85 nen Mabigtt. r eier* en ee Arth dere u dtm det Nrnitxg Denen am unge beßbeg ziger, ardgtr ent Jötsie N lochsen lochen. 10 bestfenzt ein en Noth t velte ite Oß tn er giricher Ade 2* 225 Deren et „ ln den ram regel K 10 itt San tatisin 1 estes ces a Lusali-,; l 5 — b g ern Danes, 8 billiger 1 4 Kut, uu u nig u ur dem Kaiser bereits festgestellt. Dienstag den 28. Februar. * 25 berhessischer Anzeiger. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Itiedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samslag. Offizielle Kriegs nachrichten. An die Kaiserin-Königin in Serlin. Versgilles, 26. Februar. Mit tiefbewegtem Herzen, mit Dankbarkeit gegen Gottes Gnade zeige ich Dir au, daß socben die Friedenspräliminarien unterzeichnet sind. Nun ist noch die Ein⸗ willigung der Nationalversammlung in Bordeaux abzuwarten. Die Friedeus⸗Präliminarien enthalten: Die Abtretung von Elsaß außer Belf Lothringen, Wilhelm. ort, von Deutsch⸗ einschließlich Metz; eine Contribution von 5 Milliarden Fraucs wird in 3 Jahren gezahlt, und so lange bleiben Theile Frankreichs außerhalb der ucuen Gränzen besetzt. . Kriegs nachrichten. Aus Versailles wird dem„Fr. J.“ vom 21. d gemeldet: Gestern sind 10 schwer beladene Wagen voll Geld, die Pariser Contridu- ion, bereits von Versailles nach Deutschland (via Lagny) abgegangen. Während Allee Frie- den athmet, setzt ein großer Theil der französischen Presse die Angriffe auf Deuischland fort. Man will immer noch Krieg à outrance in diesen Blättern.„Zwölfbundert Kisten mit Gewehren, Munition und Artilleriematerial sind aus New— Jork in Bordeaux angtlangt“, meldet der„Ami de la France“ triumphirend seinen Lesern.„Unsere Fabriken im Süden stellen wöchentlich das Mate— rial einer Batterie her, die Kriegswerkstätten am Ocean gießen Kanonen und bauen Laffetten. Wir ziehen die Trümmer unserer Herre bei Bourges zusammen; die Deutschen ibrerseits concentriren ühre Armeen bei Tours.“ Die Schlächterei kann also im Sinne dieser Herren gleich wieder losgehen. Versailles, 22. Febr. Bei dem Besuch, den Thiers dem Kaiser Wilbelm abstartete, war auch General Chanzy gegenwärtig. Der Einzug ird wahrscheinlich am nächsten Sonntag, ganz Lill, ohne jede feierliche oder formelle Triumph⸗ kremonie vor sich gehen. Die Armee wird nicht ange in Paris bleiben. Die Orsinibomben, die von der Pariser Polizei in Beschlag genommen vurden, sind hierher gesandt worden. Versailles. Graf Henkel v. Donnersmark ind der Geh. Commerzienrath Bleichröder sind ier eingetroffen, um an den Verhandlungen über die Kriege kosten-Entschädigung Theil zu nehmen. Versailles. Der„Moniteur“ veröffentlicht inen Artikel der„Spener'schen Zeitung“, der die Forderung von zwei Milliarden Thaler Kriegs- intschädigung rechtfertigt. Frankreich werde sich sehr bald erholen— heißt es darin— wenn es beine militärischen Rüstungen einschränken und das Eriegsspiel aufgeben wolle. Versailles. Eine Privatdepesche der„Ber— ner Börsen-Zeitung“ vom 24. Febr. meldet: Die Grundzüge der Friedenspräliminatien baren vor dem Empfange des Hrn. Thiers bei Nach den bis- berigen Die positionen wird der Einzug und Lufenthalt der Truppen in Paris drei Tage, 26 „e 28. Februar oder 27. Februar bis 1. März, „ Anspruch nehmen. Als dann reist der Kaiser nach Deutschland ab, um zunächst der Einladung der sür deulschen Reichs fürsten zu folgen. Er trifft wahrscheinlich Sonntag, 5. März, in Berlin ein. Von Paris, 17. Febr., wird der„N. fr. Pr.“ geschrieben:„Der Waffenstillstand ist von deutscher Seite in einer Weise benützt worden, tehe ein größerer Krieg denn je zuvor in cht, und bis zum 19. wird die Completirung aller Heeresbestandtheile beendigt sein. Nicht minder hat auf den Forts rings um Paris eine wahre Ameisenthätigkeit geherrscht. Wer jetzt beispielsweise Fort Romainville besucht, staunt über die in so kurzer Zeit bewerkstelligte Front— veränderung des ganzen Werkes. Belleville würde im Verlauf eines Tages völlig zusammengeschossen werden können. Zum Glücke wird uns eine solche Verwüstungsauf gabe erspart werden.“ Aus Belfort berichtet der„Jura“: An Samstag war großes Defiliren von etwa 6000 Mann vor dem Generel Tresckow, der auf dem Platze vor dem Starthause, von einem glänzen— den Stab umgeben, sich aufgestellt hatte. Die Musik spielte und die Regimenter sangen die „Wacht am Rhein“. Am Sonntag früh 11 Uhr ist das Pulvermagazin bei der Reitschule in die Luft geflogen; ein Mobilgardist wurde getödtet, mehrere verwundet. In der Sladt sind die Häuser des Maires Meny und des Hru. Nizole am meisten zerstört; die Spitäler und Ambulanzen haben ebenfalls gelitten.“ Vom Oberrhein schreibt man dem„Schw. Merk.“:„Dem Vernehmen nach sind die Grund— züge der deutschen Justizorganisation für das Reichsland Elsaß⸗Lolhringen festgestelt. Es sell die Errichtung von 6 Collegialgerichten, zu Straßburg, Colmar, Mülbausen, Zabern, Metz und Saargemünd, beabsichtigt sein.— Für die zu gründende Universität Straßburg interessiren sich schon weile Kreisez es ist zu hoffen, daß eine Hochschule ersten Ranges geschaffen werden kann. Die Mittel bietet das wohlhabende Reichsland in vollem Umfange; für die Wiederbelebung deutschen Wesens in dem Elsaß ist das Geliagen des Planes von höchster Bedeutung.“ Deutschland. § Friedberg, 28. Febr. Die geslrige Debatte der 2. Kammer der Landstände würde in anderen Zeiten mit Recht die Aufmerksamkeit der Bewohner Friedberge und der Um⸗ gegend auf sich gezogen haben. Da jedoch im Augenblick Aller Augen sehnsüchtig nach Versailles gerichtet sind, von wo uns der langersehnte Friede werden soll, so beschränken wir uns vorläufig auf die Mütheilung, daß in der Sitzung vom 25. Februdt die oberhessischen Eisenbahnprojekte zur Berathung stenden(Anträge der Abgg. Curt- man und Genossen, Eingabe des Handelsvereins zu Friedberg, des Eisenbahntomite's zu Schotten). Der Ausschuß hatte die Linie Alsfeld⸗Hersfeld befürwortet, dagegen die Linie Alsfeld(Möcke, Laubach, Ober- Widdersheim, Echzell, Reichels⸗ beim) ⸗Friedberg als ungttignet bezeichnet und Ver werfung des betreffenden Antrags empfohlen. Nachdem jedoch der Kammer durch die Antrag⸗ steller Curtman, Kolb, Wadsack und Zimmer in scharfer Darlegung nachgewiesen worden war, daß der Antrag des Ausschusses auf völlig irrigen Motiven beruhe, und nachdem sich der Regierungs-Commissär, Geheimerath von Bechtold, für die Sache ausgesprochen hatte, wurde der Antrag des Ausschusses zurückgezogen und der An- trag des Abg. Curtman das Projekt der Regierung dringend zu empfehlen, nahezu einstim⸗ mig angenommen. Bezüglich einer weiteren Bahn nach Schotten konnte nur eine Empfehlung dahin zur Annahme gelangen, die Regierung wolle dieselbe zur geeigneten Zeit in Erwägung ziehen. Mainz. Am 23. Februar wurden hier 79 Kriegsgefangene entlassen. Berlin. Der„Staatsanzeiger“ veröffent- licht die Verordnung über die Geltung des Ge⸗ setzes, betreffend die Verpflichtung zum Krlegs diensle, vom 9. November 1867 in Würtemberg, Baden und Hessen südlich des Maines. Hannover. General v. Bose ist mit seinem Sehne wieder nach dem Kriegsschauplatze zurückgekehrt, um das Commando des 11. Armee⸗ Corps wieder zu übernehmen. Kassel. Auch die„Hess. Morgenztg.“ mel⸗ det:„Auf Wilbelmshöbe trifft man Vorbereitungen zur Abreise. Kommt der Friede zu Stande, so wird L. Napoleon das ihm angewiesene Schloß alsbald verlassen.“ Bremen. Die hier untergebrachten franzö⸗ sischen Geißeln sind auf telegraphischen Befehl aus Versailles am 24. d. M. sämmtlich in Frei⸗ geit gesetzt worden. München. Die bayerische Feldarmee hat in diesem Feldzuge bisher an todten und verwundeten Offizieren einen Gesammtverlust von 720 Offizieren gehabt; von diesen sind auf dem Schlachtfelde todt geblieben 159, an den Wunden später gestorben 102. Von den übrigen Verwandeten ist ein Theil schon wieder in Activität, ein Theil in sicherer Wiedergenesung begriffen, wenn auch natürlich von letzteren nicht alle mehr diensttauglich werden; sterben werden voraussichtlich nur noch wenige derselben an ihren Wunden. Die meisten Verluste hatten die In- fanterie- Regimenter und Jäger- Bataillone; es blieben von diesen 148 Offiziere todt auf dem Schlachtfelde und wurden 519 verwundet. Stuttgart. Der„Staatsanzeiger“ vom 24. d. meldet, daß der König nach Versailles abgereist, um das Hauptquartier des deutschen Kaisers und die württembergischen Truppen zu besuchen. Karlsruhe. Dem Vernehmen nach beab— sichtigt der Großherzog, unmkttelbar nach dem Pariser Einzuge und der Unterzeichnung der Friedenspräliminarien hierher zurückkehren. Der Kaiser stattet auf der Rückreise nach Berlin dem Badischen Hofe einen Besuch ab. Der König von Bayern wird zur Begrüßung des Kaisers alsdann bier erwartet. Oesterreich. Wien. Die amtliche„Wiener Zeitung“ meldet: Der Kaiser hat den Gesandten des Norddeutschen Bundes, v. Schweinitz, am 21. d. in besonderer Audienz empfangen und aus dessen Handen ein Schreiben des Königs von Preußen entgegengenommen, in welchem dieser für sich und seine Nachfolger die Annahme der ihm von den Fürsten und den freien Städten übertragenen Kaiserwürde des deutschen Reiches bekannt gibt. — Das Herrenhaus ist nach kurzer Debatte dem Beschlusse des Abgeordnetenhauses beigetreten, wonach das Ministerium nur einen Monat die Steuern forterheben darf. Frankreich. Paris. Reuters Telegramm meldet: Die Nachricht, die in Bezug auf General Ducrot veröffentlicht worden ist, war unrichtig. Dem Vernehmen nach hat in Deutschland eine Untersuchung stattgesunden, welche ihn von dem ibm zur Last gelegten Vergeben vollständig frei— spricht und die Wahrbeit seiner Angaben durchaus bestätigt. Ter General ist nach Bordeaux gegangen, um seinen Sitz in der Versammlung einzunehmen. — Der„Frangais“ meldet:„Thiers ist tief bekümmert über die Forderungen Biemarck's.“— Das„Pays“ sagt:„Unterwerfen wir uns, ohne zu verzweifeln, dem Verhängnisse des Augenblicks. Die Schande liegt nur in dem Provisorium Fraukreichs.“— Alle Journale sehen den Einzug der Deutschen in Paris als ausgemacht an. — Laut Nachrichten aus Versailles wird ein Theil der preußischen Truppen auf dem Rückmarsche nach Deutschland durch Paris Durchzug halten. Dem Vernehmen nach bekämpft Thiers fortwährend lebhaft diesen Plan, indem er die großen Ge— fahren geltend macht, welche daraus entspringen könnten, sowie die schwere Verantwortung, welche die preußischen Behördes treffe, wenn sie auf diesem so bedenklichen Vorhaben, trotz aller Warnungen, bestehen wollten. Der„Frangais“ berichtet, daß am Montoge im Quartier Latin ein rother Maueranschlag zum letzten Kampfe eingeladen habe, sofern die Preußen in Paris einzögen; auch seien neue Orsinische Bomben entdeckt worden. — Dem„Rappel“ zufolge dürften Thiers und die Commissionsmitglieder am 25. d. nach Bordeaux abreisen. Sonntag würden die Prä— liminarien der Nationalversammlung vorgelegt werden. Man hofft, daß dieselbe ihre Zustimmung im Laufe der Sitzung sofert ertheilen werde, so daß eine neuerliche Berläugerung des Waffenstill⸗ standes nicht nöthig sein würde. Im Allgemeinen betrachtet man das Zustandekommen des Friedens als vollkommen gesichert. Bordeaux, 25. Febr., 12 Uhr 15 Min. Die Ruhe ist durchaus ungestört, trotzdem über die Friedensbedingungen(Abtretung von Elsaß und Lothringen und bie Zahlung von zwei Milliarden) von den Journalen, mit Ausnahme des„Moniteur“ und der„Liberté“ in nachstehender Form Meldung geschah:„Morgen wird in aller Stille die Nationalversammlung den Friedens- vertrag ratificiren. Es handelt sich dabei nicht um einen Frieden, in den man willigt, sondern um einen Frieden, dem man sich unterwirft, über den Frankreich bei Gefahr neuer Katastrophen und eines ebenso sicheren als schmählichen Todes sich nicht trösten darf, um einen Frieden, für den Rache zu nehmen es sich vorbereiten muß.“ — 25. Febr. Die„France“ versichert, daß die Präliminarfen heute unterzeichnet werden. Sie enthalten die Abtretung von Elsaß und eines kleinen Theiles von Lothringen, die Schleifung von Metz und die Zahlung von 2½ͤ Milliarden Thaler. Der Waffenstillstand ist bis zum 1. März verlängert worden. Thiers und Favre werden morgen ankommen. Eine Sitzung wird unmittelbar oder für Montag an— beraumt werden. 24 Stunden werden zu den Berathungen über die Ratification des Friedens- vertrags hinreichen. Wahrscheinlich wird die Majorität für die Annahme sein. — Die Städte des Südens unterzeichnen Petitionen an die Nationalversammlung um dauernde Verlegung ihres Sitzes außerhalb Paris. Bordeaux. Der„Moniteur“ bestätigt die Nachricht, daß der Papst die französische Regierung anerkannt hat.— Thiers hat Dufaure zum Prä⸗ sidenten des Ministerconseils ernannt. — Menotti und Ricciotti Garibaldi, sowie die meisten Garibaldinischen Offiziere haben ihre Demissiou eingereicht. Die Erzennung von Pen— hot zum Chef der Vogesenarmee wirs bestätigt. — Das„Journal de Magon“ schreibt, daß der Commandant der Vogesenarmee Penhost die Auflösung der Garibaldianer und die Entlassung der Freicorps angeordnet hat. — Die„Libecté“ meldet: Der Papst hat die neue Regierung in einer auf telegraphischem Wege eingelaufenen Erklärung anerkannt. — Nach einem schon vom 19. d. datirten Telegramm aus Bordeaux wäre das Programm Thiers folgendes:„Unverzüglich Frieden zu schließen, Frankreich von der deutschen Armee zu säubern, die französische Armee zurückzubringen, die Landpolizei zu reorganisiren, um die Marau— deure zu unterdrücken, die selbst in den von den Deutschen octupirten Departements fast eben so viel Schaden anrichten als der Feind, und den Weg für eine schleunige Wiedereinsetzung der Dynastie Orleans, wie die Wiederherstellurg der Chartre von 1830 als Grundsatz des Landes, zu bahnen. Letztere beiden Projekte sollen durch die Sanction eines Plebiscits bestätigt werden. Herr Thiers begünstigte stets die Unterhaltung eines starken stehenden Heeres. Da Frankreich die Un- kosten einer radicalen Reorganisation seiner regu— lären Streitkräfte gegenwärtig nicht bestreiten kann, wird die kaiserliche Armee, wenn zurück— gebracht, nicht aufgelöst und reorganisirt, sondern unter das Commando des Generals Cbangarnier, der wie man glaubt, den Plänen des Herrn Thiers ergeben ist, gestellt werden. Es greist der Glaube um sich, daß die deutschen Bedingungen, wie dieselben auch sein mögen, ohne vieles Murren angenommen werden dürften.“ — Dem„Journal de Bordeaux“ zufolge wird Marschall Bazaine nach der Unterzeichnung des Friedens in Bordeaux erwartet, um Rechen— schaft abzulegen. — Der Minister des Innern hat den Prä— fecten mitgetheilt, daß die Verhandlungen mit Preußen eifrig fortgesetzt würden; es sei jedoch bis jetzt keine Mittheilung über den Character dieser Verhandlungen aus Paris der Regierung in Bordeaux zugegangen.— Die Regierung ist nunmehr von allen Mächten, ausgenommen von Griechenland, anerkannt worden; die Anerkennung von Seiten Griechenlands wird in Kurzem erwartet. Großbritannien London. Eine Depesche der„Daily News“ aus Paris vom 23. d. meldet: Thiers und Collegen reisen heute nach Bordeaux ab und bringen morgen im Parlament das Re- sultat der Friedensverhandlungen zur Berathung. Sie kehren am Sonnabend nach Paris zurück. * WN — Die Königin empfing den Botschafter des g norddeulschen Bundes, Grafen Bernstorff, in be⸗ sonderer Audienz und nahm aus dessen Händen ein neues Beglaubigungsschreiben als Botschafter des deutschen Kaisers entgegen. Die Königin empfing ferner den französischen Botschafter, Herzog v. Broglie. — Ein Pariser Telegramm der„Daily News“ vom 24. Febr. meldet:„Die Deutschen beabsichtigen außer dem Einmarsch in Paris auch die Besetzung der Champs Elhysées.“ Louis Blanc will demnächst in der Nationalversammlung den An- trag stellen, Napoleon in Anklagezustand zu ver— setzen. Victor Hugo, Rochefort und 150 Deputirte der Linken unterstützen diesen Antrag. — Der„Standard“ berichtet telegraphisch aus Versailles vom 23. Febr.:„Der Friedens- tractat ist in Thiers Händen. Derselbe verlangte nur die Hauptbedingungen kennen zu lernen. Die untergeordneteren Fragen werden morgen arrangirt. Die Hauptpunkte sind: Frankreich zahlt eine Entschädigung von 320 Millionen Pfund Sterling; es tritt Elsaß und Deutsch— Lothringen einschließlich Metz an Deutschland ab. Ueber letzteren Punkt erhob sich eine starke Contro— verse zwischen Bismarck und Thiers. Die Grenz- linie schließt die Stadt Nancy ein. Das Weitere darüber wird morgen verhandelt. Alles Kriegs- material verbleibt bei den Deutschen; der Einzug in Paris unterbleibt trotz des Kaisers Andringen. Bismarck setzte dies durch. Der Kaiser reist Montag ab. Das Friedensinstrument soll nur die Unterschriften von Thitrs und Bismarck tragen.“ — Die„Tinies“ sind der Ansicht, daß Thiers die Ab'retung von Elsaß und Lothringen, ein- schließlich Belfort und Metz., sowie eine Kriegs- enischädigung von 320 Millionen Pfund bewilligen muß. Das Blatt befürchtet allerdings, daß die Nationalversammlung diese Bedingungen nicht ratificiren wird. Spanien. Madrid. Nach einem Tele- gramm der„Berliner Börsen Zeitung“ soll die neulich gemeldete Verhaftung des Minister- Prä⸗ sidenten Marschall Serrano wegen des Ver— dachts, daß derselbe an der Ermordung Prim's betheiligt gewesen, erfolgt sein. An die Wähler! Der nahe bevorstehende Tag, welcher alle deutschen Wähler zusammenfuhren wird, um die von unseren Heeren auf den Gefilden Frankreichs blutig erkämpfte Einigung der deutschen Stämme und Wiederbegründung des deutschen Kaiserreichs durch die Wahlen zum ersten deutschen Reichstage zu besiegeln, erscheint vorzugsweise geeignet, der Fürsorge für Die⸗ jenigen zu gedenken, weiche in jenem Kampfe Gesundheit und Leben eingesetzt haben und noch jetzt an Wunden oder Krankheit darniederliegen. Auf Anregung des deutschen Centralcomités sollen deßhalb am Wahltage(3. Maͤrz d. J.) in allen Wahllokalen des deutschen Reichs, und insbesondere— mit Genehmigung der höchsten Staatsbehörde— auch im Großherzogthum Hessen, Sammelbüchsen mit der Aufschrift: Dann der Wähler an die deut- schen Krieger aufgestellt und der Ertrag fuͤr die pflege der Verwundeten und Kranken verwendet werden. Wir brauchen wohl klein Wort weiter hin. zuzufügen. Wo wir zum erstenwal im neuen deutschen Reich unsere politische Pflicht als Waäbler üben, wollen wir auch unsere Pflicht tes Dankes erfüllen, jeder nach Vermögen, aber alle freudig und in dem Bewußtsein, daß Alles, was wir auch thun, hinter dem zurück⸗ bleibt, was unsere kämpfenden Brüder dem Vaterland dargebracht haben. Darmstadt, 15. Februar 1871. Der Vorstand des Huͤlfsvereins im Großher⸗ zogthum Hessen für die Krankenpflege und Unterstutzung der Soldaten im Felde. Der Vorsitzende: Der Schriftführer: A. Weber. A. Buchner. — eee eee? e ad * — . S 5 1 1 5 5 —— f 10 * 8 ens es use, 1 rern b 2 N Mobiliar- Meer 365 Mittwoch den 1. Marz d. J., Vormittags 9 Ubr anfangend, sollen in der vormals Georg Krieger's Dofraltde dabler die zum Nachlasse der Georg Krieget's Witwe gebörenden Mobilien, bestebend in Gold. Silber, Kupfer, Zinn, Bettung, Kleidern, Weiß jeug, Sophas, Kommoden, Tischen, Stüdlen, Schränken, Wand und Standuhren, Spiegeln, Glas, Porzellan, Haus- und Küchengerätben, auf freiwilligen Antrag der Erben öffentlich meistdietend gegen Baarzahlung ver— fleigert werden. Friedberg den 16. Februar 1871. In Auftrag: Großhberzogliches Ortagericht Friedberg. tNouc ar. 0 5 0 Polizeiliche Bekanntmachung. 454 Es wird bierdurch zur öffentlichen Lenntniß ge— bracht, daß, in Folge böberen Auftrage und um Unglücke. sällen oder sonsiigen Unannebmlichleiten vorzubeugen, das Schießen in der Stadt während der bevorstebenden Friedensfeierlichkeiten det Strafe untersagt ift, zumal dei der voraus sichtlich großen Bewegung der Einwobner biesiger Stadt und derjenigen ans den Nachbargemeinden in den Straßen dabter das Schletzen mit Feuerwaffen als gänzlich unzulassig erachtet werden muß. In gleicher Weise ersuchen wir Eltern und Vor— münder dafür zu sorgen, daß sich ibre schulpflichtigen Kinder und Curanden nicht ohne Aufficht und Beglei— tung erwachsener Personen in den Straßen bewegen. zriedderg den 25. Februar 1871. Großberzogliche Burgermeißerei Friedberg. e Tou ar. 2 Holz ⸗Versteigerung. 445 Dlenstag den 7. März d. J. sollen im Rockenberger Markwalde folgende, dem Groß berzog— lichen Forsifiskus gehörende Holzsortimente öffentlich versteigert werden: 330' Stecken Buchen-Schettholn, 55 ¼6„„ Pcdgelbolz 5506 ¼ Buchen⸗Wellen. Zu ammenkunft präcis Morgens um 10 Ubr an Ort urd Stelle in der Aue.“ SErusdurg den 25. Februar 1871. Großherzoglicht Oberförsterei Münzenberg. Stumpf. Holz-Versteigerung. 451 Kürfeigen Dienstag den 7. März, Morgens 10 Uhr, soll im Rockenberger Warkwalde, deim ꝓflanzgarten zusammenkommend, für das Fürstliche Paus Lich fol⸗ gendes Breanbolz dersteigert werden: 62% Stecken Buchen-Scheitholz, 10%„„ Puügeiboiz, 1043% We len„ Ressdolz. Lich am 28. Februar 1871. Der Fürstliche Oberförster Eigenbrodt. Holz ⸗Versteigerung. 448 Dienstag den 7. und Mitwoch den 8. März, jedesmal Morgens 8 Uhr anfangend, sollen im Pungener Gemeindewald folgende Holzsortimente versteigert werden: Dilenstag den 7. März im District Galgenwald, Wallhau und Pubbach 2000 Stück Fichtenstangen von 2—5“ Durchmesser, 20-507 Länge, 2665 Cut kus. 84 Eichen⸗Bau- urd Werkbolzstämme von 9—24“ Durchmesser, 20-50“ Länge, 6000 Cubiksuß, darunter 18 Stämme gon 130— 203 Cubikfuß. 310 Kiefern⸗ und Fichten Stämme von 5½ 13“ Ourchmesser, 30— 75“ Länge, 7837 Cubt suß. Der Ansang in an der Staatestraße von Hungen nach Grünberg. Miitwoch den 8. März im District Eichenßüben. 319 Eicher⸗Bau- und Werkholz- Stämme von 5½ bie 12“ Durchm., 15-40 Länge, 5901 Cbf. 120 Kesern⸗Baubelz⸗Stämme von 6-13“ Durch⸗ messer, 30— 607 Länge, 1644 Cubikfuß. Der Anfang if ham Längder Kußpfabd. Pungen den 25. Februar 1871. Großberzogliche Vürgermeisteret Hungen. .: Bender VI., Beigeordneter. Aecker⸗Versteigerung. 453 Samstag den 4. März, Morgens 11 ubr, will grau Susanna Becker von Darmstart die fol— zenden Grundftude in Fanerbacher Gemarkung verkaufen oder verpachten lassen: 2190 203 Rüthen Acker unterm Städter Weg. 133 228,„ am Pollerdusch. 2 3055 I 1 763% 5„ auf der Mittelhohl. 5,203 267 5„ am Elerträger Weg. 6.78 74 7„ an der Meinstraß. 5.190 77½*„ an der Wüsung. 7.375 176¼ 1„ an der Mühthald. 8.16 39154„ Wiese im Mühlfeld. 9,223 228„ Acker obig dem Schrammen. Fauer ba c b. Fr. den 27. Februar 1671. Großherzogliches Orte gericht Fauerbach b. Fr. del tc. 438 407 Brenn-, Bau-, Werk- und Uutzholz-Versteigerung in den Domanialwaldungen der Oberförsterei id dea. 439 Freltag den 3. März d. J. sollen in dem nabe bei Michelnau gelegenen Distticte Klüngelwald verstetgert werden: 37 Stecken Buchen-Scheitholz. 146„„ Prügelbolh, 242 5 Elchen⸗ 7 13 85 Aspen⸗ 3 18 5 Buchen⸗Stockholz, 18 9 Eichen⸗* 217 5 Buchen-Reisholz 116 8 Eichen⸗ 74 Eichen Stämme zu geringem Bau- und Werk- holz für Wagner ꝛc. geeignet, 6 Eichen- und 6 Buchenstangen. Die Zusammenkunfteist Morgens 9 Uhr im Dolzschlage. Nidda am 23. Februat 1871. Großherzogliche Oberförsteret Nidda. Ro br. Holz ⸗Versteigerung. 441 1) Montag den 6. März d. J. werden von Morgens 9 Ühr an im Domantalwald Bur gwald, Schlag III 2 Stecken Eichen Scheitholz, 4 0 5 Birken Prügelholz, 85/1„ Nadelholz 7 24% 5 Eichen Stochholz, 1 3 Nade bolz⸗Stockholz, 775 Stück Buchen⸗Wellen, 10000„ Eichen- und Birken- Wellen, 5175„ Nadelbolz⸗Wellen, 20 Läste Allexleibolz, 147 Eichen Stämme von 7—23“ Durchmessen und 10-35 Länge, im Ganzen 3359 Cbf. baltend, 1 Nadeldolz⸗Stangen von 3“ Durchmesser und 16“ Länge, im Ganzen 4 Ebf. baltend 2) Dienstag den 7. März d. J., von Morgens 10 Uhr an, im Domanialwalddiffrict Frauenwald, Schlag XI., XIII. und XX. 10140 Stuck Eichen- und Birken ⸗Wellen 200„ Aepen Wellen, 17 Eichen Stämme von 7½—11½“ Drurchmesser und 15— 30“ Länge, im Ganzen 279 Cudik— fuß haltend, versteigert. Ober Rosbach den 25. Februar 1871. Groß berzogliche Odetförsteret Ober Rosbach Stra c. Prämiirter Kauf von Thier köpfen Thonoplastischen Fabrik von II. Seeger& Krüger, Neuwedell. 36 Es sollen 13,090 Thonoplastische Thierköpfe, tdells vom Reh, bells vom Fuchs CGretvliertel der Lebenggröße) pro Stück für einen Thaler(der gewöhnliche Ladenpreis 1 Ther. 10 Sgr.) zahlbar dei der Empfangnabme des Kopfes, verkauft werden. Wenn 1500 Nummern verkauft find, werden 502 Prämten vertbeilt und zwar: 1) Em neues, massives, in Neuwedell am Markte gelegenes zweistöckigee Wohnhaus nebst Garten und Wiese, bppotbekenfrel, 7 gener Front. 2) Ein Piantno von Polpsander. 3) günkzig Stück Schießgewebte. 4) Neun Stück Oelgemälde in Goldrahmen. 5) Zwei Nähmaschinen. 6) 439 thonoplastische Kunsigegenflände aus der Fabrik selbsiz im Ganzen 502 Prämien. Die Vertheilung der Prämien, über die jedem Kopf eine Specification beigegeben wird, findet zu Berlin furch ein zu diesem Zweck zusammen— geiretenes Comets statt. Der Tag derselben wird mindestens 14 Tage vorher durch dreimalige Anzeigen in Berliner Zeitungen bekannt gemacht, auch durch dteselben tie Resulta ie. Niederlage bei J. A. Windecker in Frledberg. Hächselschncidmaschinen elnfäbhriger Garantte, bei 5 A. Buch ain Hungen. Bis 100 Ceniner Vickwurz, 1 Parlie Grummet, 1 noch guten Wagen zum ein- und zweispännig Fabren(letzterer gegen Bürgschaft big 1. September d. J.) verkauft Ph. Kuhl in Rödgen. Holz- Versteigerung. 449 Die am 24. Nebruar l. J. in dem Freiherrlich von Ritter'schen Walde Hassesheck abgetballene Polz⸗ Verstesgerung ist genehmigt und der erste Fahrtag auf Donnerstag den 2. März d. 3. bessimmt worden. Die Absubrscheine können Dienstags und Donnerstags bei dem Unterzeichneten in Empfang genommen werden. Frledberg den 25. Februar 1871. 93 8 5 Verloosung. 444 Bei der am 24. d. M. in Gegenwart und unter Controle zweier Mitglieder des G meinderaths stattzehabten Friedberger Verloosung, zum Besien der Verpflegung hier durchkommender Solbalen, sind solgende Nummern mit Gewinnsten herausgekommen, welche gegen Vorzeigung der Loose bei den Damen von welchen dteselben bezogen wur⸗ den, abgehelt werden können. 3 13 18 25 33 40 42 63 72 81 83 87 105 110 119 125 154 158 188 197 219 230 236 239 265 284 304 310 319 329 336 339 34( 345 346 361 365 370 377 399 4%, 421 472 474 476 479 518 520 546 568 573 588 603 611 614 619 625 626 629 633 651 677 689 691 693 706 712 729 734 751 789 802 821 859 888 898 922 946 956 959 969 979 984 1002 1009 1023 1042 1066 4071 1081 1088 1007 1113 117 1122 1140 1170 1171 1172 1182 1187 1212 1232 1210 1263 1302 1316 1332 1346 1360 1383 1407 1415 1420 1425 1428 1432 1441 1449 1176 1478 1487 1493 1517 1527 1529 1535 1539 1613 1616 1623 1654 1658 1674 1676 1696 1708 1769 1807 1824 1843 1859 1896 1899 1904 1909 1911 1913 1919 1935 1951 1960 1963 1977 1984 2007 2028 2044 2046 2055 2079 21212127 2161 2163 2173 2183 2201 2205 2221 2224 2237 2245 2259 2291 2208 2301 2304 2309 2344 2356 2358 2364 23388 2374 2388 2389 2395 2362 2486 2503 2509 2510 2511 2518 2525 2529 2553 2557 2559 2567 2583 2606 2608 2630 2647 2668 2696 2698 2699 2705 2724 2739 2758 2763 2787 2798 2815 2822 2865 2881 2883 2597 2900 2905 2912 2917 2919 2922 2927 2928 2931 2968 2970 2972 2980 3034 3046 3063 3006 3079 3 80 3081 3082 3088 3091 3092 3109 31 3128 3133 3136 3138 3139 3140 3164 3186 3257 32358 3264 3269 3273 3276 3308 3319 3323 3330 3334 3360 3361 3365 33713423 3432 3447 3491 3499 3513 3525 3530 3541 3556 3568 3569 3570 3579 3584 3587 368 3650 3652 3664 3708 3726 3729 3749 3750 3766 3768 3773 3809 3810 3830 3822 3834 3837 3844 3846 3876 3891 3903 3918 3929 3932 3969 3979 3983 3934 4015 4029 4035 4036 4047 4053 4073 4084 4091 4138 4146 4158 4160 4167 4173 4179 4180 4183 1194 4107 499 4217 4228 4254 4262 4281 4309 4317 4321 4354 4396 4397 442 4413 4431 4433 4461 4463 4408 4473 4496 453 4515 4521 4557 4019 4621 4630 4039 4647 4650 4667 4671 4675 4698 4704 4706 4727 4734 4775 4797 4815 433 4845 4849 4852 4863 4891 4900 4916 4922 4923 4931 4935 4942 4956 4975 4979 4983 4985 4991 4993. Mobiliar-Versteigerung. 443 Wiitwoch den 8 Marz l. J. Vormittags 9 Uhr anfangend, läßt die Usterzeichnete etbvertdeilungsbalber in ihrer Bebausung folgende Gegenstände öffentlich meist— bietend versteigern, als: 1 vierjädriace Pferd. 1 trächtige Fabrkub 2 Schale und 1 Lamm, 2 Schwe'ne(Läufer) 1 einspännigen Wagen mit Zubehör, 1 Spitzpflug, 1 Egae, 1 Häcksel⸗ bank. 1 Fruchtfegemüble, 1 Ocwurzmüh ee, 1 Aepfel⸗ müble, 1 große Kelter, verschiedepe große und kleine Jässer, 1 Partie Ketten, Pferde- und Kuh⸗ geschirte, gut gehaltenen Flügel und noch sonstige Daus und Oeconomte- Geräthschaften. Reinhard Stier Wittwe in Reichelsheim * 1 2 2— in Lehrl ht Ein Lehrling gesuch 379 unter sebr günsligen Bedingungen für ein dest— renommirtes christt. Geschäft(en gros& en detail) in Frankfurt a. M. Franco⸗Offerten erbittet man sub Chistre R. 893 an die Annencen-Expedition von Rudolf Mosse in Frankfurt a. M. Uuhter Steinkohle 8 dee eee Tapetenhandlung. 272 Vollfländig assortirtes Lager von Tapeten Ju den dilligsten Preisen empfiehlt C. Horn. Bale Naubeim. A 1 1 Verstei gerung. 413 Donnerstag den 2. Marz, Vormittags 10 Ubr, laßt der Unterzeichnete in seinem Hauße verstelgern; 1 Wagen, 1 Partie Watzen- und Roggenßrob, Den, 2 Wagen Dickwurz, mehrere Pfund ausgedroschenen Flache, 1 Muttersckwein mite 8 Feikeln. 432 Hch. Hahn II. in Bönstadt. n —— e eee eee ä— — ee rrrrTeTeTTTTT 30 Zum Anzünden von Freudenfeuern auf bochgelegenen Punkten erlaubt man sich die Bewohner der umliegenden Orte für die bevorstebende Friedensfeier aufzufordern. Zur Reichstagswahl. 8 9e 2 Anfrage aus dem 2. oberhessischen Wahlbezirk. 453 Wie will es Herr Hofgerichts-Advocat Freiherr v. Wedekind rechtfertigen, daß er dermalen im Interesse seiner Candidatur zum Reichstagsabgeordueten in unsrem Wahl- bezirk von Ort zu Ort pilgert und Wahlversammlungen beiwohnt, wahrend die zweite Kammer der Landstände, welcher er als Vertreter der Stadt Friedberg angehört, in der vergangenen und in der laufenden Woche Sitzungen über wichtige Angelegenheiten abgehalten hat resp. abhält e .„Welche Enutschuldigung will er insbesondere dafür vordringen, daß er in der Sitzung „vom Samstag den 25. d. Mis., in welcher ein auch von ihm unterzeichneter „Antrag auf Erbauung einer Eisenbahn von Alsfeld nach Friedberg „zur Berathung und Beschlußfassung kam, gänzlich gefehlt und statt dessen in Darmstadt „und Söoͤdel Reden gehalten hat?“ Bei diesem Antrag handelte es sich neben Erbauung der Bahn überhaupt insbesondere auch um den Ausspruch des speziellen Wunsches der Kammer, daß die zukünftige Bahn gerade in Friedberg einmünden möge. Die Annahme des Antrags war in keiner Weise außer Zweifel gestellt und konnte es auf die eine Stimme des Herrn von Wedekind ankommen, ganz abgesehen, daß es seine Schuldigkeit als Antragsteller gewesen wäre, den Gegenstand auch bei der Berathung zu unterstützen. Hat Herr von Wedekind hier das Interesse der Stadt Friedberg, deren Vertreter er im Landtage ist, und der Wetterau gewahrt e Merkwürdig verhält sich diese Thatsache zu einer kürzlich im Wetterauer Boten erschienenen Notiz, worin ein Vogelsberger seine Befriedigung über die Candidatur des Herrn v. Wedekind im Hinblick auf dessen Thätigkeit in der Alsseld- Friedberger Bahnangelegenheit ausspricht e Der Mann scheint durch die Unterschrift des erwähnten Antrags durch Frhrn. von Wedekind bereits befriedigt zu sein! Haben wir hiernach Garantien dafür, daß Herr von Wedekind nicht auch im Reichstag bei Gegenständen, welche unsern Wahlbezirk nahe berühren, z. B. bei der Branntweinbesteuerung, welche wieder zur Berathung gebracht werden wird, fehlen würde. Kann nicht fast angenommen werden, er würde auch dort wichtige Sitzungen J. 3. versäumen, um vielleicht die Erneuerung seines im nächsten Jahre ablaufenden Mandats als Landtagsabgeordneter hier zu betreiben! An die Wähler des zweiten oberhessischen Reichs— tags-Wahlbezirks. 452 Glaubwürdiger Mittheilung zu Folge ist Sonntag am 26. d. M. von den katholischen Geistlichen unseres Wahlbezirks ein Rändschreiben des Herrn Bischof v. Ketteler verlesen worden, in welchem die katholischen Wähler des Wahlkreises aufgefordert werden, Herrn Hofgerichtsrath Buff aus Gießen zum Reichstagsabgeordneten zu wählen, da er sich bereit erklart habe, bestimmte Forderungen, welche die katholische Kirche bei der diesmaligen Wahl an die At geordneten, welche sie unterstützen will, stellt, wenigstens theilweise anzuerkennen und in seiner parlamentarischen Wirksamkeit zu befürworten. Diese Weise der Beeinflussung der Wähler überlassen wir der öffentlichen Beurtheilung. Die übergroße Anzahl der Wazier, welche der protestantischen Kirche angehören, wiewohl sie niemals einer solchen Unterscheidung Bedeutung beigelegt hat, wird sicher durch die Wahl— empfehlung des Herrn Buff durch Herrn Bischof v. Ketteler von selbst ihre Stellung in der Wahlfrage gefunden haben. Die katholischen Wahler des Bezirks aber verweisen wir auf die wahrhaft freisinnigen Worte, die der Candidat der nationalen Partei, Herr Dr G. v. Wedekind, in der Wahlversammlung in Friedberg sprach, wonach er es— im Fall seiner Wahl— als seine Aufgabe betrachtet, allen Religionsgemeinschaften, also auch der katholischen Kirche, volle Selbstständigkeit und Freiheit in Ordnung ihrer Angelegenheit zu gewährleisten. 4 Die vereinigten freisinnigen Wahlcomité's des 2. oberhessischen Wahlbezirks. Stimmzettel 5 446 zur Reichstagswahl mit dem Namen des Herrn Georg v. Wedekind können in Empfang genommen werden in Butzbach bei M. Kuhl, Friedberg bei C. Scriba, Groß⸗Karben bei K. Mai, Vilbel bei W. Kullmann, Altenstadt bei Aug. Geiß, Büdingen bei Pf. Habermann, Nieder⸗Mockstadt bei Aug. Cullmann. 433 10330 Ceutner Eichen⸗Lohrinde der 1871er Ernte, aus den auf dem Taunus und in der Wetterau gelegenen Staats-, Gemeinde- und Privatwaldungen des Großherzoglich Hessischen Forstamts Friedberg, sollen 5 Dienstag den 28. März d. J., Vormittags 11 Uhr, zu Friedberg i, d. Wetterau, im Trapp'schen Gasthofe, öffentlich meistbietend ver— steigert werden. 5 5 Die Eutrindungskosten des meist 20 jährigen Stockaus schlags übernehmen die Wald— eigenthumer. Nabere Auskunft ertheilen die einschlägigen Forstbeamten und Gemeindevorstände; das Forsischatzpersonal ist angewiesen, jeder Zeit auf Anmelden die Lohschläge vorzuzeigen. Mein Lager in allen Sorten Mehl 421 en gros, zu billigen Preisen, empsehle bestens Jacob Stern, n äsch st der Burg. Papier⸗Lampen, 416 zu Illumination, in verschledenen Sorten bei Jos. Hoffmann, Posamentier. 1 Fackeln 455 verkaufen Adam Söllner II. und a Friedrich Söllner. 2 A F„ Leere Oelfässer 6 Asser, 390 zu Pfuhl ꝛc. ꝛc., bet Georg Groß. N Danksagung. 442 Den Perren Kreisarzt Dr. Lorenz, Dr. Schmidt und Director Schäfer, sowte sämmtlichen Pflegern und Pflegerinnen im Reserve- L'zareth zu Friedberg sagen wir für die liebevolle Behandlung, die uns da⸗ selbst zu Theil geworden ift, unsern herzlichsten Dank. Grein, Unterolfizter im 7. Wesiph. Inf. Reg. Nr. 56. Fr. Oberländer, Muck. m 2. Gr. Hess. Inf. Reg. 450 In der Beilage zu Nr. 22 des Oberhess. Anz. ist unser dem Aufruf an die Reichstagswäbler, in welchem die Wahl des Advocaten v. Wedekind in Darmfadt empfoßlen wird, mein Namen genannt. Ich babe den Aufruf nicht unterzeichnet, meine Einwilligung nicht gegeben, daß mein Name beigefügt wird, bin mit dem Inhalt dieses Aufrufs nichl einverstanden und über⸗ lasse die Beurtheilung des Vorfalls dem Publikum. Dorn ⸗Assen heim. Wilh. Jos. Jung, Gemeinderechner. Magensalz, 435 bekannt als Bullrichs Untversal Reinigungssalz gegen Magensäure, Sodbrennen ꝛc. ꝛc. in /, ½, ½ Pfunden empfiehlt J. A. Windecker in Friedberg. 447 Meinen in Dorn⸗Assenheimer Gemarkung gelegenen Acker, Nr. 86 des Steuer⸗Catasters, 225[J Klftr., will ich verkaufen. Kaufliebhaber wollen sich an mich wenden. a Gießen, im Februar 1871. Flach. Krippen, Tröge und Gossensteine 376 aus s. g. Lungsseln(Oolerit) emyfieblt die Zicgelei am Bahnhof zu Bad-Nauheim. Brodpreise vom I. bis 15. März. Nach eigener Angabe der Bäcker. Für Friedberg, Bad Nauheim u. Butzbach: unverändert. Fleisch⸗ ꝛc. Preise vom 1.— 15. März. Nach eigener Angabe der Metzger. a Für Friedberg, Bad Nauheim u. Butzbach: unverändert. Ausnahmspreis für Bad Nauheim: Bei W. Krauch Wittwe Schinken 26 ke., Leber- und Blutwurst 20 ke, Schwartenmagen 24 kr., Cervelatwurst 48 kr., Fleischwurst 24 kr., Bratwurst 24 kr., Schmalz, ausgel. 26 ke., unausgel. 28 kr. Kirchen buchsauszügt. Evangelische Gemeinde. Getaufte: 19. Februar. Dem Corporal im 1. Großherzoglichen Jäger Bataillon Peter Joseph Schembs ein Sohn Karl Friedrich, geb. am 3. Februar. 19. Februar. Dem dabler stationirten Großherzog⸗ lichen Gendarmen zu Fuß und Büger zu Usenborn im Kreis Nidda Jobann Ernst Grauling ein Sohn Karl Friedrich Ernst, geb. den 29. Januar. Beerdigte: 19. Februar. Marie Susanne Weckerling, geb. Salzmann, Ehefrau des hiefigen praklischen Arztes Pr. med. peinrich Wilbelm Weckerling, alt 23 Jahre 4 Tage, T am 16. Februar. 22. Februar. Wilhelmine Hill, Tochter des verst. Großherioglichen Kirchen- und Schulrathfecretärs Johann Karl Hill zu Gießen, alt 55 Jahre, T am 19. Februar. Kirchliche Alzeigen für Friedberg. Evangclische Gemeinde. Mittwoch den 1. März, Abends 5 Uhr, in der Burgzkirche: Bethunde mit Ansprache von Herrn Pfarrer Baur. Verantw. Redact.: Hermann Schimpff. Oruck und Verlag von Bindernagel& Schimpff. (Diers eine Beilage.) 4 1 ——— . 1 1 Vipdecker t Srmarkatg et. Cetastets, Kaaflict haber Flach röge ut 1 Man ——— —— * 0„ dberhestscher Ameiger e Keichstagswahl. An die Wähler des zweiten oberhessischen Wahlbezirks. Inmitten großartiger Ereignisse sind die Bürger des deutschen Reiches zu den Wahlurnen berufen worden, berufen den ersten Gesammtreichstag zu beschicken. Da gilt es so ernsthaft seine Schuldigkeit zu thun, wie sie unsere tapfeten Brüder in Frankreich gethan: es gilt Männer zu wählen, die selbstäudig und unabhängig, mit Verständniß und Mäßigung, gewissenhaft und consequent die Rechte des Volkes vertreten, damit dieselben in der Reichsverfassung genügenden Ausdruck finden. Die alten Partheien find mit dem Erstehen des Reichs zu Grabe gegangen, die früheren Schlagworte haben keinen Inhalt mehr, da es sich jetzt allein darum handelt ein neues Gebäude wohnlich einzurichten. Es hieße eine große Zeit nicht verstehen, wenn die Wähler sich bei Abgabe ihrer Stimmen von verklungenen Parthei— interessen wollten leiten, von kleinlichen Rücksichten wollten beirren lassen; es gilt vielmehr das alles bei Seite zu werfen und einen Mann zu wählen, einen ganzen Mann, erprobt an Treue, fähig die Größe der Zeit zu begreifen, der durch sein bisheriges Thun Bürgschaft bietet, daß er ohne Scheu nach oben wie nach unten lediglich das Wohl des Volkes erstreben wird. Diese Eigenschaften sind in vollstem Maaße in der Person unseres bisherigen Reichstagsabgeordneten Wilhelm Buff zu Gießen vereint, und es kann den echten Patrioten nur erfreuen, daß sich derselbe auf's Neue bereit erklärt hat das Mandat eines Abgeordneten wieder anzunehmen.— Was derselbe insbesondere bezüglich localer Interessen, zumal bei Abschluß des Jurisdictionsvertrags zwischen dem ehemaligen norddeutschen Bunde und dem Großherzogthum Hessen gethan hat, ist noch in frischem Andenken; und ebensowenig bedarf es der Erwähnung, daß unser bisheriger Abgeordneter dem großen Geilage. nationalen Gedanken während seiner zweijährigen Wirksamkeit im Reichstage stets treu geblieben ist. Wir rufen daher den Wählern des zweiten oberhessischen Wahlbezirks aus innigster Ueberzeugung zu: Wählet so zahlreich wie möglich den seitherigen erprobten Abgeordneten: Wi l 0 E l In B 1 ff„ Hofgerichtsrath in Gießen. Lauf, Bürgermeister in Gambach. Dr. Bode, Medicinalrath in Bad— Nauheim. Schmidt, Bürgermeister in Oppers⸗ hofen. Schaubach, Beigeordneter in Nieder— Florstadt. ö Dr. med. Follenius in Düdelsheim. Philippi, Büͤrgermeister in Wohnbach. Geberinger, Gastwirth in Bad— Nauheim. v. Rößler, Gutsbesitzer in Lindheim. Hölzinger, Bürgermeister in Büdingen. Fendt, Färbermeister in Büdingen. Krieger, Gemeinde-Einnehmer in Nieder-Mockstadt. Schutt, Bürgermeister in Bad-Nau— heim. Dienst, Kirchenrechner in Ockstadt. Fr. Geibel in Bönstadt. Koch, Bürgermeister von Düdelsheim. Heinrich Schudt, Mühlenbesitzer zu Görbelheimer Mühle. Väth in Bauernheim Gröninger, Bürgermeister in Ockstadt. Philippi, Bürgermeister in Masbach. Leopold v. Deines zu Salinenhof bei Büdingen. Seybold, Bürgermeister in Vilbel. A. Simon, Oeconom in Vilbel. Kreuder, Bürgermeister in Altenstadt. Himmelreich, Bürgermeister in Ober— Eschbach. H. Martini, Fabrikant in Vilbel. J. Griesemer, Oeconom in Staden. Heinrich August Kaul, Oeconom in Staden. Johannes Mai, Occonom in Staden. Leonhard Wentzel, Oeconom in Nieder-Erlenbach. Johann Georg Werner, Oeconom in Nieder-Erlenbach. Chr. Jul. Wilh. Werner daselbst. Draudt, Pachter in Büdesheim. Heinrich Stoll, Oeconom in Nieder— Wöllstadt. Reuter, Bürgermeister in Nieder-Weisel. Eberling, Buchhändler in Büdingen, Heumann, Pfarrer in Ober-Mockstadt. Kayser, Lehrer daselbst. Thylmann, Gutobesitzer in Altenstadt. Muller, Rentmeister in Nieder-Florstadt. Kleeberger, Oeconom in Södel. Dr. Krämer, Büdingen. J. Schneider, Geometer in Gambach. Mohr, Bürgermeister zu Himbach. Friedrich Helfrich zu Fauerbach b. Fr. Mickel, Bürgermeister in Ober-Mock— stadt. Mickel, Beigeordneter daselbst. Stotz, Gemeinde-Einnehmer daselbst. Reitz, Bürgermeister von Södel. Gymnastaldirektor in Wagner, Bürgermeister in Nieder— Florstadt. Huth, Gemeinde-Einnehmer in Langen— hain. Rumpf, Bürgermeister in Ziegenberg. Kitz, Lehrer in Langenhain. Liebert, Beigeordneter daselbst. Krämer, Bürgermeister von Rockenberg. Curtman, Landtagsabgeordneter zu Friedberg. Reutzel, Bürgermeister in Hitzkirchen. Christoph Nazarenus zu Büches. Georg Geiß II. daselbst. J. J. Kromm zu Hitzlirchen. Brentano, Postmeister zu Friedberg. Jeuerbach, Bürgetmeister in Ober— Woͤllstadt. Koch, Gutsbesitzer in Lindheim. Jäger, Bürgermeister in Münzenberg. Schott, Gasthalter in Friedberg. Rauch, Königl. Preußischer Bahnmeister in Friedberg. Neuhardt, Oeconom zu Beienheim. Alles, Oeconom in Nieder-⸗Florstadt. Chr. Schäfer, Pachter in Ossenheim. Reineck, Bürgermeister in Münster. Johannes Breidenbach, Gemeinderath in Beienheim. Nagel, Bürgermeister in Rodenbach. Becker, Beigeordneter in Ober-Rosbach. Weigand, Oberförster in Steinfurt. Schultheis, Pachter daselbst. Huber, Bürgermeister in Wisselsheim. Ph. Dörr zu Wisselsheim. Schultheis, Pachter daselbst. Jeckel, Bürgermeister von Ober-Mörlen. Möbs, Bürgermeister von Nieder⸗Mörlen. F. Hensel, Oekonom in Okarben. Helbig, Pfarrer in Büdtsheim. Buchdruckeren von Bindernagel 4 Schimpff in Friedberg. Christoph Graf daselbst. Kopp, Gemeinderath zu Langenhain. Heinrich Schneider II. daselbst. Anton Rumpf II. daselbst. Heinrich Hutb II. daselbst. Heinrich Petzinger III. daselbst. Heinrich Schneider IJ. daselbst. Christian Volz daselbst. Lorenz Jung, Gemeinderath daselbst. Balthasar Jung II. daselbst. Nicolaus Wissig daselbst. Joh. Konr. Rudolph daselbst. Heinrich Petzinger II. daselbst. Jacob Werner III. daselbst. Anton Huth, Gemeinderath daselbst. Konrad Wissig, Gemeinderath daselbst. Christoph Huth, Gemeinderath daselbst. Lorenz Müller, Ortsgerichtsmann daselbst. B. Thaler, Oeconom zu Höchst a. N. Christian Neumann J. in Büches. Heinrich Kaiser daselbst. J. Bartmann J. daselbst. Konrad Bartmann daselbst. K. Berger, Lehrer daselbst. Peter Geiß daselbst. Peter Kröll daselbst. Johannes Wörner daselbst. Konrad Bauer daselbst. Heinrich Bartmann daselbst. Peter Sattler daselbst. Peter Stoll daselbst. Konrad Kraul daselbst. Johs. Kröll daselbst. Konrad Beckel daselbst. Johs. Heilmann daselbst. Christian Neumann II. daselbst. J. J. Kromm zu Sitzkirchen. Johs. Giß daselbst. Wilhelm Neun daselbst. Johs. Neun daselbst. l Wilhelm Günther daselbst. Karl Schepp daselbst. Philipp Günther daselbst. —— — Eine abgenöthigte Antwort auf die Lrage: „Ist Herr Hofgerichtsrath Buff in Gießen der richtige Reichstags⸗Abgeorduete für unsern Wahlbezirk?“ — Wer weiß nicht, daß es etwas gar Leichtes ist, Andere zu tadeln oder deren Verdienste zu schmälern. Köpfe, welche weit unter der Mittelmäßigkeit stehen, oder durch verderbliche Leidenschaften geleitet werden, mögen wohl die Fähigkeit besitzen einzelne Handlungen und Leistungen, herausgerissen aus ihrem Zusammenhang und von einem ganz einseitigen und falschen Standpunkte beleuchtet, einer schonungslosen Kritik zu unter— werfen und herunterzusetzen, es fehlt ihnen aber die nothdürftigste Befähigung, abgesehen von dem guten Willen, um ein richtiges Urtheil über das Wirken und das Handeln einer politischen Persönlichkeit von einem freisinnigen nationalen und unpar— teiischen Standpunkte aus zu fällen. Ganz besonders ist dieses aus bekannten Gründen der Fall bei unseren National-Liberalen, oder denjenigen, welche von dem Landes ausschuß der sogenannten Fortschrittspartei commandirt werden und sich commandiren lassen. Hier hört die eigene Ueberzeugung auf und die Partei— disciplin erfordert, daß der Reichstags- Abgeordnete, der nicht zur Fahne schwört, klein gemacht wird, damit der national— liberale Candidat um so heller und volksbeglückender hervor— leuchtet. Diesem Streben verdankt das überall verbreitete Flug— blatt, welches die obige Frage natürlich nur mit einem„Nein“ beantworten konnte und durfte, seine Entstehung. Der Ver— fasser singt seinen edeln Gesinnungen und seiner Partei ein Loblied, das bekannte, aber leider nicht wahre Lied, daß ein National⸗Liberaler die Summe aller Intelligenz und aller poli— tischen Weisheit in sich vereinige und jeder Andere mindestens gar Nichts von solchen Sachen verstehe. 1 O, Ihr Thoren, wie seid Ihr glücklich in Eurer Ein— bildung, wie behaglich und zufrieden sitzt Ihr in dem dunkeln Schatten von einigen bedeutenden, wenn auch nicht sehr ge— sinnungstüchtigen Männern, welche Ihr zu Eurer Partei zählt. Beinahe verschwunden ist jedes Streben der Vergangen— heit den Hoffnungen gegenüber, welche der deutschen Einheit ein kurzer siegreicher Krieg heraufbringt, noch ist der Rauch auf den Schlachtfeldern in Frankreich nicht verzogen, so kann sich der wüthende national-liberale Anwalt nicht mehr bändigen, um Dinge heraufzubeschwören, die er besser in dem Grabe der Vergangenheit hätte ruhen lassen. Was sollen denn die aus den vorigen Wahlvorgängen gegen den Reichstags-Abgeordneten Buff gerichteten Angriffe zur Berurtheilung der politischen Stellung und Wirksamkeit desselben im Reichstage beitragen? zumal derselbe mit jenen Unregelmäßigkeiten, welche bei der damaligen Aufregung der Gemüther hier und da vorgekommen sein mögen, selbst nicht das Geringste zu thun hatte, und die andere Partei gleiche, wenn nicht größere Gesetzwidrigkeiten, Beeinflussungen und Unwahrheiten sich vorzuwerfen hat. Was ist auf die Ansicht des Abgeordneten Braun, der seinen Schütz— ling und Gesinnungsgenossen, den überall durchgefallenen — r — Bernhard Oppenheim, nun einmal gern neben sich im Parla- ment sehen wollte, für ein Gewicht zu legen, wenn, wie dieses die Reichstags verhandlungen beweisen, die angesehensten Männer des Reichstags und dieser selbst für die Gültigkeit der Wahl sich aus gesprochen heben? Nichts, gar nichts liegt vor, was man dem Abgeordneten Buff selbst oder seiner Ehrenhaftigkeit zur Last legen könnte. Und was sollen die versuchten Nach— weise, gestützt auf die Abstimmung in einigen wenigen Fragen, um den Abgeordneten Buff wo möglich als einen Reaktionär und Feind der neuen Ordnung der Dinge hinzustellen, wenn man sich nicht einmal scheut, gleichzeitig auf solche Abstim— mungen, welche vollständig im Sinne der sogenannten National- Liberalen ausgefallen sind, ebenfalls als volksfeindliche und freiheitswidrige Bestrebungen sich zu berufen? Wer will gegen einen Mann auftreten, der seinem Votum wegen Aufhebung der Todesstrafe treu blieb, weil Andere von weniger Selbstständig⸗ keit und Charakterfestigkeit ihre Ansichten gleich wie ihre Kleider wechselten und ein paar Tage später in einem ganz entgegen— gesetzten Sinne, wie vorher abstimmten. In den Augen des Verfassers jenes Flugblättchens dokumentirt eine solche Meinungs— veränderung, eine große patriotische That, ein deutlicher Beweis, wessen das Volk von Leuten dieser Art unter Umständen sich zu gewärtigen hat. Es ist aber auch nicht einmal wahr, was die national-liberale Phantasie dem Verfasser jenes Blättchens vorspiegelt, denn andere Leute von Einsicht und Verständniß sind mit Recht der Ansicht, daß das Strafgesetzbuch keineswegs gefallen wäre, wenn man auf der Aufhebung der Todesstrafe bestanden hätte, wie solche ja auch in anderen deutschen Ländern bereits aufgehoben war, jetzt aber ohne allen erweislichen Grund in solchen wieder eingeführt werden mußte. Was aber soll man dazu sagen, daß man dem Abgeord— neten Buff sogar vorwirst, er habe die Verminderung der stehen— den Heere und der Steuerlast gewollt? Welcher vernünftige Mensch, der es mit unserem volkswirthschaftlichen Interesse wohl meint, ist hiermit nicht einverstanden? Doch nein! der Friedberger Advocat der sogenannten Fortschrittspartei hat hierbei seine besonderen Ideen, die ihn mit allem Grund der Narrheit verdächtig erscheinen lassen. Der Abgeordnete Buff wollte das deutsche Heer herabmindern und desorganisiren! Das wagt der Verfasser jenes Flugblättchens in die Welt zu schleudern, um denselben in seiner unbegrenzten Vaterlandsliebe und seinen heiligsten Gefuͤhlen zu verletzen, oder doch zu ver— dächtigen. Was mag, o! trefflicher Liberaler, der da redet, daß ein Mann von politischem Verständniß noch niemals von Verminderung der stehenden Heere und der Steuerlast gesprochen habe, in Deinem Gehirn fuͤr ein Uunsiun von Politik sich abd— gelagert haben! Die deutsche Geschichte ist so rasch vorgeschritten, die J. reer I eee 111111. kurze Zeit ist au gewaltigen Umwälzungen und Wandlungen der Fundamente öffentlicher Verhältnisse so reich gewesen, daß die Leidenschaften der vorjährigen deutschen Reichstagssessionen in eine friedliche nebelgraue Ferne uns entrückt erscheinen. Und doch mussen wir der zurückliegenden Arbeit der deutschen Parla— mente ihren Antheil gönnen an dem nun vollendeten Werk der deutschen Einheit. Ueberall stand der Abgeordnete Buff auf dem neuen Grundgesetze Norddeutschlands; er wollte entschieden die Ueberbrückung des Mains und den widerwilligen Leiden— schaften des Südens stand er durchaus fern. Er gehörte im Reichstage zu den sogenannten Alt⸗Liberalen oder dem Centrum, welche eine stolze Summe von politischer Intelligenz und Er— fahrung repräsentirten und Namen in sich vereinigen, die in Deutschland mit Verehrung genannt werden. Gleich wie die Frei⸗Conservativen, mit denen Buff im Wesentlichen überein— stimmte, so setzte auch die Fraktion des Centrums das nationale Streben über Alles. Das neue Feld der parlamentarischen Thätigkeit wurde dem Abgeordneten Buff überraschend schnell und erfolgreich erschlossen. Nach kurzer Zeit hat er als ein tüchtiger Redner sich gezeigt, der es verstand, seine Ausichten mit Energie und Gewandheit zu vertreten. In dieser Beziehung sind die Ver— handlungen über den Jurisdiktiousvertrag allerdings von großer Bedeutung, weil sie eben ein unbestreitbares Zeugniß ablegen für dessen parlamentarische Befähigung, gleichzeitig aber auch von seinem nationalen Standpunkt. Am Schlusse einer seiner Reden sprach Buff unter der Aclamation des Hauses wörtlich das Folgende: „Treten beide Verträge in Wirksamkeit, so wird fortan „in einem der wichtigsten Zweige des bürgerlichen und „Strafproceßrechts gleiches Recht gelten von Memel „bis zum Bodensee. Es bleibt nur noch übrig den „Wunsch auszusprechen, daß es gelingen möge, dem „nächsten Reichstage die übrigen Verträge vorzulegen. „Wir werden dann in verhältnißmäßig kurzer Zeit ein „nationales Werk geschaffen haben, das der alte deutlsche „Bund in den 50 Jahren seines Bestehens vergeblich zu „Stande zu briugen suchte.“ Warum verschweigt man in der Antwort auf die obige Frage die vielen sonstigen gesetzgeberischen Arbeiten, an deren Zustandekommen der Abgeordnete Buff eifrig in nationalem Sinne thätig war. Während man ihm als ein Verbrechen vorhält, daß er gegen das Wahlrecht der Soldaten, gegen die Abgrenzung der Wahlbezirke und für eine Petroleumsteuer ge- N stimmt habe, wird er doch wenigstens von der Branntwein- und Bierbesteuerung freigesprochen, natürlich weil er zu Guunsten unserer Brauer und unserer Landwirthschaft Alles gethan hat, was damals zu thun möglich war. Wer will bestreiten, daß die liberalsten Männer über die nämliche Sache verschiedener Ansicht sein können. Waren ja doch selbst die National-Liberalen in sehr wichtigen Fragen ge— theilter Ansicht. Man kann in dieser Beziehung gerade auf das Wahlrecht der Soldaten hinweisen, denn Dr. Stephani und Twesten waren ganz anderer Ansicht als Lasker, die ersteren waren für und der letztere gegen die Vorlage. In einer historisch und politisch tief durchdachten Rede schilderte Dr. Stephani die Gefahr des Prätorianerthums durch Belassung des politischen Wahlrechts an die Soldaten, und nun will man dem Abge— ordneten Buff, weil es eben in den Kram paßt, es vorwerfen, daß er mit jenen Führern der National-Liberalen übereinge— stimmt hat. 5 Wird es hiernach nöthig sein, auch noch die anderen An— griffe gegen Buff besonders zu widerlegen? Wer kennt nicht die Verhandlungen wegen der Diätenlosigkeit der Abgeordneten? Bekanntlich beharrte die Regierung bei ihrer Vorlage und machte das Zustandekommen der Verfassung von der Aufrecht— haltung der fraglichen Bestimmung abhängig. Wer will nun Buff, der durch seinen Aufenthalt in Berlin und seine Reisen sehr bedeutende pecuniäre Opfer bringt, einen Vorwurf machen, weil er dafür sich ausgesprochen hat, daß die Reichstagsmitglieder weder Diäten noch Reisekosten erhalten sollen? Auch unter dem„Fall Mende“ hat der Abgeordnete Buff zu leiden. Doch geüug von all jenen maßlosen unbegründeten Vorwürfen. Man verweist auf die Verhandlungen im Reichs— tage, woraus erhellt, daß Jeder, der auf die nationale Organi— sation des Bundesstaats bedacht war, in gleicher Weise wie der Abgeordnete Buff sowohl in dem„Falle Mende“ als auch sonst seine Stimme abgeben konnte. Der Wahlaufruf der den Herrn Buff wieder empfiehlt, wird von den angesehensten Männern des Wahlbezirks unter— stützt; er enthält keine maßlosen Anpreisungen, sondern die reine Wahrheit. Wenn auch nicht national- liberal, so ist doch der Herr Buff sowohl national, als auch liberal und unbedenk⸗ lich kann Jeder, der es wohl meint mit der Einheit und einer ver— nünftigen Freiheit unseres siegreichen Deutschlands für die Wahl des Abgeordneten Buff sich entscheiden, und deßhalb beantworten wir die obige Frage mit: „Ja“ und abermals„Ja“! Buchdruckerei von Windernagel& Schimpff in Friebberg. tertntten? nagt und r Lufrecht⸗ u u Berlin gt, unten u, daß die rn sellen unt Buff tgtündetta i Nticht⸗ alt Organi- Dat wit As auch tert nnter. 1 u reine tech det q Arbtdenl⸗ na ver für de + ꝛettalb 5 Beilage. Oberhessischer Anzeiger. —— — Seilen. 333 Nachdem die Intesfaterben des am 15. Dezember v. J. dahter verstordenen Bürgermeisters Johann Peter Menger dessen Erbschaft nur mit der Rechtswohltbat des Inventars angetreten haben, werden sämmtliche SGläudiger des gedachten Nachlasses aufgefordert, ihre Forderungen dei Meidung der Nichtaufnahme in das Inventar im Termin den 10. März d. J., Vormittags 11 Ubr, Contum. Zeit, dabier anzumelden. Gleichzeitig wird, da eine Ueberschuldung des Nach— lasses wahrscheinlich gemacht ist, der obige Termin zum Güteversuche behufs Abwendung des förmlichen Concurses, sowle eventuell zur Wahl eines Curatore unter dem Rechtsnachtdeil bestimmt, daß die im Termin aus— bleibenden Cbirographat- Gläubiger als dem Mehrhetis— Beschlusse beitretend werden erachtet werden. Windecken am 8. Februar 1871. Königliches Amtsgericht. Schwarzenderg. Edictal ladung. 399 Die Anna Marte Meier, ledige Tochter des Johann Wilhelm Conrad Meier von Bruchenbrücken ist wegen Geisteskrankbeit unter Curatel gestellt, was unter dem Anfügen bekannt gemacht wird, daß sie obne Zuftiimmung ibres Curators, des Oeconomen Philipp Best II. zu Brucheabrücken, sich nicht weiter rechtlich verpflichten kann. Etwaige noch nicht angemeldete Forderungen oder sonstige Auspruche sind del Meidung der Nichtberück⸗ lichtigung binnen 4 Wochen dahter anzuzeigen. Zriedderg den 11. gebruar 1871. Großberzogüches Landgericht Friedberg. Relt, Steinberger, Landrichter. Landgerichts Assessor. Bekanntmachung. 400 Forderungen und sonstige Ansprüche an den Nach- baß der Philtpp Roß Witiwe von Ober⸗Rosbach und ihres vorber verstorbenen Ehegatten sind binnen Arist von 14 Tagen dahier oder bei dem Großberzogl. Ortsgerichts⸗Vorsseher Blecher in Oder Rosbach so gewiß spec sicirt anzumelden, als sonst sie bel der Regu⸗ lirung des Nachlasses obne Berückfichtigung bleiben. Friedberg deu 13. Febtuar 1871. Groß berzogliches Landgericht Friedberg. Reitz, Steinberger, Land richter. Landgerichts⸗Assessor. Arbeits⸗Versteigerung. 419 Die zur Herflellung eines Kanals an der Staats— Jraße in Ilbenstadt erforderlichen Arbeiten und Waterlallieferungen, als: fl. kr. 1) Maurerarbeltslohn, veranschlagt zu 80 43 2) Pflasterarbeitslohn 30 55 3) Steinhauerardeit 17 20 4) Schlosserarbelt 19— Materialten lieferung. 1) 46 Cub ilmeter Mauetsteine, 2) 1130 Stück Russensteine, 3) 18 Bütten Bonftädter Kalk, 4) 37 5 Cubikmeter Sand, 5) 115 Cubikmeter behauene Pflasterfteine, ollen Samstag den 4. März J. J., Mittags 2 Uhr, n Gastbaus zu den dret Hagsen zu Ildenstadt an die Benigstnehmenden vergeben werden. Friedberg den 23. Februar 1871. Groß herzogliches Kreiebauamt Friedberg. Re u 9 Güter- Versteigerung. 425 Freitag den 3. März d. J., Vormittags 11 Uhr, spllen im biesigen Rathhause die zum Nachlasse der Johann Jon Künzenbach's Eheltule gehörenden Guüterstücke: Gemarkung Friedberg. Zlur. Nr. Kaftr 3. 72 41. Grabgarten am Ellernpfuhl, * 11. 352. Acker an der Warte, auf freiwilligen Antrag der E ben nochmals öffentlich melstbietend versteigert und bei annehmbaren Geboten den Letztbietenden die Genehmigung alsbald ertheilt nerden. Zriedberg am 23. Februar 1871. a Großherzogliche Ortsgericht Friedberg. Zouc ar. Bekanntmachung. Die Offenlegung des Grundbuchs der Gemarfung Oder⸗ Mörlen betr. 7 Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, dle in der Bekanntmachung vom 27. August v. J. immte Zrist von sechs Monaten auf Anlrag Groß Vrzoglichen Ortsgerichts Ober-Mörlen bis zum I Mal. J. unerstrecklich ausgedebut worden ist. Bad- Nauheim am 24. gebruar 1871. Großberzogliches Landgericht Bad Nauheim. Ulrich, Schnittspabn, Landrschler. Landgerichts- Aßsessor. Zur Reichstagswahl. 476 Schon vor Wochen hatten einzelne Mitglieder der früheren Parteien im Austausch ihrer Ideen in Bezug auf die bevorstehenden Reichstagswahlen für wünschenswerth gehalten, daß, nachdem nun ein seinem Ende nahender blutiger Krieg die Einheit des Vaterlandes be— gründet hat, das Parteigetriebe von der letzten Wahl vermieden werde. Von diesen Motiven geleitet, glaubte die Fortschrittspartem einen winder schroffen Gegner zur Regierung als Candidat aufstellen zu mussen und war freudig überrascht, als der freiconservativen Richtung angehörige Personen sich übereinstimmend mit der Candidatur des Herrn v. Wedekind einverstanden erllarten. Der Vorgänger in der Vertretung der Stadt Friedberg bei dem Landtage— Herr Dr. Stockhausen, der in Folge seines hochachtbaren Charakters bei der Regierung in hohem Ansehen stand und von seinen Wählern geschätzt und geachtet wurde, war es, welcher bei seiner durch Krankheitsumstände erfolgten Mandatsniederlegung Herrn v. Wedekind als seinen Nachfolger empfahl. Der versöhnliche Charakter des Herrn v. Wedekind ist von seinen Wählern und von anderer Seite während seiner Thätigkeit im Landtage und seither nicht im Entferntesten angezweifelt worden und sind wir gespannt, ob die Gegenpartei Etwas in dieser Beziehung und über seine Candidatur zu bemängeln hat. Wir sehen hierbei ab von der Beantwortung der aus der Feder des für Friedberg und Nauheim so bekannten Advokaten gestellten Anfrage in der letzten Nummer des Oberhess. Anzeigers, da Herr v. Wedekind seinem Collegen selbst dienen wird. Wir glauben hierbei aber die Bemerkung unterlaufen müssen zu lassen, daß Herr Buff vielleicht eher seinen Platz am Hof— gericht ausfüllen konnte, als seine geheime Vorstellungen in Liebe und Wahrheit bei seinen Reisen zu geben. Wenn wir weiter oben gesagt, daß wir durch die Ausstellung eines Candidaten ver— soͤhnlichen Charakters und minder schroffen Gegners zur Regierung hätten glauben können, die Gegenpartei sei in diesem Sinne zu Concesstonen bereit, so wissen wir, daß wir hierin uns getäuscht haben.— Herr Buff soll bleiben, nur die alten Schlagwörter der Partei, die sich als erlogen bewiesen haben:„Sie wollen Euch den Glauben nehmen und Sie wollen Euch zu Bettelpreußen machen“ soll, wie wir mit Freuden constatiren, unterbleiben. Herr Buff aber soll bleiben, obwohl der frühere Ausspruch seiner Fürsprecher, daß er die Brücke hinter sich mit der Regierung abgebrochen, sich als eine Lüge erwiesen hat. Herr Buff soll bleiben und wenn, wie zugestandes, sein Sitz bei den Freiconservativen zunächst von Blankenburg ist und seine Musestunden in der Restauration Müller zugebracht werden. Herr Buff soll bleiben, weil man ihn nicht für den Regierungs-Candidaten anzusehen berechtigt und weil ser ja nach oben unabhängig ist 7 und er soll bleiben, wenn uns seine„erprobten“ liberalen Anschauungen mittelst eines Trüchters und von der Kanzel herab in dem System à la Jörg in Bapern beigebracht werden müssen.— Wer bezweifelt im ganzen Bezirk noch, daß seine Candidatur von regierungsfreundlicher Seite betrieben wird, nachdem die Aufforderung zu seinem Wahl— aufruf bekannt ist? Wie viele ehrenwerthe Männer zieht man zu den Unterschriften heran, um sie in eine schiefe Stellung mit ihren Mitbürgern zu bringen und sie zu Handlangern der Regierung zu machen! Was soll es aber werden, wenn man die Präfekten-Wirthschaft — die officiellen Candidaturen von Frankreich— zu importiren und nachzumachen sucht? Bemühen sich doch in unserm glücklichen Ländchen— 3 Kreisräthe, 1 Ministerialrath, 2 Standesherrn und 1 Hofgerichtsrath ic. um Candidaturen. Gehen diese Herren durch, dann hat in Berlin unser heißgeliebtes Vaterländchen neben der Vertretung im Bundesrath — auch im Reichstag, der doch ein Volkshaus sein soll— eine doppelte Vertretung der Regierungsinteressen und keine des Volkes. Was aber eine gefügige Volksvertretung, die also in ihrer Mehr⸗ heit aus Anhängern der Regierung besteht, vermag, hat der letzte Krieg mit Frankreich bewiesen. Würde Napoleon aus dieser Vertretung oppo⸗ nirt und die Geldmittel versagt worden sein, Frankreich hätte den für sich unglücklichen Krieg nicht geführt.— Herr Buff soll bleiben trotz seiner Abstimmungen im Reichstage die sast alle nichts weniger als liberal warenz er soll bleiben ein ehrenhafter Charakter, ohne daß wir die Mittel und Wege, die zu seiner Wahl führen, gut heißen, er soll bleiben wenn er es gut heißt, daß man das Licht mehr den Armen als den Reichen— das Petroleum— besteuert, wenn er auch dafür ist, daß die Abgeordneten in Berlin keine Diäten beziehen, damit nur Leute von seinem Schlag, Standesherrn und Grafen die Möglichkeit gegeben ist, als Reichstags vertreter aufzutreten. Wer aus Allem Diesem nicht erkennt, was er zu thun hat, der wird es nie lernen. Die geheime Abstimmung sollte am 3 Marz auch die Männer zur Wahlurne treiben, die abhängig nach der einen oder andern Seite sind und sie veranlassen, wahrheitsgetreu ihrer Ueberzeugung zu folgen.— Wähler des zweiten Wahlbezirks, wählt am 3. Maͤrz, wenn ihr einen Vertreter aus und für das Volk wollt— den Herrn Landtags- ab geordneten Georg von Wedekind in Darmstadt.— Rückschritts. und Dunkel⸗ männer und Leute, die nicht zu überzeugen sind, moͤgen Buff wählen? Beherziget das Wahre! Zum Anzünden von Freudenfeuern auf hochgelegenen Punkten erlaubt man sich die Bewohner der umliegenden Orte für die bevorstebende Friedensfeier aufzufordern. Gestricke Aawischler. Johnen, Erbsen, Linsen, 296 bet Konrad Heß 1 389 guikochende, bei Georg Groß. gegerüber dem Ralbhause. 447 Meinen in Dorn Assenheimer Gemarkung Zeltel- N Einschlaggarn gelegenen Acker, Nr. So des Steuer-Catastere, 228[(J] Kiftr., will ich verkaufen. Kaufliebhaber 396 von bekonnber Qualität bet wollen sich an mich wenden. Nathan Hirschhorn, Usagasse. Gießen, im Februar 1871. Flach. Bekanntmachung. 456 Am 20. d. Wis wurde in der Gemarkung Langenbaln in der Nähe des Flusses Us im s. g. Uebchenborn die Leiche eines unbekannten Mannes an einem Baum hängend gefunden. Die Leiche, welche 6 Fuß 5 Zoll mißt, war bekleldet mit einem grauen Rock, einem Paar Dosen von preußisch grauem Tuch, graugestreisten daumwollenen Unterbosen, schwarzer alter Sammtweste, weißer baumwollener Unterjacke, schwarz⸗ seldenem Halstuch, zwei Paar grauen wollenen Socken, einem Paar Halbstiefeln und einem an dem rechten Zipfel mit rothen Buchstaben A. E. gezeichnetem Hemde. In der Näbe der Leiche fand man einen alten schwarzen Filzdut. Dem äußeren Anscheln nac ist die Leiche dle⸗ jenige eines Mannes in den fünsziger Lebensjabren Papiere, die üder die Persönlichkeit desselden Aufschluß geben könnten, wurden uicht vorgefunden, ebenso venig Werthgegenstände oder Geld.— Die Haare sind blond mit grau durchschossen, der Vorderkopf wenig behaart, der ftarke Backen- und Kinnbart ebenfalls mit grau durchschossen; an der linken Wade Blutadern. Um Auskunft üder diesen Unbekannten, der sich offen⸗ bar des Lebens durch Erhängen beraubt hat, wird mit dem Anfügen gedeten, daß die vorgefundenen Kleidurgs. shücke und ein ebenfalls dei der Leiche vorgefundenes kleines Zulegemesser in Langenhain aufbewahrt werden und von dem sich ale Erben Legitimtrenden in Empfang genommen werden koͤnnen. 5 Butzbach den 21. Februar 1871. Großberzogliches Landgericht Butzbach. Dr. Gilmer, Königer, Landrichter. Landgerichts⸗Assessor. Aecker⸗Versteigerung. 453 Samstag den 4. März, Morgens 11 Ubr, will Frau Susanna Becker von Darmftadt die fol⸗ genden Grundstücke in Fauerbacher Gemarkung verkaufen oder verpachten lassen: 2190 203 Ruthen Acker unterm Städter Weg. 133 328—„ am dollerbusch. 1 5 180% 5„ auf der Mittelhohl. 5.293 267*„ am Elerträger Weg. 6.78 74 17„ an der Weinstraß. 5.190 77½ 8„ an der Wüffung. 7375 176 ½¼ 1„ an der Müblhald. 8.16 31/ö„ Wiese im Müblfeid. 9.223 228„ Acker obig dem Schrammen. Fauerbach b. Fr. den 27. Februar 1871. Großpderzogliches Ortegericht Fauerbach b. Fr. Helfrich. Holz ⸗Versteigerung. 4411) Montag den 6. März d. J. werden von Morgens 9 Uhr an im Domantalwald Burgwald, Schlag III, 2 Stecken Eichen ⸗ Scheitholz, 40 5 Birken Prügelholz, 8/„ Nadelholz 24%„ Eichen Stockholz, 15„ Nade holz⸗Stockholz, 775 Stück Buchen⸗Wellen. 10000„ Eichen- und Bitken⸗ Wellen, 5175„ Nadelholz⸗Wellen, 20 Käste Allerleibolz, Eichen Stämme von 7½— 23“ Durchmesser und 10—357 Länge, im Ganzen 3359 Ebf. haltend, 4 Nadelbolz⸗ Stangen von 3“ Durchmesser und 16“ Länge, im Ganzen 4 Cbf. baltend 2) Dienstag den 7. März d. J., von Morgens 10 Uhr an, im Domania' waolddiftriet Frauenwald, Schlag XI., XIII. und XX: 10140 Stück Eichen⸗ urd Birken Wellen 200 Aepen Wellen, 17 Eichen Stämme von 7½—11½“ Durchmisser und 15— 30 Länge, im Ganzen 279 Cubik⸗ fuß haltend, versteigert. Ober⸗ Rosbach den 25. Februar 1871. Groß herzogliche 8 Ober Ros bach 1 Bekanntmachung. 457 Ote Holzversteigerung vom 20. und 21. Februar d. J. in dem Münsterer Gemeindewald, Disttset Schweinzel, ist genehmigt und der erste Fabrtag auf Samflog den 4 Marz bestimmt. Die Abfubrscheine können bel dem hefigen Gemeinderechner in Empfang genommen werden. Münster am 27. Februar 1871. Großherzogliche Bürger meifferei Münster. Reine ck 459 Der zur Landrichterwohnung gebörige Garten am viereckigen Weiher soll auf ein— auch mehtere Jahre verpachtet werden. Lusttragende wollen sich deßfalls baldigst an den Unterzetchnetea wenden. Friedberg den 27. Februar 1871. Reitz, Gr. Landrichter. Häckselschneidmaschinen 438 in verschtedenen Größen, zu Fabrikpreisen, u einjähriger Garantie, bet 5 N A. Buch in Hungen. Holz ⸗Versteigerung. 466 Montag den 6. März d. J., Vormittags vräeie 9 Uhr, werden im Domantalwalddistrict Hochholz bel Burg- Gräfenrode verstelgert: 20 Stecken Buchen Scheitholz, 99„ Prügelbolz, 22½„„ Stockholz, 1200 Wellen 0 Reisholz. Heldenbergen am 27. Februar 1871. Großherzogliche Oberförgerei Altenstadt. Jochem, Verwalter. Befanntmach ung. 469 Die von der Firma Georg Gros zu Fried ⸗ berg dem Wilbelm Bernbeck aus Langd ertheilte Procura ist für erloschen erklärt, von derselben dagegrn Carl Groß in Friedberg zum Procuristen besstellt und der dehkallsige Eintrag heute im Firmen⸗Register unter Nr. 104 vollzogen worden. Friedberg am 27. Februar 1871. e ee Friedberg. e 1. 434 In einem reizend gelegenen Landhaus in Rö del⸗ beim, nahe am Homburger Bahnhof, ist eine elegante Familtenwebnung von 5 Zimmern, mit Küche, Keller und allen Bequemlichkeiten nebst Gartenvergnügen für 200 fl. zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bl. Versteigerung. 458 Montag den 6. März l. J., Vormittags 9 Uhr, sollen im Pfarrhofe zu Staden 2 noch brauchbare Stubenthüren, 3 Stück Fenfler, verschiedenes altes Eisen und Ofengußeisen gegen gleich daare Zahlung ver— steigert werden. Staden am 27. Februar 1871. . ag er 415 Zur Uebertragung deer Haupt- Agentur einer angesehenen deutschen Lebens-Versiche⸗ rungs-Gesellschaft far die Provinz Ober⸗ hessen wünscht man mit einer Persönlichkett in Ver⸗ kehr zu treten, deren Bekanntschaften und Verbindungen in dem bezeichneten Berk eine ersolgreiche Geschäfts⸗ fübrung erwarten lassen. Geneigte Offerten sind unter R. L. 360 durch die Annoncen Expedition von G. L. Daube 8 Comp. in Fraukfürt a. M. erbeten. Bei Beginn der Saison 478 können Lehranstalten, Bade⸗Etablisse⸗ ments, Hotels, Handlungen aller Art zꝛc. ꝛc. die üblichen Halbjahrsanzeigen nicht wohl zweckmäßiger billiger und mit weniger Mübe beiorgen als durch die erprobte Vermittelung der Annoncen-Expedition G. L. Daube 8 Comp. n Frank surt a. M., München, Nürnberg, Augsburg, Würzburg, Stuttgart, Hamburg, Brüssel, Bern. Ausfübrliche Zeitungs⸗Verzeichnisse stehen gratss und franco zu Diensten. 35 2 25 5 8 55 2 5 5 5 2 Die soeben erschienene Nummer 22 28 a enthält: 3.— 5 3 5 Der Sieger von St. Quentin. Mit dem Porträt des Fenerals von Göben.— Die letzten Falkendurger (Forts.) Erzählung von F. Bodenstedt.— Das Weih⸗ nachtsfest der armen Kinder in Straßburg. Von R. K Mit Illustratton don W. Simmler.— Die Helden der Arbeit.(Zorts.) Roman von Marx von Schlägel.— Vor und um Paris. IX Von Georg Dlitl.— Am Kamiltenttsche: Wilhelmshöhe. Gedicht von R. Sand- voß.— Die Erntuerung des deutschen Kaisertdums in Versailles. Mit zwei Bildern von unserem Spectal⸗ artisten W. Friedrich: Aufzug der Fahnen zum Versailler Schloß bei der Kaiserpreklamation am 18. Februar; die Proklamation des deulschen Kaiserreichs im Splegel⸗ saal des Versailler Schlosses. Zu Bestellungen empfehlen sich Binder nagel 8 Schimpff in Frierberg. Corsetten& Crinolines 402 bei Conrad Heß, gegenüber dem Rathbaule. ö Erfrischung der durchpassirenden Truppen und zuräckkommenden Verwundeten im hiesigen Bahnhofe. Zwanzigste Liste der Gaben aus hiesiger Stadt und Umgegend: 3) An Naturalien: Friedberg 6 Flaschen Wein, 2 Laib Brod; Corporal Lerch 12 Tass n. b) An Geld: von Professor Diegel hier 5 fl., Ver⸗ loosung einer Fahne durch Polizeidiener Fourir in Södel 6 fl., von J. Schott hier, Gehalt als Rechner des Spar vereins 5 fl., Büchsengeld 11 kr., Mehrerlös der Bilder von der Kaffceküche duch Pholograph Schmidt 6 fl. 24 kr. zusammen 22 fl. 35 kr., bierzu vorige Liste 375 fl. 44 kr., im Ganzen 398 fl. 19 ke. Den freundlichen Gebern unsern besten Dank sagend bittet um weitere Gaben Friedberg den 26. Februar 1871. Das Comité. Jür die Lazarethe zu Bad-Nauheim sind bei hiesigem Hülfeverein weiter eingegangen und wer⸗ den dankend bescheinigt: 7 durch Herrn Pfarrer Ebel Kirchenopfer von Steinfurt 412 durch denselben desgleichen von Wisselsheim 118 durch Herrn Kreisassessor Haas anläßlich der silbernen Hochzeit des Herrn Ludwig Grödel zu Friedberg i 5 durch Herrn Bürgermeister Gröninger, freiwillige Sammlung zu Ockstadt in Folge der Capi⸗ tulation von Paris 12 30 von den Mitgliedern des Hülfsvereins dahier die 6. monatliche Erbebung 162 36 durch Herrn Pfarrer Münch dahier Kirchenopfer 39 27 vo Herrn Renlamtsdiener Jung zu Friedberg 1— durch Herrn Lehrer Wiederhold Kirchenopfer von Schwalheim 6 13½ An Naturalten: von der Gemeinde Steinfurt 27 Hemden, 3 Handtücher, 1 Unterhose, 1 Betttuch. 1 Kopf⸗ kissenüberzug und verschiedenes altes Leinenzeug; von Frau Babel und Frau Lenz hier je 1 Hemd; von Herrn Medicinalrath Dr. Bode 1 Unterhose; von Herrn Beige⸗ ordueten Geberinger bier 2 Körbe Aepfel; von der Ge⸗ meinde Nieder⸗Wöllstadt 1 Wagen Betistroh; von Unge— nannt 6 Flaschen Rothwein; von Frau Dekan Blumhof in Melbach 1 Kö bchen mit getrocknetem Obst; von Herrn Müßhlenbesitzer Schudt in Dorheim Brod und Wecke im Werth von 15 fl. Bad⸗Nauheim den 23. Februar 1870. Grünewald, Meister, Vereinorechner. Lazareihmeister. Emser Pastillen, 147 aus den Salzen der König-Wilhelms⸗Felsen⸗ quellen bereitet, ärztlich empfoblen gegen Magen⸗ beschwerden, als Catarrhe, Verschleimung. Säurebildung, Aufffoßen und Verdauungsschwäche, Preis der plom⸗ dirten Schachtel 30 kr. Nur allein ächt auf Lager in Friedberg bei Hof⸗Apotbeker C. Görtz. Die Administration der Felsenquellen. r.. ᷣͤ TTT Von Frankfurt a. M. direct mit jeder Post befördere ich die meiner Aunoncen-⸗Expedition zur Vermittlung aufgegebenen Inserate, ohne Anrechnung von Provision oder Porto zu den Ortginal⸗Zeitungspreisen an die für die ver⸗ schiedenen Zwecke 5 bestgeeigneten Zeitungen des In⸗ und Auslandes. Meine Provision beziebe ich als officieller Agent von den betreffenden Zeitungen. Rudolf Mosse, Annoncen-Expedition f 45 Peil, Franhsurt a.. Deil 35. Berlin, Wien, Nuͤrnberg, München, Hamburg. Alleinige Inseraten⸗Pacht: „Fliegende Blätter,“ Kladderadatsch.“ „Figaro.“ 479 Wollene Hemden, Leibbinden, Unterjacken« Unterhosen 2559 zu verschiedenen reisen dei K. Friedrich neben der Post. rut Stettdchn ers Fler, r ieee . Gerl. Jlserautüt- Zur Reichstagswahl. Der„Oberhessische Anzeiger“ vom Heutigen enthält eine Ansprache an die Wähler, welche offenbar darauf berechnet ist, die 467 protestantische Bevölkerung des Wahlbezirks mit Mißtrauen gegen mich zu erfüllen. Ich babe seither allen Verdächtigungen und Angriffen gegen meine Person und meine politische Wirksamkeit gegenüber ge— schwiegen, von der Ueberzeugung geleitetet, daß jeder urtheilsfähige Mann deren Grund und Zweck schon von selbst herausfinden werde. In diesem Falle muß ich aber mein Stillschweigen brechen. Meine Stellung zur katholischen Kirche in kirchlicher Hinsicht ist die, welcher jeder Protestant, der überhaupt noch den Namen eines solchen verdient, einnimmt. In politischer Hinsicht stehe ich dagegen auf dem Standpunkte der Gleichberechti⸗ gung, der Freiheit und Selbstständigkeit jeder Kirche und Religionsgesellschaft. Nach meiner Auffassung hat jede Kirche, als eine vom Staate verschiedene Corporation, ihre inneren Angelegenheiten nach Gutdünken zu ordnen; in allen bürger— lichen und staatsbürgerlichen Beziehungen aber müssen die kirchlichen Anstalten und ihre Diener den Staatsgesetzen unterworfen sein. Dies gilt gleichmäßig von der protestantischen, wie der katholischen Kirche, von den Dissidenten-Gemeinden wie den Israeliten. Ich habe diese meine Ansicht kürzlich bei einer größeren Versammlung in Büdingen öffentlich ausführlich entwickelt, Stimmt nun bei dem gegenwärtigen Wahlkampfe die katholische Partei für einen Candidaten, von dem sie voraussetzt, daß derselbe sich nicht dazu verstehen wird, in die inneren Angelegenheiten ihrer Kirchengemeinschast einzugreifen, so handelt sie, wie jede andere Partei in ähnlichen Fällen handeln wird, die ohne Aussicht einen eignen Candidaten aufstellen zu können, für denjenigen unter den aufgetretenen ihre Stimme in die Wagschale wirft, von dem sie wenigstens keine Schädigung ihrer Interessen befürchten zu müssen glaubt. Diese Stimmen zurückzuweisen, wäre der Stellung eines Vertreters des ganzen Volks unwürdig. Die national⸗ liberale Partei, oder, wie sich solche hier zu Lande nennen läßt, die„Joitschrittspartei“ ist anderwärts derselben Meinung; in Hannover nimmt sie die Unterstützung der Regierung, in Breslau die Hülfe der katholischen Partei an; dort, weil sonst die Particularisten(Welfen)— hier, weil sonst die Social-Demokraten siegreich aus der Wahlurne hervorgehen würden. Ob es wahr ist, was der Eingangs erwähnte Artikel berichtet, daß die katholischen Geistlichen des Wahlbezicks öffentlich auf— gefordert hätten, für mich zu stimmen, kann ich natürlich nich“ wissen. Wenn ich aber die Glaubwürdigkeit dieser Mittheilung nach der Wahrheit der übrigen meine Person betreffenden Veröffentlichungen des sog.„vereinigten freisinnigen Wahlcomites“ bemessen darf, so ist diese Nachricht entschieden nicht wahr! Im Uebrigen bin ich, was die Herren auch sagen mögen, bei weitem freisinniger, als sie Alle zusammen; mir fällt es gar nicht ein, irgend Jemanden darum anzufeinden, daß er sich einen Candidaten zur Reichstagswahl nach seinem Geschmack sucht. Ich gehe soweit, zu sagen: die Fortschrittspartei in Friedberg hat die völlige Berechtigung, sich selbst zu be⸗ räuchern, Andere zu lästern, zu verläumden, die Confessionen gegen einander zu hetzen; man würde sehr unrecht thun, sie an dieser Beschäftigung zu hindern. Gießen am 28. Februar 1871. Wilhelm Buff. Zur Reichstagswahl! * 2 29239* Antwort auf Aufrage aus dem 2. Oberhessischen Wahlbezirk. (Im Oberbessischen Anzeiger d. d. 25. Februar 1871.) Mehrere Tage vor Ausgabe der Tagesordnung zweiter Ständekammer für Samstag den 25. Februar waren die Waͤhler des 2. Oberhessischen wilche mich ohne meine Anregung als Reichstagscandidaten aufgestellt hatten, zu Besprechungen mit mir nach Södel(Samstag den 25 Februar, Abends 5 Uhr), Friedberg, Nauheim und Altenstadt eingeladen worden. Mit Bedauern sah ich Freitag den 24. Februar auf der Tagesordnung, daß mehrere von mir mitunterzeichnete Anträge in Betreff Oberhessischer Eisenbahnen, die mir wegen ihrer Wichtigkeit und Schwierigkeit von verschiedenen Seiten z. B. auch von Herrn Postmeister Breutano in Friedberg warm empfohlen waren, am nächsten Tage verhandelt werden sollten. In Vorauesicht der— auch eingetretenen Möglichkeit, daß erst nach meiner am 25. Februar, Nachmittags 12 uhr, festgestellten Abreise nach Friedberg(Södel) diese Verhandlung stattfinden werde, theilte ich sofort am Freitag und Samstag vor der Sitzung schriftlich und mündlich den Herren Landtagsabgeordneten Kolb, Hallwachs, Zimmer, Curtman und Anderen meine Ansichten mit, fand deren Beistimmung und habe nun auch mit Befriedigung erfahren, daß ganz, ihnen und meinen Erwactungen gemäß, nach den Reden meiner geehrten Mitantragsteller, welchen Heeren ich, als Vertreter der Stadt Friedberg, für ihre Unterdützung einer meinem Wabltreis, wie der ganzen Provinz hochwich'igen Angelegenheit herzlich danke, die zweite Ständekammer nahezu einstimmige Beschlüsse gefaßt habe. Die Nummer- Protokolle weisen nach, daß ich, so lange ich diesem Landtag angehöre, auch während dieser Wahlagitation bis Samstag den 25. Februar 12 Uhr noch nicht eine Sitzung versäumt habe. a5. J 3 1 meiner Wähler stelle ich ruhig anheim, ob ich unter den obigen Verhältnissen anders als geschehen handeln konnte, und hoffe, daß diese von einem rabulistischen anonymen Fürsprecher meines Gegenkandidaten, Herrn Hofgerichtsrath Buff, angelegte Mine unschaͤdlich für die liberale Sache verpuffen werde. a Dr. von Wedekind, Landtagsabgeordneter. 475 Wahlbezirks von den vereinigten freisinnigen Wahlcomité's desselben, Zur Reichstagswahl. Anfrage aus dem 2. oberhessischen Wahlbezirk. 453 Wie will es Herr Hofgerichts-Advocat Freiherr v. Wedekind rechtfertigen, daß er dermalen im Interesse seiner Candidatur zum Reichstagsabgeordneten in unsrem Wahl— bezirk von Ort zu Ort pilgert und Wahlversammlungen beiwohnt, während die zweite Kammer der Landstände, welcher er als Vertreter der Stadt Friedberg angehört, in der vergangenen 4 2 An die Wähler! Der nahe bevorstehende Tag, welcher alle deutschen Wähler zusammenführen wird, um die von unseren Heeren auf den Gefilden Frankreichs blutig erkämpfte Einigung der deutschen Stämme und Wiederbegründung des deutschen Kaiserreichs durch die Wahlen zum ersten deutschen Reichstage zu besiegeln, erscheint 1 und in der laufenden Woche Sitzungen über wichtige Angelegenheiten abgehalten hat resp. abhält e vorzugsweise geeignet, det Fürsorge für Die— jenigen zu gedenken, welche in jenem Kampfe Gesundheit und Leben eingesetzt haben und noch jetzt an Wunden oder Krankheit darniederliegen. Auf Auregung des deutschen Centralcomités sollen deßhalb am Wahltage(3. Marz d. J.) n allen Wahllokalen des deutschen Reichs, und insbesondere— mit Genehmigung der höchsten Staatsbehörde— auch im Großherzogthum Hessen, Sammelbüchsen mit der Aufschrift: Dank der Wähler an die deut⸗ schen Krieger aufgestellt und der Ertrag für die Pflege der Verwundeten und Kranken verwendet werden. Wir brauchen wohl kein Wort weiter hin— zuzufügen. Wo wir zum erstenmal im neuen deutschen Reich unsere politische Pflicht als „Welche Entschuldigung will er insbesondere dafür vordringen, daß er in der Sitzung „vom Samstag den 25. d. Mts., in welcher ein auch von ihm unterzeichneter „Antrag auf Erbauung einer Eisenbahn von Alsfeld nach Friedberg „zur Berathung und Beschlußfassung kam, ganzlich gefehlt und statt in Darmstadt „— in Södel“) Reden gehalten hat 2“ Bei diesem Antrag handelte es sich neben Erbauung der Bahn überhaupt insbesondere auch um den Ausspruch des speziellen Wunsches der Kammer, daß die zukünftige Bahn gerade in Friedberg einmünden moge. Die Annahme des Antrags war in keiner Weise außer Zweifel gestellt und konnte es auf die eine Stimme des Herrn von Wedekind ankommen, ganz abgesehen, daß es seine Schuldigkeit als Antragsteller gewesen wäre, den Gegenstand auch bei der Berathung zu unterstützen. Hat Herr von Wedekind hier das Interesse der Stadt Friedberg, deren Vertreter er im Landtage ist, und der Wetterau gewahrt e Merkwürdig verhält sich diese Thatsache zu einer kurzlich im Wetterauer Boten erschtenenen Notiz, worin ein Vogelsberger seine Befriedigung über die Candidatur des Herrn v. Wedekind im Hinblick auf dessen Thätigkeit in der Alsfeld Friedberger Bahnangelegenheit ausspricht e Der Mann scheint durch die Unterschrift des erwähnen Antrags durch Frhrn. von Wedekind bereits befriedigt zu sein! Haben wir hiernach Garantien dafür, daß Herr von Wedekind ——— ̃————— 5 1— 2 2 2——— PP ö nicht auch im Reichstag bei Gegenständen, welche unsern Wahlbezirk nahe berühren, 3 Wähler üben, wollen wir auch unsere Pflicht 15 bei der Branntweinbesteuerung, welche wieder zur Berathung gebracht werden wird, fehlendes Dankes erfüllen, jeder nach Vermögen, ate b würde. Kann nicht fast angenommen werden, er würde auch dort wichtige Sitzungen s. 3. aber alle freudig und in dem Bewußtsein, daß Dar ö versäumen, um vielleicht die Erneuerung seines im nächsten Jahre ablaufenden Mandats als Alles, was wir auch thun, hinter dem zurück⸗„ 0 Landtagsabgeordneter hier zu betreiben! bleibt, was unsere kämpfenden Brüder dem *) Diürch ein bei der Correct terlaufenes Versehen ist diese Stelle in d i N si istellend Raten Feta eee 1 U 8 orrec 5 un er au enes 2 005 en 1 lese elle in der vorigen ummer sinnentstellen Da r m st a 187 15. Februar 1871. zum Abdruck gekommen, was berichtigend bemerkt wird. der Vorstand des Hülsbereins im Großher⸗ 10 2 8 jogrhum Hessen für die Krankenpflege und Die Saumenhandlung„Zum strinernen Haus“ JI Se er Se e 7 Der Vorsitzende: Der Schriftführer: 100 von A. Weber. A. Buchner. Georg Andreas in Frankfurt a. M., Markt 44, J D a u E halt ihr Lager in allen Gattungen 5 f 465 Belm Scheiden aus dem uns so lieb gewordenen ö Gemüse⸗, landwirthschaftlichen⸗, Wald⸗& Blumen ⸗Saamen en gros& en detail unter Zusicherung reellster und billigster Bedienung bestens Bad Nauheim sagen wir dem Herrn Med tzinalrath Dr. Bode und Herrn Dr. Bode jun. für die gute i 3.. und freundliche Behandlung im Reseive⸗Lazarelh Trink⸗ 5 npfohlen. Cataloge gratis& franco. 403 dalle unsern innigsten Dank, insbesendere auch den fang 78 2 werlden Damen für die liebevolle Pflege und Auf⸗ und 1 meiksamkett, die dazu beitrug, uns den Aufenthalt in Dite 1 1 II im E 1 1 E U Naudeim während unserer Krankheit so angenehm zu Folge machen, daß die bier verlebten Tage eine herrliche, bur .. 8 f unausöschliche Erinnerung bet uns zurückgelassen. 1 0 446 zur Reichetegswahl mit dem Namen des Herrn Georg v. Wedekind können in Empfang Nochmals berzlichen Dank. Aue genommen werden in Butzbach bei M. Kuhl, Friedberg bei C. Scriba, Groß Karben Köster Unterossizter der Garde⸗Artillerle. bol bei K. Mai, Vilbel bei W. Kullmann, Altenstadt bei Aug. Geiß, Büdingen Abel, Gesrelter im 4. Ingentcur-Corpa. tber bei Pf. Habermann, Nieder-Mockstadt bei Aug. Cullmann.* all — Veeere Oelfässer, Li— 4„ 4 11 E N l. d 1 1 g. 8 5 390 zu Pfuhl ꝛc. ꝛc., bet Georg Groß. 15 477 Die Wähler unserer Stadt werden auf Donnerstag Abend 8 Uhr zu einer Besprechung K f— 4 b im obern Lokal des Herrn C. F. Walz eingeladen und wird um zahlreiche Betheiligung gebeten. ricgs& riedensnummern bie der Gartenlaube. 8. b 5 Nr. 9 7 460 Allen freisinnigen Wählern des 2. Wahllreises empfehlen wir zum Abgeordneten Inbalt: Die Zuwider⸗ Wurzen. Eine Geschichte lun für den Reichstag aus den bairischen Bergen. Von Hermann Schmid. 5 5 4 3 65 5 Aus 7 Region. Von Guido Hammer. 7 0 ti Abblleung: Die Beute des Adlers. Original- ani Herrn Georg von Wedekind In Darmstadt. zeichnung vem Berfasser.— Um Paris herum. Von 5 riedrich Gerstäcker. III. Auf dem Mont Valerten.— Im Hauptquartier des Prinzen Friedrich Karl. Von bert unserem Berichterstalter Georg do n. Zwoͤlster Brief. Zuse 5 7 Unter dem Kreuze von Genf.— Aus 1116 8 Für, Poltzeiteben des ersten französischen Kalserreichs: Die 8 Zur Meichstagswahl 5 Kinder polizei. Die Poltzemd tener. Die coiberische 80 5 3 a Cobo te. Saß. ee 8 Bläuer und 6 71 Die Gegner des Herrn Buff machen es demselben in erster Linie zum Vorwurfe, daß] Büden: Das Kbaisewägelcht. Von Georg Foren.— a er nicht allen Sitzungen des Reich stages beigewohnt habe, und doch empfehlen sie Herrn A. ee eee ee 15 von Wedekind, der sich des gleich en Vergehens in unserem Landtage schuldig gemacht z[dnungen: St. Denis, binter Fort Double 10 der sogar am verflossenen Samstag ehne trifftigen Grund die Sitzung versaumte, in welcher douronne, am 29. Jan. 1871; Beider Rlesen⸗ et eine für Friedberg— dessen Landtags- Abgeordneter er ist— sehr wichtige Angelegen-[Kanone auf Fort La Belche, am 30. Januar das heit— bie Eisenbahnfrage— berathen wurde. Dank der Verwendung anderer Herren im dera e eee dan uu nd Landtage ist die Sache zum Vortbeile für Friedberg entschieden worden; aber dennoch hat“— 98 7 0 uns das Fehlen des Herrn v. Wedelind so mißfallen, daß wir uns vorgenommen haben, nun 4 dung nicht ihm, sondern Herrn Buff, der im Reichstage ebensoviel wirken kann und wirlt, wie 11 verpa 0 en.. er, unsere Stimmen zu geben. Ein Gleiches zu thun, erwarten wir von allen unsern Mit— 8 i. elde bürgern, denen das Wohl ihrer Vaterstadt am Herzen liegt. Auch ersuchen wir sie, freim islig 5 50 e 15 eee elrca e ag zur Urne zu eilen und sich nicht von dem cinen oder andern Herrn, der sonst nicht ihrer pech Nachlasse ter ecuken ene e Ned ain Freundschast und Dienste begehrt, dahin geleiten oder treiben zu lassen. zu verpachten durch Curator Peter Best II. 0 a Mehrere Wähler. in Bruchenbrücken. ger