iezgerhun; 50 1 u scident schel der bei ch cter det e ir r uk. 5 Atte 2 tertkicch N Sarskitc 19 — Anthalt die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Dienstag den 7. März. M28. berhessischer Anzeiger. Ftitdberger Intelligenzblalt. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Rur diejenigen Einsendungen, welche bis spätestens Vormittags 9 Uhr eingelaufen sind, können in dem nächsterscheinenden Blatte Aufnahme finden. 2 Amtlicher Theil. Aus dem Großberzoglichen Regierungsblatte sind zu publieiren: Nr. 5. sub 3. Bekanntmachung, Veränderung im Posscourswesen der Provinz Oberhessen und Rheinhessen betr. Nr. 6. sub 4. Bekanntmachung, den Postanwelsungsverkehr mit Großbritannten und Irland betr. Nr. 7. sud 1. Bekanntmachung, den Beltritt des Königreichs Bapern zu der Verfassung des dertschen Bundes betr.— sub 2. Bekannmachung, einige leuderungen des Reglements zu dem Gesetze über das Postwesen des Norddeutschen Bundes betr. Friedberg am 3. März 1871. Groß herzogliches Krelsamt Friedberg Trapp. Nachverzeichnete Gesetze ꝛc. sind im Bundesgesetzblatt des Norddeutschen Bundes publizirt worden. Nr. 7. Nr. 614. Verordnung, betr. die Aussührung des Gesetzes vom 1. Junt 1870 über die Adgabe von der Flößerel. Vom 19. Februar 1871.— Fr. 615. Bekanntmachung, betr. die Ernennung der Bevollmächtigten zum Bundesrath. Vom 20. Februar 1871. vetreffend: Den im Monat März. J. verzunehmenden Wiesengang. Friedberg am 3. März 1871. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Im Monat März ist nach der Bestimmung der Wlesen, Polizei⸗ Ordnung ein Wiesengang von den Wiesenvorständen unter Zuziehung er Feldschützen und Wiesenwärter vorzunehmen. Wir beauftragen die daher, dieselben hierzu aufzufordern und uns die über den Viesengang aufzunehmenden Protokolle bis zum 10. April l. J. lungstens vorzulegen: In diese Protocolle haben die Wiesenvorstände, was denselben ioch zu eröffnen ist, hauptsächlich folgende Punkte aufzunehmen: 1) Ob die Anordnungen, welche sie bei dem im Monat Oktober v. 4 vorgenommenen Wlesengang getroffen daben, befolgt worden sind und welche nicht, 2) welche Anordnungen von den Wiesenvorständen zur Besettigung der bei dem diesmaligen Wiesengang vorgefundenen Maͤngel von Ihnen getroffen worden sind, oder vorgeschlagen werden. Wir empfehlen den Wiesenvorständen hierbei besonders ihr Augen⸗ merk auf die Reinigung der Wiesen von Gestrüpp, Gesträuch, Moos, die Entfernung der Herbstzeitlosen, des Erdauswurfs aus den Be- und Entwässerungsgräben, die Verebnung der Maulwurfshügel und dergleichen(Art. 24 der Wiesen⸗Polizei⸗ Ordnung) und auf die Unterhaltung der Ent- und Bewässerungs⸗ Gräben(Art. 28 und 29 der Wiesen⸗Polizei-Ordnung) zu richten und hierbei nach den bestehenden Bestimmungen zu verfahren, 3) Verbesserungsvorschlage in Bezug auf größere Wiesenfluren, namentlich solche, zu deren Ausführung das Wieseneculturgesetz vorn 7. Oktober 1830 Anwendung finden muß. Man erwartet, daß die Wiesenvorstände hiernach genau ver— fahren und wird noch bemerkt, daß alle Wiesengangsprotokolle, welche den vorstehenden Bestimmungen nicht ganz genau entsprechen, zurüͤck— gegeben werden mussen. Diejenigen, welche ihre Wiesen nicht gründ- lich reinigen, wozu auch das Verebnen des Auswurfs der Maul⸗ würfe gehört, sind in ein besonderes Verzeichniß zu bringen und es ist dieses dem Wiesengangs-Protokoll beizulegen; haben die Wiesen— besitzer aber in diesem Punkte ihre Schuldigkeit gethan, dann hat der Wiesenvorstand dies in dem Protokolle kurz vorzumerken. Trapp. 2 detreffend: Die Wahlen zum deutschen Reichstag. Zusammenstellung des Wahlresultats soll Dienstag den 7. März d. J., auf dem Rathhause dahler und hiernach Verkündigung des Ergebnisses erfolgen. Friedberg den 4 März 1871. ei Ein l Die Mitglieder der landwirthschaftlichen Section Butzbach und senstige Freunde der Landwirthschaft werden auf Donnerstag den b. März, Nachmittags 2 Uhr, nach Gambach ergebenst eingeladen. Das Lokal zur Besprechung ist in dem Rathhause zu Gambach und die Gegenstände der Verhandlung sind: l 1. Budet das Walzen von nicht nassen Wiesen im Frühjahr für die Entwicklung der verschiedenen Grasarten wesentliche Vortheile und sollte nicht, weun dies der Fall ist, für je eine Gemeinde eine entsprechende Walze angeschafft werden? Herr Verwalter Jung- henn wird die Gefälligkeit haben, weitere Ansich ten darüber zu entwickeln. 2. Es wird sehr über Mangel an Dünger Klage geführt. Wie ist möglichst durch entsprechende Verfahrungsweisen abzuhelfen Cingeleitet durch Herrn Bürgermeister Fenchel von Griedel und herrn Oeconomen Bender von Rockenberg. a d u ch ung. Vormittags von 9 Uhr an, Der Wahlcommissär für den II. Wahlkreis Trapp, Regierungsrath. ug. 3. Bekanntlich ist die Kartoffelkrankheit im letzten Herbste stark auf getreten und in Folge davon bei den Saatkartoffeln mit großer Vorsicht zu verfahren. Da nun in nördlichen Gegenden Deutschlands, namentlich in Sachsen, viel und ganz gesunde Kartoffeln geerndtet wurden, sich außerdem aber Saamenwechsel sehr empfiehlt, so entsteht die Frage, ob nicht größere Quantitäten Saatkartoffeln von auswaͤrts bezogen werden sellten? Eingeleitet von Herrn Lehrer Repp zu Gambach. 4. Die Gesindefrage spielt fortwährend auch für die hiesige Gegend eine hervorragende Rolle, so daß es von hoher landwirth⸗ schaftlicher Bedeutung ist, durchdachte Ansichten zur Abhüͤlfe wenigstens einiger Uebelstände in dieser Hinsicht zu vernehmen. Herr Lehrer Jost von Griedel wird sich in moͤglichst ausführlicher Weise über diesen Gegenstand verbreiten. Butzbach den 4. März 1871. Hech ler. Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. Friedrich Tönges von Friedberg ist als Nachtwächter der Stadt Friedberg bestellt und auf den Polizeischus verpflichtet worden. Der Friede. Feierlich hallen die Kirchenglocken über unsere Stadt bin. Sie rufen mit eherner Stimme die frohe Kunde in's Land hinaus: Und Frieden ist wieder auf Erden! Und so wie jetzt hier die Straßen sich beleben und„mit Frohlocken es Einer dem Andern saget“, so werden zu gleicher Zeit in allen Städten und Dörfern des deutschen Vaterlandes die Herzen höher schlagen und mit Entzücken die theure Botschaft vernehmen, daß das grause Morden nun ein Ende haben und die Völker in Frieden wieder miteinander leben sollen. Sei uns willkommen, heil'ger Friede! Gleich dem kaiserlichen Führer begrüßen wir dich mit tiefer Rührung und mit dankbarem Aufblick zum Himmel, nicht darum, weil, wie die Blätter unserer selbstsüchtig ⸗neidischen Stammesverwandten jenseits des Kanals sagen, unsere Heere beutebeladen, sondern weil sie ruhmgekrönt nach Hause kehren, weil es sich durch ihren Mannesmuth und die Tüchtigkeit ihrer Führer so herrlich, wie noch nie zuvor, gezeigt bat, was deutsche Kraft vermag, wenn sie vereint ein großes Werk beginnt und weil, als in gemeinsamer Abwehr einer furcht⸗ baren Gefahr in heißer Feldschlacht der Preuß“ dem Baper, der Sachse dem Schwaben und dem alte deutsche Mannestreue bewährte, Hessen die die deutschen Stämme in der Heimath in heiliger Begtisterung für des Vaterlandes Wohl, manch' alten Hader vergessend, sich die Hände reichten zur Wiederbegründung der alten Reichseinbeit. Wir freuen uns jeges Ruhmes um so mehr, als er nicht von uns begehrt war. Das deutsche Volk ist kein kriegslustiges, auf Eroberungen aus— gehendes, und nie wird es die Ruhe seiner Nach- barn bedrohen. Seinen höchsten Ruhm sucht es ganz wo anders, und wenn seine Gewalthaber deim gegenwärtigen Friedensschluß des deutschen Landes Westmarken geregelt haben, so haben sie nur zurückgenommen, was schmachvoll der deutschen Völkerfamilie entrissen worden, nur gethan, was unterlassen zu haben sie vor der Geschichte nicht hätten verantworten können. Nicht minder freuen wir uns des geeinigten deutschen Reiches; denn wir haben dadurch er— langt, was die Edelsten unserer Nation seit mehr als einem Menschenalter ersehnt und, wenn auch auf verschiedenen Wegen, erstrebt haben. So möge denn ein langer, segensreicher Friede seinen Einzug halten. Friede vor Allem denen, die als ein Opfer dieses grausigen Krieges im kühlen Grabe ruhen. Mit ihren Leibern haben sie des Vaterlandes Gränze gedeckt, das dankbare Vaterland wird ihr Andenken in Ehren halten. Friede ihren Angehörigen, die schwere Opfer dem Vaterland dargebracht haben. Mögen sie sich auch heute, wo im allgemeinen Jubel ihr Herz auf's neue bluten wird, mit dem Bewußtsein trösten, daß diese Opfer für ein hohes Ziel, des Vaterlandes Rettung gebracht sind, und daß es süß ist, für das Vaterland zu sterben. Friede aber auch den durch den nationalen Kampf Ver— waisten und Verstümmelten. Das Vaterland wird nicht die Schmach auf sich laden, sie mit einem Almosen abzufinden; es wird vielmehr als heilige Ehrenschuld es betrachten, sie vor Mangel zu schützen. Und indem wir vom Einzelnen den Blick hin- wenden auf das große Ganze und auf die Leitung desselben, Friede, dauernder Friede zwischen den Machthabern und dem Volke. Vor kaum mehr als einem halben Jahrhundert hat das deutsche Volk einen ähnlichen großen Kampf ausgefochten, den deuischen Befreiungskampf, und zwei Pariser Frieden gefeiert, wie wir heute den von Versailles feiern. Die deutsche Geschichte denkt aber mit Erbitterung an jene Frieden und nennt die darauf— folgende Zeit eine unglückliche. Die Güter, die das deutsche Volk damals mit seinem Blute er— rungen glaubte, wurden ihm verkümmert, seine verditntesten Männer verfolgt. Wohlan, was unsere Väter damals vergebens erstrebt, was sie nur im Geiste als ein Geschenk der fernen Zu— kunst geschaut, wir freuen uns des Besitzes des- selben und geben uns der Hoffnung hin, daß die neue staatliche Ordnung, wie sie uns mst Stolz erfüllt, auch ein Segen werde für alle deutschen Lande. Möge Weisheit und Mäßigung von Oben und Unten zusammenwirken zur gedeih⸗ lichen Entwickelung derselben, damit Freibeit, Bildung und Wohlstand sich immer meh paaren mit der Einheit und Macht. 10 Dies kann aber nicht geschehen ohne den rechten Frieden zwischen den Parteien. Mit Partei⸗ hader und gehässigen persönlichen Angriffen ist dem wahren Interesse des Volkes schlecht gedient. Kampf muß ja sein, aber daß er geführt werde mit den Waffen der Wahrheit und im Hinblick auf das wahre Wohl des Volkes. Friede, aufrichtigen Frieden mit unsern seit— herigen Feinden. In heller Wuth hat das ge— sammte französische Volk voriges Jahr der frivolen Kriegserklärung seiner Regierung Beifall zuge⸗ brüllt; mit neuen furchtbaren Waffen gedachte es unsere Heere niederzuschmettern, und wehe uns, wenn die wilden afrikanischen Horden, die seine Vorhut bildeten, den deutschen Boden als Sieger betreten hätten. Frankreich war es, das in unseliger Verblendung die Schrecken eines Völkergemetzels entsesselt hat; Deutschland hat einen gerechten Vertheidigungskampf geführt. Daß es ihn ein— es seiner Ehre und seiner Existenz, war es dem Völkerfrieden schuldig, der nur gesichert erschien, wenn nicht auf halbem Wege stehen geblieben wurde. Das französische Volk hat viel Jammer und Elend über sich hereinbrechen sehen; wer sollte damit kein Mitgefühl haben? Wenn es sich aber damit aus der moralischen Versunkenheit heraus rettet, in die sein ganzes öffentliches Leben gerathen war, so hat es diese Rettung auch mit so schweren Opfern nicht zu theuer erkauft Wollte es Rachegedanken degen für ein Schicksal, das es selbst heraufbeschworen, so würde es das deutsche Volk abermals wie Einen Mann auf dem Plane finden; will es aber alle Sorgfalt seiner inneren Wiedergeburt zuwenden: Deuischland wird dieselbe nie beneiden, noch bedrohen. Hoch lebe der Friede! Friedberg am 2. März 1871. Kriegs nachrichten. Officielle militärische Nachrichten. Versailles, 3. März. Seine Majestät der Kaiser und König hielten heute Vormittag um 11 Uhr auf den Longchamps Parade über das Garde Corps, die Garde-Landwehr-Division, das Königs⸗Grenadier-Regiment und Abtheilungen der Belagerungs Artillerie und Pioniere ab. In Folge der gestern ausgetauschten Ratificatlion des Friedens- Präliminarvertrags wurde im Laufe des beutigen Vormittags Paris nach 2tägiger Occupation von unseren Truppen geräumt. Die Armeen haben Befehl erhalten, dem Vertrag entsprechend, den Marsch hinter die Seinelinie anzutreten. v. Podbielsky. Aus Versailles wird der„N. Z. 3.“ geschrieben: Die Franzosen haben die Wunder der Chassepots nun bei sich erlebt. Auf Befragen erklärte mir ein preußischer Offizier: wir werden unsere Truppen nie mit Chassepots bewaffnen, aber ihnen eine verbesserte Zündnadel in die Hand geben; zu weittragende Waffen nehmen dem Mann den Muth zum persönlichen Angriff, und diesen haben die Franzosen verloren. Die Auswechslung der Gefangenen zwischen den beiden Heeren hat begonnen. Die Mehrzahl unserer in französische Hände gefallenen Soldaten ist bereits zu ihren Fahnen zurückgekehrt. Aus Versailles meldet der„Staatsan- zeiger“ vom 27. Febr.:„Nach den bis jetzt ge— troffenen Bestimmungen werden Se. Maj. der Kaiser und König sofort nach der Ratification der Friedenepräliminarien durch die Versammlung von Bordeaux Versailles verlassen und bei der Rückreise in die Heimath von dem Kronprinzen begleitet sein. Die Reise wird wahrscheinlich über Karlsruhe gehen, wo Nachtquartier g nommen werden dürfte. Die Obercommandos werden so lange zurückbleiben, bis die den eirzelnen Truppen⸗ theilen anzuweisenden Etappenstraßen genau be— müthig und mit allem Nachdruck geführt hat, war, stimmt und alle Vorbereitungen zum Rückmarsch der Armee eingeleitet sind. Es steht schon jetzt fest, daß die Truppen bis zur Grenze marschiren werden, da die Eisenbahnen für die schwieri Beförderung des Materials, der Belagerus der Munition, der Krankenzüge u. s. w. bel sind. Es ist Alles eingeleitet, um diese Beförderung, nach dem Eintritt des Friedenszustandes, so rasch wie möglich ausführen zu können. Die Verhand- lungen, die hierüber mit denjenigen Bahnver— waltungen, die sich in französischen Händen befinden, geflogen werden müssen, sind in Gange. Die sämmtlichen Directoren der Pariser Bahnen hatten sich heute zu einer Conferenz, welche dieser An- gelegenheit gewidmet war, im großen Hauptquartier eingefunden. — Ptinz Friedrich Karl wird sein Haupt- quartier nach Rheims verlegen. Bismarck hat im Hotel Bellevue zu Brüssel Zimmer gemiethet. Aus Versailles wird der„Times“ vom 2. März gemeldet, daß in Folge der bereits ausgewechselten Ratification und der Unterzeichnung des Friedensvertrags die Deutschen morgen Paris räumen werden. Prinz Friedrich Karl zieht sich mit seiner Armer sofort hinter die Seine zurück. Der Kaiser und der Kronprinz verlassen in einigen Tagen Versailles und gehen zunächst nach Ferrieres. Epernay. Dem„Fr. J.“ meldet man vom 1. März: Unsere ziemlich friedlich gewordene Lage ist durch ein kriegerisches Ereigniß unterbrochen worden. Heute sollte ein Detachement vom 8. Landwehrregiment, aus 42 Mann und 2 Offi⸗ zieren bestehend, die schon vor Abschluß des Waffenstillstandes beigetriebene Contribution der Stadt Mentmirail von circa 200,000 Frs. über Epernay nach Rheims transportiren. Im Walde zwischen Montmirail und Epernay stürzte das Pferd eines nicht mit Geld beladenen Wagens. Der Zug gerieth in's Stocken und die Coloune trennte sich. Die Offiziere zogen mit je einem geldbeladenen Wagen weiter und nahmen nur 6 Mann zur Bedeckung mit sich während die übrige Mannschaft zurückblieb. Kaum eine Viertelstunde vom Halteplatz entfernt, wurden sie von einer Franctireur- Abtheilung überfallen. Der Offizier des ersten Wagens wurde von demselben herab- geschossen; er war glei b todt. Dasselbe Schicksal theilten zwei seiner Begleiter, während der dritte durch einen Schuß in den Hals schwer verwundet wurde. Der Offizier des zweiten Wagens war so glücklich, sich mit dem Wagen und seinen drei Mann durch schleunige Flucht zu retten. Nachdem die Franttireurs den Wagen, der circa 130,000 Frs. enthalten haben soll, ausgeplündert hatten, verschwanden sie im Dunkel des Waldes. Soeben rückte eine Compagnie der 20er Jäger zu ihrer Verfolgung aus. Straßburg. Eine sehr erfreuliche Nachricht ist es, welche die hiesige deutsche Behörde im ganzen Elsaß verbreiten läßt. Es ist nämlich telegraphisch der Befehl eingetroffen, auf die fernere Erhebung einer Kriegscontribution sofort zu verzichten, und die bereits eingezahlten Summen zurückzuerstatten. Die Freude dürfte nun die Bestürzung reichlich aufwiegen, welche durch die Kopfsteuer von 25 Franken hervorgerufen worden war. Diese, damals so unbegreiflich scheinende Maßregel war, wie man versichert, nichts anders als die Antwort aus dem Hauptquartier auf die heftige Protestation des Elsässers Keller in Bordeaux. Deutschland wird nun durch sein Verzichten auf diese Kriegssteuer mehr Herzen gewinnen, als wenn niemals von derselben die Rede gewesen wäre. — Die„Augsb. Abend⸗Ztg.“ berichtet:„Dit militärische Besetzung von Elfaß-Lothringen gibt über das zukünftige Verhältniß dieser deut⸗ schen Reichsprovinzen zum deutschen Reiche eine ziemlich deutliche Aufklärung; schon jetzt nämlich wurden 18 altpreußische Infanterie Regimenter, von jedem der vor 1866 bestandenen neun Armee⸗ corps je zwei, bestimmt, welche ihre definitide Garnison in Elsaß Lothringen erhalten. Es würden, damit die betreffenden Regimenter bei ihrer Rückkehr aus Frankreich sofort in ihre neuen Garnisonen einrücken können, die Ersatz- und Depotbataillone derselben mit Regimentskanzlei, * 18 Zune atedtt net zn 1 Seren 4 1 g Ba 1 24 411¹⁷ 18 1 27 * 1 5* 117 2 15 ber * Montur- und Rüstkammer schon jetzt in die neuen Garnisonsorte verlegt. Die im Nordosten von Elsaß gelegenen und zu Garnssonen geeigneten Orte werden von Abtbeilangen des 2. baperischen Armeecorps als Reichstruppen besetzt; auch sollen in gleicher Eigenschaft der Besatzung von Metz bayerische Heeresabtheilungen zugetheilt werden. — Durch einen Brief, den nach einer Ver- sailler Mittheilung im„Staats anz.“ ein Soldat der französischen Ostarmee an das Journal„Le Frangais“ geschrieben hat, ist die Aufmerksamkeit noch einmal auf das Schicksal der verloren ge— gangenen Fahne des 61. Regiments gelenkt worden. Wir berichteten, daß diese Fahne nicht erobert, sondern unter den Leichen preußischer Soldaten und unter Schwerverwundeten gesunden wurde. Der Finder war ein französischer Soldat. Als der jüngere Garibaldi von der Sache erfuhr, wünschte er die leichten Spiels erworbene Trophäe in seinen Besitz zu bringen. Er bot dem frau zösischen Soldaten 200 Franken und eine Stellung sals Offizier bei den Montirungswesen, wenn er die Fahne den Italienern überlasse. Der Fran- zose wies diesen Antrag entrüstet zurück und be— stichtete die ganze Angelegenheit dem französischen Journal, von dem sie veröffentlicht worden ist — Die in den Friedenspräliminarien ausge- sprochene Verzichtleistung auf Belfort hat einiger] Maßen überrascht. Inzwischen wurde von Sach- kunvigen zur Erläuterung geltend gemacht, daß Belfort nicht allein, wie freilich auch Metz selbst, und in seiner nächsten Umgebung von National- Franzosen bewohnt ist, sondern seiner militärischen Bedeutung nach viel weniger ein„Aasfalls-Thor“ gegen Deutschland als ein Riegel gegen einen etwaigen deutschen Einfall in Fraukreich sei, Verschiedene Zeitungen erinnern an das betreffende Urtheil, welches der militärische Berichterstatter der Schlesischen Zeitung schon vor einiger Zeit, als sie noch nicht in unseren Händen war, über diesen Punkt gefällt. Derselde schricb:„Sollte auf den Erwerb von Belfort vielleicht schließlich verzichtet werden müssen, so würde uns das damit zu bringende Opfer als ein unschwer zu ver— schmerzendes erscheinen. Die Lage der Festung inmitten des natürlichen Thores, welches sich zzwischen den Vogesen und dem Jura öffnet und den oberen Elsaß mit den Thälern des Oignon mund des Doubs verbindet, gibt demselben zwar sstrategische Wichtigkeit, dennoch aber möchten wir davon abmabhnen, dieselbe zu überschätzen. Aller (Voraussicht nach werden die französischen Gebiete aan den Grönzen der Schweiz auch in einem künftigen Kriege immer nur ein secundäres Opera- itionsgebiet bilden. Die Festung Belfort ist schon ihren Dimensionen nach keiner von denjenigen festen Plätzen, welche bei einer Offensiv-Unter— nehmung gegen das obere Elsaß dem Feinde außerordentliche Vortheile zu gewähren vermöchten.“ Bleibt es nicht in französischer Hand, so würde nintretenden Falles Besancon dieselben und wohl auf dieselbe in entscheidener Weise Rücksicht ge— rommen werden müßte; gegen eine Offensive von französischer Seite aber würde uns ein großes verschagztes Lager bei Mühlhausen und Allkirch gewiß denselben, wenn nicht besseren Schutz ge— währen, als der Besitz von Belfort.“ Frankreich. Bodeaux, 3. März. In der heutigen Sitzung der Nationalversammlung legte die Regierung einen Gesetzentwurf vor, betreffend die Ernennung einer Commission, welche finanziellen Contracte prüfen soll. Der Justiz— minister Dufaure brachte ein Decret ein, durch welches die von seinem Vorgänger Cremicux ver— fügte Absetzung mehrerer richterlichen Personen annullitt wird. Brisson haben ihr Mandat niedergelegt, indem sie gegen die Abtretung des Elsaß protestiren. Felix Pyat will sein Mandat nicht niederlegen, wird aber nicht eher in der Nationalversammlung erscheinen, als bis dieselbe die Abtretung des Elsaßes widerrufen hat. — Cremieux richtete ein Schreiben an Grévp, in welchem er den Vorschlag macht, Frankrtich möge die 5 Milliarden durch eine Subscription aufbringen, um sich von der deutschen Occupation zu befreien. Jeder möge nach Stand seines Ver— mögens dem Vaterlande einen Vorschuß leisten, welcher in einer längeren Reihe von Jahren zurückzuerstatten wäre. Cremieux erklärt seinerseits die Summe von 100,000 Fres. beizusteuern. Belgien. Brüssel. Der„Moniteur belge“ veröffentlicht ein Deeret, durch welches die Armee auf den Friedensfuß gesetzt wird. Griechenland. Die griecchische Regierung hat die französische Regierung anerkannt. Rußland. Petersburg. Ein Telegramm des deutschen Kaisers an den Kaiser von Rußland vom 27. Febr., durch welches diesem die Anzeige von der erfolgten Unterzeichnung der Friedens- präliminarien gemacht wird, schließt mit den Worten:„So stehen wir am Ende eines glor— reichen blutigen Krieges, welcher uns durch bei— spiellose Frivolitäͤt aufgedrungen wurde. Nie wird Preußen vergessen, daß es Ihnen verdankt, daß der Krieg nicht die äußersten Dimensionen angenommen hat. Gott segne Sie dafür! Ihr für's Leben dankbarer Freund Wilhelm.“ Der Kaiser von Rußland antwortete an demselben Tage:„Ich danke für die Mittheilung der Frie- denspräliminarien und theile Ihre Freude! Gott gebe, daß ein dauerhafter Friede folge! Ich bin glücklich, daß ich Idnen meine Sympathien als erge⸗ bener Freund beweisen konnte. Möge die Freund- unserer beiden Länder sichern. Alexander.“ — „% Bad⸗Nauheim. Auch hier wurde die Friedens— bolschaft in würdiger Weise gefeiert. Nach Anordnung des Stadtvorstandes sollte am selben Abend, an welchem die Depesche eintraf, das auf dem Johannisberge vorbe— moch bessere Dienste zu leisten vermögen... Eine deutsche Offensive gegen das südliche Frank. reich, wie sie diesmal eingeleitet wurde, liegt jeden falls nicht in dem Maße im Gebiete der Wahr⸗ scheinlichkeit, daß bei den neuen Gränzbestimmungen reitete Freudenseuer abgebrannt werden, während Fackelzug und allgemeine Illumination auf den folgenden Abend vorbehalten bleiben sollten. Letztere wurde denn auch in schönster Weise und von dem herrlichsten Wetter begünstigt ausgeführt. Präcis 8 Uhr setzte sich der Zug unter dem Geläute der Glocken von dem Raihhausplatze ab in Be— sämmtliche seit Beginn des Krieges abgeschlossenen Rochefort, Ranc, Malon und schaft, die uns verbündet, das Glück und ren Ruhm wegung; an der Spitze eine Abtheilung Soldaten aus den hiesigen Lazaretben und das biesige Sanstätecorpe mit Fackeln, datauf solgte die Musik, sobann die Stabt⸗ behörde mit ihrer Standarte, die verschiedenen Vereine mit ihren Fahnen und eine große Anzahl biesiger Ein⸗ wohner mit farbigen Ballons, so daß der Zug eine be⸗ trächtliche und imposante Länge erhielt. Derselbe bewegte sich erst durch die Straßen des oberen älteren Stadttheils, kam dann durch die Hauptstraße nach der Kur- und Park⸗ siraße und dem neuen Marktiplatze(Allcenplatz iu spe), stellte sich dann um die daselbst gepflanzte October-Eiche auf, gegenüber welcher ein Podium errichtet war, von welchem herab, nachdem der Choral„Nun danket Alle Gott“ gesungen war, Herr Schulinspector Schaub eine Festrede hielt. Diese Rede setzte jedenfalls unserer Feier die Krone auf, denn sie war eben so schwungvoll als lactvoll gehalten, berührte wit ergreifenden Worten die große und doppelte Bedeutung dieses Friedens mit dem geeinigten Deutschland, und mahnte mit eben so kräftigen als zu Herzen gehenden Worten daran, wie sehr es jetzt Pflicht eines jeden Deutschen sei, zur Vollendung des in diesem Kriege begonnenen Baues eines einigen Deutsch⸗ lands nach Kräften Baustelne beizutragen. Mit einem Hoch auf den Gründer dieses Baues, unseten deutschen Kaiser, schloß die Rede. Von den Gesangvereinen wurden bicrauf einige desonders dazu eingeüdte Lieder gesungen, während bengalische Feuer von den Balkonen der umge— benden Häuser herab den Platz magisch beleuchteten. Hier⸗ auf setzte sich der Zug wieder in Bewegung durch die Reinhardstraße nach dem Nathhausplatze, wo während des Verbrennens der Fackeln noch einige Lieder gesungen wurden und darauf Herr Bürgermeister Schutt mit einem Hoch auf unseren Großherzog und das auch durch seine Mitwirkung jetzt geeinigte ganze Deutschland die Feier schloß. Sämmiliche Vereine und Gesellschaften fan⸗ den sich später in ibren gewohnten Localitäten zum ge⸗ selligen Vergnügen zusammen, wo den freudigen Gefühlen noch durch viele ernste und heitere Toaste Ausdruck gegeben wurde. Nach dem Zuge machte der Berichterstatter noch einen Spaziergang durch die Straßen und überzeugte sich gerne, wie allgemein die Betheiligung an dieser Feier war; kaum ein Häuschen war zu sehen, welches nicht wenigtens mit Fahnen geschmückt war, ganz besonders zeichneten sich durch geschmackvolle Beleuchtung und sinn⸗ leiche Transparente die Häuser und Geschäfte des neuen Stadtiheils aus. Der übrige Theil des von der Stadt- behörde aufgestellten Fesiprogramms soll bei der dem⸗ nächstigen, wobl zu erwartenden allgemeinen kirchlichen Feier zur Ausfübrung kommen. K. Melbach. Wie anderwärts wurde auch bei uns die Feier des Friedensapschlusses recht jestlich und würdig de⸗ gangen. Als am 2. d. M. die srohe Kunde hierber gelangte, der Friede sei abgeschlossen, schmückten sich die Häuser mit Fahnen, Guitlanden ꝛc. zꝛc. und die ganze Einwohnerschaft war fteudig dewegt. Zunächst wurde eine Stunde lang mit allen Glocken geläutet und von einem naben Hügel ertönten mächtige Böllerschüsse. Da die betressende Nach⸗ richt eist in später Nachmiitagsstunde dier anlangte und noch manche Verbereitungen dezüglich des abzu⸗ brennenden Freudenseuers zu ttessen waren, so unterblied der Festzug für den folgenden Abend, wo er denn auch auf eine würdige Weise ausgeführt worden ist. Nochmals Lauten mit allen Glocken, Ausstellen beim Rathbaus, voran die Schuljugend mit ihrem Lehrer, alle farbige Laternen tragend, dann der Ortsgeistliche, Herr Decan Blumhof, mit dem Kirchen-, Schul⸗ und Gemeinde— vorstand, der Gesangverein und hierauf die übrigen Glieder der Gemeinde, so bewegte sich der Zug durch den ganzen Ort nach der Stelle, we das Freudenfeuer abgebrannt werden sollte. Dort angekommen, trug der Gesangverein dis Lied„Die Wacht am Rbein“ recht keästig vor, worauf Herr Decan Blumhof eine dem Zweck des Festes ent⸗ sprechende und ergreisende Rede bielt und am Schlusse ein Hoch auf die Einheit des deutschen Vaterlandes aus— drachte, in das die Menge degeistert einstimmte. Zum Schluß sang die ganze Versammlung noch das Lied „Lobel den Herren“. Auf dem nahen Hügel(sog. Haag) wurde ein Feuer abgebrannt, dann vereinigte man sich zu geselliger Unterhaltung bei den Gastwirthen Phikippi und Marlof, wobei eine freudige und begeisterte Stim mung dis spät in die Nacht dinein herrschte und noch verschiedene Toaste ausgebracht wurden. Ein goldenes Medaillon 522 mit 3 Photographlen wurde am Sonntage von Buernhelm nach dem Ossenheimer Wäldchen oder von da nach Friedberg verloren. Dem Wiederbringer elne gute Belobnung. 300 Iuder Sttohseile 511 bat im Einzelnen sowie im Ganzen zu verkaufen Nieder ⸗Rosbach. Pachter Schudt. n 09 Einem lüchtigen Bäcker ist Gelegenheit geboten mit circa fl 4— 5000. Angabe eine der ältesten, sich ut renttrende Bäckerel Frankfurt's sich käuflich zu werben. Franco Anfragen zu richten an N. Stern, Aller⸗ veiligengasse 30 Frankfurt a. M. Eine Chaise fleht zu verkaufen. Wo?! sagt die Exped. d. Bl. Erklärung und Warnung. 523 Meine Familie ist die einzige, welche in unserer Gegend den Namen Schackep führt und ich werde von heute an alle meinem Namen zugefügten Ehrenkränkungen gerichtlich verfolgen. griedberg den 6. März 1871. L. Schackey, Kammmacher. Ein Mädchen 512 wird zur Stütze der Hausfrau auf ein Ockonomie— gut in biefiger Nähe gesucht. Näheres zu erfragen bel der Exped. d. Bl. 2 1 14* Für Bäcker. 517 Allen hlesigen und auswärtigen Bäckern hiermit die ergebene Anzeige, daß ich bei Herrn Gastwirth W. Wind dabier logtre. Beslellungen wolle man gütig ber demselben abgeben. Marbetm. Ehr. Bender, Backofenbauer. Ein Logis, 518 welches den 19. Mai d. J. belogen werden kann, bat zu vermietden Irtedberg den 4 März 1871. Ad. Damm. Der 2. Stock meines Hauses 521 ist au eine rubige Familie zu vermleiben, Friedberg. Hermann Neisel. Corseten 73 billigsi bei K. Friedrich neben der Vos. Flaschen-Etiquette 100 Stück 36 kr. bis zu 2 fl. 48 kr., det Bindernagel& Schimpf. 7 Holzversteigerun in den Domanialwaldungen der Oberförsterei Eichels dorf. 508 Montag den 13. März werden in den Oistrieten Schellnbecke, Dachsdühne und Schlägelsderg versteigert: A. Breun holz. Scheilbolz. Prugelholz. Stockbolz. Reisholz. SA ne ck len Holzart. J Buchen 25 I. Cl. 41 22½ 143 8 1½ II. CI.——— Eichen— 43— 97 Nadelholz— 1— 10 As pen— 3— 108 B. Bau ꝛc. Holz. 120 Eichenstämme von 6— 14“ Durchmesser und 10-35“ Länge mit 1543 Cubikfuß. 89 Nadelstämme von 5½—11½“ Durchmesser und 40-75“ Länge mit 1814 Cubikfuß. 7 Buchenstämme von 15- 28½“ Durchmesser und 15—30“ Länge mit 477 Cubikfuß. 7 Kirschbaumflämme von 7— 1½“ Durchmesser und 20-35“ Länge mit 108 Cudikfuß. 2 Birkenstämme von 5½—6“ Durchmesser und 20“ Länge mit 11 Cubikfuß. 90 Fichtenstangen von 4— 5½“ Durchmesser und 40— 70“ Länge mit 1018 Cubikfuß. 2 Cichenstangen mit 7 Cubikfuß. 4 Buchenstangen mit 6 Cubikfußg. Das in Schichten von 10“ Länge aufgearbeitete Eichenprügelbolz ist großentbeils für Wagner geeignet. Die Versteigerung beginnt Morgens präcte 9 Ubr, Zu ⸗ sammenkunft im District Schellnbecke bet den ersten Holzuummern Das Holz ist meist mittelst neu gebauter Wege gut auf die Schotten⸗Niddaer Straße absahrbar. Eichels dorf am 1. März 1871. Groß berzogliche Obersöcsterel Eichelsdorf. Heper. Holz⸗Versteigerung. 514 Nächsten Donnerstag den 9. d. Mis., Vormittags Uhr, werden in hiesigem Stadtwalde, Disttikt Zwerg eege: 10,950 Wellen Eichen⸗Reisbolz, 21⁵ 8 Weichholz⸗Reisholz, 5 Läste Allerleibolz, 18 Eichen⸗ Stämme von 20— 43 Länge und 5½— 15“ Durchmesser, zusammen 502 Cubikfuß, 54 Eichen⸗ Stangen, und 2 Nadelholz⸗Stangen, öffentlich an den Meiftbietenden versteigert. Bad⸗Nauhelm am 4. März 1871. Großherzogliche Bürgermeisterei Bad- Nauheim. Schutt. Holz ⸗Versteigerung. 501 Donnerstag den 9. d. M, Vormittags 9 Uhr an⸗ fangend, sollen im hiesigen Gemeindewald versteigert werden: 140 Stecken Buchen⸗Scheitholz, 422„„ Prügelbolz, 64 4„ Stocdtholz, 14 1 Eichen⸗Scheithoiz, 10„ Puügelbolz, 12„ Stockbolz, 400 Wellen„ Reisbolz und 29 Eichen⸗ Stämme, 5470 Cudikfuß enthaltend, von 20-55“ Länge und 10—23“ Durch messer. Die Zusammenkunft ist an der Rockenberger Grenze. Wohnbach den 2. März 1871. Großherzogliche Bürgermeiflerti Wohnbach. Philippi. Holz ⸗Versteigerung. 507 Montag den 13. d. M., Vormittags 9 Uhr an⸗ fangend, werden im hiesigen Gemeindewald: a) Distriet Oberkolbenroth 3984 Cubikfuß Nadelholzstämme und Gerüsthölzer, 1625 Stück Nadelholz⸗Wellen, — 4 Klafter„ Prügelholz, 8 5 Erdstöcke, b) District Eichenhecken 13 Eichen⸗Werktolzstämme, 132 Cubiksuß, 38 Klafter Birken⸗Prugelholz, 1„ Stockbolz und 3025 Stück„ Wellen versteigert. Die Districete sind unfenn der alten Kaisergrube; im Obenkolbenrotb beginnt die Versteigerung und werden die Herren Bürgermeister in Ockstadt, Nauhe em, Ober⸗ u. Nieder⸗Mötrlen und Ober⸗Ros bach ersucht, durch die betreffenden Polizeldiener die spezielle Bekanntmachung per Schelle zu veranlassen und ihre Gebühr das: anher erheben zu lassen. Pfasjenwles bach den 4. März 1871. Rau pp, Börgermeister. Wagen, 2 Pflüge, 1 Egge 313 hat zu verkaufen Wilhelm Mühl VI. Wittwe Geschüfts-Eröffnung. 498 Einem geehrten Publicum die ergebene Anzelge, daß ich mein Übreulager, bessehend in allen Arsen Taschen⸗ und Wand ⸗ Uhren neuester Constructlon und bester Qualität, eröffnet habe. Verkaufe mit Garansie. Reparaturen werden jederzelt auf's Besse effectulrt. Hermann Stadelmann, Übrmacher neben dem dotel Trapp in Frledderg. Wohnungs-Veränderung. 502 Von heute an wohne ich wieder rieinem Elternhause auf der Freiheit. Friedberg. Dr. Weckerling, Arzt. 45 22 E 38 00 5 8 ö 38 E a 28 8 Die soeben erschlienene Nummer 28 3 2 enthält: 2 2 8 8 2 Vorpostablösung bel Louvesienne. Ortginalzeichnung vo unserem Spectalartisten W. Friedrich.— Die letzten Falckentzurger.(Foris.) Erzählung von F. Bodenstedt. Molike desichtigt die Südbatterteen von Paris, Originalzeichnung von F. Kaiser.— Vor und um Parts. (Schluß.) Von Georg Peltl.— Die Helden der Arbeit. (Schluß.) Roman von L. Schlägel.— In den Vogesen. Ven Dr. Karl Stieler.— Schlachttableau des letzten großen Ausfalls vom 19. Januar, vom Marlpoquäduct aus. Während des Kampfes gezeichnen von W. Friedrich. — Die Riesenlanone Sainte Valértle auf dem Mont Va érien, am Tage nach der Uebergabe des Forts nach der Natur gezeichnet von W. Frtedrich.— Am Familten- tische: Eine Kircheninschrift im Elsaßh.— Aus den letzten Tagen der Belagerung vor Paris— Eikärung in Sachen Kutschkes. Zu Bestellungen empsehlen sich Binder nagel& Schimpff in Friedberg. 1 N 5 5 Versteigerungs-Anzeige. 516 Dienstag den 14. d. Mt., Vormittags 10 Uhr, lasse ich 35 Ctr. Wickenßroh, 30 Cir. Daser- und Gersten⸗ strob, 60 Ctr. Dickwurzeln, 15 Malter Kartoffeln, theils Frübkarteffeln, 30 Malter Hafer, 4½ Malter Wilen und 50 Zweischenbäumchen verstetgern. Altenstadt den 5. März 1871. Walther, Lehrer. Nahucn, Erbsen, Luusen, 506 Der Unterzeichnete erklärt auf die Erklärung des Herrn Gemeinderechner Jung, daß er allerdings von demselben den Auftrag erhalten bat, dessen Namen unter den Aufruf für Herrn v. Wedekind zu setzen. Herr Jung hat dabei bemerkt, er wünsche, daß sein Hemeinderechner Titel weggelassen werde, was aus Versehen nicht geschehen ist. g Dorn⸗Assenheim den 3. März 1871. Ferdinand Diel. Ein lüchtiger Branntweinbrenner 520 wird gegen guten Lohn gesucht und kann soglelch cintreten. Zu erfragen bei G. Mondigler. Herrenkragen be K. Friedrich neben der Post in Friedberg. Kriegs-& Jriedensnummern der Gartenlaube. Nr. 10. Inhalt: Die Zuwider-Wurzen. aus den bairischen Bergen. Von Hermann Schmid. (Foris.)— Eva. Ern Frauenbild aus dem vorigen Jahrhundert von Albert Fränkel. Mit Abbildung: Eva Lessing. Nach elver Photographie auf Holz gezeichnet von Adolf Neumann.— Hermann, Fürst von Pückler⸗ Muskau. Erinnerungen von Paul Wesenfeld.— Ein jahrendes Lazaresh. Von Fr. Hofmann. I. Der Sant⸗ tätszug, wie er in's Feld zieht.— Blätter u. Blüthen: Ein Veteran der Freiheit(Jakob Venedey).— Aus dem Fort La Briche vor St. Dents. Mit Iuustration: Das Innere des Forts La Briche vor St. Dents, am 30. Januar 1871. Nach der Natur aufgenom⸗ men von unserem Feldmaler F. W. Heine.— Der mythische Kutschle. Von F. d.— Die Gartenlaube Eine Geschichte Lehrerconferenz, Section Friedberg, 504 Mitiwoch den 8. März, Nachmititags 1½ Uhr. descheintat, daß Herr Bierbrauer Windecker im Lause des verflossenen derbsses wiederholt groge Quantitäten Friedberg den 4. März 1871. Dr. Lorenz, Chefarzt des Reservelazareths Irtedberg. Danksagung. 503 Allen Herten Aerzien, den Krankenwärtern und Krankenpflegerinnen des Reservelazareths zu Friedberg sage ich für ihre liebevolle Behandlung während meines Krankseins meinen berzlichsten Dank. Joh. Göhrig Muek. im 3. Gr. Hess. Inf⸗Reg., 4. Comp. Strohhüte 392 werden gewaschen, gefaͤrbt und nach neuster Fagon grändertudel H. Friedrich, neben der Pot. Eine Wohnung ist zu vermiethen und kann gleich bezogen werden bet Conrad Gerster 505 in der Vorstadt. Danksagung. 515 Allen Denjenigen, welche uns während des Kranken⸗ lagers unserer unvergeßlichen Tochter und Schwester Louise Schäfer so liebevoll zur Seite gestanden, sowie allen Denen, welche sie zu ihrer letzten Nubestätte geleltet haben, sagen wir unsern tiefgefühlten Dank. Der trauernde Vater und Geschwister. CCC(Cͤͤ ²˙ Todes Anzeige. 519 Am 5. März, Nachts ½12 Ubr, starb nach langen und schweren Leiden unsere einzige, innigß⸗ geliebte Tochter und Schwester Elisabetha, öfler geflärkt durch die bl. Sterbesakramente, ganz in Gottes bl. Willen ergeben, im Alter von 25 Jahren. 1 Diesen für uns so schmerzlichen Verlust tbeilen wir allen Berwandten, Freunden und Bekannten mit und bitten um stille Teilnahme. Die Beerdigung findet Mittwoch den 8. März, Vormittags 10 Ubr, statt. Ober⸗Wöllstadt den 6. März 1871. Der trauernde Vater Die trauernden Brüder Georg Philipp Diel. Philipp Jeau. PPP CCCCCCCCCCCCT0TGTbTCCTbTbTTTTTTTTTT Kitchen buchsauszüget. Evangelische Gemeinde. Getraute: 2. März. Theodor Karl Georg Klein, evang. Pfarrer zu Büdingen, Sohn des Großb. Korsimeisters Karl Cbristian Klein auf dem Forffhause Woogsdamm bei Groß⸗Gerau, und Emilie Friederike Karoline Maithtas, Tochter des Directoro det Groß). Taubstummen⸗Anstalt daher Dr. Ludwig Christian Matthias. Getaufte: 1. März. Dem Haulboisten im 1. Großh. Jäger⸗ bataillon Franz Emil Coristian Lang ein Sohn Emil, geb. den 12. Februar. 1. März. Dem Großh. Steuer- Controleur Anton Heinrich Korwan ein Sohn Karl August Ernst, geb. den 5. Februar. Beerdigte: 26. Februar. Eltsaberb Dorothea Ulrich, Tochter des biefigen Bürgers und Oekonomen Wilhelm Ulrich, 13 Jahre 4 Monate 1 Tag alt, T den 24. Februar. Edangclische Gemeinde. Mittwoch den 8. März, Abends 5 Uhr, in der Burgkirche: Schluß der Kriegs⸗Betfunden mit Ansprache von Herrn Pfarrer Diegel. Katholische Gemeinde. Nach der Anordnung dee Dochwürdtassen Bischöflichen Ordinartats wid heute den 7. März, Morgens 9 Uhr, eir Dankamt mit Tedeum zur Oanksagung für den wiederhergeflellten Frieden und Donnerstag den 9. März, Morgens 9 Uhr, ein Seelenamt für die in Folge des Krieges Verstorbenen gehalten werden. Verantw. Redact.: Hermann Schimpff. in Wohnbach. als Kriegsursache.— Kleiner Briefkasten. Oruck und Verlag von Binder nagel& Schimpf. (Dieren eine Beilage.) 510 Es wird hiermit mit bestem Danke anerkannt und 1 Eis für das biesige Reserve-Lazareth gratis abgegeben hat. Kirchliche Anzeigen für Friedberg.