1 1871. Samstag den 14. Januar. N 6. berhessischer Anzeiger. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. — Amtlicher Theil. Nachverzeichnete Gesetze ꝛc. sind im Bundesgesetzblatt des Norddeutschen Bundes publizirt worden. Nr. 50. Nr. 597. Dessen über Gründung des deutstten Bundes und Annabme der Bundesverfassung. Verfassung des deutschen Reich.— Nr. 598. Protokoll, betreffend die Vereinbarung zwischen dem Nord deutschen Bunde, Baden und Vom 15. Nov. 1870.— Nr. 599. Vertrag zwischen dem Norddeutschen Bunde, Baden und Hessen einerselts und Würtemberg anderselts, betr. den Beltritt Würtembergs zur Verfassung des dertschen Bundes nebef dem dazu gehörigen Protekoll. Vom 25. Nov. 1870.— Nr. 600. Bekauntmachung, betr. die Einführung der Wechselsttmpelßeuer in die Hobenzollern'schen Lande. Nr. 601. Consulnernennung detr. Vom 30. Dez. 1870.— Wer ri chte n. Zu Bürgermeistern und Beigeordneten für die Dienstperiode 1871/73 sind dis daher ernannt worden: 1) In der Bürgermeisterei Fauerbach v. d. H. der seit⸗ herige Großherzogliche Bürgermeister Philipps und der seitherige Großherzogliche Beigeordnete Winter zu Fauerbach v. d. H. 2) In dern Bürgermeisterei Hausen der seitherige Groß— berzogliche Bürgermeister Häuser zu Hausen und die seitherige Großherzoglichen Beigeordneten Häuser zu Hausen und Fett zu Oes. 3) In der Bürgermeisterei Hoch Weisel der seuherige Großberzogliche Bürgermeister Mohr und der seitherige Großherzog— liche Beigeordnete Schäfer zu Hoch- Weisel. 4) In der Bürgermelsterei Kirch-Göns der seitherige Großherzogliche Bürgermeister Weber und der seitherige Großher— zogliche Beigeordnete Müller in Kirch-Göns. 5) In der Bürgermeisterei Maibach der seüherige Groß— herzogliche Bürgermeister Philippi und der seitherige Großherzogliche Beigeordnete Althenn zu Maibach. 6) In der Bürger meisterei Münster der seitherige Groß— herzogliche Bürgermeister Reineck und der seitherige Großherzogliche Beigeordnete Theis zu Münster. 7) Ju der Bürger meisterei Münzenberg der seitherige Großberzogliche Bürgermeister Jäger und der seitherige Großherzog— liche Beigeordnete Walther zu Münzenberg. 5 0 8) In der Bürgermeisterei Nieder ⸗Florstadt der seitherige Großherzogliche Bürgermeister Wagner und der seitherige Großherzogliche Beigeordnete Schaubach zu Nieder- Florstadt. 9) In der Bürgermelsterei Nieder- Mörlen der seit⸗ herige Großherzogliche Buürgermeister Möbs und das Gemeinderaths— mitglied Rack zum Beigeordneten in Nieder-Möͤrlen. 10) In der Bürgermelsterei Nieder-Weisel der seit— berige Großherzogliche Buürgermeister Reuter und das Gemeinderaths— mitgsied Heinz in Nieder- Weisel zum Beigeordneten. 11) In der Bürgermeisterei Nieder⸗Woöllstadt der seitherige Großherzogliche Bürgermeister Stoll und der seitherige Großherzogliche Beigeordnete Buff zu Nieder-Wöllstadt. 12) In der Bürgermeisterei Ober⸗Rosdach der seit⸗ herige Großherzogliche Bürgermeister Blecher und der seitherige Groß— herzogliche Beigeordnete Becker zu Ober Rosbach. 13) In der Bürgermeisterei Ober⸗Wöllstadt der sen⸗ herige Großherzogliche Bürgermeister Feuerbach und der seitherige Großherzogliche Beigeordnete Reskony in Oder⸗Wöllstadt. 14) In der Bürgermeisterei Ockstadt der seitherige Großherzogliche Bürgermeister Groöninger und der seitherige Groß— herzogliche Beigeordnete Dienst in Ockstadt. 15) In der Bürgermeisterei Ossenheim der seitherige Großherzogliche Bürgermeister Maul und der seitherige Großherzog— liche Beigeordnete Kopp zu Ossenheim. 16) In der Bürgermelsterei Soͤdel der seitherige Groß⸗ herzogliche Bürgermeister Reitz und das Gemeinderathsmitglied Hensel zu Soͤdel zum Beigeordneten. 17) In der Bürgermeisterei Steinfurth der seitherige Großherzogliche Bürgermeister Schultheiß und der seiherige Groß⸗ herzogliche Beigeordnete Alt in Steinfurth. 18) In der Bürgermersterei Trais-Münzenberg der seitherige Großherzogliche Bürger meister Gorr und der seitherige Großherzogliche Beigeordnete Tag zu Trais Münzenberg. 19) In der Bürgerweisterei Wisselsheim der seit⸗ herige Großherzogliche Bürgermeister Huber und der seitherige Groß herzogliche Beigeordnete Steinhauer in Wisselsheim. Friedberg den 12. Januar 1871. Großherzogliches Kreisamt Friedberg Trapp. Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. Der Großherzogliche Beigeordnete Johs. Hoffmann IV. von Wölfersheim ist als Mitglied des Wiesenvorstandes daselbst ernannt und verpflichtet worden. Kriegs nachrichten. Officielle militärische Nachrichten. Versailles, 11. Jan. Die Beschießung der feindlichen Werke und Geschütz-Emplacements kräftig fortgesetzt, wobei diesseiis 9 weiter vor- geschobene Batterien in Thätigkeit traten. Die Kasernen des Forts Issy wurden in Brand geschossen. Diesseitiger Verlust an Todten und Verwundeten 2 Ossiziere, 7 Mann. v. Podbielsky. f(Vorstebende Depesche konnte nur noch in einem Theile der gestrigen Ballage Aufnahme finden.) Karlsruhe, 11. Jan. Ein Extrablatt der „Karler. Zig.“ bringt ein Telegramm des Generals von Werder aus Lure vom 10. d., wonach das 14. Armeccorps am 9. den Feind überraschte und in der Flanke angriff, Viller-Sexel mit Sturm nahm, 16 Ossiziere und 500 Gefangene machte und 2 Aoler eroberte Diesseltiger Verlust nicht 1 Schwerin, 12. Jan. Telegramm des Groß- kurzen Zeit der Indieposition die Arbeiten alle herzogs an die Großherzogin: Connerre, 11. Jan., selbständig weitergeführt. Abends 8 Uhr. schrtitung des L'huine- Baches, nördlich von Le Mane, heute heftige aber siegreiche Gefechte bei Lombron und La Chapelle. Fast 10,000 Ge— fangene; geringe Verluste. Morgen gegen Le Mans vorwärts. BVersatlles. Der Kriegs- und Marine- Minister, General der Infanterie, Albrecht von Roon hat am 9. Januar sein fünfzigjähriges Jubiläum geftiert. Der König sandte dem Jubilar am Morgen dieses Tages ein Hand— schreiben, in welchem er seinen Dank für dessen Verdienste aussprach und denselben mit seinem Bildnisse beschenkte. Vormittags brachten der König und darauf auch der Kronprinz persönlich dem Jubilar ihre Glückwünsche dar. Da der Kriegsminister augenblicklich leidend ist, so konnte erheblich. General v. Glümer meldet, daß von er außerdem nur noch die Besuche des Generals der badischen Dipision Thesle der 2. und 3. Bri⸗ Grasen v. Moltke und des Bundeskanzlers Grafen gade, sowie 4 Batterien bethelligt waren. Marat fand eln Geschützkampf statt. Der Ort wurde mit einbrechender Nacht genommen. Die Verluste der Diviston sind nicht bedeutend. Bei v. Bismarck empfangep. Versailles. Graf Bismarck, der ein wenig leidend gewesen, ist wieder völlig hergestellt; der unermüdliche Bundeskanzler hat auch während der Nach gestern erfolgter Ueber- — Der Correspondent der„Times“ in Ver- sailles betrachtet die Angabe, daß Trochu beab— sichtige, unter dem Schutze von Mont Valerien ein verschanztes Lager einzurichten und sich dort⸗ hin zurückzuziehen, wenn die Stadt nicht mehr zu vertheidigen sei, mit Rücksicht auf die Leistungen der deutschen Geschütze nicht länger mehr für baltbar. Ein solches Lager wäre dem Granat— feuer der deutschen Batterien ausgesetzt und keine Truppe könnte unter demselben das Plateau be— baupten. Als neueste Meldung berichtet der Correspondent, daß die französische Redoute von Notre Dame de Clamart von der Belagerungs- armee besetzt und gegen die Franzosen armirt worden sei In Paris bat die Ziffer der Sterblichkeit bereits eine surchtbare Höhe erreicht. Es starben in der Woche vom 24. bis 31. Dezember 3280 Personen, darunter 454 an den Pocken; dies sind indessen die Zahlen lediglich der in Privathäusern gestorbenen, die Hospiläler zugerechnet, werden an 4000 gestorben sein. Es ist dies eine schreckliche Zahl, die sich, im selben Verbältniß sortgesetzt, pro Jahr auf 10 Proz. der Bevölkerung berechnet. — Die Geschosse der Belagerungsarmee vor Paris erreichen bereits das Herz der Stadt; bis ins Palais de Luxemburg schlugen dieselben ein und in den Vorstädten sind dereits bedeutende Feuersbrünste ausgebrochen. Die deutschen Be⸗ lagerungs batterien auf der Südfront sind der Enceinte bis auf 5000 Schritt nahe; nach der Besetzung der am Abhang der Höhe von Meudon gelegenen Schanze Notre Dame de Clamart, welche dereits umgebaut ist, ist indeß die Entfernung um beinahe 1000 Schritt verringert; von Clamart bis zur Cite-Insel mit der Notre-Dame sind es circa 9000 Schritt. Was die Anzahl der ver⸗ wendeten Geschütze betrifft, so sollen bei Meudon⸗ Clamart 80 Geschütze stehen; bei Chevilly zwischen Sceaur und Choisp le Roix sind 64 in Thätig⸗ keit, welche hauptsächlich gegen Villejuif und die vorliegenden Schanzen ihr Feuer richten. Auf der Westseite sind, kaum 3000 Schritt vom Mont Valerien entfernt, etliche 40 Geschütze auf den Höhen von Garches in Position, während längs der Ostseite des Parks von St. Cloud einige Batterien auf die gegenüberliegende Halbinsel der Seine, auf die Enceinte bei Point du jour, auf Auteuil, Grennelle und Boulogne feuern und in der Lage sind, bis in die etwa 10,000 Schritt entfernten Elyseengärten dicht am Louvre zu feuern. Weiter westlich befinden sich auf dem anderen Ufer der Seine Batterien bei Carrieres und bei den Steinbrüchen von Argenteuil, welche die Schanzen von Gennevillers und das befestigte Lager am Nordwestabhang des Mont Valerien zum Zielobjekt haben. Im Bereiche der vierten Armee sind Schanzen gegen die Forts von St. Denis auf dem Windmüßhlenberg bei Pierrefitte errichtet, andere Schanzen bei le Blanc Mesnil beschießen die vor den Fort Aubervilliers gelegenen Erdwerke von Drancy und Lobigny in der Front, während letztere gleichzeitig von den Batterien bei Raincy in der Flanke gefaßt werden. Wider die Ostfront feuern die Batterien von Raincy, Gagny und Maison blanche und die neuerdings auf dem Mont Avron errichteten Batterien. Die außerhalb der Euceinte gelegenen Vorstädte Re- mainville, Montreuil, Charonne und Vincennes sind hier dem Bombardement ausgesetzt. Endlich beschirßen noch bei Noisy, Champigny und Meolp, zwischen Marne und Seine, einige Batterien die Südostfront von Paris, die Lünetten von St. Maur und das Fort Charenton und schließen so den weiten Ring des Bombardements, das von allen Seiten gegen die Stadt und die Forts gerichtet ist. — Der Londoner„Daily Telegraph“ will von einem bereits im deutschen Hauptquartier festgestellten Programm nach dem Falle von Paris wissen, das ungefähr, wie folgt laute: Erstens, der König betritt die Stadt gar nicht, wie dies noch vor zwei Monaten die Ab⸗ sicht Sr. Majeslät war. Er kehrt unverzüglich nach Berlin zurück, die alliirten Armeen unter dem Commando der beiden königl. Feldmarschälle belassend. Paris selber erhält keine Garnison; die Beschützung der Stadt wird der National- garde, die nicht entwaffnet werden soll, anvertraut. Die regulären Truppen und die Moblots werden selbstverständlich nach Deutschland geschickt. Die Forts erhalten deutsche Besatzungen. Die Haupt- armee der Belagerer, wie auch die beiden anderen nunmehr im Felde stehenden deutschen Armeen ziehen sich nach der Champagne zurück, welche Provinz sie als Pfand für die Kriegskosten u. s. w. besetzen. Elsaß und Deutsch⸗Lothringen betrachtet Deutschland als sein Eigenthum, jetzt und für immer. Im Besetz der Pariser Forts und der Champagne werden die Deutschen in Friedens- unter handlungen treten und es Frankreich völlig freistellen, seine Regierung zu rcconstituiren und den Krieg nach Belieben fortzusetzen oder nicht. Der Correspondent glaubt, die Genauigkeit dieses Programms als zuverlässig bezeichnen zu können. — Der k. Commissär und Militärinspektor der freiwilligen Krankenpflege, Fürst Pleß, erläßt folgende Bekanntmachung aus Versailles, 3. d.: „In neuester Zeit haben sich wiederholt einzelne Kriegsschauplatze zur Pflege Erkrankter und Ver wundeter eingefunden, ohne von den befugten Stellen adgesandt worden zu sein. Abgesehen von der Unzulässigkeit dieses Verfahrens ist die nutzbringende Verwendung einzelner Pflegekräfte nur in den seltensten Fallen möglich, weshalb schon öfter Rücksendungen in die Heimath an- geordnet werden mußten. Ich kann daher Pflegern und Pflegerinnen, welche weder von den leitenden Stellen berufen worden, noch die Zusicherung einer bestimmten Verwendung erhalten haben, nur dringend abrathen, sich nach Frankreich zu begeben, und dies um so mehr, als in den zahlreichen Pflegestätten der Heimath die Gelegenheit nicht fehlt, die angebotenen Dienste zu leisten.“ Champigny, 7. Jan. Dem„Schw. M.“ wird gemeldet: Gestern Mittag 11 Uhr begann die Beschießung der Schanzen von St. Maur, sowie der am rechten Marne⸗Ufer gelegenen Häuser, in denen die französischen Feldwachen ausgestellt waren. Trotz des Nebels, der in den vorher- gehenden zwei Tagen den Beginn des Bombar⸗ dements auf dieser Seite unmöglich gemacht hatte und auch gestern die Fernsicht beschränkte, unter- hielten die vier auf der Höhe von Champigny verschanzten Batterien ein wohlgezieltes Feuer. Gleich die ersten Granaten trafen und zündeten und in kurzer Zeit brannten vier Häuser. — Nach einer Mittheilung der„Köln. Ztg.“ wäre General v Manteuffel zum Oberbefehlshaber der neugebildeten Ostarmee(Werder ⸗Zastrow) ernannt worden, während General v. Göben an seiner Stelle das Commando der Nordarmee und Bentheim das der ersten Armee übernähme. Pruntrut, 10. Jan. Zwischen 2 und 4 Uhr fand zwischen 600 Deutschen und 400 Fran- zosen bei Abbevillers hart au der schweizerischen Gränze ein Vorpostengefecht statt. Aus Baden, 10. Jau. Gestern fand ein Kampf der Truppen des Corps Werder mit den Franzosen zwischen Vesoul und Belfort südlich von Lure bei Viller-Sexel statt, von dem man bis jetzt Folgendes in Erfahrung bringt. Der Feind wendete sich, nachdem seine Recognoscirungen gegen Vesoul zu eine scharfe Abweisung erfahren halten und er die Positionen bei Echenoz und Levrecey hatte räumen müssen(5. und 6. d.), rechts gegen Belfort. Unsere Truppen folgten ihm und erreichten ihn bei Viller⸗Sexel. Dieses wurde genommen und nebst den anderen genom- menen Positionen behauptet. Man spricht von mehr als 500 Gefangenen, darunter eine Anzahl Offiziere, die unsererseits gemacht worden, und zwei weggenommenen Adlern. Der diesseitige Verlust sei nicht bedeutend. Uebrigens dauerte der Kampf bis in den späten Abend hinein.— In militärischen Kreisen wird auf die Erstürmung von Danjoutin südlich vor Belsort in der Nacht des 7. d. großes Gewicht gelegt, weil die Citadelle und das Fort La Perche jetzt erreich⸗ bar sind. Hessen. Darmstadt. Nach zuverläs⸗ sigen Nachrichten sind die nach dem Gefecht bei Montbarrais am 24. Nov. v. J. vermißten, in der 4. Schwadron 2. Reiter-Regiments stehenden Lieutenant Freiherr v. Riedesel mehr⸗ fach verwundet, Sergeant Gries, leicht ver⸗ wundet und Sergant Neumann, sowie die Chevaulegers Freiherr v. Jungenfeld, Schneider, Innewein und Herge, wahrscheinlich unver⸗ wundet, in französische Gefangenschaft gerathen und befinden sich nach den eingegangenen Nachrichten wenigstens zum Theile in Le Puy (Haute Loire). Chevauleger Espenschied ist im Hospital zu Bois commun am 24. Nov. v. J. gestorben. Chevauleger Härther(Herder) befindet sich als leichtverwundet im Lazareth zu Orleans und Chevauleger Muth, welcher bei Bellegarde am 24. Nov. verwundet wor⸗ den ist, in befriedigendem Zustande zu Pithiviers. t Friedberg, 12. Januar. Nach der „Fr. Presse“ von gestern hat ein Mitglied einer akademischen Gesellschaft in einer Stadt in der französischen Provinz Lyonnais in einem Vor⸗ Personen, namentlich einzelne Frauen, auf dem trag gesagt:„In Deutschland sind jetzt 3 400,000 Franzosen kriegsgefangen, die deutschen Frauenzimmer sind sehr gefühlvoll, die Franzosen sehr zu⸗ thulich, zumal Gatten und Bruder bei der Landwehr vor Paris oder an der Loire stehen. In zwanzig Jahren wird es daher) in Deutschland eine neue Generation geben, welche in Folge der Mischung der Racen nichts mehr von dem germanischen Haß gegen Frankreich in sich trägt. Die beiden Schwesternationen werden sich dann die Hände reichen, die großen Combinationen Bismarcks durch ein kleines Naturspiel vereitelt werden und davon die große allgemeine Ver⸗ änderung der Nationen ihren An⸗ fang nehmen.“ Siehe da eine Frucht der widerlichen Schönthuereien, deren sich in einer Art humanitären Bildungssfiebers deutsche Frauen gefangenen Franzosen gegenüber an Eisenbahnen, auf Verpflegstationen, in Lazarethen schuldig gemacht haben!— Aber wem schwillt die Zornesader nicht, wenn er obige Auslassung liest? Schmach über jedes deutsche Weib— ob Frau oder Mädchen—, das Schaam und Ehre so weit vergißt, daß es an sich in Er⸗ füllung gehen läßt, was ein frivoler Franzose die Unverschämtheit hat, als bei allen deut⸗ schen Frauen sich von selbst verstehend voraus— zusetzen!— Schweiz. Bern. Die Regierung hat für die nothleidenden Schweizer in Paris eine Unter- stützung von Fr. 2000 ausgesetzt. Frankreich. Paris. Eine Proclamation der Gesammtmitglieder der Barrikaden⸗Commission zählt die Resultate ihrer Thätigkeit in Betreff des Empfanges des Feindes auf. Bezüglich der Erdsäcke zur Deckung der Barrikaden werden die letzten Vorbereitungen angeordnet. Die Mitglieder schwören, Paris, das freiheitliche Bollwerk der Republik, von Schritt zu Schritt aufs Blutigste vertheidigen zu wollen.— Die Menge hat aller Orten die rothen Affichen zerrissen, welche den Umsturz der Regierung, die Vertheilung von kosten— freien Rationen und cinen Massenauefall fordern. Großbritannien. London. In der City werden französische Tresurscheine, welche von der Regierung in Bordeaux wahrscheinlich an englische Armeelieferanten als Zahlung ausgegeben wurden, offerirt. Dieselben können jedoch nur mit den größten Opfern bei einer geringen Anzahl von Geschäftshäusern diecontirt werden. Allem Anscheine nach ist die Regierung in Bordeaux in der bedrängtesten finanziellen Lage. — Aus Versailles wird unterm 11. Januar gemeldet:„Die Beschießung der feindlichen Werke vor Paris wird kräftig fortgesetzt, zum Theil durch neue, mehr gegen die Stadt vorgeschobene Batterien. Die Casernen des Forts Issy brannten nieder. Der diesseitige Verlust beträgt 2 Offiziere 7 Mann. Neuestes. Versailles, 12. Jan. Am 11. batten die gegen Le Mans in Bewegung gesetzten Corps bis zur Dunkelheit heftige Kämpfe zu bestehen. Das Debouché von Champagne wurde erkämpft. Arches Chateau, sowie 7 Geschütze und Mitrailleusen wurden genommen. Die Zahl der am 10. in unsere Hände gefallenen Gefangenen beträgt nicht, wie bisher angegeben, 2000, sondern allein bei der im Centrum vorgedrungenen Celonne 5000 Mann und 4 Mitrailleusen.— General v. Werder, nachdem er von Vesoul links abmarschirte und hierbei am 9. im Gefechte von Diller⸗Sexel den Gegner, welcher seinen Marsch behindern konnte, zurückgeworfen, hat seine Bewegungen am 10. ohne weiteres Gefecht fortzesetzt. London, 13. Jan. Aus Versailles wird heute Nacht gemeldet: Die französische West⸗ Armee wurde von der zweiten deutschen Armee unter Prinz Friedrich Karl und dem Großherzog von Mecklenburg bei Le Mans vollständig ge— schlagen. Die Stadt wurde genommen. Große Vorräthe erbtutet. Der Feind wird versolgt. 52. g Javaensß zlugpl u, 8 49% L uf doch 10 usqzu pana 12 belege dant; berpo wirt dente egtetn Holzversteigerung. 1 Freitag dev 20. d. Mie Vormittags 10 Ubr, kommen in dem Gräflich Leimingen'schen alddistelkte „Lieder“ dei Ildenstadt nachssebende Dolzsortimente zur offentlichen Versteigerung an die Meistdtetenden? 1 33 Stecken Buchen ⸗Scheltholz. b 2„ Eichen- Scheitdolz, 1„ Busen Prügelßholz, 1„ Eichen ⸗Prügelbolh, 19„Buchen Stockbolz 2. 1d lgomeng Huge * n 1* Saanen nac Waun 2„ Elchen⸗Stockbolz, 1100 Stück Buchen Wellen, 200„ Eichen⸗Wellen, 100„ Erlen- Wellen, 700„ Dorn⸗Wellen 2 Eichenstämme von 40 und 53 Fuß Länge und 12 bis 15 Zoll mitnerem Durchmesser, 3 Buchen Stämme von 25 dies 40 Fuß Länge und 15 bis 30 Zoll mittlerem Durchmesser, und 3 Buchen Stöcke, zu Kummetböliern geeignet. Gegen genügende Bürgschaft wird Zahlungofrist bis 1. Septemder d. J. gestattet. Schloß Ilbenff dt, 9. Januar 1871. Gtäflich Leiningen'sche Rente Ble ta u. Bekanntmachung. 101 Die am 9. und 10. d. M. in den Zreiberrlich d. Franckenstein'schen Walddistrieten„Löwenwald,“ „An der Sandkaut“ und„Kreuztannen“ abgehaltene Dolzversteigerurg ift genehmigt. Erster Fahrtag: Montag den 16. Januar 1871. Odstadt den 11. Januar 1871. Der Frb. v. r Ober förstet u mp f. Freiwillige Versteigerung. 116 Oer Unterzeichnete ist beauftragt nächsten Mittwoch den 18. d. Mis., Morgens 9 Ubtr anfangend, im Hotel Trapp dahier nachfolgende Gegenstände einer öffentlichen Bersieigerung auszuseßen: Eine Partie wollene Waaren, Derrenkragen, Chemtisetten, Glacs, und Militär Hand cube, verschledene Tülles, Spitzen, Bänder im allen Breiten, eine Partie künstlicher Blumen, Federn, Schleier, Winter- und Strobdüte u. m. a.— Auch elne gänzliche Ladeneinrichtung(Glasschrank, Realen, Ladentisch, Glas. lasten), sowie ein Tisch, Stühle, ein Spiegel und eln Damaßtvorbang kommen zur Versteigerung, won Lied daber höflichst eingeladen werden. Friedberg. Schwarz, poltarotoi. 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Zum Besten des Comites für Erftischung der durchpassirenden kranken& verwundeten Soldaten Theatralische Abendunterhaltung, unter Mitwirkung einer hiesigen Dilettantenkapelle. Zur Aufführung kommen: Durch' 2 Schlüsselloch. Schwank in 1 Aufzuge von Salingré. Hierauf:* Humoristische Studien. rere e Zum Schlusse: Komische Gesangs⸗ Vorträge. Kasse⸗Oeffnung 7 Uhr.— Anfang 7½ Uhr. W Der Saal ist geheizt. 108 Einzeldillets: reservirter Platz 42 kr., erster Platz 24 kr., zweiter Platz 15 kr. sind bis zum Sonntag Nachmittag 4 Uhr bei den Herren Bindernagel& Schimpff, C. F. Walz und im Hotel Trapp, sowie Abends an der Kasse zu haben. Die Mitglieder. Vorschuß-& Creditverein zu Friedberg. (Eingetragene Genossenschaft.) 46 Wir machen wiederholt darauf aufmerksam, daß unsere Kasse NUr Vor⸗ mittags von 8 bis 12 Uhr offen. Der Vorstand Hecht. Weis. Ermus. 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DTürkische! und Bamberger Zwetschen 112 in ganz vorzüglicher Waare bei Wilh. Fertsch. Petroleumlampen, eee e Cylinder, Petroleum⸗ Vasen, Moderateur⸗ Kugeln, Gas⸗ schaalen ꝛc. ꝛc. billiast bei 124 Georg Groß. Große wollene und seidene Halstücher 74 für Herren n, Damen äußerst billig bei K. Friedrich neben der Post. Leinen Maschinengarn, Baumwoll. Einschlaggarn und Uelzener Pöppchesflachs, 64 schönster Qualität, empfiehlt billigst H. W. Hatteroth Nachfolger. Todesanzeige und Dauksagung. 117 Dem Allmächtigen hat es gefallen unsere geliebte Gattin und Mutter 5 Margaretha Schmidt, 0 geb. Heß in ein besseres Jenseits abzurufen. Indem wir biervon Verwandten, Freunden und Bekannten Mittheilung machen, sagen wir zugleich Allen, welche die Dahingeschtedene zur letzten Ruhestätte geleiteten, den innigsten Dank. 5 Friedberg den 12. Januar 1871. Die trauernden Hinterbliebenen. Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Epangclische Gemeinde. 2. Sonntag nach Epiphanias. Pfarramtswoche Herr Pfarrer Baur. Gottesdienst in der Stadtkirche: Vormiltags: Herr Pfarrer Schwabe. Nachmitlags: Herr Diakonus Meyer. Gottesdienst in der Burgkirche: Vormittags: Herr Candidat Völsing. Nachmiltags: Fällt aus. Sonntag Abend um sechs Uhr Missionsstunde in der Burg kirche. KAatholische Gemeinde. Samstag um 3 Uhr Nachmittags Beichte. 2. Sonntag nach Epiphanie. Fest des heiligsten Namens Jesus. Vormittags: 10 Ubr Hochamt mit Segen und Preditzt. Nachmittags: ½2 Uhr Christenlehre und Vndacht. Montag kein Goticsdienst. Beginn des Gottesdienstes an den anderen Wechentagen Morgens 7¼ Uhr. Einladung. Nächsten Montag den 16. Januar wird in Ilbenstadt das Fist des heiligen Gottfried gefeiert. Am Vorabende und des Morgens am Festlage Beichte; Vormiitags ¼10 Uhr feierliches Hochamt mit Predigt; um 2 Uhr Nachmtllags findet eine Versammlung zur Besprechung der Lage des Heiligen Vaters statt, wozu alle Katholiken von nahe und ferne mit der Bitte um recht zahlreiche Betheiligung ergebenst eingeladen werden. Verantw. Redact.: Hermann Schimpff. Zu haben bei allen Buchhändlern und Buchbindern. In Frledberg be Bindernagel& Schimpff. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpff. (Hierzu Unterhaltungs- Blatt Nr. 2 und eine Beilage.) Beilage. Bberhessischer Anzeiger. Kriegs nachrichten. Aus Paris reichen die neuesten Nachrichten der englischen Blätter bis zum 4. Januar. Die Ankündigung, daß Mont Avron geräumt worden, schreibt der Pariser Correspondent der„Daily News“, hatte eine sehr niederdrückende Wirkung, 6. zösischen Kriegsentschädigung darauf bedacht nehmen, aus derselben den Kreisverbänden und Städten die Beträge für Kriegsleistungen und Unter— stützungen zu erstatten. — In Bezug auf die in neuerer Zeit vor- gekommenen Fluchtversuche französischer kriegsge⸗ verbunden mit einer stark unterlaufenen Miß stimmung gegen Gencral Trochu, dessen Strategie man als fehlerhaft erachtet, erzeugt. Man glaubte, daß er nicht wieder die Offensive ergreifen werde, es sei denn unter großem Drucke von Seiten des Publikums, und dieser dürfte allem Auscheine nach ausgeübt werden. Inzwischen zeigten die Pariser keine Neigung zur Uebergabe. In Folge des Mangels an Feuerungsmaterial war es zu einigen Ausschreitungen gekommen, indem das Volk, der Aktion der Regierung vorgreifend, Stacketen und Bäume gefällt hatte; aber ernstliche Ruhestörungen hatten nicht stattgefunden. Die Kälte war durch- dringend und die Sterblichkeitsrate dieserhalb fürchterlich hoch. Während der am 31. Dezember endenden Woche betrug die Gesammtzahl der Sterbefälle 3280 oder 550 mehr als in den beiden vorhergehenden Wochen. — Allen Nachrichten zufolge, welche aus Paris herausgelangen, wird die Stellung des Generals Trochu immer schwieriger. Seitdem die Beschießung der Außenwerke, wie es scheint, mit größerem Erfolg, als es bisher von Außen tonstatirt werden konnte, begonnen hat, wächst die Aufregung und die Ungeduld im Innern, und Aller Gedanken richten sich mit jedem Tage mehr auf eine„kräftige Aktion“ gegen die Belagerer. Man sieht darin das letzte, verzweifelte Mittel, um das langsam, aber unaufhaltsam herannahende Ende zu verzögern. Im Schoße der Regierung selbst bestehen J. Favre und E. Picard nament- lich, die bisher die Vertreter der die Friedens- eventualität im Auge behaltenden gemäßigten Partei waren, auf einem energischen Vorgehen. Allein Trochu will noch immer nicht von dem seither verfolgten Plane abgehen. Die Pariser Journale, welche bisher über den Charakter der Vertheidigung sehr gethtilter Ansicht waren, for- dern seit der Räumung des Mont Avron ein- stimmig eine„festere Initiative“ und fallen mit dem schärfsten Tadel über die Berichte des Ge— neralstabschefs Schmitz her, dessen„preußischer“ Name sogar in der Bevölkerung jetzt böses Blut macht. Wie man allgemein annimmt, dürften im Innern von Paris für die nächste Zeit entweder neue und gewaltige Ausfälle vorbereitet oder Veränderungen in der obersten Leitung der Ver- theidigung vorgenommen werden, welche jedenfalls nicht ohne Rückwirkung auf den weiteren Verlauf und den Ausgang der Belagerung bleiben würden. Preußen. Berlin. Die„Kreuzzeitung“ schteibt:„Die Depesche des Grafen Beust vom 26. Dezember v. J., in welcher derselbe die Neu— gestaltung des deutschen Reiches in rückhallloser Weise mit warmen Sympathien begleitet, ist von dem Grafen Bismarck mit dem Ausdruck des Einverständnissts und der Befriedigung zur Kennt- niß der deutschen Regierungen gebracht worden.“ — 11. Jan. Die„Provinzial-Correspon- denz“ schreibt: Die Reichstagswahlen können nicht, wie hier und da angenommen wird, schon im Januar, sondern frühestens etwa Mitte Februar stattsinten. Bezüglich der Kriegserecignisse schreibt das genannte Blatt, daß aus den Corps der Gentrale v. Werder und v. Zastrow, sowie anderen bedeutenden Truppenabtheilungen eine große Ostarmee gebildet und unter ein eigenes Obertommando gestellt werden dürfe. Das Schick sal von Paris, sagt die„Provinzial Correspon— denz“ weiter, wird wohl in nicht langer Zeit zur Entscheidung gelangen. fangener Offiziere ist folgender Befehl erlassen: „Die kriegsgefangenen französischen Offiziere haben sich unsererseits einer so schonenden Behandlung zu exfteuen, wie man sie pflichischuld ig und gern jedem vom Unglück betroffenen Ehrenmanne an⸗ gedeihen läßt. Ausgeschlossen hiervon müssen aber Diejenigen werden, welche durch ihre Handlungen auf dae Prädikat eines Ehrenmannes Verzicht leisten. Demnach wird der in Hamburg internirte französische Lieutenant Marchesan des 91. Linien⸗ Infanterieregiments, der, unter Bruch seines Ebrenwortes, eingeständlich auf der Flucht nach Marseille in Damenkleidern ergriffen worden, nach der Feste Bopen abgeführt, um fortan dort wit ein Sträfling behandelt zu werden. In gleicher Weise werden dorthin abgeführt die zur Zeit in Braunschweig auf Ehrenwort internirten französischen Offiziere Major Prinz Bonaparte und Capitän de Mondion, lich ihr gegebenes Ehrenwort zurückgezogen und damit ausgesprochen, daß sie ihrerseits sich nicht mehr an dasselbe binden. Hierdurch haben sie aber auch genugsam dargethan, daß unser bis- heriges Vertrauen zu ihrem Ehrenwort ein un— berechtigtes war. Allen kriegsgefangenen fran⸗ zösischen Offizieren ist von diesem Befehl Kennt— niß zu geben.(gez.) v. Falckenstein.“ Bayern. München, 11. Januar. Die Kammer der Abgeordneten begann deute die Dis- cussion über die Bundes verträge. Gegen ditselben sprachen Jörg und Ruland, dafür der Referent der Minderheit, Marquard Barth, und der Finanz ⸗ minister. Es sind noch 34 Redner eingeschrieben. Die Fortsetzung der Discusston findet morgen statt. — 12. Jan. Abgeordneter Kolb versucht eine Widerlegung des Finanzministers. Derselbe tutgegegnet kurz. Hierauf sprachen Gerstner, Sepp, Völk für die Verträge. Morgen findet die Fort- setzung der Debatte statt. Oesterreich. Wien. Wie der hiesige officibse Berichterstatter der„Karlstr. Zig.“ hört, ist der preußische Gesandte in der Lage gewesen, das demnächstige Eintreffen eines Abgesandten aus dem Hauptquartier mit einem Handschreiben des Königs von Preußen signalisiren zu können, welches der Anerkennung der hochherzigen Auf— fassung, der die Eröffnungen seines Cabinets be— züglich der Neugestaltung Deutschlands beim Kaiser persönlich begegnet, einen unmittelbaren und warmen Ausdruck zu geben bestimmt sei. Hiesige Blätter bestätigen diese Nachricht. Frankreich. Bordeaux. Die aus Bor- deaux kommenden Zeitungen vom 7. d. greifen theilweise die Politik der Regierung in Betreff des Auflösungsdecrets der Generalräthe an. Der „Constitutionnel“ signalisirt neben speciellen Pro— testen einen in Aue sicht stehenden Collectiv-Protest sämmtlicher Generalräthe. Marquis de Talhouet nennt in einem offenen Briefe aus Le Mans vom 31. December die gegenwärtige Regierung eine Willkürberrschast. Die„Opinion nationale“ sagt in einem Artikel:„Wozu haben wir das Kaiser— reich gestürzt? Es verstand seine Rolle doch besser!“ Der„Moniteur“ reproducirt diesen Artikel. Die Regierung ordnete die Unterdrückung des neu an— gekündigten„Amt du peuple“ an, weil dieser ein Friedensprogramm brachte, und ließ die Druckerei des Blattes für zwei Monate schließen. — Die Journale vom 6. d. enthalten ein Deeret, welches die Errichtung von Depots be— hufs Ausbildung der Artillerie der Nationalgarde verfügt. Ein weiteres Decret ordnet die Auflösung der Generalräthe von Algerien an. — Das Abgeordnetenhaus nahm den Antrag an, die Regierung möge bei Festsetzung der fran— — General Chanzz veröffentlicht folgenden amt— lichen Bericht aus Le Mans vom 11. d.: Die Armer Diese haben schrift⸗ Friedrich Karls und des Großherzogs von Mecklen⸗ burg verdoppelten heute(7) ihre Anstrengungen im Angriffe auf die Linie der Huisne und die südöstlich von Le Mans gelegene Stellung. Die allseitig gedrängten Colonnen mußten sich auf dite ihnen von vornherein zugewiesenen Stellungen zurückziehen. Das Gefecht war ungemein hestig in Montfort, Champagne, Parigne l'Eveque, Jupilles, Change, sowie an verschiedenen anderen Punkten. Die Brigade Pribel räumte nach leb— bastem, hestigen Widerstande ein von ihr besetztes Dorf. Wir erlitten heute empfindliche Verluste. (— Aus Bordeaux vom 5. Januar wird ge⸗ meldet, daß der Generalrath des Departements Maine et Loire einen energischen Protest gegen die durch Gambetta erfolgte Auflösung der Generalräthe erlassen hat. In demselben wird 62 Maßregel als eine dem Geiste der republi- kanischen Institutionen feindselige bezeichnet. — Die Havas'sche Pariser Correspondenz vom 8. meldet: Die Granaten fallen fortdauernd in das Faubourg St. Germain. Ein Geschoß platzte in der Rue St. Jaquts, als die Menge die dortige Kirche verließ. Unweit des Palais Luxembourg richteten die Geschosse Verheerungen an. Die Bewohner der bedrohten Stadttheile siedeln in sichere, leer stehende Häuser über. Das Entlassungsgesuch Delescluzes ist angenommen. Wie man versichert, haben die Deutschen an den Forts von Nogent und Rosuy Trancheen errichtet. Blanqui, Flourens, Mellier und andere Compro⸗ mittirte sind dem Kriegsgerichte überwiesen worden. Das Feuer des Feindes schaͤdet den Wällen wenig Dasselbe ist besonders stark auf das Fort Montrouge gerichtet, welches mit seinen größten Stücken antwortet.— Von der Belagerungsarmee werden täglich etwa 20,000 Granaten verschossen. Die von der Enceinte entferntesten Standpuncte, welche die Geschosse erreichen, sind die Rue Bufflot, Rue Vannttan, Avenue Breteuil, nahe den In- validen. Die Verluste seit dem 5. Januar be⸗ tragen 15 Todte und 60 Verwundete. Im Innern von Paris werden taglich Frauen und Kinder von Kugeln erreicht. Die Behöe den fordern die Einwohner auf, sich nicht an Orten zu versammeln, welche die Geschosse erreichen. An drei Stellen der Stadt brachen Feuersbrünste aus, die sofort gelöscht wurden.— In Paris soll die Wieder⸗ bolung einer aufständischen Bewegung, wie sie am 31. Okt. 1870 staltgefunden hat, nahe bevorge⸗ standen haben. Der geheime Zweck, welcher in der am 29. Dec. 1870 stattgehabten Versammlung der Maires von Paris verfolgt wurde, soll die Erzielung der Demisstonen Jules Fapres, Picards und Trochus gewesen sein. — Ein in dem Departement Nievres nieder- gegangener Ballon bringt die Nachricht, daß die Anzahl der Granaten, welche in der letzten Nacht in das Innere von Paris geschleudert worden sind, etwa 2000 betrage. Besonders heimgesucht waren die Straßen in der Nähe des Pantheons. Durch Brieftauben sind zahlreiche Depeschen aus den Provinzen eingegargen. Marquis Talzouet protestirt in einem Brief gegen die Auflösung der Generalräthe, da dieselbe eine Vernichtung der letzten gesetzlichen Macht sei.— Pinard ist ver⸗ baftet unter der Anschuldigung bonapartistischer Intriguen und der Vertheilung des Journals „Drapeau“. Laguerroniere ist ebenfalls mit Ver- baftung bedroht, jedech noch auf freiem Fuße, obschon ein Gerücht in entgegengesetztem Sinne in Umlauf war. Valenctennes. Der„Courrier du Nord“ meldet, daß der Handelsstand Nordfrankreichs von schweren Calamitäten betroffen sei, da keine Staats casse und kein Liller Bankhaus die neuen Circu⸗ lationsbillets auswechseln will. Berichten aus Havre zufolge sand am 10. d. bei St. Romain ein Vorpostengefecht statt. General Lopsel ist zum Oberbefeblsbaber der dei Havre operirenden Armet ernannt. Hofraithe- und Güter-Versteigerung. sollen im hiefigen Ratbbause die zum Nachlasse der g e Vorschuß-& Creditverein zu Friedberg. Friedrich Zobels Wittwe gebörenden Immobilen, nämlich: Gemarkung Friedberg. Flur. Nr. Klttr. 2. 271. 15,7. Hofratthe in der Stadt, 2. 80. 41. Grabgarten, Liebfrauengärten, 2. 83. 42. desgl. daselbst, Gemarkung Ockstadt. Klftr. 22. Gewann im Ried, Flur. Nr. 26. 64. auf freiwilligen Antrag erbvertheilungsbalber öffentlich Die hessische Division in meistbietend vergeigert werden. Friedberg am 6. Januar 1871. i Großberzoglich's Ortsgericht Friedberg Foucar. Main⸗Weser⸗Bahn. Bekanntmachung. 102 Bei der diesseltigen Verwaltung gehen fortwährend Gesuche um Zufuhr von Steinkohlen und um Gestellung von Wagen zu Koblentransporten ein. Im Interesse der Kohlenempfänger an diesseitiger Bahn seben wir uns hierdurch veranlaßt, darauf auf⸗ meihham zu machen, daß dergleichen Gesuche zweck⸗ entsprechender an die Verwaltungen derjenigen Babnen zu richten find, in deren Bereich die Koblenbezugsgruden liegen, weil es zunächst Sache der Verwaltung der Ver— sandbahn ift für die von ihren Stationen aus zu ver— serdenden Güter die erforderlichen Betriebsmittel zu beschaffen. Da wie bekannt, das Eisenbahntransportmatertal zur Zeit dem Privatverkehr in großem Maße entzogen ist, und großer Mangel an Wagen für den Güterverkehr bestebt, ist es für die Empfangstellen meistens ganz un- thunlich Transportwagen nach den Versandstellen zur Aufnahme von Gütern zu dirigtren, abgesehen davon, daß die abgeschickten leeren Wagen entweder verspätet, oder gar nicht nach der Versandstelle gelangen, weil sie unterwegs zu anderen Transporten benutzt werden. Gesuche um Geftellung von Wagen zu Koblentrans⸗ porten können deßhaib von uns nur an die betreffenden Versandbahnen zur Berückfichtigung abgegeben werden und erleiden deßhalb, bei uns eingereicht, nur eine un⸗ nötbige Verzögerung.„ Cassel dea 9. Januar 1871. Königliche Directlon der Malin ⸗Weser⸗Bahn. Hofraithe⸗Versteigerung. 128 Montag den 23. Januar d. J., Vormittags 11 Ubr, soll im blefigen Rathhause auf fteiwilligen Antrag des Ludwig Schacket dahier die demselben gehörende Hofratthe: Flur. Nr. Klftr. 2. 400. 6%. Pofraltbe in der Stadt, öffentlich meistbietend versteigert werden. Friedberg am 12. Januar 1871. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg Foucar. , 129 Montag den 23. Januar d. J., Vormittags 11 Uhr, sollen im hiesigen Ralhhause die zum Nachlasse der ver⸗ storbenen Johann Jest Kinzenbachs Eheleute da⸗ hier gebösrenden Güterstücke: 21 Rathen Grabgarten am Gäßchen vor dem Mainzerthor, 177 Rutben Acker im Groß warthfeld, auf freiwilligen Antrag der Erben öffentlich meisibtetend versteigert werden. Friedberg den 10. Januar 1871. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg Fouc ar. Holz ⸗Versteigerung. 100 Dienstag den 17. d. M., Morgens 9 Uhr, werden im Domanialwalddistriet Hochholz bei Burg ⸗Gräfen ode versteigert: 46 Stecken Kiefern ⸗Prügelholz 14½ 2„ Stockholz, 1750 Wellen Neisholz. Das Holz ist metstentheils dürr und eignet sich deß⸗ halb vorzüglich zum sofortigen Brand. Zusammenkunft bel Holznummer 1 am Burg Gräfen⸗ röder Feld. Heldenbergen am 9. Januar 1871. Großherzogliche Oberförsserei Altenstadt Jochem, Verwalter. 2000 bis 3000 Gulden 61 liegen in hlesiger Gemeindekasse zum Ausleihen be— reit und können gegen gute hypothekarische Versicherung im Ganzen, auch getrennt, in Empfang genommen werden. Ockffadt am 5. Jauuar 1871. f(Eingetragene Genossenschaft.) 24 Spar und Darlehen-Zinsen pro 1870 sind von heute an bis zum 31. d. M. gegen Vorzeigung der betreffenden Spar Einlagen Bücher und Darlehen Schuldscheine an unserer Kasse zu erheben. 1* 3 Friedberg, 4. Januar 1871. Der Vorstand: Hecht. Weis. Ermus. der Schlacht ö im Illustrirten Soldaten Kalender für 1871. 18 kr. 2995 Zu beziehen durch alle Buchhändler und Buchbinder. Oberhessische Eiseubahn⸗Gesellschaft. Vierte Einzahlung. 104 In Gemäßheit des§. 4 der Statuten und mit Bezugnahme auf die Bekanntmachung vom 15. October v. J. werden die Besitzer der nachstehend verzeichneten Interimscertisicate für Actien der Oberhessischen Eisenbahn-Gesellschaft, auf welche die zum 19. December v. J. ausgeschriebene vierte und letzte Einzahlung von fünfzehn Procent des Nominal⸗ betrages der Actien, oder von fl. 82½ 30 Thlr. per Stück rückständig verblieben ist, hiermit aufgefordert, diese ruͤckständige Einzahlung nebst sechs Procent jährlicher Verzugs⸗ zinsen und einer Conventionalstrafe von fünf Procent des Betrages der Einzahlung binnen zwei Monaten nach Ablauf des vorerwähnten Einzahlungs-Termins, mithin spätestens am 19. Februar 1871 in Gießen bei unserer Hauptkasse, Frankfurt a. M.„ Herren Gebrüder Bethmann, ... „ von Erlanger& Söhne, 1.„Herrn M. Königswarter, „ Darmstadt a Moritz Wolfskehl, „Berlin„„ Jos. Jaques, „ Stuttgart„ der Württemberg. Vereinsbank nachträglich zu leisten. Solche Interimscertisicate, bezüglich deren der gegenwärtigen Aufforderung vor Ablauf dieser mit dem 19. Februar 1871 endigenden nachträglichen Einzahlungsfrist nicht vollständig nachgekommen ist, verlieren ihre Gultigkeit; die darauf geleisteten Einzahlungen aber, sowie alle Anrechte daraus verfallen zu Gunsten der Gesellschaft. Die Nummern der solchergestalt ungültig gewordenen Interimscertificate werden veröffentlicht. Der Verwaltungs— rath ist befugt, neue Interimscertificate für die solchergestalt erloschenen anzufertigen und für Rechnung der Gesellschaft zu verwerthen. ö Die Besitzer der nachstehend verzeichneten Interimscertificate werden auf die Einhaltung der obigen nachträglichen Einzahlungsfrist um so nachdrücklicher aufmerksam gemacht, als die Ungültigkeit der Interimscertificate, auf welche die vierte und letzte Eipzahlung nicht inner halb dieser Frist geleistet wird, lediglich mit Ablauf des Endtermins, des 19. Februar 1871, eintritt, ohne daß es erst noch einer ausdrücklichen Ungültigkeits⸗Erklärung bedarf. Gießen den 5. Jauuar 1871. Der Verwaltungs rath: Baron R. v. Erlanger, Ferdinand Fürst zu Bsenburg, Präsident. Vice Präsident. Nummern Verzeichniß der mit der 4. Einzahlung à 15% noch rücksländigen Interimsscheine der Oberhessischen Eisenbahn-⸗Gesellschaft. Lit. C. à 5 Actien: Nr. 68. 4679. Lit. D. à 1 Actie: Nr. 526. 807. 870. 871. 872. 873. 874. 956. 1094 1095. 1096. 1317. 1318. 1319. 1389. 1453 1937. 1938. 2163. 2164. 2249. 2250. 2315. 2321. 2322. 2323. 2324. 3474. 4227. 4228. 4229. 4230. 4231. 4232. 4233. 4234. 4235. 4236. 4237. 4238. 4239. 4240. 4241. 4242. 4243. 4244. 6540. 6857. 7521. 7522 7523 Original-Nähmaschinen N Singer Manufacturing Cie. in New Tork. 0 5 „ Lit. A. Neue Familien-Nähmaschinen ll. 79. 4 Vr. 2 Maschinen für Schneider l. 100. Nr. 2„ mit Rolffuss f. Schuhmacher fl. 105. 52 Um vor Täuschung zu schüͤtzen, wird jeder Original-Maschine ein Ursprungs⸗Certisicat beigegeben, welches in New⸗Nork ausgestellt ist, die Nummer der Maschine enthält und meine Unterschrift trägt. Zur größeren Bequemlichkeit des Publikums habe dem Herrn M. Mainz in Friedberg eine Niederlage meiner Maschinen übergeben und können solche zu obigen Preisen und unter vollständiger Garantie von demselben bezogen werden. f Grönbnger, Gemeinderechuer. G. Neidlinger, General-Agent der Singer Manufacturing Cie., Zeil 37, Frankfart a. M. 2 22 „ — 8 5— 4