0 Lager 8 174 ersehen bedz Fufleine S m gung. Sela: sig enttndt 1 estrba*. ü aer n U 1 * en b 7 K pere L 10 4 11 73 * 2 1 1 Riet pm 4 N en Rachen 1 1. niet lukan Ze „ ee . Nat! N 1* 1 7 4 1 4b Nh „ 1. 681,“ Aattdtt, * 1 11 1871. Donnerstag den 30. März. M38. Darmstadt. Oberhessischer Anzeiger. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. denen, Auf den wöchentlich dreimal erscheinenden„Oberhessischen Anzeiger“ — kann man für das zweite Quartal l. J. bei allen Poststellen für 38 kr., mit Bestellgeld für 47 kr. abonniren. Bei der Verlags⸗ Expedition kostet das Blatt für das zweite Quartal 30 kr. Alle späteren Einläu — Einsendung L en für den nächsterscheinenden„Anzeiger“ ist 2 9 3 uhr. fe müssen für eine andere Nummer zurückgelegt werden. Beiteffend: Die Vertilgung der Raupennester. Amtlicher Theil. Friedberg am 28. Marz 1871. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg un die Großh. Polizeiverwaltung Bad-Nauheim, Großh. Polizei-Commissär in Wickstadt und die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Die Erledigung unserer Auflage rom 7. d. Mis., Nr. 29 des Oberhessischen Anzeigers, bringen wir in Ermnerung.“ Trapp. Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. Stadtdiener Philipp Aletter zu Bad- Nauheim ist auf den Polizeischutz verpflichtet worden. Deutsches Reich. S. K. H. der Großherzog st am Samstag Abend um halb 10 Uhr von Zerlin wieder hier eingetroffen. — Der Zusammentritt der ersten Kammer, er insbesondere die Erledigung der durch die Sinführung des Bundesstrafgesetzes bedingten Ab— mderung unseres Polizeistrafgesetzes obliegt, wird orauc sichtlich gleich nach Ostern, also Mitte April folgen. Der mit der Verwaltung des Kreises Zrünberg beauftragte Kreisassessor Dr. Wilhelm udwig Georg Dietzsch wurde zum Kreisrath es Kreises Grünberg ernannt. — Die„Darmst. Ztg.“ vom 27. d. schreibt: Das Verbot der Rückkehr der Kriegsgefangenen it, dem Vernehmen nach, seit zwei Tagen insofern „ieder aufgehoben, als Offizieren und den Mann— haften aus Elsaß und Lothringen abzureisen tostattet ist. — Wie Felvppostbricse melden, hat die hessische Division am 22. d. M. vorläufig Standquartier in Vassy und Umgegend(Departement Haute- Narne, Arrondissement Vire) bezogen. — S. K. H. der Großherzog hat am 12. Febr. ten Vicefeldwebel Schorlemmer im 3. Inf.-Reg. zum Lieutenant der Reserve dieses Regiments und ten Gefreiten Walter in demselben Regiment zum % Lortepeefähnrich ernannt; am 20. Febr. den Ritt- weister à la suite Freih. von Zwierlein unter Helassung in seiner seitherigen Stellung und unter ewährung der Competenzen eines Oberlicutenants zaum Commandeur der 1. Art.⸗Munit.⸗Col. er- tannt; am 22. Februar im 1. Reiter-Reg. die (orporäle Hans Schwerin und Otto Freiherrn Gemmingen, sowie den Gefreiten Richard Parish zu Portepetfähnrichen, im 2. Reiter-Regiment den befreiten Eduard Wilhelm Schön zum Portepee fihnrich, im 1. Inf.-Reg. den Viee-Feldwebel Franz Müller zum Lieutenant der Reserve, den Garbisten Gustav Koch zum Portepeefähnrich, im „ Inf.-Reg. den Vicefeldwebel Reinhard Hessig zum Lieutenant der Reserve, im 3. Inf.-Reg. die Corporäle Georg Leuthner, Hans Freiherrn von Schenk zu Schweinsberg, Georg Brodrück, Ludwig von Wachter, den Gefreiten Ludwig von Siebold, die Musketiere Friedrich Külp, Theodor Melior, Julius von Lyncker zu Portepeefähnrichen, im 4. Inf.-Reg. die Corporäle Eduard von Ochsenstein und Wilhelm Küchler zu Portepeefähnrichen er— nannt; sodann den Lieutenant von Ritgen vom 2. Inf.⸗Reg. in das 1. Jäger-Bataillon versetzt; am 24. Februar die Corporäle Schmidt und Wegner vom 1. Reiter-Reg. zu Portepeefähnrichen ernannt; am 27. Febr. den Lieutenant der Reserve Röder vom 4. Inf. Reg. zur Trainabtheilung versetzt und den Vicewachtmeister Jahn zum Lieute— nant in derselben ernannt, sowie dem Oberzeug— wart Daub bei dem Artilleriedepot den Charakter als Zeuglieutenant ertheilt; am 6. März den Vicefeldwebel Hahn vom 4. Inf.-Reg. zum Lieute— nant der Reserve dieses Regiments ernannt; am 18. März den Vicefeldwebel Pfeil vom Großh. Artilleriecorps zum Lieutenant der Reserve ernannt. Mainz. Zum Gouverneur der Festung ist der bisherige Generalgouverneur des Bezirks des 3. und 4. Armeecorps, General v. Bonin, er— nannt worden. a Berlin, 26. März. Der„Staatsanzeiger“ veröffentlicht folgende Ordre des Kaiser- Königs an den Minister des Innern:„Nach dem nunmehr glücklich beendigten Kriege in die Heimath zurückgekehrt, sind mir an meinem Ge— burtstage nicht nur aus sämmtlichen Provinzen der Monarchie, sondern auch aus allen übrigen Theilen des deutschen Vaterlandes von Gemeinden, Corporationen, Vereinen, Festversammlungen und einzelnen Personen zahlreiche Glückwünsche schrist— lich wie telegraphisch zugekommen. Diese Kund— Liebe und Anhänglichkeit gelten, haben mich mit freudiger Bewegung und Genugthuung erfüllt. Mein Herz drängt mich, Allen meinen aufrichtig— gebungen, welche mir als einen Beweis treuer 1 b Ich beauftrage Sie, dies zur öffentlichen Kennt- niß zu bringen. Berlin, den 24. März 1871. Wilhelm.“ — Der Kaiser empfing in außerordentlicher Audienz die Vertreter Oesterceichs, Spanjens und Italiens, welche Glückwunschschreiben ihrer Sou— veräne zur Annahme der Kaiserwürde überreichten. — 27. März. In der beutigen Sitzung des Reichstages folgt nach Erledigung mehrerer Wahl— prüfungen die erste Berathung über die Reichs- verfassung. Minister Delbrück bemerkt, daß die Vorlage, deren Inhalt im norddeutschen Reichs— tage und in den süddeutschen Landtagen bereits eingehend erörtert sei, nur eine zusammengefaßte Redaktion der gefaßten Beschlüsse wäre. Noch nicht berathen sei nur die Bestimmung, daß der Ausschuß des Bundesrathes für die auswärtigen Angelegenheiten nur durch zwei Mitglieder ver— stärkt werde. Nach einer Bemerkung des Abg. Schultze(Berlin), welcher sich weitere Verbesserungs— anträge vorbehält, wird die erste Lesung geschlossen. Hierauf wird der Handelsvertrag mit San Sal— vador in erster und zweiter Lesung angenommen. — 28. März. Sitzung des Reichstages. Erste Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend die anderweite Feststellung der Matricularbeiträge zur Deckung der Gesammt- Ausgaben pro 1869. Bundescommissär Michaelis leitet die Debatte mit einer kurzen Auseinandersetzung ein, gibt eine Uebersicht über das Ergebniß der Finanzverwal— tung pro 1870 und erklärt, daß trotz des Krieges Ausfälle in den Einnahmen nicht zu erwarten seien, sich vielmehr, soweit bis jetzt zu übersehen sei, Ueberschüsse herausstellen würden. Auf eine Anfrage Benda's erklärt Staatsminister Delbrück, die Bundesregierung werde auch in Zukunft dem Reichstage besondere Vorlagen über die Etats— überschreitungen behufs verfassungsmäßiger Ge- nehmigung machen. Was die verlangte Vorlage wegen Errichtung eines Bundesrechnungsbofes anbelange, so könne er(der Minister) diese Frage sten und tiesgefühltesten Dank dafür auszusprechen. jetzt nicht bestimmt beantworten, da dieselbe mit einer dem preußischen Landtage zu machenden Vorlage über die Oberrechnungskammer im eng- sten Zusammenhange stehe. Nach kurzer Discusston wird die Vorlage einer Commission von 21 Mit- gliedern zur Vorberathung überwiesen. — Die Zahl der Gesammtmitglieder des Reichstags beträgt 382. Davon sind bis jetzt in das Haus eingetreten 331. Von den gesammten Wahlen sind bis jetzt 362 zur Kenntniß des Bureau's gelangt. — Gutem Vernehmen nach bestimmt der Ge— setzentwurf über die zukünftige Stellung der neu erworbenen Lendestheile, daß Elsaß und Lothringen als unmittelbares Reichsland unter der Regierung des Kaisers stehe. Vom 1. Januar 1873 ab soll die deutsche Reichsverfassung auch für Elsaß und Lothringen in Geltung treten, bis dahin soll die Verwaltung der Provinz vom Kaiser unter Mitwie kung des Bundesrathes geführt werden. Von der Zuweisung eines elsässischen Gebietstheiles an Bapern ist in dem Gesetzentwurf nichts enthalten. In Erfurt haben am 24. d. die französi⸗ schen Gefangenen des dortigen Lagers revoltirt, weil einige derselben zur Strafe angebunden worden waren. Es wurden durch Generalmarsch alle Truppen unters Gewehr gerufen und die Ordnung bald wieder hergestellt. Von aufgeregten Volks haufen sollen mehrere, in der Stadt befind- liche Gefangene arg mißhandelt worden sein, man spricht sogar von Todten, doch bedarf diese Nach- richt noch der Bestätigung. Hamburg. Die Commandeurs der vier in Cuxhaven eingetroffenen französischen Kriegs- schiffe sind benachrichtigt, daß die Einschiffung der Kriegsgefangenen noch unterbleiben muß, bis gesichertere Zustände in Frankreich eingetreten sind. Die Schiffe werden daher vorläufig liegen bleiben. Kiel. Die Corvetten„Augusta“ und„Ar- cona“ sind hier eingetroffen, erstere mit franzö— sischer Prise. München. Der König verlieh dem Fürsten Bismarck in einem eigenhändigen Schreiben den Stern des Hubertusordens in Brillanten. Ausland. Oesterreich. Wien. Dae„Telegraphen— Correspondenz- Bureau“ meldet aus Konstantinopel: Wie man versichert, hätte die Pforte die Auf- meiksamkeit der Garantiemächte auf die Nothwen— digkeit gelenkt, Maßregeln zur Wiederherstellung der Ordnung in Bukarest zu ergreifen. Frankreich. Paris, 26. März, 1 Uhr Mittags. Die Ruhe ist vollständig. Die Stadt gewinnt wieder ihr normales Aussehen. Die Barrikaden stehen noch, doch sind die Mündungen der Kanonen nach Innen gekehrt. Die Barri— kaden werden noch mit großer Wachsamkeit be wacht. Die Circulation auf der Place Vendome ist noch unterbrochen. Die Munxicipalwahl hat des Morgens unter geringer Betheiligung der Wähler begonnen — 26. März, Abends. Die Ruhe dauert fort. Eine Proklamation des Comites kündigt an, daß dasselbe seine Mission als beendigt an— sehe und seinen Platz den neu Gewählten ein— räume. General Chanzy ist vom Comite in Frei— heit gesetzt worden und in Versailles eingetroffen. Admiral Saisset ist gleichfalls in Versailles an⸗ gekommen. Eine Versammlung der republikanischen Linken hat beschlossen, die Regierung so lange zu unterstützen, als sie sich auf dem Boden der Re- publik halten werde. Die Nationalversammlung genehmigte einen Gesetzantrag, wonach das Leichen⸗ begängniß der Generale Lecomte und Thomas auf Staatskosten erfolgen und die Kinder derselben vom Staate adoptirt werden sollen. i — Das„Journal officiel“ veröffentlicht sol— gende Note:„Das Centralcomite erfährt, daß Individuen, welche als Natjonalgarden verkleidet, aber als ehemolige Gendarmen und Stadtsergeanten erkannt worden sind, auf die preußischen Linien geschossen haben. Das Comite macht bekannt, daß es, wenn ein solcher Fall sich wiederbolen sollte, die Schuldigen ergreifen und auf der Stelle niederschießen lassen wird. Die Sicherheit der Stadt erheischt diese Gewallmaßregeln.“ — In mehreren Blättern liest man ein Schreiben, das Marschall Canrobert unterm 19. Febr. aus Stuttgart an den Marschall Bazaine gerichtet hat. Ersterer fordert darin den ehemaligen Chef der französischen Rheinarmee auf, jetzt, wo eine regelrechte Landesvertretung existire, dieser die Thatsachen vorzulegen, mit denen er die vielfachen gegen ihn geschleuderten Anklagen zurückweisen zu können glaubt. — Gambetta befindet sich jetzt in Burgos und soll sich von dort nach Zarauz begeben wollen, wo er den Sommer über zu verweilen gedenkt, um seine stark angegriffene Gesundheit herzustellen. — 27. März. Das Gesammtergebniß der Communalwahlen ist noch nicht verkündigt. Etwa die Hälfte der eingeschriebenen Wähler hat ab— gestimmt; die Majorität der Gewählten gehört der Comiteliste an.— Die rothe Fahne flattert auf allen öffentlichen Gebäuden. Die Pariser Deputirten der Nationalversammlung werden, wie man sagt, ihre Demmission geben.— Die Commune ist auch in Toulouse proclamirt.— Die Versailler Versammlung hat mit ungeheurer Majorität einen Antrag auf Ungültigkeitserklärung der Pariser Wahlen verworfen.— Die Wahlen in der National; garde sollen künftigen Donnerstag oder Sonntag erfolgen. Das Centralcomite stellt für das Ober— commando noch immer Garibaldi als Candidaten auf und hat den Bürger Gambon zu demselben abgeordnet, um ihn nach Paris einzuladen. Gambon wurde aber in Bonifacio auf Corsica, eben als er sich nach Caprera einschiffen wollte, von den dortigen Behörden verhaftet. — Das Centralromite gibt an, daß unter den 92 gewählten Communalräthen 75 Anhänger des Comites seien. — Die Ruhe in der Stadt ist vollständig. Bis jetzt sind solgende officielle Wahlresultate bekannt: Assy, Victor Hugo, Pyat, Blanqui, Flourenz, Delescluze, Desmarets, Varlin(Chef der Pariser Section der„Internationale“), Rogeard, Arnoult, Gambon. Die Ermordung des Präfecten der Loire ist bestätigt. Marseiller Depeschen lassen das baldige Aufhören der dortigen Aufregung hoffen; die Ruhe ist in Lyon wieder hergestellt. Versailles, 26. März. Admiral Saisset löste seinen Stab auf, kehrte nach Versailles zurück und erklärte, er bedürfe 300,000 Mann Soldaten, um die Insurrection zu unterdrücken. — Eine officielle Depesche vom 26. d. meldet: In Lyon wurde Dank der Thätigkeit des Ober— commandanten Cousin und des Präfekten Valentin unter dem Beistande der Nationalgarde die Ord— nung wieder hergestellt. In Marseille unter- stützten fremde Elemente die anarchische Partei und riefen dadurch eine unbedeutende Bewegung hervor, die durch die entsandten Streitkräfte un— zweifelhaft bald unterdrückt sein wird. In Tou- louse ist ein erfolgloser Versuch gemacht worden, das traurige Beispiel nachzuahmen. Im Uebrigen schaart sich ganz Frankreich um die Regierung, um die Anarchie zu unterdrücken. Die Anarchie versucht Paris zu beherrschen. Zwischen der sog. Commune und den Maires ist ein Einverständniß bezüglich der Wahlen getroffen worden, dem aber die Regierung vollständig fern geblieben ist. Die Wahlen sollen heute vollzogen werden, voraus- sichtlich obne Freiheit und ohne moralische Auto— rität. Möge das Land sich dadurch nicht beun— ruhigen lassen! — 26. März. Admiral Saisset soll in Ver⸗ kleidung aus Paris entflohen sein. Er erklärt, daß dort mit der Regierung von Thiers Alles vorbei sei. In Deputirtenkceisen spricht man von der Verlegung der Nationalversammlung nach Tours und davon, Thiers zur Abbankung zu be— wegen, sowie den Herzog von Aumale zum Chef der Executive zu ernennen. Es sind Befehle aus— gegeben, Garibaldi zu verhaften, wenn er Frank— reich betritt. Die Preußen haben ihre Vorposten bis an die Enceinte von Paris bei Vincennes vorgeschoben. — 27. März. In der Nationalversammlung weist Thiers die ihm untergelegte Absicht, die Republik zu stürzen, zurück. Paris dürfe nicht über Frankreich dominiren. Er werde die ver⸗ brecherische Insurrection stürzen. Lille, 27. März. Das Gerücht von ernsten Unruhen in Algerien scheint sich zu bestätigen. General Faidherbe soll aus dieser Ursache nach Versailles berufen sein, wohin derselbe bereits abgereist ist. Eine Escadron Dragoner hat heute die Stadt verlassen; ihr Bestimmungsort ist un- bekannt. Lyon, 25. März. Das Stadthaus ist von den Anführern der Insurgenten geräumt. Die Abtheilung der Nationalgarde, welche von den Aufrührern zu Widersetzlichkeiten verleitet wurde, stellte sich wieder unter die Befehle des Präfekten. St. Etienne, 25. März. In verflossener Nacht stürmten die Aufrührer das Stadthaus und nahmen den Maire sowie den Obersten der Na- tionalgarde gefangen. Heute morgen wurde für die Nationalgarde Generalmarsch geschlagen. Die Aufrührer räumten das Stadthaus, welches wieder von der Nationalgarde besetzt wurde. Belgien. Brüssel, 27. März. Nachdem die Herren Goulard und Deelerg hier angekom⸗ men sind, ist die Zahl der Friedensunterhändler vollständig und werden die Verhandlungen im Laufe dieser Woche in dem Local der französischen Gtsandtschaft beginnen. —„Nord“ meldet aus dem Haag, daß der holländische Vorschlag, das Prinzip der Unver- letzlichkeit des Privateigenthums zur See auf der Brüsseler Friedens⸗Conferenz anerkennen zu lassen, mit Erfolg gekrönt zu sein scheine. Oesterreich hätte einen ähnlichen Schritt bei dem Fürsten Bismarck gethan. — Ein hier eingetroffener Specialcourier mit Nachrichten von Paris vom Montag Abend über- bringt das Resultat der dort vollzogenen Wahlen. Von 180.000 Stimmzetteln stimmten 120,000 für das Centralcomite und 60,000 für die ehe- maligen Mitglieder der Municipalität. Paris ist völlig ruhig. Großbritannien. London.„Daily News“ melden:„Fürst Bismarck hat Favre be⸗ nachrichtigt, daß dentscher Seits keine Einmischung eintreten werde, so lange die Zahlung der Kriegs- entschädigung nach den Bestimmungen des Ver- trages gesichert erscheine.“ ö — Napoleon läßt im„Observer“ jede Unter⸗ stützung der Pariser Unruhen in Abrede stellen und erklärt, er werde seine passive Haltung auch ferner bewahren, keine Intriguen unter seinem Namen dulden und sich nur öffentlich an das französische Volk wenden. — Die würdige Haltung des siegreichen Deutschlands, besonders Berlins, findet in den diesseitigen Blättern selbst bei den Gegnern der deutschen Sache Anerkennung.„Das trium— phirende Deutschland“, sagt„Daily News“,„feiert die Rückkehr des Friedens mit einer Würde und Selbstbeherrschung, die weder seiner- nationalen Vergangenheit, noch seiner Zukunft als Großmacht unwürdig ist. Seine Erhebung ist ruhig, ernst und stolz, viel mehr als lärmend, laut und eitel. Das Bewußtsein der Kraft dämpft ihre Kund- gebungen. Das Gefühl, eine große Pflicht er- füllt, eine große Gefahr abgewendet und ein großes Ziel endlich erreicht zu haben, erfüllt es mit einer Dankbarkeit, die zu tief für leidenschaft⸗ liche und erregte Ausbrüche ist.“ — Die„Times“ enthält folgende Depesche aus Paris: Von 500,000 Wählern betheiligten sich 200,000 an dem Scrutinium. Unter den Gewählten befinden sich 20 Mitglieder des Central Comites. — Aus Madrid wird gemeldet: Die in der Provinz Lerida erschienene Carlistenbande ist in der Nähe der gleichnamigen Stadt zersprengt worden. In Valencia, Cordova und Saragossa haben Sonntags leichte Unruhen stattgefunden, welche ohne Mühe unterdrückt wurden. Aus An- dalusien wird eine republikanische Kundgebung gemeldet. Aus den baskischen Provinzen ist eine carlistische Erhebung signalisirt. Donaufürstenthümer. Bukarest, 26. März. Die Situation ist sehr ernst. Es ist Wahrscheinlichkeit vorhanden, daß eine Militär 228 22 qu Nachdem agtkom. dantlet gen ig sesischen 1„ 1 daß dir ier mit d über Dahlen. 20.000 dit the ⸗ dati ist „Daily tert be⸗ nischurg Hritge 1 Ber⸗ t Uutet⸗ t mullen ug auch stintn 1 das ichen abtt in Degnern trium/ feiert de und nienaltn ena! ig/ n b till. un- litt ur 1b tin null et uschasl⸗ 15 kevolte zum Ausbruch kommt. Die Gemahlin des deutschen Consuls ist abgereist. Mehrere der Extedenten gegen die deutsche Siegesfeier wurden verhaftet.— Starke türkische Truppencorps haben sich längs der Donau concentrirt. — Die neuen Minister, größtentheils Gegner des Fürsten, sind entschlossen, die dringliche und motivirte Forderung des deutschen Generalconsuls, daß sich die Regierung zur Deckung der Eisen— bahn⸗Actiencoupons verpflichte, nicht anzuerkennen und auf den Gerichtsweg zu verweisen. — Ein Telegramm aus Bukarest vom 27. März meldet:„Dem Vernehmen nach beabsichligt der Fürst, abzudanken, wenn ihm nicht die Kammer se die Dictatur zur Bewältigung der, Unruhen über— trägt. Die gestrige Kammersitzung war eine stürmische. Es sind Demonstrationen gegen die Deutschen vorgekommen und wird die Erneuerung der Unruhen ernstlich befürchtet.“ Türkei. Konstantinopel. Angesichts der Ereignisse in Rumänien hat die Pforte die Concentrirung eines Armeecorps bei Schulma an- geordnet. In Bukarest ist die Lage andauernd gespannt. Friedberg. Durch höbere Verfügung ist die Auf— hebung der meisten Reservelazarethe des Landes angeordnet worden und werden demgemäß auch die Lazarethe zu Nauheim, Butzbach und Kloppenbeim demnächst eingehen, während das hiesige vorläufig noch fortbestehen bleibt. Q Frankfurt. Hiesige Blätter melden: Ein Frankfurter, welcher in Paris schon 30 Jahre lebt, dort ein Haus und ein rentables Geschäft besitzt, hatte sich nach Paris begeben, um nach seinem Eigentum zu sehen. Kurz nach seiner Ankunft wurde er lebensgefährlich bedroht und 1 sich über 2 Wochen in einem Keller verborgen halten, wo ihm durch eine Verwandte, eine Französin, Nahrung gereicht wurde. Unter Verkleidung bewerkstelligte er seine Flucht und kam nun hier mit dem Vorsatze an, nie mehr nach dorten zurückzukehren. Frankfurt. Im Wöeser⸗Bahnhof entgleiste am 27. d. der um 2½ Uhr abgehende Bahnzug, nachdem er kaum 100 Schritte aus der Bahnhalle herausgefahren war. Auf— fallender Weise war einer der in der Mitte des sehr langen Zuges befindlichen Wagen aus dem Geleise gerathen. Eine Frau und ein verwundeter Soldat, die mit andern Passagieren beraussprangen, erlitten schwere Verletzungen an den Füßen. Der Zug, der viele aus dem Felde heimkehrende Truppen und Verwundete nach dem Norden brachte, erlitt, bis er wieder neu rangirt war, eine Verzögerung von einer halben Stunde. Offenbach. Auch das hiesige Reservelazareth wurde dieser Tage geräumt und sind die hier bisher verpflegten Kranken und Verwundeten nach Mecklenburg verbracht worden. Man knüpft hier an die Räumung des Laza⸗ reths, wozu die Kaserne gedient, die Hoffnung, daß Offen⸗ bach doch eine Garnison, und zwar das erste hessische Jägerbataillon, erhalten werde. Vom westlichen Odenwalde. Am 24. März, Morgens zwischen 2 und 3 Uhr nahm man hier ein mehrere Secunden dauerndes Erdbeben wahr. Bebra. Bei der kürzlich hier stattgefundenen Ent⸗ gleisung sind(nach der„Hess. M.“) nicht zwei Soldaten, sondern nur einer, Friedrich August Lehmann aus Königs- wusterhausen bei Berlin so verletzt, daß er alsbald verstorben. Aus Limburg schreibt man der„Cobl. Ztg.“: „In Obernhof lit dieser Tage eine Falschmünzerbande ausgehoben worden, die das saubere Geschäft der Fabri⸗ kation von Thalerstücken bayerischen und österreichischen Geprägs trieb. Da das Geschäft nicht lange bestanden hat, so hat es sich für die Unternehmer schlecht rentirt; 85 man hört, sollen etwa nur 20— 25 Stück in den Verkehr gekommen sein. Die Presse und n sind am Dienstag vom Staatsanwalt dahier an dem O begraben waren, erhoben worden.“ Orte, wo sie Straßburg. Auf dem an Deutschland abgetretenen Gebiet von Elsaß-Deutsch⸗Lothringen liegen folgende bis jetzt der französischen Ostbahn-Gesellschaft gehörigen, resp. von derselben bisher verwalteten eee eee 1) Forbach⸗Metz 8 70 Kil. 2) Saargemünd⸗ Preuß. G ene r 8 3) Metz Thionville⸗Luxemb. Grenze 46„ 4) Thionville-Hayange(Franz. Grenze gegen Sedan) 8 5) Metz⸗Französ. Grenze gegen Pont à Mousson 5 6) Bening⸗Nieberbronn-Hagenau 8 106 7) Bayer. Grenze-Weißenburg⸗ Vendenheim 2 8) Straßburg⸗Badtsche Rhein⸗Grenzze. 8„ 9) Straßburg⸗Avri cout 3 10) Zweigbahn Avricourt-Dieuze.. 22 6 11) Avricourt⸗Cirey(Lokalbahn). 18. 12) Straßburg-Molsheim-Mutzig 198 5 13) Mole heim⸗Wassslonne und Moloheim⸗ Barr (Lokalbahnen). 3 14) Straßburg⸗ Müßlhausen. Basel/ aß. Schwei⸗ zer Grenze 2 138„ 15) Zwerigb. Schlettstadt Si. Marie aux Mines 21 5 16) Müblbausen, resp. Lutterbach ⸗Thann⸗ Wesserling.. 9 17) Cetnay-Sentheim 14 Kil. und Bollweiler⸗ Guebwiller 6 Kill. 20 18) Mühlhausen⸗Dammer kirche 26„ 19) Colmar⸗Münster(Lokalbahn) 19 San 733 Ndl. 2 975 neue deutsche Meilen. Meaux. Den russischen Georg-Orden 5. Classe hat vom 80. Regiment der frühere Einjährig-Freiwillige Hirsch aus Frankfurt a. M. erhalten, welcher wegen Wegnahme eines Turko⸗Fäynleins(bei Wörth) bereits mit dem eisernen Kreuze decorivt ist. In England isi an verschiedenen Punkten kürzlich wiederholt ein Erdbeben verspürt worden, welches zwar keinen Schaden, aber desto, mehr Aufregung verursacht hat. Aus Plymouth, Devonport, von verschiedenen Punkten in Lancashire und in Wales wurde die Erschütterung, welche mehrere Minuten lang anhielt, verspürt. Arbeits ⸗ Vergebung. 705 Die zur Erbauung eines neuen Wehrs an der Assen⸗— beimer Mühle des Herrn Karl Koch zu Assen heim erforderlichen Arbelten, als: N. N Maurer⸗ Grund⸗ und Raumarbelt, veran- schlagt zu 911 45 Steinhauerarbeit 196— Zimmerarbeit 159— Schmied⸗ und Schlosserarbeit 105 12 sollen auf dem Submissionswege vergeben werden. Plan, Boranschlag und Accordsbedingungen liegen bei dem Unterzeichneten zur Einsicht offen, woselbst auch die Su mifsionen, die das Abgebot in Procenten enthalten müssen, veisiegelt und frankirt und mit der Aufschrift: „Submission zur Uebernabme der.... Ardeiten „am Wehrbau der Assenbeimer Mühle“, bis zum Donnerstag den 30. März, Mittags 12 Uhr, einzureichen sind. Friedberg den 20. März 1871. Reuß, Kreis⸗Baumeiffer. Verkauf der Schützenhalle zu Friedberg. 763 Freitag den 14 April d. J., Vormittags 11 Uhr, soll in hiesigem Rathhause auf freiwilligen Antrag die dem aufgelösten Schützenverein zu Friedberg gehörende, erst vor einigen Jahren neu und massivd von Steinen erbaute Schützenhalle nebst Schieß⸗ und Schutzmauern, in unmittelbarer Nähe des Usaflusses und der Stadt gelegen, nochmals öffentlich meistbietend versteigert und bei annebmbarem Gebot dem Letztbietenden die Ge— nehmigung ertheilt werden. Friedberg am 27. März 1871. Ar Ortsgericht Friedberg. o uc ar. Holzversteigerung. 764 Dienstag den 11. April, Morgene 9 Uhr, kommen im Förstlichen Thiergarten bei Hungen 5209 Cubikfuß Eichen⸗, gemischte⸗ Stämme, darunter circa 10 bis 12 flarke, übrigen meistens gering, 224 Stecken Eichen- Buchen- gemischt Schelt⸗ und Prügelholz, 4 0 Eichen- desgleichen Stockholz, 5 Relser zum össentlichen Verkauf. Dungen am 27. Mä 3 1871. Fürstliches Rentamt. Demme. Emser Pastillen, 147 aus den Salzen der König-Withelms-Felsen⸗ quellen bereitet, ärztlich empfohlen gegen Magen⸗ beschwerden, als Catarrhe, Verschleimung, Säurebildung, Aufstoßen und Verdauungsschwäche, Preis der plom⸗ birten Schachtel 30 ke. Nur allein ächt auf Lager in Friedberg bel Hof-Apotheker C. Görtz. Die Administration der Felsenquellen. und Nadelholz⸗ die — 419 2 5 Holzversteigerung. 765 Dienflag den 4. April l. J., Morgens 9 Ubr, sollen im Fürstlichen Dornthal det Wölfersheim 5 Eichen= 117 Cubiksuß, 136 Stecken Eichen gemischt Stockhholz, 42 1 Reifer, 261 S Schichten gemischte Reiser öffentlich verkauft werden. Hungen den 27. März 1871. Fürstliches Rentamt. De mme. —* ** Holzversteigerung. 766 Dienstag den 4. April, Vormittags 9 Uhr, sollen in dem Freiberrlich v. Rotbhschild'schen Walde„Alien— derg“ öffentlich meistbtetend versteigert werden; 2200 Stück Birken⸗Prügel und see 5700— Eichen- gemischte 2660„„ lange Wellen(Faschinen)“ Letztere eignen sich zu Bohnenffangen, sowie zum Zumachen der Gärten. Okarben den 27 März 1871. Freiherrlicher Reviersörster dilgenrelner. Holzversteigerung. 774 Dienstag den 4. April l. J. sollen im Mockstädter Markwalde, Distrikt Buchwald und Bergwerkschlag, nach⸗ folgende Holzsorten zur öffentlichen Versteigerung kommen: 1) 142 Stecken Buchen⸗Scheithelz II. Klasse, 9 0„ Prügelholz. 3) 20 1„ Stockholz, 43) 5„ Ci.chen⸗-Scheltholz, 553 8 5„ Prügelbolz, 6) 8*„ Stockholz, 7) 100 Stück Buchen⸗Wellen, 8) 400„ Eichen-„ 9) 10 Stämme Eichen Baubolz von 24 bis 35 Kuß Länge, 13 bis 25 Zoll Durchmesser, 957 Cubikfaß haltend, 10) 2 Buchen⸗Stämme, jeder 20 Fuß Länge, 251 Cubikfuß haltend. Die Zusammenkunft findet statt Vormittags 9 Uhr bel Nleder-Mockstadt am Altenstädter Weg. Nieder-Mockstadt am 24. März 1871. Der Markmelfter R eutber. Berichtigung. 770 In der Veröffentlichung der Edictalladung des Großberzoglichen ßellvertsetenden Divistonsgertchts de dato 11. d. M. in Nr. 35 d. Bl.(Inserat⸗Nr. 680) ist sub pos. 10 ein Fehler untergelaufen. Es muß da⸗ selbst nämlich beißen!„Ersatz⸗Reservist 1. Classe Franz August Kipp“ statt„Reservist“ ꝛc. ꝛc. Leere Oelfässer, 390 zu Pfuhl ꝛc. ꝛc., bel Georg Groß. Kriegs-& Friedensnummern der Gartenlaube. Nr. 13. Inbalt: Die Zuwider⸗Wurzen. Eine Geschichte aus den dairischen Bergen. Von Hermann Schmid. (Fortsetzung.)— Ein Verdrängter. Von Brehm. Mit Abbildung: Ein Liebling der Pelzhändler(Nerz). Nach der Natur gezeichnet von Emil Schmidt.— Von der Wiege des preußischen Liberalismus. Von Rudolph Gottschall. II.— Der Rückzug der Franzosen durch das Travers-Thal. Im Beginn des Februar 1871. Mit Abbildung: Rückzug der Baurbaki'schen Armee durch das Travers-⸗ Thal. Nach der Natur aufgenommen von A. Aufjourd'hut.— Ein Aus⸗ flug nach Belfort. Von Dr. Moritz Normann in Basel. — Blätter und Blüthen: Der Spinnemesser. Von A. W. Müller.— Ein Volkslehrer⸗Seminar in Hamburg. Von J. H.— Frostschaͤden an Obffbäumen. Von Kübn. Die Macht der vollendeten Thatsache.— „Des Kaisers Erwachen.“— Kl— Kleiner Briefkasten. Frische Reps- und„Leintzuchen 604 delligst bei Georg Groß. Möbel-Versteigerung. 776 Beauftragt, die von dem im Kriege gefallenen Herrn Adjutanten Stederer benutzten Möbeln zu ver⸗ fteigern, werden Freitag den 31. März, Morgens 9 Uhr, dahler in der Burg auf dem freien Platze vor dem von Löw'schen Hause einer öffentlichen Versteigerung ausgesetzt: 2 Sopba, 6 Stüble, 1 Waschtisch, 2 Spiegel, 1 Kom⸗ mode, 1 Nachttisch, 1 Kleiderschrank,! Tisch, 1 Etagdre, 1 Clapierstuhl, 1 Sessel, wozu Steiglustige eingeladen werden. Frtedberg. Meyer Schwarz, Hoftaxator. Brunellen, Türkische Zwetschen 71 bel Wilhelm Bernbeck. Einen großen Keller 735 von 457 Länge und 187 Breite bat zu vermletben G. Schwarz. 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