ige. l. lle, ge, u der Pof. 100 2chlex— 1 dchen 71—, * 1871. Dienstag den 25. April. 2 48. Oberhessischer Anzeiger. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Amtlicher Theil. Betreffend: Gesuche um Entlassung oder Beurlaubung von Mannschaften wegen häusticher ꝛc. Verrichtungen. Friedberg am 22. April 1871. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Großherzogliches Kriegs-Ministerium hat aus Veranlassung von neuerdings wieder sehr zahlreich an dasselbe gelangenden Gesuchen obigen Betreffs ans durch Verfügung vom 19. l. M. zu Nr. K.⸗ M. 4116 beauftragt, Ihnen wiederholt bekannt zu geben: zählen und dann 1) daß Gesuche um Zuxrückstellung beziehungsweise Entlassung von] 3) daß die fernerhin Soldaten wegen häuslicher ꝛc. Verhältnisse in dem vorschrifts⸗ mäßigen Reclamations verfahren zunächst bei den Großherzoglichen Bürgermeistereten anzubringen und von diesen an die beiteffenden Ersatzbehörden weiter zu befördern; 2) daß Gesuche um kürzere Beurlaubung von Soldaten an die Wir erwarten, Commandostellen der betreffenden Truppentheile zu richten sind; Betreffend: Die Ausführung des Gesetzes über die Portofreibeiten im Gebiet des norddeutschen Bundes, bier die Averssonirung der von den Großherzoglichen Behörden in Nordhessen zu zahlenden Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg 1) an die Großherzoglichen Bürgermeistereien Dorn-Assenheim, Friedberg, Gambach, Ilbenstadt, Nieder-Weisel, Ober-Wöllstadt. 2) an die Kirchenvorstände zu Langenhain, Bruchenbrücken, Bodenrod, Fauerbach v. d. H., Griedel, Ilbenstadt, Maibach, Nieder⸗ Mörlen, Ober⸗Rosbach, Ostheim, Rockenberg, Trais-Münzenberg, Weckesheim, Wisselsheim, Wölfersheim. Porto ꝛc. ꝛc. Beträge. 3) an die Schulvorstände zu Langenhain, Bodenrod, Bruchenbrücken, Fauerbach v d. H., daß aber die bei den mobilen Truppen eingestellten Mannschaften, nur wenn sie zu den vier ältesten Jahrgängen der Landwehr nur in einzelnen, besonders dringenden Fällen in ihre Heimath entlassen oder beurlaubt werden können;— endlich einlangenden Gesuche obigen Betreffs lediglich an die Gesuchsteller zurückgegeben werden würden, da denselben von Gr. Kriegsministerium nicht willfahrt werden könne. daß Sie die Betreffenden hiernach instruiren und bedeuten und wegen der bei Ihnen vorgebracht werdenden Ge⸗ suche nach Vorschrift verfahren. Tur a pp. Friedberg den 21. April 1871. Gambach, Griedel, Hausen, Hoch-Weisel, Ilbenstadt, Kirch⸗Göns, Langenhain, Maibach, Münster, Münzenberg, Nieder-Mörlen, Ober-Mörlen, Ober-Rosbach, Ossenheim, Pohl⸗ Göns, Rockenberg, Trais- Münzenberg, Weckesheim, Wisselsheim und Wölfersheim. Wir müssen die Erledigung unserer Auflage vom 11. Februar d. J., Nr. 19 des Oberhessischen Anzeigers, nunmehr unfehlbar dinnen 3 Tagen erwarten. a Tera p p. 3 3*— 2 8* Deutsches Reich. kehlen zu gestatten, daß dieselbe fiat des seitherigen den Darmstadt. Die in mehreren Blättern damillennamen Rühl— führe. mitgetheilte Nachricht, Oberst v. Lyncker und Darmstadt. Das Großherzogliche Regie— rungsblatt Nr. 14 enthält: I. Bekanntmachung der Großherzoglichen Ministetien des Innern und der Justiz, die durch Einführung des deutschen Strafgesetzbuchs erforderlich werdenden Aende⸗ rungen bei den Strafanstalten betreffend. Dieselbe lautet: S. K. H. der Großherzog haben am 29. v. Mis. Nach⸗ stehendes zu bestimmen geruht: 1) der Vollzug der auf Grund des deulschen Strafgesetzbuchs erkannten Zuchthaus⸗ strafen ebenso wie der Vollzug der früher ausgesprochenen Zuchthausstrafen findet in dem Landeszuchthause zu Marienschloß statt, unter Beibehalfung der bisherigen amtlichen Benennung dieser Strafanstalt und der bei der—⸗ selben bestehenden Dienststellen;— 2) die Gefängnißstrafe ist in den bisherigen Correctionshäusern zu vollstrecken— mit der Beschränkung, daß Gefängnißstrafen bis zu einem Monat in den bisherigen Bezirksgefängnissen vollziehbar sind, jedoch unter Absonderung der Sträflinge von den zu Haft Verurtheilten;— 3) die Correctionshäuser in Darm⸗ fladt, Dieburg und Mainz erhalten künftig die amtliche Bezeichnung„Gejängnisse“ und in dem Amtetitel der bei denselben angestellten, im Hof- und Staatshandbuch ver— zeichneten Beamten und Diener ist dem Worte„Corrections— haus“ bas Wort„Gefängniß“ zu substituiren;— 4) die bisher zur Verbüßung der Schuldhaft bestimmten, in dem Provinzial⸗Arresthause in Darmstabt befindlichen Räume sollen zum Vollzuge der Festungshaft verwendet werden; VI. Dienstnachrichten. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 16. August 1870 den Hautboisten erster Classe im 2. Inf.⸗Regt., Bormet, zum Kanzleidiener bei der Oberstudien-Direction zu ernennen;— am 1. März dem evangelischen Schullehrer zu Holzmühl, im Kreise Lauterbach, Greb, die evangelische Schulstelle zu Crainfeld, im Kreise Lauterbach, zu übertragen;— am 8. März dem evangelischen Pfarrer zu Langsdorf und Dekan des Dekanates Hungen, Cellarius, die evangelische Pfarrstelle zu Griedel, im Dekanate Hungen, zu übertragen; die charaklerisirten Expeditoren Alt auf der Station Bickenbach der Main-Neckar Eisenbahn und Pfennmüller auf der Stalion Auerbach derselben Bahn zu wirklichen Expeditoren auf diesen Eisenbahnstationen,— am 29. März der Schulamtsaspirantin Kirschstein aus Mainz die Stelle einer Lehrerin an den katholischen Stadtschulen zu Mainz — und dem evangelischen Pfarramis-Candidaten Vigelius aus Allendorf a. d. Lumda, im Kreise Gießen, die Lehrer— stelle an der Fortbildungsklasse der höheren Mädchenschule zu Gießen, im Kreise Gießen, zu übertragen und zugleich zum Schulinspector für die evangelischen Schulen zu Gießen zu ernennen;— am 1. April den dermalen zum Vereins⸗ bevollmächtigten in Hannover bestellten Oberzollinspector Oberkriegsrath Niepoth seien nach Berlin ab⸗ gereist, um gemeinschaftlich mit dem Legations⸗ rath Hofmann an den Berathungen über die Neuformation unserer Division Theil zu nehmen, wird hier als verfrüht bezeichnet, Eine Veränderung in der Formation der hessischen vorgenommen werden. Berlin. Die Verfassung des deut⸗ schen Reiches tritt vierzehn Tage nach erfolgter Publikation, also am 4. Mai in Kraft. — 22. April. Reichstag. Zweite Berathung über den Gesetzentwurf, betreffend die Beschaffung weiterer durch den Krieg veranlaßter außerordent⸗ licher Geldmittel. Auf eine Anfrage Richter's erwidert der Finanzminister, die Contributionen der einzelnen französischen Städte seien in der Einnahmeberechnung der Motive des Gesetzentwurfs Division wird erst nach Rückkehr der Division des Hauptzollamts Mainz, Steuerrath Giller, zum Obere nicht einbegriffen, ebensowenig die Verpflegungs⸗ Steuerrath zu 4 Am 15. M wurde der Contributionen; bei Gelegenheit der Pariser Con- Pfarrer Wagner in Bingen zum Dekan des katholischen tribution seien die Theilungsgrundsätze zwischen ö Bing— d 5 a lische 1 2 Dekauals Bingen und am 16. März der katbolische Nord- und Süddeutschland nicht festgessellt, sondern — 5) die Haft ist in den bisherigen Bezirksgefängnissen Pfarrer Freudig zu Ober⸗Flörsheim zum Pfarrer in Ossstein, zu verbüßen. Solche führen forthin die Benennung „Haftlokal“ und die bei denselben angestellten Bediensteten die Bezeichnung„Gesangenwärter“. N II. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts Neu⸗ stabt, die Nichterhebung einer Umlage bei der israelit. Reli gionsgemeinde zu König im Kreise Neustadt pro 1870 betr. III. Uebersicht der für das Jahr 1871 genehmigten Umlagen zur Bestreitung ven Communalbedürfnissen in den Gemeinden des Kreises Dieburg. 1 IV. Erhebung in den Freiherrnstand. S. K. H. ber Großherzog haben allergnädigst geruht: am 9. Nov. v J. den General⸗Consul Horatius Günzburg zu St. Petersburg für sich, seine Ehegattin und gegenwärtigen und zukünftigen ehelichen Nachkommen beiderlet Geschlechts in den Frei— herrnstand des Großherzogthums zu erheben. 5 V. Namens veränderungen. S. K. H. der Großherzog haben allergnäbigst geruht: 1) am 21. März dem K. K. Desterreichischen Hauptmann Carl Georg Friebrich Heyer aus Gießen, dermalen zu Wien, zu gestatten, daß derselbe künslig den Familiennamen Heyer von Rosenseld— und 2) am 31. März ber Elisabethe Sophie König zu Wolfs⸗ im Dekanate Worms,— ernannt. VII. Charakterertheilung. VIII. Versetzungen in den Ruhestand. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 4. März den Oberdomänenrevisor und Dirigenten der Calculatur und des Vermessungsbureaus bei der Ober-Forst- und Do⸗ mänen⸗Direction, Rechnungsrath Möller, auf sein Nach- suchen,— am 11. März den Schullehrer an der oberen katholischen Knabenschulstelle des Schulbezirks Dom-Quintin⸗ Christoph zu Mainz Hirtz auf sein Nachsuchen,— am 15. März den Schullehrer an der 2. evang. Stadiknaben— freischule zu Darmstadt Wilk auf sein Nachsuchen,— am 29. März den Schullehrer an der 1. evang. Schule zu Alten-Buseck, im Kr. Gießen, Rabenau, auf sein Nach— suchen,— den Forstmeister des Forstamts Seligenstadt, Frhrn, v. Diemar auf sein Nachsuchen und mit Rücksicht auf seine geschwächte Gesund heit, sowie unler Anerkennung seiner langjährigen treu geleisteten Dienste,— und am 12. April den Schullehrer an der evang, Schule zu Trais— Horloff, im Kr. Nidda, Heßler, auf sein Nachsuchen— in den Ruhestand zu versetzen. hätten blos einzelne Zahlungen an die süddeutschen Regierungen unter dem Vorbehalt späterer Re- gulirung stattgefunden. Es sei nicht leicht, fahrt der Finanzminister fort, einen so großen Krieg ohne besondere Hülfsmittel zu führen und die Landeskassen zugleich in der Lage zu erhalten, einzelnen Gewerben Unterstützung gewähren zu können. Deswegen sei versucht worden, uns eng— lisches Kapital dienstbar zu machen, was wie der Erfolg bewiesen, uns keineswegs zum Schaden gereicht habe. Im Laufe der Debatte erklärt der Finanzminister, über die Contributions-Angelegen⸗ heit keine Auskunft geben zu können, und bemerkt, daß die von dem preußischen Abgeordnetenbause bereitwillig gewährte 50 Millionen Anleihe nach Genehmigung dieses Gesetzes nicht zur Realistrung gelangen werde. Nachdem der Antrag Krüger, 67 2 4 welcher die Pflicht der Verzinsung der Anleihe auf Schleswig Holstein nicht ausgedehnt wissen will, einstimmig abgelehnt worden, wird der Gesetzentwurf mit allen gegen die Stimmen der Polen und des Abgeordneten Freitag(Am- berg) angenommen. Hierauf Berathung des Antrages Lucius begüglich der Wiederaufnahme der Beförderung von Paketen an die deutschen Truppen in Frankreich. Generalpostdirektor Stephan erklärt, es sei ein Einverständniß hierüber mit dem Handelsminister erzielt und werde es wahr- scheinlich möglich sein, mit der Paketbeförderung schon in nächster Woche zu beginnen. Die Pakete dürften 4 Pfund nicht übersteigen, die Porto— gebühr werde 5 Sgr. betragen. Lucius zieht nach dieser Erklärung seinen Antrag zurück. Bam⸗ berger spricht der Postverwaltung und dem General- postdirektor seinen Dank für ihre Leistungen während des Krieges aus. — Vom 4. Mai ab wird dahier in Ver— bindung mit dem königl. preußischen Staatsanzeiger ein„Deutscher Reichsanzeiger“ erscheinen. — Der„Staatsanzeiger“ bringt das Gesetz vom 3. April d. J., betreffend die Eheschließung von Militärpersonen. Dasselbe, vom preußi⸗ schen Gesammtministerium gegengezeichnet, lautet: „Ehen, welche von Militärpersonen vom 15. Juli 1870, als dem Tage der angeordneten Mobil- machung der Armee an, während des gegenwär⸗ tigen Krieges, ohne vorherige königl. Genehmigung, bezw. ohne Genehmigung des vorgesetzten Com- mandeurs, geschlossen und aus diesem Grunde nichtig sind, sollen, wenn diese Genehmigung nach— träglich erfolgt, als von Anfang an gültig an- gesehen werden. Dies findet auch dann statt, wenn die Ehe inzwischen durch den Tod auf⸗ gelöst sein sollte.“ — Den Kriegsgefangenen, die wegen Excessen, deren Urheber nicht ermittelt werden konnten, zu Festungsstrafe verurtheilt worden waren, ist, wie die„Voss. Ztg.“ mittheilt, auf kaiserliche Ordre Pardon gegeben worden. Auch mehrere wegen Desertionsversuchen in Festungen internirte Offiziere sind pardonnirt worden und haben die Erlaubniß erhalten, nach Frankreich zurückzukehren. Köln. Auch am Rhein tritt eine beachtens⸗ werthe Agitation gegen die Unfehlbarkeitslehre zu Tage. Professor Dr. Michelis, das langjährige Mitglied der Volksvertretung, hat im hiesigen Casinosaal einen Vortrag über den durch das Dogma der Infallibilität hervorgerufenen Conflikt gehalten. Der Saal war bis zum letzten Steh platz besetzt, und zwar von einem Publikum, welches bis in die höchsten Kreise hinaufreichte. Auch die Gegenpartei war vertreten, jedoch nur schwach. Am Schlusse seines Vortrages forderte der Redner die Anwesenden, die ihm häufig Beifall spendeten, auf, eine vorliegende, für Dr. Döllinger bestimmte Adresse zu unterzeichnen. München. Stiftsprobst Dr. v. Döllinger wird eine Reise nach England antreten zum Be⸗ such seines Freundes Lord Acton, eines entschie⸗ denen Gegners des Unfehlbarkeitsdogmas. Die weltliche Geistlichkeit der Stadt München— 103 Priester— protestirt öffentlich gegen Döllinger und unterwirft sich den Concils- beschlüssen. Stuttgart. Aus den neuesten Mittheilungen des Sanitäts vereins geht hervor, daß von Juli bis April 200,000 Truppen und Kranke den Bahnhof passirt haben. Die würtembergischen Blätter sind erfülltvon Klagen über die mangelhafte Verpflegung der deutschen Truppen in Frankreich. Wein und Cigarren, die früher geliefert wurden, fallen weg, um 9 kr Zulage ist in Rheims und Chalons wenig zu kaufen, und der Speck aus den Magazinen will den Süddeutschen durchaus nicht munden. Karlsruhe. Es ist die Rede davon, in dem Wahlkreis Baden⸗Rastatt als Candidaten zum Reichstage an Stelle des zurücktretenden Herrn Lindau den General v. Werder aufzustellen. Straßburg. Am 18, d. wurde das neue Lehrer Seminar feierlich eröffnet. Die höchsten Würdenträger der weltlichen und geistlichen Macht beehrten das bedeutungsvolle Fest mit ihrer Gegen— wart.— Da bei den Verhandlungen über den definitiven Frieden deutscherseits auf die Befrie- digung derjenigen Forderungen hingewirkt werden wird, welche Angehörigen des Elsasses und Deutsch⸗ Lothringens gegen den französischen Staat zustehen, fordert der kaiserliche Civilcommissär die For⸗ derungsberechtigten zu dem Zwecke auf, ihre des- fallsigen Ansprüche, nach den einzelnen Materien getrennt, bei den Kreis⸗ Direktoren(Einwohner der Städte Straßburg und Metz direkt bei den Präfekten) speciell und baldigst zu liquidiren, so⸗ weit dieses nicht bereits bei der Liquidations- commission der Tresorerie geschehen ist. Ausland. Oesterreich. Wien. Die Stadt Vero⸗ vitica in Slavonien ist in der Nacht vom 20. auf den 21. d. fast ganz abgebrannt. 400 Häuser sind in Asche gelegt, 4000 Menschen obdachlos. Der Schaden wird auf eine halbe Million berechnet. Frankreich. Paris, 20. April. Ein Bericht Dombrowski's vom gestrigen Tage 4½ Uhr Abends sagt: Nach einem blutigen Kampfe haben wir unsere Positionen wieder genommen. Unsere Truppen sind auf dem rechten Flügel vor— gegangen und haben sich eines feindlichen Pro— viantmagazins bemächtigt. Wir haben 69 Fässer mit Schinken, Käse und Speck vorgefunden. Der Kampf dauert mit Erbitterung fort. Die feind— liche Artillerie auf der Höhe von Courbevoie über— schüttet uns mit ihren Geschossen, aber trotz der Heftigkeit des Feuers führt unser rechter Flügel in diesem Augenblick eine Bewegung zu dem Zwecke aus, die Linientruppen, welche sich zu weit vorgewagt haben, zu verwickeln. Ich brauche fünf frische Bataillone, mindestens 2000 Mann, weil die feindlichen Streitkräfte beträchtlich sind. — Ein Bericht des Kriegsministeriums von 5 Uhr 27 Minuten sagt: Wir erhalten gute Nachrichten von Asnieres und Montrouge. Der Feind ist zurückgeworfen. Okolowicz hält sich in Asnieres am Brückenkopfe und hat nicht die Schiffbrücke abgebrochen. Ein weiteres Bulletin meldet: Dom- browski wurde durch starke Colonnen von Linien; truppen angegriffen. Seine Vorposten, durch falsche Signale getäuscht, wurden überrascht. Dombrowski hat das Gefecht schnell wieder her— stellen können. — 20. April, Abends. Der Kampf dauert ohne Unterbrechung fort, besonders bei Neuilly und Lavallois. Die Versailler haben ihre Stellung an der Brücke von Neuilly durch Artillerie be— deutend verstärkt und sind im Stande, zwei der bedeutendsten Straßen des Ortes zu bestreichen. Die Pariser vertheidigen die Barrikade, welche den von den Versaillern eroberten Werken gegen über errichtet worden ist, mit großer Hartnäckig⸗ keit. Die Batterien an der Porte Maillot und der Bastion des Ternes feuern unaufhörlich gegen Courbevoie, eine andere auf dem Kirchhof von Levallois errichtete Batterie beschießt den Bahn— hof von Asnieres, wo sich die Versailler stark verschanzt haben. Der Ort Asnieres selbst wird von den Versaillern nicht besetzt gehalten, wohl aber das Bois de Colombes, wohin sie die In— surgenten zu locken versuchen. Nach dem„Moniteur“ sind von 2000 Mann, welche Dombrowski ver— langt hatte, nur ein Drittel bis zum Bahnhof gekommen. Die Uebrigen wurden durch bas Feuer der feindlichen Batterien zum Rückmarsch gezwungen. Auf der ganzen Linie von Neuilly bis Asnieres haben die Pariser durch das Feuer der Versailler bedeutende Verluste erlitten. Der Entscheidungskampf wird für nahe bevorstehend gehalten. Die Porte Maillot und die Wälle zu beiden Seiten derselben sind nur noch Trümmer. Die Viertel der Ternes und des Are de Triomphe leiden beträchtlich unter dem schrecklichen Bombar— dement, welchem zahlreiche Personen zum Opfer gefallen sind. Gestern Abend haben sich 2 Ba— taillone von Montronge geweigert, die Enkeinte zu verlassen, indem sie erklärten, nur in Paris Dienst thun zu wollen. — 7 Uhr Abends. Die Föderirten, welche Asnieres wieder nehmen wollten, sind mit großen Verlusten zurückgeschlagen worden.— 8 Uhr. Der Rückzug der Föderirten dauert fort. Die Regierungstruppen sind nur noch 200 Meter von den Wällen der Enceinte entfernt.— Es gebt das Gerücht, daß Dombrowski bei dem Kampfe in Neuilly verschwunden sei. — Ein Dekret der Commune suspendirt die Couponszahlungen und Ziehungen der Pariser Stadtanleihe. — 21. April. Oberst Okolowicz wurde gestern zu Asnieres am Kopfe und Arme ver- wundet, behielt aber dessenungeachtet das Com- mando bei. Einem officiellen Bericht zufolge wären in der Nacht vom 19. auf den 20. d. zwei in Neuilly aufgegebene Barrikaden von den Versaillern besetzt, gestern Morgen jedoch von den Föderirten wieder genommen worden. — Der„Univers“ berichtet, in der Conciergerie allein würden 60 Priester gefangen gehalten. Als Nahrung reiche man denselben Morgens eine Ration schwarzes Brod, um 9 Uhr ein vorgebliches Bouillon und um 3 Uhr eine Portion Reis oder ein klein wenig Fleisch. Man gibt ihnen weder Messer noch Gabel, sondern nur einen runden Holzlöffel, erlaubt ihnen auch nicht, wie den anderen Gefangenen, sich aus der Küche für Geld ein Befsteak oder eine bessere Nahrung kommen zu lassen. Desgleichen ist es gerade speciell den Priestern untersagt, im Gefängnißhofe Luft zu schöpfen, so daß sie Tag und Nacht in ihrer Zelle verbringen; Briefe dürfen sie weder schreiben noch empfangen. — 21. April, Abends. Heftiges Gefecht den ganzen Tag über bei Clichy und Neuilly. Die Kanonen und Mitrailleusen feuern ununterbrochen. Der Kampf in den Häusern von Neuilly dauert fort. Die Versailler beginnen den Angriff auf Levallois und Champerret. Einige Bataillone Föderirter versuchen die Versailler aus den Häusern von Sablonville zu vertreiben; in Neuilly wurden mehrere Häuser, welche von den Regierungstruppen besetzt waren, von den Föderirten in Brand ge⸗ schossen. Nach Clichy gehen zahlreiche Verstärkungen ab, da das Feuer der Versailler gegen dieses Quartier heftiger geworden ist. Eine Batterie der Versailler hat das Feuer auf die Porte Bineau eröffnet. In den Ternes und der Avenue de la grande armée fallen 2 bis 4 Granaten in der Minute. Sämmtliche Läden in dem Faubourg St. Honore bis Rue neuve de Berry sind ge— schlossen. Das heutige Gefecht war bis jetzt hauptsächlich ein Artilleriekampf, entscheidende Action scheint noch nicht begonnen zu haben. Vor der Südfront hat sich nichts Neues zugetragen. — 21. April. Dekrete der Commune ordnen die Suspension der Nachtarbeit der Bäcker und die Errichtung von Luftschiffercompagnien an.— Man erwartet einen Angriff von verschiedenen Seiten. Männer unter 55 Jahren, verheirathete und unverheirathete, werden zum Dienst gezwungen. Das Stadtviertel Ternes ist durch das starke und zerstörende Feuer unbewohnbar geworden. Der Verlust der Insurgenten, welche Neuilly noch besetzt halten, war in den letzten Tagen ein sehr bedeutender. — Ein Rapport Cluseret's vom 21. April 5 Uhr Abends sagt: Unsere Stellung in Neuilly wurde diesen Morgen vom Mont Valerien heftig beschossen. Starke feindliche Colonnen mit vor- angeschickten zahlreichen Tirailleurs griffen die Batterien von Bourbevoie und Asnieres heftig an, aber ohne Erfolg. Unsere Batterien auf dem Viadukt von Asnieres und den benachbarten Punkten nöthigten den Feind zum Rückzug, welcher gegen- wärtig noch fortdauert. Anderen Nachrichten zu⸗ folge war das Resultat des gestrigen Kampfes in Beziehung auf Terraingewinn gleich Null. Nichtsvestoweniger soll der Kampf mörderisch ge— wesen sein. Die Ortschaften Levallois und Cour⸗ celles sind mit Verwundeten angefüllt, welche ohne ärztlichen Beistand bleiben und auf der Straße sterben, da fortwährend gekämpft wird. Der Dienst der Ambulanzen ist sehr schwierig; viele Bahrenträger sind getödtet oder verwundet. Heute soll angeblich Waffenruhe eintreten, um die Todten begraben zu können und den Bewohnern von die allgemeine 9 al W . ariser dig durde dn der⸗ Lvoncietgtri Aten. Als dne Ration zergebliches Aris oder dre wider den runden Dit den r fir Geld a tommti sprtiell den e Luft zu * in ihrer er schttiben h wurden angetruppen Brand ge⸗ 1 Barterit tit Eintau aue de la urn in der Faubourg fund ge tr bit jetzt Agemtint „begonnen ich nichts unt ordnen Bäcker und ien au. rschittenen urbeitathele geiwungen. art und ben. Det alle doch 1 din sebt 21. April 1 Icuilh im befulg it 0 pisen de tet bestig u den ien Partie tt geg“ cht zu- 95 4 1 7 a N eit n Cent“ * ohne 9 2 „ Enaße 7 Det nile 9* 1 7 1 peu Neuilly und Clichy das Verlassen dieser Orte zu ermöglichen. Unter dem Arc de Triomphe wird eine starke Barrikade errichtet.— Die Commune ließ das Silberzeug aus dem Invalidendome wegnehmen.— Die Preußen bereiten sich vor, Charendon zu räumen. — 22. April. Eine Escadron französischer Gendarmerie zu Pferde kam gestern durch St. Denis. Fünf französische Gendarmen wurden auf dem Bahnhofe in Dienst gestellt. Man ver— sichert, St. Denis werde von den Preußen ge— räumt und von den Franzosen besetzt werden, welche alsdann die Einschließung von Paris vollenden würden.—„Verié“ meldet, daß die Wiederbesetzung der Forts Charenton und Double Couronne durch die Truppen der Regierung morgen stattfinden wird. Andererseits wird in den mini- steriellen Kreisen der Commune positiv behauptet, daß von der Uebergabe der Forts an die Fran— zosen keine Rede sei, sondern es sich nur um den Durchzug französischer, nach Gennevilliers gehen⸗ der Truppen handele. Heute begann die Action in Neuilly und Sablonville. Die Föderirten halten letzteren Ort mit 14 Bataillonen und zahl- reicher Artillerie besetzt. Die Versailler bedrohen die Porte de Courcelles mit sehr bedeutenden Streitkraften. Ein lebhaftes Kleingewehrfeuer wurde 100 Metres von den Stadtwällen unter— balten. Man schlägt sich in den Häusern und Straßen. In der vergangenen Nacht erlitten die Föderirten empfindliche Verluste.— Die Com- mune hat gestern in den Bureaux der Pariser Gasgesellschaft eine Durchsuchung vornehmen und auf die Kasse mit 20,000 Frs. Beschlag legen lassen.— Das Gefecht um Neuilly und Asnieres dauert fort; beide kämpfenden Theile behaupten ihre Positionen. Die Versailler Armee schließt Paris enger ein und besetzt die von den Preußen geräumten nördlichen Positionen. Versailles, 20. April. Die National- versammlung hat den auf eine Versöhnung gerich— teten Vorschlag Brunet's abgelehnt. Der Triumphbogen in Paris ist bis jetzt noch nicht zusammengeschossen.— Thiers hat den Marschall Canrobert auf's Freundlichste empfangen. Letzterer hat kein Commando erhalten. General Ducrot wird mit 32,000 Mann am Samstag erwartet. Die Pariser, auf das rechte Seine-User zurück⸗ geworfen, haben keinen Versuch gemacht, nach Asnieres zurückzukehren. Der Uebergang über die Brücke wird durch eine Batterie verhindert, welche von den Truppen der Regierung am Bahn- hof errichtet worden ist. Die Gendarmen haben gestern die Häuser in Asnieres durchsucht; die⸗ selben fanden nur Waffen, aber keine Insurgenten. — 21. April, 9 Uhr Morgens. Die Truppen baben gestern einige Barrikaden und Häuser in Neuilly, sowie mehrere Kanonen genommen. Eine dieser Kanonen wurde gestern Abend nach Ver sailles gebracht. Thiers hat die Truppen beglück⸗ wünscht. Zahlreiche Gefangene wurden in Ver- sailles eingebracht.— Preußen hat gegen die Zusammenziehung von Truppen, welche gegen die Insurrektion verwandt werden sollen, keine Ein- sprache erhoben, sondern nur verlangt, von der Zahl der täglich zur Armee von Versailles stoßen⸗ den Soldaten benachrichtigt zu werden. — 21. April. Die Truppen von Versailles haben das rechte Seineufer besetzt.(Wahrschein- lich gegenüber Asnieres und Sevres; Neuilly liegt bekanntlich ganz auf dem rechten Ufer.) Die Einschließung der Insurgenten zwischen dem linken Ufer und den Südforts ist wahrscheinlich. Pouyer⸗ Quactier hat von General Fabrice erwirkt, daß die Regierung so viele Truppen sammeln könne, als nöthig, um die Insurrection zu unterdrücken. — Die Zahlung der ersten halben Milliarde soll prompt geschehen. Vanvres und Issy sind an- geblich von den Insurgenten geräumt.— Ducrot ist in Versailles mit 8000 Mann und Clinchant in Poissy mit 32,000 Mann.— Thiers ver— sprach der Fünfzehner-Commission zwei entschei— dende Pläne zum Angriff auf Paris vorzulegen. — 22. April, Morgens. Bis zur Stunde hat sich nichts von Belang auf dem Schauplatze des Kampfes zugetragen. Zahlreiche Truppen— bewegungen deuten darauf hin, daß eine Schlacht nahe bevorsteht. — Aus Versailles wird gemeldet: An— gesichts der Bedeutung, welche die Stadt Versailles vielleicht noch lange Zeit haben wird, ist Befehl gegeben worden, unverzüglich die Arbeiten behufs Erbauung eines neuen großen Bahnhofes und behufs Herstellung von Gürtelbahnen zwischen sämmtlichen Eisenbahnlinien der West-, Ost⸗ und Nordbahn zu beginnen, damit die Nothwendigkeit, Paris zu passtren, vermieden werde. Fast sämmt- liche finanzielle Gesellschaften richten Suctursalen in Versailles ein. — 22. April. Bourg la Reine(im Süden von Paris, auf der Straße nach Montrouge) wurde durch Versailler Husaren besetzt. Dir In— surgenten zogen sich zurück.— Die Gerüchte von ministeriellen Veränderungen werden unterrichteter— seits für unbegründet erklärt.— Thiers besuchte gestern die Verwundeten im Militärhospital.— Das Gerücht, wonach die Ergänzungswahlen zur Nationalversammlung auf den 25. Mai festgesetzt wären, ist grundlos. Rouen. Unter den deutschen Garnisonen des unteren Seinedepartements herrscht freudige Bewegung auf die Ankündigung, daß die Räumung des Departements am 30. April beginnen soll. Man bringt dies mit dem Besuch Pouyer-Quer- tier's bei Fabrice in Soisy in Verbindung. — 21. April. Heute Morgen aus Paris entkommene Personen berichten, daß die Anarchie dort im Zunehmen sei. Es mangle bereite an Fleisch. Der Preis eines Kilo Butter betrage 90 Francs. Die Barrikaden würden vermehrt. Es seien überall Zeichen vorhanden, daß die Auflösung des bestehenden Regimes mit raschen Schritten nahe. — Der„Nouvelliste“, Organ von Pouyer— Quertier, schreibt:„Die halbe Milliarde Kriegs-: entschädigung liegt zur Verfügung der Regierung bei dem Finanzminister bereit. Es ist noch keine Entscheidung getroffen, ob die Ablieferung an Deutschland erfolgen soll, da Deutschland nach Zahlung dieser Summe doch nicht sämmtliche Forts des rechten Seineufers Angesichts der Er— eignisse in Paris räumen, sondern 2 Forts be— setzt halten wolle.“ Belgien. Brüssel, 21. April. Berichte, welche gestern in dem„Journal officiel“ von Paris veröffentlicht wurden, gestehen endlich zu, daß die Versailler Truppen das linke Ufer bei Asnieres besetzt halten. Personen, welche soeben von Paris hier eintreffen, versichern, daß der größere Theil der Nationalgarden der Marsch— bataillone zu Hause bliebe; einzelne Bataillone, welche gestern ausmarschirten, bestanden jedes nur aus ca. 400 Mann. — 22. April Nachmittags. Französische Be⸗ richte versichern, daß die Truppen der Regierung St. Denis besetzt hätten(2) und der Verkehr auf der Nord⸗Eisenbahn unterbrochen sei. Großbritannien. London, 21. April. Der„Standard“ meldet aus Paris vom gestrigen Abend:„Die Versaillisten ziehen sich vor dem halbzerstörten Maillot-Thor zusammen, als wenn sie eine Erstürmung desselben beabsichtigten. Die Kanoniere der Föderirten sind ohne Deckung. Sie unterhalten trotzdem mit bewunderungs würdigem Muthe ein starkes Feuer. Die Umgegend des Triumphbogens ist unterminirt.“— Das„Journal de Havre“ meldet, daß auch das Palais de Luxem- bourg und der Industriepalast unterminirt seien. — Der„Standard“ meldet aus Paris vom 21. d.:„Der angestrengte Versuch der Föderirten, Sablonville wiederzunehmen, war bis 4 Uhr Nachmittags noch ohne Erfolg. Die Batterien des Maillot- und des Ternes⸗Thors zerstörten die wenigen Ueberbleibsel von Neuilly. Es macht sich bei den Föderirten ein großer Mangel an Leuten, namentlich an Kanonieren, fühlbar. Die Bourgeoisie wird ihre Verstecke nur nach Beseiti— gung der Gefahr verlassen. 60 Procent der Waffenfähigen der Ordnungspartei sind versteckt oder entflohen. Frankfurt. Kürzlich fand man beim Bau der neuen Schule in der alten Rothenhosstraße das Gerippe eines Knaben im Alter von 14— 15 Jahren. Dasselbe war elwa 3 Fuß tief, ohne daß Spuren eines Sarges gefunden wurden, gebettet. Ein Kirchhof war, soviel man weiß, nie an dieser Stelle, sondern nur ein Garten. Die Unter⸗ suchung wird Licht bringen.— Mainz. Mit nicht gewöhnlicher Raschheit werden die französischen Kriegsgefangenen aus den verschiedenen kleineren Depots hier zusammengebracht. Seit 3 Tagen sind in verschiedenen Zügen gegen 10,000 Mann hier ein⸗ getroffen und wird die erwartete Anzahl von unterrichteter Seite auf 28,000 Mann angegeben. Alzey. Ein gräßliches Unglück fand am 16. d. M. hier an dem Bahnhof Alzey-Kirchheim statt. 5 Arbeiter wurden von rutschender Erde überschüttet, wobei 2 das Leben einbüßten, die man aus der Erde todt hervorbrachte; die 3 anderen sind mehr oder weniger verstümmelt. Die Absendung von Liebesgaben dc. au die Großherzogliche Dipision. Die am 9. d. M. von hier an die Groß- herzogliche Diviston abgegangenen Liebesgaben ꝛc. sind nach einer vorliegenden Empfangsbescheinigung Gr. Intendantur vom 14. er. an ihrem Be⸗ stimmungsort glücklich angelangt. Eine größere Sendung ist heute abgegangen. Die nächste Sendung wird am 28. d. M. von hier abgehen. Darmstadt, den 20. April 1871. Großherzogliche Etappen-Commandantur Der Verpflegsbeamte. Köhler, Stabsquartiermeister. Aufforderung. Wer noch eine Forderung an den Hülfsverein verwundeter und kranker Soldaten für das Lazareth Turnhalle hat, wird ersucht seine Rechnung bis längstens den 1. Mai einzusenden. Für das Comité J. Huber. RNirchenvorstandswahl. 1014 Zur Einsicht der Mitglieder der biesigen evang. Kirchengemeinde liegt die Liste derjenigen, welche bei der demnächst zu vollziehenden Wahl von 10 Mitgliedern des evang. Kirchenvorstandes stimmberechtigt find, vom 24. April an 8 Tage lang auf dem Rathbause offen. Während dieser Zeit können Reclamattonen gegen den Inhalt der Liste bet uns vorgebracht werden. Der evang. Kirchenvorstand zu Friedberg. a ch un Bekannima chung flein'schen Walddistrikten„An der Viehtrieb“ ꝛc. ꝛc. und in dem Straßheimer Hübner— schaftswalde abgehaltene Holzverfseigerung ist genehmigt. Erster Fahrtag Freitag den 28. April. Ockstadt den 24. April 1871 Der Freiherrlich v. Franckenstein'sche Oberförsler Rumpf. Aecht bayr. Malzzucker Bekanntm ach g. 1016 Mittwoch den 26. d. M., Nachmittags 2 Uhr, sollen 50 Centner, der Gemeinde Nieder- Florstadt ge— hörendes deu meißbietend verstelgert werden Nieder⸗ßlorstadt ten 22. Apriei 1871. Großherzogliche Bügermeisteret Niedet-Florstadt. Wagner. 933 ift wieder angekommen bei Georg Groß. Ein braver Junge 935 kann in die Lehre treten bei Friedberg. A. Winkler, peugehülfe. Sunne 1027 Die am 20. d. M. in den Fretherrlich v. Francken⸗ 1020 Mitwoch den 26. d. M., Vormittags 10 Uhr, Viehunter,,„Am sollen auf biefigem Rathbause eirea 50 Centner der Gemeinde gehöriges Heu öffentlich meifibietend in Ab— theilungen versteigert werden. Ossenbelm den 22. April 1871. Großherzogliche ee Ossenbeim. Non Portland Cement 01 bidligst dei Witbelm Bernbeck. Ein zuverlässiger Hausbursche, 998 der mit Pferden umgeben kann und auch schon servirt hat, wird in ein Höten gesucht. Näberes bet der Exp. d. Bl. Geschäfts- Empfehlung. 1024 Eine reichhaltige Auswahl in Buckskin zu Herren- und Knabenanzügen, leinenen und baumwollenen Hosenstoffen, Tibet, Lüstre, leinenen und baum⸗ wollenen Schürz⸗ und Bettzeugen, Barchend, Zwillich, Cattun, Blaudruck, Hausmacher⸗ und schlesinger Leinen empfiehlt zu sehr billigen Preisen Heinrich Hartmann, Bad Nauheim. Tür Hoteliers, Caféliers, Restäurateure 1012 empfehle ich: Würfelzucker (eigener Zuckerschneiderei) von seinstem Raffinadezucker, in gleichmäßige U Würfel geschnitien, eirca 90 Stück auf's Pfund. Preis per Centner fl. 35.(21 kr. per Pfund) per Complant. Verpackung in Kisten von 50100 Pfund. Probesendungen von 5 Pfund an, mit 1 Kreuzer Aufschlag per Pfund für Verpackung gegen Nachnahme. Carl Bender, Kaffee⸗ Niederlage Domplatz 2 in Frankfurt a. M. Billige Dielen 972 habe in Folge der bei Laufach stattgehabten Entgleisung eines Guͤterzugs, wo von der königl. bayr. Bahn fämmtliche gute Dielen, sowie 18 Fuß lange gute Latten vortheilhaft kaufte, abzugeben. Das Lager befindet sich am Bahnhof Nauheim und kann für mich die Ziegelei an Station Nauheim jederzeit sehr billig verkaufen. S. Moses in Steinfurth. Versteigerung von Baumaterialien zu Bad⸗ Nauheim. 1018 Montag den 1. Mai d. J., Vormittags um 8 Uhr, sollen zu Bad Nauheim die durch den Abbruch des Reserve⸗Lazareths in der Trinkballe daselbst entbehrlich gewordenen Matertalen, als: Bretter(größtentheils in natürlicher Länge) und gezimmertes Wandholz von circa 11,000 Quadratsuß doppelter Verschaalung, Betten, 15 Thüren mit Schloß und Band, 20 Fenßer, Strob, Dachpappe und Tapeten, 11 Oefen mit Rohr c. ꝛc. in einzelnen Loosen, an den Meistbietenden gegen baate Zahlung versteigert werden. Friedberg den 22. April 1871. Großherzogliche Reserve⸗Lazareth⸗Commission. Hoffmann. o Holzversteigerung in den Domanial⸗ Waldungen der Oberförsterei Eichels dorf. Montag den 1. und Dienstag den 2. Mai 1022 werden in den Distrikten Großer⸗ und Kleiner⸗ Irrhouskopf, Hirtsprung, Wolfraln, Fischwäsem und Langebäume nachfsebende Holzsortimente versteigert: A. Brennholz. Holzart. Scheitbolz. Prügelholz. Stockholz. Reis holz. „„ Buchen⸗ 32/0 314½ 33/8 1804 (Stammreiser.) Eichen⸗ 13 35 57/8 42 Nadelholz⸗——— 31 Aspen⸗ 2 31½— 166 B. Bau- 2c. Holz. 16 Eichen⸗Stämme von 644 Zoll Durchmesser und 5—50 Fuß Länge mit 469 Cudikfuß, 10 Nadel⸗Stämme von 6—9 Zoll Durchmesser und 35—80 Fuß Länge mit 274 Cubikfuß, 1 Stecken Eschen⸗Werkscheitholz sür Küfer und Glaser geeignet, 13 Eichen⸗Stangen von 3—5 Zoll Durchmesser mit 21 Cubikfuß, 1 Nadel⸗ Stange von 5 Zoll Durchmesser mit 12 Cubikfuß 105 Buchen Stangen zu Lengwieden geeignet. Die Versteigerung beginnt an beiden Tagen Morgens 9 Ubr. Zusammenkunft jedesmal auf der Ecchelsdorf⸗ Glashütter Chaussee bet Eichelsdorf am Eingang in den Wald. Das in den Distrikten Langebäume, Hirtsprung, Wolfrain und Fischwäsem zerfreut sitzende Holz wollen die Steigerer sich vorher von Forstwart Jann in Eichels⸗ dorf vorzeigen lassen, dieses sowie sämmtliches Bau-, Werk- und Nutzbolz kommt erst am zweiten Tag zum Aus gebot. Eichelsdorf am 17. April 1871. Groß herzogliche Oberförsteret Eichelsdorf. ey er. An Magenkrampf, Perdau⸗ ungsschwäche etc. etc. Leidenden 585 wird das seit beinabe 50 Jahren segensreich wirkende Dr. med. Doecks sche Hellmittel empfohlen. Schrift darüber gratis in der Expedllion d. Bl. Das Mittel tst nur direkt zu beziehen durch den Apotheker Doeeks in Harpstedt b. Bremen(wohin derselbe seinen Wohnsitz von Barnstorf verlegt hat), Holzversteigerung in der Oberförsterei Ortenberg. 1023 Mittwoch den 3. Mai d. J. kommen aus den Domanialwalddiffrikten Kohlhaag und Raumerts⸗ wald zur öffentlichen Versleigerung: Scheit. Prügel. Stock. Reiser. Buchen⸗ 220 59 78¼ 1312 worunter 1100 Stecken Stammreiser zum Theil in Schichten) Aspen— 50— 200 Nadelholz⸗— 40— 211 16 Nadelholz(Lärchen⸗) Stämme von 5½—8½“ Durchmesser und 20—55“ Länge mit 168 Cubikfnß, 22 Nadelhol⸗(Lärchen)⸗ Stangen von 3½—5“ Durch⸗ messer und 20— 45“ Länge mit 91 Cubikfuß. Zusammenkunft Morgens 9 Uhr an der Glashütter Straße am Kohlbaag. Ortenberg am 18. April 1871. Großherzogliche Oberförsteret Ortenberg. Thaler. 932 Geschälte 2 Erbsen, Linsen, Bohnen gutkochende, bei Georg Groß. 1017 Die Belle⸗Etage eines neu hergerichteten Wohnhauses in Nauheim, in der Nähe des Landgerichts, bestehend aus 4 kapeztrten heizbaren Zimmern, Küche, abgeschlossenem Vorplatze, 3 Mansarden, polzstall, Keller⸗, Boden, Waschküche⸗ und Gartenanthetl, nebst sonstigen Bequemlichkeiten, ist sogleich unter sehr günstigen Bedingungen zu vermiethen. Näheres im Euro⸗ pätschen Hof in Nauheim. Zu Ausstattung von Flumenbeeten 1019 empfiehlt die Gräfliche Gärtnerei zu Assenheim ganz besonders: Fuchsien 12 Stück fl. 1. Verbenen 12 Stück fl. 1. Seliotrop 12 Stück fl. 1. Pelargonium 12 Stück fl. 1. Landnelken 12 Stück fl. 1. Blattpflanzen zu Teppiggruppen 12 Stück fl. 1. Sämmtliche angeführte Pflanzen stehen in Töpfen und sind vorjährige Vermehrung. Emballage wird billig berechnet. Versteigerung. 1028 Nächsten Donnerstag den 27. d. M., Vor⸗ mittags 9 Uhr, läßt Unterzeichneter wegen Abreise in seiner Behausung verschiedene Gegenstände, als: 1 Kleiderschrank, 1 Küchenschrank mit Glasaussatz, 1 Kommode, 2 Bettstellen, mehrere Tische und Stühle, ein vollständiges Schmiedehandwerkszeug, darunter noch 2 zwei ganz neue Schmiedekluppen, was auch im Einzelnen abgegeben wird, mehrere Malter gelbe Kartoffeln, einen vollständigen Oecono⸗ miewagen, sowie sonstige Haus- und Küchengeräth⸗ schaften öffentlich meistbie tend verstelgern. Rödgen am 24. April 1871. A. Reimer. Ein Clavier 1026 zu vermiethen. Wo? sagt d. Exp. d. Bl. Petunien 12 Stück fl. 1. 577 Mein für die diessährige Saison wohlassortirtes Tapeten⸗Lager bringe in empfehlende Erinnerung. Georg Groß. Wicken find wieder angekommen bei 0 Th. Kranz. 1008 C. Alle Sorten Oelfarben 821 in bester Qualität empfiehlt Wilhelm Bernbeck. Zu vermiethen ift der untere Stock meines Hauses. Heinrich Mondigler. Versteigerung. 1029 Nächsten Freitag den 28. d. M., Vormit⸗ tags 9 Uhr, läßt Uuterzeichneter in seiner Behausung mehrere Gegenstände, als: 2 Kleiderschränke, 3 Bettstellen, 1 Schreibpult, 1 Kommode, 1 Küchenschrank mit Glasaufsatz, mehrere Tische und Stühle, 1 vollständiges Wagner⸗ bandwerkszeug mit Drehbank und 2 Hobelbänke, 5 Eichenstämme, 2 bis 300 dürre Speichen und Felgen, sowie sonstige Paus⸗ und Küchengeräth⸗ schaften öffentlich meistbietend versteigern. Wisselsheim den 24. April 1871. G. Hofmann II. 945 gegen hohen Lohn such das perfekt kochen kann. Zu erfragen bei a W. Wiemer. Bonames. 1021 1011 2 tis 3 tüchtige Weißbindergesellen finden sofort bei gutem Lohne Beschäftigung bei Hermann Rühl, Weisbindermeister. Bad Homburg. Lehrlings⸗Gesuch. 1013 Für ein Eisenwaarengeschäft in Offenbach wird ein braver junger Mann in die Lehre gesucht. Eintritt kann alsbald oder nach Pfingsten geschehen.— Gef. franco Offerten besorgt d. Exp. d. Bl. Steinkohlen, 691 namentlich auch Schmiedekoöͤhlen, verkauft zu billigen Preisen die Ziegelei am Bahnhof zu Naubelm. 150 fl. Vormundschaftsgelder 1015 liegen gegen hypothekarische Sicherheit zum Aus⸗ leihen bereit bei Sch mi d in Reichelsheim. 1025 Es kann ein Junge das Spenglerhandwerk erlernen bet F. Benz in Frankfurt a. M., gr. Bockenheimergasse 26. Frische Repskuchen 604 billigst bei Georg Groß. Krippen, Tröge und Gossensteine 376 aus s. g. Lungstein(Dolerit) empfiehlt die Ziegelei am Bahnhof zu Bad⸗Nauheim. Kirchen buchsauszüge. Evangelische Gemeinde. Getauf te: 20. April: Dem hiesigen Bürger und Hofkappenmacher Chrtstian Ludwig Heß eine Tochter Anna Mathilde, ge⸗ boren den 7. Aprtl. Beerdigte: 19. April: Karl Cbristian Hunzinger, Sohn des ver⸗ storbenen Pfarrers Karl Hunzinger zu Rothenberg, 11 Jahre 4 Monat 20 Tage alt, F den 17. April. Verantw. Redact.: Hermann Schimpff. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpff. H—— ¶—— 7572 ff. 77 ll ele 1 rdu- 20