f encral n 19. 5. Ai ben U dem⸗ — derselden det det⸗ a Netze ade 9e. auf 7000 dunts. an 10 det Berlust a derselbe an nach- darken ge⸗ elt dt Armtt 8 . Quentin u Truppe 1 Ectttalt Tterd be⸗ Cas alttit⸗ 00 Larer⸗ al geichen „ Lratt, det Ften · 28 Adgtold⸗ amn; gegen 15 rt el r Hestch. Girnttalt lung ven Franzosen gttäumt, bittohttz. du Nord- 1 Nord⸗ erbaͤrs nile te. 19. Jan. Aichttiben. sewit der AU iht 1. Die 41 bor! 68. l. 20 til, At derde N . 1871. Donnerstag den 26. Januar. M11. 1 * berhessischer Anzeiger. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Fritdberger Jutelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. — —— Für Februar und März kann man bei der Post mit 32 kr. abonniren. Bei der Verlags-Expedition werden nur halbjährige Abonnements(resp. für 5 Monate) angenommen. So weit der Vorrath 2 reicht, werden die Nummern vom Monat Januar gratis nachgeliefert. Kriegs nachrichten. Officielle militärische Nachrichten. Versailles, 22. Jan. Vor Paris er⸗ — 5 die Beschießung gegen St. Denis gute esultate. Am 22. verstummte dort das Feuer af ganz. In St. Denis, wie auch in Paris, semerkte man mehrere Feuersbrünste. Eine fliegende Colonne unter Oberstlieutenant Debschitz zersprengte in der Gegend von Bour⸗ nont an der oberen Maas Mobilgarden; feind— licher Verlust über 180 Mann, diesseits 4 ver- vundet. v. Podbielsky. Bourogne, 22. Jan. In der Nacht vom 21. zum 22. wurden die Laufgräben gegen die Perches in der Linie Danjoutin bis Perouse ohne Berlust eröffnet. 4 v. Tresckow. Versailles, 23. Jan. Am 21. Januar besetzten Abtheilungen der deutschen Süd- Armer nach leichtem Gefechte Döle und nahmen 230 nit Lebensmitteln, Fourage und Bekleidung be— ladene Eisenbahnwagen. Am 22. Januar wurde die Eisenbahn-Mosel- brücke zwischen Nanch und Toul durch eine Franktireurs-Bande gesprengt. Im Norden hat die erste Armee das Terrain bis zu den Festungen vom Feinde gesäubert. v. Poadbielsky. Aus Versailles wird vom 18. Januar über die Feier der Annahme des Kaisertitels Seitens des Königs gemeldet: Morgens rückten die Fahnen und Standarten aus den Conton— nements der dritten Armee und der beiden bayerischen Armeccorps hier ein. ½12 Uhr war Versamm⸗ lung in der Spiegel- Gallerie(„des Glaces“) guf der Gartenseite. In der Mitte stand ein Altar, umgeben von der Militärgeistlichkeit der dritten Armee. Am Ende des Saales befand ssch eine Estrade, auf welcher Fahnen und Standarten fanden. Die Mannschasten, welche die Fahnen cbcortirt hatten, und Deputationen der Regimenter landen links, die Militärmusik rechts neben dem Altar, das Offiziercorps an den Langseiten des Altars. In den Vorsälen und auf den Treppen befanden sich, als Stabswache, Repräsentanten aller Regimenter der Armee. Der König, der Kronprinz und die übrigen Prinzen und anwesen⸗ den Fürsten nahmen gegenüber dem Altare Platz Nach Absingung eines Chorals folgte die Liturgie, de Festrede hlelt der Divisionsprediger Rogge. Der König begab sich nach der Estrade, hinter uhm die Fürsten. Der König hielt eine Ausprache, worauf die Verlesung der bezüglichen Urkunde durch den Grafen Bismarck statifand. Die gunbgebung der Proklamation über die Annahme bes Kaisertitels folgte. Die Anwesenden stimniten ein in den Ruf:„Hoch Kaiser Wilhelm!“ Ein Desile schloß die Feier.— Graf Bismarck ist zum Gent rallitutenant ernannt worden. — Unterm 18. d. hat der König aus dem bauptquartler Bersallles anläßlich der Uebernahme ur Kalserwürde folgenden Armkebefehl erlassen: „Mit dem heutigen Tage, für mich und mein Haus so denkwürdig, nehme ich im Einverständ⸗ eiß mit allen beutschen Fürsten unter der Zu- 9 1 N stimmung der deutschen Völker neben der durch Gottes Gnade ererbten Stellung eines Königs von Preußen auch die eines deutschen Kaisers an. Eure Tapferkeit und Ausdauer, für welche ich Euch wiederholt meine Anerkennung aussprach, beschleunigte das Werk der neueren Einigung Deutschlands: ein Erfolg, den Ibr mit Einsetzung Eures Blutes und Lebens erkämpftet. Seid ein- gedenk, daß der Sinn für Ehre, treue Kamerad- schaft, Tapferkeit und Gehorsam eine Armee groß und siegreich macht. Erhaltet Euch in diesem Sinne, dann blickt das Vaterland immer wie heute mit Stolz auf Euch und Ihr werdet immer sein starker Arm sein.“ — Der„Times“ wird aus Versailles vom 14. Januar geschrieben: Es steht fest, daß sich die deutsche Artillerie als sehr gut bewährt, daß sie aber die der Franzosen nicht in dem Maße übertraf, wie es wohl die ersten Tage der Fall zu sein schien. Die Batterien der Deutschen sind gewöhnlich gruppenweise aufgestellt. So zählt man, von der Linken angefangen, Nr. 1 isolirt, die von Montretout dicht bei St. Cloud, dann folgen vier auf dem Plateau von Meudon, darch ein Thal getrennt Nr. 19 und 20, woran sich zur Rechten und im Hintergrunde der letzten vor Plessis Piquit zwei weitere schließen; endlich folgt eine lange Reihe vor der bayerischen Redoute am Rande des Plateau's von Bievre, oberhalb Cha- tillon, Fontenay, Bayneux c., eilf an der Zabl. Ohne Indiscretionen zu begehen, kann angegeben werden, daß am 12. ein Laufgraben zwischen Chatillon und Clamart eröffnet wurde. Die erste Parallele auf dieser Seite. Bei Nacht rückten 1200 Pionniere unter Bedeckung von 2500 Mann zum Ausschauseln aus und arbeiteten so wacker, daß Morgens gegen 4 Uhr die Tranchee vollendet war und sie mit Hinterlassung gut gedeckter Wachen zurückgehen konnten. In der Nacht vom 13. nun richteten die Franzosen einen starken Angriff, nach Aussage der Gefangenen mit acht Mataillonen, gegen diese Parallele. Starkes Ge— wehrfeuer entwickelte sich auf der ganzen Linie und die deutschen Batterien sprachen auch ihr Wort mit. Drei Bataillone Bapern hielten den Anstoß drei Stunden lang aus und warfen schließ— lich die Feinde mit dem Bayonette zurück. — Die deutsche Armee, welche neuerdings im Südosten Frankreichs gebildet und unter den Oberbefehl des Generals der Cavalerie Frhrn. v. Manteuffel gestellt worden ist, hat die Benennung deutsche Südarmee erhalten. Sie wird ihre Operationen aach dem Süden Frankreichs aus- dehnen. — Nach der„Straßb. Ztg.“ sind in Mühl⸗ hausen am 19. Jan. 504 Gefangene von der Armee Bourbaki's angekommen, 800 Gartbaldianer waren angekündigt. Umgekehrt brachte der Zug von Straßburg 8 Geschütze schweren Kalibers für Belfort. Die dortige Garnison soll täglich Ausfälle machen, das Feuer der Belagerer fast keinen Augenblick aufhören. — General v. Werder hat folgenden Armee— Befehl erlassen:„Das 14. Armeecorps und die um Belfort vereinigten Truppen haben durch ihre außerordentlichen Leistungen in Ertragung von Strapazen, größter nur denkbarster Art, sowie durch ihre glänzende Tapferkeit dem Vaterlande einen Dienst geleistet, den die Beschichte gewiß zu den denkwürdigsten Ereignissen des ruhmreichen Feldzuges zäblen wird. Es ist uns gelungen, den sehr überlegenen Feind, der Belfort entsetzen und in Deutschland einfallen wollte, aufzuhalten und sodann siegreich abzuweisen. Mögen die Truppen, auf deren Leistungen die Augen Deutsch⸗ lands gerichtet waren, zuvörderst in diesem Er- folge einen Lohn für ihre Mühe erblicken. Der Dank Sr. Majestät wurde mir bereits aller⸗ gnädigst übermittelt. Meine aufrichtigsten Glück⸗ wünsche für diese ruhmreichen Tage vom 14. bis 18. Januar füge ich binzu. gez. v. Werder. — Nach langer Pause wieder einmal ein Lebenszeichen von der Festung Bitsch. Dem „Niederrh. Kur.“ schreibt man von dort vom 20. Januar:„Nach drii Monaten Ruhe hat, wie es scheint, die französische Besatzung lang- weilig gefunden, Zweibrücker Bier zu trinken, pfälzer Ochsensleisch zu essen und die von der deulschen Post bezogene„Jndependance belge“ zu lesen. Zur Abwechslung hat sie nun in der letzten Nacht einen durch lebhaftes Artilleriefeuer unterstützten Ausfall gemacht, wurde aber von dem bayerischen Observationstorps zurückgeschlagen. Verlust noch unbekannt.“ Straßburg. Nach einer in mehreren deut- schen Blättern erschienenen Anzeige bat das Bundeskanzleramt eine Lieferung von 80 Loco- motiven und 2000 Wagen für das General- gouverntment Elsaß ausgeschrieben. Diese mit Rücksicht auf die Verkehrsverhältnisse sehr erfreu⸗ liche Thalsache ist auch nach einer andern Seite hin nicht ohne Interesse: da nämlich die biesige Eisenbahnbetriebs-Commission bisher vom preußi⸗ schen Handelsministerium ressortirte, so wird durch die Intervention des Bundeskanzleramtes in dem vorliegenden Falle bereits der Uebergang von Elsaß und Lothringen in die Stellung eines reichs- unmittelbaren Vorlandes angedeutet. — Ein zweites Zeitungsverbot in Straßburg: „Bekanntmachung. Die in Basel erscheinende Zeitung„Schweizerischer Volksfreund“, Organ der Liberalen Basels, welche in feindlicher Weise gegen die deutsche Verwaltung agtitirt, wird bier mit für den Bezirk des General- Gouvernements verboten. Straßburg, den 20. Januar 1871. Der General-Gouverneur im Elsaß: Graf von Bismarck- Bohlen, Generallieutenant.“ Aus Baden, 23. Januar. Lure und Vesoul sind wieder von den Truppen des Generals v. Werder besetzt. Mit der temporären Räumung Vesouls war seinerzeit auch die Etappen straße für die badischen Truppen über Epinal aufgegeben und gingen alle Transporte über Mühlhausen bis Dannemarie. Jetzt wird jene Route wieder in Gang kommen. Gray ist gleich- falls von den Deutschen besetzt, ebenso nach fran— zösischer Meldung Döle, von wo die südliche Bahnlinie nach Lons le Saulnier führt, vielleicht die einzige Straße, die für Bourbaki noch frei bleibt. Es ist sehr fraglich, od der Weg nach Westen nicht bereits in Folge des für Garibaldi ungünstigen Gefechts bei Dijon verlegt ist. — Ueber die Fortsetzung der Operationen gegen Bourbaki meldet der Telegraph bis jetzt nichts, dagegen hat General v. Treskow in der Belagerung von Belfort wesentlich Fortschritte gemacht, die Gehölze Taillis und Baillg, sowie das Dorf Perouse dem Feinde abgenommen und seine Batterien bis auf 1200 Schritt dem Fort Perches genähert. Aus Mühlhausen wird ferner von zahlreichem Geschütze gemeldet, das nach Belfort destimmt, diese Stadt passirte. Da noch immer Nichts über das Eintreffen Bourbaki's in Besangon verlautet, dürfte sich die Lage dieses Generals immer schlimmer gestalten. Hessen. Darmstadt. Am 22. Abends kamen mit der Bahn die 5 von unserer Infanterie bei Chambord genommenen französischen Geschütze hier an. Mit Blitzesschnelle hatte folgenden Morgens sich diese Kunde in der Stadt verbreitet und rasch prangte die Rheinstraße und mehrere Nebenstraßen im Fahnenschmuck. Eire unabsehbare Menschenmenge hatte sich dald am Bahnhof ge— sammelt, um den Einzug der Geschütze und ihrer tapferen Begleitmannschaft, zu deren Empfang die ganze Garnison in Galla ausgerückt war, mit anzuseben. Unter unermeßlichem Jubel langten dieselben unter Führung des bei dem Sturm auf Schloß Chambord betheiligten Lieutenants Neßling um 11 Ubr im Großberzoglichen Schloß an, um von dem Großherzog inspicirt zu werden. Der⸗ selbe richtete im Schloßhof an die Tapferen eine Ansprache, worauf die Geschütze in's Zeughaus übergeführt wurden. — Wohl im Hinblick auf die bevorstehende Capitulation von Paris ist Großherzoglichem Kriegsministerium der Auftrag geworden, für die Aufnahme von 3000 Gefangenen Räumlichkeiten herzustellen, und ist deßhalb die sofortige Errich- tung eines Barackenlagers auf dem Exertierplatze, gegenüber der Reiterkaserne, angeordnet worden. Die Arbeiten, unter Leitung des Militärbau— meisters, Herrn Baurath Wehland, haben bereits begonnen, und wird das Lager in etw 3 Wochen fertig dastehen. Es werden Holzzelte mit doppelter Verschalung, Werkstätten für Schuhmacher und Schneider, eine große Küche, Wohnung für den Lagerinspicienten, Wachtlocal ꝛc. errichtet. Das Ganze wird mit einem Graben umzogen. — Die Subscription auf 30,600,000 Thaler oder 4,500,000 Pfund Sterling, fünfjährige, fünfprocentige Schatzanweisungen des Nord- deutschen Bundes findet gleichzeitig bei den in einer Bekanntmachung vom 19. Januar 1871 bezeichneten Stellen am Donnerstag den 26. Jan. und am Freitag den 27. Jan. a. C., von 9 Uhr Vormittags bis 1 Uhr und von 3 bis 5 Uhr Nachmittags(hier bei der Oberpostkasse) statt und wird alsdann geschlossen. Der Subscriptionspreis ist 96½% und sind die Bedingungen derselben die der letzten Ausgabe von Schatzanweisungen. Mainz. Die Dislocation der Gefangenen wird auf's Aeußerste beschleunigt: 8000, nach Umständen auch 12,000, werden von bier in Garnisonen in's Innere verlegt, dagegen 15,000 von den neueren Gefechten bier erwartet. Bereits sind einige Züge abgelassen. Der Eisenbahn— verkehr dient überhaupt fast ausschließlich seit einigen Tagen dem Kriege. Eines Theils werden die französischen Arsenale gänzlich geräumt, und kommen seit einigen Tagen auch massenhafte Trans- porte von ganz neuen eroberten Gewehren hier an. Anderen Theils haben die Eisenbahnver— waltungen der rheinischen Linien Weisung erhalten, sofort große Wagen⸗Colonnen zur Verfügung des Hauptquartiers(wahrscheinlich für Gefangenen und andere von Parié abzulassende Transporte) bereit zu stellen. Preußen. Berlin. Graf Bismarck wird, wie man von bier meldet, seinen bisherigen Amis— titel als norddeutscher Bundeskanzler in den eines deutschen Reichskanzlers verwandeln. — Dieser Tage wurden zwei hier lebende Franzosen, Dr. Mercier und sein Secretär, auf Requisition des 9. Armeccorps-Commandos ver— haftel, weil sie der Conspiration mit französischen zur Untersuchung nach Altona befördert. f — Die„Kreuzztg.“ schreibt:„Nachdem Graf Bismarck abgelehnt hatte, Jules Favre einen Ge⸗ leitschein auszustellen, bat sich dieser an die Militärbehörde mit dem Ersuchen um einen Passix⸗ schein gewendet, von welcher er ihn natürlich ohne alle politischen Consequenzen erhalten hat.“ Sachsen. Dresden. Nach einer Ber- liner Correspondenz des„Dresdener Journals“ dürften die allgemeinen Reichstagswahlen am 3. März, die Berufung des Reichstags zum 9. März und die Einberufung des Bundesrathes zum 20. Februar erfolgen. Bayern München. Die„Correspondenz Hoffmann“ meldet, daß die Gemeindebehörden an⸗ gewiesen werden, die Wählerlisten für den deut— schen Reichstag ungesäumt herzustellen und am 3. Februar öffentlich aufzulegen. — Der Minister Freiherr v. Prankh und v. Lutz sollen in den nächsten Tagen behufs Voll⸗ ziehung der Ratification der Bundesverträge nach Berlin abreisen. Würtemberg Stuttgart. Der„St.“ Anz.“ erfährt laut einer telegraphischen Mittheilung der Direktion der Verkehrsanstalten in Karlsruhe, daß wegen erfolgter Sprengung der Moselbrücke bei Toul momentan nur Truppen- und Muni⸗ tionszüge, nicht aber Lastzüge über Toul nach Paris befördert werden können 5 — Wie der„Staatsanzeiger“ vernimmt, würden die Reichstagswahlen, welchen die Er— öffnung des Reichstages alsbald nachfolgen dürfte, nicht vor Anfang März stattfinden. Schweiz Basel. Der hiesigen inter⸗ nationalen Agentur ist die Nachricht zugekom⸗ men, daß allein zwischen Belfort und Lure über 2000 französische Verwundete von Bourbaki ohne Hülfe zurückgelassen wurden, daß dieselben zwar so gut als irgend möglich von den Be— wohnern der Orte untergebracht worden, daß es aber an ärztlicher Behandlung fehle. Un— verzüglich sandte dann diese Agentur Aerzte und Krankenwärter dahin. Bourbaki's Rückzug muß demnach ein sehr überstürzter gewesen sein. Bern, 23. Januar. Nach Berichten aus dem schweizerischen Hauptquartier marschirt ein französisches Detachement mit Geschützen der Grenze entlang auf Abbevillers. Frankreich. Bordeaux. Das„Journal officiel“ cus Paris enthielt die Nachricht aus Bordeaux vom 14. Jan., dahin lautend, daß General Chanzy geschlagen sei und 12 Geschütze sowie 10,000 Mann Gefangene verloren habe. Die„Corrtspondance Havas“ vom 20. Januar sagt hierzu, daß sich Paris hierdurch in seinem Stoicismus nicht beirren lasse; indessen sei mit Rücksicht hierauf dem Angriff der Pariser Be— satzung gegen die Position des Feindes im Süd— westen der Hauptstadt plötzlich Einhalt gethan worden, da der Generalstab wahrscheinlich während des Kampfes am 19. Jan. von dem Rückzug des Gentrals Chanzy Nachricht erhielt und unnützes Blutvergießen vermeiden wollte. — Ueber den letzten Pariser Ausfall liegen folgende Nachrichten vor: Der Kampf begann Morgens und erstreckte sich von Montretout bis Ravin(2). Französischerseits waren 10,000 Mann und starke Artillerie im Gefecht. Der Rapport des Generals Trochu von 10 Uhr Abends besagt: „Der Tag begann glücklich, hatte aber nicht den Erfolg, den wir erwarteten. Der Feind ent— wickelte starke Artillerie mit bedeutenden Infan⸗ terieresetven. Um 3 Uhr gerieth unser linker Flügel ins Wanken; bei Anbruch der Nacht konnte die wieder versuchte Offensive nicht zur Entwick⸗ lung gelangen, da das feindliche Feuer hestig fortdauertte. Wir außten deßhalb die von uns besetzten Höhen räumen. Der Kampf war blutig.“ General Trochu befahl dem Genkcralstabschef Schmitz, um einen 48 stündigen Waffenstillstand nachzusuchen. — 22. Jan. Starke feindliche Colonnen mit Artillerie haben gestern versucht, Dijon zu nehmen. Die Garibaldianer haben den Angriff in cinem zwölfstündigen Kampf zurückgeschlagen. (Kriegsgefangenen verdächtig ind. Sie würden] Die Schlacht dehnte sch von Val Sußel biz“ Fontainelez Dijon und Talant aus. Unsere Truppen haben ihre Positionen gehalten und haben andere genommen. Die Verluste sind beträch! aber geringer als die des Feindes. Die Schl hat heute wieder begonnen.(Ueber die vor-“ erwähnte Schlacht sind bis jetzt noch keine Nach⸗ richten von deutscher Seite eingetroffen.) — Die Antwort des Generals Aurelles de Paladines an Gabetta lautet: Ich will ein Commando nur dann haben, wenn es mir von einer ordnungsmäßigen Regierung übertragen wird, die es ihre erste Amtshandlung hat sein lassen, die Ehrsüchtigen und Unfähigen, die Frankreich zu Grunde gerichtet haben, vor den Richter zu stellen.“ — Die Regierung erhielt am 22. Januar von Spanien die officielle Notification der Thron⸗ besteigung des Königs Amadeus. Berichte aus Marseille vom 21. Januar melden, daß auf Be⸗ febl des Präfecten 1200 Deutsche ausgewlesen wurden. 0 5 Lille. Die Journale sprechen sich zu Gunsten des Friedens aus. Das„Echo du Nord“ schreibt: „Die Menschlichkeit redet eine lautere Sprache als die Empfindlichkeit und Eigenliebe. Unsere Ehre ist unverletzt. Die Londoner Conferenz bietet unsern Bevollmächtigten von Neuem die Gelegenheit, dem Kaiser von Deutschland entweder das Schwert oder den Oelzweig darzubieten. Wir müssen diese Gelegenheit ergreifen, die Mensch⸗ lichkeit, die Vernunft gebieten es!“ Ebenso spricht sich das„Memorial de Lille“ aus. 1 — Der General Paulze de Ivoy ist hier angekommen. Die Franzosen sollen bei Saint Quentin nur 30—35,000 Mann stark gewesen sein. Die preußische Artillerie zählte 180 Ka⸗ nonen. Die Mobilen von Lille zeigten sich wäh⸗ rend der Schlacht sehr standhaft.— Preußische Ulanen haben sich des Bahnhofs von Cattenieres (südöstlich von Cambrai) bemächtigt. Ein feind⸗ liches Detachement hat bei Rumilly, in der Nähe von Masnieres, Arbeiten zur Aufstellung von Belagerungsbatterien gegen Cambrai begonnen. Aus guter Quelle wird berichtet, daß die bei der Schlacht am 19. d. betheiligten preußischen Truppen theilweise unter die Mauern von Paris zurück- gekehrt sind. — 23. Jan., Abends 10 Uhr. Gambetta ist nach Calais abgereist. Vor Longwy wufde am Nachmittag ein Ausfall zurückgewiesen. Ein am Vormittag gemachter Versuch, die Festung durch Ueberrumpelung zu nehmen, ist mißlungen. — 22. Januar. Die Beschießung von Cam- brai hat seit heute Nachmittag 1 Uhr begonnen. Die Nordarmee wird überraschend schnell reconstituirt; die zerstreuten Soldaten kommen in Masse zurück. General Faidherbe ruhte einige Tage hier aus; er wird heute wieder abgehen. — Aus Arlon vom 23. Jan. wird gemeldet: Das Bombardement von Longwy wird Tag und Nacht fortgesetzt. Die Festung antwortet schwach. Die„Etoile belge“ will wissen, daß das Bomj⸗ bardement von Cambrai bereits begonnen habe. Dasselbe Blatt meldet aus Lille, 23. Januar, es habe an diesem Tage daselbst unter dem Vorsitz Gambetta's ein Kriegsrath, an welchem die Ge⸗ nerale Faidherbe, Farre und Paulze theilnahmen, stattgefunden. Der General Robin ist seiner Stelle als Divistonsgencral enthoben und an seiner Stelle Oberst Isnard ernannt worden. — General Faidherbe hat eine Proclama-⸗ tion an seine Truppen gerichtet. Er beglück⸗ wünscht dieselben zu ihrer guten Haltung und erklärt, nach einigen Tagen der Ruhe träfen Diejenigen, welche geschworen Frankreich zu Grunde zu richten, die Nordarmee wieder auf dem Kampsplatz.— Hier ist das Gerücht ver⸗ breitet, Landrecies sei bereits cernirt. Bei Jvuy(uordöstlich Cambrai) haben sich preu⸗ bische Plänkler gezeigt, 1 Havre, 22, Jan. Die Deulschen haben Orbee besetzt, nachdem sie ein Gefecht mit der Nationalgarde gehabt. Lisieux ist bedroht. Gace soll 45,000 1 Contributi nen entrichte 5 und hat davon 10,000 Frs, bereit begabt. Die 3. 7 1 1 Preußen rücken eben in Bern ay ein. 1 * Belgien 1 el. Pariser Ballon-Nach⸗ * und dan richten dom 20. e 1 das Bom⸗ a mee bardement zugefügten Verluste auf 86 Todte und Sa 215 Verwundete an. Das„Journal officiel“ a% dom 19 d. veröffentlicht eine neue Proklamation 2 15 der Regierung, worin die Aufforderung zum et)* ußersten Widelstande wiederbolt wird. 13— 24. Jan Das bier eingetroffene 0 „ e aal pour leg Absents“ meldet; Paris, 20. Jan. „„ General Lesto ist isterimistischer Gouverneur don egen b. Paris wäbrend der Abwesenheit des Generals % ba Trochu.(2) Derselbe übernimmt gleichzeitig den % Oberbefehl über die gesammten Streitkräfte, ein- — n chließlich der in den Forts und den vergeschobenen — Werken befindlichen Truppen. Ein Decret der 6 2 Regierung ordnet an, daß alle Personen, die noch 1 An. GBetreide in den Häusern aufbt wahren, Lahe 8 dieses der Regierung zu melden baben, widrigen * f alls das Getreide consistirt und die betreffenden 1 personen mit Geld- und Gefäpgnißstrafe belegt eue perden. i f r— Die„Independance“ meldet aus Paris — Feen dom 21. d. Abends:„Drochu bat seine Sa, Demisson gegeben. Seine Collegen baten een ihn, die Prasidentschaft des Conseils und die eien Gouvernturswürte beizubehalten. Mit der Ver- Laue e beidigung det Stadt soll ein General betraut de perden, alle aber refusiren diese Berantwortlich- ken, keit. Dorian refufirt gleichfalls das durch den Rück. tu Rensch⸗ ritt Leflo's erledigte Kriegsportefeuille. Delescluze dense pticht urn sich daß — Prcui sch. 2 Centrierttt n iat · r brr Nabe rü rng 901 degengen. du dei der Im Tippen 2 surudi· bi Feng F nggtl. rn Can; F begerten. r schntll kennts tn unt einigt 5 abgehen. — SGambetta noch weiter folgen wolle und könne. 4 droponirt mittelst Affiche, es sollten 200 Volks- repräsentanten gewählt werden.“ — Die„Invepeadante“ sagt: Aus unseren dis zum 21. Jan. reichenden Ballonnachrichten geht hervor, daß in Paris wegen des Mißglückens des blutigen Ausfalls vom 19. d., der eine Aeberrumpelung von Versallles zum Zwecke batte, eine sehr gedrückte Stimmung berrscht. Gegen Trochu wachsen täglich die ungerechtfertigsten An- schuldigungen, weil er gegen Unmögliches nicht inzukämpfen vermag. — Dasselbe Blatt demerkt zu der Ansprache Bambetta's in Lille, es sei fraglich, ob die Be— völkerung Frankreichs, insbesondert die des Nordens, Aus Lille liegen hierüber sebr widersprechende Mittheilungen vor. Großbritannien. London. In der ersten Sitzung der Conferenz gaben die Vertreter der Pforte, Rußlands, Deutschlands, Oesterreichs Italiens in dieser Reihe Erklärungen ab, welche den lebhaften Wunsch der betreffenden Eabinette, den Frieden im Orient erhalten zu sehen, ausdrückten. AStalien. Florenz. Der Vertheidigungs— zusschuß hat in der Kammer den Kostenauschlag für die Vorlage, betreffend die Errichtung von Befestigungen in Italien, eingereicht. Die Gesammtaus gabe beläuft sich auf 80 Millionen. Nach der Vorlage soll auch Rom befestigt werden. — Im Senat hat die Discussion bezüglich 17 Verlegung der Hauptstadt begonnen. — Dem Vernehmen nach ist eine Depesche Garibaldi's hier eingetroffen, worin derselbe mittheilt, daß er eine Niederlage erlitten habe. Rom, Prinz Humbert ist mit der Kron⸗ prinzeß Margaretha hier eingetroffen. Die- selben wurden enthusiastisch empfangen. Turin. Das Nizzardische Comite bereitet die Publikation eines Memorandums an die —9 K vor, welches 32 Seiten stark, unedirte Briefe Cavour's enthält, wonach die Annexion von Nizza gegen den Willen desselben erfolgte. h. Friedberg, 24. Januar. Die Gegenstände tesp. Geschenke opferwillig gesinnter Menschen hiesiger Stabt und Umgegend, welche nächstens zum Besten der e hier dürchkommender verwundeter und kranker oldaten zur Ausspiclung kommen sollen, find in dem on Frau Theobald beteitwilligst Uberlassenen Saale 4 Hotel Trapp zur Beschauung der sich süe diese Sache mlekessirenden ausgestellt worden und heute um 2 Uhr biese Maeselung im Bessein des Herrn Reglerungsrath app und anderer Eingelabenen, des leltenbden Damen KGomie'e und des Comites für Verpflegung durchziehender Truppen erkssnet worden. Die jungen Damen, welche und mit gt Batet und anzuerkennender Rührlg⸗ elt alle Weschäste besorgt, die eine solche Sache erheischt, uschen nur, baß recht viele Bewohner hiesiger Stadt nd Umgegend die Ausstellung besuchen möchten. Wlr heilen.— 1 denn wir sind überzeugt, daß Nie; mand dies edigt verlassen wird. Die in dem sceundlichst decorirten Saale ausgestellten, zur Verloosung kommenden Gewinnste gewähren einzeln und in ihrer Gruppirung einen prächtigen Anblick und rufen dadurch, und weil diese ganze Sache wiederum einen schönen Beweis von der unter uns allgemein bestehenden Vaterlandsliebe liefert, edle Empfindungen, reine geistige Freuden in uns hervor. Unterstützen wir nach Kräften die Vertheidigung unseres geliebten Vaterlandes bis das Wort unseres Schiller zur vollen Wahrheit wird: O schöner Tag, wenn endlich der Soldat In's Leben heimkebrt, in die Menschlichkelt, Zum frohen Zug die Fahnen sich entfalten Und beimwärts schlägt der sanfte Friedensmarsch! Fraukfurt, In der Nacht vom Samstag zum Sonntag passitten eine Menge Gefangenenzüge mit den verschiedensien Bestimmungsokten bier durch. als Kassel, Sproltau, Melsungen c. Verwundete und Rranke kamen gestern in mehreren Zügen, einmal 80 von Velsort, J0 et und Zaer, dann 400; beim ersteren Zuge waren auch circa 70 Gefangene, welche mit der Weserbahn weiter de⸗ sördert wurden. Sie bildelen einen gigenthümlichen Aus⸗ zug, indem die meisten auf Holzschuhen einherklappecten, zum Theil unter'm Arm tragend, neben halben und ganzen Broden, Wein- und Bierflaschen und allerlei Gepäck, die an der Spitze marschirenden Offiziere nicht ausgenommen. Es war meist Mobilgarde, kleine Leute, alt und jung, zum Theil in Cipilkleidung, von zwei Priestern begleitet. Mangel an Lebensmitteln schienen sie unterwegs nicht ge⸗ litten zu haben, denn sie ließen beim Aussteigen eine Menge Brod und legte Flaschen in den Waggons zurück Frankfurt. Die Wohnungsnotb sieigert sich bier von Woche zu Woche. Wie wir vernetzmen, baben einige Männer den Plan angeregt, die seiner Zett vom Verein zur Förderung daulicher Interessen ausgegangene Oe sellschaft, welche wegen der Zeitumstände im Jahre 1866 nicht zur Thätigkeit gelangen konnte und den Zweck hatte, dillige Wohnungen, kleine und mütlere, in der Nähe den Danauer Bahn zu erbauen, zu reconstitultren, was gewiß tine, große Wohlthat sein würde. Manche Familien fine in bet letzten Zeit gezwungen worden auf's Laut zu ziehen und Morgens in die Siadt zu kommen.— Die Garuisonsbalaillone, welche hier zusammengestellt werden, erhalten eine gemischte Ausrüstung. Das Gewehr ist das pieußische Zündnadelgewebr, das Seitengewehr den Fran- zosen abgenommen, das Centraldepot in Mainz liefert die Armaturstülcke. Aus Thüringen. In Erfurt sind auch die In⸗ haber von Mietb wohnungen zur Aufnahme militäzischer Einquartierung verpichtei. Ein dasclbst keiegsgesangenen sranzssischer Offizier bat sich seine Familie kommen lassen und mit derselven eine Mtoswohnung bezogen. Nach einer Notiz der„Tbüt. Zig.“ val dieser gefangene Fran zose dieser Tage zwei stramme Landwehrmänner als Ein⸗ guartierung erbalten. Das ist wohl der erste Fall, daß ein icanz. Gefangenen mit deutscher Einquat erung beebrt wird Leipzig, 14. Jan. Wie sehr die Gartenlaube⸗ die Gunft, welche ihr das Publikum fortwährend ent gegendringt, zu verdienen sucht, geht daraus hervor, daß sie angesichts der sich vorbereitenden großen Ereiguisse neuerdings die beiden bekannten Schrifistellet F„ Gersftäcker und Fr. Hofmann auf den Kriegs chauplatz gesendet bat. Da sie berells in Georg Horn, O. v. Corvin und L. Pieisch drei namhafte Berichterstalter del den deutschen Oteten bat so dürfen wit in nächster Zeit eine Reihe bet intetessantesten Schilderungen erwarten. Pat s. G. de Melisari, Milardeiter an den „Ocbats“, bat folgendes Schreiben an sasue Freunde in Brüssel gerichlel;„Meine lieben Freunde! Ich sende Jynen meine Glückwünsche zum neuen Jahr, und wie entzückt würde ich sein, wenn ich mit Jynen geben könnte! Abet u es gibt da Leult, die behaupien, daß die Eisenbahnen zwischen Paris und Brüssel nicht mehr functiontten, daß man von bier nur noch per Ballon abreist. Das klingt seht unwahrscheinlich, gestehen Sie es zu! Judeß würde ich gern den Ballon riekiten, aber ich babe einen surchl— baren Schnupfen. Nichts Ernstliches, aber sehr langweilig. Ich lebe immer so langsam fort. Alles ist verteufelt sheuer; dieses verhinderte aber nicht, daß ich am 1. Jan. ein glänzendes Diner bei den Demoiselles Guillaumin einnahm. Speisezettel: Elephantenbrühe und Fleisch; gebralener Fasan; geröstetes Löwenfleisch mit Sardellen⸗ sauce; weiße Bohnen und Chester Käse. Abgesehen davon daß mir der Löwe Magenbrilllen verschaffte, war es ein wahres sardanapal'sches Fest, und ich verbiete Ihnen, ein gleiches zu feiern. Freilich haben Sie Rind- und Hammel⸗ fleisch. Es scheint, daß wir noch bis zum 1. Febeuar Lebensmittel haben, und bis zum 1. März, wenn wir die Czwalerie- und Arlillerie-Pferde mit ihrem Hafer auf— issen. Wenn wir die Munitsenswagen und die Kanonen mliftessen, so kann es sogar bis zum 1. Mal dauern.— kurz, wir befinden uns am Beginn des Endes. Aber welchen Endes? Ich weiß es nicht, oder ich bin vielmehr desselben zu sicher; aber die Bevölkerung ist leider noch nicht am Ende ihrer Illustonen, wenn auch am Ende ihrer, Leben I. Sie beträgt sich Übrigens vollkommen gut, und wenn wir die Unannehmlichkeit haben, von den Preußen bombardirt zu werden, so haben wir doch nicht die, von den Rothen guillotinirt zu werden. Das ist immerhin ein Trost? 4 „„ In dem Briese eines Garde Landwehr Olficiers aus Hagen, datirt aus La Ferie Bernbard Ein der, Nähe von Le Mans) vom 22. Dec., wied zur Charakleristeung des furchtbaren Stadiums, in das der Krieg eingetreten ist, folgende Episode mitgetheilt:... Eiwas Anderes ißt 8 In einem eine Meile von hier, lagen Cüra e, bier von einem Bauer gestern Abend Wein haben wollten. Er sagte, er wolle welchen holen, 1 fährt mit einem Wagen ab zu den Franzosen, die kaum zwei Mellen abstehen, berichtet dort, und in der Nacht kommt auf Schleichwegen eine Compagnie heran von hinten, gehn in die Ställe und ermöglicht es, 32 Pferde und 25, Mann wegzunehmen, von denen sich nur ein paar, glaube ich, gerettet haben. Strafe solgt aber. Wir wurden naffürlich bier allarmirt, eine Compagnie rückt in das Dorf, die Bewohner(das heißt Männer) der Ge— hoͤfto, wo der Ueberfall ausgeführt, sind jetzt bereits er⸗ schossen und das Dorf brennt nech an allen Ecken. So ist das Leben ein wüstes und theilweise rohes, aber wir können nicht anders, wenn wir nur einigermaßen sicher sein wollenz die Hälste jeder Compagnje i Nacht für Nacht auf, so daß wir immer nut den zweiten Tag etwas schlasen können. bente Morgen passirt. Cingesandt. I. Friedberg. Angeregt durch einen im„Oberh⸗ Anz.“ enthaltenen Artikel aus Gießen, die durch die jetzigen Berbälinisse hervorgerufene Verkebrsstockung und deren bülje betreffend, mochte hlermit die ergebene Anftage machen: Was aus dem seiner Zeit durch viele hiesige Bürger ge⸗ gründeten Handelsvetein geworden ist, und wann dessen Statuten, die bis beute noch unbeendigt liegen geblieben, wohl endlich vollendet werden? Wäre der hiesige Handels⸗ vetreim so weit gedieben, um mit dem Gießen gemein⸗ schaftlich handeln zu können, so würde Friedberg, das durch die anhaltende Stockung des Güterverkehrs ebenfalls großen Nachtbeil erleidet, zu denjenigen Städten gezählt worden sein, die ihre Interessen durch sich selbst und ohne vor⸗ bergegengene Anregung Anderer zu fördern suchen, denn durch vereintes Handeln kann soschen Mängeln cher ab⸗ geholfen werden, als durch Schritte Einzelner. As- Literari sches Griesinger, Th., 1820! Der große Eutschei⸗ dungskampf zwischen Deutschland und Frank reich. Wir nahmen Beranlassung kürzlich aus der Fluth kriegs geschichtlicher Produkle Griesingers 1870, als eint der populäcsten und am teichhaltigsten ausge⸗ staueten, zudem vollständigen Geschichte dieses Riesen⸗ kampfes desonders dervorzubeben. Heute liegt die Fort⸗ setzung dieses Geschichtswerkes bis zum 9. Heft vor uns und freut es uns, unser Urtheil don damals in vollem Maße destäligt zu finden. Das schöne Unternehmen ver⸗ dient es in der That, seinen Weg durch alle Schichten des deuischen Volkes zu finden. Wie wir bören, ist eine weite Auflage bereits unter der Presse. Wir steben daher deute nicht an, Allen, die eine vollständige und warm patriotisch geschriebene Geschichte des ftanzösisch ⸗deuischen Krieges, ein Jamilienduch im wabrsten Sinne des Wortes haben wollen, Griesingers 1870 aus voller Ueber⸗ zeugung zu empfehlen. Dasselde ift durch alle Buchband⸗ zungen zu bezieben. Verloosung. Madrider Loose von 1858. Ziehung am 1. Jan. Auszahlung 1. Juli. Nr. 140,373 zu Frs, 100,500. Nr. 91438 96034 zu Frs. 2000. Nr. 133975 160649 79012 378261 zu Fre. 1000. Nr. 41691 79328 82475 193173 237893 252935 260822 270679 305328 314741 zu Fr. 300. Nr. 81252 83174 111783 122280 127854 145286 145492 162720 165547 196700 211850 222844 272083 284636 296285 306770 328683 367444 367604 382066 383346 392135 399826 zu Frs. 200 Erfrischung der durchpassirenden Truppen und zurückkommenden Verwundeten im hiesigen Bahnhofe. Siebenzehnte Liste der Gaben aus hiesiger Stadt und Umgegend: a)] An Naturalien: Von Friedberg 40 Brödchen, 12 Laibe Brod; von Wölferobeim 59 Laibe Brod, 10 Pfund Fleisch, Eier, Butter, 79 Pfund Dörrobst, Aepfel; von der Görbelheimer Mühle 30 Laibe Brod; von Dor⸗ heim 12 Maß Branntwein, b) Au Geld: Alles in Florstadt 5 fl., Gemeinde Södel 35 fl. 57 kr., Oberpfarrer Fuhr in Ober-Rosbach 2 fl., Kirchenopfer in Altenstadt durch Pfarrer Hofmann 13 f. 39 ke., Pfarrer Buchbold in Ossenheim 3 fl., Ge⸗ meinde Wölferobeim 5 fl. 32 kr., aus Friedberg 11 fl. 12 tr., zusammen 78 fl. 20 kr., dazu von voriger Liste 163 fl. 3 ke. im Ganzen 241 fl. 23 kr. Unter bestem Danke für diese reichen Spenden, blttet um weitere gültige Gaben. Friedberg, 24. Januar 1871. Das Comits. Geld Oo urs. Frankfurt am 24. Jaunar 1871. * Preussisebhe Kassenscheine, fl. 1 44% 45% Preuss, Frledrichsd'or 1„ 90 8-59 Pistolen Soden„ 9 46— 48 Holländische fl. 10 Stacke„9 8438 Opeste e d ase ö„ 0 47-39 5 al mare. 1830„ 8 388 40 20 Franch-Stückõe„ 9 41-32 Euglische Sovereigns, 511 655-59 Russ. Impertales 15 9 47—49 Dollars in Gold E 2 ö 1 J —————————ß Das Verkaufslokal— ganze Eingeraube, 99 für sowie Lungen, Lebern, Herz. Silzen, Därme ze. aus der Königlichen Teldschlächterei am Grindborn befindet sich von heute ab Saalgasse 13, Frankfurt a. M. Kapitalien 184 bis zu 7000 fl. werden zu 4½ 9% Zinsen jähr⸗ lich von der Gemeinde Wölfersheim zur Abtragung der ihr gekündigten 4% PfarrbesosdungsCapitalien auf— zunehmen gesucht. Reflectanten werden gebeten, ihre 8 recht bald an den Unterzeichneten gelangen zu lassen. Wölfersheim den 20. Januar 1871. Großberzogliche ee Wölfersheim N Holz- Versteigerung. 192 Frettag den 27. Januar 1871, Vormittags 10 Uhr, sollen in dem Nleder⸗Möcler Gemeindewald, Schlag Nr. 12, nachstebende Holzsortimente, welche am 19. Dez. 1870 versteigert worden und die Genehmigung nicht erhalten haben, nochmals versteigert werden: 9850 Birken⸗Eichen⸗Durchsorstungswellen, 1900 Erlen ⸗Aspen⸗ 4 264 Läste Allerleiholz, größtentheus Schwarzdorn, Die Zusammenkunft ist am Forfihaus Winterstein. Die Abfuhrzeit ist bis Ende April bewilligt. Gegen Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Auguft J. J. bewilligt. Nieder⸗Mörlen den 23. Januar 1871. Großherzogliche ee Nieder⸗Mörlen ö b s. Obligations⸗Verloosung. 200 In der heute stattgehabten Gemeinderaths-Ver— sammlung wurde die nachstehend verzeichnete Partial⸗ Obligation durch das Loos auf den 1. April l. J. zur Rückzahlung bestimmt: Nr. 108 über 100 fl. Der Ir haber dieser Nummer wird biermit von dieser Verloosung in Kenntaiß gesetzt und ersucht den Betrag gegen Rückgabe der Schuldurkunde und der noch nicht fälligen Zinscoupons bis längstens zum 1. April l. 3. dei dem Gemeinde Einnehmer dahier in Empfang zu nehmen, da von diesem Tage an die Verzinsung aufbört. Gleichzeitig ergebt hiermit die nochmalige Auffor⸗ derung an den Besitzer der im vorigen Jahre schon ver— loesten Obligation Nr. 111 über 100 fl., welche dis jetzt zur Rückzahlung noch nicht präsentirt worden ist, diesen Kapitalbetrag um so gewisser in Empfang zu nehmen, als schon vom 1. Apell 1870 keine Verzinsung gedachter Obligation mehr stattfinden kann. Okarben am 19. April 1871. Großherzogliche Bürgermeisterei Okarben Nauer dach. Faselochs Versteigerung. 193 Donnerstag den 2. Februar d. J., Vormitlags 11 Uhr, soll ein der hiesigen Gemeinde geböriger, zum Schlachten geeigneter, git gemästeter Faselochs öffentlich meifibietend auf hiefsigem Rathhaus versteigert werden. Okarben den 23. Januar 1871. Großherzogliche Bürgermelsterei Okarben veranschlagt zu 40 fl.— unter den vorher bikannt gemacht werdenden Bedingungen versteigert und in Acco d gegeben werden. Butz bach am 24. Januar 1871. Der Bezirks⸗Bauaufseher Bix Bekanntmachung. 202 Die am 24. d. M. im Gemeindewald Sckstadt abgehaltene Honversteigerung hat die Genehmigung er⸗ halten und ist daher der erste Fahrtag auf Freitag den 27. d. M. bestimmt. Die Abfuhrscheine sind bei dem Oemeinde⸗Einnehmer dahter in Empfaug zu nehmen. Ocksadt den 24. Januar 1871. Grog herzogliche Bürgermelsterel Ockstadt röntu ger. Mobiliar- Versteigerung. 201 Dtenstag den 31. d. M., Vormittags 9 Uhr an⸗ fangend, sollen in der Behausung der verstorbenen Jakob Krick's Ebeleute dahier nachstehende Mobiltar⸗ gegenstände, als: 1 Wagen nebst Zubehör, 1 Egge, 1 Pflug, 1 Obst⸗ kelter mit eisernen Schrauben nebst Mahltrog, 1Fruchtfegemühle, sowie verschiedenes Stroh, Spreu, Kartoffeln, Dickwurz, eine Partie Mist und sonst verschiedene Orconomte-Gerälbschaften, sodann Wels⸗ zeug, Bettwerk, Bettstellen, Tische, Bänke zur Wirtb⸗ schaft geeignet und sonstige zur Haushalt und Wirth⸗ schaft passende Gegenstände, sowie vetschiedene Fässer und eirta 5 Ohm vorzüglicher Aepfelwein öffentlich gegen gleich baare Zahlung versteigert werden. Ossenhe im den 25. Januar 1871. In Auftrag Großberzoglichen Landgerichts Friedberg Großherzogliches Ortsgericht Ossenheim a u l. 195 Für den Verkauf von geprägten Briesstiegelmarken werden solide, thätige Agenten gegen hohe Provision bei günstigen Bedingungen gesucht. Leonh. Schwemmer, Nürnberg. Erbsen, Linsen, Bohnen, 190 gutkochende, bei Georg Groß. Ein Lehrling kann eintreten bei Schlossermeister Karl Gräff 2 in Assenhetm. ug zam= o mn 130 Ind„½ oe n uhu ae eee pn! Mao ien 1450 Gulden 186 lönnen aus der Kirchenkasse zu Reichelsheim gegen genügende Stcherheit ausgeliehen werden. Reichelsheim am 20. Jauuar 1871. Der evangelische Kirchenvorstand. Kissinger Pastillen, 89 hergestellt aus den Salzen des Raloczi, über dessen beilkräftige Wirkungen die Schriften von Hofrath Dr. Bahling, Hofrath Dr. Erhardt und Dr. Otuf handeln. Besonders empfeblenswerth gegen Trägbeit der Ver⸗ dauungsorgane, mangelhafte Secretion, Bleichsucht, Blutleere, wie auch gegen Hämmorrhoiden, Neigung zu Gicht und Scropheln. Pleis per Flacon 30 kr. Nur allein ächt käuflich in Fitedberg bei Hof ⸗ Apotheker örtz. Kgl. Baier. Mineralwasser⸗Versendung. 197 Es wird für die Laz»retbküche ein braver junger Mann zum Wasserholen und sonstigen nöthigen Dienstleißungen gesucht, der gleich eintreten kann. Näheres bei dem Damencomite zu erfragen. 0 132 Versteigern ersteigerung. 188 Montag den 30. Januar d. J., Vormittags 9 Uhr anfangend, soll auf freiwilliges Anstehen det Nachlaß der verstorbenen Jost Kinzenbach's Eheleute, be⸗ stehend in: Kanapee, Kommoden, Schränken, Tischen, Stühlen, Beltstellen und sonsuigen Haus- und Küchengeräth⸗ schaften, in der Bebausung des Herrn K. Lang am Mainzerthor öffen nich meistbietend versteigen! werden. N Ein Wagen in gutem Zustande, 203 zum ein⸗ und zwelspännig Fahren geeignet, hat zu veikaufen Martin Becker, zrledberg. 100 Gulden 198 liegen in ber Wickstäd rer Kirchenkasse zum Ausleihen bereit. Ilbenffadt den 24. Januar 1874. * 204 Sonntag den 29. Jannar 1871„ Abends 7 uhr; Chealralische A bnd, Auterballang 1 3 u e I b a ch 14 im Saale des Dru, Wirth Phillppi, 812 veranstaltet von einigen Friedberger Dilettanten zum Besten des Friedberger Comites für Ver⸗ pflegung der durchpassirenden Truppen. Zur Aufführung kommen: 1 Die Lützower, Die Weihe der Fahne. Vaterländisches Schauspiel mit Gesang in 3 Abtheilungen, Hierauf: Irren ist menschlich. Komische Scene. Einzelbillets: Erster Platz 30 kr., zweller Platz 18 kr. find dis zum Sonntag Nachmittag 5 Uhr bel Herrn Wirth Philippi und Abende an der Kasse zu haben. Der Saal ist geheizt. 0 Eppes von unnere Leut' 196 oder dle G'schicht vom Parborger, wie er sel'm Freund Falkenffeinet ganz langsam aus'm Gewihr an alten Schuß in die Hand herausschießen will, um's Pulver und Blei zu sparen! Nebst vielen helteren Anekdoten und illustrirten Krlegsberschten. Zu lesen im lustigen Laubfroschkalender für 1871 Er ist bei allen Buchbändlern und Buchbindern, in Friedberg dei Bindernagel& Schimpff, um 12 kr. zu haben. 206 Einige ächte Harzer Canarienvögel, Roller mit Flötentönen, sind zu verkaufen, Vorstadt 148 ia Friedberg. Braunschweiger Flucgs 189 binigß bei Georg Groß Zwei Lehrjungen 205 können eintreten; freie Koft und Logis, kein debr⸗ geld, sondern noch enisprechender Wochenlohn. a 0 Friedberg. Carl Schneider, Hof⸗Dachdecker. 1 N 1 Dan k a 4 194 dem Krankenwärter Oscar Fritzsche für seine gute Behandlung. Seine Eigenschaften als Wärter sind anzuerkennen und zu empfehlen. Bad Nauheim. f Einige Kranke aus Kursaal 2. Zu verkaufen drei Fichten 176 zu einem billigen Preis und zwar zwei à 106 Cubikfuß und eine von 71 Cubiffuß, alle eignen sich hauptsächlich zu Durchzügen. Nähere Auskunft erthelt Johannes Schneider, Langenhain bei Butzbach. Für Schulen: 5 7 0 U ö N sef U 5 3 uuf 5 8 Die Wacht am hein 1 0 3. 89 3 11 für zwei Stimmen mit Text. 10 Prets: N 1 lig zrtedberg. Bindernagel& Schimpff. 2 F ruchtpreise. 1 0 Per Malter. 1 1 Friedberg, 25. Januar. Waizen 14 fl. 30 tr.; 1 Kor! 10 fl. 30 er.; Gerste 9 fl.— kr.; Hafer 5 fl. 20 kr. n Frankfurt, 23. Januar.(200 Zollpfund.) Walzen den 14— 15; Korn 11¾; Gerste—; Hafer 9½—10¼½ 10 Nüböl(100 Zollpfd.) ohne Faß 31¼; Branntwein(50%. 1 1 Tr. per 160 Nit.) ohne Faß 31. on Grünberg, 21. Januar. Waizen 14 fl. 20 kr. 3 1 Neu 11 fl. 28 fr.; Gerste 7 fl. 36 kr.; Hafer 3 fl. 30 ke; 9 Molter 10 fl. 10 kr.; Erbsen— fl.— kr.; Linsen— fl. 9 — kr.; Saamen— fl.; Kartoffeln 4 fl.— ke. 37 10 Mainz. 20. Januar. Waizen 13 fl. 28 kr.; Korn 11 fl. 32 kr; Herste 7 f.— kt.; Hafer— fl.— tr.; Kartoffeln 5 fl. 30 kr.; Rrogenstroh per 100 Gebund 45 fl. l 00 Istaclitischer Gottesdienst in Friedberg.* Bran 1 Freitag Abends 4% Uhr. 2 N Samstag Morgens 8½ Ubr. 1 Verantw. Redact.: Permaun Schimpff. b 9 Margraf, Kircher rechner. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpff.