9 l 1 1 1871. Donnerstag den 14. September. 108. * 1 age f or 2 Del 1 5 Oberhessisdh Cr Anzeiger. ** — er be. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblakt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag — lbec. 3 Amtlicher Theil. 4 Halug Betreffend: Die Vornabme der Feuervisitation für das Jahr 1871. Friedberg am 11. September 1871. b 11 Egarren. 0 Valentin, arctt. ——ů— 2 7 1 0 5 Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Es stehen noch viele von Ihnen mit Einsendung des Nachweises über die Herstellung der bei der Feuervisitation in 1871 vor⸗ Oeffen tig: gefundenen Gebrechen zurück, weßhalb wir an die sofortige Einsendung bei Meidung von Wartboten erinnern. r Na chr ich Die sammarische Uebersicht über Einnahmen und Ausgaben des Mathildenstifts des Kreises Friedberg für das Rechnungsjahr 1869 Friedberg am 8. September 1871. vnd hiermit nachstehend zur öffentlichen Kenntniß gebracht. eier Der Präsident des Mathildenstifts des Kreises Friedberg. 1 rigen 4 T EIA N N. ae Summarische Uebersicht der Einnahmen und Ausgaben bei dem Mathildenstift für den Kreis Friedberg für das Jahr 1869. dasz. Nut tüöc⸗ Or. Aus vorderen Rechnungsjahren bis Ende 1868 Rechnungsjahr 1869 tt Austellung. E. 5 FFFFFUFFCTTTTTCCTCT(TT—T—T—T—T—T—— 1 3 Ein nahme. Friedberg Butzbuch Zusammen Friedberg Butzbach Zusammen ubriken.. ft. lr E B E E aube J.[ Einnahme⸗lleberschuß aus voriger Rechnung 11905 6 7407 15 19312 24 1 II.] Geschenke III.] Einlagen 1) unverzinsliche Fnablung 56g 2) verzinsliche zu 4% 11081383— 55867 8 166680 8 1 ding 3 ö 1 preltfsers IV.] Zinsen von Darlehen auf Obligationen 2582 6 ö 12625 55 * eteltses auf Schuldscheine bis 100 fl. 341414 12 35 6170 51 17865 53 2070 41 33804 20 1 1 Ss osßt auf Schuldscheine über 100 fl. 21 36 5 1241 g 51 r ecfunf=ner V.] Zurückbezahlte Darlehen s 1 8 Arens 3160 1) auf gerichtliche Hypotheken 14840 50 20858— 35698 50 d berden King. 1 2) gegen Bürgschastsleistung von Gemeinden und 1 butt dtulschen Privaten bis zu 100 fl. 51348— 12053— 82259— bt ert 3) über 100 fl. ö 1828— 1¹6 nal 4) Staatsobligationen 1. VI.][ Miethe von Häusern und Pacht von Gütern. a — ö ö 0 ausern 396 22 5343 39 5740 1 4 f VII.] Erlös von Häuf 9343 1 5 1 VIII.] Sonstige Einnahmen 2145 ö 98 5145 1 riol: VIII a.] Rückersatz auf Kausschillinge 119 26 119 26 6818 27 6315 20] 143133 27 „ VPIIIb.] Zinsen von Kausschillingen 30 22 3 22 577 42——7 42 org Groß Summe der Ffnnahme 15. 1 fog Tf 75070)— 20205 37 1056 3 343039 7 * 4 Zusammenstellung. Aus vorderen Rechnungsjahren bis Ende 1868 15438 46 1019414 6 1 Rechnungsjahr 1869 202082 32 140956 35 343039 7 Summe der Esnnahme 717521 18 151150 49 368672 7 Ausgabe. IX. Darlehen 5 1) auf gerichtliche Hypotheken 46559* 38985 8 85544— 2) gegen Bürgschaftsleistung g b. über 100 fl. 17487— 3) Staatsobligationen 1 X.] Zurückbezahlte Einlagen J 5 52283— 0331„ 194244 8 e d Geile 0 XI.] Zinsen von Einlagen zu 3½ und 4% 704 16 322 47 1027 3 12825 16 13099 54] 25925 10 e Lelledte, XII.] Verwaltungskosten. 2 4 1 5 5 f 2 a N 4 0 1) Gehalte 35 55 77 8 1 1 een ee 2) sonstige Kosten ö. n Felder XIII. Sdueru und Abgaben von Häusern und Gütern 11 17 1113 2 XIV. unterhaltungskosten e 5 b Kofi ih 1 1 XV. J Darlehens sorderungen nebst Zinsen und Kosten, w 3 19 1. in Folge Adjudication erloschen sind 8 480418 72 r. 1 XVI. J Sonstige Kosten. N 5 n 1 5000 5000 1d 1 XVIa.] Zuschuß in die Kasse Butzbach 2726 10 690 20 3416 30 en e e 9300 27 4887 1 24187 28 velhtltt 3 70 XVIIa. J Cedirte Kaufschillinge a ers Part XVIIb i Werthpapiere ö 25 4 25 nt e S der Nusgabe TUI 10 322 77 7 3[153897 29 1443904 J 338287 9 2770 9 1 Summe 89 W Sorben, Zusammenstellung. ane, Kt 0 16 Ende 1868 704 16 322 47 1027 3 b ss r. 193892 20 144394 40 338227 9 1 Summe der Nucgabe] 194590 45] 144717 27339314 12 1 ba un g. f „ e, di 17 0 Snrdeh n 9 217521 18 151450 49 368672 7 . f Die Aushebe beträgt 194596 45] 144717 27[ 339314 12 alt a 507 7* 57 75 7 eee Einnahme- Uchtrschuh(— 72077 3 eee f 55 e ee, d bieser besteht 5 8 5 22908 40 * e, n s 20548 12 2355 28] 22905 . N 3 i ee 2370 21 10½½ 9645“ 15 ö. Gleiche Summe wie oben 22924 33 6433 22 29357 60 - 5 7 6. * 9 Nachweisung des Aletiv- und Passio: Standes. — k— A. Activostand. Friedberg Butzbach Zusammen .. 5 fl. kr. fl. 1) Ende 1868 betrugen die Kapitalien 331299 50 3142144— 5455173 während 1869 wurden a. neu ausgeliehen 109235— 68486 177721— b. zurückbezahlt 66188 50 51769 117957 50 39763 folglich mehr ausgeliehen 43046 10 16717 daher Ende 1869 Kapitalbestand 2) Ende 1868 betrugen die cedirten Kausschillinge 15253 12187 27441 während 1869 wurden a. neu angekauft 9660 4844 b. zurückbezahlt 5 5762 6315 folglich mehr angekauft 3897 weniger„ 1470 daher Ende 1869 Ausstand 3) Ende 1868 betrug der Werth der adjudicirten Güter 370 während 1869 wurden a. neu adjudicirt 6300 b. zurückbezahlt 5300 folglich mehr adjudicirt 1000 weniger„ daher Ende 1869 Ausstand 4) Einnahme ⸗Ueberschuß das Soll der Einnahme beträgt 217521 8 151150 die Ausgabe-Abstattung ist 193920 144390 Ueberschuß 23000. 6760 30360 Summe des Actipstandes 766506 B. Passivstan d. 8 1) Bestand der Einlagen Ende 1868 296743 331039 627782 während 1869 wurden a. neu eingelegt 110813 55867 b. zurückbezahlt 53283 50931 folglich mehr eingelegt 57530 4935 5 62465. daher Ende 1869 Stand der Einlagen 690248 2) Die nicht bezahlten Zinsen von Einlagen betragen 675 0 327 1002 3) Restkaufsschilling auf adjudieirte Immobilien 2333 2333 Summe der Schulden 693584 Vergleichung. f Das Vermögen beträgt 417097 349408 4 766506 Die Schulden betragen 354948 338635 693584 Reservefonds 62148 0772 72921 Ueberzahlung Hiervon kommen auf die vorhergehenden Jahre 59920 5 Ji 2. 63832 2 7„ das Jahr 1869 2228 6861 2 9089 i Zusammen wie oden 62148 10772 72921 Friedberg den 1. August 1871. Der beauftragte Rechnungsrevisor Fa a tz. Anmerkung. Unter dem Reservefonds bei Butzbach auf das Jahr 1869 sind 5000 fl. enthalten, welche aus der Kasse Friedberg in die zu Butzba eingeschossen wurden, daher bei Butzbach ab und Friedberg zu gut zu schreiben sind. 5 5 5 8 W b. Fa a tz. f verglichen bleibt ))CCCCEJCCTVVCCCCCCCCCCC( Betreffend: Die Mathildenstiftung zur Rettung verwahrloster Kinder im Kreise Friedberg. Nachstehenden Auszug aus dem auf der diesjährigen General-Versammlung des Mathildenstiftes zum Vortrag gekommenen Rechen⸗ schaftsbericht der Mathildenstiftung für das Verwaltungsjahr 1870 bringen wir hierdurch zur öffentlichen Kenntniß. 8 I. Einnahme. Abschluß. 188 fl. 53 Einnahme. 4190 fl. 9 kr. 1) Kassevorrath aus 1869 3 ᷣͤ K 5 e 2 Zinsen von temporären Einlagen im Mathildeustift 28 16 k 3) Beitrag Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs 100— Kassevorrath 539 fl. 2 kr. 9 Beitrag der Kreisfasse 800 Hiermit verbinden wir die weitere Anzeige, daß die gegenwärtige 5) Beitrag des Mathüdenstiftes 3000 Zahl der Pfleglinge 60 beträgt, welche 30 verschiedenen Gemeinden 6 Beitrag des He.) Weiseler Clause fonds. 8 des Kreises angehören und in 27 Gemeinden untergebracht sind. 5 7 Temporäre Zuschüsse der Gemeinden Staden und Endlich bringen wir zur Kenntniß aller Interessenten, daß dem Bruchenbrücken and der Landes⸗Waisenanstalt.. 65 5 Unterzeichneten unterm 30. Juli d. J. ein Schreiben Großherzoglichen Zusammen Einnahme 4 5 fr. Kreisamtes Friedberg zugegangen ist, worin dasselbe mit Bezug auf wehe den Rechenschaftsbericht fuͤr 1869 im Namen und Auftrag Seiner II. Ausgabe. Königlichen Hoheit des Großherzogs Allerhöchstdessen Freude über die 85 fl. 30 bisher erzielten guten Erfolge der Mathildenstiftung und die Aller⸗ 5 höchste Anerkennung dem Gesammtvorstande ausgesprochen hat. Der „ Vorstand hat diese Allerhöchste Kundgebung mit aufrichtiger Freude 3) Schreibmaterialien, Drucks g„„ 8 und unterthänigstem Danke entgegengenommen, und wird ihm dieselbe bohn, 539920 R 3 5 0 ein kräftiger Sporn sein, sich auch fernerhin den Aufgaben der Stif— 5) Pfleggelder für 65 Pfleglingge 4 l 3450„ 10 tung mit Hingebung und Ausdauer zu widmen. 6) Verschiedene Ausgab 1 eee 0 e gaben 35 38 Für den Vorstand: Summe der Ausgabe 3651 kr. Sn 1) Verwaltungskosten. ZV 2 Taggelder, Reisekosten, ärztliche Behandlung und Medicamente 74 5 15 Belrel end: Die Ablefsung des Verssssungseires vom 3. Quartal d. g. Friedberg am 12. September 1871. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. * Dienstag den 3. k. Mts., Vormittags 11 Uhr, findet die Aus schwörung des Verfassungseides auf dem Rathhause dahier 9 115 neu aufgenommenen Ortsbürger, sowie Diejenigen, welche sich verheirathet haben, ohne Ortsbürger zu werden, aber in dem e ee 5 1% n sind, statt. Laden Sie dieselben hierzu vor und senden Sie bis zum 1. k. Mts. unfehlbar 9 oder Bericht, da lemand vorhanden i ö i i ü ien abgesendet werden. orhanden ist, der den Verfassungseid abzuleisten hat, an uns ein, sonst müßten Wart— Die noch im Rückstand befindlichen nachstehend verzeichneten Leute sind bei 1 Rihlr. Strafe vorzuladen. Ter a p p. Karl Jung von Bönstadt, Heinrich Eichler von Dorheim, Georg Fenchel von Griedel, Christian Götze von Ober-Rosbach. — 1 ddr 8 4 100— Le 53 1 — ns 1002 58 82 9 766508 15 1 1 n 27 2 n n 59. gegtawötlige * Fentinden acht sink. Aten, daß den srekbetzoglichen * Being au Aaftrag Seiner drnbr über die N bie Aller * dat. Der ** de Anger Freu be dieselbe de der Ell —————— werden. Betreffent: Die Signatur der Postsendungen. Die Großherzogliche Kreis-Schulcommission Friedberg an die Ortsschulvorstände des Kreises. Das im Abdruck nachfolgende Ausschreiben von Großherzoglichem Ministerium des Innern an die Großherzoglichen Kreisämter zuschreiben. Nach§ 7. des Reglements vom 11. Dezember 1867 zu dem Gesetze über das Postwesen des Norddeutschen Bundes d. d. 2. Nov. 1867, hat der Absender bezüglich der Signatur der Postsendungen die Wahl zwischen der Angabe der vollständigen Adresse des Empfängers und zwischen dem Auftragen mehrerer großen Buchstaben oder Zeichen. Es liegt in der Absicht der Reichs postverwaltung, die letztere Alter— native demnächst auszuschließen und die Angabe der vollständigen Adresse im reglementären Wege als alleinige Art der Signatur vor Als eine Erleichterung der Durchführung dieser Maß⸗ regel wird es von dem Reichskanzler, inhaltlich einer Note desselben vom 27. v. Mts., erachtet, daß die Staatebehörden jetzt schon dazu übergehen, von der Signirung der Packete per 0' Geschaftsverkehr allgemein Gebrauch zu machen. Da dieses Verfahren vom 12. August d. J. theilen wir Ihnen zur Nachricht und Bemessung mit. Das Großherzogliche Ministerium des Innern an die Großherzoglichen Kreisämter. in der That eine erhöhte Sicherheit für die richtige Beförderung der Sendungen gewährt, so weisen wir Sie an, die Angabe der Adresse des Empfängers auf jedem zur Postbeförderung bestimmten Packete fortan als Regel anzunehmen. Wir bemerken Ihnen hierbei, daß es keineswegs erforderlich ist, die Adresse mit derselben Ausführlichkeit, wie sie auf dem Begleitbriefe steht, auch auf dem Packete anzugeben. „An das Großherzogliche Kreisamt in Bensheim“ die Signatur: „Kreisamt Bensheim“ Adresse im amtlichen unterz. 1 Friedberg den 12. September 1871. Trapp. So würde z. B. anstatt: vollkommen genügen. Darmstadt am 12. August 1871. Bee ch te l d. unterz. Zimmermann. v. Obligations-Verloosung. 2134 Bei der am Heutigen stattgefundenen Verloosung der Altenflädter Partial⸗Obligationen find die folgenden Nr. zur Rückzahlung auf den 31. Dezember d. J. ge⸗ zogen worden: Nr. 82, f 77 90, 1 n. Den Inhabern dieser Obligationen wird solches hier⸗ durch mit dem Anfügen mitgetheilt, daß diese Kapitalien bis längstens zum Ende d. J. bei der hiesigen Ge⸗ me indekasse erhoben werden müssen, indem von da ab davon keine weiteren Zinsen mehr vergütet werden. Altenstadt den 26. Auguft 1871. Großherzogliche Bürgermeisterei Altenstadt. Are u deer jede über 200 fl.= 600 fl. Mobiliar ⸗Versteigerung. 2219 Dienstag den 19. September d. J., Vormittags 9 Uhr,— nicht Donnerstag den 14. September — werden in biesigem Ratbhause auf freiwilligen Antrag des Hoftaxators Schwarz dahier verschiedene sehr gut gehaltene Mobillargegeustände, als: Kommoden, Schränke, Stühle, Sessel, 1 Küchen- schrank mit Glasaufsatz, Herren ⸗ und Fravenkleider, Weiß zeug, Bettwerk, Glas und Porzellan, sowie sonstige Hausgeräthschaften. öffentlich meistbletend gegen Baarzahlung versteigert. Friedberg am 7. September 1871. 5 Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. S F a ck. dienstältester Gerichtsmann. Erbauung einer Fluthschleuße zu Ilbenstadt. 2247 Die zur Herstellung der schadhaften Fluthschleuße zu Ilbenstadt erforderlichen nachstehenden Arbeiten und Materialen, veranschlagt: fl. kr⸗ Maurerarbeit 257 43 Zimmeranbeit 293 51 Schlosserarbeit N Lieferung von Wasserkalk 52 30 Lieferung von 20 Tonnen Portland⸗Cement 140— sollen Freitag ren 15. l. M., Morgens 10 Uhr, auf dem Submissionawege an den Wenlgstsordernden ver⸗ geben werden. Die Abgebote find versiegelt und mit der Ausschrift versehen...„Arbelt zur Herstellung der Fluthschleuße in Ilbenstadt“ längfsens bis zum obigen Termin auf unserem Bireau einzureschen, woselbst auch Voranschlag und Bedingungen zur Einsicht offen liegen. Friedberg den 6. September 1871. 5 Groß herzogliches Kreisbauamt Friedberg. . Schnitzel, Bauaccessist. FJFaselochs ⸗Versteigerung. 2256 Dienßlag den 19. d. M., Mittags 12 Uhr, wird ein ver hiefsigen Gemeinde gehörlger Faselochs, zum Schlachten geeignet, öffentlich meistbietend verstelgert. Bodenrod den 12. September 1871. Großherzogliche Bürgermeisterei Bodenrod. Schäfer. Grummetgras-Versteigerung. 2262 Donnerstag den 14. d. M., Mittags 12 Uhr, soll das diesjährige Gemeinde⸗Grummeigras abtheilungs⸗ ise verfteigert werden. 1 Scwolheim den 13. September 1871. Großherzogliche Bürgermeisterei Schwalhelm. Peet, Au vermiethen 2225 der obere oder untere Siock meines Hauses mit allen Bequemlichkeiten und kann sogleich bezogen Fr. Rodaug. 1 Frucht-, Stroh- und Grummet⸗ gras-Versteigerung. 2261 Freitag den 15. d. M., Vormittags 9 Ubr an⸗ fangend, läßt Unterzeichneter in Auftrag Großherzoglichen Langerichteé Friedberg theils in der Behausung des Heinrich Hermann zu Ockstadt, theils auf Ort und Stelle folgende Früchte an die Meistdietenden öffentlich versteigern: 4 bis 5 Fuder Korn, 3 Fuder Waizen, 8 Fuder Gerste, 4 Fuder Hafer, 1 bis 2 Fuder Waizenstrob, 1 Fuder Kornstroh, 20 bis 30 Centner Wiesen⸗ und Kleeheu, 2 Morgen Grummetgras und einen Acker mit Erbsen. Bemerkt wird, daß der Anfang der Berfleigerung in der Behausung vorgenommen wird. Ockstadt am 13. September 1871. Dien st, Massecurator. 2258 Im Verlags ⸗Büreau in Altona er⸗ schien soeben: Merkwürdige Prophezeihungen des Eremiten im Kyffhäuser für das Jahr 1872. 4 kr. Nachdem nun endlich die Sage vom Kyff— häuser Wahrheit geworden, erwacht auch der Eremit des Kyffbäuser zu neuem Leben und theilt dem auf ihn vertrauenden Volke seine Voraus fichten mit. 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Korn m9 fl. 46 kr.; Gerste 6 fl. 45 kr.; Hafer 3 fl. 51 kr. z Molter 8 fl. 40 kr.; Erbsen— fl.— kr.; Wicken— fl. — tr.; Saamen— fl.— kr.; Kartoffeln— fl.— kr. Mainz, 10. Speiember. Waizen 15 fl. 14 kr.; Korn 9 fl. 22 fe.; Gerste 6 fl.— kr.; Hafer 5 fl. 4 kr. Kartoffeln 4 fl.— kr.; Reggenstroh per 100 Gebund 22—24 fl. 5 r N Haupflager en gros& en detail 341 Neue Kräme 34 dem Braunfels gegenüber. Jonas Schloss Zur Frankfurter Messe und häuslichen Gebrauch. 2 L ü enwané 5 Hemden und Betttüchern à 16. 18, 21 bis 24 kr., sowte alle feineren Sorten Leinen. 6% breite Leinen zu feinen Hemden und Bettwäsche von 18 bis 30 kr.; Schwelzerleinen 10, 11, 12 kr. empfehle Geschäftsleuten mein Engros-Lager, Käufern für Ausstattungen Filiale II. Lager 39 Fahrgasse 39 neben dem Würtemberger Hof. S. 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Mittwoch und Donnerstag den 19., 20. und 21. September, Morgens 8 Uhr und Mittags 2 Uhr, im Reolschulgebäude(das Schauturnen am 21. September, Mittags 3 Uhr, bei schlechtem Wetter in der Turnhalle der Turngemeinde), der Schulgetus Freitag den 22. September, Mittags ½3 Uhr, im Saale des Hotel Trapp stattfinden, zu welchen Schulfeierlich keiten wir die Eltern, sowie Gönner und Freunde der Schule hiermit ergebenst einladen. Anmeldungen neu aufzunehmender Schüler,(für die Vorschule mit dem 8. und 9. Lebeus— jahre) können Freitag den 13. Oktober, Morgens von 9 bis 12 Uhr, in dem Coaferenz⸗ zimmer des Realschulgebäudes unter Beibringung von Zeugnissen der bisherigen Lehrer bei der unterzeichneten Behörde gemacht werden, worauf Montag den 16. Oktober die Auf— nahmsprüfung statthaben wird.— Das neue Schuljahr nimmt Dienstag den 17. Oktober seinen Anfang. Großherzogliche Direktion der Realschule. Dr. Möller. Hlarktverlegung. 2255 Da der auf den Michatlistag d. J. abzuhaltende Krämermarkt auf einen Samstag fallen würde, so ist derseibe auf Montag den 2. und Dienstag den 3. October d. J. verlegt worden. Homburg den 12. September 1871. Der Bürgermeister Schleußner. X Schachtpfähle ieferung. 2254 Freitag den 22. d. M., Vormitlags 10 Uhr, wird dahier die Lieferung des Bedarfs an Eichenschacht⸗ pfählen für die Braunkohlengruben zu Weckesheim, Dorn ⸗Assenheim und Wölfersheim pro 1871/72 auf dem Submissionewege an die Mindestfordernden vergeben; die Offerten milssen längstens bis zum angegebenen Termin bei der unterzeichneten Stelle eingegeben sein, bei welcher auch die Lieferungsbedingungen jederzeit ein gesehen werden können. Grube Weckesheim den 12. September 1871. Fürftliche Bergverwaltung. ro e b 8 2257 Soeken traf ein Die Spinnstube für das Jahr 1872. Preis: 45 kr. Bindernagel& Schimpff in Friedberg und Bad⸗ Nauheim. Einladung 2250 zu dem s. G. w. Mitlwoch den 20. d. M. statt⸗ findenden und um halb 10 Uhr beginnenden 7. Wetterauer Miffionsfest in Bad⸗Naubetm. ßestredner: Pfarrer Müller aus Fürstenau, Pfarrer Neuber aus Danau, Pfarrer Nink aus Frücht bei Ems, Prediger Walter aus Frankfurt a. M. und Missionär Beper. Srische Obergährhese 2253 bei Wilhelm Bernbeck, Colonial⸗, Material-& Farbwaaren⸗Handlung in Friedberg nächst der Burg. 1487 18 die neusten und schönsten Muster, verkauft zu sehr dillggen Preisen K. Friedrich neben der Post. Ossenheimer Wäldchen. 2259 Nächsten Sonntag als am 17. d. M. findet bei Harmonie- und Tanzmusik das Kirch⸗ weihfest dahier statt, wozu freundlichst einladet G. H. Korndörfer. Joblogischer Garten in Frankfurt a. A. 235 0 den 17. September von Morgens 6 Uhr bis Abends ist der Eintritts- preis au 8 12 Kreuzer per Person ermäßigt. Nachmittags 4 Uhr Concert vom Musik. Corps des Rhein. Dragoner-Regiments Nr. 5. Der Verwaltungsrath. Gesalzenes Realschüler, 2224 auswärtige, können bet freundlicher Aufnabme Koft und Logts erhalten. L. Rodaug. Frankfurt a. M. 2251 In einem Metzgergeschäft wird ein ge⸗ wandtes, solides Mädchen gegen guten Lohn gesucht, das gut rechnen und schreiben kann. O. G. Hartmann, Schmid istube 1. Iftacliiischer Gottesdienst in Friedberg. 5 e Neujahrsfest, Freitag Abend 6 Uhr. 5 Samstag Morgen 5½½ Uhr. „Gesalzenes und Pökel-Ochsenfleksch, „ Strang. Verantw. Redact.: Hermann Schimpff. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpff. (Hierzu eine Beilage.) C. Altmannsperger. Lager in allen Sorten Tabaken und Cigarren. Filet-Decken, — Aa annsperg el. . Ibech, Atn⸗ Handlung 9 „ Gigarren. 1 69 — geilage. Deutsches Reich. Offenbach. Am 8. d. haben die Arbeiter Ammtlicher Portefeuille Fabriken die Arbeit ein- estellt, nachdem bisher nur die von 5 Fabriken estriket hatten. Mainz. Die 21. Generalversammlung der antholischen Vereine Deutschlands ist am 10. d. ahier zusammengetreten. Domcapituler Dr. Mou ang bielt die Eröffnungsrede, in welcher er ine Ait Parteiprogramm entwickelte. Nach ihm krachte ein Landrichter Horn Grüße aus der pfalz, Baron Hafenbrädl solche aus Altbayern; Herr Falk(Metzgermeister aus Mainz) hieß die Zersammlung willkommen; ein Arzt, Namens Schröder aus Alsfeld, brachte ein Hoch auf en Papst aus. Etwa 100 Theilnehmer waren um ersten Verbandlungstage eingetroffen, deren Jahl am 11. auf 1500 gestiegen war. Berlin. An den Generalfeldmarschall Prinzen Friedrich Carl bat der Kaiser an den Jahres- agen der Schlachten bei Mars-la⸗Tour und Gravelotte nachstehende Beglückwünschungstele⸗ gramme gerichtet:„Gastein, 16. August 1871. Dem Priazen Friedrich Carl in Pots dam. Glück⸗ wunsch zum blutigen Ehrentage unseres lieben dritten Armeecorps. Wilhelm.“—„Gastein, r ——iũ 18. August 1871. Dem Prinzen Friedrich Carl don Preußen in Potsdam. Deines heutigen Ehren- ages gedenke ich in voller Dankbarkeit. Wilhelm.“ — Unter den Vorlagen für die nächste Session des deutschen Reichstages wird sich der„Karlsr. Ztg.“ zufolge auch der Entwurf eines Preßgesetzes befinden. Die Ausarbeitung desselben ist jetzt im Bange. — Die Formation dee 500 Mann starken 1 Eisenbahn⸗ Bataillons in Berlin erfolgt zum 1. Oct. und es soll nach einer Verfügung des Kriegs- ministeriums denjenigen jungen Leuten, welche sich dem Maschinen- oder dem Eisenbahn- Ingenieur- ache gewidmet haben und sonst die Qualification zum einjährigen freiwilligen Dienst besitzen, ge— stattet sein, am 1. Oct. jeden Jahres als Ein— jährig- Freiwillige in dieses Eisenbahn- Bataillon rinzutteten.— Der Finanzminister hat die Be⸗ fimmungen über die den Militärinvaliden bewilligten Verwundungs- und Verstümmelungezulagen dahin interpretirt, daß dergleichen Zulagen den Empfängern auch bei Versorgung in Invalideninstituten, sowie bei Anstellungen im Civildienst neben den sonst zuständigen Competenzen an Gehalt, Pension ꝛc wer bleiben sollen. 1— Nachdem der Bundesrath vor etwa vier Monalen sich mit dem Antrage Italiens auf Ab- scchluß eines Auslieferungsvertrages zwischen Deutsch⸗ land und Italien einverstanden erklärt und den 1 Reichskanzler zur Einleitung der erforderlichen Schritte ermächtigt hatte, hat letzterer unter Be⸗ rücksichtigung der von den einzelnen deutschen Bundesslaaten kundgegebenen Wünsche einen Ver⸗ nagsentwurf aufgestellt, welcher sich, wie verlautet, der Zustimmung des italienischen Unterhändlers erfreut. Der Vertrag soll nach dem Entwurfe 0 auf 5 Jahre, vom 1. Januar 1872 ab, abge⸗ schlossen werden und so lange immer auf weitere flünf Jahre verlängert gelten, als er nicht 6 Mo nate vor Ablauf der stipulirten Frist gekündigt wird. Die gegenseitige Verbindlichkeit zur Aus ⸗ lieferung erstreckt sich auf gemeine Verbrecher zu Wasser wie zu Lande und wird genau definirt. Auf politische Vergeben und Verbrechen hat der Vertrag keine Anwendung. — Wie in dem„Correspondent für Deutsch⸗ lands Buchdrucker und Schriftgießer“ nach dem Brlese eines bereits seit 16 Jahren in Paris conditionirenden Maschinenmeisters mitgetheilt wird, ist in einer Generalversammlung der allgemeinen Buchdruckergesellschaft beschlossen worden, daß inner. halb 24 Stunden alle Deutschen aus den Pariser Buchdruckereien ausgewiesen werden sollten; im Falle sich die Buchdruckereibestzer dem widersetzten, ollen sämmtliche Franzosen die Arbeit ein- Oberhelst cher Anzeiger. 2 108. —— —— —ů—* stellen.— Dieser Beschluß sei denn auch trotz der Vorstellungen der Faktore und Prinzipale durch- geführt worden. — 11. Sept. Ueber die Dotations Ange- legenheit ist es jetzt ganz still geworden, doch hört man, daß dieselbe bald nach der Rückkehr des Kaisers erledigt werden soll. Endgültige Be⸗ schlüsse über die vollständige Reihe der dabei zu betheiligenden Personen sind, wie man der„K. Z.“ versichert, noch immer nich: gefaßt. Indessen werden nach übertinstimmenden Angaben als sicher genannt: die Generale v. Blumenthal, v. Voigts- Rhetz, v. Stiehle, v. Göben, v. Werder; der Feldmarschall Graf Moltke, der Feldmarschall Prinz Friedrich Karl, die drei süddeutschen Kriegs. Minister und neben Delbrück der badische Staate Minister Jolly. Ob diese Angaben vollt Bestäti. gung finden werden, bleibt abzuwarten. — Wahrscheinlich werden noch in diesem Jahre die Verhandlungen mit Oesterreich über einen neuen Pestvertrag beginnen. Ein Gleiches gilt hinsichtlich Luxemburgs. Dagegen sind neue Postverträge mit Bayern und Würtemberg nicht nöthig, da im Bundesrath die Verabredungen ge: troffen werden können, welche zwischen Gliedern des deutschen Reiches vollständig ausreichen. — Nach einer von dem Cultus minister nug⸗ mehr genehmigten, von einer zu diesem Zweck zusammengetretenen Commission ausgearbeiteten In- struction zur Ertheilung des Unterrichts in den nordschleswig'schen Schulen, wird vom 1. Oct. d. J. ab in sämmtlichen Schulen Nordschleswigs, wo dieses bisher noch nicht geschehen, Unterricht in der deutschen Sprache ertheilt. — Der„Hann. Cour.“ meldet: Die zur Vollendung des Hermann- Denkmals noch fehlen- den 10,000 Thaler sind jetzt definitiv auf die Reichsmittel übernommen, wie ein Schreiben aus dem Reichskanzleramt dem Comité in Hannover anzeigt. Frankfurt. Nach der„Fr. Pr.“ werden von der 22. Diviston, welche auf dem Rückmarsch in die Heimath begriffen ist, die ersten Truppen Ende dieser Woche Frankfurt passiren, und vor— erst in zwei Zügen täglich. Einer derselben wird gegen 1 Ubr Mittags, der andere Abd. 11 Uhr über die Verbindungsbahn gehen. Der erstere Zug trifft bereits um 9 Uhr hier ein und wird an der Verpflegungsstelle mit warmer Kost, der andere mit Kaffee verpflegt. Die Truppen be— stehen aus den Infanterie Regimentern Nr. 32, 94 und 95, dem Thüring'schen Ulanen-Regiment Nr. 6 und einem Theil des 11. Artillerie-Regi⸗ ments. Der Bestimmungsort dieser Truppen sind die thüring'schen Garnisonsstädte. — Die sehr verbreitete Annahme, daß der Sitz der Frankfurter Conferenz definitiv nach Ver- sailles verlegt worden sei, ist unrichtig; die franzö⸗ sischen Bevollmächtigten und die deutschen Diplo ⸗ maten, welche bisher dem Grafen Arnim assistirten, werden vielmehr ihre Arbeiten in den nächsten Tagen in Frankfurt wieder aufnehmen, nachdem die Schwierigkeiten, welche sich dem raschen Fort— gange der Frankfurter Verhandlungen und nament— lich der Lösung einiger Prineipienfragen entgegen- stellten, beseitigt sind. Wiesbaden. Der Wiesbadener Kursaal ist mit sämmtlichem Grundeigenthum, den Anlagen ꝛc. für hunderttausend Thaler in den Besitz der Stadt übergegangen. München. Der oberste Gerichtshof hat fol- genden die Freiheit der Presse schwer beeinträchti⸗ genden Grundsatz ausgesprochen:„Redacteure sind strafrechtlich für die von ihnen veröffentlichten Preß⸗ erzeugnisse haftbar, wenn sie auch nicht die rechts- widrige Absicht des Verfassers haben, und wenn auch letzterer bekannt ist und selbsiständig bestraft wurde, — Der Kronprinz des deutschen Reichs hal dieser Tage jeder der drei Ehrenjungfrauen, welche bei dem hlesigen Truppeneinzug demselben den Lorbeerkranz überreichten, ein Medaillon zustellen lassen, auf dessen Vorderseite die mit Brillanten und Rubinen verschlungenen Buchstaben F. W. angebracht sind, während sich im Innern des Medaillons das Photographie-Porträt des Kron— prinzen befindet. — Einer Mittheilung des„Nbg. Korr.“ zu⸗ folge wird die 2. bayerische Division, welche dem— nächst die Umgegend von Paris verläßt, das Departement Aisne(nordöstlich von Paris) oteu⸗ piren; der Divisionsstab wird in Laon(also nicht Sedan, wie es zuerst hieß), die 3. Brigade in und um St. Quentin, die 4. Brigade in und um Soissons Quartiere beziehen. — Kaiser Wilhelm wurde auf seiner Reise durch Bayern überall mit größter Begeisterung empfangen. Die bayerischen Zeitungen bringen von allen Seiten her ausführliche Berichte über festlichen Empfang des Kaisers. Nürnberg. Um eine etwaige Wiederholung von Excessen zu verhüten, sind die nöthigen mili⸗ tärischen Vorkehrungsmaßregeln getroffen. Während der Nacht durchziehen Militärpatrouillen die Stadt. Straßburg. Die Normalschule in Metz wird im October als Lehrerseminar wieder er— öffnet. Die Unterrichtssprache ist die französische. — Nachdem bis gestern 6,100,000 Fr. an Kriegs⸗ entschädigung hier bezahlt waren, zeigt der Maire hiesiger Stadt soeben seinen Mitbürgern an, daß abermals ein Betrag von 19 Millionen Franken für die Opfer der Beschießung zur Verfügung ge— stellt worden sei und daß in Folge dessen nun⸗ mehr zur Zahlung weiterer 40 pCt. an den von der Generalcommission sowohl für Mobiliar- wie für Immobiliarschäden festgesetzten Bedingungen werde geschritten werden. Ausland. Oesterteich. Pest. Wie die„Reform“ mittheilt, wurde Bischof Jekelfalussy von Stuhl- weißenburg nach Pest berufen, weil er das Un— fehlbarkeits-Dogma ohne königliche Erlaubniß verkündigt hat und Graf Andrassy für diese Ge— legenheit mit der Vertretung des Königs betraut. Vor den versammelten Ministen wurde nun dem Bischof am 11. d. ein königliches Händschreiben verlesen, welches das Verhalten des Bischofes hin— sichtlich der Verkündigung des Infallibilitäts⸗Dog— mas mißbilligt und rügt. Der Bischof erklärte, sich der königlichen Gewalt zu unterwerfen. Frankreich. Paris. General Manteuffel ist in Versailles eingetroffen, um den Präsidenten der Republik zu benachrichtigen, daß die Räumung der Paris zunächst liegenden vier Departements begonnen habe. Abends wohnte der General einem Diner bei Thiers bei, zu welchem zahlreiche Deputirte, darunter die Generale Duerot und Chanzy, geladen waren. — Das Urtheil des Kriegsgerichts gegen Rossel hat sehr überrascht. Rossel war von allen Mitgliedern der Commune der ritterlichste. Sein Brief an die Communemitglieder, in welchem er für sich eine Zelle im Gefängniß Mazas verlangt, wird von den alles Sublime bewundernden Franzosen niemals vergessen werden. Sein Ver— theidiger, Albert Jolly, wies in einem beredten Vortrage auch auf die Verdienste Rossels in Metz hin, ohne das Kriegsgericht zu einem milderen Urtheil bewegen zu können. Wie man übrigens hört, soll Thiers nicht gewillt sein, ein einziges der gefällten Todesurtheile vollziehen zu lassen. — Die Räumung der Pariser Forts hat be— gonnen. Fort Romainville ist am 8. d. geräumt worden. — Am 9. d. traf General Manteuffel zu gleicher Zeit mit dem Grafen v. Arnim und dem Fürsten Lynar in Versailles ein. Der General kam, um sich von Thiers zu verabschieden, da er nächsten Donnerstag sich von Compiöôgne nach Nancy begibt, wohin er sein Hauptquartier ver legt. Er wird jedoch nicht lange dort verweilen, —— — — N 1 ——— — —— ö N 1 1 1 2 sondern das Ober⸗Commando dem General Stosch nicht lange mehr leben, * übergeben und nach dem Bade Gastein gehen. — Die Vorbereitungen zur Räumung der Umgegend von Paris werden sehr eifrig betrieben. Die Kanonen, welche sich in den Forts Auber⸗ villiers und Romainville befinden, werden nach dem Bahnhofe von Pantin gebracht Unter den deutschen Truppen berrscht überall großer Jubel, daß sie endlich fortkommen. — Der Generalbericht der Budgeteommission führt aus, die Ausgaben dürften nur auf das Noth⸗ wendigsie beschränkt werden; ein Volk, welches nach solchen Erschütterungen, inmitten so vieler Ruinen weiterlebe, wie bisher, ohne sich Ent— sagungen aufzuerlegen, werde jede Weltstellung verlie'rcen. Der Bericht betont, die Regierung vabe die formelle Versicherung gegeben, daß keine neuen Truppenkörper gebildet werden sollen, bevor das neue Milftärgesetz die Zustimmung der National- versammlung erhalten habe. Frankreich bedürfe einer Armee und Marine, es bedürfe aber auch des Friedens. Ohne den Blick auf die Zukunft zu richten, die in Gottes Hand stehe, wolle das Land die Ruhe, welche zur Wiederherstellung der Kräfte, zur Sammlung, zur Regenerirung noͤth— wendig ist. —„Agence Havas“ melder: Die Räumung der vier Departements wind nächsten Mittwoch beendigt sein. 12 — Vor Parie haben noch in den letzten Tagen Attentate auf deutsche Truppen stattgefunden. Verschiedene Blätter meldeten vor Kurzem aus Chelles einen solchen Fall Am 5. d. wurde beim Fort Roeng ein deutscher Soldat erstochen; einige Tage vorher wurde Nachts in Neuilly auf einen Posten geschossen, der aber unverletzt blieb und seinerseits das Glück hatte, den Angreifer im Grsäße derart zu treffen, daß er 100 Schritte davon im Graben liegen blieb. Die nächste Folge dieser Attentate ist natürlich einmal die Verhängung des Belagerungszustandes über die ganze Gegend, sowie erhöhte Einquartierung und dann für die Deutschen erböhte Vorsichtsmaß regeln, als Verstärkung der Posten, Patrouillen, Consigni— rung der Truppen u. dgl. m. Großbritannien. London. Die Ex- kaiserin von Frankreich reist zu einem Besuche bei ihrer Mutter nach Spanien ab. Der Exskaiser und der kaiserliche Prinz werden ihr bis Southampton das Geleite geben und dann auf fünf bis sechs Wochen nach dem Seebade Torquay geben, um darauf nach Cbislehurst zurückzukehren. — Der Dampfer„Leander“ verließ auf dem Weg von Danzig nach Amsterdam am 23. Aug. Kopenhagen und ist seitdem spurlos verschwunden. Nach einer Nachricht des„North Shields“ soll derselbe mit Mann und Maus(er führte 20 Per- sonen und hatte eine Ladung Waizen und Rüb⸗ saat) untergegangen sein. 1 Schweden. Bei Eröffnung der außeror⸗ dentlichen Reichstagssession wurde in der Thron— rede hervorgehoben, daß die Reorganisation der Armee den einzigen Gegenstand der Verhandlungen bilden werde und betont, daß es immer bedenklich sei, auf morgen zu verschieben, was man heute thun könne. Der König spricht schließlich die Hoffnung aus, daß es dem Reichstage gelingen werde, diese Frage einer glücklichen Lösung zuzu⸗ führen. Amerika. Der letzte Brief des amerikanischen Correspondenten der„Times“(Pbiladelphia, 25. August), entbält folgende Mittheilung über dit Pläne der englischen Demokraten und Fenier: „Die in dieser Woche erfolgte Ankunft mehrerer politischen Agitatoren, welche mit der jüngsten Kundgebung Herrn Odger's in Beziehung standen, ist aufgefallen. Den Newyporker Berichterstattern zufolge wollen diese Leute eine„Mission“ haben, nämlich sich mit den amerikanischen Feniern ins Einvernehmen zu setzen bezüglich der„großen Er— eignisse“, die sich demnächst in England begeben sollen. Die„großen Freignisse“, welche diese In. dividuen in Aussicht stellen, und für welche sie die Hülfe der amerikanischen Fenier anrufen, be— gründen sich auf bie Wahrscheinlichkeit des Todes [Fremdendestand von 45,935 Personen.— Nach öffentlicher —— N * 42 N Verlauf der Ereignisse, so stirbt, wird gleichzeitig in allen hervortagen erklärt werden. Die ganze Maschinerie zur bedürfe nur der practischen Mithülfe von Seiten der amerikanischen Fenier. Am Erfolg zweifeln sie natürlich nicht, und sie wollen der Theilnahme und Unterstützung vieler hochstehenden Offiziere in Heer und Flotte gewiß sein.— Abwarten!“ Frankfurt. Von der Bedeutung des Wortes Strike, über welche vetschiedene Ansichten laut werden, geben hiesige Blätter folgende Erklärung: Das eng—⸗ lische Wort Strike heißt Streich, als Zeitwort(to strike) beißt es streichen.(To strike sail= Segel streichen.) Im abgeleiteten Sinne heißt the strike auch der Scheffel(das gestrichene Fruchtmaß). Als Bezeich⸗ nung für Arbeitseinstellung haben es die Nord⸗ amerikaner aufgebracht. Wir könnten einfach dafür Strich oder Streich sagen, was mit strike völlig dasselbe sein würde. Unser Wort Zapfenstre ich entspricht J. B. ganz dieser Wortbedeutung. Es wird ein Strich über den Zapfen an der Stelle gemacht, bis zu welcher im Fasse die Flüssigkeit steht, um zu controliten, daß nachher nicht weiter getrunken sei. Den Strich über'n Zapfen machen oder den Zapfen streichen, hieß also„Feler⸗ abend“ bieten oder machen. Das Militär streicht noch immer den Zapfen, wenn auch nur symbolisch mit der Trommel. Die Bergleute sagen für dieselbe Sache: Schicht machen. Im gewöhnlichen Leben heißt es auch: einen Strich machen, einen Strich drunter machen (d. i. bis hierher und nicht weiter). Strich und Streich sind sonach nur zwei Formen für denselben Begriff, und das englische Wort strike bedeutet im originellen Sinne damit völlig ein und dasselve. Vom Main. Beim Aschaffenburger Eisenbahnun⸗ glück wurde bekinntlich der Graf Szapary getödtet. Einem Telegramme der„N. Fr. Pr.“ aus München zufolge sind die Erben des Getödteten klagbar geworden, doch wurden ihnen, ohne die richterliche Entscheidung abzuwarten, 50,000 Gulden angeboten. Darmstadt. Die„H. V.“ schreiden: Große Heiter keit erregt hier die in aller Form und mit Zustimmung der beiderseitigen Eltern vor Kurzem erfolgte Verlobung eines 18jährigen, das hiesige Polytechnikum besuchenden jungen Mannes und einer 16jährigen Bessunger Dame. — Man sieht also, daß bei der Frage der Fortexistenz unseres Polytechnikums auch unsere jüngere Damenwel! gewissermaßen mit interessirt ist;z eine Thatsache, die ge⸗— wiß in Erwägung gezogen zu werden verdient. Von der Weschnitz meldet man: Die in einigen hessischen Orten unserer Gegend stattgefundenen Kirchweihen zählten zu ihren Besuchern auch Fremde, die zur Aus⸗ wanderung nach Peru ermuthigten und es besonders auf ledige Mädchen abgesehen hatten.— Nun fahndet die Polizei streng auf diese Vögel, die aber bereits aubere Gegenden unsicher machen werden.— Aufkäufer zahlen für das Hundert Zweischen 16 kr., für den Ctr. 5—5½½ fl. Wie theuer die Aepfel sind, ergibt sich schon daraus, daß ein Bäumchen mit Borsdorsern zu 11 fl. verkauft wurde. Ein Theil der Aepfel ist nach Baden-Baden bestimmt. Wiesbaden. Die neueste„Kurliste“ zeigt einen Anzeige der Eltern sind am 7. d. M. Luise und Max Saccörsberg, Erstere 11, Letzterer 10 Jahre alt, aus dem Hause Ablerstraße 21 spurlos verschwunden. Die Eltern ersuchen Jeden, der eiwas von dem Aufenthalte dieser Kinder weiß, um schleunige Nachricht. Stuttgart. Vor Kurzem hat Nachts um 10 Uhr eine Schildwache am Pulvermagazin einen Kameraden, welcher den Veisuch machte, die Schiloͤwache am Pulver- thurm mittelst zweier Scheinhölzer zu ängstigen, nach vorausgegangenem 6maligen Anrufen zum Halten auf eine Entfernung von circa 60 Schritten mitten durch die Brust geschossen, daß er sofort todt war. Vom Rheine. Als am vorletzten Sonntag ⸗Nach⸗ mittag das Dampfboot die„Königin“ von Königswinker aus weiter den Rhein hinauf fuhr, bemerkte dessen Capitän in der Nähe von Rolandseck einen ganz dichten Nebel auf dem Rhein, welcher sich schnell dem Schiffe näherte. Da ihm nun um diese Zeit der Anblick ein ungewohnter war und er nichts Gutes ahnte, hieß er alle Personen sofort von dem Verdeck sich in die Cajüte begeben. In der That stellte sich bald heraus, daß diese Vorsicht eine sehr weise war, denn gleich darauf befand sich das Schiff in einer Wasserhose, welche so stark war, daß sie nicht nur Alles, was nicht gehörig befestigt war, von dem Ver⸗ deck des Schiffes buchstäblich wegfegte, sondern basselbe auch noch derart sonst beschäbigte, daß es nicht mehr weiter konnte und zur Ausbesserung der Schäden hier landen mußte. Dürkheim. Nach einer Notiz in der„Neust. Z.“ hat das von hier gemeldete Unglück, welches eine hiesige geachtete Beamtenfamilie betraf, eine noch schrecklichere Ausdehnung genommen: der älteste Sohn hat sich in Köln am Ende der Rheinbrücke erschossen und ist in den Strom gestürzt, wo seine Leiche aufgefunden wurde. Coblenz. Wie aus Stromberg gemeldet wird, ist in den ersten Tagen dieser Woche der Vorsteher der dortigen Postexpedition, Geib, in Begleitung seines neunjährigen Sohnes verschwunden. Zugleich mit demselben werden 18,000 Thaler hauptsächlich in Staatspapieren, vermißt. agen sie, kann t eselbe] 6 n Städten des vereinigten Königreiches die Republik langung dieses Zieles sei in der Ordnung und es“ 1 ene eds ö nam 3223 V—— Essen. Am 8. d. hat ein bede⸗ Unfall auf der Bergisch⸗Märkischen Strecke zwischen Bochum zweier Eisenbahnzüge im Bahnhof Kösen zu überstehen. Nachmittags 4 Uhr war eben im Abfahren begriffen, als plötzlich die Beschädigung einer Bremse und in Folge dessen der Zug stillhalten mußte. Während man noch mit der Reparalur des leichten Schadens be⸗ Zahlreiche Personen, meistentheils zu den Abreisenden in Verbindung stehend, befanden sich am Bahnhofe. Im waggons des stillhaltenden Schnellzuges. Felsensturz— und die Katastrophe war erfolgt. verspätete Personenzug von Eisenach nach Halle suhr auß den voranstebenden Schnellzug. schädigt, wunderbarer und glücklicher Weise bloß einige Passagiere, scheinbar nur leicht verletzt. In dem Schnell- zug befanden sich u. A. der Großherzog von Weimar mit Gemahlin. Berlin. Dieser Tage fand hier in Arnim's Saal die erste ordentliche Generalversammlung des Vereins „Deutsche Mode? siatt, dessen Tendenz dahin gerichtet ist, alle deutschen Gewerbe, welche im Dienste der Mode wirken, möglichst von den Einflüssen des Auslandes zu emancipiren. Außer den hier in Berlin wohnenden Mit⸗ gliedern des Vereins hatten sich zahlreiche auswärtige, sowie eine Anzahl von Gästen eingefunden. Aus den erstatteten Berichten ist zu entnehmen, daß die Vereinsmit⸗ glieder sich aus ganz Deutschland, sowie aus Deutsch⸗ Oesterreich recruliren und daß die finanzielle Lage des Vereins trotz seines kurzen Bestebens eine glänzende ist. Der Verein konnte bereits ein großes, elegantes Vereins⸗ local miethen, sowie zur Gründung der Fachschule und zum Engagement von Lehrern(mit Gehalten von 600 sodann die Bildung von Sectionen für jeden einzelnen Zweig des großen Reiches der Mode und ließ diesem Beschlusse die That folgen. Ein Antrag, nach Berlin einen allgemeinen Congreß deutscher Herrenkleidermacher zu berufen, fand einstimmige Annahme, und es soll dieser Congreß im August 1872 stattfinden. Aus Basel wird berichtet: Dieser Tage reiste der hiesige Friseur A. mit einem Rückbillet nach Mühlhausen. Dort angekommen, fragte ihn der deutsche Zollbeamte ganz böflich, ob er vielleicht etwas zu verzollen habe. „Ja“, antwortete unser Friseur,„e verreckte Katz!“ Da der dieser Rohheit gegenüber mit Geistesgegenwart han⸗ delnde Beamte im Augenblicke nicht zu wissen vorgab, welcher Zollsatz auf verreckte Katzen angesetzt sei, so lud er unsern Friseur ein, sich in das anstoßende Zimmer zu begeben. Er ging und— der Beamte drebte den Schlüssel um und der Friseur war gefangen.— Erst des Abends spät öffnete der Beamte wieder die Thür und berichtete dem Gefangenen, daß er(der Beamte) sich alle Mühe gegeben babe, den Zollsatz der verrecken Katzen aufzufin⸗ den, daß es ihm aber nicht gelungen sel. In seiner Ver⸗ legenheit babe er alsdann nach Berlin telegraphirt, um daselbst anzufragen. So eben sei nun die Rückantwort eingelaufen, daß verreckte Katzen zollfrei seien; der Herr Friseur könne nun unbehelligt weiter gehen. Nun war aber das Vergnügen in Mühlhausen vorüber, der letzte Zug nach Basel war schon abgefahren, und so blieb unserem zu übernachten und des andern Morgens in der Frühe der Heimath zuzueilen. Das Rückbillet war natürlich verfallen. Glaubwürdigen Nachrichten zufolge soll unser Friseur den Entischluß gefaßt haben, bei seinen Reisen nach Deulschland nie mehr„verreckle Katzen“ mit sich zu fübren. Denn wenn sie auch, wie nun amtlich sestgestellt ist, zollfrei sind, so möchte er doch sich nicht wieder der Verlegenheit aussetzen, einen Tag lang eingesperrt zu werden, und sogar ohne Wasser und Brod. London. Während der Cholera⸗Epidemie von 1866 wurde bei den Beamten des Londoner Postamtes die sol⸗ gende Orangeade mit vestem Erfolg an Stelle des Trink⸗ wassers gebraucht: 3 Unzen concentrirter Saft von Apfel⸗ sinenschalen, 12 Unzen gewöhnlichen Syrups, 4 Gallonen Schwefelsäure. Von diesem Getränk, dessen Herstellung Von der hiesigen Oberpostdirection ist für Ergreifen des der Königin Victoria. Bei dem gewöhnlichen Entwichenen eine Belohnung von 1000 Thalern ausgesetzt. auf 4½ d. per Gallone kommt, wurden im Londoner Posi⸗ amt während des Jahres 1866 1850 Gallonen verbraucht. kle einen t noch nie dagewesenen Preis lich 11 r. per Pfd., 25 Eu kf 1 5 gegen ist Wüidyr rasch gesunken, der Haase von 1½ bemerkt wurde schäftigt war, ertönte wie aus einem Munde von allen Seiten der Angstruf:„Alle aussteigen! schnell! schnelll⸗ Mehrere Wagen sind be⸗ bis 1500 Thlrn.) schreiten. Die Versammlung beschloß 17 ein Maschinist gelddtet und mehrere Zugbeamte mehrt Aus Kösen schreibt man vom 8. Sept.: Einen wahrhaft grauenvollen Schrecken hatten heute die Passagiere Der dichlbesetzte Schnellzug von Frankfurt nach Berlin ö gellen Aufschrei stürzte Alles nach und aus den Eisenbahn⸗ Ein prasselnder Krach, wie ein Gemisch von Mitrailleusengeknatter und Der wackeren Friseur keine andere Wahl, als in Mühlhausen Uekochten und gefilterten Wassers und 3 Unzen verdünnter