E 8 5 bert gutt edit Ofen „ ertstgen. Cual Der, 1871. Oberhes Donnerstag den 7. Dezember. sischer! , 144. 11 nzeiger. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag Für den Monat Dezember kann auf den„Oberhessischen Anzeiger“ bei der Verlags-Expedition mit 10 kr., bei den Poststellen mit 16 kr. abonnirt werden. * e Deutsches Reich. Darmstadt. Dem Mitgliede und Rathe bei dem Administrativ-Justizhose Regierungsrath Maximilian Freiherrn von Preuschen wurbe der Character als„Geheimer Regierungsrath“ verliehen, ferner sind die Kreisassessoren bei dem Kreisamte Mainz Dr. Friedrich Hoffmann und Dr. Julius Braden zu Mitgliedern der Pro⸗ vinzialdirection Rheinhessen für die derselben durch die Verordnung vom 1. Nov. 1869 übertragenen Entscheidungen in Gewerbe- Angelegenheiten er⸗ nannt worden. 5 Berlin. Im ganzen Umkreise des Occu⸗ pationsrayons in Frankreich ist der Belagerungs⸗ zustand proclamirt worden. Verbrechen gegen deutsche Soldaten werden durch deutsche Militär- gerichte abgeurtheilt.— Der Kaiser hat am 4. d. den Bischof von Straßburg empfangen. — Der„Allg. Mil. ⸗Zig.“ zusolge soll die Entscheidung über die deutsche Bewaffnung von Seiten der technischen Behörde bereits getroffen sein und nur der kaiserlichen Sanction noch unter- liegen. Der Sieg der sehr zahlreichen Concur⸗ renten ist, dieser Nachricht zufolge, dem deutschen Büchsenmacher Mauser zugefallen. Dae System Mauser soll eine Combination der Mechanismen der Dreyse- und Vetterlischen Einlader darstellen. — Es ist die Weisung ertheilt worden, für 150 Millionen Thaler neue Goldmünzen auszu⸗ prägen, so daß es an denselden nicht fehlen dürfte. — In Abgeordnetenkreisen will man wissen, schreibt die„Tribüne“ etwas mysteriös, daß die Staatsregierung unmittelbar nach dem Schlusse des Reichstages gegen ein hervorragendes Mit- glied der clericalen Fraction eine Maßretzel zu ergreifen beabsichtige, wel de zwa verbinplich in der Form, aber von materiellen Folgen für den, davon Betroffenen begleitet sein möchte. N — Wie der„Börs. Cour.“ erfährt, soll der nächste 18. Januax, der Jahrestag der Kaiser⸗ erklärung in Versailles und zugleich 171. Ge⸗ dächtnißtag der Erbebung Brandenburgs zum Königreich Preußen besonders festlich begangen werden, Namentlich soll zu dem mit der Feier dieses Gedächtnißtages seit einer langen Reihe don Jahren verbundenen Ordensfeste noch eine letzte, auf die jüngste Geschichtsperiode bezügliche * statthaben, wobei namentlich auch das bürgerliche e N. des letzten ieges Berücksichtiguntz finden solll. 14. Die l übe die beabsichligten Ge⸗ haltserhöhungen der preußischen Beamten ist jetzt erschienen⸗ Die Erhöhungen betragen u. A. für Ministertal- Direktoren 500 Thaler, vortragende Räthe und Negierungepräsidenten 300 Thlr., Re- gierungs- und Appellationsräthe 200 Thlr., Kreis richter 150 Thlr., Regierungssekretäre, Oberfbrge, Ober- und Bauinspectoxen 150 Thlr., Landräthe 200 Thlr., Kreissekretäre 100 Thlr., Gerichts⸗ sckretäre 75 Thlr., Schutzwänner 50 Thaler, Gensdarmen, Förster, Grenzaufseher 35 Thlr. Für Seminarlehrer wird ein Normaletat von 450 bis 800 Thaler, Direktoren von 1000 bis 1400 Thaler aufgestellt. Das Minimum der Richtergehälter steigt von 600 auf 700 Thlr., das Maximum für Richter erster Instanz auf 1400 Thlr. — S. Königl. Hoheit Prinz Friedrich Carl ist am 3. d. M. Abends zur Beiwohnung des St. Georgfestes nach Petersburg abgereist; seine Abwesenheit dürfte etwa 14 Tage dauern. Eben⸗ so haben Graf Moltke und die Generale Prinz August von Würtemberg, von Alvensleben, v. Barneckow, v. Budritzki, Prinz zu Hohenlohe⸗ Ingelfingen und v. Werder die Reise nach Ruß- land zu gleichem Zweck angetreten. 8 — Zur Statistik des Reichstags entnehmen wir einem biesigen Blatt folgende Ziffern. Der Reichstag hat 36 Plenarsitzungen gehalten und in diesen 27 Vorlagen der Regierung erledigt, nämlich 23 Gesetzentwürfe, 2 Verträge und 2 anderweitige Vorlagen. Von den Mitgliedern des Reichstages sind 5 felbstständige Anträge und 9 Interpellationen gestellt worden, welche sämmt⸗ lich erledigt worden sind. Die Zahl der einge⸗ gangenen Petitionen beträgt 367. Davon sind 19 dem Reichskanzler überwiesen, 117 wegen Schlusses der Session unerledigt geblieben. Sechs Mandate sind zur Zeit erledigt. f — Der General-Post⸗Director Stephan hat sich in Begleitung des Ober⸗Post⸗Raths Günther behufs der Postvertrags- Unterhandlungen mit Frankreich nach Paris begeben. f Königsberg. Am 4. d. M. ist der letzte Dampfer, das zweizöllige Eis durchbrechend, glück- lich in Pillau angelangt. Die Schifffahrt sowohl für Segel- als für Dampfschiffe ist hiermit als geschlossen zu betrachten. Frankfuct. Das„Fr. J.“ schreibt: Wie jetzt definitiv festzustehen scheint, wird die bier tagende internationale Commission ihre Thätigkeit am nächsten Samstag, den 9. d. M., einstellen können. Wir vernehmen, daß der hier verabre⸗ dete internationale Vertrag nicht hier, sondern in Berlin und Versailles von den Ministern unter- schrieben wird und die Ratificationen dann auf diplomatischem Wege ausgewechselt, werden sollen. Nachträglich wollen wir bemerken, daß seit der Abwesenheit des Grafen Harrh v. Arnim in Ver⸗ sailles die interuatibnale Commission nur mit Feststellung von Post⸗ und Telegraphen⸗ Verträgen, sowie mit den Tarifsätzen eines Zollvertrags mit Frankreich beschäftigt war. 5 In Höchst a. M. fand am verflossenen Sonntag eine Katholikenversammlung statt. Den Vorsitz führte Frhr. v. Wamboldt, welcher sich des Längeren über die Angriffe verbreitete, welche von allen Seiten auf die katholische Kirche erfolgten. Nach ihm sprachen Graf v. Walderdorff, Pfarrer Dr. Rudy von Bornheim, Caplan Hofbauer(für die Jesuiten), Pfarrer Dr. Gans von Schwan- heim, sowie der Dekan von Königstein. Letzterer elferte namentlich gegen den Gedanken einer Nationalkirche, und empfahl Adressen an den Reichstag, mit der Bitte, ein Verbot der Pro⸗ teslantendereine als Feinde des Vaterlandes und der Wissenschaft auszusprechen. Unter Hochrufen auf den Bischof von Limburg ging die etwa von 800 Personen besuchte Versammlung auseinander. München. Bei einer Predigt, welche Prof. Friedrich in der Gasteigkirche abhielt, machte er u. A. auch die Mittheilung, daß fünf armenische Bischöfe der Reformbewegung ihre Sympathien ausgedrückt haben. — Beide Kammern des Landtags wurden auf den 12. Dezember einberufen. a Mannheim. Die„N. B. L.“ schreibt: „Man wird sich noch erinnern, welches unliebsame Aufsehen während des letzten Krieges eine Straf⸗ art machte, die darin bestand, daß der Betroffene an einen Baum gebunden wurde. Sollte man glauben, daß diese grausame Strafart, für die da⸗ mals das„C'est la guerre“ eine Entschuldigung abgeben mußte, auch im Frieden, im Garnisons⸗ dienst, noch zur Anwendung gebracht wird? Leider, müssen wir diese Frage bejahen, nachdem am 1. Dezember ein Soldat der hiesigen Garnison, ein Dragoner der 4. Escadron, auf Befehl seines Rittmeisters zur Strafe drei Stunden angebunden worden ist. Was immer das Vergehen des Sol⸗ daten gewesen sein mag— das natürliche Gefühl sträubt sich gegen solche Barbarei. Man denke nur an die Temperatur des bezeichneten Tages, die unter Null war, so wird man die Qualen begreifen, die der Aermste auszustehen hatte, der vergebens um einen Teppich bat, seine Füße vor dem Erfrieren zu bewahren.“ 0 Ausland. Frankreich Paris. Bei der Kammer- Eröffnung waren ungefähr 400 Abgeordnete an⸗ wesend. Auf ausdrücklichen Wunsch des Ministers des Innern ist die Deportation Rochefort's nach Caledonien angeordnet. 8 — Die Anhänger der Rückkehr der National- versammlugg nach Paris beabsichtigen, wie aus parlamentarischen Kreisen verlautet, die Einbrin⸗ gung eines auf die Uebersiedelung gerichteten An⸗ trages wegen des durch die, Brüsseler Rugestö⸗ rungen hervorgebrachten schlechten Eindruckes zu vertagen. — Wie den„Debats“ aus Rom berichtet wird, sagte Pius IX. zu den Deputationen, die er im Vatican empfing, während Victor Emanuel auf dem Monte Citorio die Kammern eröffnete, daß keine Vereinbarung möglich sei„zwischen Jesus und Belial, zwischen Licht und Finsterniß, zwischen Wahrheit und Lüge.“ — Der Jahrestag des 2. Dezember gibt den ultrarepublikauischen Blättern Gelegenheit zu hef⸗ tigen Expectorationen. So richtet der„Radical“ an den Ex⸗Kaiser eine Ansprache, die mit den Worten beginnt:„Edler Galeerensträfling von Chislehurst, Du magst in Deiner behaglichen Zurückgezogenheit lächeln, wenn der Widerhall der Exetutionen Deine Muße versüßt; Du hast ge⸗ herrscht durch die Gewalt; Du hast mit einer Schlächtevei begonnen und mit einem Verrath ge⸗ endet, und gleichwohl lebst Du ruhig und glück⸗ lich; die Huldigungen. Deiner Bedienten genügen Deinem Hochmuth und Du brauchst nicht zu fürchten, daß tin Gensdarm Deine blutigen Hände in Keiten schlage, Deine erlauchte Person in einen Kerker schleppe und Deine erhabene Stirn mit dem glühenden Eisen der Schande brandmarke.“ — Man versichert, die Prinzen Aumale und Joinville würden Tbiers ihre Absicht kundgeben, ihre Plätze in der Nationalversammlung einzu⸗ nehmen. Der„Agence Havas“ zufolge wird gehofft, daß sie auf den Rath Thiers“ von ihrem Vorhaben zurücktreten. — Das„Journal officiel“ zeigt die Ernen⸗ nung von Gontaut-Biron zum französischen Ge⸗ sandten in Berlin an. Ein Versailler Correspon⸗ dent des„Journal des Debats“ sagt: die Majorität der National ⸗Versammlung schien mit dem Wunsche zurückgekehrt zu sein, die Regierung Thiers' in conserdativ⸗liberalem Sinne zu unter⸗ stützen; sie werde aber allen revolutionären Be strebungen mit Festigkeit entgegentreten und das Land darüber nicht im Zweifel lassen. Großbritannien. London. Der große Rath der Internationale hat in seiner letzten Sitzung eine Dankadresse an Herrn Bebel für sein Auf- treten im deutschen Reichstage als Vertreter der Internationale beschlossen. Rußland. Der Kaiser bat dem Unter- richtsminister auf dessen Antrag die Universität Dorpat zu„reformiren“, d. h. zu„russificiren“, den Bescheid gegeben:„Meine Ueberzeugung von dem großen Verdienst der deutschen Universität Dorpat um die Bildung in meinem Reiche wird man vergebens zu erschüttern suchen.“ In Odessa sind ungeheure Unterschlagungen bei der Post entdeckt und viele Beamte verhaftet worden. Die Post mußte für Geldbriefe auf 24 Stunden geschlossen werden. Amerika. Die„Newyorker Handelsztg.“ schreibt:„Allgemeine Entrüstung hat das Be- nehmen einiger Deutschen Chicagos hervorgerufen, welche das dortige Hülfscomite aufforderten, die Gaben des deutschen Kaisers und seiner Familie, 3000 Thaler, als zu klein zurückzusenden, eine Anforderung, die ihrer Gemeinheit wegen selbst— verständlich abgelehnt wurde. Zur Ehre der Deutschen Chicagos sei erwähnt, daß die Anzahl Derer, die sich bei diesem gemeinen Act bethei⸗ ligten, so klein ist, daß die„Illinois Staats- zeitung“ sich viel Mühe geben mußte, der in Chicago selbst erst von auswärts bekannt gewor⸗ denen Geschichte auf den Grund zu kommen.“ Washington. Die Botschaft des Präsi⸗ denten an den Congreß gedenkt bei Besprechung der auswärtigen Politik der friedlichen Lösung der langjährigen Streilfrage mit England und dankt dem Kaiser von Brasilien, dem Könige von Italien und dem Präsidenten der Eidgenossenschaft für ihre Theilnahme am Schiedsgericht. Der Besuch des Großfürsten Alexis sei ein Beweis für die cordialen Beziehungen mit Rußland, wenn auch die Haltung des russischen Gesandten die Forderung auf Abberufung nothwendig mache. Die Botschaft fordert schleunige Erledigung der Fischereifrage, hofft eine friedliche Regelung des Conflictes zwischen Spanien und Cuba, und betont, daß die Regierung entschlossen sei, der barbarischen Behandlung von Schiffbrüchigen in Japan und China ein Ende zu machen. Die Botschaft erwähnt ferner der freundschaftlichen Beziehungen zu Deutschland, sagt, daß der den Deutschen während des Krieges durch den Ver- treter Amerikas zu Theil gewordene Schutz Deutsch⸗ land befriedigt habe, ohne die Empfindlichkeit Frankreichs zu verletzen, und erwähnt der Seitens der Union erfolgten Anerkennung der Verlegung der Hauptstadt Italiens nach Rom, sowie des Abschlusses eines Vertrages mit Italien betreffs des Schutzes des Eigenthums zur See im Kriegsfalle. Aus Oberhessen. Der Personen⸗ und Süterver⸗ kehr der Oberhessischen Bahnen hat während bes letzten Monais sowohl auf der Linie Gießen⸗Gelnhausen als auch auf der Linie Gießen⸗Tulda beträchtlich zugenommen; namentlich ist der Localverkehr auf der letzteren im be⸗ ständigen Zunebmen begriffen. Zu Anfang des nächsten Jahres soll eine directe Beförderung von Personen und Reisegepäck zwischen Stationen dieser Bahnen einerseits und der Bebra⸗Hanauer und Frankfurt⸗Hanauer Bahn andererseits stattfinden. Fraukfurt. Unter Vorsitz des Hrn. Grafen Otto zu Solms⸗Laubach fand am 4. d. die constituirende Genergtpersammlung der„Landwirthschaftlichen Credit⸗ bank“ statl. Nach den durchberathenen und angenommenen Staluten hat die Bank ihren Sitz in Frankfurt a. M. Dieselbe hat zum Gegenstand ihres Unternehmens vor⸗ zuggweise den Landwirlhen die Gelegenheit zu verschaffen, durch merkanulische Betreibung ihrer Geldgeschäfte die Vortheile und Verkehrserleichterungen des Kaufwanns zu genießen, sowie ihnen die zu ihrem Wirthschafts⸗ und Geschafisbetriebe nöthigen Credite und Geldmittel zu ge⸗ währen und zu beschaffen. Die Bank kann Filialen und Agenten fruit sowie mit Privaten, Gunten, Wa. einen, Gesellschaften, Gemeinden, Genossenschaften, Spar⸗ kassen in Geschäftsverbindung treten. In den Aufsichtsrath wurden gewählt die Herren: Otto Graf zu Solms-Laubach, Borgnis⸗Beihmann; J. H. Angelheim auf dem Neuhof, J. Bach in Mittelgründau, Director L. W. Baist in Griesheim, P. Behrens in Frankfurt a. M., A. Berg⸗ sträßer auf dem Hof Haina, Dr. jur. Bender in Frank⸗ furt g. M., L. Diefenbach auf dem Mönchhof, Justizrath Dr. Geyger in Assenheim, Gutsbesitzer W. Günther in Bayern, Dr. Haag Ruttenberg von der Grüneburg, Pfarrer Groh in Kirch⸗ Brombach, Dr. jur. Ferd. Hahn in Frankfurt a. M., P. J. Hammerschlag in Limburg a. L., Rentier F. Horn in Babenhausen, Generalsekretär v. Langs⸗ dorff in Darmstadt, R. Schum in Herrnharz, S. A. Scheidel in Frankfurt a. M., W. Sturmfels in Ulfa, F. Wirth in Frankfurt a. M., H. Stoll in Niederwöllstadt, L. Löb aus Landau, O. Marcius vom Hof Mechtilshausen, A. Dettweiler in Winlersheim, Baron Dael v. Köth zu Sorgenloch, K. Keibel von Oberingelheim, Renlamtmann Lindeck, Kreisassessor Haas in Friedberg, Kuhlmann in Rödelheim, Heil in Dorheim, Heller vom Kinzigheimer Hof, Pfarrer Becker in Bingerbrück, Bender aus Rocken— berg und Fresentus von Assenheim. Frankfurt. Am Montag 4. Dec. übergaben die Veteranen der Frankfurter Freiwilligen aus den Jahren 1813 und 1815, die Herren G. F. Rabenau, C. Lauer und J. C. Petry, die Fahne, zu der sie geschworen und unter welcher sie im Felde gestanden, dem Herrn Ober— bürgermeister Mumm auf so lange Zeit zur Aufbewahrung, bis das in Aussicht stehende Alterthums Museum vollendet sein und dieselbe dann aufnehmen wird. Mainz. Nach hier eingetroffenen Privatnachrichten von sonst zuverlässiger Seite soll im Essener Kohlenrevier am 4. d. kurz nach der Anfahrt der gesammten Mann— schaft der Haupischacht einer Zeche eingestürzt sein und wären gegen 400 Mann rettungslos verschürtet. Von anderer Seite wird die Katastrophe als in Verbin⸗ dung stehend mit dem bekannten Umstande gemeldet, daß die Stadt Essen selbst seit geraumer Zeit von dem Stollen— bau der Koblenwerke unterfahren ist. Die Nachceicht wird, trotz der Glaubwüröoigkrit der Quelle, vorerst mit allem Vorbehalt gegeben.. Auch in Kassel sind neuerdings Leute in Folge Ge nusses von Schinken an der Trichinose erkrankt. Gegen den Verkäufer des Schinkens soll Uniersuchung eingeleitet sein. In Köln hat das Friedensgericht in der Sache des (altkatholischen) Appellationsgerichtsraths Rottels erkannt, daß derselbe zur Fortzahlung der Kirchensteuer in der (cömisch⸗katholischen) Pfarrei St. Gernon nicht verpflich- tet sei. Bei der Verschiedenheit der richterlichen Urtheile über diese Frage läßt sich erwarten, daß sie erst in der obersten Instanz zum gerichtlichen Aus trage kommen wird. Berlin. Entsprechend den Vorgängen von 1864 und 1866 sollen die Stangen der Fahnen und Standarten der Armeen, welche im letzten Kriege zerschossen oder sonst beschädigt worden sind, zu ihrer Reparatur nach Berlin übergeführt werden. Es geschieht diese Reparatur durch silberne Ringe, auf welchem sich die Schlacht, in welcher das betreffende Feldzeichen die erlittene Beschädigung da⸗ vongetragen hat, verzeichnet befindet.— Von dem deuischen Kriegsschiffe„Gazelle“ wird der„Flensb. Nordd. Ztg.“ aus der Caraibischen See unterm 27. Oct. geschrieben: -Ein französischer Matrose, Straßburger von Geburt, Namens Franz Krüger, der sich nach Verlust seines Schiffes eine Zeitlang auf der Insel(Barbados) umhergetrieben hat, stellte sich gestern unter den Schutz der deutschen Flagge, vielleicht der erste Elsässer, der dies gethan. Wir haben den Mann bis auf Weiteres an Vord ge⸗ nommen, wo er als Schiffskoch seinen Unterhalt verdient. Es ist ein fröhlicher, munterer Mensch, den unsere Matrosen schon recht lieb gewonnen haben. Prämien ⸗Loose der Stadt Mailand 3008 sind wohl unter allen Loosgattungen diejenigen, welche einerseils durch die ihnen innewohnende Solidität, als auch anderseits durch die, durch dieselben gebotenen großen Gewinn ⸗Chancen, stets mehr und mehr sich der Beliebtheit des Publikums zu erfreuen haben. Vorzugs⸗ weise aber glauben wir gerade im jetzigen Moment um so mehr auf dieses billige Loos aufmerksam machen zu sollen, als es sich mehr wie irgend ein anderes zu passen⸗ den Festgeschenken eignet. Neben einem von Jahr zu Jahr steigenden Capitalwerthe, welcher in dem fortwährend im Aufblühen begriffenen finanziellen Wohlstande der alten Reichsstadt Mailand die größtmöglichste Sicherung finbet, bieten diefe Loose in Folge des jüngst im Reichs⸗ tage angenommenen neuen Prämienloose⸗ Stempelgesetzes auch noch eine sichere Aussicht auf eine weitere Cours⸗ steigerung, welche um so gewisser eintreten muß, als bei gleich großem Absatzgebiete das zur Verfügung stehende flottante Material naturgemäß immer kleiner und die Nachfrage daher immer größer werden muß. Fügen wir noch bei, daß trotz des kleinen nominellen Werthes dieser Loose von Francs 10.— in den jährlich slatthabenden 4 Ziehungen dennoch Gewinne bis zu Frs. 100,000 dar⸗ geboten werden, so glauben wir gewiß Jedermann, die Anlage in biesen im Jahre 1866 ausgegebenen, in 55 Jahren rückzahlbaren und in je 4 jährlichen Ziehungen mit mehr als 6 Millionen Franken prämlirten Anlehens⸗ Loose empfehlen zu bürfen. Die nächste Ziehung findet am 16. Dezember falt und ist die Nachfrage diesmal noch weit stärker, als sie gewöhnlich zu sein pflegte. 3014— Während die älteren Börsen 175 n beinahe ausschließlich die Interessen der Barn rs 1255 ihrer Agenten und Vermittler wahrnebmen, heißt es von der in Berlin erscheinenden„Neuen Börsenzeitung“ sie wolle sich vor Allem auf das der Börse nicht ange⸗ hörende Publikum stützen. Wenn das neue Blatt seine Aufgabe richtig erfaßt und reblich durchführt, so läßt sich ihm ein guter Erfolg und eine in der That gemeinnützige Wirksamkeit in Aussicht stellen. Frankfurt a. M., 5. Dezember 18 71. 2 Börsenbericht. Die heutige Börse litt unter der Nachricht von Berlin, daß im ganzen Umkreis des noch decupirten Terrains in Frankreich der Belagerungszustand erklärt wurde. Die sich immer mehr häufenden Verbrechen gegen die noch dort stationirten deutschen Truppen geboten diese Maßregel als einen Act der Sorgfalt für unsere Truppen, die noch ge⸗ zwungen sind, auf französischem Boden zu weilen. Die Börse natürlich läßt sich wenig von patriotischen Gedanken leiten, sie ist außerordentlich sensible und im ersten Augen⸗ blick sogar ängstlich, wenn irgend etwas eintritt, was nicht in ihre politische Combination bereits hineingezogen. Es fanden in Folge dessen umfangreiche Realisationen statt und erlitten alle Speculationseffecten eine ziemliche Ein⸗ buße. Am festesten verkehrten noch: franz. Staatsbahn, da die bekannt gewordene Wochen-Einnahme mit einem Plus von F. 8000— gegen die vorjährige allgemein be⸗ sriebigte. Die gestern so beliebte Silberrente behaupfete zwar ihren Cours, das Geschäft darin war jedoch lange nicht so beträchtlich, als am vergangenen Tage. Verlooste Amerikaner wurden mit 96 umgesetzt; der Cours für amerikanische Coupons stellte sich auch etwas niedriger. Deutsche Staats⸗Obligationen gesucht. Wir wollen nicht verfehlen, unsere Leser auf den noch billigen Cours der 40% Luxemburger Staats-Obligationen aufmerksam zu machen. Dieselben notiren ca. 4½% billiger als 4% Württemberger und Badenser und empfeblen sich sehr als Tauschobject gegen diese. Am 11. und 12. d. M. werden an verschiedenen deutschen Plätzen 20,000 Stück 3% Prämien⸗ Obligationen à fl. 100 der Gesellschaft für Ge⸗ meinde⸗Anlehen zu Amsterdam, 3 90 zur Subscription aufgelegt. Die Rückzahlung dieser Loose findet vermittelst Prämien-Ziehungen innerhalb 68 Jahren statt. Die Prämien sind von fl. 25,000 bis abwärts fl. 150.— Die definitiven Stücke erscheinen am 20. December, die erste Gewinnziehung findet am 15. Jan. nächsten Jahres statt. Die Besitzer von Leipziger Hypothekenpfandbriefen machen wir darauf aufmerksam, daß zur Wahrung ihrer Rechte dte Obligationen bis zum 15. Februar nächsten Jahres bei dem Concoursgerichte in Leipzig angemeldet werden müssen. Es sind bereiis in Stuttgart und Berlin Obligationen Inhaber zusammen getreten um ein Comité zu bilden, das gemeinschaftlich ihre Interessen wahre. Unzweifelhaft wird auf dem hiesigen Platz sich auch ein Comité constituiren und werden wir nicht ermangeln, seiner Zeit Weiteres darüber mitzutheilen. Bitte. Da wir beabsichtigen auch in diesem Jahre eine Christbescheerung für die Kinder, welche die hiesige Kleinkinderschule besuchen, zu veranstalten, so bitten wir die Bewohner unserer Stadt uns dazu mit Gaben, zu deren Empfang jede der Unterzeichneten bereit ist, freundlichst unterstützen zu wollen. Zwar sind die Ansprüche an die Barmherzig⸗ machen als sonst; aber eben diese hohen Preise thätig erscheinen. Die Kleinkinderschule ist zudem eben sehr zahlreich besucht. Deshalb hoffen wir für unsere Kleinen keine Fehlbitte zu thun. Friedberg den 27. November 1871. Th. Dieffenbach. E. Trapp. A. Klipstein. Joh. Klipstein. Lahrer Hinkende Bote, gestempelt 11„ Katholischer Bilderkalender 8 Herriedener Laubfroschkalender 9 Illustr. Familienkalender 18„ Wand⸗ und Notizkalender 5957 7 Kleiner Wandkalender ira — keit vielfach, und die hohen Preise der Lebens⸗ mittel werden Manchem das Geben schwerer lassen auch unsere Christbescheerung doppelt wohl⸗ 1 an Kalender für 1872. Landkalender en e . durchschossen 6„ Hess. Hausfreund 1 Gustav Adolf Kalender 89 3— Borräthig bei Bindernagel& Schimpff. Agemtim be dag len e cmngeln, — dine Jahre 1, welch dit 2 btterftaltex, 1 Stedt Ing tung fit der 5 urttrstüztn bamberg ec keen h schert beben Preite amt voll. 10 t zuken 7 deffen pit tus. 1871. te 6 4 111. dur d Am gefällige Rückgabe des schon vor längerer Zeit von uns entliehenen Jahrganges bitten 1841 Friedberger Int elligenzblattes Bindernagel& Schimpff. Zoetrop oder Lebensrad c 4 60 wird ein neues unterhaltendes Spiel, eine unerschöpfliche Quelle der Unterhaltung, selbst für Erwachsene, genannt. Wir empfehlen dasselbe zu Weihnachtsgeschenken und können Probe-Exemplare bei uns eingesehen werden. Bindernagel& Schimpff. * Holz-Versteigerung. 2992 Donnerstag den 14. 1. M., Vormittags 9 Uhr, werden bei dem Hofgute Graß, eine halbe Stunde von Hungen, folgende Holzsorten versteigert: 89 Stämme Linden, von 9— 18 Zoll Durchmesser, zusammen 2930 Cubikfuß, 52 Pappeln, von 10—21 Zoll Durchmesser, zusammen 6766 Cubiksuß, 183„ Platanen, von 11— 22 Zoll Durchmesser, zusammen 1168 Cubikfuß, 55— Erlen, von 8— 16 Zoll Durchmesser, g zusammen 2476 Cubikfuß, 1 Silberpappelstamm, von 32 Zoll Durchmesser, von 386 Cubikfuß, 59½ Stecken Scheit⸗ und Prügelholz obiger Holz⸗ sorten und 216 Schichten Reiser. Kloppenbeim den 1. Dezember 1871. Gräfl. v. Walderdorff'sche Renteiverwaltung. 1 S Versteigerung an 1872 Eichen- Lohrinden zu Friedberg. 3012 Alle Waldbesitzer, welche sich on einer gemein⸗ schaftlichen, Mittwoch den 27. Warz 1872 dahter abzu- haltenden Rindenversteigerung betheiligen wollen, werden ersucht, dieses längssens bis zum 15. Januar 1872 der unterzeichneten Stelle anzuzeigen und dabei anzugeben: 1) Namen und Nummer der Walddistrikte. 2) Muth maßliches Rindenergebniß daselbst und zwax besondets von Stockausschlag, von Kernwuchs und von mehr als 30 Jahte altem Holz, mit Angabe des speziellen Holzalters bei jedem solchen Rindenquantum. 3) Nächße Eisenbabnstation, sowie Entfernung des betreffenden Walddistrictes von derselben. Friedberg den 5. Dezember 1871. Großherzogliches Forstamt Friedberg. Herpel. Die Spar- und Leihkasse Lich betreffend. 3010 Laut Beschluß der Hauptversammlung vom 9. No⸗ vember d. J. soll alles bis zum 15. Januar k. J. bei der Kasse eingehende Geld angesammelt und mit den vorhandenen Staatspapieren an die Gläubiger pro rata ihrer Forderungen verthellt werden. Demgemäß kommen im Lavse dieses und des kommenden Monats an be ⸗ ftimmten Zahltagen, die den Gläubigern noch durch besondere Bekanntmachungen in ihren Wohnorten zur Kenntniß gebracht werden, 30 Prozent aller Forderungen an die Spar⸗ und Leihkasse Lich zur Rückzahlung. Diesenigen Gläubiger, welche diese Rückzablung statt in baarem Geld in Staatspapieren nach bem jeweiligen Cours zu empfangen wünschen, werden ersucht, ihre deßfallsige Willensmeinung innerhalb der nächsten 8 Tage uns mitzutheilen. Wir bemerken zu diesem Zweck, daß die Staatspaptere aus 5% Badensern in Stücken zu 500, 200, 100 fl., 4½% n e ls fl. 5% Bapern„„„ 1000, 500 fl., 5% Würtemberger in Stücken zu 500 fl. besteben. Lich den 3. Dezember 1871. Direklion der Spar- und Lelbkasse Lich. Versteigerung. 3011 Freitag den 8. Dezember will Gastwirtb Heinrich Werner III. zu Ober Rosbach selne Mobiliargegen⸗ fände melftbietend gegen Baarzahlung versteigern lassen: 1 Wagen, Tische, Bänke, Stühle, Gläser, Flaschen, daus- und Küchengeräthschaften, 1 Kronleuchter, Lampen und eine Spezereiladen Einrichtung, 1 neuen Ofen, verschiedene Betten u. s. w. Durchsichtige Glyceriuseist! 120 anerkannt besies Mittel zur Verschönerung der Haut, empfiehlt in Stücken zu 4. 6. 9, 10. 12. 18 k.. Wilh. Fertsch. Der noch neue Wappen eines Hoflieferanten, ferner eine elegante Ladeneinrichtung werden wegen ein— getretenen Todesfalles billig abgegeben und find Lust⸗ tragende gebeten, sich an Herrn Cari Gaulsé in Darm⸗ stadt zu wenden 30 Wollene Hemden, wollene und baumwollene Unter jacken und Unterhosen 1802 zu verschledenen Preisen bei K. Friedrich neben der Post in Friedberg. 2 2 9 98 a 28 5 7 F 2 heim. 2 3— 38* 5* 835 85 85 88 Die soeben erschienene Nr. 10 enthält? 33 Im Hochland. Novelle von Hans Tharau.(Fort⸗ setzung.)— Tschechische Schilderungen. Von Richard Andree. 3. Nationale Kleinstädter.— Der Ueberfall von Brie durch die Sachsen am 2 Dezember 1870. Von einem Offizier des 107. Regiments.— Der Sturz des Meisters. Vaterländsscher Roman von Georg Hiltl. (Fertsetzung).— Die Heimkehr des Verbannten. Skizze von Robert Pfeil. Mit Originalzeichnung von Toby E. Rosenthal.— Am Familientische: Zur Erinnerung an die Schlacht bet Orleans(2. Dezember 1870). Mit Originalzeichnung von O. Fikentscher: Rettung des Obersten von Salmuth durch seinen Stabstrompeter. — Unkraut unter dem Waizen der deutschen Sprache. — Partser Surrogate Zu Bessellungen empfeblen sich Bindernagel& Schimpff in Friedberg. FFP Stehende Geschäftsanzeigen sowie Annoncen jeder Art vermittelt in alle Zettungen zu den coulanutesten Bedingungen die Annoncen-Erpedition von G. L. Daube& Comp. in Frankfurt a. 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Beginn: Freitag Abend 4 uhr. Samstag Morgen 8½ Uhr. Verantw. Redact.: Hermann T Druck und Verlag von Vinbernagel& S myff.