Berichten sollten am 18. d. in Lyon 200 deutsche Gefangene mit 8 Ossizieren aus den Gefechten am Doubs eingetroffen sein. Wenn diese ganze Notiz nicht eine baare Aufschneiderei ist, so werden wir in jenen Gefangenen höchst wahrscheinlich die deutschen Verwundeten zu erblicken haben, die man, wie bereits mitgetheilt, von Dijon weggeschafft haben soll. Bern, 26. Jan. Von der französischen Grenze wird berichtet: Ein französisches Corps von etwa 20,000 Mann ist von Russey auf Maiche im Anmarsch.(Beide Orte im Depar— tement Doubs, Arrondissement Montbeliard.) Die schweizerische Grenzwache wird veistärkt. Bern, 27. Jan. Der„Bund“ enthält fol- gendes Telegramm:„Pruntrut, 26. Jan. Aus Roirmont ist die Meldung von starken französischen Truppenmärschen auf der Straße von Morteau nach Maiche eingetroffen. Es wird ein Angriff auf die preußische Stellung vor St. Delle von St. Hypolite und Pont de Roide aus erwartet. — HBeneral Bossak ist bei Dijon gefallen.“ Hessen Darmstadt. Ueber die letzten Patrouillen- Gefechte von Truppentheilen der Großherzoglichen Armee-Division veröffentlicht die „Darmst. Ztg.“ solgende Verluste: 1. Reiter⸗Regiment. (Bei La Guide am 19. Januar.) Gardechev. Joh. Py. Müller, Leibschw., Langenhain, l. v., Streissch. a. r. Unlerschenkel, ist beim Regiment. (Bei Sennely am 20. Januar.) Corporal Hans Schwerin, Leibschw., Burg bei Magdeburg in Preußen, vermißt. Gardechev. Valentin Hook, Leibschw., Viernheim, schw. v., Sch. d. d. r. Oberarm und Fleischschuß d. d. r. Hand, Laz. Orleans. 1. Jäger⸗ Bataillon. (Bei La Motte am 20. Januar.) Gardejäger Johs. Naumann, 2. Comp., Lehnheim, l. v., Fleischsch. i. r. Bein, Laz. Orleans. — Die Großfürstin Marie Alexandrowna von Rußland, Tochter des Kafsers Alexander, hat eine große Sendung warmer Kleidungsstücke (Socken, Hemden, Jacken u. s. w.), bestimmt zu Geschenken an Verwundete, hierher gelangen lassen. Die Vertheilung dieser Gaben wird durch die Prinzessin Marie von Battenberg im Namen der hohen Geberin alsbald stattfinden. — Nach der„Darmst. 31g.“ wurde, wie die Mannschaft, so auch der Offizier der Begleitung der in Chambord erbeuteten Kanonen, Lieutenant Neßling, mehrfach ausgezeichnet. Derselbe wurde als Erster mit dem neu gestifteten Militär- Verdienstkreuz decorirt und empfing gleichzeitig von S. K. H. dem Großherzog dessen Photo- graphie in großem und kleinem Format zum Ge- schenk. J. K. H. die Frau Prinzessin Karl gab dem wackeren Offizier eine schwere goldene Kette mit Medaillon, worauf der Tag der Einnahme von Chambord eingravirt ist, zum Andenken. Mainz. Die Begleitungsmannschaft unseres Lazarethzugs, welcher bis Amiens vorgedrungen war, schildert die Zustände der Bevölkerung in diesen Gegenden als wahrhaft entsetzlich. Hunger und Noth sei aller Orten und auch die Vor- räthe des Lazarethzuges dienten so weit als mög lich zur Abhülfe des Elendes Einzelner.— Die Fabrikation von Patronen wird nach neueren Befehlen wieder in solcher Ausdehnung wie zu Beginn des Krieges betrieben, und es ist deß— halb Arbeitspersonal(Frauen und Madchen) sehr gesucht. Preußen. Berlin. Der„Staats-Anz.“ veröffentlicht eine kaiserliche Verordnung vom 23. Januar, wodurch die Vornahme der Wahlen zum . ueestbie rei, enten ee ee cr asnren ber veuischen vinien eines doppelten Visa's Reichstage auf den 3. März angeordnet und die Einberufung des Reichstages auf den 9. März festgesezt wird. Eine zweite Verordnung beruft den Bundesrath des deutschen Reichs auf den 20. Februar ein. Eine dritte Verordnung erklärt, daß die Brrordnung vom 18. Juli 1870, betreffend die Aufbringung und Wegnahme franuzösischer Handelsschiffe, mit dem 10 Februar außer Wirk- samkeit trete. — In der„Kreuzztg.“ wird mitgetheilt, daß zwar amtliche Bestätigungen der Versailler Ver- dandlungen nicht vorliegen, daß aber ebensowenig Grund vorhanden sei, um as der Glaubwürdig— keit der Mittheilungen im Allgemeinen zu zweifeln, vielmehr werden einige indirekte Anzeichen als Bestätigung jener Mittheilungen angesehen. Uebri- gens seien amtliche Meldungen über die gegen— wärtig noch vertraulichen Verhandlungen gewiß noch nicht zu erwarten. — Beim Beginn des Jabres 1871 belief sich nach dem„St. Anz.“ die Zahl der unverwun— deten Kriegsgefangenen auf 11,160 Offiziere und 333,885 Mann, die Zahl der eroberten Geschütze auf 4640, der Adler oder Fahnen auf 115. Durch die Schlachten und Kämpfe des laufenden Menats mag die Zahl der Gefangenen auf etwa 387,000 (Offiziere und Mannschaften) gestiegen sein. Oesterreich. Pest. In der ungarischen Delegation stand die Debatte über das Budget des Ministeriums des Aeußeren auf der Tages- ordnung. Nachdem die meisten Redner sich im Ganzen mit der Politik der Regierung einverstan— den erklärt hatten, antwortete der Vertreter der Regierung, Baron Orezy auf mehrere Bemerkungen: Die Regierung habe keinen Schritt gethan, um den Anschluß Süddeutschlands an den Norden zu verhindern. Die Regierung babe seit 1867 nie etwas gegen Preußen unternommen; vor Beginn des Krieges habe man geglaubt, daß der Krieg sich vielleicht an unseren Grenzen vollziehen würde; es sei also Pflicht der Regierung gewesen zu rüsten. Frankreich. Aus Bordeaux, 23. Jan. wird telegrapbirt:„Bei La Flche hat ein Kampf stattgefunden; eine Schwadron Chasseurs d' Afrique, von Infanterie unterstützt, hat den Feind zurück⸗ geworfen. Da eine starke preußische Colonne kam, haben sich die Franzosen auf Bozouges zurück⸗ gezogen. Die Preußen haben große Verluste in den Straßen von La Fleche erlitten. Cing Mars ist geräumt. Bei Gien hat eine Recognoscirung deutscher Seits stattgefunden. Montargis ist von 600 Preußen besetzt. Bordeaux, 27. Jan. General Vinoy er ließ folgenden Tagesbesehl an die Armee von Paris:„Die Regierung stellt mich an Eurk Spitze; sie appellirt an meinen Patriotiemus und an meine Ergebenheit. Ich habe nicht das Recht, mich zurückzuziehen. Es ist eine sehr schwere Aufgabe, welche ich auf mich nehme. Nach einer mehr als viermonatlichen Belagerung sind wir nunmehr zu dem kritischen Momente gelangt. Ich übernehme eine große Verantwortlichkeit, während im Innern eine Partei für die Unord⸗ nung agitirt. Ich bin der Ueberzeugung, daß der Beistand aller guten Bürger, der Armee und der Nationalgarde mich unterstützen wird, die Ordnung aufrechtzuerhalten und das allgemeine Wohl zu schützen.“— Die Mitglieder der Re- gierung haben am 23. Januar eine Proklamation erlassen, worin der Aufstand als das Werk einer kleinen Anzahl von Leuten bezeichnet wird, welche der Sache der Fremden dienen, die Regierung werde ihre Pflicht erfüllen und die Ordnung auf- recht erhalten.— Ein Aufruf des Commandanten der Nationalgarde ermahnt dieselbe, sich gegen die Aufrührer zu vereinigen, welche die Vertheidigung von Paris lähmen. — 28. Jan. Die Regierung verbreltet folgende Mittheilungen: Die hiesige Regierungsdelegation erfährt von ihren auswärtigen Agenten, daß die „Times“ Miltbeilungen enthält, wonach zwischen Paris und Versailles über das Bombardement von Paris und die angeblich bevorstehende Ueber⸗ die Verwundeten und die Frauen und Andes antes unbemittelten Wehrleute. 0 gabe der Hauptstadt W angeknüpft wären. Die Regierungsdelegation schenkt diesen Nachrichten der„Times“ keinen Glauben, da ste es für unmöglich halt, anzunehmen, daß Verhand⸗ lungen von dieser Art und Wichtigkeit ohne vor⸗ herige Benachrichtigung der Delegation eingeleitet seien. Die bisher eingetroffenen Ballonnachrichten lassen nichts Derartiges voraussehen. Heute ist dei Rochefort ein Ballon signalisirt worden, doch weiß man nicht, ob derselbe bereits niedergegangen ist. Sobald die Regierung Nachrichten hat, wird sie dieselben veröffentlichen. Aus Paris liegen folgende Nachrichten vom 23. d. vor; Die Regierung hat bestimmt, daß die Functionen des Obercommandos der Armeen und des Präsidiums der Regierung nationaler Ver⸗ theidigung getrennt werden. Ferner werden ab⸗ geschafft der Titel, sowie die Functionen eines Gouverneurs von Paris. General Vinoy ist zum Commandeur en chef der Armee von Paris er- nannt. Trochu behält seine bisherige Stellung als Mitglied der Regierung. Die Regierung hat weiter verfügt, daß alle Clubs während der Belagerung geschlossen bleiben. Die Anzahl der Kriegsgerichte wurde vermehrt. Die Journale „Reveil“ und„Combat“ sind unterdrückt worden. Flourens wird polizeilich verfolgt. — Weiter trafen am 27. d. aus Paris durch Ballonbriefe folgende Nachricht ein:„In ver⸗ flossener Nacht stürmte eine Anzahl Personen das Gefängniß Mazas, befreite Flourens und die übrigen daselbst inhaftirten politischen Verbrecher, begab sich dann nach der Mairie des 20. Arron- dissements, woselbst sie ihr Hauptquartier einrichtete und sich 2000 Rationen Brod nebst großen Wein- vorräthen bemächtigte. Die Nationalgarde be⸗ wickte die Räumung der Mairie ohne Blutvergießen. Um 6 ½ Uhr Morgens war die Ruhe in Belleville wieder hergestellt. Sonstige Anzeigen von Ruhe- störungen nicht vorhanden. Zur Zeit jedoch, wo die Regierung im Stadthause zusammentrat, um zu berathen, bedeckte sich der Platz vor dem Hotel de Ville mit zahlreichen Menschengruppen. Eine angebliche 150 Mann starke Abtheilung National- garde marschirte auf und schoß auf die dortstehende Mobilgarde. Auf beiden Seiten wurde lebhaft gefeuert. Die Ruhestörer schossen namentlich auf die Fenster des Stadthauses. Das Einschreiten der Garde republicaine brachte endlich die Auf⸗ rührer, zum Weichen. Man zählt 5 Todte und 18 Verwundete. Etwa 20 Verhaftungen wurden vorgenommen. Der Commandant der National⸗ garde fordert letztere in einer Proclamation auf, zur Unterdrückung der Emente kräftigst mitzuwirken.“ Havre. Die preußischen Truppen sind am 26. Januar in Pont- Audemer eingetroffen und haben daselbst Requisitionen eingetricben. Der Feind steht mit beträchtlichen Streitkräften zwischen Brionne(an der Rille) und Corneville. Abbeville. Ein Matrose, Namens Belp, der Paris am 24. Morgens mittelst Ballon ver- ließ, ist, mehrfach bedroht von preußischen Kugeln, hier eingetroffen und meldet den Ausbruch von Volks ⸗Excessen, welche so bedeutend waren, daß das Militär auf die Volkshaufen schießen mußte. Nach seinem Berichte würde die Situation von Minute zu Minute schwieriger. Dünkirchen. General Faidherbe ist am 24. d. hierselbst angekommen. Derselbe hatte eine Conferenz mit dem Vertheidigungscomite. Die Bevölkerung ist sehr erregt. Man befürchtet, daß der Befehl zur Ueberschwemmung der Umgegend gegeben wird. Faidherbe begibt sich von hier nach Lille. — Der„Messager du Nord“ meldet, daß eine Volksversammlung in Cherbourg, trotz des von Gambetta erlassenen Ausweisungsdecrets, be⸗ schlossen hat, den Prinzen Joinville in die nächste Constituante zu wählen.— Aus Bordeaux wird berichtet, die Regierung verzichte Angesichts der einmüthigen Verurtheilung der decretirten Organi- flrung von Departemental⸗Commissionen auf dit Aushebung der Genktalräthe. 1 Zu Friedberg bei Bindernagel& Schimpf. Geiger. eng gde setzungsprozeß mit rapidem Schritt vorwärts geht, is zum 24. d. eingelaufenen Be richten iit, daß der sich in Paris voll heude Ze Eine Brieftaubennachricht vom 25. d. an der hiesigen Vertreter eines ersten Bankhauses befürchtet f das Allerschlimmste, wenn die Capitulation nicht unmittelbar staltfinde. 0 Großbritannien. London. Die„Times“ bringt eine Depesche aus Berlin vom gestrigen Tage. Thiers hatte bei Gelegenheit seiner Wiener und Petersburger Mission wiederholt auf die Thunlichkeit and Rathsamkeit angespielt, die Krone Frankreichs dem König der Belgier anzu. bieten. Neuerdings ist versucht worden, diese Idee zu verfolgen. Deutschland wird möglicher 5 ori fel, 27. gan. Der t ö 5 4 0 7 weise gegen die eigensinnige Fortführung des Krieges Seitens Frankreichs auf der Maaslinie statt auf der bisher verlangten Moselgränze be- steben. Eine offciöse Erklärung der preußsschen Regierung steht bevor behufs Entmuthigung aller 1 Vermittelungsversuche. ö 9 Frankfurt. Nachden am Freitag gegen Schluß 1 5 der Börse das Gerücht verbteitet war, die Depesche mi! der Capitulation von Paris habe das hiesige Telegraphen⸗ bureau passirt, umstanden von 3 Uhr Nachmittags bis Abends zahlreiche Gruppen das Telegrapyen⸗ und das Wagner'sche Correspondenz⸗ Bureau, auf die Mittheilung der Depesche wartend, deren Verlesung zeitweise mit Un⸗ gestüm verlangt wurde. Der Telegraph konnte aber nicht herausgeben, was er selbst nicht hatte. Das Gerücht der Uebergabe war ein ganz allgemeines, und behauptete man, Herr v. Rothschild habe die desfallsige Privalbepesche schon kurz nach der Börsenzeit empfangen. Einige wollten sie sogar gelesen haben. Unter der neuen Kraͤme, in der Döngesgasse, auf der Gallusgasse waren einige Häuser beflaggt.— Dieser Tage wurde in den einzelnen Quar⸗ lieren bei den Hausbesitzern sowohl wie bei den Mieihern Umfrage gehallen, eb sie geneigi wären, franz ösische Offiziere mit deren Burschen gegen Eulschädigung in Quartier zu nehmen. Es sollen sich nur wenige Familien dazu bereit gefunden haben. Im Ganzen sollen 800 Offiziere nach Frankfurt kommen. Dar mstadt. Vor einigen Tagen, nach der Nieber⸗ lage der französischen Nordarmee standen Offiziere vor⸗ dem hiesigen Telegraphenbureau. Einer derselben über⸗ setzte die affichitte officielle Depesche von der Niederlage Jaidherbe's seinen Kameraden in's Französische und be⸗ merkte schließlich:„uch das sind ja lauter Lügen,“ worauf ein hinter diesen stehender pensionirler höherer Offizier, dessen Ohr diese ächt französische Aeußerung nicht enigangen war, an den Franzosen die Frage richtete:„Sind das auch Lügen, daß Sie als Gefangene hier sind?“ n Don der Bergstraße wird gemeldet: Den Viehbe⸗ sitzern, wie überhaupt allen Landwirthen des Großherzog⸗ thums glauben wir die Minbeilung schuldig zu sein, daß 1 daß Secketariat des Groß. Badischen Handels ministeriums an das Wochenblatt bes landw. Vereins im Großh. Baden eine Warnung vor dem Eintrttt oder ferneren Betheiligung an der Viehversicherungsgesellschaft„Pan“ in Berlin zur Veröffentlichung zugesandt hat, welche sich darauf gründet, daß diese Gesellschaft in ber letzteren Zeit ihren Ente schädigungsverbindlichkeiten gegenüber den Versicherten nicht mehr nachgekommen und daß die deshalb mehrsach gegen das Institut erhobenen Entschädigungsklagen sich— nebst. dem, daß sie nicht unerhebliche Proceßkosten verursachten — wegen gänzlicher Mittellosigkeit der Gesellschaft als er⸗ solglos erwiesen haben. Bs 9 Eingesandt. N Friedberg. Wie sehr in unserer ernsten Zeit dit allgemeine Summung sich gegen die lauten Vergnügungen ausspricht, das wissen wir aus vielen Gauen Deutschlands. Ueber„ein Tänzchen“ in dem Casino einer kurhesssichen Stadt enthäl! die„Hessische Morgenzeitung? folgende ernste Rüge: Unsere Zeit ist eine ernste. Hundert⸗ 4 tausende unserer Brüder sind in Feindesland und sehen läglich dem Tode in's Angesicht; Tausende liegen in den Stätten des Jammers; Tausende sind gebettet in fremder Erde. So manches Auge weint, so manches Herz brich! daheim. In's stille Kämmerlein zieht sich der Schmerz zurück. Es ist deutsche Art, geduldig das Beschiedene zů tragen. Es ist aber auch deutsche Art, ein mitfühlendes⸗ Herz für die Schmerzen Anderer zu haben. Ist es darum recht, daß ein bestimmter, wenn auch zum großen Theil dem unbedachten Alter angehörender, Gesellschastskreis n erwähnter Stadt tanzt? Ist jetzt, wo alle Kräfte auf Nieder- werfung des Feindes, auf Milderung der durch den schreck! lichen Krieg erzeugten Noth hingerichtet sein sollen, Zeit zum Tanzen? Wird durch die häufigen Vergnügungen nicht der gerechte Schmerz so mancher Familie entweih? Wenn die Glieder der f. g. bessern Gesellschaft mit solchem 1 0465 vorangehen, was soll der sog. gemeine Mann enken 1* ö* nu une e