eren biesge de Clied de de, fttundlick belle man bei den 8 srtrtnrt, gegtg der bertu. Bes ——ů—ů ge. tr Nuhbeimtt en Tuch eigen ch Meyer. 44 4 1 1 27 5 . 19 f 2 * 5 leer Nene erkertert Sean- 1—Nollle „ d Pau.— ant, Direkter enn.— in 5 N N „ Tntaturtu.— et n en Sindtruagel 5 ert 1 berdau⸗ 2 leidenden hubes tete . tupfeblal. 7 Fl. Db 2 5 1871. Oberhessischer Anzeiger. neuen Anforderungen für das Polytechnikum den Werth polptechnischer Schulen zu schätzen ver⸗ 0 Aniversitäte und Stipendienfonds Eduard Eger Mainz. 0 1 — ͤ 1 gau fstel. 1 1 in der Mittagsstunde Choräle und patriotische Dem Kriegsminister Roon in Berlin. Empfangen Donnerstag den 7. September. M 105. Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Intelligenzblatt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Für den Monat September kann auf den„Oberhessischen Anzeiger“ bei der Verlags-Expedition mit 10 kr., bei den Poststellen mit 16 kr. abonnirt werden. Deutsches Reich. 3 Darmstadt. Nach einer Correspondenz des „Fr. J.“ sollen, obgleich die zweite Kammer die abgelehnt bat, dennoch Mittel und Wege ge— funden worden sein, um alle von der Regierung beabsichtigte Berufungen ausführen und bezüglich der Lehrmittel über weit größere Summen, als ur⸗ sprünglich vorhanden, verfügen zu können. Man verdanke dieses zunächst der Generosität der bessischen Ludwigsbahn und der Bank für Handel und Industrie, welche auf Betreiben des Directors Parkus der großh. Regierung für so lange die Summe von 13,800 fl. jäbrlich zur Verfügung gestellt hätten, bis sich eine Kammer finde, welche stehe, und welche, unbeeinflußt von particularisti— schen Nebenabsichten, diese Summe verwillige. Außerdem beabsichtige die Stadt Darmstadt jähr⸗ lich eine größere Summe für Anschaffung von Lehrmitteln zur Verfügung zu stellen, und mehrere Industrielle hätten gleichfalls bereits finanzielle Beihülfe in Aussicht gestellt. S. K. H. der Großherzog hat dem eneralreceptor der Generalreceptur des Mainzer zu Mainz den Charakter als„Rechnungsrath“ verliehen und den practischen Arzt Dr. Emil Sames aus Echzell, im Kr. Nidda, zum Kreis- arzt des Kreismedicinalamtes Schlitz ernannt. Der Jahrestag der entscheidenden Action von Sedan(Abends vorher durch eine große Serenade sämmtlicher Musikrorps der Gar- nison vor dem Festungs-Inspecteur eingeleitet, welcher ein von dem Publikum lebhaft erwiedertes Hoch auf den Kaiser Wilhelm ausbrachte) wurde früh mit großer musikalischer Reveille begrüßt. Auf der großen Wachtparade salutirten um Mit- tag 21 Kononenschüsse und einstündiges Geläute der Glocken von sämmtlichen Kirchen, am Abend glänzte der Ludwigsbahuhof in prachtvoller Be— leuchtung und die Stadt ließ zwei splendid aus- gestattete Feuerwerke auf dem Rhein und dem Theaterplatz abbrennen. Während alle Militär⸗ gebäude, ebenso die städtischen, geflaggt waren, zeigte die Stadt trotz der Aufforderung des Bürgermeisters nur sparsame Festzeichen. Berlin. In dankbarer Rückerinnerung an bie denkwürdigen Ereignisse vom 2. September 1870— schreitbzt der„D. R.⸗A.“ sind die öffent- lichen, wie viele Privatgebäude der Hauptstadt am heutigen Jahrestage der Schlacht bei Sedan mit Fahnen geschmückt; vom Thurme des in vollem Flaggenschmuck prangenden Rathhauses wurden Lieder geblasen. An der Herstellung des Werkes des großen Generalstabes über den jüngsten Krieg wird eifrig gearbeitet und es werden in der näch- sten Zeit noch einige Ofsi iere oder Ingenieure nach den occupirten Gebieten abgehen, um die großen Schlachtfelder nochmals und zwar zur Herstellung genauer Pläne für dieses Werk, auf zunehmen. — An den Kriegeminister erging folgendes Sie am heutigen wichtigen Jahrestage Meinen Dank und Meine Anerkennung von Neuem für den Zustand, in welchen Sie die Armee zu ver⸗ setzen gewußt haben, damit dieselbe solche Thaten vollbringen konnte. Als Erinnerung werde Ich Ihnen zwei eroberte Geschütze senden.“ — Auf Grund Allerhöchster Verordnung vom 30. Aug. d. J. wird das Reichsstrafgesetzbuch vom 1. October d. J. ab nunmehr auch in El; saß⸗Lothringen eingeführt werden. Diese Be— schleunigung der Einführung des Reichsstrafgesetz⸗ buches dürfte sich unschwer dadurch erklären lassen, daß die Gerichtshöfe in Elsaß Lothringen zum großen Theil mit deutschen Richtern besetzt worden sind, deren Studium und Rechtsanschauungen dem französischen Rechte ferne stehen, namentlich aber wohl, weil die Bestimmungen des französischen Strafgesetzbuches nach dem gegenwärtigen Stande der Eriminalwissenschaft und der Humanität für viel zu hart erachtet werden mußten. — Die„Kreuzzeitung“ und die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung“ bestätigen, daß Graf Bis— marck-Bohlen von der Stellung als Generalgouver- neur von Elsaß-Lothringen entbunden wordet ist und den Raug eines commandirenden Generals er- halten hat.— Die„Kreuzzeitung“ dementirt die Mittheilung über einen zwischen Preußen und Frankreich abgeschlossenen Vertrag, den Rückkauf ven 500,000 erbeuteten Chassepotgewehren betr. — Zu der Mittheilung der„Kreuzztg.“, der Oberpräsident von Hessen-Nassau, Hr. v. Möller, werde zunächst„nicht als Oberpräsident“ nach Elsaß Lothringen versetzt werden, bemerkt eine hiesige Correspondenz der„Karlsr. Ztg.“, dies sei insofern richtig, als noch keine förmliche Er⸗ nennung des Hr. v. Möller für das Amt in Stra ß⸗ burg stattgefunden habe. Dagegen unterliege es keinem Zweifel, daß derselbe dazu ausersehen sei, die Oberleitung der Verwaltung für die drei Departements von Elsaß-Lothringen zu übernehmen, und zwar in einer ähnlichen Stellung, wie die Oberpräsidenten der preußischen Provinzen sie inne haben. — Eine Wiener Correspondenz der„Kreuz- Ztg.“ bemerkt zu den Gasteiner Verhandlungen, daß bei denselben vermieden worden sei, die eigent- liche römische Frage, d. h. die Frage der Wieder— herstellung der weltlichen Macht des Papstes, zur Erörterung zu bringen; diese Frage dürfte fort— gesetzt als eine rein innere italienische Angelegen— heit aufgefaßt worden sein, deren internationale Erledigung von Italien nicht nur nicht begehrt, sondern entschieden abgelehnt wurde. — Der Kaiser wird vor den ersten Tagen des Oktober nicht in Berlin zurückerwartet. Nach seiner Rückkehr soll auf den königl. Residenzschlössern an Stelle der bisher dort wehenden Königsflagge die deutsche Reichsfahne aufgezogen werden, wozu man bereits Vorkehrungen trifft. Die Zeichnung des Reichswappens, nach Anweisung der kaiser— lichen Vorschrift, ist erst in diesen Tagen dem 3 Dem Infanterie-Regimente Nr. 61(8. Pom⸗ mersches) ist von Sr. Maj. dem Kaiser nach- stehende Ordre zugegangen: An das General- Commando des 2. Armee-Corps. Aus den mir vorgelegten Berichten habe ich mit Genugthuung ersehen, daß das 2. Bataillon des 8. Pomm. Inf.⸗Reg. Nr. 61 am 23. Januar d.. welchem Tage dasselbe vor Dijon seine Fahne verlor, mit heldenmüthiger Tapferkeit gefochten hat, und daß der Verlust der Fahne eines jener beklagenswerthen Ereignisse gewesen ist, die als das Resultat widriger Umstände Niemand zum Vorwurf gereichen. Die Fahne ist weder durch einen siegreichen Feind erobert, noch durch eine entmuthigte Truppe aufgegeben worden; ihre Stätte unter den Leichen ihrer tapferen Vertheidiger ist auf dem Schlachtfelde noch ein ehrendes Zeugniß gewesen für die Truppe, welcher sie vorangeweht hatte, bis die einbrechende Nacht sie den hütenden Blicken entzog. In Anerkennung der von dem 2. Bat. 8. Pomm. Inf.⸗Reg. Nr. 61 bewiesenen Tapferkeit verleihe Ich demselben die beifolgende neue Fahne mit dem Bande der von Mir für den Feldzug 1870— 71 gestifteten Denkmünze, an dessen einem Ende sich die wieder aufgefundene Quaste der Bandrolle der alten befindet, und be⸗ auftrage Sie, dieselbe dem Bataillon in Meinem Namen feierlichst übergeben zu lassen. Homburg den 9. August 1871. gez. Wilhelm.— An Meinen General-Adjutanten, General der Cavalerie, Frhr. v. Manteuffel, Oberbefehlshaber der Oceu- pations-Armee in Frankreich. Königsberg, 2. Sept. Am 81. August c. sind bei'm Polizei-Präsidium angemeldet: an der Cholera erkrankt 50 und gestorben 35 Per- sonen.— In Danzig sind seit dem ersten Auf⸗ treten der Cholera also vom 2. August ab, 18 Personen daran erkrankt, von denen 15 gestorben und 3 genesen sind. Seit dem 30. August ist kein neuer Erkrankungsfall gemeldet worden. München. Bezüglich der kirchlichen Ver- hältnisse wird für die nächste Woche eine weitere, wichtige Entschließung des k. Cultusministeriums erwartet. — 5. Sept. Der neuesten Bestimmungen zufolge wird der Kaiser von Salzburg am 8. d. über München, ohne daselbst Aufenthalt zu nehmeu, direct nach Hohenschwangau zum Besuche bei der Königin⸗Mutter.— Staatsminister v. Lutz erhielt vom Könige anläßlich seints Ausscheidens ans dem Justizministerium ein eigenhändiges, böchst schmeichelhaftes Handschreiben. — In klerikalen Kreisen wird angeblich die Frage erwogen, ob es zulässig sei, daß die Erz⸗ bischöfe von München und Bamberg und der Bischof von Augsburg, welche kraft ihrer kirch- lichen Würden Mitglieder der Kammer der Reichs- rätbe sind, fürderhin dort ihren Platz einnehmen gemeinsam mit dem durch k. Ernennung zum Reichsrath berufenen Stifsprobst von Döllinger. Man glaubt dies verneinen zu sollen, derart, daß, wenn Döllinger, was kaum zweifelhaft, in der Kaiser nach Gastein zur Entscheidung übersandt worden. Zu bemerken ist übrigens, daß sich der Reichsadler auf goldenem Felde befindet und das kaiserliche Telegramm:„Bad Gastein, 1. Sept. Wappen die Krone Kaiser Konrad's II.(nicht Karls's des Großen) zeigen wird. Kammer erschiene, die Bischöfe sich von derselben fern halten müßten. Straßburg. Dem„RNiederrh. Kurier“ wird aus Paris geschrieben: Die Industriellen Elsaß⸗ 8 e 9 Lothringens haben Hrn. Keller mit der Verthei⸗ d.gung ihrer Interessen beauftragt. Herr Keller wird in ihrem Namen an die Kammer folgende Anforderungen stellen: 1) Verlängerung des Ter- mins für die freie Einfuhr der Producte der an- nectirten Länder bis zum 1. Januar; 2) eine Frist für die Ausführung der vor dem Kriege abgeschlossenen Handelsgeschäfte; 3) Ausfindig⸗ machung einer Einrichtung, welche eine vortheil— hafte Fortsetzung der Beziehung zu den französi⸗ schen Märkten ermöglichen würde.“— Am 3. d. Nachmittags traf der König von Sachsen hier ein und setzte nach kurzem Aufenthalte seine Reise zunächst nach Metz fort. Mülhausen. Der Commandeur des 14. Armeecorps, General v. Werder, und General v. Glümer sind hier eingetroffen. Den hohen und verdienstvollen Offizieren wurde von der Capelle des 14. Infanterieregiments Nr 17 ein Morgenständchen gebracht. Ausland. Oesterreich. Wien, 4. Sept. Es ist nunmehr officiell, daß der Reichskanzler, Graf Beust, sowie die Ministerpräsidenten, Grafen An⸗ drassy und Hohenwart, der Salzburger Begeg— nung beiwohnen werden. Kaiser Franz Joseph reist morgen Abend von hier nach Salzburg ab. Schweiz. Vor Kurzem hatten alle franzö⸗ sischen und ihnen nach die schweizerischen Blätter die Mittbeilung gebracht, am 15. August habe die französische Regitrung die sechste Million an den Internirungskosten der Ostarmee bezahlt und die Zahlung des Restes solle von 14 zu 14 Tagen je mit 1 Million erfolgen. In der That sollte eine solche Zablung am 15. v. Mts. gemacht werden; allein es ist bis jetzt nicht geschehen. Dagegen ist die Schweiz der Gegenleistung für besagtes Versprechen nachgekommen und die fran— zösische Regierung bereits im Besitze aller Ge— wehre der Ostarmee und des größten Theils des Materials, welches der Eidgenossenschaft vertrags- mäßig als Pfand dienen sollte. Letztere hat im Augenblick noch 6 Millionen von Frankreich zu erhalten. Frankreich. Paris. Das„Journal officiel“ schreibt: In Folge der Veränderung, welche das Gesetz vom 31. August in der Or- ganisatien der Exccutivgewalt veranlaßte, haben sämmtliche Minister ihre Demissionen gegeben, jedoch hat der Präsident der Republik sie gebeten, ihre Functienen wieder aufzunehmen. — General Ladmirault hat das Journal„La Veérité“ wegen eines Artikels, welcher eine Auf— reizung zum Bürgerkrieg enthielt, suspendirt. Das Blatt hatte in dem incriminirten Artikel die Bürger in heftigen Ausdrücken aufgefordert, jedem consti- tuirenden Acte der Nationalversammlung den Ge⸗ horsam zu versagen. Das Blatt des Hrn. Eduard Portalis, eines talentvollen, aber etwas launen- haften und unberechenbaren Publicisten, war in der Zeit, namentlich seitdem es Hen. Gambetta zum Organe diente, zu einer Auflage von 25,000 ge- stiegen; das Verbot macht daher in der radikalen Partei viel böses Blut. — Aus den Departements eingelaufene, vom 4. d. datirte Telegramme lassen vermuthen, daß der Jahrestag der Proclamiruug der französischen Republik überall ohne irgendwelche Kundgebung verlaufen wird. In Paris herrscht vollständige Ruhe. Spätere Briefe aus Versailles constatiren, daß am 4. d. vollständige Ruhe in ganz Frankreich herrschte, mit Ausnahme von Nimes, wo unbedeutende Ruhe- störungen stattfanden. — Ein Erlaß des Präsidenten der Republik vom 2. September verleiht das Offiziers- resp. Ritterkreuz der Ehrenlegion einer Anzahl von Notablen von Kopenhagen, Hamburg und Mecklen— burg, so namentlich auch das Ritterfeeuz dem Kaufmann Noblée in Hamburg und dem In— spector des Hospitals in Rostock, Herrn Züllich, für die ausgezeichneten Dienste, welche sit den französischen Gefangenen in Deutschland geleistet hätten. Ein anderes Dectet des Herrn Thiers ernennt den Justizminister Dufaure zun Vite⸗ Präsidenten des Ministerraths, der als solcher das Recht hat, in Abwesenheit oder Behinderung des Präsidenten das Conseil einzuberufen und in dem⸗ selben den Vorsitz zu führen. 7 — Gegen Rochefort werden auf Grund der Anklageschrift folgende Beschuldigungen erhoben: 1) Veröffentlichung eines suspendirten Blattes; 2) Verbreitung falscher Nachrichten, geeignet, die öffentliche Ruhe zu stören; 3) Aufreizung zu einer Handlung, die in Ausführung kam und welche Aufreizung zum Zwecke hatte, durch die Bewaff: nung der Bürger gegen einander zum Bürger- kriege aufzufordern und Zerstörung, Mord und Plünderung in der Stadt zu verbreiten; 4) Mit⸗ schuld durch Aufreizung an der Zerstörung von Privateigenthum; 5) Mitschuld durch Aufreizung, der die Ausführung folgte, an der Plünderung der Kirchen durch organisirte Banden und Streit- kräfte; 6) Mitschuld an Meuchelmord durch Auf— reizung, gefolgt von der Ausführung. Versailles. Nationalversammlung. Der Kriegsminister beantwortet die Anfrage in Betreff der verheißenen Einsetzung einer Erquete bezüglich des Marschalls Bazaine dahin, daß die Regie— rung sich gegenwärtig mit der Ernennung der Mitglieder der Untersuchungscommission beschäftige, welche am 15. d. zusammentreten und sämmtliche Capitulationen, mit Sedan beginnend, in chrono logischer Reihenfolge prüfen soll. Lille. Am 3. d. ereignete sich auf der Nordbahn bei Seclin, in der Nähe Lon Lille, ein großer Unglücksfall. Der Pariser Schnellzug stieß mit dem Personenzug von Douai zusammen. Die Maschine des Schnellzugs wurde zertrümmert, zebn Personen blieben todt, gegen 100 Personen sind schwer verwundet, viele erhielten Brandwunden. Der Unglücksfall entstand dadurch, daß der Schnell— zug abgelassen wurde, obgleich sich der Personen— zug verspätet hatte. Eine gerichtliche Commission ist nach dem Schauplatz des Unglücks abgegangen. Großbritannien. London. Was die Londoner Blätter am Jahrestage der Schlacht von Sedan über die Kämpfe dort und ihren Aus- gang sagen, muß Napoleon wie Musik zum Ohre klingen, denn selbst seine entschiedensten Gegner bier sind nachgerade in Anbetracht der gegenwär— tigen Lage Frankreichs geneigt, ihn milder zu be⸗ urtheilen als je zuvor. So erklärt sich„Daily News“, die zu keiner Zeit sich vor dem Glanz des napoleonischen Gestirns gebeugt, sich doch entschieden gegen die Behauptung des Generals Wimpffen, daß es möglich gewesen wäre, mit der geschlagenen Armee durch die deutschen Heere durchzubrechen.„Der General(sagt das genannte Blatt) ist ein wackerer, tapferer Offizier, allein er war erst 48 Stunden vorher von Algier auf dem Kriegeschauplatz eingetroffen. Er hatte sich nicht persönlich von der großen Ueberlegenheit der preußischen Organisation überzeugen können. Die Gteschichte des Feldzuges zeigt, daß thatsächlich Niemand durch die preußischen Linien durchge— brochen ist oder dem schrecklichen Griff der Preußen entrann. Bazaine, Trochu, Ducrot, Cbanzy und Bourbaki, Alle versuchten es nach der Reihe, und versuchten es vergebens. Es kann nicht sein, daß in allen diesen Fällen das Fehlschlagen auf Rech- nung der Unfähigkeit der Commandeure kommt. Die strenge Wahrheit ist, daß die Franzosen sich gut schlugen, daß aber die Deutschen gelernt hatten, sich noch besser zu schlagen.“— Die„Times“ be— merkt:„Napoleon fiel vor einem Jahre und sein Name wurde im ganzen Lande verwünscht; allein er war die Creatur des Volkes, welches er regierte. Er hielt die Zügel der Gewalt, wie es den Be— dürfnissen dieses Volkes genügte. Man mag sich von ihm lossagen, allein nach einer gewissen Periode wird derselbe Geist, wenn nicht dieselbe Person, zurückkehren, um den Platz einzunehmen, der für ihn bereitet wird. Napoleon fand im Jahre 1849 das französische Volk als einen wüsten Haufen vor. Man nahm ihn hin, weil in seinem Namen das Versprechen lag, daß er die Franzosen zur Armee heranbilden werde. Heute nach 20 Jahren sind sie wieder ein wüster Haufen, und wir fragen uns, ob sie sich zur Nation ausbilden oder wieder unter eine Militärherrschaft fallen werden.“ e tigen Organ in Verbindung mit einem Erdbeben heimgesucht wurde. Etwa 150 Personen wurden getödtet oder verletzt, und kein einziges Haus blieb unbeschädigt, während Hunderte in Trüm⸗ mern liegen. = Friedberg. Dem Vernehmen nach besteht die Absicht, für die Slädte Friedberg und Nauheim auf den Wunsch der Localpolizeibehörde und in Berücksichtigung der besonderen lecalen Verbältnisse durch ein Polizeiregle⸗ ment zu bestimmen, daß sämmtliche Hunde stets mit vor⸗ schriftsmäßigen Maulkörben versehen sein müssen. Eine solche Anordnung würde gewiß vielfach Billigung finden, an zahlreichen Gegnern möchte es derselben aber wohl auch nicht fehlen. 5 Frankfurt. Der gestrige Sechskrenzertag des Zoolo⸗ gischen Gartens wurde von 5000 Personen benutzt. Die Palmengärten, welche des Vormittags für zwölf Kreuzer zugänglich waren, wurden von 2300 Personen besucht. Am Nachmiltag war die Frequenz daselbst eine ganz enorme, denn abgesehen von den Aktionären und Abonnenten, wurden über 1600 Tagesbillette ausgegeben. Offenbach. Nächsten Sonntag wird dabier der Miltelrbeinische Feuerwehrtag abgehalten wer⸗ den, welcher den Anmeldungen nach einen zahlreichern Be⸗ such aus den benachbarten Städten erwarten darf. Darmstadt. Die hiesige Turngemeinde feierte am 2. und 3. d. ihr 25jährigss Besteven. Obgleich der Tag der Gründung der 2. Juni ist, deschloß man jedoch die Feier auf den 2. Sept., den Jahrestag der Kapitulation von Sedan, zu verlegen und zwar haupfsächlich mit Rück⸗ sicht auf die vielen damals noch unter den Fahnen befind⸗ lichen Miiglieder. Eingeleitet wurde die Feier am Sams⸗ tag Abend durch ein dem um die Turnern hochverdienten Mitgründer der hiesigen Gemeinde H. Felsing darge⸗ brachtes Ständchen. Ein zweites Szändchen galt dem der⸗ zeitigen 1. Sprecher Dr. L. Büchner. Sonntag war zunächst festlicher Empfang der eintreffenden Deputationen und Gäste aus Mainz, Offenbach, Worms, Frankfurt, Wiesbaden, Aschaffe, burg, Hanau ꝛc. an der Bahn, hierauf Frühstück in der Turnhalle und alsdann Uebung der Feuerwehr⸗Mannschast, welche mit gewobnter Präcision von Statten ging. Nachmittags 3 Uhr begann das Schan⸗ resp. Kürlurnen, dem ein nahezu vierstündiges Preis⸗Turnen folgte. Die Leistungen in denselben waren recht befriedigende. Nach Beendigung des Preisturnens begann die Festkneipe, eingeleitet durch einen längeren Vortag des ersten Sprechers Dr. Büchner, dem die Preisvertheilung und Uebergabe der Ehrendiplome an die anwesenden Gründer der Gemeinde, 11 an der Zahl, folgte. Auerbach. Am 3. d. Nachmittags entlud sich über unsere Gegend ein äußerst starkes, von Hagel begleitetes Gewitter. Die Eissticke fielen so groß wie Taubeneier zur Erde und ist der dadurch namentlich in den Weinbergen angerichtete Schaden nicht unbedeutend. Aus dem Odenwald. Die Arbeiten an dem größeren Tunnel der Odenwaldba en zwischen Wiebelsbach und Höchst sind nun fast vollständig vellendet, so daß die Betriebser⸗ öffnung voraussichtlich noch Ende d. M. stattfinden kann und so die Bewohner des Mümlingthals endlich der so dringend notbwendigen Eisenbahnderbindung in wenigen Wochen tbeilhaftig werden. Worms. Vor einigen Nächten wurde im hiesigen Dome ein frecher Kirchendiebstahl begangen. Der kuchlose Verbrecher, welcher sich wahrscheinlich nach dem beendelen Abendgottesdienste im Dome versteckte, machte vergebliche Versuche, die Opferkästen zu sprengen, erbrach aber das Tabernakel und entwendete einen Kelch sowie einen Theil der Monstranz. Wie es scheint, war der Dieb mit Schlosser⸗ werkzeug versehen, denn er entfernte sich durch die Abends verschlossene Thüre. Hoffentlich gelingt es, den Thäter eines solchen Frevels dem Gerichte zu überliefern. Vom Bodensee. Louis Napoleon scheint vor der Hand den Plan, nach Arenenberg überzusiedeln, auf⸗ gegeben zu baben, da dieser Tage die Pferde, die er von Wilhemehöhe dahin hatte bringen lassen, wie die„Thurg. Zig. meldet, nach England abgeführt wurden.. Berlin. In Bezug auf die hiesigen Mielhpreise ist bemerkenswerth, daß im ersten Viertel d. J. 71 Wohnungen vermiethet waren zu 1001-1250 Thle., 505 zu 1251— 1500, 279 zu 15011750, 205 zu 1751 2000, 202 zu 20012500, 117 zu 2501-3000, 64 zu 3001-3500, 61 zu 35014000, 24 zu 4001-4500 u. s. w. Selbst zu einem Mielbswerthe von über 10,000 Thalern finden sich nech über 33 Wohnungen. Vom Rhein. Wie tief der Deuischenhaß nicht nur bei der niederen Classe in Frankreich, sondern auch in höheren Kreisen eingewurzelt ist, dafür erhalten wir immer mehr Beweise. Den neuesten hat der berühmte Pianofortefabrt⸗ kant Ekard geliefer. Nachdem derselbe seit wehr als 20 Jahren dem bekannten Concertunternehmer Herrn Ullmann seine Instrumenie nicht nur in Europa, sondern auch in Amerika zur Verfügung gestellt hatte, erklärte er neuerdings in einem an Herrn Ullmann gerichteten Schreiben, daß er auch in der Folge dies zu thun bereit sei, jedoch Deutsch⸗ land ausnehmen müsse. Herr Ullmann geräth durch diese Weigerung in micht geringe Verlegenheit, indem sich Alfreb Jael ausbedungen har, nur auf Erard'schen Flügeln zu spielen und sich von dieser Eigenheit durchaus nicht ab⸗ bringen ließ, so daß der bereits mit ihm abgeschlossene Contract gelöst werden mußte. An seiner Stelle wird nun in den bereits angekündigten Concerten Fräulein Auna Mehlig wirken, eine Künsilerin, welche mit Rech einen Amerika. Ueber Newyork wird gemeldet, daß St. Thomas am 21. August von einem hef⸗ 9 Die g confor zu rei begom einer an je N alle am laue Waren Alle beit Klan wurd Klar gebe übri don fig Seel an d die! and zug über 3 3 * — 8 ent u N 1 * ———— — ——— ist nahezu vollendet. Shanghai in China mit Japan und der nördlichen Sta— tion in Sidirien in Verbindung gebracht sein; im No⸗ vember wird sodann das Cabel zwischen Singapore und Australien gelegt werden, und es fehlt dann uoch das Eisenbahnfache bringen Si. Louis Blätter ausführ- roßen Ruf genleßt und soeben von ihrer amerikanischen reise nach Europa zurückgekehrt ist. Auf gleiche erigkeiten siößt Herr Ulmann in seinem Engagement mit einer zweiten Sängerin, welche neben der bereits früher erwähnten Sopranisin Marie Monbelli in seinen Concerten auftreten sollte: Fräulein Batlu hat eine Mo⸗ natsgage von 3000(?) Thalern rund abgeschlagen mit dem Bemerken, sie wolle vor keinem Deutschen singen. Madame Carvalho würde gern dessen Antrag annehmen und sich in Deutschland hören lassen, fürchtet aber die An griffe der Pariser Presse, welche eben durchgesetzt hat, daß der Pianist Cing⸗Saens aus der Sociéts des compositeurs ausgestoßen wurde, weil er in einem Concert in Baden— Baden mitgespielt halte. Neapel. Der Vesuv wirft gegenwärtig beständig Lava aus und bietet Abends ein großartiges Schauspiel dar. Viele Fremde, die hier verweilen, begeben sich nach dem Observatorsum, wo sie sowobl die flüssigen Lavamassen sehen können, die schlangenartig vom Gipfel in die Tiefe gleiten, als auch jene anderen Lavamassen, die wie ein ungeheures Steinkohlenfeuer in einem Kamin aussehen, und bis in die Ferne eine unheimliche Gluth verbreiten. London. Das Telegraphennetz rings um die Erde Während des Monats August wird Schlußglied von Japan nach Californien, um das Netz zu vervollständigen. Amerika. Ueber eine erstaunliche Leistung im liche Berichte. Es galt der Reduction der Spurweite der St. Louis und Cincinnati verbindenden, 840 Meilen langen Ohio- und Missisippi⸗Eisenbahn von 6 auf 4 Fuß 9 Zoll, um die Babn den von Osten kommenden Bahnen conform zu machen und den Wagenwechsel in Cincinnati zu vermeiden. Bei Tagesanbruch wurde mit der Arbeit begonnen und bis Mittag war das ganze Werk vollendet. Die ganze Strecke der Bahn war in Sectionen von je einer Meile abgetheilt worden und sieben Minn standen an jeder dieser Sectionen bereit, mit dem ersten Tages⸗ grauen die Arbeit in Angriff zu nehmen. waren elwa 2500 Mann längs der Bahnlinie vertheilt. Alle Vorbereitungen waren getroffen worden, um die Ar⸗ beit so schnell als möglich zu Ende zu bringen. Die Klammern, mit welchen die Schienen festgemacht waren, wurden abwechselnd gelockert und an jeder Stelle, wo die Klammern eingeschlagen werden sollten, waren die Löcher gebohrt worden. Am Souniag Morgen wurden nun die übrigen Klammern gelockert, herausgenommen, die Schienen von jeder Seite um 7½ Zoll nach Innen gerückt und festgemacht. Die Durchschnittszeit für die Vollendung jeder Section betrug 7 Stunden. In der Nacht zuvor waren alle Wagen und Locomotiven auf die Seite geschafft und an den drei Stationen zusammengebracht, an welchen sich die Maschinenwerkstätten der Bahn befinden, wo sie abge⸗— ändert werden. Am Sonntag Abend kam der erste Expreß⸗ zug von Newyork in Cincinnati an, welcher die Fahrt über das veränderte Geleise nach St. Louis machte und am Montag dort eintraf. Verloos ungen. Gräflich Pappenheim' sche fl. 7. Loe. Bei der Gewinn⸗Ziehung am 1. September sind auf die nach— benannten Nummern der am 1. August 1871 gezogenen 54 Serien folgende Gewinnste gefallen: Serie 3657 Nr. 7 12,000 fl.; S. 4734 Nr. 20, S. 6229 Nr. 14 je 500 fl.; S. 1284 Nr. 18, S. 1987 Nr. 16, S. 6229 Nr. 16, S. 691 Nr. 13 je 100 fl.; S, 856 Nr. 5, S, 2373 Nr. 18, S. 3477 Nr. 20, S. 4671 Nr. 12, S. 5300 Nr. 1 S. 2 Nr. 3 je 59 fl.; S. 1062 Ne. 10, S. 1987 Nr. 14, S. 2044 Nr. 15, S. 2373 Nr. 4 und 8, S. 4671 Nr. 15, S. 4995 Nr. 17, S. 5644 Nr. 5, S. 6047 Nr. 13, S. 6086 Nr. 10, S. 6651 Nr. 7, S. 6911 Nr. 12 je 30 fl., S. 796 Nr. 8, S. 1262 Nr. 11, S. 1987 Nr. 15, S. 3899 Nr. 10, S. 4035 Nr. 5. S. 4228 Nr. 1, S. 4671 Nr. 18, S. 4734 Nr. 8, S. 4944 Nr. 5, S. 5071 Nr. 9 und 16. S. 5724 Nr. 2 und 10, S. 6047 Nr. 19, S. 6065 Nr. 15, S. 6229 Nr. 8, S. 6911 Nr. 1. S. 6912 Nr. 7, 17 und 20 je 15 fl. Alle übrigen in den gezogenen Serien enthaltenen Prämienscheine werden mit 7 fl. eingelöst. Im Ganzen Von ben am 1. August l. J. des Lotterie Anlehens der Stadt Augsburg Nr. 11, 120, 379, 1407, 1429, 1450, 1471, 1890, 1996 und 2061 gewinnen: Serie 11 Nr. 12 4000 Ne 100 fl., Nr. 1 und 83 50 fl., Nr. 56 30 fl., Serie 120 Nr. 7, 8 und 23 je 50 fl., Nr. 29 und 41 je 30 fl., Serie 379 Nr. 91 100 fl., Nr. 4, 45, 51, 55 und 85 je 30 fl., Serie 1407 Nr. 1 50 fl., Nr. 45, 95, 33, 85 und 76 je 30 fl., Serie 1429 Nr. 13 und 87 je 100 fl., Nr. 5, 88, 36 je 50 fl. und Nr. 58 30 fl., Serie 1450 Nr. 12 100 fl. Nr. 19 50 fl., Serie 1471 Nr. 49, 94, 64 und 30 je 30 fl., Serie 1890 Nr. 50 100 fl., Nr. 91 50 fl., Nr. 41, 15, 98 und 69 je 30 fl., Serie 1996 Nr. 5 100 fl., Nr. 15, 67 und 24 je 30 fl. und Serie 2061 Nr. 9, 28 und 91 je 100 fl., Nr. 24 und 47 je 30 fl. Auf alle übrigen, in den gezogenen Serien enlhaltenen und hier nicht besonders aufgeführten Anlehensscheine ent⸗ jällt ein Gewinn von je 8 fl. gezogenen 10 Serien Die geistigen Getränke der verschie denen Völker. In Oestreich hat sich die Bierindustrie, namentlich in den Provinzen Böhmen, Nieder- östreich, Mähren, sowohl in Bezug auf Qua⸗ lität wie Quantität, wesentlich gehoben; die dort eingeführte Manier, sehr angenehme, wenig gefärbte, stark moussirende Biere herzustellen, findet viel An— klang und wird dadurch den dunklen, dextrinreichen Bieren nach baierischer Art eine große Konkurrenz gemacht. Die Gesammtproduktion an Bier in den östreichischen Ländern beträgt jährlich etwa gegen 14 Millionen östreichische Eimer, wovon etwa 5½¼ Millionen auf Böhmen, nicht ganz 6 Millionen auf Niederöstreich, etwa 1½ Million auf Mähren kommen; die zu erlegende Steuer beträgt für das Bier über 16 Millionen östreichische Gulden. Die Bierausfuhr hat sich seit 1856 1866 von 12,098 Zollzentner auf 177,512 Zollzentner gehoben und neben den be— rühmten Dreher'schen Brauereien in Klein— schwechat, welche im J. Bande des„Welthan— dels,“ p. 163, ausführlich geschildert ist, ferner jener in Ungarn und in Micholup bei Saaz in Böhmen, sind es besonders ähnliche Etablisse⸗ ments in Leitmeritz. Pilsen ꝛc. in Böhmen, welche viel Bier in die fernsten Gegenden versenden. Wie aus der an der bezeichneten Stelle gegebenen Schilderung hervorgeht, können sich die Dreher'schen Brauereien mit den größten in London fast messen und 1866 bis 1867 lieferte jene von Klein- schwechat 480,670, jene in Ungarn 145,240, jene in Böhmen 55,080 Eimer Bier, also zu— sammen 680,990 Eimer. Baiern besitzt 5380 Brauereien, welche aber nur 9727 männliche Ar⸗ beiter beschäftigen; es rührt dies daher, daß viele kleine Brauereien auf dem Lande nur vorüber— gehend und dann wenige Leute brauchen; die Bierproduktion gibt Nobak zu 8,800,000 Eimer an, wozu 1,250,000 baierische Scheffel Malz be- nöthigt sind. In sämmtlichen Münchener Braue— reien(mit dem Hofbräuhaus 16) wurden vom 1. Juni 1808 bis 19. Mai 1869 allein im Gan⸗ zen 197,235 Scheffel Malz versotten; davon kommen auf den Spatenbräu 51,244, auf den Löwenbräu 43,903, auf den Leisfbräu 26,960, auf den Hackerbräu 15,020, Pschorr⸗ bräu 13,657 Scheffel ie. Außer München haben die größten Brauereien und den stärksten Export Kulmbach, Erlangen, Kitzingen, ist zwar, wie aus obiger Angabe ersichtlich, keine der größten, dieselbe befaßt sich jedoch hauptsäch⸗ lich mit dem Export von Flaschenbier nack den Kolonien, welches stärker eingesotten wer— den muß; jährlich geben etwa 80,000 gleich dem Champagner verkorkte und etiquettirte Flaschen nach Brasilien, Chili, San Francisco, Java, Australien, dem Cap ꝛc. Auch in Würtemberg ist die Bierproduktion eine sehr bedeutende, wie die vor— liegenden statistischen Ausweise ergeben; die bedeu⸗ tendsten Brauereien befinden sich in Ulm, Stutt⸗ gart, Ludwigsburg, Weissenstein(gräfl. Rechberg'sche Brauerei,) Eybach(gräfl. Degen⸗ feld'sche) ꝛc, und ihr Produkt kann die Konkurrenz mit dem baierischen Bier schon ertragen. In Ulm bestanden bereits im 13. Jahrhunderte Brauereien und 1367 gab es schon ein Bierhaus des Raths; die Zahl der Brauereien gibt Nobak zu 2,026 an, die⸗ jenige für Baden zu 859. Preußen und die norddeutschen Staaten sind erst seit wenigen Jahr— zehnten in die Reihe derjenigen Staaten einge⸗ treten, welche größere Mengen von Bier erzeugen, obgleich man auch in verschiedenen norddeutschen Städten eigenthümliche Biere herstellte, die aller— dings nicht den Beifall eines altbaierischen„Bier— kiefers“ gefunden haben würden; so hatte man das Einbecker Bier, ehemals im Norden sehr be— rühmt, das Berliner Weißbier oder„kühle Blonde“ genannt, Merseburger Braun- bier, Gose, Broihan, Braunschweiger Mumme ꝛc., welche mehr oder weniger von dem sogenannten baierischem Bier verdrängt wurden. Wie sehr die Bierkonsumtion sieigt, be— weist das Entstehen vieler Aktienbrauereien in Nord— deutschland, wo z. B. allein Sachsen 8 solche, da⸗ von 3 in Dresden— Feldschlößchen, Waldschlößchen und Felsenkeller— zählt, welche 12— 16 Procent Dividende zahlen. Die Zahl der preußischen Brauereien beträgt 7,886, wovon auf das ehe- mals preußische Gebiet(vor 1866) 6,817, auf Hannover 454, auf Kurhessen 332, auf Nassau 165, auf Homburg 21, auf Frankfurt 97(20 entfallen. Auch in Rußland ist eine Zunahme des Bierkonsums und in Folge dessen eine Ab— nahme des Schnapsgenusses konstatirt; in den letzten Jahren sind in Petersburg(Bavaria) und in den Ostseeprovinzen größere Brauereien ent— standen und wird zu dem viel Bier eingeführt. Dasselbe gilt für Schweden und Norwegen, wo ein sehr helles Bier, fast von der Farbe des Weines, gebraut wird. Stockholm zählt 18 Brauereien, welche fast die Hälfte der Gesammt— produktion, die zu 8—9 Millionen Kannen ver— anschlagt wird, liefern. Das Bier in Dänemark gleicht mehr dem englischen als dem deutschen und das Gebräuchlichste ist das Doppelbitter⸗ oder Porterbier, ein dem Ale nahekommendes Bier, ist mehr Luxusartikel, ebenso das für die Kolonie St. Thomas bestimmte Marinebier. Trotz der durch die klimatischen Verhältnisse in Italien gebotenen Schwierigkeiten macht dennoch mit Hilfe geeigneter Kühlvorrichtungen die Bier⸗ brauerei dort Forischritte; das Bier von Chia— venna bei Mailand und das von Modena findet großen Absatz und selbst in der Türkei entstehen neue Brauereien, welche hellfarbige, stark moussirende Biere liefern, deren Genuß den Söh— Nürnberg, nach der Größe der Ausfuhrmenge nen des Islams nicht, wie der des Weines, ver— geordnet. Die Pf. chorr'sche Brauerei in München boten ist. Klee- und Grummetgras-Versteigerung. 2192 Freilag den 8. September d Z., Vormittags 11 Übe, soll das diesjährige Grummetgras von der flädtischen Sauweide und dem Schützenweg, sowie mehrere Morgen Kite an den Militärschießtänden in hie sigem Nathhause öffentlich meistbieiend, in entsprechenden Ab theilungen, versteigert werden. Friedberg am 6. September 1871. Großberzogliche Bürgermeißteret Frledberg. Sleinbäußer, Beigeordneter. Grummetgras- Versteigerung. 2184 Mittwoch den 6. Sepiember d. J., Mittags 1 Uor, wurd das Gru metgras von circa 5½ Ge⸗ mein de-, 4 bis 5 Morgen Pfarreswiesen auf den Rath⸗ bbause zu Nierer Rosbach öffentsch meistbletend versteigert. Nieder Rosbach den 4. September 1871. Großherzogliche Bürgermeistere! Nieder-Roobach. Nr Bei Bindernagel& Schimpff in Friedberg erschien soeben: Predigten aus der Kriegszeit 1870— 71. Von Dr. K. Köhler, Professor am evangelischen Predigerseminar und Pfarrer zu Frledberg. Preis: 30 kr. Da r m st a dat. Ein Gymnasiast oder Nealschüler 2143 könnte in einer sehr achtbaren hiesigen Familie, in welcher derselbe als Glied der Familie betrachtet werden würde, freundliche Aufnahme finden. Die Adresse wolle man bei Wilhelm Dernbeck, Colonial-, Material-& Farbwaaren-Handlung in Friedberg 1487 nächst der Burg. der Expedition d. Bl. erfragen. 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In dieser Zeit 71 äußerst billig, bei Bekanntmachung. 2194 Freitag den 8. September d. J., Vormittags 11 Uhr, soll in biesigem Rathhause das Mäben, Trocknen und Nachhausefahren des Grummetgrases von den städtiscen Wiesen binter der Burg öffentlich an den Arbeits-Versteigerung. 2182 Samstag den 9. September, Vormittags 11 Ubr, sollen auf dem Rathhause zu Reichelsheim die zur Einfriedigung der Umgebung der Kirche erforderlichen Arbeiten und Lieferungen an die Wenigstnehmenden Wenigstfordernden in Accord gegeben werden. in Aceord gegeben werden, nemlich: 1 1 15 Friedberg den 6. September 1871. 1) e lt. Kostenüberschlag 130 31 Großherzogliche Bürgermessterei Friedberg. 29 Schlesserardeit 1 5 3 b 3) Weißbinderarbeit 28 24 5. 5 Steinbäußer, Beigeordneter J) Kaitlieferung 21— 11 1 5 5) Sandlieferung 5— Mobiliar ⸗Versteigerung. G0 Cemtentlleszrusg 8— 2193 Donnerstag den 14. September d. J., Vormit⸗ Friedberg den 4. September 1871. tags 9 Uhr anfangend, sollen in biesigem Ratbhause auf freiwilligen Antrag des Hoftaxators Schwarz dahier verschiedene Mobiltargegenflände, als Commoden,— Schränke, Stühle, Sessel, 1 Küchenschrank mit Glas- Der Bezirks⸗Bauaufseher Schneider. Bekanntmachung. Kirchweihfest aufsatz, Weißzeug, Porzellan und Glas, sowte sonstige Dausgerälhschaften öffentlich meistbietend gegen Baar⸗ zahlung versteigert werden. Friedberg am 6. September 1871. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. F alck, dienstältester Gerichtsmann. Arbeits ⸗VVersteigerung. 2196 Samftag den 9. d. M., Mittags Ubr, ollen auf hiesigem Gemeindehaus nachbenannte Arbeiten und Materialliefcrungen veraccordirt werden: 1) Planirarbeit im Betrag von circa 180 fl. 2) Chaussirarbeit 625„ 3) Maurerarbeit 6„ 4) Zimmecarbett 285 5) Liefern von Eicken⸗Bohlen 9 75 6) Liefern von Russenfteinen und Ziegeln 185 Wohndach am 5. September 1871. Großherzogliche Bürgermeißerei Wohnbach. Philippi. Grummetgras-Versteigerung. 2185 Montag den 11. September, Vormittags 10 Uhr, soll das diessährige Grummetgras von den biefigen Gemeindewiesen, circa 190 Morgen haltend, in einzelnen Abtheilungen öffentlich versteigert werden. Gegen Bürgschaft wird Credit bis Martini d. 3. bzwilltgt. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien der um⸗ liegenden Gemeinden werden ersucht, dieses im Interesse ihrer Orts angehörigen öffentlich bekannt machen zu lassen. Utphe am 4. September 1871. Großherzogliche Bürgermelsterei Ulphe. n Grummetgras-Versteigerung. 2186 Montag den 11. Sepmber l. J., Morgens 10 Uhr, soll vas Grummeigras von den hbiesigen Gemeinde⸗ wiesen, circa 200 Morgen, öffentlich an Ort und Stelle in einzelnen Abtheilungen versteigert werden. Die Großherzoglichen Bürgermeisterelen der um⸗ liegenden Orte und Städte werden ersucht, dieses im Interesse ihrer Ortsangehörigen gefällsgst bekannt machen zu lassen. a 3 pelr en am 3. September 1871. Großherzogliche. Inheiden. f o ch. 2183 Nächsten Samstag den 9. d. M., des Vormittags um 10 uhr, wird das Gras von eirca 35 Morgen ge⸗ meinbeitlichen Wiesen auf hiesigem Rathhause versteigert. Nieder⸗Wöllstadt den 4. September 1871. Großherzogliche Bürgermeisterei Nieder⸗Wöllstadt. St Patent- Mais-Mehl von Brown& Polson in Paisly, Schottland, Hoflieferarten Ihrer Mafestät der Königin von England, von den ersten ärztlichen Autoritäten wegen seiner leichten Verdauung als vorzügliches Nahrungsmittel für Säug⸗ linge, Kinder und Rreonvalescenten empfohlen. Außer- dem sehr geeignet für jede Haushaltung und Hötels, da man auf eine rasche und vortheilhafte Weise sehr schmackhafte Speisen zubereiten, sowie Delicatessen aller Art, als Puddings, Omelettes, Blanc mange, Confeet, Biscuits ꝛc. davon anfertigen kann. Alleiniger Vertreter N. Neubürger 1943 in Köln, Ursulagarten-Straße 12 Niederlage in Friedberg bei W. Bernbeck. Hofapotheke zum Engel. 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