rn dt.) Finbindtn Schimpf. —— Alüche, „berrem ti 57 der Pei. erde eee berg ertrage rt tu fob len. — cker bert siustist! erung dg 10 12 18 b. Terri Oberhessischer Anzei wurden ernannt: der Landrichter Franz Königer 1871. Dienstag den 16. Mai. . 57. — ger. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Amtlicher Theil. Be ch nnn en u Betreffend: Die Unterfsützung der nothleidenden Grenzdistrikte. Unter Bezugnahme auf meine Bekanntmachungen in Nr. 42 und 47 des Oberhessischen Anzeigers ersuche ich die Mitglieder des Ausschusses des landw. Bezirksvereins Friedberg wie die Großherzoglichen Bürgermeister mir die eingesammelten oder bei ihnen eingegangenen Unterstützungsbeträge baldmöglichst zusenden zu Friedberg den 12. Mai 1871. Be Betreffend: Die Blastern. wollen. —— Anlehe Der Direktor des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Friedberg. Hide RA N, i a ch 1 Trapp, Wai. Wegen Ausbruchs der Blattern sind die Wobnhäuser des Feldschützen Kopp und des Schuhmachers Georg Kautz dahier abgesperrt worden. Friedberg den 15. Mai 1871. Sperrversetzungen werden nach§. 327 des Reichsstrafgesetzbuchs bestraft. Großherzogliches Kreisamt Frieeberg. Tera p p. B. e bun d n be,„ h enen. Die Sperre an dem Hause des Instrumentenmachers Glück dahier ist wieder aufgehoben worden. Betreffen d: Die Blatternkrankheit. Friedberg den 15. Mai 1871. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Ter a p p. Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. Kaspar Bill von Melbach ist als Feldgeschworener der Gemeinde Melbach bestellt und in Pflichten genommen worden. Herz Fröhlich J. von Fauerbach v. d. H. ist als Vorsteher der dasigen israelitischen Gemeinde ernannt und verpflichtet worden. Deutsches Reich. Darmstadt. Durch Decrete vom 3. l. M. zu Seligenstadt zum Landrichter in Langen, der Landrichter Friedrich Hill zu Herbstein zum Land- richter in Seligenstadt und der Landgerichtsassessor Carl Sellheim zu Lauterbach zum Landrichter in Herbstein. Mittelst Allerböchster Entschließung vom 8. l. Mts. wurde der Landrichter Johannes Joseph Gutfleisch zu Lorsch zum Landrichter in Darmstadt ernannt. — Oeffentliche Blätter bringen die Nachricht, daß Baden seine Gesandtschaft in Wien eingehen lassen werde. In Anknüpfung hieran wird die Mittheilung nicht ohne Juteresse sein, daß der hessische Gesandte in Wien, v. Gagern, schon vor längerer Zeit um Enthebung von seinem Posten gebeten hat, und daß, wenn auch dieser Bitte nicht alsbald willfahrt wurde, doch das Aufhören der hessischen Gesandtschaft in Wien, nach allem was darüber verlautet, eine beschlossene Sache ist. — Wie die„Hess. V.“ hören, ist begründete Aussicht vorhanden, daß die verheiratheten Re- servisten und Landwehrmänner unserer Armeedivi— sion demnächst in die Heimath entlassen werden. Mainz. In Folge eingetroffener Befehle hat der Rücktransport der französischen Kriegsge— fangenen in Zügen von 1500 Mann begonnen, und soll das hiesige Lazareth schon in drei bis vier Tagen geräumt sein. Berlin, 12. Mat. Reichstag. Der Gesetz⸗ entwurf, betreffend die Declaration zum F. 1 des Genossenschaftsgesetzes vom 4. Juli 1868, wurde ohne Debatte in erster und zweiter Berathung angenommen. Hiernach wird den im F. 1 ge- nannten Genossenschaften die Ausdehnung des Geschäftsbetriebs auf Personen gestattet, welche nicht zu ihren Mitgliedern gehören. Es folgt hierauf die Abstimmung über das Haftpflichtgesetz. Dasselbe wurde mit großer Majorität angenommen, eben so die einschlägigen Resolutionen über Kran— kencassen, Alterversorgungs- und Invalidencassen. zu einer Mittheilung das Wort. Derselbe erklärt: Noten sicherer Banken(englischer, niederländischer, „Bei Abschluß der Friedenspräliminarien bestand preußischer, belgischer) angenommen werden oder die Hoffnung, die Arbeiten in vier bis sechs Wochen Wechsel erster Classe. Die zweite Zahlung von zu beendigen, wobei gerechnet war, daß die franzö- 1000 Millionen hat im Laufe dieses Jahres bis sische Regierung sich der unbestrittenen Herrschaft erfreue. Diese Hoffnung hat sich nicht verwirklicht. Weitere Verzögerungen mußten die Befürchtungen erregen, ob die französische Regierung im Stande bleiben werde, ihren Verpflichtungen zu genügen. Bezüglich der Abtretungen von Land war das Object in unseren Händen und die Ausführung der Bestimmungen nicht zweifelhaft. Die Befürch— tungen bestanden darin, ob die französische Re gierung gewillt und fähig war, die Bestimmungen bezüglich der Kriegscontribution auszuführen. Ernstliche Besorgnisse veranlaßten mich, persönliche Besprechungen zu versuchen. Wenn wir uns nicht verständigt hätten, würden wir Paris durch ein Abkommen mit der Commune oder durch Gewalt genommen und dann von der Regierung verlangt haben, ihre Truppen hinter die Loire zurückzu⸗ zieben und alsdann die Verhandlungen fortzusetzen. Ich ging in der Absicht nach Frankfurt, einige schwebende Fragen zur Entscheidung zu bringen, nämlich die Zahlung der Kriegscontribution, die Verkürzung der Fristen und die Verstärkung der Garantien; da sich jedoch die Aussicht zeigte, de⸗ finitiv abzuschließen, so hielt ich dies für einen Gewinn für beide Länder, da hierdurch für Deutschland die militärische Last erleichtert und die Consolidirung Frankreichs erzielt wird. Die französische Regierung ist nunmehr in der Lage, am Besten die Wünsche des französischen Volkes nach Herstellung des Friedens zu erfüllen. Jede andere Regierung, die sich an ihre Stelle setzen wollte, hätte das Bedenken gegen sich, daß sie den Frieden nicht ebenso vollständig sichere. Es werden allerdings noch nachträglich Ausführungs- bestimmungen nothwendig sein, jedoch ist der de— sinitive Frieden erreicht. Die Zahlungsfristen sind verkürzt worden, die erste halbe Milliarde wird innerhalb 30 Tagen, welche der Einnahme von Paris folgen, bezahlt. Betreffs der Zahlungs- — In heutiger Sitzung ergreift Fürst Bismarck! mittel wurde festgesetzt, daß nur Metallgeld oder Ende December stattzufinden. Erst hierauf sind wir verpflchtet, die Befestigungen vor Paris zu räumen.(Bravo!) Die vierte halbe Milliarde wird bis zum 1. Mai nächsten Jahres gezahlt, Für die letzten 3 Milliarden bleiben die Bestim-⸗ mungen des Präliminarfriedens aufrecht; dieselben sind bis zum 1. März 1874 vollständig abzuzahlen. Die französische Regierung hofft, den Anforderungen genügen zu können, Schwierigkeiten ergab die Frage der Handelsbeziehungen. Die französische Regierung will den Handelsvertrag lösen. Sie scheint hiervon eine Steigerung der Zolleinnahmen zu erwarten. Ich begnügte mich mit der Bestim⸗ mung, für uns das Recht der Meistbegünstigten zu verlangen. Unter den Meistbegünstigten sind zu verstehen England, Belgien, Niederlande, Schweiz, Oesterreich, Rußland. Bezüglich der Frage der Grenzregulirung wurde bestimmt, daß der Ausdruck Rayon von Belfort nicht im tech⸗ nischen Sinne zu verstehen sei, sondern derselbe wurde auf 4 bis 5 Kilometer ausgedehnt. Es erschien wünschenswerth, einige deutsche Gemeinden bei Thionville mit Rötlingen(Kentingen 2) zu erwerben, aber die französische Regierung erklärte, sich in der Unmöglichkeit zu befinden, dies zuzu⸗ gestehen. Ich habe deßbalb vorgeschlagen, die Frage der Ratisication der Nationalversammlung zu überlassen, und ich beantragte hierfür noch weitere Abtretungen bei Belfort. Die übrigen Bedingungen werden Sie aus den demnächst be— vorstehenden Veröffentlichungen ersehen. Wir haben die Bahnstrecken der Ostbahn in Elsaß⸗ Lothringen für bestimmte Summen erworben. Für die Ratification durch den Kaiser und die National- versammlung ist eine zehntägige Frist bis zum 20. Mai festgesetzt.“ Fürst Bismarck schließt: „Ich glaube, daß erreicht worden, was wir von Frankreich vernünftiger Weise erlangen konnten. Wir haben unsere Grenzen gesichert. Wir haben die Bezahlung der Kriegsentschadigung gesichert, soweit nach menschlichen Verhältnissen möglich. Noch weiter gehende Forderungen hätten größere Opfer erfordert. Ich habe das Vertrauen, es sei die Absicht der französischen Regierung, den Vertrag auszuführen und daß die Kräfte dazu vorhanden sein werden. Die Behauptung, die Höhe der Kriegsentschädigung sei unerschwinglich, wurde von dem französischen Finanzminisser nicht getbeilt. Der Reichskanzler spricht schließlich die Hoffnung aus, der Friede werde ein dauerhafter und segensreicher sein, und daß wir der Bürg⸗ schaften, deren wir uns versichert haben, um gegen erneute Angriffe gesichert zu sein, in langer Zeit nicht bedürfen werden.“ — Die dritte Reichstags⸗Abtheilung hat be— schlossen, die Wahl Sonnemann's, des Abgeord— neten für Frankfurt, wegen der in die Wahllisten nicht aufgenommenen 800 Bayern fü ungültig zu erklären und den Bundeskanzler aufzufordern, für Frankfurt neue Wahllisten aufstellen zu lassen — 13. Mai. Reichstag. Die Deklaration zu F. 1 des Genossenschaftsgesetzes wird in dritter Lesung ohne Debatte angenommen. Es folgt die erste Berathung des Militärpensionsgesetzes. Kriegs- minister v. Roon befürwortet die Annahme. Das Gesetz biete den Verzoundeten nicht vollen Ersatz, nur eine Entschädigung. Das Pensionsmaß sei billig bemessen, gemäß der Dienststellung, der Dienstzeit und Individualität(2) Das Gesetz beschäftig sich auch mit den im Frieden invalid gewordenen, welchen eine Anerkennung nicht ver— sagt werden könne, denn wir hätten eben erfabren, was es für das Vaterland bedeute, ein Heer zu besitzen, welches im Frieden geübt worden, das Schwert zu führen. Im Laufe der Debatte er⸗ klärt der Kriegsminister auf die Anfrage Miquels, ob die elsaß⸗lothringischen Invaliden ebenfalls nach vorliegendem Gesetzentwurf behandelt werden würden, daß die Frage im Bundesrathe nicht unerwogen geblieben, jedoch kein Beschluß darüber gefaßt sei. Er glaube jedoch erklären zu können, daß der Bundesrath solch großmüthigem Ansuchen gegenüber nicht widersprechen werde. Ein Antrag Mallinckrodt's auf theilweise Ueberweisung des Ent⸗ wurfes an eine Commission, wird abgelehnt und der Entwurf zur zweiten Berathung im Hause gestellt. Es folgt die Fortsetzung der zweiten Berathung des Gesetzentwurfes über das Post- wesen. Sämmtliche Paragraphen werden mit unwesentlichen Aenderungen angenommen. Bei §. 50 beantragt Behr eine Resolunion, wonach der Reichstag die Erwartung ausspricht, das Generalpostamt werde dem Geldvermittlungs- und Postvorschußverkehr seine besondere Aufmerksamkeit zuwenden, damit die Post umfangreicher als bis- ber zum Ausgleich von Zahlungen benutzt werde. Generalpostdirector Stephan erklärt sich gegen die Resolution, welcher namentlich bezüglich des Postvorschußverkehrs nicht ganz in gewünschtem Umfange nachgegeben werden könne; es liege übrigens die Absicht vor, Postordres zum Inkasso auszugeben. Die Resolution wird nach Streichung der Worte„und Postvorschuß“ mit großer Majorität angenommen. Die zweite Berathung ist damit beendet. Das Posttaxgesetz wird in zweiter Lesung nach unwesentlicher Debatte unverändert ange⸗ nommen. München. In der Sitzung des Magistrats wurde beschlossen, die Kreistegierung von Ober bayern um sofortige Entfernung des Religions- lehrers an der höheren städtischen Töchterschule, Streber, vom Religionsunterricht zu ersuchen, widrigenfalls der Magistrat selbst Streber den Eintritt in die Schule verbitten und im außersten Falle die höhere Töchterschule als Gemeindeschule ganz auflösen werde.(Streber, auch Religtons⸗ lehrer am Wilhelms-Gymnasium und Geschichts⸗ professor, behandelt die Unfehlbarkeitslehre als Theil des Religionsunterrichts.) Ausland. Oesterreich Wien. Das Aufhören der großh. hessischen Gesandtschaft in Wien ist bereits vertraulich angezeigt. Baron Heinrich v. Gagern der bisherige Gesandte, übersiedelt dauernd nach Wien. Frankreich. Paris, 10. Mai. Rossel hat vor seiner Demisston einen Befehl veröffent- räumt, licht, wonach Fliehende und solche, welche einzeln zurückblieben, von der Cavalerie niedergemacht werden sollten. Größere Massen von Fliehenden und Widerspenstigen sollten von der Artillerie niedergeschossen werden.— — 11. Mai, Abends. Fort Vanvres, welches letzte Nacht von den Versaillern lebhaft ange⸗ griffen wurde, soll zeitweilig in ihren Händen gewesen, aber diesen Morgen durch die Föderirten wieder genommen worden sein. Seit heute Morgen heftiger Kampf. Die Batterien von Montretout und Mont Valerien überschütten die Bastionen von Point du jour und Auteuil mit Geschossen. Die Nationalgarden vermögen sich auf der Um⸗ wallung dieser Seite nicht mehr zu halten. Die Kanonenboote der Föderirten feuern nicht mehr. Zu Neuilly und Asnières machen die Versailler häufige und kühne Angriffe. Vor der Redoute Hautes⸗Bruperes, Bicétre und Montrouge unter— nehmen ihre Plänkler kecke Recognoscirungen. — Fort Vanvres ist von den Föderirten ge— die Versailler besetzen Fort Issy mit schweren Marinegeschützen, die zum Bombarde— ment der Enceinte und des Point du jour dienen sollen. Die Wälle und Barrikaden an der Porte Maillot existiren nicht mehr. Die Artllleristen decken sich hinter einem Trümmerhaufen; die Batterie der Versailler hat eine Bresche zu Stande ge⸗— bracht.— Das Haus des Herrn Thiers wird soeben von den Nationalgarden geräumt, um morgen zerstört zu werden. — 12. Mai, Morgens. Es fand ein er— bittertes Gefecht bei Issy statt; die Föderirten sollen die Barrikade im Park wieder genommen haben. Die Versailler machen an der Porte Maillot Fortschritte; sie führen auf dieser Seite Schanzarbeiten auf. Heute Morgen lebhaftes Gewehrfeuer in der Nähe des Forts Bicétre.— Schölcher wurde verhaftet. — 12. Mai, Mittags. Eine Proclamation des Wohlfahrtsausschusses sagt:„Die Commune und die Republik find einer tödtlichen Gefahr entgangen. Der Verrath hat sich in unsere Reihen eingeschlichen. Gold wurde mit vollen Händen ausgestreut und hat käufliche Seelen ge— funden. Die Räumung des Fort von Issy, welche von dem Elenden, der das Fort auslieferte, durch ein ruchloses Plakat selbst bekannt gemacht wurde, war nur der erste Act des Dramas; die innere monarchische Insurrection trifft biermit zusammen, die Auslieferung eines Thores sollte folgen. Alle Fäden des Gewebes sind in unseren Händen; der größte Theil der Schuldigen ist verhaftet. Das Kriegsgericht hat sich permanent erklärt; Ge⸗ rechtigkeit wird geübt werden.“ — 12. Mai, Abends. Das 208. Bataillon hatte diesen Morgen auf Befehl des Wohlfabrts- ausschusses die Bank cernirt, da man dort ein Waffendepot vermuthete; man hielt über eine Stunde Haussuchung, ohne Etwas zu finden. Man versichert, Delescluze habe vollständig mit dem Centralcomite gebrochen. Das Blatt„La Justice“ versichert, das Centralcomite ziehe sich zurück und habe auf die Leitung der Kriegsver⸗ waltung verzichtet. — 13. Mai, Abends. Das Haus des Herrn Thiers ist trotz allgemeiner Mißbilligung zerstört worden. In Folge davon sind die Straßen des 9. Arrondissements militärisch besetzt. Die Bürger werden auf der Straße genbthigt, ihre Papiere vorzuzeigen; wer ohne Papiere ist, wird sofort in die Kirche Notre Dame de Lorette eingesperrt. Die Vendömt⸗Säule steht immer noch. — Nach Mittheilungen der Commune ist ein Versuch der Versailler, eine Brücke von St. Quen zu schlagen, zurückgewiesen worden. Die Föde— rirten haben den Ort Issy gänzlich geräumt. Die Versailler gewannen in der Richtung der Porte Maillot einiges Terrain. Die Operationen gegen Montrouge haben begonnen. Fort Vanvres ist noch in der Gewalt der Föderirten. Versailles, 11. Mai. Die Nachrichten aue Algerien lauten vorzüglich. In einem am 6. Mai stattgehabten Kampfe wurde Kalif Mokrani, J der Chef des Aufstandes, getödtet. i Der Kampf hörte alsbald auf. machte Thiers Mittheilungen über die in Frank⸗ furt stattgehabten Unterhandlungen. Aus denselben heben wir folgende Stellen hervor: Der defininive Frieden ist zwischen Frankreich und Deutschland unterzeichnet. Ich wünschte, Ihnen sagen zu können, daß die durch die Präliminarien festge⸗ setzten Bedingungen verbessert find. Unsere Lage gestattete es nicht; aber ernste Verwickelungen, welche wir fürchten konnten, sind abgewandt. Ich kann Ihnen das Friedensinstrument noch nicht vorlegen, aber ich kann Ihnen schon jetzt sagen: alle Franzosen werden Frankreich zurückge⸗ geben werden, die einen dem Vaterlande, welchem sie so treulich gedient haben, die anderen, welche noch Soldaten der Armee und glücklich sind, fort dienen zu können, alle ohne Ausnahme werden uns zurückgegeben werden. Unsere glorreiche tapfere Armee wird auf eine weit größere Zahl, als die Präliminarien zuerst erlaubten, gebracht werden können. Unsere Armee hat übrigens in Europa den hohen Ruf des französischen Namens und der Macht Frankreichs wiederhergestellt,(2) und man läßt ihr neuerdings Gerechtigkeit in der Welt widerfahren. Diese neue Lage gestattet uns, zu sagen: Für Afrika wird genügend Sorge getragen werden. Die Gefahren, welche Algerien bedrohten, find übrigens zum Theil beseitigt. Die Depeschen, welche wir erhalten, sind sehr günstig. bischer Chef hat es selbst bestätigt. Ich hoffe, daß binnen Kurzem die Gefahr gänzlich beschworen sein wird. — In derselben Sitzung trat folgender Zwischen⸗ fall ein. Ein legitimistischer Abgeordneter, Mortimer Ternaux, wollte den Chef der Executivgewalt zur Rede stellen wegen eines Berichts, den Delegirte des Bordeauxer Gemeinderaths über eine Zu⸗— sammenkunft mit Thiers erstattet haben. Die Linke protestirte, Ternaux dagegen beharrte auf seinem Verlangen um Aufklärung. Hierdurch veranlaßt hob Thiers in ziemlich gereiztem Tone seine Uneigennützigkeit hervor, mit welcher er sich dem Dienste Frankreichs hingebe und sagte: Wenn ein Mann alles gethan, was er gekonnt, was wollen Sie, daß er denke, wenn er Ihre Undankbarkeit erblickt? Ich widme den Rest meines Lebens dem öffentlichen Dienst. Die Erfüllung meiner Aufgabe muß mir ermöglicht, werden. Ich verlange, daß die Versammlung sich ausspricht. Unter diesen Bedingungen kann ich nicht weiter regieren. Ein motivirtes Votum ist nothwendig. Meine Demission ist bereit. Wenn Sie mich schwächen, schwächen Sie sich selbst. Die gegenwärtige Lage erheischt Freimuth. Ich kann nicht länger meine öffentlichen Fune⸗ tionen bei einer solchen Behandlung erfüllen. Ternaux vertheidigt sich gegen den Vorwurf, daß er Thiers habe angreifen wollen. Cocherp, Bethmont und andere Mitglieder der Linken bringen eine motivirte Tagesordnung ein, welche besagt:„Die Versammlung, in vollem Vertrauen zu dem Chef der Executivgewalt der französischen Republik, geht zur Tagesordnung über.“ Es werden noch andere Tagesordnungen beantragt, aber Thiers erklärt, nur die Tagesordnung Bethmont's anzu⸗ nehmen. Die Tagesordnung Bethmont's wird schließlich mit 495 gegen 10 Stimmen angenommen. — 12. Mai, Morgens. Montretout und die anderen Batterien feuern fortwährend mit großer Heftigkeit. Die Annäherungsarbeiten machen an verschiedenen Puncten Fortschritte. Fort Vanvres wird in Kürze vollständig cernirt sein. — 12. Mai, 6 Uhr Abends. Im Laufe des Nachmittags haben die Truppen das Kloster des Oiseaux bei Issy mit dem Bajonnet genommen. Viele Insurgenten wurden getödtet und zu Ge⸗ fangenen gemacht; 3 Kanonen sind genommen.— Die Nationalversammlung nahm mit 515 gegen 21 Stimmen das Gesetz an, durch welches das seit dem 8. April in Paris mit Beschlag belegte Privat- und Staatseigenthum für unveräußerlich erklärt wird. — 13. Mai. Ein Tagesbefebl Mac Mahon's an die Armee vom 12, d. Mts. constatirt die Gefangennahme von 3000 Iysurgenten und die Erbeutung von 150 Geschützen und fügt hinzu: Ein ara⸗ — 11. Mai. In der Nationalversammlung ess 8. Jo bost, lich beschworen tattt Jpischen · dettt, Nertimer tutdgtwalt zur 4 den Delegirle ider eint gu- baben. Die 1 beharrt auf 6. Hierdurch uc gtreiften i elch hingebe und getan, was dent, wenn vitmt den Dient. Dit uit umöglicht Dersannlung Iagurgts lan eirtet Botun i bereit chte Sit fich icht Freimuth. allicen Furt lung erfüllen Botwurs, daß 501g, Bethmonl bringen eint brsagl:„Die ben * Nulli. 1 btrbek aich abe Thier gent a en bit ene. n! und it a 21 großtt 2 — 4 1 * — 7 „Das Land zollt euren Erfolgen Beifall und sieht darin das Vorzeichen von dem Ende des Kampfes, den wir alle beklagen. Paris ruft uns, es von der vorgeblichen Regierung, welche es unterdrückt, zu befreien. Binnen Kurzem werden wir auf seinen Wällen das nationale Banner aufpflanzen und die Wiederberstellung der Ordnung erlangen, die von Frankreich und ganz Europa gefordert wird. Soldaten, Ihr habt die Dankbarkeit des Vaterlandes verdient.“ — 13. Mai, Morgens. Unsere Truppen baben diese Nacht das Seminar von Issy ge— nommen. Die Verluste der Insurgenten sind be— trächtlich. Bei der gestern erfolgten Einnahme des Klosters des Oiseaux wurden 8 Kanonen erbeutet.— Jules Favre und Pouyer-Quertier sind gestern Abend hier wieder eingetroffen. — Die Truppen haben beute 8 Kanonen, welche sie bei Issy genommen haben, nach Ver— sailles gebracht. Unsere Batterien haben ein föderirtes Kanonenboot zum Sinken gebracht.— Die Verlesung des Friedensvertrages rief in der Nationalversammlung und dem Publikum eine große Bewegung hervor. Nachrichten aus Paris vom heutigen Tage bestätigen den Verfall der Commune. Ein großer Theil der Blätter der Commune klagen Rossel des Verraths an. — Der Nationalversammlung wurde heute durch Jules Favre der Friedensvertrag vor⸗ gelegt mit dem Vorschlag, denselben den Bureaux zur Prüfung zu überweisen. Annahme. wir Folgendes hervor. Derselbe sagte:„Fürst Bis ö gien dc. ö ˖ marck bezweifelte unsere Fähigkeit, unsere Ange- wieder in den Besitz ihres Eigenthums treten und legenheiten seibst zu verrichten und die Herrschaft des Gesetzes wiederherzustellen. Der Friedensschluß war wieder zweifelhaft geworden, es ist uns indeß jelungen, das Mißtrauen des deutschen Reichs anzlers zu zerstreuen und ihn zu überzeugen, daß Frankreich, nachdem es den Vertrag unterzeichnet habe, entschlossen sei, alle Bestimmungen desselben zu erfüllen. Die Bevollmächtigten begriffen, daß der Friede im Interesse beider Länder geschlossen werden mußte.— Die Hauptbessimmungen des Ver trags sind von denen des Präliminarfriedens nicht ab— weichend. Wir haben einen Rayon von acht Kilo— meter um Belfort erlangt. Deutschland schlug vor, uns das ganze Arrondissement Belfort gegen einige Länderstriche abzutreten, welche unsere Grenze gegen Luxemburg bilden. Sie werden den Vor— schlag zu prüfen haben. Die Zahlung der ersten Milliarde wird bewirkt werden, sobald Deutsch— land die Wiederherstellung der Ordnung in Paris anerkannt hat. Die Zahlung der anderen Mil— liarde erfolgt bis zum 1. Mai 1872, die Zahlung der drei letzten Milliarden bis 1. März 1874. Die Zinsen der nicht bezahlten Summen werden mit 5 pCt. vom 2. März 1871 ab bezahlt. Die verkauften Eisenbahnen werden bei den ersten zwei Milliarden, welche wir zu zahlen haben, mit 325 Millionen angerechnet.— Die Departements Somme, Seine inférieure und Eure werden unver— züglich geräumt werden; die Departements Oise, Seine et Oise, Seine et Marne und das Seinede— partement, wenn die deutsche Regierung die Ordnung genügend wieder hergestellt erachten wird, aber erst nach der Zahlung der dritten Milliarde. Die deulschen Truppen werden keine Requisitionen vor— nehmen, außer wenn die Zahlung der Unterhalts- kosten sich verzögera sollte. Eine Herabminderung der Unterhaltskosten wird stattsinden, wenn die Der weitere Antrag betragen wird. In a del! Favre's auf Dringlichkeit der Berathung fand Deutschland als eine der am meist begünstigten Aus den Mittheilungen Favre's heben Nationen behandelt werden, wie England, Bel— Zahl der deutschen Truppen unter 500,000 Mann In Bezug auf den Handel wird Die ausgewiesenen Deutschen werden in ihre Rechte, auf französischem Gebiet zu wohnen, wieder eingeführt werden. Rouen, 11. Mai. Einem biesigen Blatte sandte Pouper-Quertier folgende Depesche aus Mainz:„Der definitive Frieden mit Deutschland ist unterzeichnet worden. Der Handelsvertrag zwischen Frankreich und Deatschland ist aufgehoben. Die bei den anderen meistbegünstigten Nationen geltenden Tarife werden gegenseitig angewandt. Deutschland kauft die in den abgetretenen Ge— bietstheilen belegenen Bahnen für 325 Millionen unter der Bedingung, daß Deutschland auch in den Besitz der Linie Thionpille Luxemburg tritt. Die Ostbahn kann nach Wahl die Linie St. Louis Basel behalten oder zwei Millionen Zahlung nebmen. Frankreich behält commercielle Freiheit. Die Kriegsgefangenen kehren baldmöglichst zurück.“ — 11. Mai. Pariser Avusgewanderte, die heute hier angekommen sind, versichern, daß die Commune in den letzten Zügen liegt und nicht mehr den folgenden Tag erleben könne. Rochefort fordere dringend, daß irgend Jemand die Dic— tatur übernehme, um die Commune zu retten, und vertheidigt die Ehrenhaftigkeit Rossel's, dessen Entlassungsgesuch zugleich die Rechtfertigung seines Charakters sei. Die Commune habe keinen Tag mehr zu verlieren. Belgien. Brüssel. Jules Favre und Pouyer⸗Quertier passirten am 12. d. Verviers und begaben sich über Namur nach Versailles. Aus Oberhessen. Die Strecke der Oberhessischen Bahn Salzschlirf-Großenlüder ist soweit fertig, daß dieselbe in einigen Tagen mit Materialzügen bis Großenlüder, wohl auch bis Bim bach befahren werden kann. Dem all⸗ gemeinen Verkehr gürfte dieselbe jedoch nicht vor der Er⸗ öffnung der ganzen Strecke Gießen⸗Fulda, welche zu Anfang Juli d. J. erfolgen wird, übergeben werden. Darmstadt. Die Odenwaldbahn ist nunmehr bis Reinheim vollendet. Die neue Sttecke ist den Regierungscommissären übergeben worden. Auch auf der weiteren im Bau begriffenen Linie der Bahn schreiten die Arbeiten rüstig voran und man barf sich der Hoffnung bingeben, daß die Bahn bis zum Herbst bis Erbach vollendet sein wird. Karlsruhe. In Betreff des Diebstahls bei Gold⸗ arbeiter Stein erfährt man, daß die in Spag verhafteten Gauner bereits ein Geständniß abgelegt haben. wornach sie die That in der Weise verübten, daß die Frau das Kästchen, worin die Goldwaaren verpackt waren, mit dem andern verwechselte, während der Mann die Aufmerksam⸗ keit des Herrn Stein durch Fragen nach einer anderen Partie des Magazins ablenkte. In ihrem Besitz fanden sich unter einem Möbel im Schlafzimmer versteckt mebrere der Stein'schen Waaren im Werth von eiwa 900 fl., etwa 300 Franken baares Geld und auch das Käsichen; die übrigen Sachen wollen sie in London verkauft haben. Holz⸗-Versteigerung im Domanialwald der Oberförsterei Hoch-Weisel. 185 Mittwoch den 17. d. M., von Morgens Ubr an, werden in dem Distrikt„vorderer Köppel iffentlich verfleigert! 3% Stecken Buchen ⸗Prügelholz, 51 4 2„ Stockbolz, 16550 Wellen„ Durchforstungs⸗Retsholz, 150 3 Eichen⸗Reisholz, 22⁵5 2 Nadel- 5 14 Nadelholz⸗Stämme, 176 Cubikfuß enhaltend, 28 Stangen, 119 5 1 Butzbach den 8. Mai 1871. Großberzogliche Oberförsterei Hoch-Weisel. Dittmar. Bekanntmachung. 1191 Mittwoch den 17. Mai d. J., Vormittags 10 Uhr, kerden auf dem Rathhause dahter die nach der ein— maligen Erndte d. J. fälligen fiscallschen Grundstücke, erca 93 Morgen haltend, in einzelnen Parzellen öffent— ch an den Meistbietenden auf 9 Jahre anderweit ver— hachtet. Friedberg den 10. Mat 1871. Großberzogliches Rentamt Friedberg. ee. Bekanntmachung. 228 Mittwoch den 17. d. M., Nachmittags 2 Ubr, wird die diesfährsge Gras- und Kleenutzung um den Hurgberg öffentlich an den Meisibletenden verfleigert. Anfang am dicken Thurm. Friedberg den 13. Mai 1871. Großberzogliches Rentamt Friedberg. L in de g. Cencralversammlung des Armenvereins. 132 Nächsten Mittwech den 17. d. M., Abende 8 Uhr, wird die diesfährige Generalversammlung des Armen— vereins im Local des perrn Karl Walz abgehalten werden, zu welcher wir sämmtliche Müglieder mit dem merken einladen, daß 1) die Rechnung für 1870 vorgelegt, 2) die statutenmäßige Ergänzung des Vorstandes vor— genommen, ) Über etwaige Anträge berathen werden soll. Friedberg den 13. Mai 1871. Für den Vorstand: Holzversteigerung in den Domanialwaldungen der Oberförsterei Eichelsdorf. Montag den 22. Mai 1233 werden im Oistrikt Kißnersrothskopf ver⸗ steigert: A. Brennholz. Scheitholz. Prügelbolz. Stockbolz Reisholz. Holzart. S ac en. Buchen⸗ 8 151¼ö8 4¼ 1247 Eichen⸗— 6— 35 Birken⸗— 21 ½— 16 Nadelbolz⸗— 42—— Aspen⸗— 11½ 179 B. Bau 2c. Holz. 6 Eichen Stämme von 5½— 12 Zoll Durchmesser und 15 Fuß Länge mit 66 Cubikfuß, 1 Lärchen⸗Stamm von 6 Zoll Durchmesser und 40 Fuß Länge mit 11 Cublstfug, 1 Kirschbaum von 10 Zoll Durchmesser und 20 Fuß Länge mit 16 Cubikfuß. 19 Birken Stämme von 5½—11 Zoll Durchmesser und 15—50 Fuß Länge mit 295 Cubikfuß, 35 Buchen-Stangen zu Lenkwieden geeignet. Die Versteigerung beginnt Morgens präcis 9 Uhr, Zusammenkunst im Holzschlag bei den ersten Holz ⸗ nummern. Eschelsdorf am 7. Mai 1871. F e Eichelsdotf. e per. Lieferung für das Landeszuchthaus. 1236 Mittwoch den 24. Mai d. J., Vormittags 10 Uhr anfangend, werden dahter 5 Centner Hammelwolle, in Aus geboten von se 1 Centner, öffentlich verstelgert. Marienschloß den 14. Mal 1871. Großherzogliche Landeszuchthaus⸗Direktlon. Sertba. Wohnhausverkauf. 1192 Unterzeichneter verkauft sein in der Mitte der Stadt belegenes Wohnhaus, in welchem seit einer Relhe von Jahren ein sehr frequentes Specereigeschaft, verbunden mit einem Dlelen- und Stetykoblen-Lager, betrieben worden ist. Das Haus kann alobald bezogen werden und steht jedem Kaufliebhaber zur Einsicht offen. Bad⸗-Naubhelm im Mal 1871. Arbeits ⸗Versteigerung. 1230(Gemeinde Wölfers beim) Mittwoch den 24. Mai, Vormittags 9 Ubr, sollen auf dem Rathhause zu Wölferobeim nachstehende Arbeiten öffentlich an den Wenigstnebmenden versteigert werden: fl. kr. 1) Weißbinderardeit, It. Kostenüberschlag 112— 2) Glaserarbeit 10— 3) Steinbrechen, Fahren und Aufsetzen, sowie Zerschlagen derselden 100— Gambach am 12. Mat 1871. Schneider, Bezirks⸗Bauaufseher. Arbeits⸗Versteigerung. 1231(Gemeinde Dorbeim.) Mittwoch den 24. Mal, Nachmittags 12 Uhr, sollen auf dem Rath⸗ bause zu Dorbeim nachstehende Arbesten einer öffent— lichen Versteigerung ausgesetzt werden: fi. ke. 1) Pflaßererarbeit, It. Koftenüberschlag 90— 2) Chaufstrarbeit 65— 3) Brechen von Pflastersteiven in den Dor— heimer oder Schwalheimer Brüchen 215 4) Anfahren und Aufsetzen derselben 5) Liefern von Pflastersand Gambach am 12. Mai 1871. Schneider, Bezirks Bauausseber, Gebäude ⸗Versteigerung. 1234 Dlenstag den 30. d. M., Vormittags 10 uhr, sollen auf dem Büreau der Unterzeichneten folgende der Gemeinde Wisselsbeim geboͤrige Gebäulichkeiten oͤffent⸗ lich meiftbietend versteigert werden: 1) Die alte Schulbosraltte, bestehend in Wohnhaus, Stallungen und Schoppen. Auf den Abbruch: 2) Eine Scheuer von 42 Fuß Länge und 30 Fuß Breite. Dieselbe ist von Eichenholz erbaut und befindet sich in einem guten Zustande. 3) Ein einstöckiger Stall von 44 Fuß Länge und 19 Fuß Breite. Wisselsbeim den 14. Mal 1871. Großberzogliche Bürgermeisterei Wissels beim. r. Hosapolhehe zum Engel in Friedberg 1218 empfiehlt Mittel zur Zerstörung ansteckender Krank⸗ beitsstoffe(Blattern) mit Gebrauchsanwktisung. eib St, er, Jacob Schimpf II. C. Görtz. Inserate für den Nauheimer Fremdenführer. Im Laufe dieses Monats erscheint im Verlage der Unterzeichneten ein neuer Führer für Kurgäste in Bad-Nauheim. Dem in einer Auflage von 2000 Exemplaren gedruckten Schriftchen wird ein Anhang von Privat- Ankündigungen werden und erlauben wir uns, die geehrten Geschäftshäuser, (Geschäfts- Empfehlungen eto.) beigegeben sowie die Besitzer von Gasthöfen, Restaurationen, Gartenwirthschaften, Felsenkellern etc. ete. in Nauheim, Friedberg und in den umliegenden Orten, welche die Kurgäste be- kanntlich gerne zu besuchen pflegen, zu geeigneten Ankündigungen einzuladen. Die dem„Führer für Kurgäste“ beigegebenen Anzeigen lassen mit Gewiss heit einen günstigen Erfolg erwarten, da der ankommende Fremde zu seiner eigenen Orien- tirung alsbald nach diesem Büchlein greifen und die in demselben empfohlenen Etablissements zunächst kennen lernen wird. ½ éSeite fl. 1., ½ Seite 30 kr. Gefällige Aufträge erbitten wir uns bis längstens zum Bindernagel& Schimpfl. Friedberg& Nauheim. Die Inseratkosten betragen für eine ganze Seite fl. 2., 2A. d. M. Einladung zur Kirchenvorstandswahl. 239 Gemäß dem Edicse vom 8. December 1870, die proviscrische Organisation der Kirchen- vorstände evangelischer Confession betreffend, 10 weltliche Mitglieder des Kirchenvorstandes zu wählen. sind für die evangelische Gemeinde Friedberg Die Wahl wird Montag den 22. und Dienstag den 23. d. M., Vormittags 9 Uhr, in der Burgkirche stattfinden und zwar durch Stimmzettel, und auszufüllen sind. Die Wahl erfolgt welche in dem Wahllocal in Empfang zu bei verschlossenen Thüren und unter angemessener nehmen Feier, weßhalb die Wäbler ersucht werden sich nicht später als zu der angegebenen Stunde einzufinden. deren Familiennome der ersten Hälfte des Am ersten Wahltage, den 22. Mai, Alphabets angehört, haben diejenigen Wähler ab zustimmen, d. h. mit einem der Buch⸗ laben von A bis M anfängt, am zweiten Wahltage diejenigen, deren Familienname der zweiten Hälfte des Alphabets angehört, onfängt.— Stimmberechtigt sind alle übe die nicht vom Stimmre Kirchengemeindeglieder, d. h. mit einem der Buchstaben von N bis 3 r 25 Jahre alten, selbstständigen männlichen cht bei der Wahl des Vorstandes der bürger: lichen Gemeinde ausgeschlossen und deren Namen in die Wahlliste eingetragen sind, welche bereits auf dem Rathhause zur Einsicht offen gelegen hat und an den drei letzten Tagen vor der Wahl im Pfarrhause zur Einsicht offen liegt Wählbar sind nur solche stimmberechtigte Männer, welche das 30. Lebensjahr überschritten haben, deren Lebenswandel unbescholten ist und die ihren kirchlichen Sinn und ihre Liebe zur evangelischen Kirche durch Theilnahme am öffentlichen Gottesdienste und am heiligen Abendmahl bethätigen. Friedberg am 15. Mai 1871. Für den evangelischen Kirchenvorstand: Baur. Ossenheimer Wäldchen. 1237 Am Himmelfahrtstage Wirthschaft im Walde, woselbst Frankfurter und Kulm⸗ bacher Bier verzapft wird. G. F. Korudörfer. Am 20. Mai aà. C. 1174 findet die Ziehung der Obligationen der Prämien Fres. 2,000,000; * mit Fics. 100., sowie die Zahlung der Prämien er lichen Steuerabzug in Barletta, Paris, Florenz und Obligattonen Nota. Die schon gezogenen 300,000; 200,060; 150,000; Jede Obligatlon muß mit mindestens Fres. 100. zurückgezahlt werden. folgt in effektivem Gold und flets ohne seg⸗ Stadt Barletta fatt. 1,000,000; 300,000; 100,000; 100,000 u. f. w. Die Rückzahlung Neapel. behalten das Anrecht auf atle späteren zur Verloosung kommenden Prämien und kann demnach ein und dieselbe Obligatton mehrere Male mit Prämien gezogen werden. Origtnal⸗Obligationen von Fes, 100. sind erh Fres. 58. Thlr 14. 20 Sgr. ältlich zum Preise von fl. 25. 40 kr. bei allen Bank- und Wechselbäusern des In- und Auslandes. Holzversteigerung in der Fürstlichen Oberförsterei Lich. 1235 Künstigen Montag den 22. d. M., Morgens 9 Uhr, soll im Difirikt„Höler“ auf der alten Gießener Straße am Pflanzgarten anfangend verstelgert werden: 41 Stecken Buchen- und Eichen⸗Scheltholz, 258/ Prügelbolz, 184 ½ Buchen, Eichen- u. Tannen⸗Stockholz, 6675 Wellen„ Mu„ Reksholz, 68 flarke Eichen ⸗Bauholz⸗Stämme= 3083 Cubikfuß, 155 flarke Tannen⸗Bauholz⸗»Stämme= 2372 Cubikfuß, 52 flarke Eichen⸗Stangen— 190 Cubikfuß, 185„ Taunen⸗ 2 7 Lich am 15. Mai 1871. Fürstliche Oberförsterei Lich. Eigenbrodt. Frische Repskuchen 12ʃ4 biligst bei Georg Groß. Hoflalthe-Versteigctung. 1238 Dienstag den 30. Mat 1871, Vormittags 11 Uhr verkauft der unterzeichnete Vormund die den Erben des verstorbenen Bäckermeisters Johs. Bähr in Erbftadt gehörende Hoftalthe, bestehend aus einem Wobn⸗ und Backhaus, Scheuer und Stallung und Hofraum Nr. 10, unter günstigen Bedingungen, wozu Kaufliebhaber hier⸗ mit eingeladen werden. Erbstadt am 7. Mat 1871. Der Vormund Heinrich Schäffer. Zu Ausstaltung von Plumenbeeten 1019 empfiehlt die Gräfliche Gärtnerei zu Assenheim ganz besonders: Fuchsien 12 Stück fl. 1. Petunten 12 Stück fl. 1. Verbenen 12 Stück fl. 1. Heliotrop 12 Stück fl. 1. Pelargonium 12 Stück fl. l. Blattpflanzen zu Teppiggruppen 12 Stück fl. 1. Sämmtliche angeführte Pflanzen steben in Töpfen und sind vorjährige Vermehrung. Emballage wird billig berechnet. Landnelken 12 Slück fl. 1. die Wahl des trans. Aircenvorlandts 1240 stebt bevor und gilt es in Bezlehung auf die bode Wichtigkeit, welche diesen Vorständen dlesmal zur Entscheldung vorliegt, Männer zu wählen, die Charakter⸗ festigkett und den Muth und den Willen haben, für das evangeltsche Gemeindeprincip in seiner vollen Geltung in die Schranken zu treten und dle unbeirrt nach oben wie nach der Selte derer, die Sonderklrchlein geschlossen sehen wollen, sich entgegenstellen und nur für ein Ver⸗ fassungswerk auf Grundlage der factisch noch bestehen⸗ den Union, in welche alle kirchliche Bestrebungen und Strömungen gewissermaßen eingesügt find, ein Juteresse haben. Von diesen Gesichtopunkten ausgehend werden hiermit in wohlmeinendster Absicht vorgeschlagen: Fritz Reuß, Bäcker, Advokat Jöckel, Müller Georg Falck, Lehrer Störger, Advocat Trapp IV., Bergrentmeister Nebhuth, Jean Huber, Kaufmann, Seminarlehrer Wahl, Buchhändler Seriba, Johs. Steinbäußer, Beigeordneter. Eine Wirthschaft mit neuem Hause und Tanzsaal nebst Wirthsgarten, neben einem Flüßchen. zunächst einer Stadt und Eisenbabnstation in Obethessen, steht billig zu verkaufen oder zu verpachten. Näbtres bei der Exped. d. Bl. Brodpreise vom 16. bis 31. Mai. Nach eigener Angabe der Bäcker. Für Friedberg und Bad- Nauheim: unverändert. Für Butz bach: Erste Sorte 4 f 18 kr.] Zweite Sorte 4 8 16 kr. c Fleisch⸗ ꝛc. Preise vom 16.— 31. Mai. Nach eigener Angabe der Metzger. Für Friedberg: unverändert. Für Bad- Nauheim: Kuhfleisch, gem., 18 kr. sonst un verändert. 1182 21 k., Kalbfleisch 15 kr.— Bei S. Löb Kuhfleisch 15 kr.— Bei W. Bieler Schweinefleisch 19 kr— Bei H. Langsdorf Cervelatwurst 48 kr.— Bei D. Fritz Schinken 30 kr.— Bei W. Ktauch Witiwe Solperfleisch 19 kr., Leber- und Blutwurst 20 kr., Bratwurst 24 kr., Schwartenmagen 24 kr., Cervelatwurst 48 kr., Fleischwurst 24 kr., Schinken 26 kr., Schmalz, unausgel. 26 kr., ausgel. 28 kr. Für Butz bach: Dörrfleisch 26 kr. Schinken sonst un verändert. Kirchen buchsauszüge. Evangelische Gemeinde. Getaufte: 7. Mai. Dem biesigen Bürger und Uhrmachermeister Georg Schnell ein Sohn Karl Joseph, geboren den 27. März. 5 7. Mai. Dem Bürger zu Lauterbach und Seribenten dabier Werner Graulich ein Sohn Wilbelm, geboren den 9. April. 7. Mai. Dem biesigen Bürger und Oekonomen Heinrich Wilhelm Falck eine Tochter Maria Katharina Margaretha, geboren den 7. April. Beerdigte: 9. Mal. Georg Mühling, hiesiger Bürger und Fuhrmann, alt 56 Jahre 2 Monate 27 Tage, gestorben den 8. Mai. Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Epangelische Gemeinde. Fest der Himmelfahrt Christi. Gottesdienst in der Stadtkirche: Vormittags: Herr Candidat Bernhard. Nachmittags: Herr Pfarrer Schwabe. Gottesdienst in der Burgkirche. Vormittags: Herr Diaconus Meyer. Nachmittags: Fällt aus. Katholische Gemeinde. Mittwoch um 4 Uhr Nachmittags Beichte. Fest der Himmelfahrt Christi. Vormittags: 10 Uhr Hochamt mit Segen und Predigt. Nachmitlags: ½'2 Uhr feierliche Vesper. Nächsten Sonntag den 21. Mat wird ein Pater aus Mainz um 10 Uhr Vormittags beim Hochamte die Predigt und Nachmittags die Versammlung für die Ordensmitglieder halten. 1 26 kr. Verantw. Red.: Hermann Schimpff. 1 Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpff. Ausnahmspreise: Bei Gebr. Rosenthal Ochsenfleisch —— n 21 80 r