N 3 „1871. Oberhes N96. ischer Anzeiger. Donnerstag den 17. August. — 7 3 Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. FSritdberger Autelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. * wr Sg—— e Amtlicher Theil. n l 3 n 0 a l un— Setreffend: E l Waisenhausbüchsengelder für den Zeitraum vom 1. September 1870 bis Friedberg am 15. August 1871. ande Das Gr. Kreisamt Friedberg an die Gr. Bürgermeistereien des Kreises und den Polizeicommissär zu Wickstadt. Edarbehtne a An die Einsendung der Waisenbausbüchsengelder erinnern wir Sie hier-[Monats September l. J. an den Großherzesglichen Rabbiner C 11 mit. Es ist mit dem bei der Oeffnung derselben anwesenden Gemeinde- ö des Rabbinats Gießen abzuliesern, wornach die Vorstände zu be⸗ q rathsmitgliede ein Sortenzettel aufzunehmen und unterschrieben mit dem deuten und anzuweisen sind, uns zu berichten, ob und welche Beträge N 1 Oelde mit vorzulegen. Wenn sich Gaben nicht vorfinden, ist Bescheinigung Sie dahin gesendet haben.. 1 bierüder einzusenden. 5 25 8 J. B. d. K.: N dn de n. Was die Collecten und Büchsengelder der israelitischen Religions- Haas, Kreis- Assessor. ö 10 Frieden gemeinden betrifft, so sind dieselben von deren Vorständen im Laufe des f zigtn tut t———— ö SBetrefsend: Die Ausführung des Gesetzes n Ktiegssei i N zwnbeig Hergang c 208 175 F und deren Vergütung, insbesondere die Friedberg am 15. August 1871. 43 Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg 0 Yalinge an die Großherzoglichen Bürgermeistereien Beienheim, Bönstadt, Dorn⸗Assenheim, Fauerbach b. F., Fauerbach v. d. H., Friedberg N W Gambach, Hoch⸗Weisel, Ilbenstadt, Nieder-⸗Florstadt, Münzenberg, Steinfurth, Weckesheim, Wisselsheim. J 5 Der fofortigen Erledigung unserer Auflage vom 16. Juli 3*. n Anzeiger Nr. 83, sehen wir binnen 3 Tagen entgegen. 1 — nnen N 7 Haas, Kreis ⸗Assessor. de c dirt 2 letzer Halt Polizeiliche Bekanntmachung. Wäschereibefitzer Heinrich peid von Oüdelshelm, wohnhaft zu Eschersheim, ist beschuldigt, falsche Palbguldenffücke königl. baperischen Geprägs mit der Jahres⸗ et f. zahl 1869, sowie salsche Sudergroschen köntgl. preußischen Geprägs mit der Jahreszahl 1871 und dem Münzzeichen A. verausgabt zu haben. Sollte eine Verausgabung direnz bt solchen falschen Geldes auch im Kreise Frledberg stattgefunden haben, dann wäre bei Großherzoglichem Kreisamt Friedberg biervon Anzeige zu machen. Dart itte. Deutsches Reich. Die Kammer kann sich daher, will sie nicht gegen Privatschule des Herrn Dr. Henkelmann, von Darmstadt. Der Bericht des Finanz⸗ die offenbare Absicht der Verfassung verstoßen, dem Provinzialverein selbst auf seine Kosten er⸗ — ausschusses zweiter Kammer über die Vorlage auf die Feststellung eines Budgets pro 1872/74 richtet und unterhalten werden. Zur Organisation . Angust. der Regierung die Erhöhung des der polptechnischen weder im Ganzen, noch hinsichtlich eines einzelnen und Leitung derselben wird von dem Vereins- 3 Schule zu Darmstadt gewährten Staatsbeitrags Theils desselben einlassen; sie muß, will sie nicht präsidium eine Schulcommission bzw. ein Curatorium g für das zweite Semester des Jahres 1871 um mit den von ihr stets gehandhabten Grundsätzen ernannt werden, deren Thätigkeit es wohl ge⸗ n bißbat den Betrag von weiteren 13,500 fl. betr., erstattet in Widerspruch gerathen, jeden Eingriff in die lingen wird, so rasch die nöthigen Lehrkräfte zu von dem Abg. Frhrn. Löw⸗Ziegenberg, ist nun⸗ Budget. Sphäre der nächsten Finanzperiode ver- gewinnen und die sonstigen Vorbereitungen zu — mehr erschienen. Nur eine Minderheit des Aus⸗ meiden.“ Zur Sache selbst glaubt der Ausschuß, treffen, daß die Schule mit Beginn des nächsten 6 1. Aug schusses(die Abgg. Fink und K. J. Hoffmann) daß durch die projectirte Umbildung des Poly-. Winters eröffnet werden kann. An den jungen befürworten Bewilligung, während die Majorität technikums zu einer mathematisch-naturwissenschaft⸗ Landwirthen wird es alsdann sein durch zahlreichen lanbein den Antrag stellt: 1) die Proposition der Re⸗ lichen Hochschule nur eine Doublette eines wesent⸗ Eintritt in die Ackerbauschule und durch Be⸗ gierung abzulehnen, 2) dagegen dieselbe zu er⸗ lichen Theils der Aufgabe der Landesuniversität thaͤtigung von Eifer und Fleiß dem Provinzial⸗ mächtigen, innerhalb der Grenzen des den Stän⸗ geschaffen wird, wozu kein Bedürfniß vorliege; verein den Dank abzustatten, dessen er sich durch 5 den bei der Proprosition vom 3. October 1867 daß es aber vor der Hand genüge, zur Berufung das ins Leben zu rufende gemeinnützige Unter⸗ 2110 vorgelegten Budgets des Polptechnikums für von Lehrkräften, etwaigen Gehalts erhöhungen u. s. w. nehmen verdient gemacht hat. * spätere Zukunft von jährlich 44,434 fl. jetzt schon die Regierung zu autorisiren, innerhalb des ge⸗ Gießen. Der ordentliche Professor der NA für den Rest der Finanzperiode Ausgaben nach vebmigten Budgets des Polyptechnikums für den biesigen juristischen Facultät, Dr. Bülow, hat 85e Verhältniß der Zeit zu bestreilen. Die Mehrheit Rest der Finanzperiode verhältnißmößige Ausgaben einen Ruf nach Tübingen angenommen, wird aber — verneint zunächst die Frage, ob diese Kammer zu machen. Uebrigens hält der Ausschuß, falls erst Ostern 1872 dorthin übersiedeln und nächstes * überhaupt veranlaßt sei, auf eine Berathung der man auf die Sache selbst eingehen wolle, die in Wintersemester hier noch Vorlesungen halten. n Vorlage einzugehen, da mit Ende dieses Jahres der bekannten Denkschrift des Lehrraths aufgestellten Berlin. Das„Militär⸗ Wochenblatt“, ein 3— die Finanzperiode ablaufe, eine hier ausgesprochene Grundsätze für richtig, kann sich aber doch nicht amtliches Blatt, meldet folgende erfreuliche Nach⸗ 16. Bewilligung aber die folgende Periode binde, verarlaßt sehen, Annahme der Vorlage zu em⸗ richt: Französischerseits wird voraussichtlich die 5 also in Wirklichkeit eine theilweise Anticipation pfehlen, da er noch weitere Anforderungen befürchtet Zablung der dritten halben Milliarde der Kriegs⸗ t des künftigen Budgets für 1872/74 vorliege. und jetzt, d. h. falls die Vorlage angenommen sentschädigung vor Ablauf dieses Monats erfolgen. „ Vene Der Bericht fübrt nunmehr weiter aus, daß der würde, schon(eine Schülerzahl von 150 angenom- Mit Rücksicht hierauf ist eine weitere Reduction dan Beruf der gegenwärtigen Kammer zur Feststellung men) auf den einzelnen Kopf ein jährlicher Aufwand der Occupationsarmee in Frankreich in Aus icht 2150 204 eines neuen Staatsbudgets offenbar erloschen sei von etwa 430 fl. aus Staatsmitteln entfalle. genommen, und zwar wird nach Eintritt obiger teut* und sagt u. A. in dieser Beziehung:„Uebrigens* Friedberg, 15. August. Es wird Eventualität zunächst die 2. und 22. Divisson, ü„ hat die Regierung den Ständen wiederholt die den Landwirthen der Provinz und insbesonderessowie ein Theil der noch in Frankreich befindlichen Vorlage eines neuen Wahlgesetzes zugesagt, und der Wetterau von hohem Interesse sein zu ver- Festungs-Artillerie in die Heimath zurückkehren. „ din es würde wahrhaft gegen die Veraussetzungen nehmen, daß der Ausschuß des landwirthschaftlichen— Der„Reichsanzeiger“ veröffentlicht eine — 100 40 von Treu und Glauben, wie sie zwischen Regie- Vereins für die Provinz Oberhessen in seiner Bekanntmachung des Reichskanzlers, betreffend die 408 rung und Ständen so nothwendig sind, verstoßen, gestrigen Sitzung zu Gießen die Errichtung einer Ausgabe Lon Reichsstempelmarken und gestempelten wollte sie die jetzige Versammlung u nöthigen Ackerbauschule zu Friedberg beschlossen hat. Es Blankets zur Entrichtung der Wechselstempelsteuer. elta n, suchen, eist das dritte Bupget für 1872/74 zu ist unzweifelhaft, daß ein Bedürfniß bierzu in Ferner ein Gesetz, welches den Artikel 33 der —, berabschieden und dann ein Wahlgesetz zu verein- Oberbessen vorgelegen hat und daß die zu Darm. Reichsverfassung, wonach Deutschland ein Zoll. „ ee, baren, auf dessen Grundlage dann eine Kammer stadt, Michelstadt und Worms bestebenden Acker- und Handelsgebiet bildet, für Elsaß Lothringen n zusammenberufen würde, welcher das jetzt beinahe bauschulen aus vielen Gründen nicht geeignet sind, vom 1. Jan. 1872 an in Wirksamkeit setzt. 2 7 100 noch einzige ständische Recht der Ordnung des demselben abzuhelfen. Die projectirte Schule— Die„Kreuzztg.“ bezeichnet die Annahme, * Finanzhaushalts für den größten Theil der Zeit wird, im Gegensatz zu der nur mit einer Unter- daß die Dotationsangelegenheit bereits erledigt 1 ihrer Wirksamkelt von vornberein entzogen wäre. stützung des Vereins früher dahier bestandenen sei, für nicht richtig. e 8 1 1 1 5 f 1 888———————— 2 — 14. August. Die„Nationalzeitung“ be; zeichnet die Nachricht der französischen Blätter von einer zwischen dem General von Manteuffel und der französischen Regierung vereinbarten Stipu⸗ lation, nach welcher unter Abänderung der Be⸗ stimmungen des Frankfurter Friedensvertrages gegen die Uebergabe weitsichtiger Wechsel die Räumung der Pariser Forts und der Departements Seine und Seine et Oise in der allernächsten Zeit be⸗ vorstehe, als unbegründet; die Sache sei nicht über Anknüpfungen Seitens der französischen Staatsmänner hinausgekommen. — Seitdem unsere Frauen und Töchter(schreibt die„Volksztg.“) aufgehört haben und in sehr zahlreichen Fällen auch aufhören mußten, den so hohen und edlen Samariterinnen-Dienst in den Baracken und Lazarethen zu versehen, seitdem die Quelle der Liebesgaben versiegt ist, gehen uns fortgesetzt nicht sehr erfreuliche Nachrichten, be⸗ sonders über die Verpflegung der Verwundeten und Kranken in den Lazarethen und Baracken im Bereiche des dritten Armeecorps, zu. Wir haben uns selbst davon überzeugt, daß in den meisten Fällen, insbesondere bei den Reconvalescenten, die ihnen dargereichte Kost sowohl hinsichtlich der Quantität als namentlich der Qualität eine durch- aus ungenügende ist. Die Helden der großen Tage, auf die die ganze Nation stolz ist, erhalten zum Mittagbrod eine wässerige Suppe, eine soge · nannte„falsche“, und einen Teller womöglich altes Gemüse mit einer unbedeutenden Fleischprobe; des Morgens eine Tasse sogenannten„Blümchen⸗ kaffee“, des Abends wieder einen Teller Wasser⸗ suppe und sodann noch pro Tag und Mann drei Semmeln und zwei, sage zwei Loth Butter. Er⸗ quickungen wie Wein, Obst u. s. w. werden gar nicht mehr verabreicht, höchst selten ein Glas Bier oder Selterserwasser; ebenso erhalten die Braven weder Tabak noch Cigarren, aber ein Taschengeld in Höhe von 3, sage drei Pfennigen pro Tag. — 15. August. Einer Bekanntmachung des Directoriums der preußischen Bank zufolge wird die Bankcommandite zu Metz ihre Wirksamkeit am 21. August beginnen. — Die bereits angekündigte Centralisation der Eisenbahn⸗Verwaltungen von Elsaß⸗Lothringen wird am 1. September stattfinden und die Leitung derselben von da ab der in Straßburg eingesetzten General Direction zustehen. — Nach der„Spener'schen Zeitung“ nehmen die Frankfurter Friedensverhandlungen keine er⸗ sreuliche Wendung. Frankreich habe nur Wünsche, biete aber kein Aequivalent. Die Verhandlungen gerathen ins Stocken; möglicherweise werden sie abgebrochen werden. Deutschland würde dann mit voller Ruhe den Franzosen Zeit lassen, zur] Besinnung zu kommen, um die Wiederaufnahme der Verhandlungen durch entsprechende Anerbietun⸗ gen zu ermöglichen. Königsberg. Nach Ausweis der Todten⸗ liste sind in vergangener Woche(4. bis 11. Aug.) 44 Personen an der Cholera gestorben. Unter diesen befinden sich 15 Kinder im Alter bis zu 11 Jabren; die übrigen von der Seuche dahin gerafften Personen gehören, ein paar Fälle aus ⸗ genommen, ganz überwiegend den niederen Ar⸗ beiterständen an, und nur in wenigen Fällen ist auch der mittlere Handwerkerstand vertreten. München. Fürst Bismarck ist nebst Ge— mahlin und Tochter hier eingetroffen und in dem Hotel„Zu den vier Jahreszeiten“ abgestiegen. Der Reichskanzler stattete bald nach seiner An⸗ kunft dem Justiz⸗ und Cultusminister v. Lutz einen längeren Besuch ab. Straßburg. Aus dem Unterelsaß geht dem„Niederr. Kur.“ eine Correspondenz zu, welche biltere Beschwerde führt über das Treiben der Auswanderungsagenten. Als besonders hervor— stechendes Factum wird angeführt, daß einer armen Wittwe der älteste Sohn, 17 Jahre alt, ohne ihr Wissen und unbekannt durch wen, abspenstig gemacht und nach Afrika in ein Zuavenregiment geschickt sei. Der Correspondent knüpft hieran folgende Betrachtung; Was haben nun die Wer- ber bewirkt? Frankreich zählt einen Soldaten mehr, aber eine arme Wittwe und vier Waisen seufzen im tiefsten Elende. Vermuthlich hätte dieser Sohn in einigen Jahren der deutschen Wehrpflicht Genüge leisten müssen; aber bis dort⸗ hin wäre auch wieder eine andere Stütze heran⸗ gewachsen und das arme Weib hörte heute nicht hülflos ihre armen Kinder um Brod schreien! — Der in Mühlhausen erscheinende„Alsatien“, welcher der Präfectur des Oberrheins zu amtlichen Publicationen dient, will wissen, daß der Reichs⸗ kanzler die Anordnung getroffen habe, die seiner Zeit vom Civilcommissariate im Elsaß eingeführte confessionelle Schulverwaltung in eine confessions⸗ lose umzuwandeln. Metz. Der hiesige neue Municipalrath hat am 9. seine erste Sitzung gehalten. 26 Mitglie⸗ der waren anwesend, 2 meldeten schriftlich ihre Demission an aus Gesundheitsrücksichten. Die Anwesenden gaben jeder einzeln ihr Versprechen ab, die Functionen, für die sie erwählt worden, treu zu erfüllen. In einer Sitzung vom 10. d. wurde die Mittheilung entgegengenommen, daß ein den 8483 um Metz gefallenen französischen Soldaten errichtetes Denkmal wahrscheinlich Ende dieses Monats vollendet sein wird. Ausland. Oesterreich. Wien. Die„Presse/ schreibt: Mit dem Fürsten Bismarck treffen in Gastein die Legationsräthe v. Keudell und Bucher, sowie ein Theil der Cabinetskanzlei aus Berlin ein. Graf Beust hat gleichfalls seinen diplomatischen Stab verstärkt und dürfte man der Anwesenheit des Grafen Andrassy in Gastein entgegensehen. Dieses Aufgebot eines größeren Apparates läßt darauf schließen, daß es sich um mehr als um den bloßen Austausch von Höflichkeitsbezeugungen handeln wird. In wieweit ein in diplomatischen Kreisen cursirendes Gerücht von förmlichen Stipulatsonen über eine gemeinsame Politik in allen Fragen, welche den europäischen Frieden zu trüben drohen, begründet ist, will die„Presse vorläufig dahin⸗ gestellt sein lassen. An unmittelbarem actuellen Anlaß hierzu fehlt es nicht, dafür haben die rumänischen Kammern gesorgt, deren bekannter Beschuß für die französischen und russischen In⸗ triguen einen bequemen, ohne Zaudern benutzten Anknüpfungspunkt geboten hat. Salzburg, 13. August. Kaiser Wilhelm traf gestern Abends 8 Uhr hierselbst ein und wurde vom Statthalter und dem Stadteommandanten be— grüßt. Heute Morgen 9 Uhr ersolgte die Weiter- reise nach Gastein. Gastein, 13. August. Kaiser Wilhelm ist hier eingetroffen und im„Hotel Straubinger“ abgestiegen. Schweiz. Genf. Hier war letzten Donnerstag Abends ein großer Scandal, weil einige Gamins in einem die Stadt besichtigenden Frem⸗ den den Exkaiser Napoleon erkannt haben wollten und ihn mit dem Rufe: C'est Badinguet! ver- folgten. Der Gasthof, worin derselbe abgestiegen, wurde Stunden lang von einer großen Volks- menge belagert. Folgenden Morgen verließ der Fremde unter Polizeiescorte die Stadt; wie sich nun herausstellt, war er ein ehemaliger Bürger— meister von Brüssel. Frankreich. Paris. Nachrichten aus Algerien melden, daß die Waldbrände an der östlichen Küste der Colonie fortdauern. 5000 Mann sind aus Algier nach Bone abgegangen, um die Stämme, welche diese Feuersbrünste an⸗ stiften, zu züchtigen. In der Provinz Algier ist die Ruhe wiederhergestellt. Die Steuern gehen wieder ein und erreichen beinahe die Ziffer von 3 Millionen. — Einer Meldung der„Agence Havas“ aus Versailles zufolge wird allgemein geglaubt, daß bezüglich der Frage über die Verlängerung der Vollmachten Thiers' eine Verständigung zwischen den beiden Fractionen erzielt werden wird. Das Gerücht von der angeblich beabsichtigten Demission Larcy's hat sich nicht bestätigt. Versailles, 12. Aug. Thiers sprach sich in der Nationalversamwlung für die Dringlichkeit der beiden Vorschläge wegen Machtverlängerung Bockenheim. 2 aus und vereitelte die Tactik der Rechten betreff ö einer Verwerfung einer Dringlichkeits erklärung. Die Motion det linken Centrums ward in Be⸗ tracht genommen. Ein Vorschlag deen.* treffs definitiver Lösung der Frage wegen der Regierungsform vor der Auflösung der Kammer ward verworfen..* — 12. August. Billioray erklärte vor dem Kriegsgericht, daß das Centralcomite bemüht ge⸗ wesen sei, die Verhaftungen zu beschränken und die Gefangenen zu befreien. Assy behauptete, die Insurgenten hätten niemals Brandprojectile oder Petroleumbomben zur Anwendung gebracht. Jourde führte den Nachweis, daß er unausgesetzt bemüht gewesen, die finanziellen Interessen des Landes zu wahren und die Bank zu retten. Großbritannien. London. Aus Rio de Janeiro, 23. Juli, wird gemeldet, daß die Deputirtenkammer die Regierungs vorlage, betreffend die Sclavenemancipation, in zweiter Lesung an⸗ genommen habe. f Italien. Rom. Der„Osservatore“ ver⸗ öffentlicht eine papstliche Eneplica, in welcher der Papst für die bei seinem Jubiläum ihm darge⸗ brachten Glückwünsche und Ehrfurchtsbezeugungen seinen Dank ausspricht und die Gläubigen für die Freiheit des heiligen Stuhles, den Sieg der Kirche und die Ruhe der Welt zu beten auffordert. — Die Regierung beschäftigt sich auf das Angelegentlichste mit der Expropriirung der Klöster zum Zwecke der Unterbringung den Truppen. Eine Specialcommission untersuchte 24 Klöster. Friedberg. Am Montag Nachmittag brachte uns ein starkes Gewitter heftigen Sturm, Regen und Hagel⸗ schlag. Die in der Größe von Haselnüssen oder Eicheln niedergesallenen Hagelkörner zerschlugen nicht wenige Fensterscheiben, im Gebäude des Schullehrer-Seminars allein 86; der im Felde verursachle Schaden soll jedch nur sehr unbedeutend sein. „B. Aus Oberhessen. Wir glauben den Lesern Ihres geschätzten Blattes einen Dienst zu erweisen, wenn wir dieselben auf eine neue literarische Erscheinung auf⸗ merksam machen, welche nicht nur das getreue Lebens⸗ bild einer Persönlichkett bietet, die ein ganzes Menschenalter hindurch in unserer Provinz dem Dienste der Wissenschaft und der Tugend seine Kräfte widmete, sondern auch durch die eigenthümliche Gestallung dieses Lebensbildes das alle Geister heutzutage aufs Tiesste bewegende keligiöse In⸗ tetesse gar nahe berührt. Es ist dieses die Lebensbeschreibung des Professors Leopold Schmid von Gießen, welche vor Kurzem bei Brockhaus die Piesse verlassen under dem Titel:„Schmid's Leben und Denken von B. Schröder und F. Schwarz mit einem Vor⸗ worte von F. Nippold.“ Bekanntlich war der nicht nur von den Professoren und Studenten, sondern auch in weiten Kreisen hochgeehrte Mann im Jahre 1849 zum Bischofe von Mainz gewählt, aber durch die nimmer⸗ rastenden Verläumdungen und Intriguen der jesuitischen Partei von dem damals noch nicht unfehlbaren Papste verworsen worden. Wie innig Schmid(von der Noth⸗ wendigkeit der Erneuerung der katholischen Kirche über⸗ zeugt, wie sest er gewillt war als kirchlicher Würdensräger für Durchführung derselben Sorge zu tragen, mit welcher Bitterkeit und Schlauheit die Ultramontanen den edeln Gelehrten in Rom perläumbeten, wie sie gegen alles kirchliche Recht Ketteler auf den Mainzer Bischosstuhl brachten, sind Stellen, die wir aus dem reichen Inhalte dieser getreuen Lebensschilderung besonders hervorheben zu müssen glauben. So bietet das Lebensbild des vortreff⸗ lichen, humanen, vorurtheilsfreien Mannes nicht nur für die, welche demselben im Leben nahe gestanden, besondere Befriedigung, sondern auch für alle diejenigen, welche die tiefgehende religibse Bewegung unserer Tage mit warmer Theilnahme verfolgen. Um auch in ihrem Daheim die aus dem Krieg heimgekehrten Mannschaften, soweit sie uns angehören, zu ehren, gab denselben die Saadt und die Bürgerschaft im„Frascati“ ein fröhliches und durch das berzliche Miteinanderwirken aller Gesellschaftskreise be⸗ sonders erfreuliches Fest. Der Gefeierten, von denen Manchen das eiserne Kreuz ziert, waren es 168, von denen 78 hiesige Eingeborene sind. Als Opfer hat Bocken⸗ heim nur 4 Mann zu beklagen. Frankfurt. Die Palmengärten wurden am Sonntag von eiwa 4000 Personen besucht. Es sollen dort an diesem Tage ca. 1100 Pfd. Fleisch, Wurst ꝛc. konsumirt worden sein. Frankfurt. Wie wir hören, sind Leipzig und Han⸗ nover diejenigen beiden Städte, mit denen die Unter⸗ handlungen wegen Uebernahme des vierten deutschen Bundesschießens eingeleitet sind. Coblenz. Nach Mittheilungen aus Antwerpen sind im dortigen Hafen mehrere Hunderte von Segel- und Dampfschiffen mit überseeischen Körnerfrüchten angekommen, welche, größtentheils für Deulschland bestimmt, den hohen Brodpreisen in der Rheinprovinz ein Ziel setzen werden; auch passirten heute bereits zwei Schiffsladungen über⸗ seeischen Hafers, über 8000 Centner, für Mainz bestimmt, unsere Stadt, und sieht daher dem Schifferstande für die Fahrten rheinaufwärts ein lohnender Verdienst in Aussicht. 1 — 'gesttzt denih des Lande . dun. Leal, daß zi lagt, betreffen *r Lesung an tdatett“ pr/ n pelchet dn A in derge diabeheugungn Vlanbigen ji ken Sieg der ien auffordten. c auf del Kloß Ein m g bt A deni lctte: Semium * e jtch in en ben Len tin, den ent cuung uu trtut ⁊cbtai⸗ u Nen sgenalltt r Vißensch ef. n auch burch ell det das allt t nde In⸗ wut böcteiturg ecru. v dera unn Denken des t entn dt.. 0 en de 1. t etrn auth uunrt 1849 ful 4 de ne ae 3 Wesen und Wirkungen des Kirchen⸗ bannes f Unter dieser Aufschrift veröffentlicht das„Pasto⸗ ralblatt für die Dibtese Ermeland“ einen längeren Aufsatz über die Folgen, die aus der Excommuni⸗ cation für den Betroffenen erwachsen oder doch wenigstens erwachsen sollen. Bei den gegenwärtig in Folge der Verkündigung der Lehre von der Unfehlbarkeit des Papsles innerhalb der katho— lischen Kirche selbst immer schärfer hervortretenden Gegensätzen, welche auf der einen Seite eine offene und entschiedene Bekämpfung dieser neuen Lehre hervorrufen, auf der andern Seite wiederholt die Anwendung von Excommunication und anderen kirchlichen Strafmitteln im Gefolge haben, dürfte es für viele unserer Leser von großem Interesse sein, hier zu lesen, was das genarnte Blatt über die Wirkungen des Kirchenbannes im Wesentlichen sagt: 1) Die Excommunicirten sind ausgeschlossen vom gemeinsamen und öffentlichen Gebete der Kirche, vom Besuch der heiligen Messe, Empfang der heiligen Sacramente und dem christlichen Begräb⸗ zu verlassen. b) Die Gläubigen sind strenge ver- Messe feiert, niß. 2) Diejenigen, welche wegen hartnäckiger Leugnung von Glaubenslehren excommunicirt werden, gelten als Irrgläubige und dürfen, wenn sie sich bekehren, nur vom Papste oder einem durch ihn bevollmächtigten Priester losgesprochen werden. 3) Wenn ein excommunicirter Priester die heilige ein Sacrament spendet oder eine kirchliche Segnung vorzunehmen wagt, so wird er irregulär, d. h. er wird für ganz unfähig be⸗ trachtet, in Zukunft kirchliche Handlungen zu ver⸗ richten und kirchliche Aemter zu versehen. Wenn er aber dennoch, obwohl bereits irregulär ge— worden, fortfährt, jene heiligen Handlungen vor— zunehmen, so soll er sämmtlicher kirchlichen Aemter für immer entsetzt und aus dem Piiesterverbande gestoßen werden. Bezüglich des Verkehrs der Gläubigen mit Excommunicirten muß unterschieden werden, ob Jemand namentlich oder ohne Nennung des Namens mit dem Kirchenbanne belegt worden ist. a) Mit namentlich Excommunitirten, mag der Kirchenbann öffentlich verkündigt worden sein oder nicht, dürfen die Gläubigen in der Kirche nicht zusammen beten, der heiligen Messe oder sonst einer heiligen Handlung beiwohnen. Priester, welche für namentlich Excommunicirte die heilige Messe lesen oder ihnen ein Sacrament spenden, mit Ausnahme der Buße, überhaupt in Sachen der Religion und des Gottesdienstes mit ihnen Gemeinschaft balten, unterliegen dem großen Kirchen- banne. Ebenso darf kein Priester in Gegenwart eines namentlich Excommunieirten die heilige Messe lesen. Drängt sich aber ein namentlich Excom— municirter in eine katholische Kirche ein, so soll er durch den Kirchendiener daraus entfernt werden. Ist eine Entfernung desselben nicht durchzuführen, so sind Priester und Volk verpflichtet, die Kirche pflichtet, mit einem solchen, welcher namentlich aus der Kirche ausgeschlossen ist, auch sonst keinen Verkehr zu pflegen, mag dieser im Besuchen, Grüßen, Unterricht ꝛc. bestehen. e) Mit namentlich Excommunicirten dürfen nur die Eltern, die leib- lichen Kinder, die Dienstboten und dergleichen Personen verkehren. 4) Mit Excommunicirten, welche ohne Nennung des Namens aus der Kirche ausgeschlossen sind, dürfen die Gläubigen den ge— wöhnlichen äußeren Verkehr pflegen. Literarisches. Selten hat ein Werk eine so allgemeine Beachtung ge— funden, als die„Lieder zu Schutz und Trutz. Gaben deutscher Dichter aus der Zeit des Krieges in den Jahren 1870 und 187t. Gesammelt und berausgegeben von Franz Lipperheibe. Das nun, nach der Rück⸗ lehr der Sieger in die Heimath, zum Abschluß kommende Werk enthält im Ganzen gegen 300 Gebichte, eiwa 100 (darunter auch die beruͤhmten älteren Lieber:„Sie sollen ihn nicht haben, den freien deutschen Rhein“ von Nico⸗ laus Becker;„Die Wacht am Rhein“ von Max Schneckenburger;„In Frankreich hinein“ von E. M. Arndt) in ber getreu nachgebildeten Original Handschrift der Dichter, die übrigen mit dem Namenszug derselben. Im Großen und Ganzen bietet die Sammlung eine Reihenfolge von Gedichten, die nach Form und Inhalt den schönsten Blüthen unserer Literatur sich zur Selte slellen können. Allenthalben ist den„Liedern zu Schutz und Trutz“ das beste Lob ertheilt worden, und in vielleicht noch höherem Maße verdient ein solches die vor Kurzem erschienene„Auswahl für Volk und Heer“, welche über hundert Gedichte, also etwa ein Drittel der großen Sammlung bringt, und die bei sehr hübscher Ausstattung zu dem besspiellos billigen Preise von 9 ke. verkauft wird, während die große Sammlung(mit den Handschriften) bekanntlich 4 Thlr. kostet. Mit dieser villigen Ausgabe wird es Jedem ermöglicht, sich in den Besitz eines der schönsten Denkmäler unserer Zeit zu setzen. Einen wie lebhaften Anklang dieselbe auch bereits gefunden, beweist der Absatz von 30,000 Exem⸗ plaren, der in wenigen Wochen erreicht wurde. Der Herausgeber sieht dabei von jedem Gewinne ab; wie er aus den Erträgen der großen Sammlung bereits drei⸗ tausend Thaler für die Verwundeten ablieserte, so läßt er allen ferneren Erlös seines Werkes, darunter auch den aus der kleinen Ausgabe, der Kaiser-Wilhelms Stiftung für deutsche Invaliden zufließen. Wir können nur Jedem, der nicht im Stande ist, die große Ausgabe zum Preise von 4 Thlen., oder in Pracht⸗ band zu 5 Thalern, sich anzuschaffen, die ⸗Auswahl für Volk und Heer“ empfehlen; die Vetlagshandlung hält außer der billigen Ausgabe zu 9 ke. auch Exemplare auf seinerem Papier und in elegantem Pappband zu 18 kr. vor⸗ räthig, sowie in Leinwand gebundene, auf dem Deckel das wohlgetkroffene Portrait des Kaisers in Golbdruck, zu 45 ke. Das Buch ist in jeder Buchhandlung des In⸗ und Auslands zu haben. Wenn der Bezug durch eine solche zu umständlich ist, möge man den Betrag in Briefmarken direct franco an die Verlagsbandlung von Franz Lipper⸗ heide(Potsdamer Straße Nr. 116 a) in Berlin einsenden, welche dann die Exemplare gleichfalls franco übersendet. Jagd Verpachtung. 2025 Montag den 21. August d. J. Vormittags 10 Uhr, soll die der Gemeinde Berstadt, in der Gemarkung Berstadt, zugebende Jagd auf 6 Jahre, vom 1. Sep⸗ tember 1871 bis zum 15. Februar 1877, auf unserem Büreau öffentlich meiftbictend verpachtet werden. Berstadt den 12. Auguft 1871. Grosberzogliche Bürgermeisterei Berstadt. Well. Jagd Verpachtung. 2026 Montag den 21. August d. J., Vormittags balb 11 Übr, soll die der Berßädter Märkerschaft, in dem Berflädter Markwalder, zustlebende Jagd auf 6. Jahre, vom 1. September 1871 bis zum 15. Februar 1877, auf unserem Büreau öffentlich meiftbletend verfeigert werden. Berstadt den 12. Auguft 1871. Großherzogliche ir Berstadt. . Lieferung von Kornstroh. 2035 Mittwoch den 30. August d. J., Vormittags 10 Ubr, werden dabier 29 Fuder Roggenfsrob, in Aus- geboten von je 1 Juder, zur Lieferung öffentlich versteigert. Marienschloß den 14. August 1871. Großherzogliche Landeszuchthaus⸗ Direktion. Scriba. Patent- Mailis-Mehl von Brown& Polson in Paisly, Schottland, Hoflieserarten Ihrer Maßestät der Königin von England, von den ersten ärztlichen Autorltäten wegen seiner leichten Verdauung als vorzügliches Nahrungsmittel für Säug⸗ linge, Kinder und Reconvalescenten empfohlen. Außer⸗ dem sebhr geeignet für jede Haushaltung und Hotels, da man auf eine rasche und vortheilbafte Weise sehr schmackhafte Spessen zuberetten, sowie Delicatessen aller Art, als Puddings, Omelettes, Blanc mange, Confect, Blecuits ic. davon anfertigen kann. Alleiniger Vertreter M. Neubürger 1943 in Köln, Ursulagarten⸗Straße 12. Niederlage in Friedberg bei W. Bernbeck. 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Einen tüchtigen Arbeiter sucht für die Gerberei 1 Fritz Müller Weißgerber. Hiermit die ergebene Anzeige, daß ich seit dem d. Mis. hier in dem Hause des Herrn Steinacker, der Nähe des Bahnhofs, wohne. Vilbel den 12. August 1871. Gebb, greisihlerarzt. Neue holländische Poullhäringe! 1088 det Wiübelm Fertsch. Ein Logis 1990 im oberen Stock unseres Hauses ist zu vermiethen und kann alsbald bezogen werden. Geschwister Bechstein. Soeben erschlen und ist bei Bindernagel& Schimpff in Friedberg und Nauheim zu baben; Ueber die Pflege der körperlichen und geistigen Gesundheit des Schulkindes. Eline Mahnung an Eltern, Lebrer und Schulbehͤrden von Dr. Bock.— Preis: 11 kr. 2011 = HGeschäfts-Empsehlung. 2043 Einem verehrlichen Publikum die ergebenste Anzeige, daß ich in der Burgstraße dahier ein Spengler⸗Geschäft errichtet habe und mich in allen in dieses Fach ein⸗ schlagenden Arbeiten bestens empfehle. Unter Zuficherung reeller Bedienung bittet um geneigten Zuspruch Bad⸗Nauhelm den 16. August 1871. Jacob Knieriem, Spenglermeisser. Eine Drehbank, 2041 nebft allem Zubehör, hat in Auftrag zu verkaufen Dorn⸗Assen beim. Sprengel. Einen zweiten Gehülfen 2042 sucht Jöckel, dpoigerichts- Advokat. Filet-Decken, 18 billigen Preisen die neusten und schönsten Mufter, verkauft zu sehr K. Friedrich neben der post Geld Cours. Frankfurt am 15. August 1871. Preußische Friedrichsd'or.... fl. 9 58-59 Ph!„ 9 38—40 Holländische fl. 10 Sulcke n.„ 9 50—b7 Ducaten e„ 33-35 Ducaten al marco. 5 36—38 20⸗-Frankenstücke 9 18½—19½ Englische Sovereigns.„ 11 4850 Russische Imperigles. 3 9 80 Dollars in Gold 22520 .— — 13 G 9 1 N 5 13 ö f N. 1 1 0 11 1* f 15 1 U 1 1 9 1 1 ö„ * 5 ö 0 19 1 1 „„ ee, BA N „„ Festfeier am 18. August 1871. Auf r u an die Sewohner von Friedberg und der Umgegend. Die Wiederkehr des 18. August gemahnt uns an den blutigsten und gewaltigsten, aber auch entscheidendsten Schlachttag des Jahres 1870, an den Tag, von dem im Grunde genommen, die Erstehung des Reiches, der Gewinn der alten Reichslande und der glorreiche Friede von 1871 zu datiren ist. So unverlöschlich daher jener Tag des Kampfes der Geschichte Gesammtdeutschlands eingeprägt ist, so hat er doch für uns in Hessen eine noch erhöhte Bedeutung, weil an demselben unsere Brüder und Söhne zum ersten Male und in einer Weise in den Kampf eingetreten sind, die dem hessischen Volke stets zur Ehre gereichen wird. Es ist daher gewiß am Platze zum Andenken an die große Entscheidungsschlacht, zum Gedächtniß der theuren Todten, die den Sieg mit ihrem Blut erkauft, und zur Ehre Derer, die ruhmbekränzt aus dem denkwürdigen Feldzuge beimgekehrt sind, am 18. August d. J. eine ernste und festlich erhebende Feier zu veranstalten. Ein Comité ist herzu erwählt worden und erlaubt sich den Bewohnern Friedbergs im Nach⸗ slehenden das Programm zu der erwähnten Festfeier in allgemeinen Umrissen vorzulegen und zur allgemeinsten Betheiligung an derselben aufzufordern. I. Fe st zug. 4 Prätis ein Uhr Mittags wird sich der Festzug in folgender Ordnung an dem südlichen Ende der Stadt(an der Blindenanstalt) aufstellen. Das Stadtbanner, getragen und begleitet von drei Reitern, die Volksschulen und Lehrinstitute im Geleite der Lehrer, ebenso die Realschule— die Musik des Großherzoglichen Artillerie- Corps— der Festprediger, geleitet von dem Bürgermeister und Fesipräsidenten— Militär- und Civilbehörden — die heimgekehrten Krieger, geleitet durch den Stadtvorstand und das Festcomité— Damen in freier Betheiligung, die von Kriegern getragene Gedächtnißeiche geleitend— der Gesangverein Liederkranz— das Schullehrer- und Predigerseminar und Geistlichkeit— Gesangverein Frohsinn — hiesige und auswärtige Festgenossen— Turnverein und Feuerwehren. II. Feld- und Trauergottesdienst. Der Festzug bewegt sich durch Stadt und Burg und findet seinen Schluß auf der Seewiese, woselbst bei Ankunft des Zugs ein Choralgesang unter Musikbegleitung stattfindet. Hierauf folgt die Festpredigt und unter Absingung eines patriotischen Liedes die Pflanzung einer Eiche zum ewigen Gedächtniß des Tages von Gravelotte. III. Festefsen. Dasselbe findet um 4½ Uhr im Hötel Trapp statt und wird behufs Betheiligung an dem- selben eine Liste circuliren. IV. Bankett. Abends um 8 Uhr im Hötel azu den drei Schwertern unter freier Betheiligung. Zur Aufbringung der Kosten ollen„freiwillige Zeichnungen“ dienen. Anmeldungen zur Betheiligung und etwaige Desiderten sind bei den Comilé⸗ Mitgliedern bestebend aus: Seminarlehrer Wahl(Präsident), K. Adam, H. Bechstein, W. Curtman, A. Foucar, L. Hanau, G. Hieronymus, J. Koob, C. Scriba und F. Sup p anzubringen. 8 Man erwartet, daß die Bewohner der Stadt den Häusern ein festliches Gewand durch Fah nenschmuck geben. Friedberg den 13. August 1871. Das Comité. Windecker's Felsenkeller. Donnerstag den 17. August 1871 Humotistisches Tyroler- Concert, 2045 ausgeführt von der Singspiel⸗Gesellschaft Peter aus Innsbruck in ihren Original National- Costüms. Anfang 8 Uhr.— Entrée à Person 6 kr. i Freitag den 18. August 1871 Philippi's Felsenkeller Doppel-⸗ Concert. Erstes Concert von 1—7 Uhr.— Zweites Concert von 8—11 Uhr. Entrée jedesmal 6 kr. Winterfeld, Geschichte des Krieges 1870—71, dlene zur Nachricht, daß nunmehr die III. Abtheilung(Schluß) des Werkes erschienen und zum Preise von 27 kr. bei uns zu haben ist. Friedberg und Bad⸗Nauheim. Bindernagel& Schimpff. d Sustav Weck. 8 Besen Sprüß Freiwillige dee 11 ö 2 10 1 Gürgerfeuerwehr. 2044 Generalversamm ung Donnerstag den r 17. August, Abends präcis 8 Uhr, im Locale 5 des Perrn C. F. Walz. 5 4 80 Der Commandeut.— Einladung. 2039 Nächsten Sonntag den 20. d. M. findet zu Ehren der aus dem Felde zurückgekehrten Soldaten, sowie zur Erinnerung an den Jahrestag der Schlacht det Grave⸗ lotte gut besetzte Harmonie⸗ und Tanzmusik unter der Linde vor meiner Wirthschaft ftatt. Speifen und Getränke ist bestens gesorgt. Slegenberg am 14. August 1871. 5 Johs. Möckel III, Gaftwirth. Einladung 2038 zur Jahresfeier der Blinden ⸗Anstalt auf den. 25. Auguft J. J., Nachmittags 2 Uhr. Friedberg im August 1871. Die Direktion. Verloren 2040 wurde zwischen Bruchenbrücken und Fauerbach ein in Wachstuch verpacktes Packet mit 1 Paar Zeug⸗ liche Finder wird um Rückgabe an die Expedition d. gegen angemessene Belohnung gebeten. 2033 bei Christian Werner. E. Marlitt's neue Erzählung: Leipzigs Juden Ecke. Erinnerung an das alte Leipzig. Von Otto Moser. Mit Abbildung: Das Georgen⸗ zeichnung von R. Pittner.— Ein Jubelfest im Norden. Von S.(Schluß.)— Das Pfälzer Potodam. Von A. B.(Schluß.)— Im Hochsommer. Für die Gerichisleben der Magparen. Von Adolf Dux. Mit Ebbildung: Eine ungarische Stuhlgerichtsseene aus den fünfziger Jahren. von Fritzmann.— Blätter und Blüthen: Ein Besuch beim Componisten der„Wacht am Rhein“. Von V.— Das Wunder in der Westentasche. Von T. D,— Wehrmanns⸗ Denkmal.— In Jesuitas. Gedicht von (Die Gartenlaube Nr. 32.) Für gute f 5 Für das Curatorium: 1 5 stiefeln und einem fein gewaschenen Hemde. Der 1— Ueue holländische Häringe ö „Das Haideprinzeßchen.“ Gartenlaube gezeichnet von Oscar Pietsch.— Aus dem 1 und Obstgel ée 1957 bei Wilhelm Fertsch. Wilhelm Vernbeck, Colonial-, Material⸗& Farbwaaren⸗Handlung in Friedberg 1487 nächst der Burg. Lager in allen Sorten Tabaken und Cigarxen. Militär⸗Handschuhen empfiehlt sich Frau Kimmerl, Wittwe, wohnhaft bei Herrn Lehrer Ramspeck. Frucht prei se. 20I8 Im Waschen von Glacé⸗ Handschuhen und Per Malter. Friedberg, 15. August. Waizen 13 fl. 45 tr. Kor v 10 fl.— kr.; Gerste 7 fl. 20 kr.; Hafer 5 fl. 40 fr. Frankfurt, 14. August.(200 Zollpfund.) Waszen 13— 14; Korn 9/3; Gerste—; Hafer 7%— 8½ Rüböl(100 Zollpfd.) ohne Faß 26; Branntwein(50% Tr. per 160 Lit.) ohne Faß—. ö Grünberg, 12. August. Waizen 13 fl. 42 kr.; Korn 10 fl. 41 kr.; Gerste 7 fl. 17 kr.; Hafer 5 fl. 30 kr.; Mainz, 11. August. Waizen 11 fl. 54 kr.; Kor 10 fl. 8 kr.; Gerste 6 fl. 19 kr.; Hafer— fl.— kr. Kartoffeln 2 fl. 40 kr.; Reggenstroh per 100 Gebund 32-38 fl. Sstaclitischer Gottesdieust in Fritdberg. Feu ene 7 6% Uhr. i Samstag Morgen 8 Uhr. Verantw. Redact.: Hermann Schimpff. Druck und Verlag von Binbernagel& Schimpff. Molter— fl.— kr.; Erbsen— fl.— kr.; Wicken— fl. — kr.; Saamen— fl.— kr.; Kartoffeln— fl.— fr. haus und die Heuwage in Leipzig. Original. Originalzeichnung 5