Dienstag den 22. August. N 98. n seßt billigen dan da el 1* he lige! „ Frris lung. Tareten su u orn. Naum derninthun; u tren. 31 c. 1. — att wischen rut int mil telben gegen Satteahacht 19. 7440 f bci r, in den berhessischer Anzeiger. * 5 Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. — Stiedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Amtlicher Theil. Aus dem Großherzoglichen Regierungsblatte fi sub 1. Gesetz, das Cassationsverfahren betr.— sub 3. Bekanntmachung, Nr. 26. sub 2. Verordnung, die Vorschriften für die Prüfungen im Finanz und techni greich Italien, insbesondere Postanweisungen beir. Nr. 27. sub 1. Gesetz, die verbindende Krast der Immobiliarveräußerungeverträge betr. Nr. 25. Friedberg den 19. August 1871. Nachverzeichnete Gesetze ꝛc. sind im Bundesgesetzblatt des Deutschen ö Nr. 34. Nr. 679. Gesetz, betreffend die Bestellung des Bundes⸗Oberhandels Nr. 680. Verordnung, betreffend die Aenderungen einiger in der Veror nung vom 29. nutbaltenen Bestimmungen. Vom 14. Juli 1871.— Nr. 681. Allerhöchster Erlaß vom 3. August 1871, eutschen Reichs, sowie die Feftstellung des Kalserlichen Wappens und der Kaiserlichen Standarte.— Nr. Serichtsbof für Handelssachen in Leipzig betr.,— Nr. 683. Die Bestimmung der un für das Heimathswesen betr.— Nr. 684. r. 35. Nr. 688. Bekanntmachung, betreffend die Ausgabe von Reichs stempe Großberzogliches Kreisamt Friedberg. B. d. K.: Haas, Kreis ⸗Assessor. nd zu publieiren: die Erthetlung von Aufnahme- und Entlassungs⸗ Urkunden betr. schen Fache betr.— sub 3. Bekanntmachung, die Correspondenz nach Reiches publieirt worden: gertchts zum obersten Gerichtshof für Elsaß und Lothringen. Vom 14. Juni 1871.— Juni 1869(B. ⸗G. Blatt Seite belreffend die Bezeichnung der Bebörden und Beamten des 682. Die Ernennung von Räthen beim begründeten obersien Mitglieder zu dem durch das Gesetz über den Unterstützungswohnsitz begründeten 285) über die Cautionen der Poftbeamten Die Bestellung von Consuln betr.— Nr. 685 bis 687 desgl.— Dom 11. August 1871.— Nr. 689 Consulernennung detr. Be Mit Bezugnahme auf unsere Bekanntmachung vom 5. Juli d. J. bringen wir biermit weiter zur öffentlichen Keuntniß der Betheiligten, daß die nächsten Prüfungen in folgender Weise vorgenommen werden: Dienstag den 83. September d. J. und folgende Tage für diejenigen Angehörigen des Großherzogthums, welche im Jahre 1852 geboren sind; 5 i 1 Freitag den 8. September d. J. und folgende Tage Ar diejenigen Angehörigen des Großherzogthums, welche im Jahre 1883 geboten sindz f zogth 0 Jehre Far un en eme c eiu 18541 geboren, marken und gestempelten Blan quets zur Entrichtung der Wechselflempelsteuer. n g. Dienstag den 12. September d. J. für diejenigen Angehörigen des Großherzogthums, welche im Jahre sowie für die Angehörigen eines anderen Staates, weiche nach§. 20. der Militar⸗Ersatz⸗ Justruction im Großherzogthum Hessen gestellungspflichtig sind. Die Prüfungen beginnen an jedem in dem Locale der„Polytechnischen Schule“ dahier. Darmstadt den 12. August 1871. Großherzogliche Prüfungs⸗Commission für einjährig Freiwillige. und folgende Tage Tage Morgens um 8 Uhr Pa b st. Strecker. Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. Schreinermeister Schönwolf in Beienheim ist als Leichenbeschauer für diese Gemeinde ernannt und verpflichtet worden. Bekanntmachung nete Rentamt dezahlt werden.— Die Forststrasen vom III. Quartal 1871 können an den bestimmten Zahltagen, Dienstag und Donnerstag, an das unterzelch 8— 10 Uhr dei Herrn Gaftwirth Als besonderen Erhebungstag bestimmen wir für den Landgerichtsbe Zoutz in Butzbach.— Wir ersuchen die Großherzoglichen Bürgermeistereten diese nach dem 15. Scptember die Mahnung erfoigt. Friedberg den 21. August 1871. zuk Butzbach Somstag den 2. September d. s im Interesse ihrer Ortsangeböͤrigen mit dem Bemerken bekannt machen zu lassen, daß J., Vormittags von Großberzogliches Rentamt Frledberg. Linde d. Deutsches Reich. Darmstadt. Das Großherzogliche Regie- tungsblatt Nr. 27 enthält: ch 5 I. Gesetz, die verbindende Kraft der Immobiliar-Ver⸗ kußerungsverträge betreffend.— Art. I. Veräußerungsver⸗ läge über unbewegliche Güter und Rechte— namentlich in Verkauf⸗, Tausch⸗ oder Schenkungsvertrag, deßgleichen n Vertrag über Gutsübergabe lelterlichen Haus- oder Gulsanschlag), Güteriheilungen, wie auch Eheverträge in, pweit sie über liegende Güter verfügen,— haben, außet n den im Artikel 6 bezeichneten Fällen, keine verbindende Kraft, so lange und insoweit sie nicht von dem Contra— zenten dem zuständigen Ortsgerichtsvorsteher angezeigt und von Letzterem protokollirt worden sind.— Den Gerichten zerbleibt übrigens die Befugniß, Immobiliarveräußerungs⸗ zerträge mit rechtlicher Wirkung zu protokolliren, insbe— bonbere auch solche Verträge, welche mit Ausübung der sreiligen Gerichtsbarkeit in Verbindung stehen. Diese Be⸗ sugniß steht den Gerichten zu, selbst wenn die Liegenschaften, pelche den Gegenstand des Vertrags bilden, außerhalb des Bezirks bes betreffenden Gerichts liegen. Umfaßt ein und berselbe Vertrag die Veräußerung mehrerer, in verschie⸗ genen Ortsgerichtsbezirken gelegenen unbeweglichen Sachen, ann hat die Anzeige und Protokollirung des Veräuße⸗ tungsverlrags bei dem Ortsgerichtsvorsteher der Gemeinde zu geschehen, in dessen Gemarkung der größere Theil der Hüter nach dem Flächengehalt gelegen ist.— Art. 2. Die bestimmung des vorhergehenden Artikels findet auch dann Anwendung, wenn die Betheiligten den Vertrag erfüllt haben und erstreckt sich auch auf solche Verträge, durch welche in jenem Artikel erwähnten Rechtsgeschäfte vorbe⸗— teitet werben sollen(pacta de contrahendo), sowie auf solche Verträge, durch welche eine Strafe für den Fall des Nücktrins vom Vertrage ausbebungen worden ist.— rt. 3. Die in einzelnen Landesthellen bestehende Vor— „ schrift, daß den in Art. 1 gedachten Verträgen erst nach erfolgter richterlicher Bestätigung verbindende Kraft beizu⸗ legen sei, ist aufgehoben.— Ark. 4. Alle den vorstehenden Artikeln entgegenstehende Bestimmungen treten außer Kraft unter dem in den nachfolgenden Artikeln 5 und 6 ent⸗ haltenen Vorbehalte.— Art, 5. Bezüglich der öffentlichen Versteigerungen, mögen sie vom Landgerichte oder vom Vorsteher des Ortsgerichts vorgenommen werden, wird durch die Bestimmungen des Artikels 1 an den bestehen⸗ den Vorschriften nichts geändert, wohl aber findet der Artikel 3 auch auf solche öffentliche Versteigerungen An⸗ wendung.— Art. 6. In den Fällen, in welchen durch be⸗ sondere Gesetze oder Verordnungen die Protokollirung oder Ausfertigung von Immobiliarveräußerungsverträgen an andere Behörden als die Ortsgerichte verwiesen ist, wie solches bei Domänenveräußerungen, Gemeinheitstheilungen, Allodificationsverträgen, bei Verwandlung von Berechti⸗ gungen in Grundrenten, bel Ablösung von Grundrenten und von anderen Reallasten der Fall ist, vertritt eine derartige Protokollirung oder Ausfertigung die Protokol⸗ lirung durch den Ortsgerichtsvorsteher. Dieses gilt auch dann, wenn die Gegenleistung des Exwerbes in unbeweg⸗ lichen Gütern bestehen sollte. II. Verzeichniß der Vorlesungen, welche auf der Groß⸗ herzoglich Hessischen Ludewigs-Universität zu Gießen im Winterhalbfahre 1871/72 gehalten und am 30. October ihren Anfang nehmen werden.(Die Immatriculation be⸗ ginnt am 23. October.) Darmstadt. Aus Anlaß eines Antrags der Abgeordneten Heß und Bindewald auf Er- richtung eines Gebäudes für die technischen Fächer an der Landesuniversität Gießen beantragt der Finanz- Ausschuß,„die Regierung zu ersuchen, sobald als die neue Gerichtsorganisation auf Grund der deutschen Reichsgesetzgebung feststehe, eine Propo⸗ sition einzubringen, zum Zweck, die vorliegenden baulichen Bedürfnisse der Landes universität und der Justizbehörden zu Gießen in angemessener und würdiger Weise gleichzeitig zu befriedigen.“ — Das Urtheil des Bezirksstrafgerichts gegen die„Main-Zeitung“ wegen Beleidigung des Mi⸗ nisters v. Dalwigk und geh. Staatsraths Frank spricht gegen den Angeklagten Dr. Jahn eine Geldstrafe von 50 Thlin., gegen L. Ost, nomi⸗ nellen Redacteur des angeklagten Blattes und wirklichen Raddreher eine solche von 20 Thlrn., sowie Veröffentlichung des Urtheils in der„Darm⸗ städter Zeitung“ und der„Main⸗Zeitung“ aus. — Der hiesige Gemeinderath erneuerte mit Einstimmigkeit den schon im vorigen Jahre ge- saßten Beschluß, den fünften deutschen Protestanten⸗ tag, welcher Ende Septb. oder Anfangs Oetb. d. J. an zwei Wochentagen dahier abgehalten werden soll, freundlich willkommen zu heißen und ihm zu seinen Gottesdiensten und Verhandlungen die Stadt- kirche und Stadtkapelle zur Verfügung zu stellen. Auch die bereits im vorigen Jahr für Vorberei- tung des Protestantentags vom Protestanten-Verein gewählten Comite's traten wieder zusammen und beschlossen, alsbald ihre Thätigkeit zu beginnen. Offenbach. Vier Führer der hiesigen social⸗ demokratischen Arbeiterpartei wurden in ihren Wohnungen verhaftet. Man sagt, die Verhaftung sei in Folge höherer Ordre von Berlin aus ge⸗ scheben. 5 Berlin. Der„Kreuzzeitung“ zufolge wird der Bundesrath Mitte nächsten Monats zusammen⸗ treten, um die Etats und sonstigen Bedürfnisse Elsaß⸗Lothringens zu regeln. — Es gilt als feststehend, daß ein neues Ge⸗ wehr in der deutschen Armee eingeführt werden wird, eine bestimmte Wahl ist aber noch nicht er⸗ solgt. Sicher ist, daß die neue Kriegswaffe ein Hinterladungsgewehr sein wird, bei welchem die Entzündung durch einen directen Schlag des Hahnes auf die Außenseite der Patrone bewirkt wird. Höchst wahrscheinlich wird man sich für irgend ein Repetiegewehr entscheiden. Bei diesem Ge wehrsystem ist die Feuergeschwindigkeit eine ganz bedeutende. Die mit 10— 20 Patronen gefüllte Kammer wird entweder durch eine unter dem Laufe liegende Röhre gebildet, in welcher die Patronen eine nach der anderen durch eine Spiral— feder nach dem Ladungsraum geschoben werden, oder es liegt der Patronenvorrath in einer durch den Kolben gehenden Röhre, von wo die Patro— nen ebenfalls durch eine Spiralfeder in den Lauf geschoben werden. Zwei Staaten haben bereits das System des Repetirgewehrs angenommen: England das Henry ⸗Martini⸗Gewehr, und die Schweiz das Vetterli'sche Repetirgewehr. — Der Graf Arnim ist zu den Friedens- verhandlungen nach Frankfurt a. M. zurückgekehrt. — Die„Germania“ veröffentlicht ein Schreiben des Feldprobstes Bischofs Namczanowski, in wel- chem derselbe die Mittheilung verschiedener Zei⸗ tungen, die Conferenz der Bischöse habe am 3. d. in Fulda stattgefunden, für unwahr erklärt. Die Conferenz werde erst am 5. September in Fulda abgehalten werden. — An Kranken der französischen Gefangenen befanden sich nach den eingegangenen Rapporten in Preußen am 10. Juni noch 7932, am 20. Juli nur 3935 und am 30. Juli 3031. Die starke Abnahme der Kranken wurde zum Theil auch durch die Evacuation derselben nach Frankteich bedingt. Unter den Kranken befindet sich auch eine nicht geringe Zahl von Verwundeten. Die Kranken waren mit ihrer Verpflegung so zufrieden, daß sie keine Neigung zeigten, sich in ihr Vater⸗ land schaffen zu lassen. — Der„Magdeb. Ztg.“ schreibt man von hier:„Wie es heißt, hat der Kronprinz von Sachsen cine Dotirung durch den kaiserl. Ober- feldherrn abgelehnt.“ — 18. August. Der„Schles. Ztg.“ wird über die Beziehungen zu Frankreich officiös von hier geschrieben:„Dem Artikel der„Neuen Pr. Ztg.“ über die Vorgänge in Poligny scheint nicht allgemein die Bedeutung zugeschrieben worden zu sein, welche er in Anspruch nehmen kann und auf welche allein schon die eryste Drohung mit der Wiedereröffnung des Krieges hinweist. Aller⸗ dings mag unter diesem Ausdruck nicht gerade ein neuer Feldzug zu verstehen sein, aber wohl ein Kriegszustand, durch welchen den Franzosen der occupirten Gebiete zunächst alle diejenigen Vortheile verloren gehen, welche ihnen aus dem Frieden, in dem sie sich befinden und welchen sie durch ein wider das Völkerrecht laufendes Ver⸗ fahren brechen würden, entstehen. Doch läßt sich wohl erwarten, daß es genügt, den vollen Ernst zu zeigen, um Nothwendigkeiten zu vermeiden, welche man tief bedauern müßte. — Der„Kreuzzeitung“ wird aus Wien ge⸗ schrieben: Die Angelegenheit der Besitzer der ru⸗ mänischen Eisenbahn⸗ Obligationen geht einer freundlichen Regelung entgegen. Glaubwürdigen Nachrichten zufolge ist eine Verständigung im Zuge. Man vernimmt zugleich, es sei Grund vorhanden, eine directe Vereinbarung zwischen dem deutschen Reiche und der Regierung des Fürsten Carl hoffen zu dürfen. — Während die Cholera bisher fast aus- schließlich auf Königsberg i. Pr. beschränkt ge⸗ blieben, ist dieselbe in den letzten Tagen nunmehr auch iu den Kreisen Pillkallen, Olotzko, Lyck und N Landau. und Feigheit zum Tode. Ausland. Oesterreich. Gastein. 6 ½ procentigen Obligationen in 5 procentige zu convertiren und das Consortium Strousberg zum vollständigen Ausbau der Eisenbahn zu verpflichten. Schweiz. Bern. Der„Helvötle“ zufolge ist Stämpfli vom Bundespräsidenten zum Schieds⸗ richter in der Alabama Frage bezeichnet worden. Frankreich. Paris. Der dem General Uhrich von Elsäßern in Newyork anerbotene Ehrendegen wurde ihm am 17. d. überreicht. Der General antwortete:„Dieser Degen bildet ein neues Band zwischen Elsaß und mir. Er wild erst an dem Tage aus der Scheide gezogen, an dem wir unsere Schwesterprovinzen wieder zu er⸗ obern suchen werden, indem wir unsere neulichen Demüthigungen durch einen großen Sieg aus löschen.“— Die„Presse“ sagt: Briefe aus den Ostdepartements constatiren, daß die preußzische Occupation den Charakter einer systematischen Ag⸗ gression annehme. Bedauernswerthe Kämpfe finden täglich statt. Man glaubt, daß den preußischen Soldaten gegebene Losungswort sei, die schon so schwer geprüfte Bevölkerung zu erbittern.(2 — Wie versichert wird, sind Verhandlungen im Gange, um den Antrag Rivet in nachstebendem Sinne zu modificiren: Die Vollmacht Thiers' soll für zwei Jahre verlängert werden und derselbe den Titel„Präsident der Republik“ führen. Die Verantwortlichkeit der Minister wird eingeführt, aber Thiers' behält das Recht, sich an den De⸗ batten zu betheiligen. Die Nationalversammlung trennt sich nicht, ohne vorher gewisse bereits be⸗ zeichnete Gesetze zu votiren.— Wie es heißt, wird die Commission ihren Berichterstatter nicht vor Dienstag oder Mittwoch wählen. Die Dis⸗ cussion selbst kann deßhalb im besten Falle nicht vor Donnerstag stattfinden. — Das„Journal officiel“ schreibt:„Man hat das Gerücht verbreitet, daß die Behörde am 15. August ganz außerordentliche Maßregeln ge- troffen hätte, um die Ordnung in Paris aufrecht zu erhalten, daß sie die Poslen verdoppelt, die Truppen consignirt hätte u. s. w. Alle diese Ge— rüchte, welche von ängstlichen und böswilligen Leuten erfunden sind, entbehren durchaus jeder Begründung. Die Wahrheit ist, daß an dem ge⸗ wöhnlichen Dienste nichts geändert war und die Ordnung keinen Augenblick an irgend einem Punkte der Hauptstadt gestört wurde.“ Versailles. Die Bureaux ernannten die Mitglieder der Commission zur Prüfung der An- träge, betreffend die Verlängerung der Vollmachten Thiers'“. Es heißt, von 15 Mitgliedern der Com⸗ mission seien 9 gegen die Verlängrrung.— Der „Sidcle“ sagt: Die Zusammensetzung dieser Com- mission kann nicht als maßgebend für die Ab⸗ stimmung der Versammlung betrachtet werden. Man ist beinahe gewiß, daß der Antrag mit einigen von den meisten Buregux für nothwendig trachteten formalen Abänderungen von der Ver sammlung günstig aufgenommen werden wird.— Passelbe Blatt schreibt: Die Schwierigkeiten, welche den Abschluß der Frankfurter Verhandlungen ver- zögern, rühren von der elsässischen Zollfrage her. Da der zollsreie Eingang elsässischer Erzeugnisse mit dem 1. Sept. abläuft, verlangte Fürst Bis⸗ marck, daß entweder die Frist verlängert oder günstige Aus nahmebestimmungen für das Elsaß getroffen würden. Der„Sidle“ glaubt, daß Thiers einer Verlängerung geneigt, dem Erlaß von Ausnahmebestimmungen aber entgegen sei. Ein hier constituirtes Kriegsge · richt verurtheilte den bayerischen Unterlieutenant von Waldenfels wegen Desertion vor dem Feind Fürst Bismarck ist mit dem geh. Rath Keudell hier eingetroffen. Pest. Der„Ungar. Lloyd“ meldet von hier: Die Grundlage der Verhandlungen zwischen dem deutschen und dem österreichischen Reichskanzler über die rumänische Frage werde ein Antrag der Bukarester Regierung bilden, der dahin gehe, die — Zur Prorogationsfrage hat der Deputir Chambrun einen neuen Antrag eingebracht, nach welchem Thiers unter dem Titel eines Präsidenten der Republik die ihm unter'm 17. 7 91 übertragenen Functionen fortführen soll. Diese Würde bildet die einzige Veränderung im oder Sinne des Paktes von Bordeaux, welcher erneuert, bestätigt und ohne jegliche Beschränkung in der Dauer gewährleistet würde. Die National⸗ versammlung soll nicht eher auseinander gehen, als bis sie die Constitution Frankreichs votirt hat. Der Präsident der Republik soll alle Gesetzent⸗ zwischen der Linken und der Rechten herbeizuführen. — Die Lage wird hier für ernst gehalten, falls es den Monarchisten gelingen sollte, durch Ablehnung des Rivel'schen Antrages Thiers zu stürzen. Man befürchtet alsdann eine Schilder⸗ hebung Gambetta's und glaubt, daß ein großer Theil der Armee daran theilnehmen werde. — Nationalversammlung. Der General Chanzg Armeegtsetzentwurf. Derselbe macht den Dienst vom 20. bis 40. Jahre obligatorisch, hebt die Stellvertretung auf, schließt die unter der Fahne befindliche Mannschaft vom Stimmrecht aus und lös't die Nationalgarde auf. 164 Mitglieder sind für sofortige Auflösung der Nationalgarde. Die 4 Dringlichkeit wird beschlossen. Großbritannien. London. Die Königin hat der Heeresbill ihre Zustimmung ertheilt. Liverpool. Wie hierher gemeldet wird, ist der Pacific Postdampfer„Henry Chauneey“ bei Cap Henry(im stillen Ocean) verbrannt. Die Passagiere wurden gerettet, dagegen gingen Ladung und Postsäcke zu Grunde. f Rußland. Aus dem Gouvernement Suwalki sind Nachrichten eingegangen, wonach die Cholera in der Abnahme begriffen ist. Vom 20. bis 27. Juli kamen in dem Gouvernement 238 neue Erkrankungsfälle vor. Im Ganzen erkrankten 443 Personen, wovon 190 genesen und 83 ge⸗ storben sind. * Bad⸗ Nauheim. Am Vorabend des Namens- kages S. K. H. des Großherzogs, Donnerstag den 24. d., wird nach einer in der„Kurliste“ enthaltenen Ankündigung, ein brillantes Feuerwerk auf der Terrasse vor dem Kur⸗ hause dahier abgebrannt werden, dem eine bengalische Be⸗ leuchtung des Parkes folgt. Die Direction der Bank gibt zum Besten der Armen Karten 3 2 fl. aus, welche zum Besuche des oberen Salons des Kurhauses während des Feuerwerkes berechtigen. Das hohe Namensfest des Landesfürsten selbst wird durch ein Festessen und einen Festball im Kursaale gefeiert werden. Frankfurt. Dieser Tage wurde von einem gutge⸗ kleideten Manne auf einem der hiesigen Eisenbahnhöße ein Säckchen mit Geld gefunden. Als er sah, daß er mit seinem Funde bemerkt worden war, trat er auf den Portier zu und sagte zu diesem und einem anderen Eisenbahnbe⸗ amten, er habe ein Säckchen mit Geld gefunden; er se i der Herr X aus Mainz, wohne in der X⸗Straße und werde das Geld, bis sein Eigenthümer sich melde, reserviren. Man ließ hierauf den Mann ganz ruhig ziehen. Einige Stunden darauf meldete sich der rechtsmäßige Eigenthümer. Man setzt den Telegraph in Bewegung, geht selbst nach Mainz, der ehrliche Finder ist jedoch nicht zu finden und das Geld bleibt vorerst verloren.* Soden. Zwei Curgäste, eine Dame aus Worms und ein junger Maler aus Darmstabt, fanden vor Kurzem auf einem Spaziergang ein kostbares mit Brillanten be⸗ setztes Medaillon. Im Begriffe, dasselbe auf die Bade⸗ inspection zu bringen, erfubren sie bereits unterwegs durch die Schelle, daß ein reicher Frankfurter Kaufmann das Medaillon verloren und dem redlichen Finder eine Be⸗ lohnung von 20 Thlrn. zusichere. Die beiden Finder be⸗ gaben sich sofort in die Wohnung des letzteren, präsentirten ihm das Medaillon und beanspruchten zu nicht geringem Exsiaunen des Herrn die als Belohnung ausgesetzten 20 hielt er ihre Forderung Anfangs für Scherz, mußte sich jeboch schließlich zur Wiedererlangung seines Medaillons zur Zahlung bequemen. Die belohnten redlichen Finder begaben sich in die Curanlagen, wo sie seit einigen Tagen bereits zehn bessische Verwundete zusammengehen sahen und tbeuten unter diese die 20 Thlr. aus. Der Frauk⸗ Insterburg in Ostpreußen aufgetreten. Auf dieser Grundlage würden die Verhandlungen in Frankfurt nun fortgesüht, surter Kaufmann hakte sein verlorenes werihvolles Medaillon, die Finder das Bewußtsein einer edlen That und die ver⸗ wundeten Landsleule einen vergnügten Abend. b würfe der Versammlung durch einen Minister vor. legen lassen und präsidirt dem Ministerrath, welcher der Versammlung solidarisch verantwortlich ist. Die übrigen Bestimmungen sind denen des Antrages Rivet(linkes Centrum) analog. Man legt den Antrage Chambrun eine gewisse Bedeutung bei, da derselbe geeignet erscheint, eine Ausgleichung ä — 2 See e R verliest den Commissionsbericht über den neuen Thlr. Bei dem noblen Auftreten der beiden Fremden am Thing z int Schilde daß ein groß * perdt. Oarril hung At der nenn den Dien nich, hedt dz ier dt: Fan nrecht aus un Mitglieder sin algarde. Dit . Die King 8 ertheilt. tlttt pird, ii Jhanrttz“ bi erbrannt. Dit gigen Ladin tts! Suwalfi die Cholera Ben W. dis in 288 neut An cltazhlen n und 83 9. 1 5 In Darmstadt hat sich eine„Gesellschaft für Ver⸗ größerung der Stadt Darmstadt“ gebildet. Dieselbe be⸗ absichtigt, vor dem Mainthor, und zwar zwischen der Frankfurter Straße und den Eisenbahnen, einen neuen Stadttheil anzulegen. Das in dem Winkel der Eisenbahnen und Promenadenstraße liegende Gelände ist haupfsächlich J für industrielle und mereantile Anlagen und das nach der Frankfurter Straße gelegene zur Erbauung von Wohn⸗ visorisch Herrn H. Blumenthal übertragen. 1 1 vertheilt. häusern bestimmt. Das Project erfreut sich der Billigung des Großherzogs und ist die Ausführung desselben pro⸗ Das einschlägige Gelände ist bereits vollständig erworben. Worms. Beim Ausbruch des letzten Kcieges hatte Herr Regierungsratb Pfannebecker 100 fl. und die Ge⸗ meinde Pfiffligheim 50 fl. zu dem Zwecke deponirt, daß nach Beendigung dieses Feldzuges diese Beträge an den, resp. die tapfersten Soldaten des ersten Gr. Hess. In⸗ fanterieregiments vertheilt werden sollen. Nach Mittheilung der„Worms. Zig“ werden diese Beträge nun dieser Tage vom Commando des Ge. ersten Infanterieregiments an die Sergeanten Keller von der 6. und Englert von der S., und an die Gardisten Hildebrandt von der 2. und Eidmann von der 3. Compagnie zu vier gleichen Theilen Dieselben sind nach genauerer Prüfung in Folge ihres überaus tapferen und muthigen Benehmens in den Schlachten von Mars la Tour und Gravelotte als die Würdigsten dieses Regiments erkannt worden. Aus Baden. Der„Statthalter von Schopfheim“ erzählt:„In Stockach, der Geburtsstadt des berühm⸗ len Narren Hans Kuoni, ist folgender Streich passirt. Bei der Friedensfeier wurde nämlich dort, wie in vielen Orten, auch eine prächtige Frtedenslinde gesetzt, und mit Wohlgefallen bemerkte man, wie sie keimte und wuchs. Aber o, Entsetzen, als der herrliche Baum seine Blätter entpuppte, war es eine— Maulbeerstaude. Kaiserslautern. Auf dem Bahnhof Neunkirchen soll wie die„Kaisersl. Ztg.“ hort, ein bedauerlicher Un⸗ glücksfall, und zwar durch Verschulden eines Bahnbeamten vorgekommen sein. Ein Soldat war auf einen sich eben in Bewegung setzenden Zug noch hinaufgesprungen und hatte bereits fest Posto gefaßt, wurde aber von einem Bahnbeamten von hinten wieder heruntergerissen; der Un⸗ glückliche fiel in Folge dessen zwischen den Zug, so daß ihm beide Beine abgefahren wurden. In Schmiedefeld bei Suhl hat am 11. August eine Feuersbrunst 76 Wohnhäuser nebst Post, Pfarrhaus, Schule, Oberförsterei ꝛc. und 40 Nebengebäude eingeäschert. Ingolstadt. Im hiesigen Bahnhof stleß ein von Nürnberg kommender Bahnzug'auf einen mit Mastschweinen und einigen Kälbern beladenen Transportwagen, so daß letzterer in Trümmer ging; gegen 20 Schweine wurden in Folge dessen getödtet oder in Stücke zerrissen und so⸗ gleich zum Verkauf ausgeboten, woraus ein Erlös von 272 fl. erzielt wurde, während der Ankaufspreis derselben vom Viehhändler auf 987 fl. angegeben war. Hamburg. Am 18. d. brach in den Localiläten der Firma G. F. Dencker ein heftiges Feuer aus. Der Spescher, worin Sprit und Wein lagerte, ist zusammen⸗ gestürzt. Vier Spritzenleute sind verunglückt, davon zwei lodt. Der Nachbarspeicher von Woermann und der Nach- barspeicher von Boye haben nur Wasserschaden. Aus der Schweiz. Von der Rigibahn bringt das Coursblatt von Rud. Kaufmann in Basel folgende neuere und genauere Beiriebsergebnisse: 23. bis 31. Mai 2057 Personen, 1234 Ceniner Güter, 8620 Fr. Einnahmen; 1. bis 30. Juni: 4123 Personen, 8662 Centner Güter, 22695 Fr. Einnahmen; 1. bis 31. Juli: 14,364 Per⸗ sonen, 5854 Ceniner Güter, 59,538 Fr. Einnahmen. Nordamerika. Fast dreihundert Damen sind an der Michigan⸗Universität immatxiculirt und werden im nächsten Semester ihre Studien daselbst machen. Von dreißig, welche im letzten Jahre daselbst studirten, ist nicht eine einzige bei der Prüfung durchgefallen. La- Friedberg hat am verflossenen Freitag ein schönes Fest gefeiert. Der 18. August war der Jahrestag der sehr blutigen, aber auch sehr erfolgreichen Schlacht bei Gravelolte. Diese Schlacht bildet den Schlußakt der gewaltigen Kämpfe bei Metz vom 14.— 18. August. Infolge derselben wurde die französische Armee unter Bazaine in der Festung eingeschlossen, und mit dadurch konnte es schon 14 Tage später gelingen, die andere Armee unter Mac⸗Mahon bei Sedan zu schlagen und sammt dem Kaiser Napoleon gefangen zu nehmen. Die hessische Diviston, welche am 18. August im Centrum stand neben den preußi⸗ schen Garden, hat an den blutigen Lorbeeren ruhmwürdigen Antheil. Zum Andenken an die in der Schlacht ge— fallenen Tapferen war von Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzoge ein militärischer Trauer gottesdienst angeordnet worden. Die Stadt Fried⸗ berg hat dem Tage eine dreifache Bedeutung geben wollen: neben die Trauer um die geliebten Todten hat sie ihte aus dem Felde heimgekebrten Söhne dankbar ehren und ein Zeichen der Freude über die schönste Frucht des Krieges, die Wiederher- sellung des deutschen Reiches aufstellen wollen durch Pflanzung einer„Kaiser-Eiche“. Wie sehr 14 11 sie damit den Intentionen unseres Fürsten ent⸗ sprochen, das hat Seine Königliche Hoheit durch eine hochherzige Gabe von 100 Gulden zur Unter- stützung der patriotischen Feier bewiesen. Am Morgen kündeten Böllerschüsse den fest- lichen Tag an, den die Stadt in reichem Fahnen— schmucke begrüßte. Nachmittags, von zwei Uhr an, bewegte fich ein großer Festzug vom Mainzer Thore aus durch die Stadt und Burg, zusammen— gesetzt aus sämmtlichen Behörden, Vereinen, höheren und niederen Schulen, den heimgekehrten Kriegern und Veteranen sowie dem hiesigen Militärcom⸗ mando, Damen, welche die Eiche geleiteten, und hiesigen und auswärtigen Festgenossen. Anhaltendes Regenwetter beeinträchtigte nicht nur den Eindruck des Zuges sehr wesentlich, son⸗ dern es mußte auch die ganze Festordnung dahin abgeändert werden, daß der Gottesdienst anstatt auf der Seewiese nun in der Stadtkirche abge— halten, die feierliche Einweihung der Eiche aber verschoben wurde. In überfüllter Kirche hielt nach Absingung des Liedes:„Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut“ Herr Director Schwabe die Festpredigt. Auf Grund der Schriftstelle Jes. 25, 8. 9. ward dieselbe zuerst der Trauer um die Tausende der im Kriege Gefallenen, Verstorbenen und Verwun⸗ deten gerecht, tröstete sodann aber, indem sie die Gedanken von der blutigen Aussaat weg zu der herrlichen Ernte lenkte, und ließ in dieser letzten wunderbaren Führung des deutschen Volkes die Hand des Allmächtigen erkennen, der dies Volk seit seinem ersten Auftreten in der Geschichte durch Kriege mit Rom und den Romanen geführt, nun endlich im Siege geeinigt zu einem Reiche deutscher Nation, frei und unabhängig von Rom. Später fand im Trapp'schen Saale ein Fest⸗ essen statt. Die aus dem Kriege glücklich heim⸗ gekehrten Söhne unseter Stadt sowie die Veteranen nahmen ols Ehrengäste Theil, und die beiden Flügeladjutanten Seiner Königlichen Hoheit be— ehrten die Festlichkeit mit ihrer Anwesenheit. Das erste Hoch, ausgebracht von dem Festpräsidenten, Herrn Seminarlehrer Wahl, galt Seiner Königl. Hoheit dem Großherzoge, der sich wie durch seine treue Bundesgenossenschaft im Kriege, so auch durch seine Opferwilligkeit zum Besten des im Kaiserreiche geeinten großen Vaterlandes den wärmsten Dank seines Volkes verdient und erworben hat. Dit Festlichkeit verlief nach dieser Einleitung in wür— digster Weise. Von der der doppelten Bedeutung des Festes entsprechenden ernstfreudigen und ge— hobenen Stimmung legten auch die darauf folgen- den weiteren Ansprachen Zeugniß ab. Herr Buch- händler Scriba begrüßte im Namen des Stadt- vorstandes die Ehrengäste der Stadt, ihre tapferen Söhne, worauf für seine Kameraden Herr Studiosus Schwabe Dankesworte sprach, die in ergreifen— der Weise des freudigen Todes der auf dem Felde der Ehre gebliebenen Waffenbrüder, die wohl betrauert, aber nicht beklagt sein wollen, wie der im Felde genossenen Unterstützung von Seiten des weiteren und engeren Vaterlandes und der Vater— stadt gedachten. Auf den theilweise bereits er- rungenen, aber auch noch weiter zu erhoffenden und erstrebenden Segen, der aus den Strömen des vergossenen edlen Blutes kommen muß, wies Herr Professor Köhler hin und betonte nament- lich die religiössittliche Veredelung des ganzen Volkes und Volkslebens gegenüber von den das Volkswohl untergrabenden Bestrebungen des Ma- terialismus als die köstlichste Frucht, die Deutsch⸗ land aus dem großen Kriege erblühen könne und für deren Gedeihen die Herrschaft des Hauses Hohenzollern schöne Hoffnungsberechtigung gewähre. Die Rede schleß mit einem Hoch auf den Kaiser, in das die Versammlung freudig einstimmte. Dem um die Anordnung und das Gelingen der ganzen Feier hochverdienten Festpräsidenten, Herrn Seminarlehrer Wahl, zollte die Versammlung durch din Mund des Herrn Director Matthias warmen Dank. Am Abend vereinigte im Simon'schen Saale das Festbankett eine zahlreiche Gesellschaft. Die nachträgliche Einweibung der Kaiser-Eiche fand am Sonntag, dem 20. August auf dem bis herigen Drei⸗Eichenplatze statt. Ein Männerchor sang das Weihelied:„Brüder, weihet Herz und Hand freudig gern dem Vaterland“, und darnach sprach Herr Director Schwabe über den neu⸗ gepflanzten Baum Worte der Weihe: daß er, das Symbol der Kraft, uns vor allem stets ein Bild des in Einheit mächtigen Vaterlandes und mit seinem aufstrebenden Wachsen eine stete Mahnung bleiben möge, auch stark und groß zu werden in Eintracht, auch zum Himmel aufzustreben zum Gedeihen des Einzelnen wie des Ganzen. Nach Absingung des Liedes:„Ich hab mich ergeben“ schloß der Festpräsident die Einweihungsfeier der Kaiser Eiche mit einem Hoch auf Kaiser und Reich. Abends verlieh eine freie Vereinigung von Damen und Herren im Simon'schen Lokale der ganzen Festfeier harmonischen Abschluß. „Es ist eine schöne Constellation der Gedanken, welche die vier Schwestern aus dem deutschen Walde auf unserem nunmehrigen„Vier ⸗Eichen⸗ Platzt“ symbolisiren: die kaiserliche inmilten der hessischen Verfassungseiche, der Luthereiche und der Leipziger Eiche. An uns wird es sein, die Bäume und die Güter, für deren Gewinnung sie Erinne— rungszeichen sind, in treuer Hut zu halten. Gott aber möge das Gedeihen geben!— Ein gesaundt. Aus Starkenburg. Herrn Schmitt hat es be⸗ liebt, die als Beilage zu Nr. 70 Ihres Blattes erschienenen „Aphorismen“ v. Curtman abzudrucken, um sie demnächst gegnerisch zu behandeln oder behandeln zu lassen. Indem ich dies vorläufig ganz seinem Ermessen anheim gebe, möchte ich ihn doch auf Eins oder das Andere ausmerksam machen. Warum thut Herr Sch. gleich so bärbeißig, wenn ein Kraut erscheint, das nicht hinter seinem Zaun gewachsen ist? Warum sollte der Aufsatz gerade gegen die Oppen⸗ heimer Beschlüsse gerichtet sein? Sind diese etwa alsbald der ganzen Welt zugänglich geworden, oder hat Jedermann sich für dieselben interessirr? Im gegenwärtigen Fall ist er ganz im Irrihum, denn der Aussatz wurde in entgegen⸗ kommender Weise schon am 7. Mai angekündigt und die Oppenbeimer Versammlung war erst am 31. Auch Herr Sch. wußte zum Voraus von dem Erscheinen; was soll man denn nun zu feiner Aeußerung sagen? Liegt derselben Eiielkeit oder sonst Etwas zu Grunde? Herr C. hat selbst um Berichtigung gebeten, falls man dazu Veranlassung hätte, und er wird mir bezeugen, daß es geschehen ist. Er hälte eine Entgegnung auch von anderer Seite ange- nommen, aber doch war er wahrscheinlich nicht auf eine Entgegnung gefaßt, die unter kriegerischen Zeichen ange⸗ meldet wied. Was will Herr Sch. mit der Aufforderung: „Freiwillige vor!“ Weiß er nicht, wie er dadurch seinen Collegen zu nahe tritt? Hat er sich nicht gesagt, welche Glossen man dazu machen wird? So viele treffliche Lehrer mögen sich nicht an Sch. und seine Bestrebungen anschließen, weil sie sich nicht in sein Gebaren finden können. Sie erinnern sich mit Grausen an so manche Zänkerei, z. B. mit Menges und denjenigen Collegen, die für M. ein Wort zu sagen wagten; sie denken an Sch.'s Auftreten gegen die Langer Conferenz, von andern Sachen, die denjenigen Lehrern, welche etwas von Achtung, von Pietät gegen ihre Seminarlehrer em⸗ pfinden, auch zu nahe gingen, zu schweigen. Sie durften hoffen, Fiedlers Worte möchten nicht ganz in den Wind gesprochen sein. Doch!... Es ist schlimm, wenn man eben seinen Kopf für einen Normalkopf und sein Wort für ein Orakel hält. Ach, die Welt erkennt diese selbst⸗ gefälligen Meinungen nicht an, besonders, wenn sie sieht, daß man streitet, um zu streiten.„Aber mein Verdienst um den Lehrerstand!“ Zugegeben; aber man drängt sich auch oft auf, und dann vermindert sich das Verdienst. Wenn z. B. Einer obne mein Wissen und Wollen mich öffentlich vertreten will, oder wenn ein Ob⸗ mann einer Corporation gegenüber so verfährt, wenn er in ihrem Namen Eingaben macht, ohne sie befragt zu haben, so behandelt er sie als ihr Vormund, während er doch nur ihr Sprecher sein sollte. Wer weiß, ob nicht der Kritzler'sche Antrag durchgedrungen wäre, wenn Herr Sch. sich zurückgehalten bätte! Aber freilich das Verdienst! das Verdienst! Die billigste u. beste Modenzeitung ist unstreitig Die Moden- Welt. preis für das ganze Viertel- jahr 36 kr. In Deutschland hat die Modenwelt an Ruf und Verbreitung allen anderen Modezeitungen den Rang abgelaufen, was sie ihrem vortreff- lichen Inhalte, ihrer grossen Reich- haltigkeit und ihrem dilligen Preise zu verdanken hat. Vornehmlich nimmt die Modenwelt Rüeksicht auf die Bedürfnisse in der Familie, weniger auf die der giossen Welt. Sie empflehlt sich deshalb vorzugsweise allen Müttern und Töchtern, die Gefallen daran finden, ihte eigene und der Kinder Toilette, Wie die gesammte Leibwäsche selbst herzustellen. 1647 Abonnements werden jederzest angenommen bel Bindernagel& Schhnpff in Friedberg. „ 3 Grummetgras⸗Versteigerungen bei dem Großherzoglichen Rentamte Friedberg. 2066 Das diesjährige Grummetgras von nachbenannten Großherzoglichen Domanialwiesen wird in folgenden Terminen öffentlich an den Meistbsetenden versteigert: 0 85 Größe f f Ge k 5 Versteigerungstermin. Ort d. Zusammenkunft 8 markun g.[ Wiesen. ersteigerungstermin.. N 1.] Okarben, Groß⸗ und Klein⸗ 66 Freitag den 8. September 1871, Auf dem Selzerbrunnen bei Karben Vormittags um 8½ Uhr, Okarben. 2. Bauernheim und Ossenheim, 234 Montag den 4. September 1871, Bauernheim bei Wirth dte sog. Markwiese Vormittags 10 Uhr, Höres. 3.] Lindheim 33 Mittwoch den 6. September 1871, Lind heim bei Gaftwirth Koch. Vormittags 11 Uhr, 72 7 4.] Hainchen 40 Mittwoch den 6. September 1871, Hainchen bei Wirth Schmidt. Mittags 1 Uhr, Friedberg am 20. August 1871. Großherzogliches Rentamt Friedberg. Lin deck. Bergmäunischer Verein. 2064 Ole unterzeichneten glaubten einem läugst gefühlten Bedürfnisse abzuhelfen, indem sie allen Bente zur Beförderung und Besprechung berg⸗ und hütten⸗ männsscher Fragen und Interessen für die weitere Um⸗ gegend von Gleßen mit Sitz daselbst gründeten. Diejenigen Herren, welche demselben beizutreten wünschen, wollen sich wegen der Statuten an den der⸗ zeitigen Geschäftsführer des bergmännischen Vereins, Herrn Carl Pütz, Civil⸗Ingenieur in Gießen, wenden. Gleßen den 15. August 1871. a 1 Andre, Berg Ingenieur in Dietz; Chelius, Berg⸗Verwalter in Offenheim; Dröscher, Ingenieur zu Aßlarer Hütte; Eich, Ingenieur in Geiß⸗Nidda; van Heese, Grubenbesitzer in Grünberg; Kleinschmidt, Ingenieur in Butzbach; Kröber, Berg⸗Inspektor in Reichelsheim; Tecklenburg, Bergmeister in Bad⸗Nauheim; Trapp, Berg⸗Verwalter zu Obermühle; Emmerich, Grubenbesitzerz Noll, Rentner; Pütz, Civil⸗Ingenicur und Dr. Streng, Professor in Gießen. Lieferung von Kornstroh. 2035 Mittwoch den 30. August d. J., Vormittags 10 Uhr, werden dabier 29 Fuder Roggenstroh. in Aus- geboten von je 1 Fuder, zur Lieferung öffentlich versteigert. Martenschloß den 14. Augusf 1871. en eee„Direktion. eri ba. Hafer ⸗Versteigerung. 2071 Donnerstag den 24. d. M., Morgens 11 Uhr läßt die Gemeinde Ober⸗Florstadt eirca 4 Morgen Hafer auf dem Halm versteigern. Oder ⸗Florstadt den 20. Lugust 1871. Großherzogliche Bürgermeisterei Ober⸗Florstadt. Dauer nhei m. Carbolsäure, Eisenvitriol, 2067 als Desinfectionsmittel, empfiehlt Wilhelm Bernbeck. Mehrere Regenschirme 2070 wurden dei dem Festessen im Hotel Trapp ver⸗ wechselt. Man bittet um Umtausch derselben durch Casinodiener Ehrhard. 6 Schuhmacher 2072 werden gesucht von A. Heß. E Besten Syrup und 2 Fertsch. Versteigerung. 29069 Mittwoch den 30. August, Morgens 9 Uhr, sollen im Gasthof zum Fürstenhof zu Büdingen gegen gleich baare Zahlung öffentlich versteigert werden: Mehrere Bettladen, Betten und Commode, verschiedene Tische, Stühle und Schränke, 2 Schreibtische, 2 Schreibsecretäre mit gutem Verschlusse, mehrere Lampen, Koffer, 1 Billard, 1 Postschalter⸗Fenster, Tassen und Porzellan, 4 Chaisen⸗Federn, 1 Chaiscachse, 1 Stabtwagen(Landauer), 1 Tylburp zum Versfetzen, 1 Holzschlitten, 1 Chaisenuntergestell, 1 vollständige Jalouste, sowie noch verschledene andere Gegenstände. Büdingen den 17. August 1871. Wilhelm Perubech, Colonial⸗, Material⸗& Farbwaaren⸗Handlung in Friedberg nächst der Burg. 1937 bei 1487 Lager in allen Sorten Tabaken und Cigarren. 2065 Einem soliden und gebildeten Mann geboten sich monatlich in den Städten Oberhessens bei einiger Thättgkeit fl. 30— 40. außer seinem bisherigen Wirkungs⸗ kreise zu verdienen. Gef. Franco⸗Offerten unter F. W. an die Expe⸗ dition d. Bl. Mein Laden mit Comptoir, 1904 in der besten Lage der Stadt, zu jedem Geschäft geeignet, ist zu ver⸗ miethen und kaun sogleich bezogen werden. S. G. Katzeustein's Wittwe. Eine gute Doppelflinte ist zu verkaufen. Näheres bei der Exp. d. Bl. An Magenkrampf, Berdau⸗ ungsschwäche etc. etc. Leidenden 585 wird das seit beinabe 50 Jahren segensreich wirkende Dr. med. Doecks sche Heilmittel empfohlen. Schelft darüber gratis in der Expedition d. Bl. Das Mittel ist nur direkt zu beziehen durch den Apotheker Doeeks in Hatpfledt b. Bremen(wohin derselbe setnen Wohnsitz von Barnstorf verlegt hat) ift Gelegenbett 2060 C. Marlitt's neue Erzählung: „Das Haideprinzeßchen.“ Zwei Hasen. Nach seinem Oelgemälde auf Holz übertragen von Beyschlag in München.— Pariser Bilder und Geschichten. Paris auf Rädern. Von E.— Das Ergrauen des Haupthaares. Vom Stabsarzt Dr. J. Pincus, Docent an der Universität zu Berlin.— Mutter und Tochter. Ein Fürstenbild aus den Zeiten der Romantik. Mit dem Porträt der perzogin Doro⸗ thea von Sagan. Nach einem Kupferstich von Adolf Neumann auf Holz gezeichnet.— Blätter und Blütben: Wie der große Kurfürst sene Generale und Minister dotirte. Von H. 3.— Sieger⸗Einzug in's Dörfchen. Von Fr. fm. Mit Illustration Einzug im Heimaths⸗ Dörschen. Orlginalzeichnung von B. Woltze in Weimar.— Die Geheimnisse der Theater Claque. Von H.— Für die Ueberschwemmten in Tachau.(Die Gartenlaube Nr. 33.) Zwei neue Lerchennetze, 2063 à 30 Ellen lang und 10 Ellen breit, find zu ver⸗ kausen. Wo? ist bei Gaftwirth Vogt in Reichelsheim zu erfragen. 2 2* 5 85 5 1 85 „ Daheim 2 2 8 2 8 —.— Die soeben erschienene Nummer 47 8 88 enthält: 385 S880 8 Der Münzthurm. Ein vaterländischer Roman von Georg Piltl.(Jortsetzung.)— In Abwesenheit des Herrn. Zeichnung von F. Barth.— Zur Erinnerung an die Schlacht bei Gravelotte. Aus dem Skizzenbuche eines Sächs. Gefreiten. Mit 4 Abbildungen.— Eine Fußrelse des Königs Max von Bapern. Von W. H. Riehl. Schluß.— Am Familientische: Eine afrikantsch⸗ europäische Liebesgeschichte.— Die verkrüppelten Füße der Chinefinnen. Mit 4 Abbildungen. Zu Bestellungen empfehlen sich Bindernagel 8 Schimpff in Friedberg und Nauheim. Neue holläudische Vollhüringe! 1956 bei Wilhelm Fertsch. 4 Daschentücher, weiß und farbig, Kragen, Manschetten, Herrenkragen, Vorhemden, Moiré⸗ schürzen sowie Hosenträger bei ger und Sellermeister, alt 70 Jahre 1 Monat + den 12. August. J „Jum ehrenden Gedächtniß der im letzten Krieg gebliebenen Söhne Friedbergs 2073(deren Eltern hier wohnhaft sind) beabsichtigt der unterzeichnete Kirchenvorstand im Namen der Gemeinde in biesiger Stadtkirche eine Gedenktafel zu errichten, Uns find folgende Gebliebene dekannt: a Karl Steinberger, T 18. August 18703 Friedrich Wagner, T 22. August 1870) Wilhelm Schmittner, 1 14. September 18703 Adam Landau, 1 10. October 1870, und Georg Füller, 1 17. October 1870. Im Falle ein weiterer Name anzugeben oder in Bezug auf vorstehende Todestage eine Berichtigung vorzunehmen wäre, bitten wir, uns bis zum nächsien Donnerstag davon Miftheilung zu machen.. Friedberg den 20. Auguft 1871. Der evangel. Kirchenvorstand. Ber lente jeder Arbeiterklasse finden fort, 1 während Beschaͤftigung au den Ober⸗Rosbacher Gruben der unterzeichneten Grubenverwaltung und können jederzeit unter den üblichen reglementmäßigen Bedingungen fur Ein. und Austritt in den Knappschafts⸗ verband mit voller Berechtigung eintreten. Friedberg im August 1871. f Die Verwaltung der Friedberger Bergbau⸗ 2068 eng, nn 2064 Ein gebildeter junger Mann von angenehmem Aeußern, 30 Jahre alt, welcher in Frankfurt a. M. ein rentables Fabrikgeschäft betreibt, wünscht sich mit 225 gebildeten fungen Dame vom Lande, welche im Besi eines Vermögens von fl. 40006000. ist, zu verehelichen. Briefe beltebe man unter der Chiffre A. R. C. 237 poste restante Frankfurt a. M. zu adressiren. Photographie 11955 etwünscht; strengste Verschwiegenhelt wird zuge⸗ ert. 85 Frankfurt a. M., 19. August 1871. Oblaten in Schachteln 2 2 und 3 kr. empfehlen Bindernagel& Schimpff. Airchen buch sau sz üge. Evangelische Gemeinde. Getraute: 5 4 13. Auguft. Johann August Frank, hlesiger Bürger und Schreinermeister, Sohn des hiefigen Bürgers und Schretnermeisters Friedrich Frank, und Karoline Stock aus Ober⸗⸗Ros bach, Tochter des verstorbenen dortigen Ortsbürgers und Ackermannes Georg Heinrich Stock. Getaufte: 1 13. August. Dem biesigen Bürger und Barbier Friedrich Ludwig Franz Nees ein Sohn Wilhelm Moritz, geboren den 24. Jult. 13. Auguft. Dem hiesigen Bürger und Dachdecker⸗ meister Joh. Betz eine Tochter Eleonore Marte Lutse, geboren den 20. Jult. l 5 Beerdig te: i 14. August. Jobann Adam Söllner I., hiesiger Bür⸗ 3 Tage, 15. August. Ein uneheliches Kind, alt 7 Mona 18 Tage, F den 13. August. Verantw. Nedact.: Hermann Schimpff. 1 K. Friedrich neben der Poft. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpftl. — „K 2