Andlung Cigarren. esorligen krafnget Getragen folget. ——— eee werden den Hinterbliebenen derselben Auffassung der man Veranlassung genommen, die betreffenden Be hörden darauf hinzuweisen. Sumstag den 12. August. M94. berhessischer Anzeiger. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Iriedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Deutsches Reich. Darmstadt. Aus Anlaß eines von dem Abg. Backe gestellten Antrags, die nach Hause zu entlassenden deutschen Soldaten, resp. Verwundeten, mit entsprechenden Reisemitteln zu versehen, hat das Kriegsministerium geantwortet, daß dieser Gegenstand als erledigt zu betrachten sei. Aus den deßfallsigen Ausführungen geht hervor, daß hinreichende Mittel gewährt werden, welche den marschfähigen Mannschaften die Benutzung der Eisenbahnen in dem in diesem Falle ermäßigten Fahrpreis von 1 Sgr. pro Meile ermöglichen, und daß dauernd Marschunfähige auf Kosten des Staates in ihre Heimath befördert werden. In letzterem Falle übernimmt der Staa: die Kosten der Post, Eisenbahn und sonstigen Transportmittel und gewährt neben denselben für jeden wirklichen Ruhetag die chargenmäßigen Taggelder, welche betragen: für Sergeanten, Corporale 1 fl. 10 ke., für Gefreite und Soldaten 52½ kr. Sollten (so berichtet das Kriegsministerium weiter) ein. zelne Soldaten die gesetzlichen Marschgelder nicht erhalten haben, so beruhe dies auf einer falschen bestehenden Normen, weßhalb — Der Großherzog hat dem Hofzahnarzte Dr. H. Rottenstein zu Frankfurt, in Anerkennung seiner vorzüglichen Leistungen, iasbesondere wegen seiner Aufopferung für verwundete Soldaten, das Ritterkreuz erster Classe des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen verliehen. Berlin. Die Ermittelungen nach dem Ver- bleibe der Angehörigen der deutschen Armeen, die in Kriegsgefangenschaft und noch nicht zurückge⸗ kehrt sind, sind mit großen Schwierigkeiten ver- knüpft. In einem kürzlich hier eingegangenen Schreiben der französischen Regicrung wird mit⸗ getheilt, daß einstweilen keine Auskunft über solche mehr ertheilt werden könne, da unter der Dietatur Gambetta's die Nachweisungen über die Ge— fangenen theils mangelhaft geführt, theils ver loren worden seien. Die Nachlaßmassen der in diesseitiger Gefangenschaft verstorbenen Franzosen kostenfrei übersendet. — Der Kaiser wird an der österreichischen Grenze von den Generalen Grafen Bellegarde und Freih. v. Gablenz begrüßt werden. — Seitens des hiesigen Artillerie Depots wurden an die Kriegsschulen zu Potsdam, Erfurt, Neiße, Engers, Hannover, Kassel und Anclam je eine Mitrailleuse abgesandt, um dort zu Lehr⸗ zwecken benutzt zu werden. — Wie verlautet, hat die deutsche Regierung darein gewilligt, daß Frankreich die Kaussumme für die Eisenbahnen in Elsaß und Lothringen in der Höhe von 325 Millionen Frcs. von der zweiten soll, so muß man annehmen, und dritten halben Milliarde in Abrechnung bringe; es bedarf demnach nur noch einer Zahlung von 175 Millionen, um die Räumung der Pariser Forts und der vier Departements herbeizuführen. Da nach französischen Meldungen der Abmarsch der deutschen Truppen bereits am 15. d. beginnen daß bis dahin die entsprechenden Zahlungen erfolgt sein werden. Daß die deutsche Regierung genelgt sei, an Stelle der territorialen Garantie nach Zahlung von 2 Milliarden eine finanzielle für die drei letzten Milliarden anzunehmen, wird diesseits in Abrede gestellt. — Die„Provinzial-Correspondenz“ spricht von den Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich. Sie betont dabei den Wunsch Deutsch. lands, mit seinem westlichen Nachbar in Frieden zu leben, wiederholt aber zugleich in sehr eindringlicher Weise die Hoffnung, daß Frankreich erkennen möge, wie großen Werth es auf die friedliche Gesinnung Deutschlands zu legen habe. Aus dem Tone des halb officiellen Artikels und der ganzen Aus⸗ führung ist ersichtlich, daß man in hiesigen poli- tischen Kreisen empfindlich ist über die Erregung der Gemüther in Frankreich, die nicht nur in der Presse, sondern selbst in Kundgebungen der Regie- rung Ausdruck findet. — Die„B. B. Ztg.“ meldet:„Unser Corre- spondent in Rom schreibt uns, daß Fürst Bis- marck der römischen Curie die Erklärung habe zugehen lassen, Preußen werde die Wahl eines neuen Papstes nicht anerkennen, falls dieselbe nicht nach den alten Vorschrifen der Kirche erfolge. Die betreffende Note soll dem Cardinal Antonelli am 29. v. M. überreicht sein, wie auch die in Rom erscheinende„Capitale“ bestätigt.“ Frankfurt. Der ständige Aus schuß des Deutschen Schützenbundes wird zu Ende der Woche in unserer Stadt zu einer Conferenz zu— sammentreten, auf welcher neben anderen Vereins- angelegenheiten auch die Frage erledigt werden soll, ob, wann und wo ein allgemeines Bundes- schießen(Schützenfest) stattfinden soll. Sämmt. liche Mitglieder des Ausschusses haben bereits ihre Theilnahme zugesagt. Der gegenwärtige Vorort Wien dirigirt die Verhandlungen. — Der Kaiser traf auf der Reise nach Ischl, wo am 12. d. die Zusammenkunft mit dem Kai- ser von Oesterreich stattfindet, am 10. d. Mor- gens 8 Uhr 10 Min. von Homburg hier ein und setzte die Reise auf der Verbindungsbahn sogleich fort. Homburg v. d. H. Die Abreise des Kaisers erfolgte Donnerstag Morgens 7¼ Uhr über Frankfurt, Nürnberg und Regensburg, woselbst Nachtquartier. Freitag erfolgt die Weiterreise über Passau mittelst Extrazuges nach Wels und Gmunden, von dort aus mit Dampfboot nach Ebensee und mit der Post nach Iscchl. Sonnabend Nachmittag 4 Uhr reist der Kaiser von dort nach Salzburg und Sonntag Morgens nach Gastein, wo derselbe um 5 Uhr Nachmittags eintrifft. Saarbrücken. Am 6. d. wurde dahier der Grundstein zu einem Denkmal für die Ge— fallenen des 39. Infanterieregiments gelegt auf der höchsten Stufe des Spicherer Berges. Am Nachmittag wurde ein Denkmal zu Ehren der vielen in den Lazarethen von St. Johann ihren Wunden Erlegenen auf dem Friedhofe eingeweiht, und am Abend war eine erhebende Feier bei der errichteten schönen Denksäule, auf dem vordersten Hügel des Kampfberges, zu Ebren der Todten des tapferen 74. hannöv. Infanterieregiments, die da in großen Gräbern gebettet liegen. Von beiden Regimentern waren Deputationen der be⸗ treffenden Offiziercorps, welche die Denkmäler aus ihren Mitteln gründeten, erschienen. Reden und Gesänge begleiteten die Feier. München. König Ludwig ist am 10. d. über Regensburg nach Schwandorf abgereist, wo derselbe mit dem Kaiser Wilhelm zusammentreffen wird. Der König wurde um 11 Uhr Abends zurückerwartet. — In gut unterrichteten Kreisen wird ver- sichert, daß Graf Hegnenberg-Dux das Ministerium Passende des Auswärtigen übernommen habe und seine Er— nennung unmittelbar bevorstehe. Straßburg. Am Jahrestage der Schlacht bei Wörtb fand auf dem Schlachtfelde die feier⸗ liche Einweihung des Denkmales statt, welches das Ossiziercorps des 47.(niederschles.) Regimentes seinen gefallenen Kameraden an der Stelle setzte, wo der Oberst fiel. Das gesammte Offizier⸗Corps des 47. Regiments sowie Deputationen anderer Regimenter waren aus Straßburg und Weißen⸗ burg herübergekommen. Auch der General-Gouver- neur von Elsaß Graf Biswarck- Bohlen war an- wesend. Die Landleute aus allen Dörfern der Umgebung waren zahlreich herbeigeströmt. Der Pfälzer Turnbund rückte mit Trommelmarsch in's Städtchen. Es war eine Feier ernst und einfach. Der evangelische und der katholische Geistliche von Wörth, sowie der Regimentsoberst hielten Reden und empfahlen das Denkmal dem Schutze der Gemeinde. Die politische Seite wurde in den Reden kaum gestreift; die Bevölkerung verhielt sich ruhig beobachtend; nur die Schuljugend demonstrirte durch französische Tricoloren und Cocarden. In Straßburg hatte am Tage der Schlacht bei Wörth oder Fröschweiler ein großer Theil der Bevölkerung das Andenken der damals ge— fallenen Krieger äußerlich dadurch kund gegeben, daß man sich Immortellensträußchen ins Knopfloch oder auf den Hut steckte und ja nicht versäumte, die französischen Farben beizufügen. Gegen Abend entstand Scandal in mehreren Wirthschaftslocali⸗ täten, so daß Verhaftungen vorgenommen und die Locale geschlossen werden mußten. — die Feier der Gründung der Bibliothek, in Verbindung mit der Goethefeier, ist in be— friedigender Weise verlaufen. Zahlreiche deutsche Städte hatten Vertreter geschickt, auch Seitens der Elsässer zeigte sich eine große Theilnahme. Mehrere elsässische Redner drückten der Versamm⸗ lung ihren Dank aus und versprachen ihre Mit- wirkung. Ausland. Oesterreich. Der Kaiser von Deutschland trifft Freitags Mittags von Regensburg über Passau in Wels ein, wo ihn der Kaiser von Oesterreich empfangen wird. Die beiden Kaiser fahren von dort nach Ischl, von wo Kaiser Wilhelm Nachts über Wolfdang und St. Gilgen nach Salzburg kommt, hier Nachtquartier nimmt, und anderen Tags nach Gastein fährt. Schweiz. Bern. Frankreich, welches be⸗ reits an den Kosten für die Internirung 5 Millionen abbezahlt hat, wird vom 15. d. Mts. an bis zur Tilgung alle 14 Tage eine neut Million senden, wogegen alles Kriegsmaterial an Frankreich ausgeliefert wird. Frankreich. Paris. Bedauerliche Vor⸗ fälle ereigneten sich am 5. d. in Poligne(Jura- Departement). Der„Temps“ berichtet darüber: Ein preußischer Soldat wurde vorgestern Abends in der Nähe des Bahnhofs aufgehenkt aufgefunden. Als deßhalb Nachts Cavalerie- Patrouillen die Stadt durchzogen, wurde auf dieselben gefeuert, wobei ein Cavalerist schwer verwundet wurde. Hierauf erschollen Allarmsignale Seitens der Mili tär-Autorität; die Soldaten schonten Keinen, dem sie begegneten; zwanzig Mann wurden auf Seiten des Volkes verwundet, darunter acht schwer. Die Aufregung ist groß. 800 Mann Executionstruppen wurden vom Dijoner Militärchef dahin entsendet. rere — Es heißt, der Finanzminister, welcher be⸗ absichtigt, die dritte halbe Milliarde am 25. d. M. zu zablen, habe mit dem General v. Manteuffel eine Vereinbarung berathen, nach welcher die deutschen Commandanten der auf dem rechten Seine⸗Ufer gelegenen Pariser Forts bereits schon jetzt mit der Räumung des daselbst befindlichen Kriegsmaterials beginnen sollen. General von Manteuffel bat die kaiserliche Genehmigung zu diesem Abkommen vorbehalten. — Das„Journal officiel“ veröffentlicht ein Telegramm, durch welches der französische Com⸗ missär in Compidgne der Regierung anzeigt, daß die deutschen Behörden den Befehl erhalten haben, Troyes zu räumen. — Beim Wegräumen des Schuttes im Stadt- hause fand man eine beträchtliche Anzahl Papiere, Documente und Bücher, die kaum vom Feuer an— gegriffen waren. Unter denselben waren Berichte über streitige Sachen der Stadt, deten Verlust unersetzlich gewesen wäre, mehrere Register mit den Namen der Leute, welche von der Stadt Pensionen erhielten, einige seltene Bücher der Stadtbibliothek und eine lange Arbeit über die Straßenbauten, welche 1869 und 1870 ausge⸗ führt wurden. — Am 8. d. feierten die deutschen Truppen in der Umgegend von Paris den Jahrestag der Schlachten von Wörth und Forbach. Die Feier ging ohne alles öffentliche Aufsehen und in Stille vor sich, da man die Franzosen nicht verletzen wollte. Man beschränkte sich darauf, bei dem ge— meinschaftlichen Offiziers⸗Mittagstisch einige Toaste auszubringen und des Abends sich in den deutschen Bierwirthschaften zu versammeln, wo die Musik— banden einige Stücke aufspielten. — 8. Aug. 9¼ U. Abends. Die zwischen Manteuffel und Pouyer abgeschlossene Convention stipulirt die sofortige Räumung der rechten Seine— ufer Forts. Mit nächster Woche beginnt die Evacuirung der Gesammt⸗Departements mit Aus- nahme der Champagne und der Westtheile von Elsaß und Lothringen. — Das englische Blatt„Daily Telegraph“ gibt von dem Betragen der vor Gericht stehenden Communisten, während denselben die Anklageacte vorgelesen wurde, folgende Schilderung: Die Ge— fangenen schien die Aufzählung ihrer Sünden wenig zu kümmern. Sie flüsterten einander zu, lächelten über die gemachten Bemerkungen und lasen ihre Zeitungen mit unermüdlicher Aufmerk— samkeit. Im Ganzen schienen sie kein einziges Wort jener weittragenden Anklage weder zu achten noch zu hören. Gelegentlich jedoch gaben sie ihre anscheinend sorglose Haltung auf. Maitre Gereaud erzählt seeben die Ermordung der Geiseln— eine schauerliche Episode, wie mir deucht. Allein Asst sieht zu Regere hin und weiter und über die Gesichter Mancher, welche Assi's Blick begegnen, läuft— ein Lächeln. Grousset ist der Einzige, der nicht die Heiterkeit seiner Gefährten theilt und wie es scheint, mit schmerzlicher Spannung zuhört. Die Anklageacte gelangte hierauf an die Zerstörung des Hauses von Thiers und der Vendomesäule und auch dieser Passus gibt den Communisten Veranlassung, neue Spässe auszutauschen. Dicht e bei den Gefangenen steht eine gut gelleidete, hübsche Frau; es ist die Gattin Urbain's. Die Zeugen blieben nach Verlesung der Anklageschrift über eine Stunde abwesend und diese Zwischen⸗ zeit wird von den Gefangenen zur ungezwungensten Unterhaltung benutzt. Sie stehen auf, lachen und witzeln mit einander und mit ihren Vertheidigern, und scheinen im Ganzen recht stolz darauf zu sein, daß sie der Mittelpunkt allgemeiner Beobachtung, kurz die Löwen des Gerichtshofs sind. Versailles. Der Antrag auf Verlängerung der Amtsgewalt Thiers' soll in der Sitzung vom 11. d. eingebracht werden. Wie verlautet, wäre der Wortlaut des Antrags sehr kurz und die beantragte Verlängerung als im Interesse der Befestigung der Ordnung und der Wiederaufnahme der Geschäfte geboten bezeichnet. Gleichzeitig mit der Verlänge⸗ rung der Vollmachten auf drei Jahre würde die Verleihung des Titels: Präsident der Republik an Thiers beantragt. Letzterer soll jedoch in dem Falle, daß sich die gegenwärtige Landesvertretung vor Ablauf der drei Jahre auflöste, seine Voll⸗ machten an die neue Versammlung zurückzugeden verpflichtet sein. Großbritannien. London. Der„Stan⸗ dard“ meldet, daß die französischen Panzerschiffe „Magenta“,„Magnanime“ und„Revanche“, An- gesichts der möglichen Verwickelungen im Orient, in Toulon zum Auslaufen bereit stehen. Spanien. Madrid. Eine Massen-Deputation hat sich zum König begeben mit der Bitte, den Papst zur Uebersiedelung nach Spanien zu bewegen. Offenbach. Dieser Tage hielt J. Ronge im Saale des Gasthauseg„zum Schwan“ dahier einen Vortrag über den Syllabus und das Unfehlbarkeitsdogma. Scit sieben Jahren durfte derselbe Offenbach nicht besuchen. Der Zu⸗ drang des Publikums war außerordentlich und Viele mußten wegen Mangel an Raum an der Thüre umkehren. In Baden-Baden wurde in der Nacht vom 30./31. Juli in einer Kirche ein bedeutender Diebstahl verübt. Der Dieb hatte sich in die Kirche einschließen lassen und ist dann während der Nacht mit der Monstranz, goldenen Kelchen, Leuchtern u. s. w. ausgebrochen. Alle Nachforschungen waren bis jetzt ohne Resultat. München. Während der Belagerung von Paris fanden einige bayerische Soldaten in ihrem Standquartier Sceaux eine Casette mit etwa 100,000 Frs. Werth⸗ papieren, die sie, obgleich sie deren Werth genau erkannten, an ihren Major ablieferten. Dieser ließ, nachdem er die Casette in sichere Hände nach Deulschland gelangen ließ, es sich angelegen sein, die Eigenthümer dieses Reichthums aufzuspüren, was ihm auch nach manchem vergeblichen Versuche endlich gelungen. Dieser Tage reiste nun ein Schwager des Majors nach Paris ab, um die Casette der Familie, als deren Eigenthum sie erkannt wurde, aus⸗ zuhändigen. Aus Freifing schreibt man der„A. Aboͤztg.“: „Während andere Orte zu wenig Auszeichnungen mit dem neuen Orden erhielten, bekam Freising eine Belohnung zu viel. Eine alte Frau im Bürgerspital(Namens Bauer) suchte nämlich beim Magistrate um eine Unterstützung nach. Der Bürgermeister schrieb deren Namen in die Liste der zur Belohnung Vorgeschlagenen, statt in das Armen⸗ verzeichniß. Das Belohnungsdiplom wurde in Folge dessen der Pfründnerin, welche mit dem Hülfsverein nicht in geringster Beziehung stand, bereits zugestellt.“ Berlin. Aus den Friedens⸗Unterhandlungen heilt man noch folgende Anekdote mit: Als Bismarck und Jules Favre die Kriegsentschäeigung besprachen, war bekanntlich der Banquier Bleichröder als Sachverständiger zugegen. Favre war außer sich über die Forderung von 5 Milliarden und meinte, um seinem Gegner das Uebertriebene der— selben einleuchtend zu machen: selbst wenn man von Christi Zeiten bis auf diese Stunde zählen wollte würde man mit einer solch ungeheuren Summe nicht Stande kommen.—„Oh“, erwiederte Bismarck,„sei Sie außer Sorgen. Dafür habe ich diesen Herrn mit bracht.— er deutete dabei auf Bleichenröder—„der zählt von Erschaffung der Welt an.“ Paris. vardspresse wird schon längst allenthalben richtig gewürdigt; einen ihrer glänzendsten Triumphe aber feiert sie in der folgenden Notiz, die das„Paris-Journal? seinen Lesern auftischt und die vom„Gaulois“(vom 5. August) mit einer passenden Bemerkung reproducirt wird:„Am vorigen Donnerstag fand in Straßburg die Wiedereröffnung des großen Theaters statt. Man gab„Karl VI.“ und Herr von Bismarck-Bohlen, der Neffe des Reichskanzlers und Gouverneur des Elsaß, wohnte nebst einer großen Anzahl von Offizieren und hohen Beamten der Aufführung bei. Alles ging gut bis zum dritten Acte. Als aber der be— rühmte patriotis e Chor„guerre aux tyxans“ angestimmt wurde, erhob sich die gesammte Zuhörerschaft wie ein Mann und setzte das Lied mit der Variante fort:„jamais Bismarck ne régnera“. Die Herren Deutschen räumten schleunigst den Saal unter dem lauten Klatschen unserer Landsleute. Das Stück wurde ruhig zu Ende gespielt, aber gegen fünfzig Personen wurden beim Herausgehen verhaftet. Selbstverständlich verschwand die Oper fofort von der Affiche“. Da dieser erstaunliche Bericht direct von Paris kommt, bemerkt die„Straßb. Ztg.“, so sollte es nicht wundern, wenn einige Straßburger Patrioten trotz des Anblickes des noch immer in Ruinen liegen⸗ den Theaters ihm Glauben beimessen und sich sogar nachträglich einreden, daß sie bei dieser brillanten Demon⸗ straulon mitgewirkt haben. Mittheilungen aus dem Verein der Gustav⸗ Adolf ⸗ Stiftung. 1 Am 6. Auguft vorigen Jahres wollte Mac⸗Mahon in der Schlacht bei Wörth um jeden Preis die Weinberge, hinter welchen der Ort Fröschweiler liegt, behaupten. Nach mehreren vergeblichen Anläufeu wurden sie aber doch von den Unsrigen erstürmt. Aus ihrer festen Stellung verdrängt, lösten sich die feindlichen Schaaren in wildester Flucht auf. Ein Theil der Flüchtigen suchte in Frösch⸗ weiler Schutz, über welches in Folge davon die Schrecken des Bombardements hereinbrachen. In weniger als einer Stunde war der Ort ein Trümmerhaufen und auch die schöne Kirche ein Raub der Flammen geworden. f Der Ort war früher vorzugsweise evangelisch und die zerstörte Kirche das Eigenthum der evangelischen Gemeinde. Als aber Elsaß an Frankreich abgetreten werden mußte, wurde die Kirche durch die Gewalithätigkeit Ludwig XIV. zu einer Simultan⸗Kirche umgewandelt, an der die Katho⸗ liken gleiche Rechte hatten. Nachdem seither die nolh⸗ wendigen Bauten im Orte wieder hergestellt worden sind, soll nun auch zur Erbauung der neuen Kirche geschritten werden. Die Evangelischen wollen sich eine besondere Kirche errichten und haben dazu bis jetzt von den Vereinen der Gustav⸗ Adolf⸗Stiftung, wie von den Städten Nürnberg, Hamburg, Bremen, Lübeck, Berlin reiche Gaben erhalten. Am 6. August d. J. konnte man den Jahrestag der Schlacht mit der Grundsteinlegung der neuen Kirche feier⸗ lich begehen. Viele Söhne des Vaterlandes haben hier den Tod und die letzte Ruhestätte gefunden, und wir können darum den Wiederaufbau dieser Kirche nur mit unserer wärmsten Theilnahme begleiten. Indessen zeichnet sich die Gemeinde noch durch ihre deutsche Gesinnung aus. Am 6. Aug. d. J. feierte sie das Gedächtniß der gefallenen Helden, indem sie eine Friedens- und Kaisereiche pflanzte. Der Geistliche schreibt, daß sie vertrauensvoll in die neue Zukunft schauen, nachdem sie wieder mit der alten germanischen Heimath einverleibt seien, und veisichert, daß mit dieser neuen Kirche ein Friedenswerk entstehe, das immer mehr ver⸗ söhnend und einigend die so innig und unauflöslich ver⸗ wandten Bruderstämme verbinden werde.— Verlosung. Piemontester Loose von 1849. Ziehung em 31. Juli. Haupttreffer: Nr. 9568 à Fres. 36865. Nr. 5006 à 11060. Nr. 11707 à Fres. 7375. Nr. 982 3 Fres. 5900. Nr. 3843 à Fres. 1000. Hofraithe- und Garten-Versteigerung. 1980 Montag den 14. August d. J., Vormittags 11 Uhr, sollen in hlesigem Rathhause dle zum Nachlasse der Leopold Buchecker's Wittwe dahier gehörenden Immobtllien Gemarkung Friedberg. Flur. Nr. Klftr. 1. 49. 25,6. Hofralihe in der Stadt, 1. 50. 37,8. Grabgarten daselbst, nochmals öffentlich meistbtetend versteigert und bei an⸗ nehmbarem Gebot dem Meistbietenden die Genehmigung alsbald ertheilt werden. Friedberg den 7. Auguft 1871. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. Fouc ar. Alle Unterleibsbrüche heilbar. 370 Bei der Expedition d. Bl. kann jederzeit die Schrift eines berühmten Brucharztes mit Belehrung und vielen 100 Zeugnissen bezogen werden, aus welchen mit Be⸗ shimmtheit hervorgeht, daß Unterleibsbrüche geheilt werden können. Jagd⸗ Verpachtung zu Rödgen, Kreis Friedberg. 1987 Montag den 14. August, Vormittags 9 Uhr, soll in hiestgem Rathbaus die Jagd in hiesiger Gemarkung von circa 800 Morgen auf weitere 6 Jahre verpachtet werden. Rödgen am 8. August 1871. Großherzogliche Bürgermeifterei Rödgen. Wolf. Lieferung von Waizenstroh. 2010 Montag den 14. August d. J., Vormittags 9 Uhr, soll in biesigem Rathhause die Anlieferung von einem Fuder Watzenstroh für den Faselstall der Stadt Fried⸗ berg an den Wenigfifordernden verfteigert werden. Friedberg den 10. August 1871. Großberzogliche Bürgermeisteretl Friedberg. Fo uc ar. airischer Malzzucker! 1996 bei Wilhelm Fertsch. Vergebung von Bauarbeiten. 1997 Die zur Herfstellung des Giebels zwischen den beiden Thürmen der Kirche zu Ilbenstadt erforder⸗ lichen Arbeiten, veranschlagt: fl. kr. Maurerarbeit 307 24 Mauermaterialien 216— Steinbauerarbeit 152— sollen Mittwoch den 16. l. M., Vormittags 10 Uhr, auf dem Submissionswege an die Wenigfifordernden vergeben werden. Voranschlag, Zeichnung und Be⸗ dingungen liegen auf unserem Büreau zur Einsicht offen und müssen die Abgebote in Prozenten versiegelt und versehen mit der Aufschrift„Submission zur Uebernahme der.... Arbelt an dem Giebel der Kirche zu Ilben⸗ stadt“ bis zu obigem Termin bei uns eingereicht Jein. Friedberg den 9. August 1871. ehelichte ue Friedberg. e u 5. Gute Serbelalwulst 2004 bei Emmerich Hanstein. Die Wahrheitsliebe der französischen Boule⸗ 1 e 1b fi soger un Demon. — der Gustap⸗ Nac, Nahen in Weinberge en Szellunz uu N wildeßet act 1 F tisch u d Schrecken gt als eint unt ug be 1 nch und der 1 Cemtinet. It die nolh⸗ Sadcz cchallen. Juabrtilag dat 1 Kucht ftp A ben Ted un n datum dd t vim et Gem 6 23. l. 3 been, inden Det Galli I tuntt schautl, en Heimulf u deter ncutt t ncht ver auflbelich var g Die Besetzung der Stelle eines Stadtbaumeisters zu Friedberg. 1529 Für die Kreisflapt Friedberg soll zur Leitung und Beauffichtigung der ftädtischen Bau⸗ und Unter⸗ haltungsarbelten an Gebäuden, Straßen, Brunnen ꝛc. ꝛc. ein Bau- und Sachverständiger angestellt werden, welcher zugleich befäbigt ift, an der Handwerkerschule den Unter⸗ richt im Zeichnen und sonstigen technischen Fächern zu ertheilen.— Für diese Stelle ist vorläufig ein fixer Ge⸗ balt in baar von 550 fl. nebst Dienflwohnung in Aus⸗ icht genommen, hierzu wärde noch das Honorar für den Unterricht in der Handwerkerschule je nach Umfang und Leistungsfäbigkeit dis zu mehreren Hundert Gulden sich bemessen können und außerdem Gelegenheit zu nicht un⸗ erheblichen Nebenverdiensten für Besorgung von Privat⸗ bauten sich darbieten. Bewerber um diese Stelle, von welchen verlangt wird, daß sie das Staatsexamen als Kreisbauaufseber gut bestanden und längere Zelt durch Beschäftigung dei einem Großherzoglichen Kreisbauamt oder ähnlichen Stellen sich praktische Kenntnisse erworben haben, wollen sich unter Vorlage ihrer Zeugnisse und Besähigungs⸗ Nachwels bei unterzeichneter Stelle alsbald melden. Friedberg, den 15. Juni 1871. Großberzogliche Bürgermeisterei Friedberg. ö Foucar. [Steinkohlen⸗ Lieferung. 2009 Dienstag den 15. Auguft d. J., Vormittags 11 Uhr, soll in biesigem Rathbause die Lieferung von elrca 300 Centner Steinkohlen für die Realschule und RNathhaus öffentlich an den Wenigfinehmenden in Accord gegeben werden. Friedberg den 10. August 1871. Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. Foucar. Scheuer⸗ und Garten-Versteigerung. 2008 Montag den 21. August d. J., Vormittags 11 Uhr, sollen in hiesigem Ratbhause auf freiwilligen Antrag der Karl Graffs Erben dazier die denselben zustehenden nachbeschriebenen Immobilien: Gemarkung Friedberg. Flur. Nr. Klsftr. II. 624,3. 27,5. II. 623,5. 11,5. Scheuer in der Stadt, Grabgarten daselbst nebst Hof⸗ raum am Eck der Bad⸗ und Wend⸗ ‚˖ gasse neben Philipp Helnrich Windecker gelegen, öffentlich meifibletend unter sebr vortheilhaften Be. dingungen und mehrjährigen Zahlterminen versteigert werden. Friedberg den 11. August 1871. In Auftrag Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. Fouc ar. und Träghelt Bleichsucht, Blutleere, Hämorrboiden Neigung zu Gicht und Scropbeln. er Verdauungsorgane, habttuklle Stublbeschwer⸗ 0 Von vorzüglicher Wirkung gegen 4 d den, Das Flacon Pastillen, in welchem die Salze aus einem Litre Rakoczy enthalten, koßet 30 kr.— Nur allein ächt in Friedberg bei Hofapotheker C. Görtz. Kgl. Baier. Mineralwasser⸗Versendung. 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Directe Post⸗-Dampfschifffahrt zwischen HAMBURG& NEW- TORK vermittelst der Post-Dampfschiffe Hammonia, Mittwoch, 16. Aug. eee n 8 1. Mittwoch, 5 0. Vandalia, Sonnabend, 19. Aug. Saxonia, Sonnabend, 2. Sept. Passagepreise: Erste Cajüte Pr. Crt. Rthlr. 165, Zweite Cajüte Pr. Crt. Rihlr. 100, Zwischen deck Pr. Crt. Rthlr. 58. 1751 Näheres bei dem Schliffsmakler August Bolten, Wm. Miller's Nachfolger, Hamburg, sowie den allein für das Großherzogthum Hessen zum Abschluß von Ueberfahrtsver⸗ trägen cencessionirten Vertreter und Generalagenten der Dampfschifflinie F. J. Bothof in Mainz (früher Carl Racké& Cie.) Friedberg bei Chr. Hecht. Morgens. Morgens. 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Hilbrecht Wittwe. 12 * BEHR 1 25 get 2005 Bet dem gestrigen Concert auf dem Burgwall 1 wurde ein schwarzes Armband mit Goldeinfassung ver⸗ 5 loren. Der Finder wird gebeten, dasselbe gegen eine Belohnung bei dem Unterzeichneten abzugeben. an Friedberg den 10 Augast 1871. ö Störger. 5 14 2— 0 3 vollständige Logis, 5 2002 welche sofort bezogen werden können, hat zu 5 vermlethen M. Hottes, Maurermeister. 9 2 F ge und Obstgelée 1 1957 bei Wilbelm Fertsch. d 42 und Sblips in schöner Auswahl, sowie Foulardss, seidene Umknöpftücher und schwarze seidene Halstücher bei K. Friedrich neben der Post. galsbinden 1520 Mein mit den schönsten und neuesten Muflern 5 91 wohl assortirtes Tapeten⸗Lager a0 bringe ich zu reellen Preisen in empfehlende Erinnerung. Georg Groß. Wilhelm Bernbeck, Colonial-, Material⸗& Farbwaaren⸗Handlung e. in Friedberg lang 1487 nächst der Burg. Bab Lager in allen Sorten Tabaken und Cigarren. salle Ein sreundliches Zimmer mit Cabinet,. 1792 möblirt, ist zu vermiethen. Zu erfragen bei der daß Expedition d. Bl. in di a f Eine Scheuer a. bold 2007 hat zu vermiethen klage Friedberg. Johs. Falck. diseer — Aunst Kirchliche Anzeigen für Friedberg. er e Evangelische Gemeinde. N Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Köhler.* 10. Sonntag nach Trinitatis. 155 Gottesdienst in der Stadtkirche: Di Vormittags: Herr Candidat Bernhard J. 10 Nachmittags: Herr Pfarrer Köhler. Sni Gottesdienst in der Burgkirche. der! Vormittags: Herr Diakonus Meyer. wiede Nachmittags: Herr Candidat Bernhard II. 2 Samstag den 20. August Abendmahl in der Stadtkirche. darül Katholische Gemeinde. 12 Samstag um 5 Uhr Nachmittags Beichte. deu 11. Sonntag nach Pfingsten. f Vormittags: ½9 Uhr Hochamt und Predigt. Jol Nachmittags: ½2 Uhr Christenlehre und Andacht. ez Dienstag den 15. August, am Feste Mariä und Himmelfahrt, Feier des ersten heiligen Meß⸗ selber opfers des Priesters Wilhelm Glanz aus und Friedberg. der 9 Vormittags: 9 Uhr feierliches Hochamt, Predigt und Tedeum. Nachmittags: 2 Uhr Andachk mit Segen. i Die Predigt wird Se. Hochwürden Herr Pfarrer 80 1 Kempf von Kostheim halten. f ae Verantw. Redact.: Dermdan Schimpff. du Druck und Verlag von Bindernasel& Schimpff. ber (Hier u Unterhaltur 93. Blatt Nr. 32.)