* ede, 1 u. den, de N 14 1 den WN n Nai * Fiat be 11* rug de m„e 1 N. 9 a idem 1, ber 8 6˙ 16 1871. Dienstag den 28. März. M37. berhessischer! nzeiger. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Der Schlust der Annahme von Einsendungen für den nächsterscheinenden„Anzeiger“ ist Morgens 7 9 8 Uhr. Alle späteren Einläufe müssen für eine andere Nummer zurückgelegt werden. Deutsches Reich. Darmstadt. Das Großberzogliche Regie- rungsblatt Nr. 11 enthält: I. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern, die Organisation der Ersatzbehörden betreffend. II. Oeffentliche Anerkennung einer edlen Tbat. Am 20. September v. J. war das 3½ jährige Söhnchen des Maurers Theodor Rappinger zu Welsenau daselbst in den Rbein gefallen und schon eine Strecke weit vom Strome sortgerissen worden, als der auf einem benachbarten Zimmerplatz arbeitende Zimmermann Jacob Frieß aus Darmstadt die Gefahr, in welcher das Kind schwebte, bemerkte, sofort völlig angekleidet in den Rhein sprang, auf das im AUntersinken begriffene Kind zuschwamm, basselbe erfaßte und unter großer Anstrengung mit Hülfe zines ihm vom Ufer zugehaltenen Breites glücklich lebend un das Land brachte. Seine Königliche Hoheit der Großberzog haben dem Jacob Frieß für diese menschen⸗ reundliche, mit Muth und eigener Lebensgefahr ausge⸗ führte That, neben einer Geldprämie, das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift:„Für Retiung von Menschen⸗ leben“ Allergnädigst zu verleihen geruht. III. Bekanntmachung Groß herzoglicher Provinzial Direction Oberhessen, die Aufbringung der Mittel zut Destreitung der Bedürfnisse der Landjudenschaft der Provinz Ober hessen für 1871 beireffend. IV. Nachweisung der in dec Großherzoglich Hessischen Münze zu Darnistadt seit dem Abschluß der Münzcon⸗ wention vom 25. August 1837 bis zum Schlusse des Jahres 1870 staltgehabten Großh Hessischen Ausmünzungen. V. und VI. Uebersicht der für das Jahr 1871 ge⸗ mehmigten Umlagen zur Besireitung der Bedürfnisse der üsraelitischen Religionsgemeinden der Kreise Bensheim und Friedberg. VII. Uedbersicht der für das Jahr 1871 genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communalbedürfnissen in den Gemeinden des Kreises Darmstadt. VIII. Verzeichniß der Vorlesungen, welche auf der Wroßherzoglich Hessischen Ludwigs ⸗Universität zu Gießen im Sommerhalbjahre 1871 gehalten und am 17. April ihren Anfang nehmen werden. — Se. Maj. der deutsche Kaiser haben weiter nmachstehenden Angehörigen der Großherzoglichen 25.) Division Allerhöchst verliehen: 1) des eiserne Kreuz zweiter Klasse am schwarz weißen Bande: Vom 1. Inf.⸗Regt.: dem Sergeant Her— mann Vöglin, den Corporalen Georg Benz und Wilh. Selbst, dem Gardist Valentin Wernher.— Vom 2. Inf.⸗Regt.: den Hauptleuten Friedrich Kröll und Heinr. Leiß, dem Lieutenant Heinrich Scharch, dem Gefreiten Ludwig Volk, dem Ser- geant Christ. Döring, dem Musk. Phil. Reichard, dem Corp. Gg. Lehr und Vice-Feldwebel Heinr. Deberer.— Vom 1. Jäger-Bat.: dem Hauptm. Herm. Nau, dem Gardejäger Friedr. Zeitinger, dem Zugefeldwebel Phil. Glock.— Vom 3. Inf. Regt.: dem Corp. Joseph Köhler, dem Gefreiten Thr. Rückert, dem Musk. Adam Mergenthaler. — Vom 4. Inf. Regt.: dem Lieutenant Gustav Jellarius, dem Musk. Adam Reuter, dem Musk. Peter Wilhelm, dem Sergeant Carl Pfeiff, dem Jorp. Carl Seibert, dem Musk. Gg. Metzler — Vom 2. Jäger-Bat.: dem Sergeant Peter Morgolf und dem Jäger Jonas Kahn.— Vom 1. Reiter-Regt.: den Gefreiten Peter Sattler und Jacob Allendorf.— Vom 2. Reiter-Regt.: dem Rittmeister Wilhelm Schmidt von Osten, dem bevauxleger Joh Möller, dem Sergeant Georg Müller, dem Gefr. Jacob Oberhahn.— Von der Feld-Artillerie: dem Hauptm. Eduard David— ohn, dem Wrieor Kanonier Johann Diehl, dem Corp. Johannes Backhaus.— Von det Pionnier-Comp.: dem Pionnier Adam Bastian. Vom Sanitäts- Detachement: dem Gefr. Valentin Falter. 2) das eiserne Kreuz am weißen, schwarzgerän⸗ derten Bande: dem Kriegsrath Niepoth, Vorstand der Intendantur, dem Feldoberstabsarzt Dr. Fuchs vom 1. Feldlazareth, dem Feldstabsarzt Dr. Metzler vom 6. Feldlazareth, dem Feldstabsarzt Dr. Schäfer vom 1. Jäger-Bataillon, dem Assistenzarzt Dr. Willbrand vom Sanitäts-Detachement, dem Assi— stenzarzt Dr. Köhler vom SanitätsDetachement, dem Feld- Magazin-Rendanten Grönrich, dem Oberpostsecretär Kromm. Berlin. Das vom General Fabrice unterm 21. d. an Jules Favre gerichtete deutsche Tele— gramm bringen die französischen Blätter amtlich, aber unrichtig übersetzt. Das Telegramm hat gelautet:„Excellenz benachrichtige ich ergebenst, daß Angesichts der Pariser Ereignisse, die mehr— fach die Nichteinhaltung der Vereinbarungen zur Folge hatten, im diesseitigen Interesse Folgendes verfügt wird: Das Obercommando der Armee vor Paris untersagt die Annäherung an unsere Linien vor den von uns besetzten Forts, verlangt die Herstellung des zerstörten Telegraphen bei Pantin und wird Paris feindlich behandeln, sobald weitere Handlungen versucht werden, welche mit den mit der französischen Regierung getroffenen Vereinbarungen und Friedenspräliminarien im Widerspruche stehen. Der Versuch, die Enteinte wieder zu armiren, würde die sofortige Eröffnung des Feuers von Seiten der von uns besetzten Forts zur Folge haben. Breslau. Wie die„Schles. Ztg.“ meldet, soll hier dem Kaiser-König Wilhelm bei Lebzeiten ein ehernes Standbild gesetzt werden. Hamburg. Auf der Cuxhavener Rhede haben die französische Fregatte„Heroine“, die Corvetten„Finisterre“ und„Minerva“, drei Transportdampfschiffe und ein Aviso geankert. Diese Schiffe sind zur Rückbeförderung der fran— zösischen Kriegsgefangenen bestimmt. Coburg. Die„Leipz. Ztg.“ meldet von einem Gebietsaustausche in Thüringen:„Dem Vernehmen nach sollen die jetzigen Verhältnisse dazu mit benutzt werden, die vielen in Thüringen noch befindlichen Enclaven zu beseitigen, nament— lich die seit länger als einem halben Jahrhundert zwischen der hiesigen und der bayerischen Regie- rung obschwebenden, für beide Theile oft störenden Territorial-Differenzen in dem vom Königreich Bayern ganz eingeschlossenen Amtsbezirke endlich auszugleichen, und zwar dadurch, daß dieser nur etwa 4000 Seelen haltende Bezirk gegen anderes dem Herzogthum Coburg angrenzendes Land an Bayern abgetreten werden soll.“ Aus München wird der„Augsburger Abend— zeitung“ mitgetheilt, der König sei im Begriff, dem Kaiser Wilhelm die deutsche Krone weiland Ludwigs IV.,„des Bayers“, anzubieten. Straßburg. Der Geburtstag des Kaisers Wilhelm ist auch hier durch eine glänzende Gefr. Ernst Minier, dem Sergeant militärische Feier und mit einem Feuerwerk, be— Beck, dem Corp. Ludwig Stahl, dems gangen worden. Ausland. Frankreich. Paris. Von den Wällen der Enceinte der Faubourgs Belleville und Ménil- montant sind einzelne Flintenschüsse auf preußische Patrouillen gefallen. Die Regierung in Versailles sandte sofort eine Erklärung in das preußische Hauptquartier, worin gegen jeden Act der Feind— seligkeit protestirt wird. Durch solche Acte würden auf die schuldlose Bevölkerung die Vergehen einiger Wahnsinnigen zurückfallen. — 23. März. Das Centralcomite hat be- schlossen, alle in Paris anwesenden Soldaten in die Nationalgarde einzuverleiben. Die Maires und Adjuncten von Paris haben folgende Er— nennungen verfügt: Admiral Saisset, Obercomman⸗ dant der Nationalgarde; Oberst Langlois, Chef des Generalstabs; Oberst Schölcher, Obercomman⸗ dant der Artillerie. Admiral Saisset hat gegen— wärtig sein Quartier auf dem Börsenplatz. Die Mairie in der Rue Drouot und die Mairie des ersten Arrondissements sind von Nationalgarden des Quartiers besetzt. Viele Mobilgarden des Departements der Seine befinden sich in den Bataillonen des Centrums; man bemerkt auch Zuaven darunter. Mehrere Bataillone des Seine— departements verlangen Waffen, um die Insur— genten zu bekämpfen. Die Insurgenten auf der Place VBendome haben Barrikaden errichtet, um einen etwaigen Angriff zurückzuweisen. Die Börse ist geschlosen. Man versichert, General Ducrot sei von den Truppen füstlirt worden. — 24. März. Das„Journal offiziel“ des Revo⸗ lutionscomites meldet: Menotti Garibaldi ist einge- troffen und hat im Stadthaus sein Quartier ge— nommen. Das Centralcomite entschied in seiner Sitzung am Donnerstag: Sämmtliche Journalisten, welche zur Revolte und zur Verachtung der Volks- souveränetät aufgereizt hätten, unter Anklage zu stellen; der Maire Clémenceau sei zu verhaften; Menotti Garibaldi zum Oberkommandanten von Paris und der gesammten Streitkräfte der Commune zu ernennen; die Regierungsmitglieder in An- klagezustand zu versetzen; mit allen Mitteln sei die Besetzung der widerspenstigen Arrondissements von Paris zu bewerkstelligen; das Gebäude der Bank sei zu schließen und Schießscharten darin anzubringen. — 24. März. Der Geist des Widerstandes gegen die Insurgenten gewinnt an Ausdehnung. Saisset wurde ermächtigt, zurückkehrende National- garden zu amnestiren. Saisset's Corps besteht aus 10,000 gut bewaffneten Soldaten. Man erwartet einen Zusammenstoß in der Nähe der Börse. Unter den Rebellen gibt sich Zwiespalt kund. Ein unzufriedenes Bataillon hat mit Mi- trailleusen- Batterien Paris verlassen und Fort Issp besetzt. Das Centralcomite soll einem Friedens- compromiß zuneigen, jedoch der Gewalt den äußersten Widerstand entgegensetzen wollen. — 24. März, 9 Uhr Abends. Die Nach- richten vom Nachgeben der Regierung zu Versailles verschlimmert die Lage der besitzenden Classen noch mehr. Dieselben fahren fort, von Paris abzureisen. — Admiral Saisset hat eine Proclamation erlassen, in welcher derselbe anzeigt, daß er im r e Einverständnisse mit den Deputirten des Seine— departements und der Maires von der Regierung und der Rationalversammlung folgende Zuge— ständnisse erlangt hat: 1) volle Anerkennung der municipalen Freiheiten; 2) das Recht, sämmtliche Offiziere der Nationalgarde sowie den Oberkom— mandanten zu wählen; 3) die Abänderung des Gesetzes bezüglich der Verfallfrist von Wechseln und 4) ein Mietbgesetz, welches den Miethern von Wohnungen bis zum Miethpreis von 1200 Fr. große Begünstigungen bietet. Saisset fügt hinzu, er werde auf seinem Ehrenposten ausharren und die Ausführung der Gesetze überwachen. — Die Insurgenten haben neue Barrikaden in der Rue de la Paix, Rue Castiglione bis zur Rue Rivoli und zu den Tuilerien errichtet.— Die Preußen verschanzen das Lager von St. Maur vor Vincennes. — Das Centralcomite erklärt in einer Procla— mation, daß die Ernennung Menotti Garibaldi's zum Obercommandirenden der Streitkräfte der Commune freudig begrüßt wurde.— Eine große Anzahl Geschütze ist am 23. d. auf dem Platze vor dem Stadthaus aufgefahren worden; der Platz ist mit starken Barrikaden umgeben. Die Insurgenten nahmen zwanzig mit Munition be— ladene Wagen weg, welche für Marseille bestimmt waren. — 25. März, 11 Uhr Vormittags. Die Lage ist heute nicht so zufriedenstellend, wie gestern Abend. Die Sprache des„Journal offictel“ und des officibsen Organs des Comites läßt das schließliche Scheitern der Unterhandlungen befürchten. Man versichert, daß die Majorität des Central— Comites zu einer Verständigung geneigt sei, aber unter dem Drucke der exaltirteren Elemente neue Forderungen gestellt habe, welche den Abbruch der Verhandlungen unvermeidlich erscheinen lassen. Das Comite besteht auf der Vornahme der Wahlen am Sonntag. Die Barrikaden stehen heute noch. — 25. März, 1 Uhr. Noch ist nichts zu Stande gekommen. Die Nationalgarden des 1. und 2. Arrondissements haben Besehl erhalten, ihre Wachsamkeit zu verdoppeln. Eine Prokla⸗ mation des Admirals Saisset sagt, daß er heute den Oberbefehl über die Nationalgarde übernehme; er hofft zu einer Verständigung Aller auf dem Boden der Republik zu gelangen, sei aber ent— schlossen, wenn nöthig, sein Leben einzusetzen, um die Ordnung, die Achtung gegen Personen und Eigenthum zu vertheidigen.„Schenkt mir Ver— trauen,“ schließt die Proklamation,„die Republik wird gerettet sein.“ — 25. März, Abends 9 Uhr. Die Unge⸗ wißheit war heute des Tags über groß. Um 6 Uhr Abends erschien eine Proklamation, unter- zeichnet von sämmtlichen 20 Maires und Adjuncten, sowie allen in Paris anwesenden Mitgliedern der Assemblee. Es wurde darnach das Einvernehmen getroffen, daß Morgen, Sonntag, das Pariser Volk zur Wahl von 90 Communalmitgliedern schreite, um die Republik zu retten, ohne Blut zu vergießen. Assy will daraufhin aus dem Central- Comite zurücktreten. Paris blieb den ganzen Tag ruhig. Die Barrikaden wurden theilweise ab— getragen. a — Eine Proklamation des Centralcomites, von sämmtlichen Mitgliedern desselben unterzeichnet, ist erschienen. Es heißt in derselben:„Unsere Pflicht ist in dem Augenblick erfüllt, wo die an⸗ geordneten Wahlen morgen stattfinden, nach welchen wir abtreten müssen.“ — Der„Cri du peuple“ bestätigt, daß es zwischen den Maires und dem Comite zu einem Einverständniß gekommen ist. — Das Journal„Nouvelle République“, offciöses Organ des Comites, sagt: Paris will selbst regieren, die Departements haben sich vor ibm zu beugen. Dasselbe Blatt findet das Comite nicht energisch genug; es hätte die Blätter, welche Veracptung gegen die Revolution predigen, sosort unterdrücken müssen.— Ein Tagesbefehl des Generals Charette aus Rennes vom 19. d. sagt: Die Provinz muß sich vertheidigen und die Ord— nung und Autorität schützen. Der General ver— langt, daß die Legion der Freiwilligen des Westens sofort verstärkt werde und sich beeile, alle Männer von Herz, welche die Ordnung, die Familie und Religion vertheidigen wollen, zum Abschluß auf— zurufen. — die„Independance belge“ hört von einem Gerüchte, Menotti Garibaldi habe die Füssilade auf dem Vendomeplatz commandirt, während sein Bruder Ricciotti die Revolution in Lyon betreibe. — Die Insurgenten haben bei den Bäckern und Metzgern Nequisitionen erhoben; man befürchtet, auch Privathäuser möchten geplündert werden. Versailles, 23. März. Gestern hielt die Nationalversammlung eine geheime Sitzung. Die— selbe soll beschlossen haben, daß die Municipal wahlen noch vor dem 10. April stattfinden. Man beginnt von energischen Maßregeln gegen Paris zu sprechen. Man will sich an die National— und Mobilgarden der Departemens wenden. — Das Gerücht geht, in Lyon sei die Commune proclamirt und die rothe Fahne von Neuem aufgepflanzt. Leflö soll seine Demission zurückgezogen haben, Ladmirault zum Comman- danten von Paris bestimmt sein. — 23. März, Abends. Die Insurgenten hielten einen nach Versailles bestimmten Eisen— bahnzug mit Gefangenen durch Aufziehen des! Haltesignals an, befreiten die Gefangenen und verhafteten die Estorte. Das 69. Regiment, welches in dem Luxemburg-Palast eingeschlossen war, entfloh mit der Bagage und drei Kanonen. Die Insurgenten verfolgten dasselbe vergebens; es erreichte glücklich Versailles und wurde hier enthusiastisch empfangen. Die Offiziere wurden befördert. Es heißt, im Centralcomite sei Zwiespalt ausgebrochen. Die Stadt ist ruhig. In der letzten Nacht wurden mehrere Stadtsergeanten auf Befehl des Centralcomites erschossen. Ueber fünf entflohene Jourkalisten wurde das Todesurtheil gefällt. — 24. März. Emissäre der Rebellen, welche die Truppen aufzuwiegeln versuchten, wurden ver— haftet. Die Deutschen haben in Fort Romainville schweres Geschütz in Position gestellt. Es wird versichert, daß der Kaiser Wilhelm niemals ein— willigen werde, daß das Blut deutscher Soldaten für die Wiederherstellung der Ordnung in Paris vergossen werde. — 25. März. Thiers erließ folgendes Cir— cular an die Präfekten, Unterpräfekten, General— Prokuratoren, alle Militär- und Civilbehörden: „Tie Ordnung ist im größten Theile Frankreichs aufrecht erhalten. In Lyon ist dieselbe wieder bergestellt. In Marseille ist die Ordnung nicht beunruhigend gestört gewesen. In Paris hält die Ordnungspartei der Umsturzpartei Stand. Die Rückkehr zur Ruhe macht sich bereits bemerk— bar, was man der Intervention der Maires ver— dankt. Die Armee in Versailles ist mit allem Nöthigen reichlich versehen und verstärk“ sich täg- lich beträchtlich. Zahlreiche Cavallerie ist gestern angekommen. Alle aus der Armee geschiedenen Befehlshaber kehren fortdauernd zurück und bieten der Regierung ihren Degen an. Die National— versammlung, täglich versammelt, ist einig mit der Regierung. Wir können der Bevölkerung nur Ruhe rathen. Mäßigung ud der feste Entschluß, die Ordnung zu erhalten, werden die Republik retten, welche nur durch die Anarchie gefähr— det wird.“ Der Mont Valcsérien ist nicht in den Händen der Insurgenten. Die Versailler Regierung hat 480 bespannte Geschütze und 83 Mitrailleusen zu ihrer Verfügung. In den Versailler Regie- rungskreisen ist man geneigt, noch vierzehn Tage abzuwarten, ob die Insurrection in sich selbst zerfällt, ehe man zum ernsten Angriff schreitet. — Ueber den Ausbruch der Revolution in Lyon wird Folgendes mitgetheilt: Die Emeute ist in der Nacht vom 22. auf den 23. März in den Vorstädten ausgebrochen. Die Nationalgarden der Vorstädte bemächtigten sich der Forts Croix rousse, Borteaux und Guillotière, sowte des Hotel Stadthaus die rothe Fahne aufgepflanzt. Die 0 Nationalgarde leistete keinen Widerstand. Weiteren Berichten aus Lyon zufolge hat Riciotti Garibaldi den Oberbefehl über die Aufrührer übernommen. Die Aufrührer haben sich im Stadthause ver⸗ schanzt und vor demselben Kanonen aufgepflanzt. Lyon. In der Affaire Arnauld(derselbe wurde bekanntlich vor einigen Monaten elendiglich gelyncht) ist das Urtheil gefällt worden. Die Angeklagten Deloche, Jas, Ballaz und Bouveret wurden zum Tode, die Angeklagten Morel, Fournler und Gadoux zu Zwangsarbeit, und die Ange— klagten Brouyas, Chol und Brack zur Depor— tation verurtheilt. 33 Angeklagte wurden frei gesprochen. — 25. März. Die Ordnung ist durch die Intervention der Nationalgarde, welche sich der Partei der Versailler Regierung angeschlossen, wieder hergestellt. Belgien. Brüssel. Es wird berichtet, daß eine Erhebung der Araber in Algerien statt— gefunden hat. Aga Mockrani von Medina steht an der Spitze des Aufstandes und sucht alle Kabylen in denselben hineinzuziehen. Privatbriefen zufolge soll Mockrani mit 40,000 Mann 25 Meilen von Algier slehen und sich des ganzen Südens von Algerien bemächtigt haben. Fran— zösische Truppen sind nach Setif und gegen die Kabylen entsendet. Donaufürstenthümer. Bukarest. Am Abend des 22. d. stürmte der Pöbel den Saal, in welchem die hier lebenden Deutschen den Ge— burtstag des deutschen Kaisers feierten, und de— molirten ihn in Gegenwart des deutschen General- consuls v. Radowitz. Mehrere Verwundungen fielen vor. — Auf die Interpellation des preußischen General-Consuls wegen der stattgefundenen Gewalt— thätigkeiten gegen Deutsche wurde der Polizei— präfekt entlassen. Unter den vom Pöbel mittelst Steinwürfen verwundeten Personen soll sich auch der deutsche General-Consul Radowitz befinden. — 25. März. In der gestrigen Sitzung der Kammer brachten 34 Deputirte einen Antrag auf Absetzung des Fürsten ein. Die Situation ist gespannt. Amerika. Aus Wasbington kommt die Meldung, die Nachricht, daß General Sicklts, der amerikanische Gesandte in Madrid, die Weisung erhalten habe, Offerten für den Ankauf von Cuba und Portorico zu machen, entbehren jedweder Begründung. VR. Friedberg. Während jetzt jeden Tag ein oder mehrere Züge mit aus dem Kriege heimkehrenden Sol⸗ daten, meist Landwehrleute und Reserven, darunter auch schon Cavalerie und Artillerie, unsern Bahnhof passiren, kommen auch immer noch zahlreiche Kranke und Verwun— dete, zum Theil aus weit entfernten Lazarethen hier vor⸗ bei und zwar vom 1. bis 15. März in 15 Sanitäts⸗ Lazareth⸗Extrazügen zusammen 6423 Mann, und außer diesen mit jedem fahrplanmäßigen Nachmittagszuge eine größere oder kleinere Anzahl. Daß es eine schwere Auf⸗ gabe ist, für so viele Leute auch nur einigermaßen Etwas zur Erftischung zu beschaffen, bedarf keines Nachweises; laut controölirter Rechnung wurden zwar 393 fl. 37 kr. von dem Mathildenstifte in dieser ersten Hälfte des Monats beigetragen, aber was will das unter so viele? Es erscheint darum dringend geboten, nicht nachzulassen im Beisteuern; das Schlimmste ist ja, so Gott will, vorüber, und wollen wir nicht nachlassen, um das begonnene Werk auch durch⸗ zuführen. Das Comite im Bahnhof nimmt Gaben jeder Art gern und mit Dank entgegen. Frankfurt. Dieser Tage ereignete sich unweit der Neckarbahnbrücke ein bedauernswerthes Unglück. Die Frau eines daselbst mit seinem Fahrzeug haltenden Ruhrschiffers halle ihe 15 Monate altes Kind, mit welchem sie kurz vorher von einem Spaziergang zurückgekehrt war, auf das Verdeck des Schiffes gesetzt. Während sie mit ihrem Manne sprach, hatte sie weniger Acht auf das Kind. Dasselbe tutschte fort und stürzte, ohne daß die Eltern es wahrnahmen, geräuschlos in den Main. Erst als sie das Kind nicht mehr sahen, wurde es ihnen klar, welches Un⸗ glück sie betroffen. Man machte nun alle Anstrengungen, um wenigstens die kleine Leiche zu finden, jedoch vergeblich; statt ihrer jand man die Leiche eines Mannes. Nach dem Grade der Verwesung mußte selbige schon mehrere Wochen im Wasser gelegen haben. Kassel. Der Frachtgüterverkehr mit Ausnahme der Dienstgüter für Truppen sowie der unentbehrlichen Nah⸗ de Ville. Die Armee hat mit den Insurgenten fraternisirt. Die Emeute ist vollständig Herrin von Lyon. Präsect und Maire sind gefangen. Die Commune wurde eingesetzt und auf dem! rungsmittel nach einzelnen Nothstandsplätzen wird vom 26. d. ab an den meisten Bahnen eingestellt. Magdeburg. Der 100 jährige Geburtstag Zschokke's ist in Magdeburg, der Vaterstadt des Dichters, durch eine einfache, aber enzsprechende Feier begangen worden. In 4— —— ö — zinem mit der Büste Zschokke's geschmückten Saale fanden Vorträge und Gesangaufführungen statt. Der Prediger er freien Gemeinde schilderte in einer Rede das vielbewegte eben des berühmten Magdeburgers. Landwirthschaftliches. Die Vieh⸗Versicherungs⸗Anstalt für das Grostherzogthum Hessen ist hervorgegangen aus der it 1846 gegründeten Starkenburger Viehversicherungs— Anstalt, sie versichert Pferde und Rindvieh gegen Seuchen und mit Ausschluß der Seuchen. In der Versicherung gegen alle Gefabren ist diejenige gegen Feuersgefahr in— vegriffen. Die Verwaltungskosten sind gering. Die Bei— äge billig.— Gute Viehhalter erhalten nach dem Prä⸗— mientarif bis zu 50 Proz. Beitraasrückvergütung. Die Schäden werden coulant regulirt. Ortsversicherungen mud Vereine werden rückversichert. Diese und Land— wirtbe mit einem Viebstiand über 15 Stück machen wir nuf die Pauschalversicherung aufmerksam, bei welcher das Signalement wegfällt, und der halbjährige Beitrag nach dem Versicherungskapital bezahlt wird. Das neue Semester beginnt am 1 Mat d. J. Das landwirihschaft⸗ liche Publikum, welches auf diese Anstalt hiermit wieder— holt aufmerksam gemacht wird, kann Näheres erfahren bei der Direktion in Darmstadt und den Agenten derselben. Erfrisehung der durchpassirenden Truppen und zurückkommenden Verwundeten im hiesigen Bahnhofe. 22. Liste der Gaben aus hiesiger Stadt und Umgegend. An Naturalien: Friedberg 58 Laib Brod, 4 Pfund Kaffee, 4 Pfund Cichorien, 8 Maß Bierz Wickstädter Hof 34 Maß Branntwein; Görbelheimer Mühle 52 Maß Milch; Florstadt 20 Laib Brod(v. Brückmann& Alles); Gettenau 109 Laib Brod, 2 Pfund Fleisch, 5½ Pfund Butter, Dörrobst, Aepfel; Reichelsheim 71 Laib Brod, 43 Pfund Fleisch und Wurst, 303 Eier, 5 Pfund Kaffee, 6 Pfund Buiter, Aepfel, Honig. An Geld: Kaufmann Häberle 2 fl., Reinertrag vom Theater im Hotel Simon 27 fl. 9 kre., von mehreren Realschülern 1 fl 14 kr., Landrichter Reitz 1 fl., N. N. 30 kr., Alles von Florstadt 5 fl., durch einen Vergleich an hiesigem Landgericht 3 fl. 30 kr., Kirchenopfer von — Hochweisel durch Pfarrer Decker 5 fl., M. Jung hier 2 fl., Direktor Dr. Matthias 5 fl., Pachter Brückmann in Florstadt 5 fl., Stadtrath Rausch 5 fl., Gemeinde Geltenau 1 fl. 24 kr., Gemeinde Reichelsheim 5 fl. 12 k., N. N. 30 kr., Professor Schwabe 5 fl., Frau v. Helmolt 3 fl., Büchsengeld 18 kr., baar vom Mathildenstift speciell für Verwundete 393 fl. 37 kr., zusammen 473 fl. 24 kr.; hierzu vorige Liste mit 1790 fl. 34 kr. ergiebt im Ganzen 2263 fl. 58 kr. Wir sagen den freundlichen Gebern unsern besten Dank, fügen aber wieder die dringende Bitte um weitere Gaben an. Jetzt wo die Züge der zurückkommen⸗ den Truppen sich immer mehr häufen und wir per Tag 2—300 Laib Brod und 50—60 Pfd. Kaffee gebrauchen, nehmen unsere Vorräthe natürlich bald ein Ende, wenn wir nicht auf die fernere Mildthätigkeit der Stadt und Umgegend rechnen dürfen. Die Herren Bürgermeister werden fteundlichst erssucht doch in ihren Gemeinden Sammlungen von Brod, Butter, Eiern, Geld ze. vornehmen zu lassen und uns gefl. zu übermitteln. Friedberg den 25. März 1871. Das Comité. Arbeits-Vergebung. 705 Die zur Erbauung eines neuen Webrs an der Assen⸗ peimer Mühle des Herrn Karl Koch zu Assen beim erforderlichen Arbelten, als: 3 Maurer⸗ Grund⸗ und Raumarbeilt, veran— schlaat zu 911 45 Steinhbauerarbeit 196— Zimmerardeit 159— Schmied und Schlosserarbeit 105 12 jollen auf dem Submissionswege vergeden werden. Plan, Voranschlag und Accordobedingungen liegen bei dem Uaterzeichneten zur Einsicht offen, woseldst auch die Su mifsionen, die das Abgebot in Procenten enthalten müssen, veisiegelt und frankirt und mit der Aufschrift: „Submission zur Uebernabme der.... Ardeiten „am Wehrbau der Assendeimer Mühle“, ibis zum Donnerstag den 30. März, Mittags 12 Uhr, zeinzureichen sind. Friedberg den 20. März 1871. Reuß, Kreis ⸗Baumeister. Bekanntmachung. 706 Das Bleichen der Wäsche auf dem Exercirplatz, ssowie das Trocknen derselben mittelst angebrachtem Sell zan den Bäumen des Exerelrplatzes ꝛc. wird biermit werboten. Friedberg den 22 März 1871. Großherzogliche Garnisonsverwaltung Friedberg. A f Main- weser⸗ Hahn. 746 Die Anlieferung und Aufstellung von 938 Stück Meilensteinen auf der Vabnstrecke zwischen Marburg und Frankfurt soll im Submissionswege verdungen werden. Die Offerten find portofrei und versiegelt mit der Aufschrift: Submission auf Anlieferung von Meilen⸗ steinen bio zum Submissions termin am 15. April d. J., Vormittags 11 Uhr, bel der unterzeichneten Betriebs-Inspektlon einzureichen. Ebendaselbst können die Zeichnungen und Bedingungen teingesehen und die Submissionsformulare in Empfang genommen werden. Frankfurt den 21. März 1871. Königliche Betriebs Inspektion II. le. Vergebung von Bauarbeiten. 747 Die zur Herstellung der Pförtnerwohnung am hohen Thurm zu Frledberg erforderlichen Arbeiten, als:. 1) Maurerarbeit, veranschlagt zu 140 35 2) Steinhauerarbeit 17— 3) Zimmerarbeit 29 27 4) Dachdcckerarbeit 39 10 30 Schreinerarbeit 65 10 6) Schlosserarbeit 78 56 7) Glaserarbelt 18 8) Weißbinderarbeit 106 3 9) Spenglerarbeit 2 30 ollen auf dem Submisslonswege an die Wenigstsor— dernden vergeben werden. Voranschlag und Be— dingungen liegen von heute an auf dem Büreau des Unterzeichneten zur Elnficht offen, woselbst die Offerten ni der Aufschrift„Submission zur Uebernahme der „ Arbelten zur Herstellung der Pförtner-Wohnung zu Friedberg“ versehen, versiegelt und franko bis palestens Mittwoch den 29. l. M., Vormittags 10 Uhr, eingereicht sein müssen. Zrledberg den 23. März 1871. Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg. . — f Schmiedekohlen 554 find wieder in bester Qualttät eingetroffen bei Ph. Dan. Kümmich. Arbeits-Versteigerung. 750 Samstag den 1. April, Mittags 12 Uhr, sollen auf dem Büreau des Großbetzoglichen Bürgermelsters zu Ober-Mörlen nachstehende Arbeiten einer öffent— lichen Verfteigerung ausgesetzt werden: 3 1) Maurerarbeit. It. Kostenüderschlag für 23— 2) Pflastererarbeit 25— 3) Steinbauecrarbeit 20— 4) Liefern von Mauersteinen, Pflastersteinen, Pflasterkies 86— 5) Aufssetzen der Pflastersteine und Messen von Kies, 6— 6) Liefern von Kalk, 12 30 7) Liefern von hansernen Spritzenschläuchen 50— Gambach den 25. März 1871. Schneider, Bezirks ⸗Bauaufseber. Bekanntmachung. 751 Mittwoch den 29. d. M., Morgens 8 Uhr, werden im biefigen Gemeindewald, Distrikt Wasserdoͤll, 131 Haufen Stteulaub öffentlich meistbietend versteigert. Die am 24. 1. M. abgehaltene Holzversteigerung ist genehmigt und der erste Jahrtag auf den 30 d. M. anberaumt und können die Abfuhrscheine gegen Ein— legung der Bürgscheine dei dem Gemeindeeinnehmer in Empfang genommen werden. Nieder⸗Rosbach den 25. März 1871. Großherzogliche Bürgermeifterei Nieder-Rosbech. . Holzversteigerung in den Domanialwaldungen der Oberförsterei Eichelsdorf. 753 Es werden versteigert: 1) Montag den 3. April in Distrikt Ameisenstrauch. A. Brennholz. Holzart. Scheitholz. Prugelbolz. Stockolz. Relsholz. . Buchen 19½ 116 8 105 Eichen— 167 60 60 Nadelholz 5 17— 15 Aspen 24½ 6— 19 B. Bau⸗ 2c. Holz. 221 Eichen⸗Stamme von 5½— 18 Zoll Durchmesser und 10—60 Fuß Länge— 2311 Cubiksuß, 3 Nadelbolz⸗Stämme von 5½— 10½, Zoll Durch- messer und 30—45 Fuß Länge= 67 Cubikfuß, 4 Eichen Stangen mit 20 Cudikfuß, 15 Buchen-Staugen mit 19 Cubikfuß(zu Lenkwieden). Die in Schichten von 10— 20 Fus Länge aufge⸗ arbeiteten Eichen- und Nadel Prügel sind meist für Wagner geeignet. 2) Mittwoch den 5. April in Distrikt Hupp. 18 Stecken Buchen-Prügel, 2 1 Eichen⸗„ 677„ Buchen Ducchsorstungsreiser,, meist in 299 5 Eichen⸗„ Schichten von 514 10 Aspen 20 Fuß Lange. 7 Die Versteigerung beginnt an beiden Tagen Morgens präcis 9 Uhr. Zusammenkunft am Montag in Disirikt Ameisensirauch, am Mittwoch in Distrikt Hupp, jedes⸗ mal bei den ersten Holznumm ern. Eichelodorf am 20. März 1871. Großherzogliche Oberförstetel Eichelsdorf. Dyer. Bekanntmachung. 755 Die am 20. und 21. d. M. in den Freiherrlich v. Franckenstein'schen Walddistrikten Allmep, Am Forst— garten und Klappertannen abgehaltene Holzversteige— rung ist genehmigt. Erster Fahrtag Donnerstag den 30. Marz. Ockflad t den 24. März 1871. Det Freiherrlich v. Franckenstein'sche Oberförster Rumpf f Brunellen, Türkische Zwetschen 731 bel Wilhelm Bernbeck. Schafpferch-Versteigerung. 762 Mittwoch den 29. d. M., Vormittags 11 Uhr, werden auf hieflgem Rathhaue 10 bis 15 Schafpferche an Meiftbietende öffentlich versteigert. Friedberg den 27. März 1871. Großherzogliche Bürgermeißerei Friedberg. Foucar. — et* Holzversteigerung. 756 Montag den 3. April kommen in den Freiberrlich v. Franckensttin'schen Walddistrikten Klentzeschlag, Köhler⸗ schlag und Diezenberg zur Versteigerung: 175 Wellen Buchen ⸗Reisholz, 24500„ Eichen⸗ und Birken⸗Reisholz, 4075„ Aspen und Nadel-Reishoiz, 185 Stück Birken- und Weiden⸗Schippenstiele, 188 Gebund Ginstern. Die Zusammenkunft findet Morgens 9 Uhr im Distrikt Klentzeschlag zunachst dem„Neuen Wege“ statt. Credit bis 1. Septemder 1871. Ockstadt den 25. März 1871 Der Freiherrlich v. Franckenstein'sche Oberförster Rumpf. Bekanntmachung. 760 Dienstag den 4. April d. J., Morgens 10 Ubr anfangend, werden im biesigen Gemeindewald, Distrikt Jungenbolz I. Theil: 47 Eichen- Bau- und Werkholzsämme, 500 Cudikfuß, 11 Klafter gemischtes prügelbolz und 7400 Stück desgleichen Wellen, sowie in demselben Distrikt sich ergebende Lohrinden⸗Creszens don circa 300 Centner öffentuich verfleigert. Pfaffenwiesdach den 26. März 1871. Bürgermeiger F. Rupp. Leere Oelfaͤsser, 390 zu Pfuhl ꝛc. ꝛc., bel Georg Groß. An Magenkrampf; Verdau— ungsschwäche etc. etc. Leidenden 585 wird das sett beinahe 50 Jahren segensreich wickende Dr. med. Doecks sche Heilmittel empfohlen. Schrift darüber gratis in der Expedition d. Bl. Das Mittel ist nur direkt zu beziehen durch den Apotheker Doecks in Harpstedt d. Bremen(wobin derselbe einen Wohnsitz von Barnstorf verlegt bat). Säcke, 641 einmal benutzt, zu dem billigen Preis per Stück 30 kr. babe mehrere Hundert abzugeden 5 L. H. Strauß. Lebens⸗Versichert ebens-Versicherung. 667 Für eine der ältesten deutschen, auf Gegen⸗ seitigkeit gegründeten Lebensversicherungs⸗ Gesellschaft werden gegen hohe Provision tüchtige, mit guten Empfehlungen versebene Agenten in allen größeren Orten zu engagtren gesucht. Offerten unter der Aufschrift„Lebensversicherung“ S. T. 390 beliede man der Annoncen Expedttion von G. L. Daude& Comp. in Frankfurt a. M. rirzusenden. Eine Chaise 8 ssebt zu verkaufen Wo? sagt die Exped. d. Bl. Einen großen Keller en großen Ke 735 von 45“ Länge und 187 Breite bat zu vermietden G. Schwarz. 761 Die Mitglieder des Comités zu den Vorbereitungen des Empfangs unseres demnaͤchst deimkehrenden Garde-⸗Jäger⸗ Bataillons werden hierdurch zu einer Berathung auf Dienstag den 28. d. Mts., Abends 8 Ubr, in das obere Local des Herrn Carl Friedrich Walz dahier eingeladen. Gleichzeitig sind wir beauftragt den oder die Verfasser des Artikels in Nr. 36 Inserat 728 des Oberhessischen Anzeigers s. g. Aut oder— naut zu der vorbemerkten Berathung einzu- laden, da hier die beste Gelegenheit geboten ist, die dem fraglichen Zwecke entsprechenden Meinungen geltend zu machen. Friedberg den 27. Marz 1871. Für das Comité: Der Großherzogliche Bürgermeister Foucar. 8 2 bis 3 Schneidergesellen 754 finden gegen sebr gute Bezahlung sofort Arbeit bei Schneidermeister Dudler in Friedrichsdorf. Sehr billige Vorhänge 722 jeder Art für Frühjahr und Sommer im wirklichen Ausverkouf des Schweizer Weißwaarenlagers Nr. 16, großer Hirschgraben in Frankfurt a. M Deutschen und ewigen Klee-Samen 576 billiast bei Georg Groß. Strohhüte 741 in großer Auswahl, neuester Fagçon und zu recht billigen Preisen, sind soeben in srischer Sendung ein⸗ getroffen bei Heinrich Diehl, Usagasse. 724 Ein ordentliches fleißiges Mädchen wird gesucht Fürstenstraße 332, Parterre, Bad-Nauheim. Ein guter Bäckerbursche 726 kann bei gutem Lobn sofert eintreten. Strauß'sche Bäckerei. — Magensalz agensalz, 435 bekannt als Bullrichs Universal Reintgungssalz gegen Magensäure, Sodbrennen ꝛc. ꝛc. in J, ½, / Pfunden empfiehlt J. A. Windecker in Friedberg. Frankfurt a. M. Großer Ausverkauf 721 eines bedeutenden Fabriklagers. Tapeten und Borduren gegen Baar weit unter dem Fabrilpreis. 36 Zeil 36. Lumpen, Knochen 8 Metalle 709 werden zu den höchsten Preisen angekauft und werden kleinere Händler besonders berücksichtigt in der Lumpenhandlung S. W. Hammel, Vilbelergasse 29 Frankfurt a. M. Gyps Bender& Schwarz. Tapeten in reicher Auswahl empfiehlt Bad⸗Nauheim. H. Blensdorf, Hoftapezier. 745 Für eine gut fitutrte deutsche Lebens Ver- sicherungs⸗Gesellschaft wird gegen hohe Provi— sions⸗Vergülung für Friedberg und Umgegend ein geeigneter Vertreter gesucht. Bewerber belieben ihre Adresse unter Z. B. 911 an die Annoncen⸗Expeditton von Haasenstein Vogler in Frankfurt a. M. niederzulegen. Brave Mädchen, 710 welche das Kleidermachen erlernen wollen, können sogleich eintrelen bet Elise Müller. 734 bei 707 Ungarisches Futtermehl 640 in reiner bester Qualität, per 100 Pfund mit Sack 5 fl., empfiehlt ben 5 L. H. Strauß. Feiwillige Versteigerung. 716 Donnerstag den 30. d. M. werden im Hause der Frau Dreher Stark Witwe eine Ladeneintichtung, 2 Glasschränke, Dreherwerkzeug zinnerne Klpstter— spritzen, Billardkugel, Ddolzkrahnen, gute Schneidzeuge, Schraubstöcke, eine vollständige Einrichtung zur Dreh- bank, Pfeifen, Sopha, Kommode, 2 Küchenschränke, Bett stellen, Nachttisch, Schüsselbänke Tische, Stühle, Wasch⸗ kessel. Waschbütte, 1 Wanduhr, eine große Partie Frauen— kleider, wollene Unterroͤcke, Jacken, gute Herrenhemden, Frauenhemden, Betten und sonstige verschtedene Paushal— tungsgegenstände gegen gleich baare Zahlung versteigert. Frische Neps- und Leinkuchen 604 bolligst bei Georg Groß. Dickwurz, 437 per Centner 24 kr. bei H. J. Hahn in Melbach. Steinkohlen, namentlich auch Schmiedekohlen, verkauft zu 691 687 das in häuslichen Arbeiten erfahren ist, wird von einer stillen Familte auf dem Lande gegen guten Lobn auf kommende Ostern in Dienst gesucht. Wo? ißt bei der Expedition d. Bl. zu erfahren. 732 Acchte Ital. Maccaroni, Par mesankäse, Prima ⸗Schweizerkäse empfiehlt Wilhelm Bernbeck. Eisen- X Messingdrahtgewebe 749 in 100 verschiedenen Nummern, sowie Gewebe für Malzdarren ꝛc. ꝛc. empfiehlt zu Fabrikpreisen die Eisenhandlung von Knieriem, Bad⸗ Nauheim. 11S 7Or Luzerner& Nothklee! in unübertroffener Prima ⸗Qualttät bet Wilb. Fertsch. Ein grauer wollener Pferdeteppich 758 wurde Montag den 20. en hiesiger Stadt verloren und wird freundlichst gebeten, denselben gegen eine gute Belobnung an Herrn Karl Mulch dahter abzugeben. Ein vollständiges 748 hat zu vermtethen W. Baumann's Wittwe. 617 Logis des hiesigen Bürgers und Metzgermeisters Nuhrer 10 ö Kamm- und Schmiedekohlen 733 zu den billigsten Preisen bei 1 Bender& Schwarz. Marinicte Häring, Sardellen, Russisehe Sardinen 757 bei Wilhelm Bernbeck. 577 Mein für die diessährige Saison wohlassortirtes Tapeten⸗Lager bringe in empfehlende Erinnerung. Georg Groß. Nicht zu übersehen. 759 Indem ich den geehrten Bewohnern hlesiger Stadt und Umgegend mein reichhaltiges Lager in allen Sorten Tannen, Buchen-, Eichen- und Pappelbohlen ꝛc ic. geneigte Erinnerung bringe, empfehle ich mich zu gleich im Schneiden jeder Gattung Baumftämme u Bohlen, Latten für Gartenzäune jeder beliebigen Größe, Kurzsägen von Brennholz u. s. w. unter Zucherunz reeller und prompter Bedienung. 7 Louis Rodaug. Holz- und Fournirschneiderei. Krippen, Tröge und Gossensteine 376 aus s. g. Lungstein(Dolerit) empfiehlt die Ziegelei am Bahnhof zu Bad⸗Nauheim. Danksagung. 752 Allen Verwandten, Freunden und Bekannten sager wir hiermit unseren herzlichsten Dank für die zahlreich Tbeilnahme del dem Begräbnis unsrer unvergeßlichen Elise, sowie auch allen Denen, welche derselben währe! ihrer Krankheit hülfreich zur Seite standtn. Pauptsächlich Dank dem Herrn Professor Diegel für seine schön und geiffresche Rebe am Grabe der Oahingeschiedenen Im Auftrag der trauernden Hinterbliebenen: E. Kaiser. 8 rankfutt a. M. FCCTCTCTCTCbCbC00C ͤ TTT Kirchen buchsauszüge. Evangelische Gemeinde. Getraute: 21. März. Johann Wilhelm Waas, hiesiger Bürgen und Metzgermeister, Sohn des bitesigen Bürgers und Metzgermeisters Friedrich August Waas, und Kunigunde Dorothea Wilhelmine Reuß, Tochter des hiesigen Bürgers, Gemeinderathe, Gastwirths und Oekonomen Johann Konrad Reuß. Getaufte: 5 19. März. Dem Bürger zu Fauerbach b. Fr. und Eisenbahnbediensteten dahier Rudolph Holler eine Tochim Margaretba Elisabetha, geb. 26. Febr. 19. März. Dem hiesigen Polizeidiener und Ser⸗ geanten im 1. Großh. Jäger-Bataillon Peter Daniil Mulch ein Sohn Karl August, geb. den 22. Februar. 19. März. Dem Bürger zu Ortenberg im Kreise Nidda und Großh. Hofgerichtsadvokaten dahler Permanm Zöckel eine Tochter Victoria Auguste Elise Caroline Lousst, geb. den 29. Janu r. 25. März. Oem biesigen Bürger und Metzgermeissen Friedrich Karl Söllner ein Sohn Karl Friedrich Emil, geb. den 11. März. Beerdigte: 19. März. Caroline Sophie Elise Ehrhardt, Tochter des hiefigen Bürgers und Schuhmachers Michael Joseph Ehrhardt, 6 Monate 4 Tage alt, F am 17. März. 20. März. Juliana Louisa Carolina Chriftiana Hof⸗ mann, Tochter des verst. hiesigen Bürgers und Metzger⸗ meisters Caspar Hofmann, 56 Jahre alt, 1 am 17. März, 21. März. Eltsabetha Katharina Windecker, ged. Schäfer, Wittwe des verst. hiesigen Bürgers und Küfer⸗ meisters Philipp Windecker, 90 Jahre 1 Monat 19 Tage alt, T am 19. März. 21. März. Fannt Amalie Wilhelmine Müller, Tochter des Bürgers zu Wackernheim im Kreise Bingen und Postconducteurs dahier Andreas Müller, 23 Jahre, 7 Monate und 20 Tage alt, T am 18. März. 21. März. Carl Emil Auguft Ströher, Sohn des Bürgers zu Malchen im Kreise Bensheim und Hautbotsten im l. Großh. Jäger- Batalllon Johannes Ströher, 4 Monate 21 Tage alt, 1 am 19. Marz. 24. März. Martha Elise Fromm, Tochter des Carl Fromm aus Großenbartloff im koͤnigl. preuß. Reg.- Bel. Ersur!, 21 Jahre 6 Monate 10 Tage alt, am 21. März. 25. März. Juliane Söllner, geb. Bechtold, Ehefrau Friedrich Carl Söllner, 34 Jabre alt, f am 24. März. 5 Verantw. Redact.: Hermann Schimpff. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpff. * l