N dera 0 * 1871. Samstag den 18. November. M 136. — U 9 0 g Uten a J 7 4 1 1 5. U 6 1 N cim 6 in⸗Bia Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Antelligenzblalt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag ö Hertlein————— 3———, berd Amtlicher Theil. ö 2 Betreffend: Die Aufnahme des Viehstandes im Jahre 1871. Friedberg am 15. November 1871. 9 — Das Gr. Kreisamt Friedberg an die Gr. Bürgermeistereien und den Polizeicommissär zu Wickstadt. 9 I Unter Bezugnahme auf unser Amtsblatt Nr. 5 von 1863 lassen jede Abweichung gegen voriges Jahr sowohl in Ansehung der Stück— 0 1 wir Ihnen zu der am 3. Dezember d. J. von Ihnen aufzunehmenden zahl als der Viehpreise, auf der Tabelle selbst vollständig zu erläutern. 9 Vlehstandstavelle das erforderliche Formularpapier hierbei zugehen. Bis zum 15. Dezember erwarten wir die Vorlage unfehlbar. 0 kümmich. Wir erwarten pünktliche Aufnahme und tragen Ihnen weiter auf, e 1 ͤchfleich Deutsches Reich. züglich der würdigen Vertretung des neuen Reiches. zu bören, durch welche auf publieisischen und ö d. Del. Darmstadt. Unterm 11. Nov. wurde dem Die Vertretung des deutschen Reiches müsse einen parlamentarischem Wege versucht worden ist“, 9 —— Regierungs-Commissär bei der Hessischen Ludwigs⸗ bedeutenden Eindruck machen, was inebtsonderef das berechtigte Vertrauen der katholischen Unter⸗ 4 thanen zur Regierung zu erschüttern. Dann heißt es weiter: Ew. ꝛc. wissen, daß in dieser(der 50 preußischen) Gesetzgebung, welche sich bisher der bei den weniger civilisirten Nationen von Wich— tigkeit sei. Bezüglich der Frage, ob der Gesandte bei dem Papste erhalten bleiben wird, sagt der Heldan Cisenbahn⸗Gesellschaft, Oberbauratb Dr. Georg f Breidert, der Charakter als„Geheimer Ober— S gell Baurath“ und dem Oberingenieur bei der Hessi— schen Ludwigs Eisenbahn- Gesellschaft Baurath Justus Kramer der Cbarakter als„Geheimer Baurath“ verliehen. 5 — Am 15. sind die Rekruten des Jahr- gangs 1872 bei ihren Regimentern eingetreten. — Mit Bezug auf die gebrachte Mittheilung von der Ernennung des Grafen Enzenberg zum Gesandten des deutschen Reiches in Mexiko ist zu bemerken, daß der Genannte bis zum Ausbruch des Kriegs groß herzoglich bessischer Gesandter in Paris war und nicht in Wien, wie irrthümlich ange⸗ geben wurde. — Die bessischen Offiziere wurden aufgefordert, sich darüber auszusprechen, ob sie in den preußi⸗ schen Militärverband eintreten oder Pensionirung beanspruchen wollten. Die Erklärung muß bis zum 19. November in Berlin eingetroffen sein. Mainz. Die Hessische Ludwigsbahn hat vor mehreren Wochen um die Genehmigung des k. preußischen Handelsministeriums nachgesucht, Vorarbeiten für eine Bahn von Wiesbaden über Langenschwalback durch das Aarthal nach Diez und noch dem Westerwald zum Anschluß an die Ruhr ⸗Siegbahn ausführen lassen zu dürfen, wo⸗ rauf eine Entschließung bis jetzt noch aussteht. Neuerdings ist die genannte Bahn nun auch um Gestattung von Vermessungsarbeiten behufs des speciellen Studiums einer Bahnlinie von Frank- furt, resp. von Hattersheim oder Höchst über Id⸗ stein nach Limburg(ein Theil des bekannten Projettes Hattersheim- Au) bei der preußischen Regierung eingekommen. Berlin, 15. Nov. Reichstag. Harkort motivirt seinen Antrag auf Revision des Handels- und Schifffahrts⸗Vertrags mit Poctugal und Er⸗ nennung eines Consuls in Quillimance. Der Bundesbevollmächtigte erklärt, die Regicrung sei unablässig in Lifabon bemüht, eine Aenderung des Vertrags herbeizuführen. Das Haupthinderniß liege in der anti ⸗freihändlerischen Stimmung der portugiesischen Bevölkerung und in den häufigen Ministerwechseln. Die Erledigung der Angelegen- beit sei noch ungewiß. Die Ernennung eines Consuls in Quillimance sei zwecklos. Das Haus geht hierauf zur Tagesordnung über. Der Aus- lieferungs Vertrag mit Italien wird in dritter Berathung genehmigt. — 16. Nov. Reichstag. Fortsetzung der zweiten Etatsberathung. Bundesrath v. Bülow erläutert den Etat des auswärtigen Amtes, indem er die Nothwendigkeit der Erhöhung der Ge: sandtengehälter hervorhebt. Reichskanzler Fürst Bismarck betont gleichfalls die Nothwendigkeit, die Gesandtengehälter zu erhöben, insbesondere Alt Rücksicht auf die gesteigerten Ansprüche be⸗ Reichskanzler, daß in der Budgetdebatte nicht der Platz sei, diese Frage zu beantworten. Der Ge⸗ sandte bei dem Könige von Italien werde zugleich mit diesem nach Rom überstedeln. Der Antrag Löwe's, die Aversionalsumme von 30,000 Thlrn., welche die preußische Regierung für die Besorgung der preußischen Angelegenheiten an das Reich zahlt, zu streichen, wird abgelehnt, nachdem Fürst Bis- marck die Erhaltung dieser für die speciell preu— ßischen Angelegenheiten gezahlten Summen für unbedingt nothwendig erklärt bat. Sämmtliche Positionen des Etats des auswärtigen Ministe⸗ riums werden schließlich angenommen. Folgt die Berathung über Petitionen. — Der König von Spanien hat, wie der „Kreuzztg.“ aus Madrid geschrieben wird, dem deutschen Kaiser Wilhelm das Groß-Kreuz des Militär-Ordens von San Fernando verliehen. Dieser Orden wurde von den General-Cortes von Spanien 1811 für Auszeichnung im Kampfe gegen Frankreich gestiftet. — In der von den katholischen Bischöfen Preußens an den Kaiser Wilhelm gerichteten mehrerwähnten Adresse weisen die Bischöfe auf „die perfiden Machinationen des Liberalismus“ hin, welche den Geist des Coneils der großen kirchlichen Versammlung, als einen humanitäts- und staatsfeindlichen darzustellen und durch Erre— gung von Mißtrauen gegen die Kirche die Staats- behörden zu feindseligen Maßregeln gegen dieselbe zu veranlassen, beflissen gewesen. Die Infalli— bilität habe niemals zu Conflikten mit dem Staate geführt. Leider hätten die Hetzereien des Libera⸗ liemus Mißverständnisse und tiefer gehenden Arg⸗ wohn auch in solchen Regionen hervorgerufen, welche durch ihre Stellung über die unreifen Tageserzeugnisse leidenschaftlichen Parteigetriebes erhaben zu sein pflegten. Vor Allem erweise sich das Einschreiten des Cultusministers in der Brauns- berger Gymnasialfrage als offener Eingriff in das innere Gebiet des Glaubens und der Kirche. Es sei damit ein unverholener Gewissenszwang aus- geübt, gegen den wie gegen alle anderen Eingriffe in das innere Glaubens- und Rechtsgebiet der Kirche die Bischöfe von dem Kaiser Recht und Abfhilfe erbitten und weil sie das Vertrauen hegten, daß auch jetzt noch eine Beseitigung des entbrannten Conflikts unschwer herbeizuführen sei, fügten sie ein Promemoria über die katholischen Anschau⸗ ungen und Grundsätze in Betreff dieses Gegen— standes bei.— Die auf diese Adresse ertheilte Antwort des Kaisers ist an den Erzbischof von Köln gerichtet. Dieselbe läßt im Eingang ein Wort der Verwunderung darüber laut werden, von preußischen Bischösen„Ankläge an die Sprache Anerkennung des katholischen Episcopats erfreut hatte, eine Aenderung nicht Statt gefunden hat; ein Gesetz aber, welches von Meiner Regierung nicht beachtet wäre, ist in Ew. ꝛc. Eingabe nicht angeführt worden. Weun dagegen innerhalb der katholischen Kirche Vorgänge Statt gefunden haben, in Folge deren die bisher in Preußen so befrie— digenden Beziehungen derselben zum Staate that⸗ sächlich mit einer Störung bedroht erscheinen, so liegt es Mir fern, Mich zu einem auf Würdigung dogmatischer Fragen eingehenden Urtheile über diese Erscheinung berufen zu finden; es wird viel⸗ mehr die Aufgabe Meiner Regierung sein, im Wege der Gesetzgebung dahin zu wirken, daß die neuerlich vorgekommenen Conflikte zwischen welt⸗ lichen und geistlichen Behörden, so weit sie nicht ver⸗ hütet werden können, ihre gesetzliche Lösung finden. Bis dies auf verfassungsmäßigem Wege ersolgt sein wird, liegt mir ob, die bestehenden Gesetze aufrecht zu erhalten und nach Maßgabe derselben jeden Preußen in seinen Rechten zu schützen. Eine eingehende Würdigung der Vorwürfe gegen Meine Regierung, welche Ew. ic. an Mich gerichtet haben, überlasse ich Meiner Regierung. Ich hatte gehofft, daß die gewichtigen Elemente innerhalb der katholischen Kirche, welche sich früher der nationalen Bewegung unter preußischer Leitung abgeneigt zeigten, nunmehr nach verfassungsmäßiger Neugestaltung des deutschen Reiches der friedlichen Entwickelung desselben im Interesse staatlicher Ord⸗ nung ihre freiwillige Unterstützung widmen würden. Die wohlwollenden Kundgebungen, mit denen Se. Heiligkeit der Papst Mich bei Herstellung des Reiches in eigenhändigem Schreiben begrüßte, ließen es Mich hoffen. Aber auch, wenn diese Hoffnung sich nicht verwirllicht, so wird keine Enttäuschung auf diesem Gebiete Mich jemals ab- halten, auch in Zukunft eben so wie bisher da⸗ rauf zu halten, daß in Meinen Staaten jedem Glaubensbekenntniß das volle Maß der Freiheit, welches mit Rechten Anderer und mit der Gleich- heit Aller vor dem Gesetze verträglich ist, ge⸗ wahrt bleibe. — Die„Prov. Corr.“, indem sie den Rück- tritt des Grafen Beust bespricht, hebt hervor, daß die auswärtigen Beziehungen Oesterreichs dadurch nicht berührt, namentlich die freundnachbarlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Oesterreich keine Beeinträchtigung erfahren werden. Es bürge dafür auch die Persönlichkeit des neuen Ministers Grafen Andrassy, welcher sowohl durch seine Stel- lung während der vorjährigen Ereignisse, sowit durch seine Betheiligung an den neueren diploma tischen Besprechungen bekundet habe, daß er nicht minder als Graf Beust von der Angemessenheit —. Lr r BBB—ẽD——.. 2 * 5 3 und Nothwendigkeit freundlicher Wechselbeziehungen zwischen Oesterreich und Deutschland in beider⸗ seitigem Interesse überzeugt sei. Dasselbe Blatt schreibt:„Obwohl der Reichstag noch umfassende Aufgaben zu bewältigen habe, so hoffe man doch, daß die dringendsten der⸗ selben, namentlich die Münzvorlage und der Reichs- haushalt, bis zum 25. Nov. erledigt werden. Die Berufung des preußischen Landtages ist auf den 23. Nov. festgesetzt. Dieselbe konnte nicht weiter hinausgeschoben werden, wenn der Staats- haushalt vor dem Ablauf des Jahres festgesetzt werden soll. — Mit Rücksicht auf die günstige Lage der Finanzen hat die preußische Regierung es für angemessen erachtet, schon gegenwärtig die Frage wegen Aufhebung der Zeitungssteuer und Kalender- steuer in Erwägung zu nehmen und zwar unab- hängig von der allgemeinen Stempelgesetzfrage. — Wie die„Köln. Ztg. erfährt, wird in socialdemokratischen Kreisen eine Petition an den Reichstag colportir:, in der außer den bereits ver ⸗ theilten vier Millionen noch 40 Millionen Thaler für die Unterstützung der Reservisten und Wehr- männer des letzten Krieges erbeten werden. Gleich— lautende Petitionen sollen aus ganz Deutschland überreicht werden. — Die Pocken⸗Epidemie ist noch im Steigen. Die Zahl der Todesfälle betrug, wie die„Trib.“ meldet, in den letzten Wochen 120, 161 und 145. Seit Anfang d. J. sind 9000 Personen in Berlin zum Opfer gefallen, also mehr als 1 pCt. der Be⸗ völkerung und um ½ mehr, als Berlin jährlich Mannschaft zur Armee stellt, da in jedem Jahre nur 6000 Berliner zu den Fahnen berufen werden. Auch eine Hofdame der Königin-Wittwe, Gräfin Dönhoff, ist der Epidemie erlegen. München. Wie den„H. N.“ gemeldet wird, haben sämmtliche liberale Bezirksvereins- Ausschüsse Minchens beschlossen, eine Petition an den Reichstag zu richten, den Tag des Friedens- schlusses als National⸗Festtag zu erklären. Frhr. v. Staufenberg wird den Autrag im Reichstage vertreten. — Ausland. Oesterreich. Wien. Die amtliche„Wiener Zeitung“ veröffentlicht ein kaiserliches Handschreiben vom 14. Nov., durch welches Graf Andrassy zum Minister des kaiserl. Hauses und der aus- wärtigen Angelegenheiten ernannt und gleichzeitig mit dem Vorsitze im gemeinsamen Ministerrathe betraut wird. — Graf Beust hat die ihm zugedachte Wid— mung eines Nationaldankes abgelehnt. Pest. Das amtliche Blatt veröffentlicht die Ernennung des Grafen Lonhay zum ungarischen Ministerpräsidenten, sowie die Bestätigung sämmt⸗ licher ungarischer Minister in ihren Stellungen. — In einem von demselben Blatte publicirten kaiserlichen Handschreiben wird dem Grafen An- drassy anläßlich seiner Enthebung von dem unga— rischen Ministerpräsidium der Dank des Kaisers für die ausgezeichneten Dienste ausgesprochen, die er dem Monarchen, Ungarn und der Monarchie geleistet habe. Schweiz. Bern. Der Nationalrath ge— nehmigte bei der Fortberathung der Bundesrevision den Antrag auf das Verbot der Spielbanken und sprach die Competenz des Bundes aus, gegen die Lotterien einzuschreiten. Frankreich Paris. Der„Agence Havas“ zufolge hat der Polizeipräfect Valentin seine Ent⸗ lassung gegeben. Nachfolger desselben würde Cresson werden.— Die Gerüchte von auf Corsica aus- gebrochenen Unruhen werden dementirt. Charles Ferry hat, bierher gelangter Meldung zufolge, die Auflösung des Gemeinderathes von Ajaccio ausgespeochen und Corsica verlassen. — Zwei bedeutende Firmen in Lille haben dem Staatsschatze 500,000 Fres. zurückbezahlen müssen, die sie für Kriegsleistungen doppelt erhoben hatten. Man verlaagt jetzt, unter Androhung der Veröffentlichung der Affaire mit Namen, von denselben die Zinsvergütung eines Jahres mit 25,000, Fres., dem sich die schlechten Patrioten wohl fügen werden. Zwei Beamte der Militär- verwaltung wurden verhaftet. — Das amtliche Blatt dementirt eine Nach— richt der„Röpublique frangaise“, in welchen ge— sagt wird, daß Frankreich den fremden Regierungen, und namentlich auch der deutschen, Ordenskreuze geschickt hätte, welche zum Andenken unter die Personen vertheilt werden sollten, die sich bei der Pflege der Verwundeten und Kranken der fran— zösischen Armee ausgezeichnet haben:„Die fran zösische Regierung hat bisher keine Decoration zur Belohnung solcher Dienste geschaffen. Es handelt sich ohne Zweifel um eine von der Gesell— schaft zum Beistand der Verwundeten herrührende Gedächtniß⸗ Medaille, deren Vertheilung die Re— gierung vollkommen fremd geblieben ist.“ — Die Messe, welche die Bonapartisten zu Ehren Eugeniens in der Magdalenenkirche abzu- halten beabsichtigten, wurde verboten. — Thiers hat an Jules Janin einen Brief gerichtet, in welchem er am Schlusse die Hoffnung ausspricht, daß die Nationalversammlung die Re- gierung nach Paris zurückverlegen werde.— Ein Decret der Regierung annullirt die Berathungen des Arrondissementerathes zu Besangon.— Die „Société générale“ kündigt die Ausgabe von Fünf⸗, Zwei- und Einfrankennoten für den 18. November an. — Der Director der Gewehrfabrik in Saint— Etienne hatte eine Audienz bei Thiers, in welcher er ein Modell des verbesserten Chassepot vorlegte. Dieses Modell nähert sich laut dem„Siedcle“ sehr dem Werder Gewehre.— Bei bonapartistischen Agenten hat man Bonds, gültig bei Rückkehr des Kaisers vorgefunden. Portugal. Die portugiesischen Blätter klagen über das Unglück, welches ihr Land jetzt mit seinen Colonieen hat. In Ostafrika ist die Ruhe noch immer nicht wieder hergestellt, in West— afrika hat eine ungeheure Feuersbrunst Alles ver— wüstet, in Ostindien wütbet die Rebellion in der Art eines Wechselfiebers, in China vernichtet der Taifun Güter und Leben. Amerika. Newyork. Auf dem von Stettin hier eingetroffenen Schiffe„Franklin“ kamen während der Fahrt 41 Todesfälle in Folge der Cholera vor. Homburg. Mit dem 1. Dez. wird hier ein Winter⸗ Theater eröffnet. Herr Dircktor Tescher von Darmstadt wird die Oberleitung haben und werden wöchentlich ein Lust⸗ oder Schauspiel und eine Oper zur Aufführung ge— langen.. Darmstadt. Im künftigen Frühjahre soll dahier der erste deutsche Frauentag abgehalten werden. Kassel. Durch die zu erwartende Ausführung des zweiten Geleises auf den beiden Strecken Bebra-Neuhof und Saalmünster⸗Hanau der Bebra-Hanauer⸗Bahn wird die ganze Bahnlinie Frankfurt a. M. Bebra-Halle-Berlin eine zweigeleisige und dadurch einem Bedürfnisse entsprochen, welches sich bei dem beträchtlichen Personen- und Güter⸗ verkehr auf der mitteldeutschen Route schon längst jühl⸗ bar gemacht hat. Dresden. Dem Vernehmen nach beschäftigt sich Frau Marie Simon, die eifrige Krankenpflegerin in den Militärlazarethen der beiden letzten großen Kriege, mit der Gründung einer Anstalt am hiesigen Orte, welche alleinstehenden Personen aus den gebildeten Ständen im Falle der Erkrankung gewissenhafte und liebevolle Pflege bieten und zugleich als praklische Vorschule zur Ausbildung welilicher Krankenpflegerinnen dienen soll. Aus Berlin schreibt die„N. Pr. 3.“:„Bei einem hiesigen Architecten, der genölhigt war, viel bei Licht zu arbeiten, traten des Abends während der Arbeit nicht selten unerklärliche, klankhafte Erscheinungen auf. Dem Leibenden wurde schwindlich, seine Hände und Füße zit⸗ terten und seine Augen verloren momentan die Sehkraft. Erst wenn sich der Patient geraume Zeit in dec frischen Luft bewegt hatte, vorlor sich das Leiden. Der zu Rathe gezogene Arzt, dem der Fall räthselhaft war, enldeckte endlich, daß eine Arsenikvergiftung vorliege und daß die— selbe von dem grünen Schirm, der über die Lampe gedeckt war, herrühre. Mit Beseiligung des Schirmes blieb auch die Krankheit sort. Man sei deßhalb vorsichtig mit dem Gebrauch grüner Schirme!“ London. Die Pocken, welche während der letzten Wochen im Abzuge begriffen schienen, sind aufs Neue in beforgnißerregender Gestalt aufgetreten. Im Pockenspilal vom Hampstead wurden während der letzten 14 Tage 120 neue Fälle behandelt und 190 Patienten sind gegenwärlg in Behandlung, so daß die Zahl sich um 80 pCt. höher stellt, als in den vorhergehenden 14 Tagen. Die Hos— pitalverwaltung hat sich in Folge dessen veranlaßt gesehen, die Vermehrung der ärtzlichen Kräfte nachzusuchen und die Besorgniß auszudrücken, daß die Kaukensäle den ganzen Winter hindurch gefüllt sein dürften. Landwirthschaftliches. Mitgetheilt von der höheren landw. Lehranstalt in Worms. Düngung mit Kalk. Eine der besten Methoden zur Anwendung des Kalkes ist nach Sprengel die Folgende: Man thut den Kalk schichtweise mit humusreicher Erde in einen konischen Haufen und nimmt dabei 3—4 Theile Erbe auf einen Theil Kalk, gießt hierauf nach und nach die zum Löschen des Kalkes erforderliche Menge 8 darüber, bedeckt alsdann den Haufen dicht mit Rasen oder Staub, über welches man noch etwas Erde wirft, und läßt das Ganze 3—4 Wochen ruhia stehen; alsdann be⸗ arbeitet man den in Pulver zerfallenen Kalk mit ber humusreichen Erde gut durch und führt nun das Gemisch nach dem damit zu düngenden Felde. Die mehrere Arbeit, welche hierbei entsteht, wird reichlich durch das dabei ge⸗ wonnene Produet ersetzt, denn man erhäli eine nicht un⸗ beträchtliche Menge humussaure Kalkerde, die, wie wir später sehen werden, ein vorzügliches Düngemittel ist. Vortheil der Erdmischung. Um den hochge⸗ rühmten Vortheil der Erdmischungen zu erproben, so schreibt Herr Gutsbesitzer Theodor Callenberg von Maunach, ließ ich im Winter ein Stück Feld von leichtem Sand⸗ boden mit bündigem Lehme überfahren; ein gleich großes Stück daneben ließ ich in seinem ursprünglichen Zustande. Die Kosten der Uebererdung beliefen sich pro Morgen auf 116 Thaler. Im Frühjahre pflanzte ich beide Stücke in gleicher Weise und gleichzeitig mit Kartoffeln ein. Schon bald nach dem Aufgehen derselben konnte man einen auf⸗ fallenden Unterschied in der Größe und Farbe des Krautes wahrnehmen. Der Unterschied im Ertrage war noch auf⸗ fallender, denn während der Morgen des übererdeten Stückes 84 Centner Kartoffeln ertrug, lieferte der Morgen des nicht übererdeten nur 31 Ctr., also 53 Ctr., oder in Geld à Ctr. zu 1 Thlr., 53 Thlr. weniger. Im Herbste vorigen Jahres pflanzte ich beide Stücke, nachdem ich jedem pro Morgen 2½ Ctr. Knochenmehl gegeben hatte, mit Korn ein. Machte sich bei der Erndte schon in der An— zahl der Gebinde ein großer Unterschied bemerkbar, so war derselbe nach dem Ausdrusche geradezu erstaunlich; denn während ich von dem Morgen purem Sandfeld nur— 3 Ctr. 21 Pfd. Roggen bekam, erhielt ich von dem über⸗ erdeten Theile 13 Ctr. und 7 Pfd., oder in Geld ein Mehr von 10 mal 3 Thlr.— 30 Thlr. Mithin über⸗ stieg der Rohertrag bei gleichen Aufwandskosten von dem übererdeten Stücke den Rohertrag von dem nicht über⸗ erdeten Stücke um 83 Thlr. in zwei Jahren. 2830[Die berühmtesten Sänger! wenden gegen Heiserkeit, Rauheit und Trockenbeit der Kehle die vetschie⸗ densten, meist hinsichilich ihres Erfolges zweifelhaften und sonderbarsten Mittel an. Tichatschek raucht, Sout⸗ heim schnupft, Wachtel trinkt Selterwasser, Niemann bayerisches Bier, Nachbaur ißt trockene Pflaumen, Padilla harte Brodrinden, Carrion Obst, die Trebelli saugt Fruchtsaft, die Lucca nimmt einen Schluck Bairisch, aber am praklischsten geht Frau Desir ze Artot zu Werke; sie soll sich seit einiger Zeit des bekannten L. W. Egers'schen Fenchelhonig-Extracts“*), den sie lauwarm nimmt, mit immer gutem Erfolge bedienen. Dieses treff⸗ liche Mittel möchten wir überhaupt allen denen ange⸗ legentlichst empfehlen, welche ihr Sprachorgan in Aus übung ihres Berufes anzustrengen, und daher besonders zu konserviren nöthig haben; es giebt für solche in der That kein vernünftigeres, angenehmeres und schneller wir⸗ kendes Specificum. Ferner ist der L. W. Egers'sche Fenchelhonigextract allen denen zu empfehlen, welche an katarrhalischen Beschwerden, Husten, Heiserkeit, Ver⸗ schleimung, Kurzathmigkeit, Rauheit und Kitzel im Halse leiben, besonders aber für Kinder bei katarrhalischen oder entzündlichen Zuständen des Halses oder der Brust, Krampf⸗ und Keuchhusten. „) Im Interesse unserer Leser bemerken wir, daß der Fenchelhonigextrack von L. W. Egers in Breslau käuflich ächt zu haben ist nur bei Jos. Hoffmann in Friedberg. D. R. Kalender für 1872. Landkalender 4 kr. —— durchschossen 6„ Hess. Hausfreund 8* Gustav⸗Adolf⸗ Kalender 8 Lahrer Hinkende Bote, gestempelt 11- Katholischer Bilderkalender* Herriedener Laubfroschkalender 9„ Illustr. Familienkalender 18 Vorräthig bei Bindernagel& Schimpff. Möbel-Lager. 2284 Alle Sorten Möbel, für deren Güte garantirt, sind in großer Auswahl zu haden bei Pfeffer, Friedberg. Hof⸗Möbelschreiner. 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Aenderungen ein: 8 141 00 N 0 Nr. VIII. e. bel Personenzug Nr. VII. ahrzeit von Cassel bis Gießen unverändert. ahrzeit von Frankfurt bis Fronhausen unverändert. Abgang von Lang⸗Göns.. 1148 Vormittags, 85 305 1400 5 5 1241 Nachmittage 7„Butzbach... 122 Nachmittage, Abgang Kölb 16. 122 5 *„ Bad ⸗ Navheim e e 2 7 7 2 e 1 2 15 5 1, e 5.„ Aar z e 01 15 „„ Nieder⸗Wöllstadt.. 1229 5 1 5 75 adt. 6184„ „„Groß Karben. 245 5 eee 7„ „„ Dortelweil 125 5 18 HE r 15* „„ Vilbel. 13 1„ 60 Waben a 206„ „„Bonames 8 11¹ 1„„ Wasn 1. 25 5 „„Bockenheim 12⁸„ 1* Guster nden 315 Ankunft in Frankfurt 1³⁰„„ Wihrimsböbe as 1 HM eren J x, Net e e n ee n e Abgang von Cassel. 1245 5 4 1 7 1 72 8 d. bei gemischtem Zug Nr. IX. „„ Guntershausen.. 5 N .„ esstngan 5 13¹ 9 Fahrzeit von Frankfurt bis Ankunft Gleßen unverändert. „„ Wabern. 1⁴²„ Abgang von Gteßen 756 Nachmittags, 1„Borken 156 4 7 el e een en 701 9 5„ Zlmmersrode 2 5 1„ Fronhausen 8 57 5„ Dee 2³⁰ 5 Ankunft in Marburg 8⁵⁵ 5 „„ Neustadt. 2⁴⁷ 67. 2„ Kürchbain 31 15 e. Schnellzug Nr. XIII „„Kolbe 3²⁶. hält auf der Statlon Lollar nicht mehr an, Fahrzeit im „ r Marburg 3²⁰ 1 Uebrigen unverändert. 5„ Pronbausen. 35⁸ 55( 7 Fahrzeit von Gießen bis Frankfurt unverändert. Terturen werden von unseren Billet-Expeditionen auf Verlangen unentgeltlich abgegeben. Cassel am 15. November 1871. Königliche Direction der Main⸗Weser⸗Bahn. Holl. Syrup und Vienenhonig Große wollene und seidene 2755 empfiehlt in beßer Qualität Halstücher h. Dan. Kümmich. 2586 Gicht⸗, Nheumatismus⸗, Magenkrampf⸗ und Hämorrhoidalkranke bellt Dr. Müller in Frankfurt a. M., 2389 Senckendbergstr. 5. Kurprospecte gratis franco. für Herren und Damen äußerst billig bei K. Friedrich neben der post. 2531 1 190 Liederkranz. 2739 Abendunterhaltung im Saale des Hotel Trapp Sonntag den 19. November. Anfang präcis 7½ Uhr, Der Vor fland. 2851 Am 19. November Casino. Um zahlreiche Betheiligung wird gebeten. Der Bor st a n d. CTurnerfeuerwehr. 2843 Sonntag den 19. d. M., Nach⸗ mittags 2½ Uhr, Ausrücken sämmt⸗ licher Mannschaft mit eee F al ck. 2 9 Aauheimer CTurnet-Ball. 2858 Sonntag den 19. November wird der Turner⸗ Ball auf dem Teichhause abgehalten, wozu alle Turner höflichst eingeladen find. Der Vor st and. Einladung. Bei Gelegenheit der nächsten Sonntag den 19. November l. J. stattfindenden feterlichen Einwelbung unserer neu bergerichteten Kirche wird dahier das Nach⸗ kirchweihfest gefeiert und ist in meinem Saale gut besetzte Harmonie- und Tanzmustk anzulreffen, wozu ich Freunde und Bekannte mit dem Bemerken einlade, daß ich für gute Speisen und reingehaltene Weine bestens besorgt sein werde. Södel den 15. November 1871. g Karl Schneider, Gafwirth. Todesanzeige und Panksagung. 2848 Freunden und Bekannten die traurige Mit⸗ theilung, daß unser geliebter Bruder, Schwager und Onkel Heinrich Wiesenbach Sonntag den 12 d. Mts. nach ganz kurzem Leiden sanft dem Herrn entschlafen ist. Indem wir um ftille Thetlnahme bitten, sagen wir zugleich allen Denen, welche den Dahin⸗ geschiedenen zur letzten Ruheffätte begletteten, unsern berzlichsten Dank. Friedberg den 16. November 1871. Die trauernden Hinterbliebenen. Todesanzeige. 2849 Freunden und Bekannten mache ich hier⸗ durch die schmerzliche Anzeige, daß mein lieber Gatte 7 Peter Schäfer mach längerem Leiden gestern Abend sanft ent⸗ schlafen ist. 1 Die Beerdigung findet Samftag den 18. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr statt. Bad⸗Nauhe im den 16. November 1871. Die trauernde Wiuwe. — Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Epangelische Gemeinde. Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Baur. 24. Sonntag nach Trinitatis. Gottesdienst in der Stadtkirche: Vormittags: Herr Candidat Dornes. Nachmiltags: Herr Pfarrer Schwabe. Gottesdienst in der Burgkirche. Vormittags: Herr Diakonus Meyer. Abends 6 Uhr: Herr Missionsprediger Strobel. Katholische Gemeinde. Samstag um 4 Uhr Nachmittags Beichte. 25. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags: 10 Uhr Hochamt und Preoigt. Nachmittags: ½2 Uhr Christenlehre und Anbacht. Beginn des Gottesdienstes an den Wochentagen Morgens 7½ Uhr. Verantw. Nedact.: Hermann Schimpff. Oruck und Verlag von Pindernagel& Schimpff. (Hierzu Unterbaltungs- Blatt Nr. 46 und eine Meilage.) 7 — ——5— 18 Enth enehn Groß a ie