—— 0 1871. Donnerstag den 16. Februar. V 20. — — inle Sath är e cles r Fee Friedberg. Friedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Oberhessisch er Anzeiger. Amtlicher Theil. Betreffend: Die Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger. Friedberg den 13. Februar 1870. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. rann a 8 N 8 a — 85. e hat dem Hülfsvereine im Großherzogthum Hessen für die Krankenpflege und Unterstützung f 5„ essen Nachsuchen, gestattet, an dem Wahltage für den ersten Deutschen Re sich 0 Sammelbüchsen mit der Aufschrift:„Dank der Wähler i. r - an die d 175 r l. Soldaten verwendet werden soll. ie deutschen Krieger, ouftustelen, deren Ertrag für die berwandeten und fraafen Auf Weisung Großherzoglichen Ministeriums des J ü f Innern vom 8. d. M. zu Nr. M. d. J. 148 ven de zu Ihrem Bemessen hiervon in Kenntniß. 3 ehedem wir 173 8 ä bember Jetreffend: Die Vornahme der Feusrvisstation für das Jahr 1871. Friedberg den 14. Februar 1871. 0 b G8 7 Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg e vroßherzogliche Polizei-Verwaltung zu Bad⸗Nauheim, den Großherzoglichen Polizei-Commissär zu Wickstadt und die 7 e 8 5 Großherzoglichen Bürgermeistereien. Indem wir ie beauftragen, die Feuer visstation unter Zuziehung der Feuervisitatoren nach bestehender Vorschrif b g f 0 schrift vorzunehmen — boi wir Ihnen zugleich darauf zu achten, daß die Visitatoren hierbei ihr Augenmerk auch auf Nichtbefolgung der 1 Bau⸗ dcin orschristen, die so oft die Ursache von Bränden sind, richten und Zuwiderhandlungen zur Anzeige bringen. Ter a p p ertrag, belche Br t btarsputzun 5 B e k * e 3 · F Reichstagswahlen. Mi- K ch Ni * Wir bringen zur öffentlichen Kenntniß, daß di 0 1 r erden et. F r ie Wahlen zum Deutschen Reichstag im ganzen Reiche am 3. März l. J. st U geeen berden, und daß die Wahlhandlung um 10 Uhr Vormittags beginnt und um 6 Uhr Nachmittags geschlossen wird. I eee 75 7 tent Friedberg den 11. Februar 1871. Großherzogliches Kreisamt Friedberg * n. Trapp. ung. 8 5 f ebe„Nen e 8* betreffend: Den Pofleura zwischen Friepbera und Hunger W 2 ch 15 1 9 2%. Wir bringen zur öffentlichen Kenntniß, daß nach einer Mit⸗ Dee heilung Groß herzoglicher Commission fur Post Angelegenheiten in d) in Wölfersheim: am Hause des Wirths Heyer; den Orten Dorheirn, Melbach, Södel, Wölfersheim, Utphe und In- e) in Utphe: am Hause des Wirths Heil und beiden, woselbst sich Haltestellen befinden, nur an folgenden Gebäuden) in Inheiden: am Hause der Wittwe Fink. 2 2 9 1 U in das Ein- und Aussteigen der Reisenden, welche den Postwagen von Friedberg den 1. Februar 1871. 1 und nach den vorgenannten Orten benutzen, stattfinden kann: f 0 Hroßt liches Kreis Kriedb a) in Dorheim: in der Nähe des Schulhauses; Großherzogliches Kreisamt Friedberg b) in Melbach; am Hause des Wirths Philipptz Trapp. 4 Oben N e e eee, Bs ne,„ Wen aum e We Mun g. 2. Fetreffend: Anmeldung und Prütkung der einjährig örenwilligen. S ling Mit Bezugnahme auf unsere Bekanntmachung von 15. Dezember und 188 geboren, sowie für die Angehörigen eines anderen b. J. bringen wir hiermit weiter zur Keuntniß der Betheiligten, daß] Staates, welche nach F. 20 der Militäx⸗Ersatz⸗Instructton im Groß⸗ Aümmich die nächsten Prüfungen in folgender Weise vorgenommen werden: herzogthum gestellungspflichtig sind. Montag den 20. März d. J. für diejenigen Angehörigen Die prüfungen beginnen an jedem Tage Morgens um 8 Uhr des Großherzogthums, welche im Jahre 1851 geboren sind. Dienstag den 21. März d. J. für diejenigen Angehörigen des Großherzogthums, welche im Jahre 1832 geboren sind. Donnerstag den 23. März d. J. fur diejenigen An, gehörigen des Großherzogthums, welche in den Jahren 1833 Di e un st un a Es wurden für die Dienstperiode 1871/73 ferner ernannt; in dem„großen Saale des Rathhauses“ dahier. Darustadt den 7. Februar 1871. Großherzogliche Prüfungs Commissson für einjährig Freiwillige Pa b st. Sm rech. ch ri ch ten. 4) In der Bürgermeisterei Oppershofen der seitherige 1) Ia der Burgermeisterei Fauerbach b. Fr. der ö ö d Nen litherige Gr. Beigeordnete Helfrich zum Buͤrgermeister und das Großherzogliche Beigeordnete Schmidt zum Bürgermeister und das Nn r Gemeinderathsmiglied Gerhard Thomas zum Beigeordneten. Gemeinderathsmitglied Andreas Altenheiner zum Beigeordneten. * 2) In der Bürgermelsterel Ober ⸗Florstadt Gemeinde⸗ 5) Inu der Bürgermeisterei Pohl Gus der seitherige %„. tathsmitglied Georg Wilhelm Dauernherm zum Buͤrgermeister[Großherzogliche Bürgermeister Schöpf zum Bürgermeister und der *(con 1870 in Dienst getreten) und Gemeinderathsmitglied Wilh. seitherige Großherzogliche Beigeordnete Brückel zum Beigeordneten. e Schultheiß zum Beigeordneten. 6) In der Bürgermelsterei Wölfersheim der seit⸗ 10 5 3) In der Bürgermeisterei Gambach der seitherige[herige Großherzogliche Bürgermeister Heyer zum Büͤrgermeister und 1* Großberzogliche Bürgermeiste, Laux zum Bürgermeister und das der seitherige Großherzogliche Beigeordnete Hoffmann zum Bei— Gemeinderathsmitglied Philipp Metzger zum Beigeordneten. geordneten. 77 Friedberg den 14. Februar 1871. Großherzogliches Kreisamt Friedberg iin n Ter a p p. 2 Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. 9010 8 Wilhelm Schwenz von Münzenberg ist als Nachtwächter für die dassge Gemeinde ernannt und auf den Polizeischutz ver— — uflichtet worden, „* 4 Kriegsnachrichten. Versailles. Die Contribution der Stadt Paris ist am 11. d. bezahlt worden.— Die Departements Jura, Doubs, Cote d'Or befinden sich nach dem Art. 1 der Convention vom 28. Januar auch jetzt noch in Kriegszustand. Bei der Behandlung des Waffenstillstandsvertrages wurde von deutscher Seite die Ausdehnung des Waffenstillstandes auch auf diese Departements gegen die Uebergabe von Belfort mit freiem Ab- zug der Garnison angeboten. Die Franzosen haben damals abgelehnt. Nach der Verdrängung der französischen Armee auf schweizerisches Gebiet wurde das Auerbteten wiederholt mit der Demar— cationslinie auf der Eisenbahn von Pontarlier, wodurch der Süden des Departements Cote d'Or freigelassen würde. Die Franzosen haben jedoch wieder ablehnend geantwortet. Versailles. Französischer Seits wurde das Gesuch um Verlängerung des Waffenstillstandes gestellt.— Die wegen der Contribution von der Stadt Paris aufgenommene Anleihe wurde von Pariser Banquiers vollgezeichnet.— Die Ab- lieferung der Waffen der kriegsgefangenen Be— satzung von Paris geht langsam vor sich und ist noch dei Weitem nicht vollendet; bis zum 11. d. waren 240 Kanonen, 46 Mitrailleusen und 24,000 Gewehre abgeliefert. Bersailles. Die Deutschen zerstören die schweren eisernen französischen Geschütze, welche ihrem System der Geschützbewaffnung nicht ent— sprechen. Die Explostonen, welche man in Folge dessen in Versailles vernahm, verursachten einige Aufregung. Versailles. Es heißt, der Einzug der deutschen Armee in Paris finde sicher am 19. statt. Der Kaiser, welcher an einem leichten Gichtanfall leidet, wird wahrscheinlich am 22. in die Tuilerien einziehen. Prinz Friedrich Karl hat Versailles verlassen.. — Einer Correspondenz der„Kreuzztg.“ aus Versailles zufolge haben vor Paris bereits Trup— penmärsche nach dem Süden und Norden statt— gefunden, um für jede Eventualität gerüstet zu sein. — Der Kaiser hat kürzlich in eine. Ohlpzöre ragendsten Waffentheten des Krieges vom rein militärischen Gesichtspunkt die Schlacht von Mars la Tour, die Gefechte der 17. Division vor Orleans und die Vertheidigung Werder's gegen Bourbaki bezeichnet. — Zbwischen Choisy und Villeneuve wurden auf preußische Posten Revolverschüsse abgeftueit und in Folge dessen dort die Passage untersagt. Der General der Cavalerie v. Tümpling, Com- mandant des 6. Corps, erließ deßhalb folgende Proclamation:„In Anbetracht dessen, daß auf deutsche Soldaten von Personen, welche nicht der französischen Armee angehören, geschossen worden ist, bringen wir zur Kenntniß der Einwohner— schaft, daß 1) die Civilbehörden für ähnliche Verbrechen verantwortlich gemacht werden, und 2 daß die Häuser, aus denen Schüsse fallen, angezündet oder falls nicht sofort die Schuldigen ausgeliefert werden, die ganzen Ortschaften ver— brannt werden sollen.“ — Auch der sehr informirte Versailler Corre— spondent der„N. Zür. Ztg.“ meldet, daß der Einzug in Paris beschlossene Sache sei, falls der Friede nicht zu Stande kommt. Weiter sagt er: „Man trifft im deutschen Hauptquartier alle Vor⸗ bereitungen, um den Krieg mit erneuter Kraft wieder aufzunehmen. Die deutschen Regimenter werden completirt, eine neue Reserve-⸗Armee sam⸗ melt sich, 250,000 Mann Deutsche rücken bei Abbruch des Waffenstillstandes zwischen der Armee des Generals v. Tresckow(Manteuffel) und des Marschalls Prinz Friedrich Karl unter dem Ober— befehl des Kronprinzen nach dem Süden vor, während der Großherzog von Mecklenburg mit General v. Göben den Norden Frankreichs völlig zu unterwerfen die Aufgabe hat. Die Reserve und eine Armee vou etwa 100,000 Mann bleibt bei Paris.“ — Die„Correspon dance de Berlin“ veröffent⸗ licht eine Zusammenstellung über die in Frankreich operirenden deutschen Armeen. Dieser Zusammen⸗ stellung zufolge zählt die 1. Armee, Goeben, 56 Bataillone, 56 Escadrons, 34 Batterien; 2. Armee, Prinz Friedrich Karl, 98 Bat., 136 Ese., 61 Batt.; 3. Armee, Kronprinz von Preußen, 129 Bat., 56 Ese., 58 Batt.; 4. Armee, Kron⸗ prinz von Sachsen, 93 Bat., 60 Esc., 98 Batt.; 5. Armee, Manteuffel, 118 Bat., 94 Esc., 91 Batt. Auf Etappen zur Bewachung der Eisen- bahnen und Straßen 27 Bat., 16 Esc.; in Garnison in festen Plätzen 89 Landw.⸗Bat., 24 Esc., 33 Batt.; zusammen befinden sich in Frank⸗ reich 615 Bat., 401 Ese., 290 Batt., mit einem Stande von circa 780,000 Mann. Diese Ziffern werden wohl eher wie alles Andere dazu angethan sein, die Franzosen von der Nothwendigkeit, Frieden zu schließen, zu überzeugen. — Während des Waffenstillstandes bekommt jeder Offizier und Beamte der Pariser Balagerungs⸗ Armee täglich 4 Thaler Zulage. Ob auch die übrigen Truppen und wie viel die Mannschasten bekommen, ist noch nicht bekannt. ö — Das„Dresd. Journ.“ bringt die Liste der in Paris gefangen gehaltenen sächsischen Sol; daten, die durch die Capitulation befreit und aus- gewechselt sind. Es sind ihrer 448, fast die Hälfte der deutschen Gefangenen in Paris. — Am 4. Febr. feierte zu Chaten ay der Commandant des zweiten baperischen Corps Ge- neral der Infanterie v. Hartmann seinen 76. Geburtstag. Bei dieser Gelegenheit wurde dem tapferen General— der nun ohne Feldzüge im 60. Jahre dient— eine Auszeichnung seltenster und ehrendster Art zu Theil. Der Oberbefehls⸗ haber der 3. Armee, Kronprinz Friedrich Wilhelm, überschickte dem Jubilar durch seinen General- stabschef, Generallieutenant v. Blumenthal, der von dem Oberquaxtiermeister Oberst v. Gottberg und dem Major v. Tressow begleitet war, einen Lorbeerkranz mit folgender Widmung:„Seinem verehrten Kriegsgefährten General v. Hartmann zu seinem Geburtstage im Feldlager vor dem be— siegten Paris.“ General v. Blumenthal gab überdies seinen persönlichen Gefühlen dadurch Ausdruck. daß, er in einer Ansurache die W. akute des Jubilars pries und dabei besonders betonte, wie er wünsche, den so bewährten General noch recht lange an der Spitze des zweiten Corps zu sehen. — In Paris nahm nach vorliegenden Be⸗ richten vom 8. d. die Sterblichkeit noch immer zu, und sind die dortigen Zustände in hohem Grade unkrquicklich. Seit dem Beginn der Be— lagerung ist jene Zunahme eine ununterbrochen fortschreitende geweseu. Im ganzen Januar starben jede Woche 300 Personen mehr, als in der vor— hergegangenen Woche geslorben waren. Diese progressive Steigerung halt noch an. Vom 21. bis 27. Januar starben 4376, vom 28. Januar bis 3. Februar 4671, und der nächste Abschluß wird wohl die Sterblichkeit als auf nahe an 5000 angekommen ausweisen. Dem Vernehmen nach wird die Zufuhr nach Möglichkeit erleichtert, und beispielsweise trafen am 4. Februar sogar 112 Waggons mit Mehl in Paris ein; am 5. Februar sogar schon 122 Waggons wiederum mit Mehl und anderen Lebensmitteln, und so täglich in dem Verhältnisse mehr und mehr, wie die Herstellung der Verkehrsstraßen sortschrteitet Die Preise der Lebensmittel sind noch immer sehr hoch. Man zahlt für das Pfund Butter 6 Frs. Auch die übrigen Lebensmittel scheinen sehr theuer zu sein. In einem Pariser Journal finden sich Kartoffeln mit 16 Frs. für 12 Ko, notirt, Käse mit 6 Frs. pr. Pfd., Eier mit 7. Frs. pr. 100, ein Huhn mit 16 Frs. u. s. f. — Ueber die Belagerung von Belfort sagt ein Bericht aus Karlsruhe: Sicherlich hat der Commandant von Belfort, Oberst Denfert, der militärischen Ehre vollständig Genüge gethan; wenn er aber gleichwohl seiner angeblichen Aeußerung, sich bis zur letzten Patrone zu vertheidigen, treu bleiben will, so wird Belfort noch immer ein hübsches Stück vorzugsweise artilleristischer Arbeit bleiben. Die Einnahme der beiden Perches ist ein ungemeiner Fortschritt der Belagerung; aber, wie mit der Localität vertraute Fachmänner wissen wollen, würden dieselben noch einigermaßen von den Forts La Justize und Les Barres dominirt, und würde es vor Allem darauf ankommen, von den eroberten Höhen schwere Belagerungsgeschütze wirken zu lassen. Ueber die Lebensmittel wund Munitionsvorräthe in der Festung gehen die Nachrichten sehr auseinander. Der neuliche fehl⸗ geschlagene Versuch auf die jetzt genommenen Forts war wahrscheinlich den Belagerten verrathen worden. Die letzte Einnahme erfolgte im Ver⸗ laufe ganz regelmäßiger Belagerungsarbeit mit Parallelen und schließlicher Glaeiskrönung. Strasburg, 14. Febr. Aus Bersailles ist dem Vernehmen nach der Besehl eingetroffen, Vorbereitungen für eventuell bedeutende Truppen⸗ durchzüge nach Deutschland zu treffen. — Einer Correspondenz des„Bund“ zufolge wurden die Perche⸗Forts bei Belfort ohne Sturm genommen. Die Franzosen waren durch das Geschützfeuer theilweise aus den Schanzen ver⸗ trieben worden, und so kostete die Wegnahme wenig Opfer. Jetzt feuern die Forts Justice und Miotte unablässig auf die genommenen Werke, um die Errichtung deutscher Batterien zu verhindern. Bern. Der„Bund“ meldet:„Die Berichte aus den Cantonen ergeben 1798 internerte Ofsi⸗ ziere, 79,789 Mannschasten und 10,000 Pferde. General Herzog ist ermächtigt worden 2 Brigaden der Grenzbesatzung zu entlassen. Deutschland. Darmstadt. Der Großherzog hat unterm 12. d. 363 Militär- Verdierstkreuze, Sanitäte⸗ kreuze und Philipps Orden an hessische und zur hessischen Division commandirte preußische Offiziere, Militärbeamte und Civilpersonen verliehen. Berlin. Es verlautet, der Kaiser werde Anfangs März nach Berlin zurückkehren, um den Reichstag persönlich zu eröffnen. Die Armee⸗ commandanten blieben auch in diesem Falle bis nach Beendigung des Krieges in Frankreich; unter welchen Verhältnissen dies geschehen, wird der — Die„Kreuzztg.“ schreibt: Nach dem Aus- fall der Wahlen in Frankreich, welcher die Wie— deraufnahme des Krieges nicht erwarten läßt, dürfte an einer Verlängerung des Waffenstill⸗ standes kaum zu zweifeln sein. Wilhelmshöhe. Napoleon hat unterm 4. Febr. eine Proclamation an die Franzosen gerichtet, worin er zunächst die Gründe für sein bisheriges Schweitzen darlegt. Jetzt, sagt er, wo der Kampf unterbrochen und die Hauptstadt nach heldenmüthigem Widerstande gefallen ist, wo jede vernünftige Aussicht auf Sieg verschwunden ist, jetzt ist es Zeit, von Jenen, welche die Ge— walt usurpirt haben, Rechenschaft zu verlangen für das unnöthig vergossene Blut, für die aufge⸗ häuften Ruinen, für die verschleuderten Hülfs⸗ quellen des Laudes. Napoleon protestirt gegen das bisher durch die Regierung der Nationalver⸗ theidigung Geschehene, ohne selbst die Rechte in Anspruch nehmen zu wollen, die ihm vier Mal in 20 Jahren freiwillig übertragen worden seien; aber so lange nicht das Volk, in regelmäßigen Wahlen versammelt, seinen Willen kund gegeben habe, sei es seine Pflicht, als wahrhafter Repräsen⸗ tant der Nation sich an dieselbe zu wenden und zu sagen: Alles ist ungesetzlich.„Nur eine aus der Volkssouveränetät entsprungene Regierung welche über den Egoismus der Parteien sich zu erheben vermag, kann eure Wunden heilen, eure Herzen der Hoffnung, die entweihten Kirchen euren Gebeten wieder eröffnen vnd Arbeit, Einigkeit und Frieden in den Schooß des Vaterlandes wieder zurückführen.“ . München. Der König hat befohlen, daß die neu zu gießenden Geschütze die Namen tapferer baherischen Offiziere und gewonnener Schlachten erhalten sollen. Das Kriegsministerium erläßt die Anzeige, daß 72 kriegsgefangene bapyerische Soldaten, die in Paris internirt waren, bei ihren Abtheilungen wieder eingerückt sind. f weitere Verlauf des Waffenstillstandes und die Weges gela uach bei Drenvigung desselben bedingen. 21 ladtrz. 11* 0 1 N Frankreich. Paris. Die„Corresp. Hava 8“ schreibt: Es scheint sicher zu sein, daß Graf Bismarck in seinen Unterhandlungen mit Jules Favre erwähnt bat, daß sich der Prinz Napoleon Preußen nicht als Regent im Namen des Sohnes Napoleons III. vorgeschlagen hat, sondern als Nachfolger des letzteren, mit kaiser— lichen Vollmachten in allgemeinster Ausdehnung.(2) — General Ducrot liegt, dem„Temps“ zufolge, schwer krank in Vincennes darnieder. Man zweifelt an seinem Aufkommen. — Das„Journal officiel“ vom 9. Februar desavouirt das Dekret Cremieux über die Ab— setzung obrigkeitlicher Personen. Das Bureau— personal des Corps legislatif ist nach Bordeaux abgegangen. Dem„Univers“ zufolge hätte Priaz Napoleon in Corsica und im Dep. Charente in— ferieure kandidirt. Die Regierung soll der Nationalversammlung einen detaillirten Bericht vorlegen und Einzelheiten bezüglich des Abschlusses des Waffenstillstandes geben. — Js Cherbourg ist bei Abhaltung der Wablen für das Departement Manche der Name des Prinzen von Joinville mit 97,000 Stimmen zuerst aus der Wablurne bervorge— gangen. Die Departemental-Commission zählte zwar die Stimmen, proclamirte aber statt seiner den böchstbezifferten unter den in der Minorität gebliebenen Candidaten. In Folge dessen sind Seitens der Wähler Proteste nach Bordeaux ab- gegangen. Bordeaux. Eine Zusammenstellung der Wahlen ergibt ungefähr: 150 Republikaner, 53 Legitimisten, 400 Orleanisten, 20 Bonapartisten. — Der„Siecle“, Organ Gambetta's, nennt das Wahlergebniß eine„Dictatur der Unwissenheit.“ Bordeaux, 12. Febr. Jules Favre ist hier angekommen. Bordeaux, 12. Febr. Heute um 3 Uhr wurde die vorbereitende Sitzung der Nationalversammlung eröffnet; anwesend waren 250 bis 800 Deputirte. Bensit d'Azy führte als Alterspräsident den Vorfitz. Er betonte, daß die gegenwärtigen Umstände eine sofortige Constituirung der Versammlung erheischten, wenn auch dieselbe noch nicht vollzählig sei. Seine Worte wurden allseitig bei⸗ fällig aufgenommen. Emanuel Arago bemerkte, die de⸗ finitive Constuuirung könne nicht vor einigen Tagen mer⸗ folgen, da die Protokolle über die Wahlen erst einzulaufen beginnen und die Resultate von 28 bis 30 Departements, insbesondere von Paris und den vom Feinde besetzten Departements, noch nicht bekannt seien. Der Präsident brachte den Antrag auf sofortige Coustiluirung der Ver— sammlung zur Abstimmung und wurde derselbe ohne Widerspruch angenommen. Jarcep schlug vor, die Wahl eines definitiven Bureaus solle erfolgen, sobald die Hälfte der Mitglieder anwesend sei; det Ernß der gegenwärtigen Lage gestatte nicht, die gewöhnlichen Regeln zu besolgen. Der Alterspräsident beantragte, die vier jüngsten Mit glieder zu Sekretären zu ernennen. Hierauf folgte eine kurze Debatte, an welcher sich Garnier-Pagss und Dupont betheiligten. Dalot betonte, das Land wützte, daß eine gesetzmäßige Gewalt an seiner Spitze stehe. Girard ver— theidigte ebenfalls die sofortige Ernennung der Sekretäre. Der Antrag des Präsidenten wird angenommen und Castellane, Tanneguy-Dechatel, Wilson und de Remusat werden in das Bureau berufen. Die Versammlung ver— tagt sich hierauf auf morgen 1 Uhr Nachmittags. Die Sitzung wird elsdann in dem gewöhnlichen Sitzungssaale stattfinden. Bordeaux, 13. Febr. Die Nationalversammlung ist heule Nachmittag 2 Uhr eröffnet worden. Der Prä— sibent theilt mit, daß die Kammer, wie im Jahre 1849, in 15 Bureaus eingetheilt würde. Die Prüfung der Voll⸗ machten solle erfolgen, sobald die Umstände es erlaubten. Der Präsident verlas sodann ein Schreiben Garibaldi's, worin Letzterer sagt:„Als letzten der Republit erwiesenen Dienst ging ich nach Bordeaux, wo die Vertreter des Landes tagen, allein ich verzichte auf das Mandat, welches verschiedene Departements mir antrugen.“ Hierauf ergriff Jules Favre. das Wort, um Namens seiner Collegen in Paris und Bordeaux zu erklären, daß die Regierung der nationalen Vertheldigung die Gewalt in die Hände der Volksvertrelung niederlege.„Als wir die Last der Re⸗ gierung“, fuhr der Redner fort,„auf uns nahmen, hatten wir kesne andere Absicht, als die Gewalt, die wir unter den damaligen Umständen übernommen hatten, in die Hände ber Nationalversammlung zurückzulegen. Wir hoffen, das Land, belehrt durch das Unglück, werbe gelernt haben, seine Klagen zurückzudrängen, und die Bedingungen für eine normale Existenz wiederfinden. Wir kreten nun⸗ mehr völlig zurück, überlassen Alles ihrer Enischeidung und erwarten mit Vertrauen die Bildung eiuer neuen gesetzmäßigen Gewalt.“ Redner kündigte sodann an, daß die Minister, um den Gesetzen Achtung zu verschaffen, so lange auf ihrem Posten verbleiben würden, bis die neue Regierung gebildet worden wäre, und bat um die Er— laubniß, auf seinen Posten zurückkehren zu dürfen, um seine schwierige und heikle Aufgabe zu erfüllen. Jules —.— Favre schloß folgendermaßen:„Ich erwarte Ihr Urtheil mit Vertrauen und hoffe Densenigen, mit welchen wir unterhandeln, mittheilen zu können, daß das Land im Stande sei, seine Pflicht zu erfüllen. Der Feind soll wissen, daß wir für die Ehre Frankreichs sorgen; er wird auch wissen, daß es ganz Frankreich ist, welches sich gemäß der Bestimmungen der Convention nunmehr zu entschelden hat. Die Verlängerung des Waffenstillstandes ist wahr⸗ scheinlich nolbwendig. Verlieren wir keinen Augenblick. Denken wir an die Bedrängnisse unseres vom Feinde be— setzten Landes. Ich hoffe, die Regierung kann auf Ihren Beistand zählen, um den nöthigen Aufschub zu erlangen.“ (Lebhafter Beifall.) — Jules Simon veröffentlicht im„Journal de Gironde“ einen Brief, worin er sagt, daß die Wiederaufnahme des Krieges nothwendig sei für den Fall, daß die Friedensbedingungen unehren— haft seien oder Preußen Härte zeige. Die Par— lamentsberufung gebe jedoch ernste Hoffnung auf Frieden. Jedermann müsse das Seinige tbun zur Förderung des Friedens und zur Rettung des Landes.— Der Prinz von Joinville ist mit Changarnier in Bordeaux eingetroffen; Ersterer will gegen seine Ausschließung von der National— versammlung Protest erheben. Havre. Die. Preußen haben der Stadt Rouen aufgegeben bis heute vier Millionen und bis Morgen weitere zwei Millionen Fres. als Contribution zu bezahlen. Im Verweigerungs- fall werden die Notabeln verhaftet werden und erhält die Stadt zur Strafe eine weitere Auflage. pon. Hier fand anläßlich der Fahnen- zutheilung an die drti elsässisch-lothringischen Legionen eine große militärische Ceremonie statt. Die Fahnen sind von den Damen ⸗Comitt's der Departements Haut-Rhin, Bas-Rhin und Mosselle gestiftet und tragen die Inschrift:„Elsaß und Lothringen bleiben französisch.“ Der frühere Souspräfect von Mühlhausen, Herr Heinrich, übergab die Fahnen dem Commandanten der drei Legionen, Oberst Regnier, der bei dieser Gelegenheit die Offiziere zu dem Schwure auf— fordertt:„Schwöten wir, weil die Frauen von Colmar uns diese Fahnen gewidmet, sie nach Colmar zu tragen!“ Die drei Legionen sollen ctwa 10,000 Mann zählen. Die„Decentralisation“ verlangt, die Assemblee möge Gambetta's unheilbringende Dicta— torialherrschaft in Anklagezustand versetzen. An der gestrigen Börse fanden bedeutende Ver— käufe von Lembarden für Wiener Rechnung statt. — Am 7. d. M. hat in Dünkurchen in der Patronenfabrik eine große Explosion stattge⸗ funden, welche das Gebäude ganz zerstörte. Gegen 200 bis 250 junge Mädchen und Frauen waren zu der Zeit in dem Gebäude beschäftigt, und die Folge davon war ein großer Verlust an Menschen— leben. Die Zahl der Getödieten ist noch nicht genau ermittelt. Belgien. Brüsse l.„Independance“ meldet: Der König hat dem Comite zur Unter— stützung der in Paris lebenden belgischen Unter— thanen 10,000 Frances überwiesen.— Prinz Napoleon ist hier angekommen. Großbritannien. London. Dem„Daily Telegraph“ wird aus Versailles gemeldet:„Die Forts von Panxis sind deutscherseits derart mit Kanonen versehen, daß eine Zerstörung der Haupt— stadt innerhalb sechs Stunden möglich ist.“ — Ein Leitartikel des„Times“ tadelt den Aufruf Napoleons. Sein Anrecht auf den Thron sei durch seine Unfähigkeit annullirt. Der Krieg habe gezeigt, daß sein angebliches Herrscher-Taleut eine Illusion gewesen sei. Darmstadt, 14. Febr. Gestern Vormittag 5 Minuten vor ½11 Uhr fand wieder ein ziemlich hestiger Erdstoß stalt. Heute Nacht und Morgens gegen 6 Uhr wurden eben— falls mehrere, indessen leichtere Erschütierungen verspürt. Heute Morgen wurde mit allen militärischen Ehren die Leiche eines hier verstorbenen französischen Capitains zu Grabe geleitet. An dem großen Leichenconduct be— theiligten sich der Stabteommandaut, General Kehrer, die diensisreien hessischen Offiziere und die hier internirten französischen Offiziere; außerdem noch eine große Anzahl sranzösischer Soldaten. Darmstadt. Das auf dem Exercirplatz errichtete Varakenlager für die Kriegsgefangenen kam in Folge der Gapitulatlon von Paris nur zu ¼ der projectirten Aus— dehnung zur Ausführung und bietet nunmehr ganz com⸗ sortable Unterkunftoräume für etwa 2000 Mann. Außer den Mannschaftsbaraken sind noch solche für die Küche, ——— ⏑——.——— die Wacht, Handwerker, Lazareth, ja selbst für das unver⸗ meibliche Arrestlokal eingerichtet, gleichwie eine Wasser⸗ leitung in das mit einem tiefen Graben umschlossene Lager führt. Aus Westpreußen. In einer unserer Festung desertirten vor Kurzem zur Nachtzeit drei französische ge⸗ sangene Soldaten, welche von einer Schildwache bemerkt wurden. Als die Flüchtlinge nach erfolgtem Anrufe nicht stehen blieben, gab der Posten Feuer, in Folge dessen einer der Franzosen zusammenstürzte, die beiden andern aber nach der Festung zurückflohen. Der von der Kugel schwer Getroffene wurde sosot nach dem Hospital gebracht, woselbst er, als er sein nahes Ende verspürte, nach dem Priester verlangte, um die letzte Beichte abzulegen. Dierbet bekannte der Sterbende, daß er in der Schlacht bei Gorze. am 17. August einen schwer verwundeten preußischen Soldaten gesunden, dem er den Todesstoß versetzt, und die goldene Uhr, Geldbriese und das Portefeuille genommen habe. Diese verwerfliche That habe ihm fortwährend Ge⸗ wissensbisse gemacht, und füble er sich gedrungen, ehe er vor dem ewigen Richter erscheine, dieses Verbrechen hiermit öffentlich zu bekennen. Auf die Frage, wo sich die ge— raubten Sachen befänden, bekannte er ferner, daß er die Uhr in Metz verkauft, das Geld verausgabt, jedoch die Brieftasche noch in seinem Besitze habe. An dem nun zum Vorschein gebrachten Portefeuille erkannte man, daß es einem zum 2. Schlesischen Infanterie-Regiment Nr. 11 gehörigen Unteroffiziere gehört hatte, der sein junges Leben auf diese Wetse verloren, und der bei Gorze neben seinen braven gefallenen Kameraden im kühlen Schooße der Erde gebettet liegt. Die künftige Gränze zwischen Deutschland und See Allmählich erfährt man Genaueres aus Ver— sailles über die im deutschen Hauptquartier fest— gestellte künftige Gränzlinie zwischen Deutschland und Frankreich. Darnach würde sie westlich von Dietenhofen(Thiondille) beginnen, in der Ecke, wo das hollänkische Luxemburg an das belgische stößt, und von da zunächst in südlicher Richtung zwischen Metz und Verdun durchschneiden, so daß Metz sammt den blutgetränkten Schlachtfeldern von Mars la Teur, Gravelotte und Rezonville auf deutsche Seite zu liegen kommen. Von da wendet sie sich östlich, überschreitet in der Nähe von Pont à Mousson, dieses einschließend, die Mosel und geht diesseits dieses Flusses in einer Entfernung von etwa 7 Stunden vor demselben nach den Vogesen, um auf der Wasserscheide der- selben nach Süden zu um Belfort herum nach Montbeliard zu ziehen und in etwas östlicher Biegung einige Stunden weiter bei Blamont die Schweizergrenze zu erreichen. Belfort, Metz und Thionville bilden sonach die starken Eckpunkte der neuen Gränze. Es fallen also an Deutschland zurück auße; dem Elsaß(Departement Ober- und Niederrhein) ein Zipfel vom Doubs Departement im Süden, und von Lothringen Theile des Vogesen- un Meurthe- Departements, sowie fast das ganze Mosel Departement. Von den durch die Kriegs- ereignisse allgemein bekannt gewordenen Orten liegen darnach auf deutscher Seite: Courcelles, Falkenberg, Pont à Mousson, Montbeliard und die Festungen Belfort, Metz, Thionville nebst Pfalzburg, Lützelstein und Bitsch; jenseits der Gränzlinie dagegen: Verdun, Toul, Nanep, Lune⸗ ville und Epinal. Dem genauer Zusehenden zeigt sich alsbald, daß dabei die Linie, bis zu welcher Jahrhunderte lange systematische Anstrengungen die deutsche Sprache nicht haben ausrotten können, ziemlich eingehalten ist. Selbst in der Südecke bei Montbeliard befinden wir uns auf ächt deut schem Boden. Diese Stadt, deren eigentlicher Name Mömpelgard ist, war bis 1793 der Haupt ort der den Grafen und Herzögen von Würtem— berg gehörenden Grafschast gleichen Namens und die Bewohner der dortigen Gegend reden noch jetzt die allemauische Mundart. Rur bei Metz ist die heutige Sprachgränze um einige Wegstunden überschritte nt Neuest es. Die„Karlsr. Ztg.“ veröffentlicht unterm 14. d. folgendes Telegramm des Etappencomnandos Muͤhlbausen an das badische Kriegsministecium: „Belfort hat Waffenstillstand abge- schlossen und will capituliren.“ Istaclitischer Gottesdienst in Friedberg. Beginn: Freitag Abends 5 Uhr. 5 Samstag Morgens 8½ Ube Vorschuß-& Creditverein zu Friedberg. (Eingetragene Genossenschaft.) 341 Die auf Sonntag den 19. Februar, um 3 Uhr Nachmittags, angezeigte statutenmäßige General- Versammlung findet eingetretener Hindernisse wegen nicht an diesem Tage sondern f Dienstag den 21. Februar, Abends präeis 7 Uhr, im Gasthaus zu den drei Schwertern statt. Tagesordnung: 1) Geschaͤftsbericht pro 1870. 2) Feststellung der Beamten ⸗Gehalte für die laufende Wahlperiode. 3) Gewinn-⸗Vertheilung. 4) Ergänzungs wahl des Ausschusses. Nach F. 20 der Statuten treten aus dem Ausschusse die Herren: Joseph Bender, Wilhelm Fertsch, Ludwig Grödel, Seligmann Hirschhorn und sind wieder wählbar. Friedberg den 15. Februar 1871. Für den Ausschuß: Der Vorsitzende C. Seriba. Polschuß- und Credit-Verein zu Xeichelsheim. 343 Sonntag den 19. d. M., Mittags 3 Uhr, General⸗Versammlung im Gasthaus zur Lille daselbst. Tig ge s o r d en u ag Wieviel Procent des Reingewianes vro 1870 zum Sicherheitsstock geschlagen werden sollen. 251 Brust⸗, Katarrh⸗ und Lungen⸗Leidenden N 20 find die schleimlösenden Johann Hoff'schen Brust-Malz⸗Bonbons als bestes Heil- und Linderungsmittel ärztlich empfohlen. Durch den Gebrauch Ihrer Brust⸗Malzbonbons, die stärkend auf die Schleimbäute wirken. bin ich schon von meinem Lungenleiden wieder bergeftellt worden. Aehnlich günstige Wirkungen beobachtete ich bei anderen Katarchleidenden. Dr. Sporer, Protomedicus und K. K. Gubernalrath in Abazzia. Ich habe in meinen Vorlesungen auf den von Ibnen präparirten Malzextract aufmerksam ge⸗ macht und meine Verwunderung geäußert, daß nicht schon vorlängst ein Fabricat wie das Ihrige erzeugt, indem der Nutzen der Malz⸗Decocts in atrophischen und zur Atrophle hinneigenden Zuständen von Stimmberechtigten anerkannt wird. Gern will ich daber, obwohl ein geschworener Feind aller markt- schrelerischen Anpreisungen, Ihres in diese Categorie nicht gehörenden Präparates auch in Zukunft ein⸗ gedenk sein. Dr. A. A. Feiteles, Professor der Medizin in Olmütz. Vor Fälschung wird gewarnt. Preise der Johann Hoff'schen Malzpräparate: 1 Flasche Maolzextract(Gesundbeitsbter) 18 kr. exelustv Glas, Malz⸗Gesundheits⸗Chocolade Nr. II. 1 fl. 10 kr., Nr. I. 1 fl. 45 kr., Malz⸗Chocoladen⸗ Pulver für Kmder als Ersatz der Muttermilch/ Schachtel 35 kr., ½ Schachtel 185kr., Brust⸗Malz⸗ Bonbons in Carton 14 kr., Brust⸗Malz⸗Zuder 14 kr. per Paquet. Johann Hoff's Filiale in Cöln. f Niederlagen bel Jos. Hoffmann in Friedberg und Dr. W. Uloth in Bad Nauheim. 1 12 ˖,]§—⁵]:: ˙ ͤ ww r 2 ² — Vergebung von Bauarbeiten. Bekanntmachung. 330 Die zur Repafatur der Kirche zu Ilbenstadt erfor- 337 Im Licher Stadtwald, Distrtet Eisenkaute, kom⸗ quellen bereitet, Empfehlung. 2 1 gegend empfehle ich mich zur Aufertigung aller Arten Damenkleider in und außer dem Hause. Louise Heck, wohnbaft bei Schuhmacher Pfeiffer am Fauerbacher Thor. Huhter Steinkohlen 344 find eingetroffen bet 1. Dan. Küm mich. Halsbinden 42 und Sblips ꝛc. in schöner Auswahl, sowie Fonulards, seidene Umknöpftücher und schwarze seidene Halstücher bei K. Friedrich neben der Pos. Eine Egge an 1 Vorderwagen, 342 zum ein- und zweispännig Fabren, bat zu ver kaufen Georg Staubi, Friedberg Ein Knecht 339 wird gegen hohen Lohn auf Pettitag gesucht. Näheres bet der Exped. d. Bl. Ein kleines Logis 345 nebft Zubebör ift in der Burg zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bl. E Kapital⸗Gesuch. 341 6200 fl. werden im Ganzen oder in kleineren Kapitalten gegen 4½% von der Gemeinde Ober: Florstadt zu leihen gesucht. Ober ⸗Florfladt den 14. Februar 1871. Großberzogliche Bürgermeisterel Ober-Florstadt. Dauer u heim. Emser Pastillen, aus den Salzen der König-Wilhelms⸗Felsen⸗ ärztlich empfohlen gegen Magen⸗ beschwerden, als Catarrhe, Verschleimung, Säurebildung, Aufstoßen und Verdauungsschwäche, Preis der vlom; birten Schachtel 30 kr. Nur allein ächt auf Lager in zriedberg bei Hof⸗Apotheker C. Görtz. Die Administration der Felsenquellen. Brodpreise vom 16. bis 28. Februar. Nach eigener Angabe der Bäcker. 147 l Für Friedberg, Bad Nauheim u. Butzbach; unverändert. Fleisch⸗ ꝛc. Preise vom 16.— 28. Febr. Nach eigener Angabe der Metzger.“ Für Friedberg: derlichen Zimmer- und Dachdeckerarbeiten, veranschlagt: men den 22. und 23. Februar d. J. nachverzeichnete Zimmerarbeit 160 fl. Holzsortimente zur Versteigerung; Dachdeckerarbelt 3370„ 1) Mittwoch den 22. Februar. sollen auf dem Wege der Submission an die Weuigst 25 G u. Willem von 6-20“ forderden vergeben werden, 7 Durchmesser und 10-30“ Länge. Die Bedingungen nebft Voranschlägen liegen auf 7 Buchenstämme von 12— 17“ Durchmesser und unterzeschnetem Büreau zur Einsicht der Uebernahms⸗ lustigen offen.— Die Abgebote haben in Prozenten der Voranschlagssumme zu geschehen und müssen dieselben 12-30“ Länge. 33 12-30“ Länge. versiegelt, verseben mit der Aufschrift:„Sub mission 8 Lindenstämme von 11— 13“ Durchmesser und der„Arbeit für die Reparatur det Arche zu 11-3857 Länge waness Ilbenstadt“ längstens bis den 18. J. Mis, Morgens 1 Fichtenstamm von 7“ Durchm. und 50˙ Länge, 10 Ubr, bei uns eingereicht sein, wo alsdann die Er— 50 Eichenstangen von 4— 5“ Durchmesser und agg der Submiffion stattfindet. 15307 Länge. örledbang den 7. Jebrugt 1871. 8 Fichtenstangen von 4— 5“ Durchmesser und Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg. 10960 Lange. emes N de u. 2) Donnerslag den 23. Februar. 260—270 Stecken Buchen Scheit- und Prügelholz. Holz- Versteigerung. 10 N 122 den 24. Februar l. J., Morgens 9 Uhr, W ten. Nadel und Weschholz⸗ oll im Leidhecker Gemeindewald nachfolgendes Holz 2 8 3 f verstetgert werden: 9 90—100 Sue Eschen- und Weichholz— 100 Stämme vorzügliches Eschen⸗Bau⸗, Werk- und 4000 Buchen-, Eichen- und Welchholz. Wellen. Nutzbolz, 1 Stamm zu einer großen Kelter geeignet, 44 Stecken Eschen⸗Scheitholz, 8 5 0 Prügel holz, ö 20 5„ Stockholz, 6 60 Reis holz. ö— ee. Die Zufammenkunft ist im Ort. Ein reinliches Dienstmädchen, Leldhecken den 13. Februar 1871. Großherzogliche Bürgermeisteret Leivhecken.. e la m. 342 gesetzten Alters, in allen Hausarbetten erfahren, 51 5 welches sogleich eintreten kann, wird in Otenst gesucht 17 122 Bad Nauheim, Fürstenstraße 332, 1. Stock. Eine Fichte, eee 298 don 116 Cubskfuß, zu Durchzügen geeignet, ist G ck. N f öl zu einem billigen Prrise zu vinkaufen. Nähere Aus⸗ 4 1 f ami El 296 bei Konrad Heß gegenüber dem Ratbhause. Der jedesmalige Anfang ist Morgens 9 Uhr am Burkhardsfelder Vizinalweg, am Fluß. Lich den 13, Februar 1871. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. G kunft ertheilt Johannes Schneider, Lan, en hain bei Uutzbach. ö Birkenstämme von 6— 16“ Durchmesser und Hammelfleisch 15 kr., Kalbfleisch 14 kee, sonst unverändert. Für Bad⸗ Nauheim und Butzbach: unverändert. Ausuahmspreis: Bei S. Rosenthal in Bad⸗Nauheim Hammelfleisch 12 ke. F ruchtpreise. Per alter. 0 Friedberg, 15. Februar. Waizen 14 fl. 4 b 10 fl. 40 er.; Gerste 9 fl.— kr.; Hafer 5 fl. 20 kr. Frankfurt, 13. Februar.(200 Zollpfund.) Waßzen 14½—15½3 Kort 11¾; Gerste— 3 Hafer 9110 ½3 Rüböl(100 Zollpfd.) ohne Faß 313 Branntwein(50% Tr. per 160 Lit.) ohne Faß—. Grünberg, 11. Februar. Waizen 14 fl. 42 kr.; Nerf 11 fl. 10 kr.; Gerste 8, fl. 3 kr.; Hafer 5 fl. 42 kr.; Molter— fl.— kr.; Erbsen— fl.— kr.; Linfen— fl. — kr.; Saamen— fl.; Kartoffeln— fl.— kr. 5 Mainz, 10. Februar. Waizen 13 fl. 38 kr.; Korn 11 fl. 24 fr.; Gerste— fl.— kr.; Hafer 6 fl. 33 kr.; Kartoffeln 5 fl. 30 kr. Rrogenstroh per 100 Gebund 50 fl. Geld Cours. o! Frankfurt am 14. Februar 1871. Preussische Kasseusch eiue fl. 1 444%“ Preuss. Friedriehsd'or„ 9 58—59 Pistolen d un„ 9 46—48 Holländische fl. 10 Stücke.„ 9 54—56 Ducaten„„M K 1„ 5 37-39 1 A marco t„ 5 38— 40 20 Franes-Stücke.„ 9 29—30 Englische Sovereignus, 1„ 11 55—59 Russ. Imperiales 3„ 9 47—49 Dollars iu Geld ee e Verantw. Redact.: Hermann Schimpff. Druck und Vertug von Vindernagels& Schimpf. (Hie eine Beilage.) 2 20. — Oberhessischer Anzeiger. 2 ö Beilage. . 8 Ueichstagswahl. cen An die Wühler des zweiten oberhessischen Wahlbezirks. Lam uch. Inmitten großartiger Ereignisse sind die Bürger des deutschen Reiches zu den Wahlurnen berufen worden, verufen den ersten Gesammtreichstag zu beschicken. Da gilt es so ernsthaft seine Schuldigkeit zu thun, wie sie unsere tapfeten Brüder in Frankreich gethan: es gilt Männer zu wählen, die selbständig und unabhängig, mit Verständniß und Mäßigung, gewissenhaft und consequent die Rechte des Volkes vertreten, damit dieselben in der Reichsverfassung genügenden Ausdruck finden. Die alten Partbeien sind mit dem Erstehen des Reichs zu Grabe gegangen, die frühecen Schlagworte haben keinen Inbalt mehr, da es sich jetzt allein darum handelt ein neues Gebäude wohnlich einzurichten. Es hieße eine große Zeit nicht verstehen, wenn die Wähler sich bei Abgabe ihrer Stimmen von verklungenen Parthei— interessen wollten leiten, von kleinlichen Rücksichten wollten beirren lassen; es gilt vielmehr das alles bei Seite zu werfen und einen Mann zu wählen, einen ganzen Mann, erprobt an Treue, fähig die Größe der Zeit zu begreifen, der ers durch sein bisheriges Thun Bürgschaft bietet, daß er ohne Scheu nach oben wie nach unten lediglich das Wohl des Volkes erstreben wird. Diese Eigenschaften sind in vollstem Maaße in der Person unseres bisherigen Reichstagsabgeordneten Wilhelm Buff zu Gießen vereint, und es kann den echten Patrioten nur erfreuen, daß sich derselbe auf's Neue bereit erklärt hat das Mandat eines Abgeordneten wieder anzunehmen.— Was derselbe insbesondere bezüglich localer Interessen, zumal bei Abschluß i des Jurisdictionsvertrags zwischen dem ehemaligen norddeutschen Bunde und dem Großherzogthum Hessen gethan hat, 145 ist noch in frischem Andenken; und ebensowenig bedarf es der Erwähnung, daß unser bisheriger Abgeordneter dem großen * nationalen Gedanken während seiner zweijährigen Wirksamkeit im Reichstage stets treu geblieben ist. Wir rufen daher den Wählern des zweiten oberhessischen Wahlbezirks aus innigster Ueberzeugung zu: Wählet so zahlreich wie möglich den seitherigen erprobten 9 Abgeordneten: 1 U 9 72 3 Wilh elm Bu ff„ Holgerichtsrath in Gießen. tler uren. 2— Lau, Bürgermeister in Gambach. Leopold v. Deines zu Salinenhof Dr. Krämer, Hymnastaldirektor in 2 Dr. Bode, Medicinalrath in Bad— bei Büdingen. Büdingen. 1 Sitzbac: Nauheim. Seybold, Bürgermeister in Vilbel. 8 5 Geometer Gambach. — f Ni 85 z. A. Simon, Oeconom in Vilbel. Mohr, Bürgermeister zu Himbach. t.. Bürgermeister in Oppers Kreuder, Bürgermeister in Altenstadt. Friedrich Helfrich zu Fauerbach b. Fr. 2 2 N 8 Himmelreich, Bürgermeister in Ober- Michel, Bürgermeister in Ober-Mock⸗ Schaubach, Beigeordneter in Nieder⸗ Eschbach. stadt lorstadt. 13 r f H. Martini, Fabrikant in Vilbel. Michel, Beigeordneter daselbst. 2 Dr. med. Follenius in Düdelsheim. J. Geinsemer, Oeconom in Staden. Stotz, Gemeinde-Einnehmer daselbst. 114 Philippi, Bürgermeister in Wohnbach. Heinrich August Kaul, Oeconom Reitz, Bürgermeister von Sodel. l Geberinger, Gastwirth in Bad— in Staden. Wagner, Bürgermeister in Nieder— Nauheim. 5 Johannes Mai, Oeconom in Staden. Florstabt. 1 v. Rößler, Gutsbesitzer in Lindheims. Leonhard Wentzel, Oeconom in Huth, Gemeinde-Einnehmer in Langen— 1 Hölzinger, Bürgermeister in Büdingen. Nieder-Erlenbach. hain. K Fendt, Färbermeister in Büdingen. Johann Georg Werner, Oeconom Rumpf, Bürgermeister in Ziegenberg. ö Krieger, Gemeinde-Einnehmer in in Nieder-Erlenbach. Kitz, Lehrer in Langenhain Nieder⸗Mockstadt. Chr. Jul. Wilh. Werner daselbst. Liebert, Beigeordneter daselbst. f Schutt, Bürgermeister in Bad⸗Rau- Draudt, Pachter in Büdesheim. Krämer, Bürgermeister von Rockenberg. k. heim Heinrich Stoll II., Oeconom in Curtman, Landtagsabgeordneter zu a Dienst, Kirchenrechner in Ockstadt. Nieder-Wöllstadt. Friedberg. . Fr. Geibel in Bönstadt, Reuter, Bürgermeister in Nieder-Weisel. Reutzel, Bürgermeister in Hitzkirchen. 17 Koch, Bürgermeister von Düͤdelsbeim Eberling, Buchhändler in Büdingen Christoph Nazarenus zu Büches. Heinrich Schutt, Mühlenbesitzer zu Heumaun, Pfarrer in Ober-Mockstadt Georg Geiß[I. daselbst. 16. Görbelheimer Mühle. Kayser, Lehrer daselbst J. J. Kromm zu Hikirchen. 5 9 Väth in Bauernheim Thylmann, Gutobesitzer in Altenstadtt Brentano, Postmeister zu Friedberg. ——— 0 Gröninger, Bürgermeister in Ockstadt. Müller, Rentmeister in Nieder-Florstadt. Feuerbach, Bürgermeister in Ober- * Philippi, Bürgermeister in Maibach. Kleeberger, Oeconom in Södel. Wöllstadt. . 327 Sonne ns 10, vel Konrad Heß gegenüber dem Ratbhause. Verantw. Redact.: Hermann Schimpff. kund Vertag von Vindernagel& Schimpff. (Hier Reine Beilage. 0