eng mn Süilt . .— Progtamm Der Berßand. ig. setien Osier en tand Wade treit 2 Friedrich tn det Pot. 1 — 1871. Samstag den 8. April. M 42. ber hessischer! Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Amtlicher Theil. Nachverzeichnete Gesetze ꝛc. sind im Bundesgesetzblatt des Norddeutschen Bundes publizirt worden. Nr. 10. Nr. 618. Verordnung, betr. die Aufbebung der Ausfuhr- und Durchfuhrverbote. Vom 4. März 1871. Nr. 11. Vom 15. Februat 1871. Nr. 621. Nr. 12. Nr. 620. Bekanntmachung, betr. die Ausgabe verzinslicher Schatzanweisungen im Betrage von 5,000,000 Thalern. Bekanntmachung, betr. die Ernennung eines Bevollmächtigten zum Bundesrathe. Vom 20. März 1871.— Nr. 622. Nr. 619. Bekanntmachung, betr. dle Ausgabe verzinslicher Schatzanweisungen im Betrage von 4,247,500 Thalern. Bekanntmachung der Vorschriften über die Eichung und Stempelung von Maßen und Meßwerkzeugen für Brennmaterlalien sowie für Kalk und andert Mineralproducte. Die Bestellung eines Consule. Nr. 13. Nr. 623. Allerhöchster Erlaß vom 20. Mär; 1871, betr. die Ausgabe verzinslicher Schatzanweisungen im Betrage von 6,500,000 Thalern. Betreffend: Den Voranschsag des allgemeinen evangelischen Kirchensonds für das Jahr 1871. Friedberg am 1. April 1871. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die evangelischen Kirchen vor st än de nien Den in Abdruck nachstehenden Auszug uber die repartirten Gelder für 1871 theilen wir Ihnen unter der Auflage mit, die einzelnen Beträge zur Zahlung an die einschlägigen Großherzoglichen Distriktseinnehme reien den betreffenden Kirchenrechnern in Aus gabe zu decretiren; Credit wird, soweit erforderlich, hiermit eröffnet. Ter a p p. i f Zusammenstel lung der auf die evangelischen Kirchen- und milden Stiftungsfonds für das Jahr 1871 ausgeschlagenen Beiträge füuͤr kirchliche und geistliche Zwecke. Kirche zu Assenheim 1 fl. 33 kr.— Kirche zu Bauernheim 27 kr.— Kirche zu Bönstadt 2 fl. 23 kr.— Kirche zu Bruchenbrücken 1 fl. 6 kr.— Kirche zu Butz⸗ bach 58 kt.— Kugelhausfonds zu Butzbach 1204 fl. 14 kr.— Kirche zu Dorheim 52 kr.— Kuche zu Fauerbach b. F. 2 fl. 23 kr.— Kirche zu Fauerbach v. d. H. 10 fl. 11 kr.— Kirche zu Flerstabt 428 fl. 44 kr— Stadtkirche zu Friedberg 1 fl. 58 kr.— Burgkirche zu Friedberg 1 fl. 31 kr.— Pia corpora zu Friedberg 381 fl. 57 kr.— Kirche zu Gambach 2 fl. 4 kr.— Kirche zu Griedel 2 fl 59 kr.— Kirche zu Hoch⸗Weisel 2 fl. 9 kr.— Kirche zu Langenhain 20 fl. 48 kr.— Kirche zu Mel⸗ dach 3 fl. 1 ke.— Kirche zu Münster 2 fl. 12 kr.— Kirche zu Münzenberg 6 fl. 28 kr.— Kirche zu Nauheim 5 fl. 8 kr.— Kirche zu Nieder-Rosbach 44 kr.— Kirche zu Nieder-Welsel 23 fl. 42 kr.— Kirche zu Nieder-Wöllstadt 1 fl. 47 kr.— Kirche zu Ober-Rosbach 34 fl. 56 kr.— Kirche zu Ossenheim 1 fl. 20 kr.— Kirche zu Ostheim 13 fl. 37 kr.— Kirche zu Pohl⸗Göns 55 kr.— Kirche zu Reichelsheim 107 fl. 31 kr.— Kirche zu Schwalheim 119 fl. 24 kr.— Kirche zu Ssdel 1 fl. 36 kr.— Kirche zu Staden 129 fl. 23 kr.— Kirche zu Steinfurth 1 fl.— Kirche zu Trais⸗Münzenberg 30 fl. 27 kr.— Kirche zu Weckesheim 10 fl. 22 kr.— Kirche zu Wohnbach 140 fl. 10 kr. An das landwirthschaftliche Publikum im Kreise Friedberg. eee Unterstützung der nothlewenden Grenzdifirtete. Wie aus dem im Abdrucke nachfolgenden Schreiben des Herrn Präsidenten des landwirthschaftlichen Vereins für die Provinz Ober⸗ hessen entnommen werden wolle, sollen in den landwirthschaftlichen Bezirks Vereinen Geldsammlungen zum Behufe der Linderung der Noth an Wirthschaftsbedürfnissen in den wieder erworbenen deutschen Grenzlanden— Elsaß und Lothringen— veranstaltet werden. Ich ersuche deßhalb die Mitglieder des landwirthschaftlichen Vereins wie überhaupt das Landwirthschaft treibende Publikum m ir oder einem der Mitglieder des Ausschusses des Bezirks Vereins Herrn Steuercommissär Hechler in Butzbach, „ Bürgermeister Küchel daselbst, „ Verwalter Lorenz in Münzenberg, Nachdem die seither deutschen Grenzdistricte, namentlich diejeni— gen Rheinpreußens, die in Folge des Krieges außerordentlich gelitten haben, zu Gunsten derjenigen Districten in den neuen deutschen Grenz— landen Elsaß und Lothringen, welche von den Verwüstungen des Krie— ges betroffen worden sind, auf alle und jede Unterstützung verzichtet haben, ist von Seiten des landw. Congresses zu Berlin aufs Neue Herrn Pachter Bender in Rockenberg, „ Bürgermeister Stoll in Nieder-Wöllstadt, „ Burgermeister Keil in Melbach, * Bürgermeister Reitz in Södel, „ Oekonom Schäfer in Ossenheim ihre Gaben baldigst, da die Ablieferung derselben an den Herrn Präsidenten des Provinzial⸗Vereins schon auf den 15. J. Mts. ange- ordnet ist, zu übersenden. Friedberg den 4. April 1871. Der Director des landw. Bezirks⸗Vereins des Kreises Friedberg Trapp. angeregt worden, in den landw. Vereinen Geldsammlungen zu veran— stalten und dem Aus führungscomite des Congresses zu Berlin zur Verfügung zu stellen, um aus den zusammenfließenden Mitteln Wirth— schaftsbedürfnisse jeder Art für die wieder erworbenen deutschen Grenz— lande zu beschaffen. Otto, Graf zu Solms-Laubach. Deutsches Reich. Mainz. Der Rücktransport der französischen Kriegsgefangenen ist nunmehr angeordnet versenden lassen. 12. April statt. — Der„Kreuzzeitung, zufolge ist das Gesetz, einigt. — Die nächste Sitzung findet am.TArtikel vorbehaltenen endgültigen Bestimmung ihrer Grenze, mit dem deutschen Reiche für immer ver— § 2 Die Verfassung des deutschen Reiches und wird mit den bereits hier angelangten franzö- betreffend die Eheschließung von Militärpersonen, tritt in Elsaß und Lothringen vom 1. Januar f ˖ 4 taiser vollzogen worden sischen Wagen jedenfalls in den nächsten Tagen vom Kaiser vollzoge a N. 0 2916 0 0— Die Nachricht der„Times“, daß Thierss im Einvernehmen mit dem Bundesrathe können erfolgen. Zu ihrer Führung sind einige Offiziere f f von der französischen Regierung hierher beordert. 500 Millionen auf die worden. Berlin, 5. April. Der Präsident verliest eine Einladung des Magistrats gezahlt, ist vielmehr noch 48 Millionen auf die[unterliegenden zahlt habe, ist vollkommen unbegründet. ö Sitzung des Reichtags. reich hat auf die Kriegsentschädigung noch nichts der Reichsgesetzgebung in den Bundesstaaten nicht 1874 in Kraft. Durch Verordnung des Kaisers einzelne Abschnitte der Verfassung schon früher in §. 3. Auch in den, Kriegsentschädigung ge Frank-[Wirksamkeit gesetzt werden. Angelegenheiten steht für Elsaß von Berlin, welche den Reichstag zu dem städtischen Verpflegungskosten der deutschen Truppen rückständig. und Lothringen das Recht der Gesetzgebung dem Feste am 17. April einladet. Darauf folgt Be- — Der dem Bundesrathe vorgelegte Entwurf Reiche zu und wird bis zur Einführung der rathung des Nachtrags zu dem Bundeshaushaltsetat. eines Gesetzes, betreffend die Vereinigung von Reichsverfassung(§. 2) vom Kaiser im Einver⸗ Eine Resolution Frankenberg's, der Reichstag möge Elsaß und Lothringen mit dem deutschen nehmen mit dem Bundesrathe ausgeübt. Alle den auswärtigen Stammesgenossen seinen Dank Reiche lautet:„Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden anderen Rechte der Staatsgewalt übt der Kaiser aus.“ für die bewiesene Theilnahme ausdrücken, wird deutscher Kaiser, König von Preußen ꝛc., verord— Von der Ruhr, schreibt die„Ess. Ztg.“: nach Befürwortung Seitens des Antragstellere nen hiermit im Namen des deutschen Reiches nach Den beurlaubten Aerzten des 7. Armeecorps und nach kurzer Debatte, in welcher besonders erfolgter Zustimmung des Bundesraths und des sist am 26. März der Besehl zugegangen, sich so⸗ der deutschen Presse in Amerika und der Deutsch⸗ Reichstags, wie folgt: F. 1. Die von Frankreich fort zu ihren Lazarethen in Frankreich zurückzu- Oesterreicher gedacht wird, einstimmig angenommen. durch den Art. 1 des Präliminarfriedens vom begeben. Präsident Simson erklärt, er werde die Resolutson 26. Februar 1871 abgetretenen Gebiete Elsaß München. Anläßlich der Erklärung Döllin⸗ drucken und an die deutsche ausländische Presse und Lothringen werden, unbeschadet der in diesem ger's erließ der Erzbischof von München Freysing Vom 28. Januar 1871.— Vom 18. März 1871.— 0 nzeiger. einen Hirtenbrief, welcher folgende Sätze aus⸗ führt: 1) Liege nicht erst eine zu entscheidende Frage vor; die Frage sei durch das allgemeine, regelmäßig berufene, frei versammelte und vom Kirchenoberhaupt geleitete Concil entschieden; 2) die historische Forschung dürfe nicht über die Kirche gestellt werden; 3) die Behauptung, daß die Concilsbeschlüsse mit den Verfassungen der euro⸗ päischen Staaten unvereinbar und dem deutschen Reiche verderblich seien, werden als irrthümliche Unterstellung und gehässige Anklage mit lautestem Proteste zurückgewiesen. Durch Döllinger's Er⸗ klärung, welche den Verfasser, falls er daran fest⸗ halte, von der katholischen Kirche absondere, sei die längst gehegte Vermuthung zur höchsten Wahr- scheinlichkeit gesteigert, daß der Verfasser das geistige Haupt der ganzen gegen das Concil ge- richteten Bewegung sei; die einzuleitenden Schritte werden nicht minder die für die Kirche in Deutsch⸗ land drohende Gefahr, als die Liebe für einen irrenden Mitbruder im Auge behalten. — Die„Allg. Ztg.“ meldet, daß in der Ordinariatssitzung gegenüber Döllinger's Erklärung die Mitglieder des Capitels bezüglich der Haltung der Curie verschiedener Ansicht, darüber aber einig varen, daß die Conferenz und Disputation mit Döllinger abzulehnen sei, da Rom gesprochen habe. Döllinger werde mit einer Antwort gleichen Sinnes die erneuerte Aufforderung zur Unterwerfung er- halten und eventuell werden dann im Einver⸗ ständniß mit dem Gesammtepiscopat die nöthig scheinenden Schrikte gegen Döllinger gemacht werden. — Berichte aus München melden: Stifts- probst Dr. v. Döllinger ist, wie leicht begreiflich, jetzt der Gegenstand allgemeiner Anerkennung und Bewunderung geworden. Als es bekannt wurde, daß er das Hochamt in der Allerheiligen⸗Hofkirche celebriren werde, strömte eine solche Menge Volkes in die Kirche, daß diese auch nur die Hälfte der— selben zu fassen vermochte. Der Telegraph, die Stadtpost, jeder Bahnzug bringt eine Unzahl von Zuschriften, beistimmenden Erklärungen und Glück⸗ wünschen. Nahezu fünfzig katholische Univer- sitätsprofessoren erließen am 4. d. an Reichs rath v. Döllinger eine Anerkennungsadresse bezüglich dessen energischen und der Sache wür⸗ digen Vorgehens. Karlsruhe. Am 3. d. sind die badischen Truppen dahier wieder eingerückt. Gegen 12 Uhr begann der Einmarsch, an der Spitze Prinz Wilhelm als Commandeur der 1. Infanterie⸗ Brigade. Ueber 2½ Stunden dauerte der Durch⸗ marsch des etwa 15,000 Mann starken Corps. Nach der Infanterie und dem Leib⸗Dragoner— Regiment ritt der Großherzog mit seiner Suite, die Generäle v. Werder und v. Glümer zur Seite, und ihm schlossen sich die großh. Herr⸗ schaften in vierspännigen Wagen an. Es war ein seltenes militärisches Schauspiel: die reich ge— schmückten und beflaggten Straßen, die endlosen Hochrufe einer dichten, Kopf an Kopf gedrängten Menschenmenge, das Schwenken der Taschentücher aus allen Fenstern und von den Balkonen, der Regen von Kränzen und Blumensträußen, da— zwischen die ununterbrochene Reihe der Krieger, Helme, Gewehre, Degen, die Brust voll Kränzen und Sträußen, salutirend und dankend. Am Abend waren viele Häuser illuminirt. Ausland. Schweiz. Bern, 4. April. General Röder hat dem Bundespräsidenten seine Creditive als Vertreter des deutschen Reiches überreicht. Luxemburg. Die Zeitungsnachrichten über Verhandlungen oder den Abschluß eines Vertrags wegen des Eintritts Luxemburgs in das deutsche Reich haben zuverlässigem Vernehmen nach nicht den geringsten thatsächlichen Anhalspunkt. Frankreich. Paris, 4. April. Die „Commune“ veröffentlicht eine Erklärung Milliere's, in welcher es heißt:„Das verabscheuungswürdige, durch die Executivgewalt begangene Attentat, das Verbrechen, welches die Regierung von Versailles gegen das Recht der Menschheit vollbringt, bietet den Vertretern von Paris die wichtigste Gelegen⸗ heit, einen letzten Gebrauch von ihrem Mandat zu machen, indem sie feierlich eine Politik ver⸗ urtheilen, welche keine anderen Mittel zur Her⸗ stellung des Friedens kennt, als den Bürgerkrieg.“ —„Spinion nationale“ meldet, daß die Pariser Deputirten in Gemeinschaft mit den Maires ein Comite der Versöhnung und des öffentlichen Frie- dens organisiren.— Die Stadt ist ruhig. Ge⸗ rüchtweise verlautet, 20,000 Nationalgarden seien in Versailles eingezogen, doch wird die Begrün⸗ dung dieses Gerüchtes bezweifelt.— Das„Jour- nal officiel“ veröffentlicht Folgendes:„Paris, 4. April, 11 Uhr Vormittags. Der Nachtdienst geschah mit der größten Sorgfalt. Alle Punkte sind genügend mit Truppen besetzt. Gegenwärtig ist kein Anlaß zur Furcht mehr vorhanden, im Gegentheil, Vertheidigung und Angriff sind überall vollkommen organisirt.“ Diese Depesche wird sehr ungünstig ausgelegt; sie scheint die Gerüchte einer entschiedenen Niederlage zu bestätigen.— Zwischen den Versailler Batterien, welche auf den Höhen des Bois Clamart errichtet sind, und dem Fort Issy dauert das Artilleriefeuer fort. Vor dem Fort Issy-sind ca. 40,000 Mann Nationalgarden aufgestellt. Mont Valerien hat das Feuer ein- gestellt. Die Passage der Thore ist mit Aus- nahme der Mitglieder der Commune Allen ver⸗ boten. Alle Blätter sprechen sich ohne Rückhalt für eine friedliche Lösung aus. Sie wünschen nichts sehnlicher, als die Möglichkeit einer Ver⸗ söhnung herbeigeführt zu sehen. Gestern Abend soll zu diesem Zweck eine Besprechung ihrer Ver- treter stattgefunden haben; auch hätten sie bereits eine Zusammenkunft mit Mitgliedern der Commune gehabt.— Seit heute Morgen finden bei Meudon Kämpfe statt. Das Resultat des gestrigen Kampfes war für die Nationalgarden, die sich geschlagen zurückzogen, ungünstig. — 5. April. Der Erzbischof von Paris ist verhaftet worden. Die Anklage lautet auf Con- spiration gegen die Sicherheit des Staats.— Man hört noch Kanonendonner. Die Schlacht- felder bei Clamart und Chatillon sind mit Todten bedeckt. — 5. April. Heute Morgen erneuerte sich der Kampf mit Tagesanbruch in gleicher Heftigkeit. Versailles, 3. April. Die Insurgenten erneuerten heute den Kampf. Der Mont Valerien eröffnete sein Feuer auf die Colonnen und jede Granate, welche auf sie fiel, trieb die von ihr getroffenen Gruppen in die Flucht. Die Insur⸗ genten suchten Zuflucht in Nanterre, Rueil und Bougival und unternahmen dann einen Angriff auf unsere Stellungen. Sie wurden jedoch von den Brigaden Gardier, Darde, Dumont mit 2 Zwölfpfünderbatterien der Reserve lebhaft beschossen und in die Flucht getrieben. Sie ließen auf der Flucht den Boden mit ihren Todten und Ver— wundeten bedeckt. Es war eine schreckliche Auf— lösung. Zu derselben Zeit griffen die Insurgenten auf der entgegengesetzten Seite des Schlachtfeldes gegen Sdvres, Meudon und Petit Bicétre in beträchtlicher Zahl an und stießen hier auf die Brigade Lamariquise und die Infanterie vom Gendarmeriecorps. Die letztere drang in Meudon ein und kämpfte, obgleich aus den Fenstern be— schossen wurde, mit großem Muth. Die Insurgenten wurden aus Meudon vertrieben, in dessen Straßen sie eine große Anzahl von Todten zurückließen. Auf dem rechten Flügel nahmen die Marinetruppen des Generals Bruot und die Bnigade Derojat von der Diviston Favre unter den Augen des Admirals Pothuau, welcher sie führte, Petit Bicétre. Der Tag endete mit der Flucht der Insurgenten in voller Unordnung nach der Re— doute von Chatillon. — 4. April. Der General Bergeret ist ver⸗ schwunden. Die Nationalgarden sind entmuthigt. Die Blätter der Commune fahren fort, die vagsten Siegesberichte zu veröffentlichen. Die Barone Alphonse und Gustav v. Rothschild sind aus Paris hierhergeflüchtet, um der herannahenden Krisis auszuweichen. — Eine Depesche vom 4. Abends sagt: Mehr als 2000 Gefangene sind nach Versailles gebracht worden. Die Anführer Flourens und Duval sind todt. Im Junern von Paris fand bis jetzt kein Kampf statt, allein die Consternation des Comites und seiner Angehörigen tritt offen an den Tag. 22 Mitglieder der Commune haben ihre Ent- lassung genommen. — Die Nachricht, Fürst Bismarck habe erklärt, wenn nicht bis zum 15. April der Aufstand be⸗ wältigt sei, würden die Deutschen in Paris ein- ziehen, ist unbegründet. Marseille, 4. April. 5000 Mann Linien- truppen, welche in Marseille einrückten, haben die Insurgenten an der Eisenbahnstation geschlagen. Letztere haben sich unter die Barrikaden der Stadt und nach dem Präfekturgebäude zurückgezogen. Sie ergaben sich, nachdem das Präfekturgebäude sechs Stunden lang bombardirt worden war. Die Führer der Aufrührer sind entflohen. Belgien. Brüssel. Die„Etotle belge“ meldet, Fürst Bismarck habe der Versailler Re- gierung erklärt, die Deutschen würden in Paris einrücken, wenn sie bis zum 15. April nicht Herrin von Paris sei. Er habe gleichzeitig Thiers er⸗ mächtigt, so viel Truppen in Paris einzuführen, als er für nöthig halte. f — Von der Regierung in Versailles sind Depeschen an den Ministerprästdenten eingelaufen, welche besagen, daß die Insurgenten allerwärts unterlegen sind, daß aber keineswegs die Truppen schon in Paris eingerückt seien. Großbritannien. London, 5. April. Die„Times“ meldet aus Versailles: 15,000 Insurgenten sind gefangen. In Paris herrscht große Bestürzung. — Wie biesige Blätter melden, hätte Fürst Bismarck an Thiers die Mittheilung gelangen lassen, daß falls bis zum 15. April die franzö⸗ sischen Truppen in Paris die Ordnung nicht wieder hergestellt hätten, die deutschen Generäle genöthigt sein würden die Sache in die Hand zu nehmen. Alsdann würden 80,000 Mann gegen Paris marschiren und die Stadt so lange besetzt halten, bis die halbe Kriegsentschädigung bezahlt wäre. Spanien. Madrid. Bei Eröffnung der Cortes sprach der König in der Thronrede den Repräsentanten seinen Dank aus, betonte, daß Spanien alle Kräfte auf die Reform der inneren Angelegenheiten concenttiren müsse, und kündigte Reformen in administrativer und finanzieller Hin⸗ sicht an. Der König erklärte schließlich, daß seine Interessen mit denen der Nation aufs Engste verbunden seien. — Nach anderen Nachrichten vermehren sich die Demonstrationen gegen das Königspaar und nehmen bereits einen bedenklichen Charakter an. Die„Correspondencia“ meldet, daß im Königs- palaste Vorkehrungen zur Abreise des Königs getroffen werden. Die„Epoca“ bezeichnet die Abdankung des Königs als nahe bevorstehend. In militärischen Kreisen befürchtet man den Aus- bruch einer Militäremeute, als deren Urheber Montpenster gilt. Griechenland. Der König hat angeordnet, daß in allen Schulen und Gymnasien militärische Exercitien vorgenommen werden sollen. Auf der Insel Cypern ist eine Hungersnoth ausgebrochen. Rußland. Aus Petersburg wird mitgetheilt, daß dort schon seit Januar eine Anzahl Studenten sich in Untersuchungshaft befindet, welche beschuldigt sind, directe Verbindungen mit französischen Re- publikanern unterhalten und republikanische Zwecke verfolgt zu haben. Frankfurt. Dem Vernehmen nach haben die ftädtischen Behörden an die königl. Regierung den Antrag gerichtet, gegen Belassung der Stadtlotterie der Regierung einen Platz zur Erbauung einer Kaserne gratis überlassen zu wollen. Das Anerbieten wurde jedoch abgelehnt und die hiesige Lotterie dürfte daher mit Ende 1871 gleich den Spielbanken eingehen. 8 Mainz. Vor dem letzten am Samstag Abend von Frankfurt nach Wiesbaden gehenden Schnellzug hatte sich zwischen Castel und der Kurve ein Mann aus Dotzheim auf die Schienen gelegt und wurde überfahren. Bingen. Zwischen Bingerbrück und Bingen suhr eine von ersterem Orte kommende Maschine in den von Mainz kommenden Personenzug. Einige Wagen wurden zertrümmert; die wenigen Insassen des Zuges jedoch kamen theils mit dem Schrecken, theils mit unbedeutenden Contusionen davon. Seer e222 — 1 1 Werudgtzogen. Auktargebaͤude dorden war Logen, 5 ewt belge⸗ Dealer Re. rden u Paris il nicht Herrin ug Thiers er. 1 eighuführen, Versailles sind in eingelaufen, tun alltrwärts e dit Truppen n, 5, April. ils; 15,000 Paris herrscht „ hätte Fürst lung gelangen il dit franzö⸗ ung nicht wieder trält genölhigt d zu nehnen. gigen Paris besetzt dalten, bezahlt wärt. Fröffnung der aride din „betonte, daß rm dit iuntrtn und kündigte franhieler Hin. klich, daß sein 1 aut Engste ptruthtren sich öniespaat und Charakter an. i in Königs. det Königs beltichnet dit deporstehend. n den Aus beber dtn Ut dal angtordnel in nllitirisce „ Auf der pfad Eingesandtt. Zur Wahl der roaugelischen Kirchenvorstände werden nunmehr überall Vorbereitungen getroffen. Von der Wahlenthaltung wird nicht mehr geredet. Das ist recht und gut, denn im Schmollwinkel können Rechte weder geltend gemacht, noch er— worben werden. Reden und Handeln entspricht der Manneswürde auch mehr als das Schmollen. Zunächst kommt es darauf an, rechte und die rechten Männer zu wählen. Der Darnmstädter Protestantenverein will bei Aufstellung seiner Can. wahlen sehen! Deßhalb auch auf christliche Ge— didatenliste„nur auf unbescholtenen Ruf und Wandel sehen“. Damit werden viele evangelische Männer einverstanden sein, auch wenn sie dem ae en noch nicht beigetreten sind. enn die Kirchenversäumaiß die einzige Ver- eines Mannes so edel ist, wie es in der Kirche nur gelehrt werden kann,— wer will behaupten, daß ein solcher Mann nicht schwerer wiege, als der gedankenlose, gewohnheitsmäßige oder gar heuchlerische Kirchengänger? Lehrt doch die Schrift auch, daß das Thun besser sei, als das Herr, Herr sagen! Also vorzugsweise auf christliche Ge⸗ sinnung wollen wir bei unseren Kirchenvorstands— sin nung, damit das ominöse Wort„Kirchenzucht“ nicht eine mittelalterliche Geltung erhalte, wie es wohl Manche wünschen. Wahrhaft christlich ge⸗ sinnte evangel. säumniß, wenn vielmehr das Thun und Lassen änner werden auch nicht nach „Sonderkirchen“ trennen und ausschließen, sondern versöhnen und vereinigen wollen in der, im kost⸗ baren und menschenwürdigen Grundrecht, der Denkfreiheit, einigen evangelischen Kirche. Auch die freisinnig gebildetsten Männer werden mit der Forderung christlicher Gesinnung einver⸗ standen sein; denn der wahrhaft christlich gesinnte Mann ist von freier Denkungsart, edler Herzens⸗ bildung und von gutem Rufe. Darum werden wir in keiner Hinsicht fehl gehen, wenn wir, so gemeint, christlich gesinnte Männer zu evangel. Kirchenvorständen wählen. Bekanntmachung. 866 Den Mitgliedern der städtischen Feuerwehr und Löschmannschaften der Stadt Friedberg wird hierdurch eröffnet, daß die gewöhnlich auf dritten Osterfeiertag stattfindende Spritzenprobe für dieses Jahr, besonders der Frankfurter Messe wegen, ausfällt und auf den dritten Pfingstfeiertag verlegt worden ist, insofern nicht inzwischen durch besondere Einladung die Vornahme einer Probe angeordnet werden sollte. Friedberg den 6. April 1871. Großherzogliche Bürgermetsterei Friedberg. Foucar. Dung ⸗Versteigerung. 867 Dienssag den 11. April d. J., Vormittags 10 Uhr, soll an Ort und Stelle der Inhalt der Dunggrube im Hofe der Realschule dahier öffentlich an den Meist⸗ bietenden versteigert werden. Friedberg den 6. April 1871. Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. ena. Bekanntmachung. 860 Da die am 14. März d. J. im Langenhalner Ge— meindewald, District Eichkopf, abgehaltene Holzver— steigerung die Jenehmigung nicht erhalten has, so sollen die betreffenden Holzsortimente nochmals öffentlich meift⸗ bietend versteigert werden, und zwar: Donnerstag den 13. April d. J., Vormittags 9 Uhr arfangend, 7425 Stück gemischte Weichholz-Wellen, 2750„ Eichen⸗Relsholz⸗Wellen, 1200„ Kiefer-Wellen, des Nachmittags 1 Uhr anfangend im Distriet Hühner— 47 Stück Eichen⸗Baustämme, 705 Cubikfuß haltend, und Freitag den 14. April, Morgens 9 Uhr, im Diftriet Hühnerpfad, 1 Eichen⸗Scheit⸗, 3 Prügel und 3½ Stockholz stecken und 20000 gemischte Eichen- und Birken; Wellen. Wir bitten die Herren Bürgermeister der Umgegend um gefällige Bekanntmachung. Zlegenberg, am 5. April 1871. Großherzogliche Bürgermeisterei Lan genhain. R katarrhe, Säurebildung, Ausstoßen, Verdauungs- schwäche, Atbemnoth und Harngries. Vorräthig in alle in ächt in Friedberg bei Pofapotheker C. 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Danksagun gung. 850 Bei meiner Abreise aus dem biefigen Reserve— Lazareth erlaube ich mir dem dirigirenden Arzte Herrn Dr. Bode jun. und dem Chirurgen Herrn Deuring für ihre außerordentlichen Leistungen in Behandlung meiner schweren Verwundung und Krankheit, den geehrten Damen s. 3. im Saal I. für ihre unermüdliche fiei— willige und aufopfernde Pflege der verwundeten und erkrankten Kameraden, den Mitgliedern des Hülfsvereins: welche sich so sehr um uns verdient gemacht, und ins— sondere der Familte Deuring für ihre so liebevolle Privatpflege meinen tiesstschuldigen Dank auszusprechen. Bad-Naubeim am 4. April 1871. E. Kokott, K. A. G. G. Reg. Nr. 1, 11. Comp. Todesanzeige. 864 Dem Allmächtigen bat es gefallen unsere liebe Mutter, Großmutter und Urgroßmutter Helene Koch, geb. Mann, in ihrem 75. Lebensjabre heute Nacht nach längerem Leiden in ein besseres Jenseits abzurufen. Die Beerdigung findet Charfreitag mittag um 6 Uhr slatt Friedberg den 6. April 1871. Die trauernden Hinterbliebenen. Nach⸗ Ge La dür Frankfurt am 5. April 1871. Preussische Kassenscheine Hl. 1 49— 7 Preuss. Friedrichsd'o r„ 9 58—59 Pigto len„ 9 44-46 Holländische fl. 10 Stücke.„5 9 55—57 i Duüdsten e„ 5 en 3 20 Francs-Stücke e„ 9 27—28 Englische Sovereigus„ 11 55—57 Russ, Imperiales 9 45—47 Dollars in Gold„ 2 27—28 870 Der heutigen Nummer unseres Blattes liegt ein illustr. Preisverzeichniß der Nähmaschinen⸗Fabrik von„Frister& Roßmann in Frankfurt a. M., Roßmarkt Nr. 17 bei, welche außer ihrem eigenen Fabrikat ein reichhaltigesz Lager in den besten Handwerker- und Hand⸗Nähmaschinen unterhält. f Victoria⸗Bettdecken„„ 3 5 Mull für Kleider. Crinolinen. gute Stoffe, solide Arbeit, gulsitzend garantirt. due cbertah Während der Fraukfurter 34 Ueuckräme 3 verkaufe zu Fabrikpreisen in meinen beiden Lokalen. ee Jonas Schloss.—— Leinen, Weißwaaren⸗ und Hemden⸗Fabrik. 862 — 8 1 von 10, 12 und 15 kr. die Elle. 2 Vorhänge% breit, 8, 9, 12 kr. Lederleinen Rein⸗Leinen 25 Elle 14 16, 18 kr. 6 Halbleinen 12 kr. 8/ brei mit Bogen, 12, 14 kr. und höher,] Abgepaßte, per 6 Betttücherleinen von 12 und 16 kr. die Elle und höher. i, n 5„ 7 Fenster fl. 2½ Hemden⸗Leinen(Handgarn) von 15 kr. und höher,(feine Sorten) von 20 kr. 8 177 105 3, 3½ u. höher. an die Elle und höher. 7 Shirting, 7 ke. an. Chiffons, 10 tr. an. Madapolam, 12 k.. an. Tischtücher a 45 kr. in ¼, Otzd. von fl. 2. 12 an. Piqués, 10 kr. an. Satin, 12 kr. an. Doppeltuch, 12 tr. an. Servietten, per/ Otzd. von fl. 1. 30 an. Leinene Herrenkragen und Manchetten H* ch weiß gebleicht, abgepaßte per Obd. fl. 3. 30, 6 kt. neueste Fagons, billigst. andtü er, die Elle. 1 Piqué⸗ Bettdecken von fl. 2. 24 an. Corsetten. Küchen⸗Handtücher, per Otzd. fl. 2. 30(30 Ellen). g ee: rene, Taschentücher,%.d eee enen 5 f Kinder⸗Taschentücher, weiß und farbig, per ½ Otzd. von 30 kr. an. für Herren, Damen und Kinder. Frauenhemden von Batlist aaschenlücher per/ Otzd. von fl. 2 an. 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Carl Kramm. 9 Lager⸗Bier 868 in der Hof-Brauerei von J. Burck. Von Samstag Abend an und während der Wiener — Feiertage 2 oppel- C. F. Walz. errenkleider 865 in großer Auswahl und zu billigen Preisen in dem Kleidermagazin 7 5 von J. Fürth's Erben. Hampelmann auf Wilhelmshöhe und im Kyffhäuser Dramatischer Scherz von Fr. Stoltze. f Preis 12 kr. Vorräthig bei Bindernagel& Schimpff in Friedberg. Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Evangelische Gemeinde. O ster fe st. Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Baur. Ostersonntag. Gottesdienst in der Stadtkirche: Vormittags: Herr Candidat Werner. Nachmittags: Herr Pfarrer Die gel. Gottesdienst in der Burgkäirche. Vormittags: Herr Pfarrer Baur. Nachmittags: Herr Caudidat Trümpert. O ster montag. Gottesdienst in der Stadtkirche: Vormittags: Herr Pfarrer Köhler. Nachmittags: Herr Candidat Jakobi. Gottesdienst in der Burgkirche: Vormittags: Herr Candidat Suppes. Nachmittags: Fällt aus. Katholische Gemeinde. Samstag um 4 Uhr Nachmittags Beichte. Das hochheilige Osterfest. 1. Festtag. Vormittags: 10 Uhr Auferstehungsfeier und Hochamt mit Segen und Predigt. Nachmittags: 2 Uhr feierliche Vesper, darauf Beichte. 2. Festtag. Vormittags: 10 Uhr Hochamt und Exhortation. Nachmittags: ½ 2. Uhr Prüfung der Ersicommunicanten und Andacht. Beginn des Gottesdienstes an den anderen Wochen- tagen Morgens ½8 Uhr. Verantw. Nedact.: Hermann Schimpff. Druck und Verlag von Bindernagel& Schimpff.“ S Die nächste Nummer erscheint der Osterfeiertage wegen erst Donnerstag den 18. April. (Hierzu Unterhaltungs- Blatt Nr. 14 und eine Beilage). stanz Heut der b Tend Pachy Und Gebi findet dichte ist ei sest f gekni mot Dien muß habl und gewee dan er und — 0 — 12 fr — nihberg. Beilage. Sileßen. Der„Gieß. Anz.“ enthält folgenden Brief eines Soldaten unseres 7. Inf. Regis.„Nun bin ich wie⸗ der ganz gesund, die Blattern haben wenigstens mein Ge— sicht nicht verunstaltet. Ich bin am 14. Januar mit emei⸗ nen Blattern zu Fuß mitgegangen; ich wollte nicht ge— fangen sein; noch 18 Cameraden haben es ebenso gemacht. Doch hätte es uns nichts genützt, mit der Bagage fortzu⸗ gehen, wenn unser Oberst nicht gewesen wäre. Denn die Bagage, die Reiterei und die Artillerte konnten nicht mehr weiter zurück, ein ganzes feindliches Bataillon stand hinter uns aufmarschirl. Alles lief untereinander; wir waren eingeschlossen, von allen Seiten hörte man schießen. Da entstand plötzlich ein furchtbares Hurrahgeschrei auf der Eisendahn. Wir sahen unseren Oberst mit einer Com- pagnie sich auf dieses feindliche Bataillon stürzen und sahen bald die Franzosen davon laufen. Sqhnell setzte sich die ganze Colonne in Bewegung und wir Alle kamen glück⸗ lich durch. Es war unsere 8. Compagnie, welche diesen Sieg erfochten hatte. Hinter Gien kamen wir erst zu ihr. Alle schrieen Hurrah! als sie den Oberst sahen. Frankfurt. Unsere aus der Gefangenschaft nach Hause zurückkehrenden neuen Landsleute aus dem Elsaß sind bier an der Elsenbahn mitunter Gegenstand kleiner Gaunercten. Es treiben sich daselbst nämlich einige junge Taugenichtse umher, welche sich erbötig zeigen, den Abfah— zenden Besorgungen zu machen, mit dem erhaltenen Geld aber spurlos verschwinden. So ging erst vor einigen Tagen wieder ein solcher junger Gauner mit einem Zwei-Franken⸗ stück durch und der arme Elsässer sah weder Flasche, noch Wein, noch Geld und suhr durstig und geprellt von dannen. Da der Polizei Mittbhellung gemacht wurde, wird den Gaunern das Handwerk wohl gelegt werden. Frankfurt. Unsere sog. Reichslaterne, welche der Artilleriemajor und Stadteommandant, auch Abgeordneter zum ersten deutschen Parlament, v. Deetz, vor nun 22½ Jahren errichtete, ist nunmehr bei Restauration des Pfarr⸗ thurms von ihrer erhabenen Stellung verschwunden, nach— dem sich nie Gelegenheit geboten, sich ihrer der ursprüng— lichen Bestimmung gemäß als Signal bei allenfallsigen Unruhen in Frankfurt zu bedienen. Darmstadt. Am Montag Morgen bielt das Merse— durger Landwehr⸗Husarenregiment seinen festlichen Einzug in unsere Stadt. Dasselbe wurde am Neckarthere, wo sich Tausende von Menschen eingefunden hatten, von einer De— putation des Gemeinderaths, dem Stadt Commandant und verschiedenen Stabsofficieren begrüßt und nahm dann unter fortwährendem Jubel der Zuschauer Ausstellung auf dem Marienplatz, wo die Quartierbillete vekäbreicht wurden. Viele Einwohner batten aus Anlaß des Einzuges geflaggt, und war am Neckarthor eine Eyrenpforte errichtet. Darmstadt. Bis zu Ende dieser Woche werden sämmtliche hier noch internirten französischen Kriegsge— fangenen nach Frankreich zurücktransporkirt werden. Aus— genommen sind diejenigen, welche kriegsrechtlich zuerkannte Sttafen zu verbüßen haben. Erwähnt dürfte werden, daß bereiis 3 Elsässer freiwillig in das 4. Regiment eingetreten sind und daß etwa 30 seither hier internirte Gefangene, darunter einige Nationalfranzosen, welche lohnende Arbeit bier gefunden und theilweise zarte Verhältnisse angeknüpft haben, sich entschlossen haben, ganz hier zu bleiben. Ein franz. Capitain hat sich bereits ein Haus gekauft. Darmstadt. Hiesige Blätter meiden vom 1. April: Heute Nacht um 2 Uhr creignete sich auf dem Bahnhof der Hess. Ludwigsbahn ein bedeutendes Unglück. Eine Tenderlocemotive(, Westphalen“) fuhr mit noch einem Packwagen mit voller Dampfkraft trotz der durch frühere Unfälle veranlaßten Hemmvorrichtungen mitten in das Gebäude, in welchem sich das Etappen-Commando be— findet, wo sie wahrhaft grauenhafte Verwüstungen an⸗ richtete In die dicke Mauer, die aus Quadern bestand, ist eine förmliche Bresche gerissen, in welchem die Maschine sest steckt; starke eiserne Träger sind wie leichte Strohhalme geknickt. Veranlaßt wurde der Unfall dadurch, daß Loco— motivführer und Heizer in Folge des furchtbar anstrengenden Dienstes eingeschlafen waren. Einen noch festeren Schlaf muß indeß die Ordonnanz des Etappen ⸗ Commandos ge— habt haben, welche von dem ganzen Unfall nichts merkte und erst durch das zum Tod erschrockene Bahnpersonal geweckt wurde.. Darmstadt. In dem kürzlich ausgegebenen 26. Jah— resbericht des Malhilden⸗Landkrankenhauses zu Darmstadt wird durch Zahlen die allmählig steigende Ent⸗ wickelung des Hauses nachgewiesen. Um den Betrag von 2550 fl. wurde ein Neubau geschafsen für Magazin und Weißzeugverwaltung und besondere Zwecke der Krauken— pflege. Es wurde eine zweite Badeanstalt errichtet, die Hoftaithe Fanalisirt, ein Krankenzelt erworben, 6 Draht, matrazen beschasst ꝛc. Es bestanden in 1869 145 Pflege⸗ verträge mii Gemeinden, und wurden 22,816 Pflegetage gereicht. Das Einlaufeprotocoll der Registratur des Jah⸗ res beirug 1403 Rummern. Der höchste Monatsbestand 105 Kranke. Die Totalsumme der klinisch behandelten Krankheiten 423. Die Tolalsumme größerer Operalionen 97. Die Jahresausgabe betrug 12,173 fl.; die Schenkungen und Vermächtnisse 1526 fl. 40 kr.; die Pflegevergülung 5180 fl. 3 kr.; die Beiträge 4177 fl. 42 kr. ꝛc. Der Vor⸗ stand dankt allen denen aufs Wärmste, welche die Anstalt unterstützten.— Die vertragsmäßige Pflegegebühr mußte auf 12 kr, für je 24 Stunden erböht werden. Wiesbaden. Der um das Wohl seiner Heimath und die Hebung der Elwerdelhätigkeit hochverdiente be— Oberhessischer Anzeiger. N 42. 2 kannte Champagnerfabrik⸗Besitzer, Herr C. Burgeff, wurde am 3. d. dahier zur Erde bestattet. Da der katholische Geistliche die Thellnahme an der Leichenfeierlichkeit abge— lehnt hatte, sprach der evangelische Pfarrer die Leichenrede. Eine große Menschenmenge betheiligte sich bei dem Be— gräbniß, das sich zu einer erhebenden Trauerdemonstration der ganzen Stadt gestaltete. In Baden blabsichtigt man badische Kreuzer mit enisprechendem Gepräge zur Erinnerung an die erlebten großartigen Ereignisse prägen zu lassen. Wenn diese „Friedenskreuzer“ noch vor der im ganzen Deutschen Reiche in Aussicht genommenen Friedensfeier in Umlauf gesetzt werden, so werden dieselben voraussichtlich in vielen Ge— meinden des Landes als eine passende Gabe für die Schul— jugend benützt werden können. München. Ein Nürnberger Apotheker bat bei dem Sladimagistrat von Regensburg für den durch Franzosen in barbarischer Weise geblendelen bayetischen Soldalen, Joh. Kirmayer von Elterzhausen, die Summe von 750 fl. unter Bedingungen deponirt, welche die nachhaltige Ver⸗ wendung des Capftals zum Besten des Unglücklichen sichern. Minden. Die Turce⸗Verlobung scheint zu Wasser zu werden. Der Schwarze, welcher sich bekanntlich mit einem hiesigen Mädchen, Tochter eines früheren Eigarren⸗ machers und jetzigen Schenkwirthes, verlobt hatte und der auch dem Vater 2000 Thlr. als Verlobungspreis gezahlt haben soll, ist nämlich, da er als Offizier zurückteisen durfte,— verduftet. Ob er„spurlos? verschwunden, sieht noch nicht fest. Schaffhausen. Auf Arenenberg sind die Lieblings- pferde Napoleon's III. angekommen, darunter auch das „Schlachtroß von Sedan“ d. h. das Thier, welches der Exkaiser bei der Schlacht von Sedan ritt,„als et den Tod suchte und nicht sand“. Das Schlachtroß ift— auch unverletzt geblieben, sonst aber ein schönes Thier. Verloos ungen. Karlsruhe, 31. März. Bei der heutigen Prämien⸗ ziehung der badischen 35 fl.⸗Loose fielen auf folgende Loose die beigesetzten Gewinne: Nr. 236570 35,000 fl., Nr. 182692 10,000 fl., Nr. 182663 5000 fl., Nr. 44228 342461 330149 236556 und 342447 je 2000 fl., Nr. 207966 160910 298756 109892 14771 164863 193344 146078 11948 68768 75753 und 204925 je 1000 fl. Karlsruhe, 1. April. Bei der heutigen Serien Ziehung der badischen 1755fl.⸗Loose wurden folgende Scrien gezogen: Serie 79 177 197 234 263 279 287 316 539 867 907 1266 1346 1389 1494 1499 1502 1513 1514 1813 1690 1720 1976 1982 2385. Braunschweiger 20⸗Tylr.⸗Loose. Prämien Zithung am 31. März. 80,900 Thlr. auf Serie 8599 Nr. 49; 6000 Thlr. auf Serie 7538 Nr. 48; 2000 Thlr. auf Serie 8599 Nr. 14; 800 Thlr. auf Serie 3229 Nr. 8. Wien, 1. Aptil. In der heutigen Ziebung der 100 fl.⸗Loose der zsterreichischen Creditanstall(Eisenbahn. Prämien⸗Anleihe) füll der Hauptgewinn von 200,000 fl. auf Nr. 60 Serie 4004; 40,000 fl. auf Nr. 86 Serie 3259; 20,000 fl. auf Nr. 29 Serie 4004; ferner wurden folgende Serien gezogen: 126 512 677 1374 1438 1547 1569 1612 1699 1818 1966 2441 und 3328. Wien, 1. April.(1854 r Staatsloose.) Bei der heute vorgenommenen 33. Verloosung der Gewinn-Num— mern der Schuldverschreibungen des vierprocentigen Staats- anlehens vom Jahre 1854 fiel von den verloosten 26 Serien: Nr. 128 197 272 358 445 1007 1120 1275 1278 1281 1355 1528 1735 1893 2107 2340 2570 2768 2762 3110 3136 3197 3317 3326 3 94 3708 der Haupttresser mit 110,000 Gulden C.-M. auf Serie 2107 Nr. 33 und der zweite Treffer mit 20,000 fl. C. M. auf Serie 2762 Nr. 48. Auf alle übrigen in den obigen verloosten 26 Serien enthaltenen und bier nicht besonders aufge— führten 1298 Gewinn-Nummern der Schuldverschreibungen fällt der geringste Gewinn von je 300 fl. C.-M. Versuche mit Probsteier Gerste. (Von Lehrer Epple zu Ocksiadt.) Durch Vermittlung des landw. Bezirksvereins Fried⸗ berg gelangte ich zu Probsteier Gerste, stammend aus dem Herzogthum Schleswig. Das Malter kostete in Friedberg 8 fl. 40 kr. und wog, gemessen mittelst gestrichenen Sim— mers, 176 Pfd. 132 Uslafter(Versuchsfeld Nr. J.) be⸗ samte ich mit 10 Gescheid derselben und erzielte 396 Pfd., macht per Normalmorgen 1200 Pfd., oder, da 160 Pfd. 1 Malier sind, 7½ Malter. Auf das II. neben anliegende, dem I. an Quantität und Qualität gleiche Versuchestück verbrachte ich ebenfalls 10 Gescheid gewöhnlicher Gerste. Hier war das Nesultat 330 Pfd., macht per Morgen 1000 Pfd., also 6¼ Malter. Von der von mir erzielten Probsteier Gerste wog das gemessene Malter 176 Pfd., also ebenso viel wie die Probegerste, wogegen das Malter der erzielten gemeinen Gerste 168 Pfd. wog. Die Körner der mit Recht zu empfehlenden Probsteier Gerste sind dicker und gleichmäßiger, die Aehren länger, als die der einbei— mischen. An einer Aehre befanden sich durchschnittlich 28 Körner, während die Anzahl einer Aehre der gewöhnlichen Sorte durchschnittlich nur 24 betrug. Zur Reife bedurfte erstere 8 Tage mehr Zeit, als die mit ihr zu gleicher Zeit ausgestellte andere Sorte. Aehnliche günstige Resultate (per Morgen 1 Malter mehr) erzielte mit fraglicher Gerste der hiesige Oekonom Martin Groningen III. (Aus Landw. Zeitschrist für Hessen.) Die treue Wacht in der Kaffeeküche zu Friedberg. Was deutet die Hütte im Bahnhof dort? Im Tannenschmuück, von Fahnen umwehet! Welch“ Leben und Treiben an jenem Ort? Wie, wenn Ihr emsig Bienenvolk sähel. Sind Männer und Frauen aus jedem Stand, Die bei Wind und Wetter, Tag und Nacht— Ein Scherflein zu bringen dem Vaterland— Im Bahnbof halten„die treue Wach.“ Sie halten die Wacht, mit Speise und Trank Zu laben passirende Krieger, Zu pflegen die Tapfern, verwundet, krank, Und heimkehrende fröhliche Sieger. Nicht dürfen die Brüder nach heißer Schlacht Auf glücklicher Heimfabrt noch dulden, Sie haben so Großes für Uns vollbracht; Gern zellet den Dank, den wir schulden. Wohl wissen es Alle aus deutschem Gau, Daß Honig und Milch bei uns fließet, Wie freudig sich mühet die Wetterau, Daß gaftlich sie würden begrüßet. Soll aber den Siegern„die treue Dachte Der Gaben nech fernerbin spenden, So bleib' auch dankbare Liebe bedacht, Zu opfern mit stets vollen Händen! Denn wären gekommen in unsere Gau'n Des Krieges verwüftende Spuren— Wer denkt nicht daran mit Schrecken und Grau'n— Daun weh' unsern herrlichen Fluren! So harret benn aus auf der„treuen Wacht,“ Erlahmt nicht in eurem Bestreben; Es sei Euch dafür warmer Dank gebracht,— — Nicht können Euch Orden wir geben! Die Absendung von äratischen Grgeuständen, Privat- packheten und Liebtsgaben an dit Großherzogliche Division. In den allerersten Tagen geht eine Sendung aͤrarischer Gegenstände an die Großherzogliche Division ab. Es wird dies zur Kenntniß des Publikums gebracht mit dem Anfügen, daß nach höherer Anordnung die Privatpackete und Liebesgaben für Angehörige der Feldtruppen an die betreffenden Ersatz-Abtheilungen einzu⸗ senden sind, welche solche mit den ärarischen Stücken an die Etappen-Commandantur zur Beförderung an die Bestimmungsorte übergeben. Darmstadt, den 5. April 1871. Die Gr. Etappen⸗Commandantur. Der Verpflegungsbeamte: Köhler, Stabsquartiermeister. Mathilden-Landkrankenhaus. Die im Monat Januar d. J. im Kreise Friedberg vorgenommene Sammlung freiwilliger Beiträge hatte einen Ertrag von 275 fl. 31 kr., was dankend hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird. Der Vorstand. Original-Becensionen über die„Victoria“. Die im Verlage der Buchhändler-Firma„Victoria⸗Ver⸗ lag“ in Berlin erscheinende illustrirte Muster- und Mode- zeitung:„Victoria“(Abonnements-Preig 1 fl. 12 ke. pro Quartal) ist bis jetzt mit jedem Jabre höher in der Gunst des Publikums gestiegen. Jeder Unparthefische wird sagen mit vollem Rechte, denn Alles, was dieses vortreff⸗ lich redigirte Journal bringt, zeugt von einem auser⸗ lesenen Geschmacke und verbindet mit der Schönheit zu⸗ gleich eine anerkannte Nützlichkeit. Die Illustrationen, wie sämmtliche Musterzeichnungen, sind von entschiedenem Werthe und leisten den Damen in allen Ständen nicht boch genung zu schätzende Dienste. Besonders hervorzuheben sind die prachtvollen colortrten Modekupfer, welche den Beweis liefern, daß wir auch hierin Paris den Rang ab— gelaufen haben. Zugleich dietet das mit der Modenzei— tung vereinte Unterhaltungsblatt Aufsätze, die sich über jede gewöhnliche Literatur novellistischer Gattung durch die Gediegenheit ihres Inhalts und die Eleganz ihres Styles erheben, außerdem noch, daß sie moralisch beleh— rend sind und nach Veredlung des Herzens und Bildung des Geistes der Leserinnen streben. Erlaubt es der uns knapp zugemessene Raum in diesem Blatte auch nur die Victoria mit kurzen Werten zu empfeblen, so wird doch das Wenige hinreichend sein, um das Interesse unserer Leserinnen für dieses vorzüglichste aller Damen-Journale, dessen Preis noch obendrein sehr billig gestellt ist, aus's Neue zu erwecken.(Hamburger Novellenzestung.) Immobilien-⸗Versteigerung. 546 Samstag den 22. April 1871, Vormittage um 11 Uhr, sollen die dem Apotheker Permann Otto zu Rüdesheim eigenthümlich zustehenden, in der hiefigen Demarkung delegenen Immobilien, nämlich: 2) 12 Ruthen 41 Schuh Hofraithe in der Uuntergasse, zwischen Wühelm Schmid und dem Kirchhof, Nummer 5485/1706 des Stockbuchs; b) 6 Rutben 59 Schuh Garten bei dem Hause, zwischen dem Kicchhofe und sich selbst, Nummer 1707 des Stockbuchs; d o) 10 Rutben 14 Schuh Acker auf dem Altendorf, zwischen Reinhard Knöpp Witiwe und Nicolaus Steten, Nummer 1714 des Stockbuchs; in dem hiesigen Rathbause zwangsweise zum zwelten Male versteigert werden, und wird dei dieser Versteige⸗ rung der Zuschlag unbedingt ertheilt. Reichelsbeim den 6. März 1871. In Auftrag Grosberzoglichen Landgerichts Friedberg Großberzogliches Ortsgericht Reichelsheim. Schmid. ern Betreffend: Den Conkurs des Joseph Weil von Oppershofen. 575 Nachdem von Großherzoglichem Hofgericht der rovinz Oberbessen über das Vermögen des Joseph Belt von Oppershofen der förmliche Conkurs erkannt worden ist, werden dessen gerichtsunbekannten Gläubiger zu dem auf Freitag den 28. April, Vormittags 9 Uhr, anberaumten Liquidationstermin zur Anmeldung und Begründung ibrer Ansprüche sowle deren etwaige Vorzugsrechte an den Cridar bei Meidung des, ohne besonderes Präelustodekret, erfolgenden Ausschlusses von der Conkursmasse hiermit vorgeladen. Zugleich soll in dieser Tagfahrt über Zuflandekommen eines Arrangements, Gestellung eines Massekurators, Verfilberung der Masse und Wahl eines Gläubigeraus⸗ schusses verbandelt werden und werden die ausbletben⸗ den oder durch genügend Bevollmächtigte nicht vertretenen Gläubiger als den von der Mehrheit der erschienenen gefaßl werdenden Beschlüssen beigetreten angesehen werden. Butzbach den 6. März 1871. Großherzogliches Landgericht Butzbach. Dr. Gtlmer, Fresenius, Landrichter. Landgerichts Assessor. Cdictalla dung 791 Isaak Jsaal von Nieder- Weisel bat mit seinen bekannten Gläubigern sich arrangtrt, nachdem er seine Insolvenz angezeigt und nachgewiesen hatte. Es werden alle unbekannten Gläubiger desselben zur Anmeldung ihrer Ansprüche bel Meidung Ausschlusses von der Masse im Termin Dienstag den 18. April, Vormittags 8 Uhr, aufgefordert, unter Gestattung der Einsicht des Arran— gements in hiesiger Registratur. Butzbach den 27. März 1871. Großherzogliches Landgericht Butzbach. Dr. Gümer, Fresenius, Landrichter. Langerichts. Assessor. Vergebung von Bauarbeiten. 798 Nachstehende, zur Herstellung der Curgebäude zu Salzhausen erforderliche Bauarbeiten, bestehend in: fl. kr. Tüncherarbeit 738 36 Schreinerarbeit 192 24 Schlosserarbeit 59— sollen auf dem Soumifsionsweg vergeben werden. Lusfttragende werden hiermit eingeladen ihre deß⸗ fallsigen Offerten längstens bis zum 11. April l. J., Nachmittags 6 Uhr, auf dem Amtslocal des Unter⸗ zeichneten einzureichen, woselbst auch der Voranschlag und das Vergebungsbeft offen gelegt ist. Nidda am 29. März 1871. Der Großherzogliche Kreisbaumeister Wetter. Holz ⸗Versteigerung. 841 Mittwoch den 12. April werden im hiesigen Ge— meindewald, in den Distrikten Rotherstoß, Burg und Pfablgraben, nachverzeichnete Holzsortimente öffentlich meistbietend bersteigert: 88 27½ Stecken Buchen⸗Prügelbolz, 1 7t„ Aspen⸗„ 67„ Buchen- ⸗Stockholz, 2063 Buchen⸗Schlagholzwellen I. Qualität, 4867 Eichen⸗* desgleichen, 3298 Nadelholz Wellen, 185 Cubikfuß Nadel⸗Stangenholz, theils zu Bohnen⸗ stangen geeignet. Anfang und Zusammenkunft der Versteigerung Vor— mittags 9 Uhr am Rotherstoß. Nieder⸗Rosbach am 3. April 1871. Großherzogliche Bürgermeisteret Nieder-Rosbach. rait Ot h. Stein verkauf. 827 Vorzügliche Mauersieine werden wleder für den geringen Preis per Klafter 8 fl. abgegeben von der Gemeinde Leidhecken. Leidhecken den 3. April 1871. Großherzogliche Bürgermeisterei Leidhecken. SN a m. Frucht- und Kornstroh-Versteigerung. 869 Das Großberzogliche Rentamt Nidda bringt nachstehende 1870er Frucht Vorräthe, sowie eine Quantität Kornsiroh, in nachverzeichneten Terminen zur öffentlichen Versteigerung und zwar: 3 von dem Speicher zu Bingenheim bei Gastwirth Winter daselbst, 2) von dem Speicher zu Nidda auf dem Gemeindehause daselbst. 2 8. ruchtsorten. 15 Vom Termin der Versteigerung 1 Stroh 2 Speicher zu 18 71. Walzen Korn Gerste] Hafer 2 Mtr. Mitr. Mitr. Mitr.] Gebund. 1 Nidda Dienstag den 18. April, Vorm. 10 Uhr— 64 34 51— 2 Bingenheim Mittwoch„ 19.„ nie, 23 207 203 37— 9 Nidda Dienstag„ 16. Mai e— 64 34 51— 4 Bingenheim Mittwoch„ 17.„„e, 23 207 203 37— Bingenheim am 7. März 1871. Großherzogliches Rentamt Nidda. Rube. Arbeits ⸗Versteigerung. 819 Mittwoch den 12. April l. J., Vormittags halb 11 Uhr, sollen in dem Gemeindebause zu Stamm- heim nachbenannte, an dem ehemaligen Schloßgebäude daselbst nöthige Arbeiten und Lieferungen nochmals öffentlich an die Wenigfinehmenden in Accord gegeben werden, als: fl. kr. Maurerarbeit, veranschlagt zu 144 10 Steinhauerarbeit 22 45 Zimmerarbeit 61 40 Dachdeckerarbeit 105 34 Schreinerarbeit 332 34 Schlosserarbeit 162 42 Glaserarbeit 307 20 Weißbinderarbeit 256 32 Spenglerarbeit 16 42 Lieferung von 5000 Stück hartgebrannten Backsteinen, 2 8„ 0 Russensteinen, 8„ 4000„ Plaitztegeln, 1 8 30 Bütten Kalk. Vilbel den 1. April 1871. ee Bezirks-Bauaufsther. 1 7 Holzversteigerung. 797 Donnerstag den 13. April 1871, Vormittags 9 Uhr anfangend, sollen in den Freiberrlich v. Ritter'schen Waldungen zu Hof Hasselbeck: 1 Stecken Buchen⸗Scheitholz, 5„ Eichen⸗ 1 2801„ Buchen-Prügelholz, 9„ Eichen- und Birken Prügelholz, 4„ Aspen⸗ und Weiden⸗„ 4„ Birken⸗Stockboiz. 950 Wellen Buchen-⸗Reiserbolz, 8 7081„ Birken- und Eichen⸗Reiserholz, 1250„ Aspen und Weiden⸗„ 150„ Kiefern-Relserholz, 38 Gebund Ginstern öffentlich meisthietend versteigert. Die Zusammenkunft ist im Lobschlag Nr. 21. Friedberg den 30. März 1871. In Auftrag der Freihertlich v. Ritter'schen Gutsverwaltung zu Rüdesheim Heidt. Hafer ⸗Versteigerung. 830 Mittwoch den 12. April l. J., Vormittags 10 Uhr, werden auf hiesigem Ratbhaus die daselbst lagernden circa 20 Malter Hafer einer öffentlichen Versteigerung ausgesetzt. Assenheim am 4. April 1871. Großherzogliche ae Assenheim. 2 „ Holz ⸗Versteigerung. 856 Donnerstag den 13. d. M., von Morgens halb 10 Uhr an, werden im Distrikt Herrnhecken des Haincher Domanialwaldes versteigert: 13 Stecken Buchen⸗Scheitholz, 9 77 Eichen ·„ 2½„ Aspen„ 88„ Buchen⸗Stammprügelholz, 10„ Etchen Prügelholz, 32„ Buchen Stockholz, 650½⁰„ Eichen⸗* 4600 Wellen Buchen⸗Reisholz, 5 500„ Eschen⸗„ 3 Etchen Stämme mit 63 Cudikfuß, 31 Fichten Stangen mit 76 5 Heldenbergen am 4. April 1871. Großherzogliche Oberförsterei Altenstadt. Jochem, Verwalter. Eein Eber, 829 8 Monate alt, steht zu verkaufen bel Ilbenstadt. Müller Schuch. Holzversteigerung. 846 Dienssag und Mittwoch den 18. und 19. April sollen in dem Gräflich Stolberg'schen Revier Ranstadt, Distrikt Hinterwald, Abth. 1— 6, nachfiehende Holz⸗ sortimente verstetgert werden 259 Stecken Buchen Scheitholz I. Klasse, A 4„ h 1„ Eichen⸗ 4 1 8 70 1. 3 4 Aspen ⸗ 7 172„ Buchen- Stangenholz, 5 7 Eichen⸗„ 42„ Buchen⸗Aßfprügelholz, 3 77 Eichen⸗ 2 63„ Buchen Stockholz, 17 0„ Stammreis, n„ Aftreis, 19„ Eichen⸗ 30 Eichen Stämme, 8— 60“ lang, 7— 29“ dick mil 778 ECubiksuß, 1 Buchen⸗Stamm, 25/ lang, 24“ dick mit 68 Cubikfuß, 28 Buchen Stangen zu Langwieden und Deichseln geeignet. Donnerstag den 20. April desgleichen daselbst im sog. Ortenberger Loche: 9 Stecken Kiefern⸗Scheitholz. 8„ Buchen⸗Stangen⸗Prügelholz, 20„ Kiefern- 1 33„ Buchen ⸗Astreis, 101 5 Niefern 6 Fichten⸗ Stämme, 25— 90 lang, 13— 19“ dick mit 556 Cubikfuß, 156 Klefern⸗Stämme, 20-50“ lang, 5s½ 14“ dick mit 2346 Cubikfuß, 419 Kiefern⸗Stangen, 20—50 lang, 3½—5“ dick mit 2004 Cubikfuß. Die Zusammenkunft ist an jedem der 3 Tage Morgens 9 Uhr in Ranstadt. Gedern den 30 März 1871. Gräfliche Oberförsterei Gedern. Kirchner. — 5* Holzversteigerung in den Gräfl. Solms⸗Laubach'schen Waldungen. 847 Versteigert werden: 1) Donnerstag den 13. April l. J. Borngraben bei der Friedrichshütte: 250 Stecken Buchen⸗Scheltholz, im Distrikt 170 5„ Stammprügel, 60%„ Affprügel. 35„„ Stockholz, 215„ Reisholz. * Zusammenkunft Vormittags 9 Uhr auf der Friedrichs⸗ hütte. i 2) Montag den 17. April l. J. im Distrikt Hirsch⸗ rolb nach Zusammenkunft um 9 Uhr Vormittags an der Linneswiese: 430 Stecken Buchen⸗Scheitbolz, 180 77„ Prügelholz, 80 10„ Stockholz, 284 60„ Reisholz, Laubach am 4. April 1871. Thu m, Graͤfl. Oberförster. Holz ⸗Versteigerung. 861 Mittwoch den 19. April l. J., Morgens 10 Uhr anfangend, kommen in dem Bodenröder Gemeindewald Diftrikt Thierberg und Eselsberg zur Verstelgerung: 1) 10825 Buchen Durchforfungs⸗Wellen Reisholz, 2) 200 Eichen-Wellen, 3) 3150 Nadel-Wellen, 4) 600 Nadel⸗Bohnenstangen. Zusammenkunft 9½ Uhr in Bodenrod. Bodenxrod den 5. April 1871. Großherzogliche Bürgermeisterei Bodenrod. Schäfer. Frische Ueps- und Leinkuchen 604 billigst bei Georg Groß. Eine kleine Familienwohnung 800 hat zu vermiethen A. Feiling. 1 0— Err —— 8 . April det Rauftadt, Wehen polz⸗ nt did ni ait 8 Cubilsuß ard Oeichseln n deselbs im B17 dis“ 90. did 3½—5“ did Tazt Norgens dert Gtdern. t 8 ng Waldungen. n Dicrritl der Interich⸗ * 1 5 II Antuagt an det Edicetal ladung 331 Dem Amdrosius Winter von Rieder-Weisel, dermalen in Australien unbekannt wo abwesend, wird auf diesem Wege eröffnet, daß Jobann Jacob Winter von Nieder⸗Weisel unterm 31. v. M. bes dem unterzeichneten Gerichte förmliche Klage auf Rückerstattung elnes ihm angeblich vor beiläufig 12 Jabren in der Stadt Melbourne vorgeschossenen Kapitals im Refibetrag von 3150 fl.— Drei Tausend Einhundert Fünfzig Gulden— nebst Zinsen zu 4% vom(. Januar d. J. gegen ihn erhoben hat. Unter Gestattung der Acteneinsicht auf dem Actuartat des unterzeichneten Landgerichts wird dem Beklagten aufgegeben, sich sogewiß auf die Klage innerhalb 3 Monaten vom ersten Erscheinen dieser Auflage in öffentlichen Blättern zu erklären, als er sonst des that— sächlichen Klaginhaltes geständig erachtet, mit etwaigen Einreden ausgeschlossen und der Klagbitte gemäß ver— urtheilt werden wird. Zugleich wird dem Beklagten eröffnet, daß alle weiteren in dieser Sache zu erlassenden Verfügungen durch öffentliches Anschlagen in dem Gerichtslocale ihm insinuirt werden sollen. Butzbach am 4. Februar 1871. Großberzogliches Landgericht Butzbach. Dr. Gilmer, Königer, Landrichter. Landgerichts⸗Assessor. Arbeits ⸗Versteigerung. 863 Freitag den 14. April, Vormittags 10 Ubr, soll die Planirung einer Abfahrt, von dem neuen Viözinal⸗ weg von Nieder⸗Rosbach nach Rodheim v. d. H., nach dem s. g. Lerchenstein, zunächst bei der Harbmühle, auf Ort und Stelle an den Wenigstnehmenden in Accord gegeben werden. Gleichzeitig wird die Vollendung der Planfrarbeiten auf dem Vizinalweg selbst von den noch unvollendeten Loosen anderwelt in Accord gegeben. Ferner wird das Aufsetzen der Chauffirsteine ander— weit in Accord gegeben. Friedberg den 6. April 1871. Der Bezirks-Bauaufseher Schneider. Holz ⸗Versteigerung. 848 Donnerftag den 13. d. M., des Morgens 9 Uhr anfangend, sollen in dem Gambacher Gemeindewald nachstehende Holzsortimente versteigert werden: 184 Stuck Fichten⸗ und Kiefern- Stangen von 2 bis 6 Zoll Durchmesser, von 20 bis 50 Fuß Länge, 600 Cubikfuß haltend, 6 Stecken Eichen⸗Prügelholz, 0„ Aspen⸗„ 3„ Stockholz, 2500 Vuchen⸗Wellen, 8800 Eichen⸗„ 12200 Weichholz⸗ Vellea, 600 Nadel⸗Wellen, Die Zusammenkunft Eisenbahn⸗Ulebergang. Gambach am 4 April 1871. Großherzogliche Bürgermeisterel Gambach. a u x. Holz-Versteigerung. 859 In dem hiesigen Gemeindewalde„Distrikt Stein— büh!“ wird nachbezeichnetes Gehölze versteigert und zwar; Dienstag den 11. und Mittwoch den 12. d. M.: 4 Stecken Etchen⸗Scheitholz, ist am Pohl⸗Gönserweg am 368„ Nadel⸗ 7 47 Buchen⸗Prügelholz, 43%„ Birken⸗Eichen⸗Prügelholz, 88/„ Nadel⸗Prügelholz, 405/„ Nadel⸗Stockbolz, 14627 Buchen⸗Wellen, 21827 Birken⸗Eichen⸗Wellen, 27074 Nadel⸗Weichholz⸗Wellen, 481 KLäste allerlei Holz. Donnerstag den 13. d. M.: 94 Eichenstämme, 2282 Cubikfuß; 248 Nabelholzstämme, 3445 5 1 Obsftbaumflamm, 9 1 1 Blirkenstamm, Die Versteligerung beginnt mittags. Das versteigerte Gehölze wird bis zum 1. Oktober J. 3. verborgt Ober⸗Mörlen am 4. April 1871. Großberzogliche Bürgermeisteret Ober-Mörlen. ck l. Höchst wichtig für Bruchleidende! 109 Wer die bewährte Heilmethode des bekannten schwelzerischen Brucharztes, Krüsst⸗Altherr, in Gais Ki. Appenzell, kennen lernen will, kann bei der Exp. dieses Blattes ein Schriftchen mit Belehrung und olelen 100 Zeugnissen in Empfang nebmen. Patent⸗Kassenschranke 842 stets auf Lager unter Garantie bei ö H. Briel, Steingasse 8, Frankfurt a. M. 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Falls die Zusendung franco und recommandirt gewünscht wird, sind die erfordersschen Marken einzusenden. Auswärtige Theilnebmer, deren Adressen dem Secretariat bekannt sind, werden, falls ihnen ein- größerer Gewinn zufällt, davon— soweit thunlich— mittelst Telegramm in Kenntniß gesetzt. Der Vorsitzende des landwirthschaftlichen Vereins: Dr. Georg Haag. Das Meueste 787 in Damen: Kleiderstoffen, Jaquets in Wolle, Cachemir und Seide sowie Sommer⸗Buckskins in großer Auswahl frisch eingetroffen bei Hirsch. Mayer J. 5 Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschast. Directe Post⸗Dampfschifffahrt zwischen HAMBURG& NEW- TORK vermittelst der Post-Dampfschiffe Holsatia, Mitwoch, 12. April. 1 5. 5 Thuringia, Mittwoch, 19. Abril. Morgens. Einehrte,„ limsch 8 Mal. Silesia, Mittwoch, 26. April. ee eee ee* Passagepreise: Erste Cajüte Pr. Crt. Rthlr. 165, Zweite Cajüte Pr. Crt. Rihlr. 100, Zwischendeck Pr. Crt. Ntblr. 55. Fracht L. 2.— pr. 40 bamb. Cubikfuß mit 15% Primage, für ord. 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