tr, dh * Rag, 5 N N, diet 2 1 11 1 8 A Br. 11 tut C 711. „ let . ofichiff. vt i 1 1871. Dienstag den 21. Februar. 22. berhessischer Anzeiger. Enthält die amtlichen Exlasse für den Kreis Friedberg. Fricdberger Zntelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. —— Amtlicher Theil. Betreffend: Vereinbarung von Aversionalvergütungen mit den Gemeinden des Kreises Frledberg für Benutzung der Landvost. Friedberg den 17. Februar 1871. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Nach pos. 1 unseres Ausschreibens vom 18. Februar 1864(in nach obiger Vereinbarung porto- und gebührenfrei zu befördernden Nr. 15. des Friedberger Intelligenzblattes von 1864) müssen die Sendungen, wenn solche von Gemeindebeamten, Ortsgerichtsvorstehern und Gemeindebediensteten ausgehen, auf der Adresse mit der Bezeichnung„Gemeinde- Dienstsachen“ und dem Namen des Absenders oder dem Dienstsiegel versehen sein. durch mancherlei belastigende und zeitraubende Festslellungen nöthig werden, die zu vermeiden sind, zur pünktlichsten Nachachtung mit dem Anfügen bei Ihnen in Erinnerung, persönlich zur Zahlung des in solchen Fällen angesetzt werdenden Portos für verpflichtet angesehen werden müssen. Be Betreffend: Reichstagswahlen. * Zur Leitung der Wahlen der Abgeordneten zum Reichstage hat durch Verfügung 14. d. M. zu Nr. M. d. J. 1256, 1300 und 1301 zu Wahleom⸗ Großherzogliches Ministerium des Innern missären ernannt: 1) für den ersten Wahlkreis den Großherzoglichen Provinzial⸗ direktor Freiherrn v. Stark zu Gießen, 2) für den zweiten Wahlkreis den Großherzoglichen Regierungs- rath Trapp zu Friedberg, rath Frölich zu Alsfeld, 4) für den vierten Wahlkreis(früherrn 3) für den deitten Wahlkreis den Großherzoglichen Regierungs— 1 wahlkreis) den Großherzoglichen Proviuztaldirektor Dr. Gold- mann zu Darmstadt, 5) für den fünften Wahlkreis(früheren zwelten Zollparlaments- ch 6) fuͤr den sechste EN r u vom Da hiergegen oft gefehlt, die Correspondenz in Folge dessen mit Porto belastet wird und hier⸗ so bringen wir die erwähnte Vorschrift daß Sie ee sich in Zukunft selbst zuzuschreiben haben, wenn Sie Ter a p p. n g. n Wahlkreis(früheren dritten Zollparlaments⸗ wahlkreis) den Großherzoglichen Kreisrath Knorr zu Bensheim, 7) für den ftebenten Wahlkreis(früheren vierten Zollparla⸗ mentswahlkreis) den Großherzoglichen Kreisrath Gräff zu Heppenheim, ersten Zollparlaments-⸗ Den 8) für den achten Wahlkreis(früheren sechsten Zollparlamentswahl⸗ kreis) den Großherzoglichen Kreisrath Parcus zu Bingen und 9) für den neunten Wahlkreis(früheren fünften Zollparlaments⸗ wahlkreis und außerdem den Orten Kastel und Kostheim) den Großh. Provinzialdirektor Geheimerath Schmitt was hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird. Wahlvorstehern wird zu Mainz, die pünktlichste Ausführung des pos. 8 unseres Ausschreibens vom 8. l. M. nochmals anempfohlen. wahlkreis) den Großherzoglichen Kreisassessor v. Grolman zu Offenbach, nn tema ch u Betreffend: Die Errichtung eines Faselmarkts zu Bad⸗Naupelm. Auf Anregung des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Friedberg wird die Einrichtung eines Faselmarkts zu Bad⸗Nauheim beabsichtigt. Derselbe soll im Laufe des Monats Marz abgehalten werden und haben der genannte Verein sowie der Gemeinderath zu Bad⸗Nauheim Indem wir uns die Ortsvorstände auf zur Förderung der Frequenz des Markts entsprechende Summen für Prämtirung schöner Thiere verwilligt. Es steht zu erwarten, daß die Abhaltüng dieses Markts höheren Orts genehmigt werden wird. Friedberg den 18. Februar 1871. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Ter a p p. n g. weitere Bekanntmachung vorbehalten, wollen wir nicht verfehlen, das Landwirthschaft treibende Publicum, sowie Vorstehendes schon jetzt aufmerksam zu machen. Friedberg den 18. Februar 1871. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Nenn. Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. Johannes Sauer von Friedberg ist als Feldschütze fur die dasige Gemeinde ernannt und verpflichtet worden. 5 Kriegsnachrichten. Aus Versailles wird der„Bad. Ldsztg.“ vom 14. Febr, geschrieben:„Graf Bismarck hat einen Brief an den Marschall Mac- Mahon als Antwort auf dessen Schreiben, welches die Au- wendung explostbler Geschosse Seitens seiner Truppen bestritt, gerichtet. Der Kanzler schlaͤgt Mac⸗ Mahons Behauptung mit der Anführung des Protokolls, welches der von einer Sprengkugel an drei Stellen verwundete Oberst v. Beckedorf nach der Schlacht von Wörth gezeichnet hat und in welchem das Zeugniß des Dr. Stephani in Mannheim angeboten wird. Auch Lieutenant von Oertzen(vom 2. pommer'schen Uhlanenregiment) ist durch eine Sprengkugel verwundet worden. In demselben Briefe findet auch die lächerliche Behauptung des Grafen Chaudordy—„wenn Sprenggeschosse gesunden worden sind, so können sie nur aus deutschen Büchsen herkommen“— durch Anführung der amtlich gemeldeten Thatsache seine Widerlegung, daß die garde nationale mo- billsee bei ihrem letzten Ausstandeversuche sich explosibler Geschosse bedient habe. Aus Versailles wird der Independance Belge berichtet: Menotti Garibaldi schrieb an den General v. Manteuffel, die Fahne des 61. „Nat.-Ztg.“ geschrieben: Die bis gestern aus 42 Regiments sei unter Leichenhaufen gefunden, die Departements vorliegenden Wahlergebnisse bestäti⸗ Fahne demnach mit der äußersten Tapferkeit ver- theidigt worden. Dieser Schritt Garibaldi's machte im Hauptquartier einen angenehmen Eindruck. Aus Versailles wird gemeldet: Nach der Uebereinkunft vom 15. Febr. bezüglich des Waffen- stillstandes läuft die Demarcationslinie südlich von Lons le Saunier; Besangonz Auxonne und Um- kreis bleiben von den Franzosen besetzt.— Jules Favre ist nach Bordeaux gegangen und wird am Montag mit den Bevollmächtigten der National- damit er versammlung zurückkehren, um bezüglich der Frie⸗ densbedingungen zu unterhandeln. gen, daß die Majorität der Nationalversammlung den gemäßigten Parteien angehören wird. Die Radicalen aller Farben dürften in der aus 753 Abgeordneten bestehenden Versammlung nur über 100 bis 120 Stimmen zu verfügen haben. Trotz seiner Verzichtleistung hat General Ducrot im Departement Nievre die Mehrheit der Stimmen erhalten; es ist jedoch sehr zweifelhaft, ob unsere Behörden ihm ein laisser passer ertheilen werden, seinen Sitz in Bordeaux einnehmen kann. Ueber Belfort's Capitulation hat die „Strasb. Ztg.“ noch folgende Angabe:„Die 1 — Ein Correspondent meldet der„N. Z. Z.“ Besatzung ziebt ab, 4000 Mann am 17., 8000 aus Versailles u. A.:„Rothschild war hier und verhandelte im Bundeskanzleramte. Wie ich höre, wollte der Börsenkönig, daß auch deutsche Firmen sich an der Anleihe der Stadt Paris betheiligen dürften, da das Geld nicht den Franzosen, son- falles in Bestürzung gesetzt worden. So sehr portschiff des Staats, la Epre, das nach St. dern den Deutschen zu Gute komme. Mann am 18. Das Festungsmaterfal bleibt in der Festung. — Man schreibt von St. Malo: Unsere Stadt ist durch die Nachricht eines erschrecklichen Unglücks⸗ Das Trans- freundlich der Bundeskanzler auch Rothschild auf- Malo kam um einen Theil des zu Rennes ge— nahm, so ging er doch nicht, wie ich vernehme, auf das Gesuch ein.“ Aus Versailles, 14. Febr., wird der räumten Kriegsmatertals zu laden, und mit einem Werthe von, so sagt man, 3 Millionen belastet war, ist mit der zahlreichen Schiffs mannschaft, — ä ——— e einer noch unbekannten Zahl Militär, Montag Morgen nach Cherbourg abgefahren und am Abend desselben Tages an den Felsen von la Hogne nahe Cherbourg, ausgenommen 3 Menschen, mit Mann und Maus zu Grunde gegangen. — Der bischöfliche Palast in Le Mans ist mit Allem, was er enthielt: Möbeln, Wäsche, Bibliothek, ein Raub der Flammen geworden. Französische Blätter schreiben dies Unglück der Unvorsichtigkeit der darin beberbergt gewesenen Preußen zu.. — Der Regierungsassessor Graf zu Solms Laubach ist nach einer Bekanntmachung in Straß⸗ burg zum Kreisvirektor des Kreises Belfort be stellt worden. — Die Gerüchte von einer nahe bevorstehen- den Rückkehr des Kaisers und Königs nach Berlin erweisen sich, wie der„Karlsr. Ztg.“ aus Berlin officibs geschrieben wird, als leere Vermuthungen. Der Kaiser bleibt bis zum Friedensschluß in Frankreich Da er den Wunsch hegt, persönlich den ersten deutschen Reichstag zu eröffnen, so vürfte nöthigen Falles diese Eröffnungsfeierlichkeit bis zur Rückkehr Sr. Maj. verschoben werden. — Dasselbe Blatt meldet ferner, daß die deutschen Truppen vor Paris wahrscheinlich einen Durchzug durch die französische Hauptstadt halten. Die Anzahl der noch vor Paris stehenden Truppen beträgt der„Kreuzzeitung“ zufolge noch immer, auch nach dem Abmarsche des 5. und 6. Armee⸗ Corps, über 220,000 Mann. — Aus Dieppe ist von den Notabeln des Departements eine Petition an den Kaiser nach Versailles um Ermäßigung der Contribution ge- richtet und in Folge dessen dieselbe um zwei Drittel herabgesetzt worden. In Bernay(Fure) werden 300,000 Fr. Contribution gefordert unter Androhung des Bombardements. Nancp. Da die außerordentliche Contri⸗ bution von 10 Millionen Francs, welche die Ge⸗ meinden Lothringens wegen der Zerstörung der Eisenbahnbrücke von Fontenay zu leisten baben, noch nicht bezahlt ist, droht der interimistische Präfekt Dr. Speyer mit der Eintreibung durch militärische Exekution. Ferner haben die Gemein- den bis zum 23. Februar eine Summe von 750,000 Francs zu bezahlen als Schadloshaltung für die den ausgetriebenen Deutschen verursachten Verluste. — Die N. Stett. Ztg.“ meldet:„Das 2. Bataillon des 61. Infanterie-Regiments(Thorn) scheint in den letzten Kämpfen von besonderem Mißgeschick heimgesucht worden zu sein. Nachdem dasselbe bei Dijon die Fahne verloren, wurde ihm am 28. Januar bei Prouthy die ganze Bagage, der Stabsarzt und die Bataillonekasse abgefangen, wobei wieder Ossiziere und ein Feld; webel verwundet wurden. Die früher verwundeten Major Priebsch und Hauptmann von Pirch sind nach eingegangenen Privatnachrichten ihren Ver⸗ wundungen erlegen.“ — In dem„Oberrh. Cur.“ wird das Er⸗ lebniß eines badischen Soldaten, der zur Heilung seiner Wunden nach Baden-Baden gekommen war, in den eigenen Worten des Betreffenden wie folgt, erzählt: Als ich vor einigen Jahren zum Militär eingezogen werden sollte, entzog ich mich meinen soldatischen Pflichten durch die Flucht, hielt mich längere Zeit in Ungarn auf, diente in der Frem⸗ denlegion in Afrika, wodurch ich mit den fran⸗ zösischen Militäreinrichtungen gut vertraut und der französischen Sprache sehr mächtig wurde. Bei Ausbruch des jetzigen Krieges zog mich die Liebe zur Heimath und zum größeren Vaterlande nach Deutschland zurück, ich stellte mich in Karlsruhe und erhielt nicht nur Indemnität für meine frü⸗ here Desertion, sondern auch eine hübsche Geld— summe für meine arme Mutter. In Frankreich leistete ich unseren Truppen durch Spionage und Auskundschaftung der französischen Stellung und Stärke ꝛc. keine zu verachtende Dienste und kam auch jedesmal mit heiler Haut zu den Unsrigen zurück. Anders sollte es mir bei Dijon gehen. In blauer Blouse und Civilhosen machte ich mich auf den Weg, um, mich für einen Franzosen ausgebend, von den Einwohnern nähere Erkun⸗ ee eee eee digungen über die Marschrichtung und Truppen ⸗ zahl der Franzosen einzuziehen. Ich hatte die Unvorsichtigkeit gehabt, meine badische Soldaten ⸗ halsbinde anzubehalten, welcher Umstand mich ver- rieth und die Veranlassung war zu meiner Ge⸗ fangennahme. Man stellte mich vor ein Kriegs⸗ gericht, von welchem ich dann auch zum Tode verurtheilt wurde, der durch Erschießung an mir vollsogen werden sollte. Zum Glücke rückten unsere Truppen heran und da man nicht mehr Zeit hatte, mich fortzuschaffen(nach dem Urtheil sollte ich in Lyon erschossen werden), änderte man das Urtheil dahin, daß ich bei Beginn des Ge⸗ fechtes vor die französischen Linien hingestellt werden und so zwischen zwei Feuern stehend meinen Tod finden sollte. Das Urtheil wurde in der angegebenen Weise befolgt, als ich dann aber den französischen Commandoruf, Feuer zu geben, gehört, warf ich mich schnell zu Boden, so daß die Kugeln über mich hinwegsausten, sprang dann wieder weiter vor, bekam von mehreren Seiten Feuer und erhielt vabei diesen Schuß(er hatte einen solchen durch den einen Oberschenkel mit Verletzung des andern), schleppte mich aber den- noch weiter unsern Truppen entgetzen, die, weil sie mich nicht erkannt, anfänglich ebenfalls auf mich geschossen hatten, bis ich endlich bei ihnen angekommen mit allgemeinem Hurrah aufgenom— men wurde. Deutschland. Darmstadt. Die Regierung hat der zweiten Kammer eine Vorlage über die Erbauung eines Justizpalastes zugehen lassen. Es wird für diesen Zweck die immerhin hohe Summe von ca. 230,000 fl. verlangt, doch dürfte kaum zu bezweifeln sein, daß die Kammer die Regierungs-Proposition an- nimmt, da für die theilweise wenig geeigneten Localitäten, in denen gegenwärtig die Schwur⸗ gerichts⸗ und Bezirksstrafgerichts⸗Berhaudlungen stattfinden, sowie das Stadtgericht, Kreisamt zc. ihren Sitz haben, ein höherer Miethpreis gezahlt wird, als die Zinsen jenes Baucapitals ausmachen. Geht die Regierungs vorlage durch, so besteht, wie man hört die Absicht, noch in diesem Jahre den Ban zu beginnen. — Auf der Tagesordnung für die nächsten Mittwoch den 22. Febr. stattfindende Sitzung der 2. Kammer sind vorgesehen: 1) Neue Eingaben; 2) Berichterstattungen; 3) Berathung über die Vorlage Großherzoglichen Ministeriums des Innern, den Gesetzentwurf, die Zusammenlegung der Grund⸗ stücke, Theilbarkeit der Partellen und Feldwege Anlage betr. — Nach hier eingetroffenen Feldpostbriefen vom 13. d. hat die hessische Division den Befehl erhalten, am 14. und 15. die Cantonntments in und um Orleans zu verlassen und sich nach Vendome zu begeben. Bei etwaigem Wiederbe ginn der Feindseligkeiten hat sie als Reserve des 3. Corps, das in Le Mans steht, und des 10., das um Tours cantonnirt, zu dienen. Wie bereits bekannt, werden Blois, Orleans u. s. w. vom 4. und 5., später wohl auch vom 6. Corps be⸗ setzt; speciell die hessische Division wird von Ab⸗ theilungen des 4. Corps abgelöst. Mainz. Mit Bezug auf die noch immer schwebende Oetroiuntersuchung ist es von großem Interesse aus dem Rechnungsabschluß pro 1870 zu ersehen, daß die Octroi-Gefälle im letzten Jahre 246,780 fl. ergaben; 45,410 fl. mehr Reinertrag als im Jahre 1869 und gegen die eigentliche Schmuggel und Unterschleifszeit von 1868 sogar 71,913 fl. mehr. Der berüchtigte Hasenposten ist von 5 Stück auf 12,692, die Wälschen⸗Hühner sind von 864(rückvergüteter) Ausfuhr und 0 Einfuhr auf 721 Stück in der Einfuhr gewachsen, und Gänse sind nicht weniger als 11,000 Stück mehr eingegangen, als vor der Untersuchung. Bei den übrigen Lebensmitteln zeigen die Positionen gleichfalls ganz enorme Plusdifferenzen. Berlin. Der„A. Z.“ wird von hier ge— meldet: In Versailles laufen Petitionen aus Savoyen ein, welche die Neutralisirung dieses Landes beantragen. — Den„Times“ wird aus Berlin telegraphirt, daß der Kaiser, falls bis Anfang März nicht Friede geschlossen sei, in Versailles bleiben werde. Aus Versailles wird dem Citpblatt berichtet, daß der Pariser Einzug unweigerlich beschlossen sei und wahrscheinlich während der Friedensverhand⸗ lungen besetzt bleibe. — 17. Febr. In der heutigen gemeinsamen Sitzung der beiden Häuser des Landtags führte Graf Stolberg das Präsidium. Der Handels- minister verlas eine kaiserliche Botschaft, welche ihn beauftragt, im Namen des Kaisers die Sitzungen der beiden Häuser des Landtags heute zu schließen. Der Minister erklärte hierauf die Session des Landtags für geschlossen. Der Präsident bringt ein Hoch auf den Kaiser und König aus, in welches die Versammlung begeistert drei Mal einstimmt. — General Vogel von Falkenstein veröffentlicht eine kaiserliche Cabinetsordre, welche verfügt, daß, da die Verhältnisse die Aufhebung des Kriegszu⸗ standes noch nicht gestatten und es der Wille des Kaisers ist, daß während der Wahlvorbe⸗ reitungen die Aeußerung von politischen Meinungen und die persönliche Betheiligung der Wähler un⸗ behindert sei— in den Bezirken, wo der Kriegs- zustand erklärt ist, bis zur Beendigung der Wahlen von der Befugniß zur Suspension der Bestimmungen bezüglich des Vereins- und Versammlungsrechtes kein Gebrauch gemacht werden soll und die auf, Anordnung des Generalgouverneurs Verhafteten und Internirten, insoweit nicht gerichtliche Haft gegen sie beschlossen ist, vorbehaltlich eines etwaigen strafgerichtlichen Verfahrens, in Freiheit gesetzt werden sollen. — Die„Nordd. Allg. Ztg.“, die eventuelle Präsidentschaft eines Mitgliedes der Familie Orleans besprechend schreibt:„Die Präsidentschaft eines orleanistischen Prinzen würde an zwei gleich schlimmen Uebeln leiden; einerseits würde sie die unmittelbare Gefahr des Wiederumsturzes einer kaum aufgerichteten Staatsform in sich tragen, andererseits die Versöhnung zwischen Deutschland und Frankreich, wie solche aus dem Friedensschlusse allmählich hervorgehen sollte, unmöglich machen, da die Orleans sich als geschworene Feinde Deutschlands öffentlich bekannt haben.“ — Die Friedensbedingungen sind Ultimatum, jede Abänderung ausschließend. — Nach den 193 bisher veröffentlichten Ver⸗ lustlisten berechnet die„C. St.“ die Verluste für die 12 norddeutschen Armeecorps und die badische Division an Todten: 2 Generale, 72 Stabsoffiziere, 791 Hauptleute und Lieutenants, 240 Feldwebel, Vice⸗Feldwebel, Wachtmeister, Vice⸗Wachtmeister, Stabstrompeter, Fähnriche, 1275 Sergeanten, Unterofsiziere, Trompeter, Hautboisten, Oberjäger, 11,567 Gefreite, Spielleute und Gemeine, 1 Geist⸗ lichen und 16 Aerzte 1c. Summa 865 Offiziere und 13,095 Mann. An Verwundeten: 14 Ge⸗ ntrale, 192 Stabsoffiziere, 2674 Subaltern⸗ Offiziere, 997 Feldwebel, 5681 Unteroffiziere, 57,832 Gefreite und Gemeine, 2 Geistliche, 1 Roßarzt, 1 Büchsenmacher, 107 Aerzte ꝛc., 16 Krankenträger. Summa 2880 Offiziere und 64,637 Mann. An Vermißten: 46 Offiziere, 281 Unteroffiziere, 6 Fähnriche, 12 Feldwebel, 5 Vitce⸗Feldwebel, 1 Wachtmeister, 1 Regiments⸗ Tambour, 1 Bataillons Tambour, 17 Aerzte, 37 Lazarethgehülfen, 32 Kranken- bez. Verband⸗ zeugsträger, 2 Roßärzte, 1 Zahlmeister, 7041 Gefreite e. Summa 46 Offiziere und 7437 Mann. Der Gesammtabgang stellt sich demnach auf 3791 Offiziere und 85,173 Mann. Unter den 193 Listen befinden sich mehrere, welche Be⸗ richtigungen enthalten. Leute, die ursprünglich als todt aufgeführt waren, sind nur verwundet; Leute, die man vermißt hatte, haben sich in den Lazarethen vorgefunden oder sind zum Regiment bez. zum Ersatzbataillon zurückgekehrt. Diese Kategorien von Berichtigungen sind in obigen Berechnungen berücksichtigk. München. Der Landtag ist am 18. d. durch den Prinzen Adalbert in Stellvertretung des Königs feierlich geschlossen worden. SS Dr n bit au n Berdafttte zich liche del 2 tinti ttweige dreihen det dat dental diet den u Präftentic; 1 80 317 vit ft Nnirtzes dun 6 se hen den Dyngialaut H. i nacben bent: F tindt N Ulnmetus nici vn; dit Berlaßt fut 4b bit bad lich 2 Stabteffiper, 100 Fatacktl u- Dachtntistir, 75 Seigtanta, . 44 2. 7041 ö 710 1 440 , ech denne 5 Nate . las Nun. 1g, nilcht b .„ alich 11 79 rat 5 h 0 a a e e 15 71 1 145* 1 N 1* aut 0 Frankreich. Bordeaux, 16. Febr. In er National-Versammlurg wurde zum Präsidenten Bicepräsidenten Martel mit 417, Dazy nit 391, Bitet mit 319 Stimmen und Malleville. — 16. Febr. Die National- Versammlung sprach den Städten Toul, Pfalzburg und Bitsch die Anerkennung des Landes für ihre tapfere Haltung aus. Der Präsident theilt ein Schreiben des Generals Faidherbe mit, worin derselbe sein Mandat niederlegt. 33 Wahlen des Seine Departements werden für gültig erklärt. Vor dem Schluß der Sitzung, während des Scruti⸗ niums für Ernennung der Sekretäre, verliest der Alterspräsident folgenden Antrag:„Die unter- zeichneten Deputirten schlagen der Nalionalver⸗ sammlung die Annahme folgender Resolution vor: Thiers werde zum Chef der Executivgewalt der französischen Republik ernannt; er wird diese Ge⸗ walt unter der Controle der Nationalversammlung ausüben und die Minister bezeichnen, welche ihn in dieser Mission unterstützen sollen.“ Unterzeichnet ist der Antrag von Dufaure, Malleville, Vitet 1. Der Präsident schlägt vor, die Mitglieder der Versammlung sollten sich um 9 Uhr in den Bureaus versammeln und um 1 Ubr eine öffentliche Sitzung abhalten, um den Antrag in Berathung zu ziehen. Zu Quästoren wurde Baze, Martin, de Pallieres und Primetan ernannt; zu Sekritären Bethmont, Barante, Remusat und Johnstone. Hierauf wurde die Sitzung geschlossen. Vor dem Sitzungslokal der Nationalversammlung ist ein Bataillon Linien- truppen und eine Schwadron Kürassiere stationixt. Eine gestrige eine Folge der Ansprache Victor Hugo's an die Fred mit 519 von 538 Stimmen gewäblt. Zu Menge, worin sich derselbe tretun ten,. 8. 5 e Die Zugänge zum Sitzungs⸗ saale der Nationalversammlung waren heute durch Nationalgarden und Linientruppen(Infanterie und Cavalerie) abgesperrt, so daß es unmöglich war, sich dem Gebäude zu nähern, bevor der Präsident die Sitzung aufhob. Ein Mitglied der gegen die Gebiets ab; der Orpnung wachen könne. Das Haupt diese 5 8 0 sei derselbe Mann, der den Gedanken er Besfstigung von Paris verwirklicht habe, das erst durch Hunger gefallen sei; derselbe, der die Voraussicht bewies, den Krieg im Juli 1870 zu verdammen, derselbe endlich, dem die Departements eben erst ihre Huldigung dargebracht hätten. Und dieser wäre unwürdig, eine solche Mission zu er⸗ Manifestation vor der Kammer war Linken erklärte, daß er, da er gezwungen gewesen sei, Bewaffnete zu passtren, um zu dem Sitzungs⸗ saale zu gelangen, künstig ebenfalls bewaffnet er- scheinen werde. Grevy übernahm das Prasidlum mit einer kurzen Rede, in welchet er die Uebet— zeugung aussprach, daß die Versammlung auf der Höhe der Situation stehen werde. — 17. Febr. Sitzung der Nationalversamm- lung. Es herrscht vollständige Ruhe, obgleich eit dem Beginne itzung ungefähr 70,000 e.* l e dem—— 1 Die gezeben bat, Seitens ihrer Höfe auszusprechen. bekannt gewordene Capitulation von Belfort Für Metternich hat gleichfalls erklärt, er sei machte gar keinen Eindruck. Der Depulirte Kellet durch den Grasen Beust beaustragt, die sofortige bringt einen Protest gegen die Annexion en Averbennung der neuen Regierung durch Oester⸗ Derselbe wird dem Bureau überwiesen. Die reich kundzugeben. Sitzung wird inzwischen suspendirt. Bei der— Als Mitglieder des neuen Ministeriums Wiederaufnahme der Sitzung beschließt die Ver- werden genannt: Dufaure, Simon, Buffet, Favre, sammlung, von dem Protest Akt zu nehmen und Picard, Malleville. denselben denjenigen Personen zu überweisen,— Oambetta liegt in Bordeaux, wie die 5 f welchen die Verhandlungen mit Preußen über— i 3 ragen werden 25 piefauf erstaltet 2 France„Independance“ wiederholt meldet, sehr gefährlich a 8 4„krank darnieder. über den Antrag Dufaure Bericht. Er erklärt es bei der Dringlichkeit des Augenblicks für Belgien. Brüssel. Nachrichten aus Paris nöthig, die Regierung zu constituiren, damit die- vom 16. Februar zufolge betrug die Zahl der selbe mit der Wiederaufnahme der Verhandlung Sterbefälle in der letzten Woche 4451. Die mit dem Feind betraut werde, sowie über die Stadt ist ruhig. füllen? Geben wir ihm die Gewalt; das ist das Mittel, seinem Patriotismus noch mehr Kraft zu verleihen.(Beifall! Louis Blanc opponirt.) Der Antrag Dufaure wird mit unge⸗ heuerer Majorität angenommen. — Unmittelbar nach dem Votum der National- versammlung besuchten der großbritannische Bot; schafter und der Gesandte Italiens Thiers, um die Anerkennung der Reglerung, welche sich Frankreich Respectirung der Gesetze und die Aufrechterhaltung Holz ⸗Versteigerung. 368 Freitag den 24. d. M., Vormittags 10 Uhr an⸗ fangend, sollen in dem Maiba cher Gemeindewald District Schleichendach, Haasenbe g, Mübtkopf und Pferdskopf, nachverzeichnete Holzsortimente versteigert werden: 1 1 Stecken Buchen⸗Prügelbolz. 2) 2*„ Stockbolz. 3 21½ 7 Nadel 2 4 100 Stüc Buchen Wellen. 5) 1625„ Vadel⸗— Bau⸗, Werk⸗ und Nutzdolz. 2354 Cubikfuß 6) 62 Slück Fichten ⸗Staumbolz, boltend. 7) 842 Stück gichten⸗Stangenholz, 646 Cubik⸗ fuß baltend. 8) 668 Sfück Kicfern⸗Bohnenstangen. Es wird noch bemerkt, daß das Holz gegen vor⸗ schriftsmäßige Burgscheine bis den 1. September d. J. geborgt wird. 8 f Die Zusammenkunft ist in Maibach. Malbach den 17. Februar 1871. Großherzogliche Bürgermeisterei Maldach. Philippi. Perkauf einer Dampf-Dresch-Maschine. 378 Die Gesellschaft der Dresch⸗Maschine dahier bat ihre Auflösung beschlossen und es sollen des dald Mittwoch den 1. März d. J., Nachmittags 2 Uhr, b die derselbden zugehörige Dresch-Maschine mlt Locomodile, sawir eine große Winde und sonstige Geräthschaften öffentlich meistbtetend auf unserm Büreau versleigert werden. Rodheim am 15. Februar 1871. Großberzogliches Ortagericht Rodheim. 3 6. — N 1* Holz- Versteigerung. 391 In dem Gräflichen Ossenbhelmer- Wäldchen kommen nächslen Donnerstag den 23. l. M. rach ⸗ verzeichnete Dolzsortimente zur Versteigerung: 1 Stecken Buchen ⸗Scheitholz, „ 7 Prügelbolz, 20„ Eichen 9 2 Buchen⸗Stockholz, 14 1 Eichen— 40 7 Buchen Astretsholz, Eschen⸗ 5 —— 2100 Wellen Eichen-Durchforstungs Reishol, 3 Weißtannen⸗ Stämme von 50— 585“ Länge, 7-8“ mittl. Durchmesser= 70 Cublksuß. Zusammenkunft am Ossenhelmer⸗Jagdbaus und An⸗ fang der Versteigerung Vormittage präcts 9 Uhr. Wickstab t den 20. Februar 1871. Oräfliche Oberförsteret Assenhelm. Schal las. Guts Verpachtung. 377 Nächsten Samstag den 25. Februar d. J., Nach⸗ mittags 2 Ubr, wird auf birsigem Ratbhause das den vereinigten Armenfonds zu Friedberg in Nauheimer Gemarkung zuste hende s. g. Pospitalguf— 158 Morgen 158 Klaster— von Petri d. J. ab auf 12 Jahre par- zellenweise öffentlich an den Meifibtetenden verpachtet. Bad⸗Naubeim am 18. Februar 1871. Großherzogliche Bürgermeisteret Bad⸗Nauheim. Schutt. Bekanntmachung. 369 Die auf den 23. d. M. anberaumte Holzversteige⸗ tung kann wegen Hinderniß nicht abgzhalten werden und soll nun Montag den 27. d. M. ftaltfinden. zauer bach v. d. P. den 17. Februar 1871. Großberzogliche Bürgermeisteret Zauerbach v. d. d. PDA Lippe s. 1 Holzversteigerung in der Fürstlichen Oberförsterei Lich. 380 Kuünftigen Montag den 27. d. M., Morgens 9 Uhr, soll im District Kellersberg am Kolnbäuser Feld ausangend, folgendes Bau-, Werk- und Naßbolz ver⸗ steigert werden: 193 ftarke und geringe Eichenstämme von 6941 Cödf. 85 Tannen-Baustämme voy 2262 Cabikfuß. 461 flaike Eichenstangen„ 2725 2 205„ Buchenstangen„ 398 5 168„ Tannenstangen„ 371 1 Alsdann wird kommenden Dienstag den 28. d. M., um 9 Uhr bierselbst anfangend, folgendes Brennholz verfleigert: 51 Stecken Buchen- und Eichen⸗Scheltbolz. 251 1 8„ Prügelbolz, wobei auch 10füßiges Eichen⸗Prügelhbolz. 267 Stecken Buchen-, Eichen- u. Taunen⸗Stockbolz. 13450 Wellen* 5 Reisbolz. Lich am 21. Februar 1871. Fürstliche Oberförsterei Lich. Elgenbrodt. Uuhrer Steinkohlen 387 empfiehlt in vorzüglicher Qualtät 0 Ph. Dan. Kümmich. Versteigerung. 374 Wegen Aufgabe der Oekonomie läßt Unter zeichnete in ihrer Bebausung Freitag den 24. Februar, Vor- mittags 10 Uhr, öffentlich verfleigern: 1 trächge Fabrkuh, 2 Mutterschweine, 1 Wagen und sämmtliche Oekonomiegerätbschaften, 1 Parte Deu, Grummet, alle Sorten Strob, Dickwurz, sowle alle Arten Hausgerätbschaften. Bönstadt. 5 Heinrich Walz Wittwe. Leere Oelfässer, 390 zu Pfuhl ꝛc. ꝛc., bei Georg Groß. 356 Für ein 4 5 großes Gut det Frankfurt a. M. wird ein erster Feuerschmitd gegen guten Lobn und sortigen Eintritt zu engagiren gesucht. Die Stellung ist eine selbsiständige und dauernde. B. Mettenheimer, Gutleutbof dei Frankfurt a. M. Krippen, Tröge und Gossensteine 376 aus f. g. Lungsteln(Dolerit) empfielt die Ziegelei am Bahnhof zu Bad⸗Nauheim. Sprengpulver, 386 beste Qualität, empfiehlt in Fässel von 30 Pfund Ph. Dan. Kümmich. Zu verkaufen. Einspänner; 272 Vollständig assortirtes Lager von Tapeten zu den dilligsten Preisen empfiehlt Bad⸗Naubeim. Horn. Alle Unterleibsbrüche heilbar. 370 Bei der Expeditton d. Bl. kann sederzeit die Schrift eines derübmten Brucharztes mit Belebrung und vielen 100 Zeugnissen dezogen werden, aus welchen mit Be⸗ siimmibelt bervorgeht, daß Unterleibedrüche gebellt werden können. Uegenschirme 45 in Seide, Alpaka und Baumwolle, zu sehr billigen Hreisen bet K. Friedrich neden der Post. TTT— ̃ͤ————— — . r 15 1 55 f 7 93 — — —......... ̃—ét᷑᷑t—..——.————. rT0ßTT0T0TPTT7T7TfT0TfT„TTT—T—T—T—T—TT—T—T—:—.. e 8.— 3 8— e Ueichstagswa 385 Die Unterzeichneten erklären ihre Zustimmung zu dem die Wahl 7 des Herrn Hofgerichtsrath Wilhelm 51255 Buff zu Gießen zum Reichs tagsabgeordneten empfehlenden Aufruf, abgedruckt in der Beilage zu Nr. 20 des„Oberhessischen Anzeigers“. Johannes Breidenbach, Gemeinderath in Beienheim.] Christian Volz daselbst. Nagel, Bürgermeister in Rodenbach. Lorenz Jung, Gemeinderath da selbst. Becker, Beigeordneter in Ober-Rosbach. Balthasar Jung II. daselbst. Weigand, Oberförster in Steinfurt. Nicolaus Wissig daselbst. Schultheis, Pachter daselbst. Joh. Konr. Rudolph daselbst. Huber, Bürgermeister in Wisselsheim. Heinrich Petzinger II. daselbst. Ph. Dörr zu Wisselsheim. Jacob Werner III. daselbst. Schultheis, Pachter daselbst. Anton Huth, Gemeinderath daselbst. Jeckel, Bürgermeister von Ober-Mörlen. Konrad Wissig, Gemeinderath daselbst. Möbs, Bürgermeister von Nieder⸗Mörlen. Christoph Huth, Gemeinderath daselbst. F. Hensel, Oekonom in Okarben. Lorenz Müller, Ortsgerichtsmann daselbst. Helbig, Pfarrer in Büdesheim. B. Thaler, Oeconom zu Höchst a. N. Kopp, Gemeinderath zu Langenhain. Christian Neumann J. in Büches. Heinrich Schneider II. daselbst. Heinrich Kaiser daselbst. Anton Rumpf II. daselbst. J. Bartmann J. daselbst. Heinrich Huth II. daselbst. Konrad Bartmann daselbst. Heinrich Petzinger III. daselbst. K. Berger, Lehrer daselbst. Heinrich Schneider J. daselbst. Peter Geiß daselbst. Peter Kröll daselbst. Johannes Wörner daselbst. Konrad Bauer daselbst. Heinrich Bartmann daselbst. Peter Sattler daselbst. Peter Stoll daselbst. Konrad Kraul daselbst. Johs. Kröll daselbsd. Konrad Beckel daselbst. Johs, Heilmann daselbst. Christian Neumann II. daselbst. J. J. Kromm zu Hitzkirchen. Johs. Giß daselbst. Wilhelm Neun daselbst. Johs. Neun daselbst. Wilhelm Günther daselbst. Karl Schepp daselbst. Philipp Günther daselbst. Christoph Graf daselbst. Annonce. 2 382 Einem geehrten hiesigen und auswärtigen Publikum erlaube ich mit hiermit die ergebene Anzeige zu machen, daß ich unter dem Heutigen ein Colonial-, Material- und Farbwaaren⸗Geschäft in dem früheren Adam Wagner'schen Hause, nächst der Burg, etablirt habe. Indem ich um gütigen Zuspruch bitte, sichere ich reelle und gute Bedienung zu. Friedberg den 20. Februar 1871. Hochachtungs voll Wilhelm Berubeck. Hötel Trapp. 375 Mittwoch den 2 2. Februar 1871 Harmonie-Musik, ausgeführt von Gebrüder Söllner aus Carlsbad. Anfang Abends 7 Uhr. Vorschuß-& Creditverein zu Friedberg. (Eingetragene Genossenschaft.) Bilanz pro 31. Dezember 1870. Strohhüte 392 werden gewaschen, gefärbt und nach neuster Fagon geändert bet K. Friedrich, neben der Post. Russische Sardinen, fl. 1. 54 in Fässel von 10 Pfund, Holländische Vollhäringe, in ½ Tonnen, billigst bei 5 Ph. Dan. Kümmich. Antwort. 384 In dem in der Beilage zu Nr. 20 des Oberhess. Anzeigers abgedruckten, die Wahl des Herrn Hofgerichts⸗ flratb Buff zu Gießen befürwortenden Aufruf ist durch wen ein Versehen dem Namen des mitunkerzeichneten Herrn Oeconomen Heinrich Stoll in Nieder- Wöllstadt die Ziffer II. beigefügt worden. Bohnen, Erbsen, Linsen, 389 gutkochende, bei Georg Groß. Ein Lehrling gesucht 379 unter sehr günstigen Bedingungen für ein best⸗ Frankfurt a. M. Francd⸗ Offerten erbittet man sub Obiffre R. 803 an die Annoncen-Expedition von Rudolf Mosse in Frankfurt n. M. Activa. ae Passiva. fl. e ke⸗ Cassen⸗Conto. 190746 Stamm-⸗Antheil-Creditoren. 22362 57 Wechsel⸗Conto 0 eee Spar⸗Einlage-Creditoren 5502835 Belehnungs⸗Conto. 6797 51 Darlehen ⸗Creditoren 33804 1 Effecten ⸗C onto 4105— Conto⸗Corrent Creditoren 27574 5 Mobilien⸗ und Utensilien⸗Conto 289 28 Reservefonds⸗Conto 220823 Zinsen⸗Bilanz-Conto. 0 305 38 Gewinn- und Verlust⸗Conto. W Conto-Corrent⸗Debitoren 82032 48 140509 2. 146509 2 . 5 Volschuß- und Credit-Perein Zu Meichelsheim. 373 Die Mitglieder der 1. Klasse werden hiermit ersucht ihren Dividendenrest aus 1870 an der Kasse in Empfang zu nehmen, wozu noch bemerkt wird, daß die Kasse von jetzt ab an allen Wochentagen nur von Nachmittags 1 bis 4 Uhr bis auf Weiteres geöffnet ist. Das Marmor⸗Geschäft von F. J. Rossbach in Main z 273 empfiehlt sich in Anfertigung von Marmor-Arbeiten aller Art, namentlich auch von Cbeminckes, Grabdenkmälern zc. Eeine Chaise 8 fleht zu verkaufen. Wo? sagt die Exped. d. Bl. Hosenträger 503 billigt bei K. Friedrich neben der Poft. Gef uch t 383 wird ein Schneider oder Kappenmacher. Lohn. Dauernde Beschäftigung. Ehr. L. Heß, Hof⸗Kappenmacher. Kirchen buchsauszüge. 5 Evangelische Gemeinde. Getaufte: 12. Februar. Dem Großherzoglichen Seminarlehrer Fr. Adam Heid eine Tochter Katharina Marla Eltsa⸗ betha, geb. am 31. Januar. 18. Februar. Dem Feldwebel im 1. Groß berzogl. Jäger-Bataillon Johann Heinrich Kesting eine Tochter Anna Katharina Margaretha Elisabetha Mathilde, geb. den 11. Januar. Guter Beerdigte: 15. Februar. Johann Heinrich Mack, hies. Bürger und Kaufmann, alt 74 Jahre 4 Monate 10 Tage, gest. am 13. Februar. Kirchliche Anzeigen fur Friedberg. Evangelische Gemeinde. Mittwoch den 22 Februar, Abends 5 Uhr, in der Burgkirche: Betstunde mit Ansprache von rn. Seminarlehrer Stamm. Verantw. Nedact.: Hermann Schimpff. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpff. (Hieren eine Beilage.) renommirtes christl. Geschäft(en gros& en detail) in, * lle — N rtrkrr eren tert det Je. men, 12 5 rer V Verläumdungen der französischen, besonders der Beilage. Aberhessischer Anzeiger. Schweiz. Die von den Franzosen am 1. d. bei Pontarlier gefangenen und mit in die Schweiz gebrachten Pommern befinden sich seit Donnerstag in St. Gallen bei Appenzell. Sie kamen am Mittwoch Mittag an, blieben daselbst über Nacht und marschirten am nächsten Morgen an ibren Bestimmungsort, begleitet von einem schweiz. Offi⸗ ziet und einem Unteroffizier, welche sie hierber gebracht batten, sowie von zwei Deutschen und einem Oesterreicher, welche dafür sorgten, daß die 58 Mann starke Truppe unterwegs erfrischt wurde. Am Mittwoch Nachmittag wurden sie hier aus sofort gezeichneten Btiträgen hier wohnender Deutschen(worunter 7 Beiträge von je 100 Fr.) alle mit Flanellhemden, die meisten auch mit Schuhen, Strümpfen und warmen Halsbinden versehen, auch an Cigarren und Wein war kein Mangel. Frankreich. Paris. Der Maire von Paris bat den Preis des Brodes von jetzt bis zum nächsten Mittwoch auf 50 Centimes per Kilogramm festgestellt. Das„Journal des Debats“ bezeichnet Tbiers, Faxre, Picard, Buffet und Simon als Mitglieder der neuen Regierung, deren Präsidium Thiers zufallen werde. — Der„Figaro“ glaubt, daß Tbiers, Favre und Cbaudordy zur Unterhaltung über den Frieden nach Versallles abgeordnet werden. Zwei Genetäle würden sie begleiten, um die militärischen Fragen zu regeln. Die„Patrie“ sagt, Thiers werde das Präsidium der Assemblee ablehnen, weil er in ausgedehntem Maße an den Verhandlungen Theil nehmen wolle. Doch werde sein Entschluß noch nicht als definitiv angeseben — Die„Cloche“ in Paris sagt, Chanzy sei dort angekommen, um über seine Operaflonen Rechnung abzulegen; es stelle sich jetzt heraus, daß die Siegesbulletins übertrieben gewesen seien, daß Gambetta Hoffnungen genährt habe, die der Wirklichkeit nicht entsprachen; daß man in den Zustand der Armeen ein bedauerliches Vertrauen gesetzt habe. Chanzy will die Wiedervergeltung auf die Zeit vertagen, wo die Landbevölkerung des Westens einstimmig eutschlossen sein wird, den Feind zurückzutreiben, wo die Armeen wieder moralisirt und disciplinirt sein werden und die Valerlandsliebe ihr Regeneratlonswerk wieder be⸗ ginnt. — 19. Febr. Die„Verité“ meldet, es seien mehrere Nationalgarde-Bataillone, Angesichts des wahrscheinlichen Einzugs der Deutschen in Paris, durch höheren Befebl zur Ablieferung der noch in ihrem Besitz befindlichen Patronen an die Feldwebel aufgefordert worden.— Der„Frangais“ sagt, die Versammlung in Bordeaux werde nach Entscheidung der Friedensfrage und Votirung eines Wahlgesetzes ihre Mission für beendigt er— klären.— Der unter Leitung des deutschen Haupt— quartiers erscheinende„Moniteur“ von Versailles erklärt, Deutschland werde zu überlegen haben, ob es Angesichts der Beschimpfungen und der Pariser Presse, die ein ernstliches Hinderniß des Friedensabschlusses bildeten, nicht durch Besetzung von Paris der Agitation ein Ende machen müsse. — Alphonse Kaw veröffentlicht in Lyoner Blättern einen Brief, worin er Angesichts der Lage der Armee, die er aus eigener Anschauung kennen gelernt habe, zum Frieden um jeden Preis väth. Er sagt in seinem Briefe: Ich verlange, daß ein Verzeichniß auf das Bureau des Prä— sidenten der Versammlung gelegt werde und daß jeder Abgeordnete, welcher sprechen wird, nur für die Fortsetzung des Kriegs zu stimmen, damit, anfange, seinen Namen in das Verzeichniß ein- zutragen; dies wird das Matrikel-Register eines UAvantgarden Regiments sein, welches die Ehre haben soll, zuerst gegen den Feind zu marschiren. Aus Nizza wird vom 15. Febr. gemeldet: „Zehntausend Mann sind hier eingetroffen. Alle Verhafteten sind auf einer Panzerfregatte nach Toulon gebracht worden. verhängt den Kriegszustand. Der Aufstand der Italiener ist vollständig niedergeworsen. Zwei 9 kreuzen vor der Stadt.“ Belgien. Brüssel. Der Telegraph meldet vom 15. Febr. aus Versailles: Die Ablieferung der Waffen der Garnison von Paris ist vervoll⸗ ständigt worden und beträgt jetzt 200,000 Ge wehre, 1400 Kanonen und eine nicht genau constatirte Zahl von Wallbüchsen. Großbritannien. London. In der Sitzung des Unterhauses legte Staatssecretär Cardwell eine Bill, betreffend die Organisation des Heeres, vor, wonach das System des Stellen- kaufes abgeschafft wird, und die Milizen, sowie die Freiwilligen, direct der Krone untergeordnet werden, um ein engeres Zusammenwirken der ge. sammten Streitkräfte berzustellen. Die Stärke des Heeres wird in Zukunft 497,000 Mann be⸗ tragen und zwar: 135,000 Mann reguläre Truppen, 139,000 Mann Milizen, 14,000 Neomen, 9000 Mann erster, 30,000 Mann zweiter Armeereserve und Verabschiedete, 170,000 Freiwillige. Bei der Abstimmung des Antrags Taylor wurde die Mitgift der Prinzessin Louise im Betrag von 30,000 L. mit 350 gegen eine Stimme bewilligt. Ein Präfecturanschlag 7 Frankfurt. Kürzlich kehrte ein Frankfurter bierher zurück, welcher 14 Jahre lang von der französischen Regie⸗ rung in Algier als Ingenieur beiden Brücken- und Straßen- bauten angestellt war und nun, nachdem das Departement Constantine in Belagerungszustand erklärt ist, ausgewiesen wurde.— Dem Vernehmen nach bemüht man sich don bier aus, daß das 34. Insanterieregiment, welches in den kritischen Zeiten sich musterhaft führte und sich die allge⸗ meine Achtung erworben, wieder nach Frankfurt in Gar⸗ nison komme.— Wie man hört, wird die Verpflegung der zutückkehrenden Truppen von Seiten des Staats in die Hand genommen und soll daher eine freiwillige Ver⸗ pflegung, wie sie zu Anfang des Kriegs siatthatte, unter— bleiben. 5 Darmstadt. Bei der Redision der sranzösischen Zeugbänser fanden sich so manche Beutestücke, die von den Franzosen bei ibren srüberen Raubzügen in Deulschland als Trophäen mitgeschleppt wurden und die jetzt nach Deuischland wieder zurückkommen. So wurde eine alte hessische Kanone, die sestper in Soissous gestanden hatte, bierher in's Zeughaus gebracht.— Am 18. d. gingen 550 Mann Ersatztruppen von der Linie nach Frankreich ab; die Ersatzmannschaften der Cavalerie und Artillerie werden dieser Tage folgen.— In jüngerer Zeit hat sich in verschledenen Lazarethen ein recht empfindbarer Manget an Char pie eingestellt; möchte demselben doch sosort durch srciwillige Lieferungen an den Hülfsverein abgeholfen werden. Darmstadt. Um mannichfachen Unzuttäglichkesten, namentlich aber dem Verkausen von Kleidungsstücken durch die französischen Gefangenen vorzubeugen, ist deren Ueber⸗ wachung in der Reiterkaserne neuerdings sehr verschärft und aller Veikehr mit denselben abgeschnitien worden, indem Niemand, selbst nicht die innewohnenden Familien der Unteroffiziete, die Kaserne ohne einen vom Comman— danten ausgestellten Passirschein betreten darf. Mainz. Mi dem am Morgen des 15, d. bier ein- getroffenen Krankenzug erreichte die Zahl der auf hiesigem Verbandplatz durchpassirten und dasclost erquickten Kranken und Verwundeten die Höhe von 100,000. Wiesbaden. Dieser Tage wurde durch die hiesige Polizei eine ganze Diebsbande, 7 an der Zahl, verhaftet, der Hehler, ein Mainzer Einwobner, mit Die Diebo⸗ höhle in Mainz ist ebenfalls enideckt. Die Sache war sehr schlau organisirt; hier gestohlene Sachen wurden in Frankfurt, in Frankfurt ugestohlene hier veräußert. Hannover. Die„Z. f. N.“ erzählt:„Der als freiwilliger Krankenpfleger fungirende Kaufmann Ernst wurde am Freitag Nachmitlag von einem Menschen, welcher vorgab, am Fuße verwundet zu sein, um Hülfe⸗ leistung angesprochen, und zwar bat der Fremde deu E. in sranzösischer Sprache um Begleitung nach der Retirade, wobel er sich für einen sranzöstschen Offizier ausgab. In der Damenretirade angelangl, wurde E. von dem Unde— kannten sofort an dem Hals gesaßt und zur Herausgabe seiner Baarschast aufgefordert; es entspaun sich nun ein Faustkampf, bei welechm E. mahrere Schläge über den Kopf empfing, schließlich aber seinen Gegner mit zu Boden riß und ein Hülsegeschreß erhob, in Folge dessen der Au- greiser die Flucht ergriff, nachdem E. noch einen Stich in die linke Wade erhalten hatte. Leider konnte der Räuber entkommen, da E. längere Zeit, beinahe 1½ Stunde, besinnungslos in der Retirade zurückblieb. Auf dem Perron selbst war nicht das Gexringste von dem Vor gang wahrgenommen worden. Dresden. Vor Kurzem hat auf der Strecke Dresden- Freiberg der sächsischen Stagtsbahnen eine wahrhast grausige Eisenbahnfahrt statigefunden. Der regelmäßig Abends 9 Uhr von Dresden in Freiberg ankommende Güterzug war mittelst zweier Maschinen ziemlich auf der mehrere hunbert Eilen langen Horizontale zwischen der Hallestelle Edle Krone und der Station Klingenberg angekommen, als die Kette riß, mittelst welcher der vorderstie Wagen an der Locomotive besestigt war. Der ganze schwer be⸗ laflete Zug ging augenblicklich rückwärts, anfangs langsam, doch mit jeder Minute schneller auf der von 1: 40 sich senkenden kurvenreichen Bahn hinab. Die in der eisig tallen mondhellen Nacht sast steif gefrorenen 14 Schaffner des Zuges drehten mit der Kroft der Verzweiflung die Bremsen zu, daß die Räder fast standen, aver dennoch sauste der Zug mit unaufpötlicher Schnelligkeit die fcil sich neigende Bahn weiter hinab. Es war keine Möglichkeit, den schweren Zug zum Stehen zu bringen, ja nuc die Schnelligkeit des immer rasender werdenden Zuges einiger⸗ maßen zu mindern. In der Ueberzeugung, daß hier ein Unglück unvermeidlich und der Zug unmittelbar verloren sei, sprangen sieben Schaffner von ihren Wagen herab und fielen unverletzt in den tiefen Schnee, die anderen sieben aber bielten lodesmuthig aus, Das ist auch ein Heldenmuth, nicht minder zu ehren, als die großen Helden⸗ baten im Kriegel Die auf dem Zuge ausgaltenden Schaffner quälten sich ab, die Bremsen immer fester und sester zu drehen. Alle ihre Mühe ader war umsonst. Denn die Fahrt erreichte eine solche baarsträubende Ge⸗ schwindigkeit, daß von den an der Bahn befindlichen Gegenständen nichts mehr zu untetscheiden war. Die Flusterniß des Tunnels bei Edle Krone flog an den sieben braven Männern vorüber, als wenn eine schwarze Hand schnell vorübergezogen wird. Kaum hatte sie durch diesen schwarzen Punkt sich orientirt, so waren ie auch schon unten in dem eine halbe Meile vom Tunnel entfernten Tharand, dessen Bahnhof sie durchrasten, so daß die auf dem Perron stehenden Babhnbeamten nicht zu erkennen vermochten, ob das ein Personen⸗ oder ein Güterzug, der vor ibnen vorüberflog, war. Auf der Ebene zwischen Tharand und Hainsberg nahm die Ge⸗ schwindigkelt allmälig ab, und an letzterem Orte endlich gelang es, den Zug zum Stehen zu bringen, der die ganze zwei Meilen lange Strecke, die 40 Minuten Fahrzeit braucht, in 10 Minuten durchflogen hafte. Wäre nicht glücklicherweise die ganze Bahnstrecke durchaus frei gewesen, so bätie keine menschliche Macht das gräßlichste Unglück bdindern können f „Breslau. Die„Schles. Ztg.“ schreibt:„Ein höchst bedauerlicher Unglücksfall ereignete sich im Saale des Zwingers bei Ausstellung einer Mitraicleuse. Einer der init Erläuterung der Construction dieses Geschützes durch die Militärbehörde auf Ansuchen des vaterländischen Frauenrertins beauftragten Artilletisten, ein Einjährig⸗ Freiwilliger, batte die zum Laden der Mitrailleuse eusorder⸗ liche eiseine Patronenbüchse eingesetzt, in welcher sich eine Patrone besand. Leider entsaun et sich dieses Umstandes bei der weiteren Erläuterung nicht; er drehte die Kurbel, die Patrone entlud sich und das Geschoß traf zwei Ar⸗ lilleristen, die vor der Mündung stebend, sosort schwer verwundet zusammenbrachen. Aerztliche Hülfe war zwar glückticherweise schleunigst zur Stelle, um den Verwundeten, die demnächst nach dem Hospital zu Allerheiligen gebracht wurden, sorgsamen Beistand leisten zu könneu; leider abet sind die Verwundungen so bedenklicher Art, daß das Schlimmste zu befürchten sein dürste. Die Ausstellung ist natürlich sosort geschlossen worden.“ Verloosung. Darmstadt, 16. Febr. Bet der gestern stattge⸗ babten Ziehung der Großh. Hess. 25 fl.⸗Locose fulen auf nachbenannte Nummern die deigesetzten Hauplttesser: Nr. 2,410 15 000 fl. Nr. 37,115 4000 fl., N.. 7000 2000 fl., Nr. 25644 1000 fl., Nr. 13967 und 73572 je 400 fl., Nr. 17726 und 42129 je 200, Nr. 21171 und 79478 je 100 fl. Die Absendung von Privatpacheten und Litbesgaben an die Feldtruppen. Durch höhere Verfügung ist destimmt worden, daß die Privaspackete und Liebesgaben für Angebörige der Groß⸗ berzoglich Hessischen Diviston künftig von den betreffenden Ersatztruppentheilen eingesammelt, mit dem auf den Kriegs⸗ schauplatz zu befördernden Armeematerial verpackt, der Ctappen-Commandantur Darmstadt zur Versendung an die Besiimmungsorte übergeben werden. Es sind daher von jetzt an alle Privatpackete und Liebesgaben an die Ersatz Abiheilungen desjentgen Regie ments(Corps, Bataillons, Abtheilung) zu übergeben, welchem der betreffende Adressat angehört. von der Etappen Commandantur, noch von dem„Comite zur Versorgung der Feldtruppen“ können daber solche Sen— dungen zur Beförderung angenommen werden. Alle Kreis- und Lokalblätter werden ersucht, das Vor⸗ stehende zur allgemeinen Keuntniß zu bringen. Darmstadt, den 15. Februar 1871. Großh. Glappen⸗Commandantur Anfangsort Darmstadt, Der Verpflegungsbeamte: Köhler, Stabsquartiermeister, Weder . e e e eee r F ãdßdßddßdßdßddfßdßfßß0ßé6ä⁵äꝗ⁵ df— J.!.õͤĩ7?«ê eee 8— 1 * An die* Neichstagswähler des zweiten oberhessischen Wahlkreises. 381 Nachdem unsere Söhne und Brüder in Waffen den alten übermüthigen Feind niedergeworfen haben und durch ihre glorreichen Siege in erster Linie die Grundlagen der deutschen Einheit errungen worden sind, ist das deutsche Volk und dessen Organ, der deutsche Reichstag jetzt berufen, die Frucht des blutigen Kampfes zu sichern, das wieder hergestellte deutsche Reich nach Außen mit aller fur dasselbe nöthigen Machtfülle auszustatten, nach Innen aber durch die politischen und bürgerlichen Rechte des Volkes im Sinne wirklicher Freiheit sicher stellende Gesetze auszubauen. Die Wahlen für den 1. auf den 9. März berufenen Reichstag finden den 3. März statt und tritt an das deutsche Volk für diesen Tag die wichtige Aufgabe heran, nur solche Männer zu diesem Reichstage zu entsenden, welche von dem Ernste der ihnen obliegenden Pflicht erfüllt, für die wirkliche Einheit und Freiheit des deutchen Volkes zu wirken fest entschlossen sind. Dem bevorstehenden Reichstag liegen die wichtigsten Aufgaben für die Zukunft und das Heil unseres Vaterlandes ob und es ist daher dies erkennend, unsere heilige Pflicht mit Verständniß und Mannesmuth, den Blick nur auf das zu Erreichende gerichtet, bewährte Männer für den Reichstag zu wählen und zwar um so mehr, als die deutsche Einheit und Freiheit noch offene wie versteckte Feinde genug besitzt, die mit Aufbietung aller ihnen zu Gebot stehenden Kräfte und Mittel ihre Absichten und Pläne zu verwirklichen suchen. Auch an unseren— den zweiten oberhessichen Wahlkreis— tritt diese heilige Aufgabe heran, einen Reichstagsabgeordneten zu wählen und baden in Anbetracht der Wichtigkeit und Bedeutsamkeit dieses Aktes am 12. Februar in Friedberg aus dem ganzen Wahlkreis zusammen⸗ getretene Männer aus dem Volke beschlossen: Herrn Landtagsabgeordueten Georg von Wedekind in Darmstadt als Reichstagsabgeordneten für den zweiten oberhessischen Wahlkreis vorzuschlagen.— Herr v. Wedekind war Abgeordneter und Secetäx der freistnnigen Landtage von 1862 bis 1864 und 1865 bis 1866, ist gegenwärtig der Vertreter der Stadt Friedberg in unserer zweiten Kammer. Von zuverlässiger politischer Gesinnung ist Herr v. Wedekind ein höchst achtungswerther Ebarakter, vermöge seiner Lebensstellung und sonistigen Verhaältnisse durchaus unabhängig und nicht allein durch seine juri⸗ stischen Fachkenntnisse, sondern auch durch die genaue Bekangtschaft mit unseren Landesverhältnissen, für einen solchen Vertrauensposten des Volkes vollkommen geeignet und desselben würdig, Wir bitten däher alle patrtotisch und freiheitlich gesinnte Männer unseres Wahlkreises ihre Stimmen auf den Landtagsabgeordneten Georg von Wedekind zu vereinigen, damit nicht allein unser Wahlbezirk durch einen aus dem Volk für das Volk hervorgegangenen würdigen Abgeordneten in dem bevorstehenden Reichstag vertreten wird, sondern damit man auch demselben nachsagen kann, die ernste Pflicht erkannt, und für die Sicherstellung der Einheit unseres theuren deutschen Vaterlandes, der Begründung der Größe und des Gedeihens desselben, sowie für die Förderung der Wohlfahrt des deutschen Volkes mitgewirkt zu haben. Wenn feder Wähler seine Schuldigkeit thut, in seinem Kreise wirkt, wie es seine Pflicht ist, und erwägt, daß dem deutschen Volke das endlich gewordene allgemeine Stimmrecht dazu gegeben ist, sich seine Reichstagsabgeordnete frei aus sich selbst und nicht auf Vorsch läge von Oben herab, herauszuwählen, wird unserem Vorschlag der Erfolg nicht ausbleiben. Altenstadt August Geiß. Klein⸗Karben S. Ortenberger. A. Ströbel, Mühlenbesitzer. Bauernheim C. Appel. Langen⸗Bergheim J. W. Koch. „Bodenrod Conrad Schepp. Melbach G. Geck. Friedrich Keil. Philipp Keil. Wilhelm Keil. Büdingen P. Habermann, Louis Heppner, Chr. Rullmann, Louis Joh. Kleeberger. C. Weiffert, Gemeinderath. Wenzel, Gemeinderäthe. Nieder⸗Eschbach Joh. Fahz. Butzbach L. Vogt, Beigeordneter. Johannes Grüninger VIII., Nieder Florstadt W. Fr. Koch. H. W. Appel. Chr. Häuser, C. Hagemann, M. Kuhl, J. Weber, A. Weidmann, Nieder⸗Mockstadt August CEulmann. J. Windecker, Gemeinderäthe. L. Braubach. Johs. Grüninger VII., Nieder-Wöllstadt H. Bausch J. C. Bausch VI. C. H. Bausch. L. Ferber. V. Kalbfleisch. W. Leperzapf. Georg Marguth. Friedrich Weith. Heinrich Weith. Castel J. B. Dosch. Ober⸗Roßbach Leonhard Stetzer. Heinrich Blecher. Dorheim H. Reuß. i Ockstadt Jacob Diener. Dornassenheim Ferdinand Diel. W. J. Jung, Gemeinderechner. Petterweil C. Nartz. Gottfried Kost VI. Reichelsheim Ph. Fich. Conrad Jehner. Rudolf Weitz. Wilhelm Knöpp. Fauerb ach v. d. H. Andr. Schneider, Conrad Schneider V., Jacob G. Wilhelm Schmidt. August Seel. W. Leo Vogt. M. Weltz. Schneider IV., Gemeinderäthe. Rockenberg Chr. Wende. Friedberg, J. Bender, W. Fertsch, J. Pfeffer, E. Ruths, C. Scriba, Rodheim J. Jacobi VIII. J. Kleemann III., Gemeinderath. A. Steinhäuser, Gemeinderäthe. H. Bechstein, Lederhändler. Georg Falck, Müller. Emanuel Löb, Fruchthändler. C. Stelz, Bäcker. Georg Steinhäuser, Bierbrauer. G. Trapp II., Hofgerichts— Advokat. L. Weiß, Kaufmann. Carl Trapp, Kaufmann. Dr. August Trapp. Maler Hirsch, Kaufmann. Jöckel, Hofgerichts⸗ Advokat. E. Trapp IV., Hofgerichts⸗Advokat. Chr. Hecht. Gambach Fr. Müll, J. E. Fenchel, Gemeinderäthe. Grob Karben Bar, Bürgermeister. Gerhard Fauerbach, Rentner. K. May, Fruchthändler, G. Vorbach. Södel Chrfstoph Stier. Stockheim Fr. Koch. Vilbel Julius Birkenholz. Gemeinderath. Weckesheim August Stoffel. a Wölfersheim Joh. Jung. Wilhelm Heyer, Gemeinderath. Anton Huber. Philipp Pflug. Wohnbach Wilhelm Klein. Ph. A. Schneider. W. Kullmann. Heinrich Breidert V., Georg Pfeifer IV. Wilhelm Sack, Heldenbergen S. Scheuer II. M,. Strauß. Gemeinderath. —— Holz-Versteige tung. 358 Frettag den 24. Februar 1871, Vormittags 9 Uhr 1 nfangend, sollen den Freiherrlich v. Ritler'schen WAlbllegen zu Hof Passe 4 Stecken Kiefern Scheitholz, 1 i 5 b 65 5 Alen ꝓtügelholz, 80 geen G Cn, nd aba, ellen Birken ⸗ 6855 Kiefern⸗ ö Resserholz, 200 Gebund Ginstern, 4 Stämme Kiesern⸗Bauholz von 6“ Durch⸗ messer und 30“ Länge, 375 Stück Kiefern⸗Bohyenstangen, 12⁵ 7„ Stangen zu Baumstützen von 2“ Durchmesser und 11“ Länge, 71*„Stangen von 5“ Durchmesser und 25 bis 30“ Länge, zu Dach⸗ sparren geeignet, öffentlich meisibietend verstenger werden. Die Zusammenkünft ist an der Langeuschneise, Schlag Nr. 1. ö Frledberg den 16. Febtuar 1871. 8 In Auftrag der Freiherrlich v. Ritter'schen Guts verwaltung zu Rüdesheim . Edietalla dung. 333 Nachdem die Intestaterben des am 15. Dezember v. J. dahter verstorbenen Bürgermeisters Johann Peter Menger dessen Erbschaft nur mit der Rechtswohlthat des Inventars angetreten haben, werden sämmtliche Gläubiger des gedachten Nachlasses aufgefordert, ihre Forderungen dei Meldung der Nichtaufnahme in das Inventar im Termin den 10. März d. J., Vormittags 11 Ubr, Contum. Zeit, dahier anzumelden. Gleichzeitig wird, da eine Ueberschuldung des Nach⸗ lasses wahrschesnlich gemacht ist, der obige Termin zum Güleversuche behufs Abwendung des förmlichen Coneurses, sowie eventuell zur Wahl eines Curators unter dem Rechtsnachtbell bestimmt, daß die im Termin aus⸗ bleibenden Cbirographar-Gläubiger als dem Mehrhelts⸗ Beschlusse beitretend werden erachtet werden. Windecken am 8. Februar 1871. Königliches Amtsgericht. Schwarzenberg. Eine Fichte 9 298 von 116 Cubskfuß, zu Durchzügen geeignet ist, zu einem billigen Preise zu verkaufen. Nähere Aus⸗ kunft ertheilt Johannes Schneider, Langenhan bei Butzbach. Güter ⸗ Verpachtung. 364 Freitag den 24. Februar d. J., Vormittags 11 Uhr, sollen in hiesigem Rathbause die Petritag d. J. leih⸗ fälligen Güterffücke des vereinigten Armensonds zu Friedberg und zwar: 17 Morgen 182½ Klftr. in der Gemarkung Dorheim und 17 1 381 5 in der Gemarkung Schwal⸗ 3 8 378„ heim, in Folge eingelegter Nachgebote nochmals öffentlich meif bietend verpachtet werden. Friedberg den 16. Februar 1871. Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. Fo e. Versteigerung. 354 Nächsten Dlenstag den 21. Februar, Nachmittags 1. Uhr, läßt der Unterzeichnete folgende Gegenstände öffentlich meistbietend versleigern, als: 1 Kuh, 2 Wagen, 1 Haͤckselmaschine, mehrere Bütten und circa 200 bis 300 Centner Korn-, Waizen', Gersten⸗ und Haferstroh. Bemerkt wird, daß gegen genügende Bürgscheine Zahlungefrist bis 1. Seplember d. J. gestattet ist, Assenheim den 16. Februar 1871. Adolph Poths. 1